Titel : Vorrichtung zur Überwachung der
Kompressionstherapie eines Kompressionsmittels
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Überwachung der Kompressionstherapie eines Kompressionsmittels umfassend eine Messeinrichtung aus einem textilen Material zum Anlegen an einen Träger mit zwei Endabschnitten, die einen Mittelabschnitt zwischen sich einschließen.
Im Stand der Technik werden zur Behandlung von Ödemen und beispielsweise chronischen venösen Insuffizienzen Kompressionsverbände an Körpergliedern angelegt. Dabei sind sowohl Kompressionsbinden als auch beispielsweise Kompressionsbandagen oder Kompressionsstrümpfe bekannt.
Kompressionsverbände, bieten gegenüber Kompressionsbandagen den Vorteil, dass man die therapeutische Dosis des Drucks während des Anlegens korrigieren kann und bei Reduktion der Schwellung den Verband dem betroffenen Körperteil kontinuierlich anpassen kann.
Die meisten Kompressionsmaßnahmen, insbesondere Kompressionsverbände, haben jedoch den Nachteil, dass man keine Informationen über den Druck während des Anlegens sowie den Erfolg der Kompressionsmaßnahme erhält, insbesondere erhält man keine Information bezüglich der
Filtration und Drainage in den Kapillaren. Dadurch ist die Therapie schwer überwachbar und fehlerhaftes Anlegen, nämlich entweder mit zu wenig oder zu hohem Druck, ist leider üblich. Anwender und Patienten sind nicht in der Lage zu beurteilen, wie gut der Therapieverlauf ist, so dass keine Informationen, beispielsweise über eine Verschlechterung des Gesundheitszustands oder den jeweiligen Therapieerfolg, vorliegen . Grundsätzlich sind Gefäßkrankheiten sehr gut klassifiziert. Die Wirksamkeit der Kompression bei diesen Krankheiten ist belegt. Jedoch fehlen Überwachungsmöglichkeiten während der Therapie .
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung sowie ein Verfahren bereitzustellen, das die Überwachung der
Kompressionstherapie ermöglicht, und zwar nicht wie in der Vergangenheit bekannt, durch Messung des Drucks, sondern
durch Überwachung der Flüssigkeitsabnahme in durch die Kompression behandelten Geweben, da dies die therapeutisch erwünschte Maßnahme ist.
Aus dem Stand der Technik sind z.B. Einrichtungen bekannt, die die Kompression bestimmen. So offenbart z.B. die WO 2019/008376 ein Verfahren, bei dem in einer Binde ein erster leitfähiger Weg vorgesehen ist sowie ein Sensor, der die Impedanz der Binde misst.
Die Erfindung löst nun diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9.
Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass in jedem Endabschnitt zwei Elektroden angeordnet sind, wobei jeweils eine Elektrode mit einer Elektrode des anderen Endabschnitts ein Elektrodenpaar bilden, wobei über das eine Elektrodenpaar ein elektrischer Stromfluss angelegt wird und über das andere Elektrodenpaar eine elektrische Spannung zwischen den Elektroden eines Paares bestimmt wird, wobei die Elektroden so ausgebildet sind, dass der elektrische Strom bei an einen Träger angelegter
Messeinrichtung zwischen den Elektroden eines Paares durch den Körper des Trägers unterhalb der Haut bzw. nicht durch die Haut fließt.
Durch die Vorsehung von zwei Elektrodenpaaren, wobei jeweils eine Elektrode eines Paares in einem jeweiligen Endabschnitt angeordnet ist, ist es möglich, über die
Erstreckung der Messeinrichtung Spannung und Strom zu erfassen, die beide als Sinusfunktion darstellbar sind.
Für die Bestimmung des Flüssigkeitsgehalts in einem Körper eines Trägers lässt sich dabei die (Bio-)Impedanz heranziehen, die über die Phasenverschiebung zwischen der Sinuskurve der Spannung und der Sinuskurve des Stroms ermittelt werden kann, die mit dem Flüssigkeitsgehalt im überwachten Körperabschnitt korreliert.
Dabei sollen die Elektroden so ausgebildet werden, dass der Strom durch den Körper des Trägers unterhalb der Haut fließt und nicht lediglich im Bereich der Haut. Der Stromfluss soll dabei im intra- und extrazellularen Gewebe erfolgen. Die Impedanz ist dabei der Wert, mittels dessen sich ein Kapillardruck bestimmen lässt, der in der Phlebologie und Lymphologie als wichtiger Parameter für die Biofiltration und die Drainage angesehen wird. Der Kapillardruck beschreibt dabei den Grenzflächendruck zwischen den statischen Fluiden des vaskulären Systems und der vaskulären Wand. Eine Druckerhöhung auf die Wand von außen würde eine Fluidverlagerung von einem Kompartment ins nächste induzieren, wobei diese Fluidverlagerung über die elektrische Impedanz dargestellt werden kann. Die elektrische Impedanz wird dabei durch die Funktion z = Re + j im dargestellt. Für im = f (Re) hängt die Amplitude z der sinusförmigen Spannung für einen Schaltkreis von Q ab und
beschreibt die Phasenbeziehung zwischen der Spannung U (V) und dem Strom I(A).
Ein menschlicher Körper oder eine Gliedmaße kann hypothetisch als kapazitiver Widerstand angesehen werden. Die Körpertlüssigkeiten (Elektrolyte) erlauben dabei einen Stromfluss. Das bedeutet, dass ein Körperteil, welcher an einen elektrischen Kreis angeschlossen ist, wobei, wenn der Körperteil Flüssigkeit durch Kompression (P in mmHg) verliert, dies durch eine Variation der elektrischen Impedanz (z) festgestellt werden kann, da der Stromfluss (I) in diesem Kreis mathematisch proportional zur Spannung (V) ist.
Die mathematische Formel ist dabei
Z = R - j * X, wobei es sich hierbei um die kapazitive Bioimpedanz handelt. P (mmHg) ist der Grenzflächendruck unterhalb des Kompressionsmittels .
Das mathematische Modell bezüglich des Grenzflächendrucks kann Figur 2 entnommen werden. Daraus ist zu entnehmen, dass mit steigendem Grenzflächendruck die Impedanz sinkt.
Als Stromquelle kann bevorzugt eine Gleichstromquelle dienen, wie beispielsweise eine Batterie oder ähnliches, da hierdurch die Bewegung eines Trägers nicht allzu sehr eingeschränkt wird und der Platzbedarf und die Mobilität
der Einsetzbarkeit erhöht ist. Dabei ist zwischen Gleichstromquelle und Elektrodenpaar ein Oszillator angeordnet, um so die Amplitude des Stroms und der Spannung stabil zu halten und eine Impedanzmessung zu ermöglichen.
Bevorzugt ist eine Auswerteeinrichtung vorgesehen ist, die über die Phasenverschiebung die Impedanz des Körpers eines Trägers bestimmt, wobei die Veränderung des Flüssigkeitsgehaltes im betrachteten Körperareal die Phasenverschiebung hervorruft.
Ferner ist es bevorzugt, wenn das textile Material der Messeinrichtung ein gewebtes Material ist und die Elektroden insbesondere gewebte Elektroden sind. Bevorzugt kann es sich um textile Polymer-Elektroden handeln. Dabei kann im Elektrodenbereich eine Beschichtung aufgebracht sein, die die Leitfähigkeit verbessert, beispielsweise aus elektrisch leitendem Silikon, oder einer grafitbasierten Paste. Dabei ist bei gewebten Elektroden, wie sie bevorzugt eingesetzt werden sollen, die Kontaktfläche zur Haut des Trägers wichtig, um zu vermeiden, dass sogenannte "Skin
Effects" auftreten, also der Strom und die Spannung nicht in den inter- oder extrazellulären Bereich unterhalb der Haut gelangt sondern über die Haut abgeleitet wird. Für die Auswahl und Gestaltung der gewebten Elektroden sind folgende Parameter relevant.
Die Technische Variation Tv bestimmt dabei die Effektivität der Elektrode hinsichtlich des Ionentransports.
Gleichung 1:
nVKe/t ist die Anzahl der Schussfäden S ist der elektrische Oberflächenkontakt der Elektrode
Die technische Variation Tv ist dabei mit den Parametern reed width und crimp percentage (crimp factor) so verbunden, dass möglichst geringe Skin Effekte entstehen. Das Weberblatt (Reed) kann man in indirekter Weise durch die mathematische Gleichung der Breite des Weberblattes beschreiben, da es die Variation des technischen Parameters ermöglicht. Die Reed Width wird durch die folgende Gleichung beschrieben:
Gleichung 2. Rw = Fwidth — ( Fwidth * Weft crimp factor)
Rw ist die Reed Width. Das Weberblatt, genannt Reed, wird hinsichtlich seiner Breite gemäß Gleichung 2 durch Fwidth beschrieben.
Fwidth ist die Breite des gewebten Flächengebildes. Da die Elektrode ein Teil des Flächengebildes ist, beeinflusst die Breite des Flächengebildes die technische Variation der Elektrode, nämlich den elektrischen Oberflächenkontakt. Dabei werden die Elektroden, um ihre Funktion für die Impedanzmessung bereitzustellen, in Schussrichtung (also der Breite) des Flächengebildes eingewebt. Zwischen der Breite des Flächengebildes und der erwünschten Größe der Elektrode besteht damit ein Zusammenhang. Neben der Gewebebreite hat die Art wie die Fäden in der Breite eingearbeitet werden (crimp) einen Einfluss.
Bei der Erzeugung des Flächengebildes verursachen die Kettfäden, abhängig von ihrer Spannung und der gewählten Bindung, eine Schussfadenkrause. Die Schussfadenkrause wird durch den Weit Crimp Factor beschrieben. Weit Crimp Factor ist der Faktor bezüglich der Längenänderung des Schusses in dem Flächengebilde.
Der Oberflächenkontakt korreliert dabei vorzugsweise in stark negative Weise mit dem warp crimp factor {Warp Cf )
Der Warp Crimp Factor beschreibt dabei die Kettfadenkrause.
Gleichung 3: Warp Crimp factor Warp Cf=
Warp length-Fabric length Fabric length
Prinzipiell kann das Surface Contact durch das Warp Crimp Factor in der folgenden Gleichung geschrieben werden: Gleichung 4: Surface contact
Wissend, Tv= nW See ^- Se = nW Tev ^ , entsteht durch die
Äquivalenz der Gleichung 4: nWeft * WarpCf= Tv * nWeft - Tv = Warp Cf
Besonders bevorzugt kann dabei vorgesehen sein, dass die Vorrichtung eine Binde, insbesondere eine Kompressionsbinde ist. Alternativ kann die Vorrichtung auch als
(Kompressions-) Strumpf ausgebildet sein oder als Manschette mit oder ohne Kompressionswirkung. Wenn die Vorrichtung selber die Kompression aufzubringen vermag, kann eine weitere zusätzliche Kompressionsvorrichtung in Form einer z.B. Binde eingespart werden.
Die Elektroden eines Endabschnitts sind dabei bevorzugt in Schussrichtung übereinander angeordnet und weisen einen bevorzugten Abstand d h 5 cm auf. Der Abstand zum Rand des Endabschnitts beträgt insbesondere > l cm. Die Schussrichtung entspricht dabei bei einer Binde/Bandage der Querrichtung und die Kettrichtung der Längsrichtung.
Als besonders zweckmäßig kann sich erweisen, wenn die Elektroden über elektrisch leitende Fäden kontaktierbar sind, die insbesondere im textilen Material geführt sind und hierüber insbesondere mit der Stromquelle und/oder der Auswerteeinrichtung verbunden sind. Auf diese Weise erfolgt die Kontaktierung ohne dass mehr Kabel als nötig für die Kontaktierung vorgesehen sein müssen.
Erfindungsgemäß bevorzugt können einer oder beide Endabschnitte unelastisch und der Mittelabschnitt elastisch
ausgebildet sein, um die Elektroden in den Endabschnitten besser gestalten zu können und die Kontaktfläche mit dem Träger definiert zu bestimmen. Über die elastische Ausbildung des Mittelabschnitts kann die Anlegbarkeit verbessert werden und eine Kompression erzielt werden. Die Dehnbarkeit und Elastizität ist dabei in herkömmlicher Weise einstellbar und kann als Langzug- oder Kurzzugbinde gestaltet sein. Bei der Ausgestaltung als Manschette oder Strumpf gilt das vorstehende analog, so dass hier die Bereiche der Elektroden unelastisch sind und der dazwischen in Längsrichtung der Gliedmaße angeordnete Teil elastisch dehnbar. Die Dehnbarkeit liegt vorzugsweise im Bereich von 40% bis 100% der ungedehnten Länge. Die Dehnbarkeit wird dabei nach folgendem Verfahren ermittelt anlehnend DIN 61632.Für die Ermittlung der Dehnung kann ein Zugprüfgerät verwendet werden. Ein Prüfling des Flächengebildes (Einspannlänge 200 mm) wird durch eine Zugsgeschwindigkeit von 200 mm/min bis eine maximale Kraft von 3N/cm Breite belastet . Der Prüfling wird vor Messbeginn mindestens 15 min spannungslos auf einer glatten, ebenen Unterlage (z. B. ein Tisch) ausgelegt, anschließend wird er in dem Zugprüfgerät eingeklemmt und gedehnt. Das Zugprüfgerät ermittelt die Dehnung und nutzt dabei die ungedehnte Länge (L0) sowie die (LI). Lo ist die initiale Länge des Prüflings bei Start und LI ist die Länge der maximalen Kraft.
Gleichung 5:
e% =(s-1)*100
Die elektrisch leitenden Fäden müssen dabei so eingebracht werden, dass sie die Dehnbarkeit nicht behindern. Um die Leitfähigkeit und den Eintrag des Stroms in die Haut zu verbessern, kann im Bereich der Elektroden eine elektrisch leitende Beschichtung aufgebracht sein. Diese besteht z.B. aus einem elektrisch leitenden Silikon oder einer Grafitpaste. Hierdurch können auch die Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche ausgeglichen werden, die sich durch die Auf- und Abbewegung des Fadens bei gewebten Elektroden ergibt und wodurch sich ein Einfluss auf die Kontaktfläche ergibt. Die Ausgestaltung der Elektroden z.B. hinsichtlich der Dichte des Webens kann variieren, je nachdem, ob eine Beschichtung vorgesehen ist.
Die Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zur Bestimmung der Kompression eines Kompressionsmittels mittels einer Messeinrichtung aus einem textilen Material, wobei die Messeinrichtung an einen Körper, insbesondere eine Gliedmaße eines Trägers angelegt wird, so dass zwei Endabschnitte der Messeinrichtung einen zu messenden Bereich eines Körpers zwischen sich aufnehmen, wobei jeder Endabschnitt zwei Elektroden aufweist, die jeweils mit den Elektroden des anderen Endabschnitts paarweise Zusammenwirken und wobei über das eine Elektrodenpaar ein elektrischer Stromfluss und über das andere Elektrodenpaar eine elektrische Spannung zwischen den Elektroden eines
Paares bestimmt wird, wobei der elektrische Strom bei an einen Träger angelegter Messeinrichtung zwischen den Elektroden eines Paares durch den Körper des Trägers unterhalb der Haut fließt. Bei dem Verfahren wird bevorzugt die Bioimpedanz des Körpers über die Phasenverschiebung bestimmt.
Besonders bevorzugt ist dabei, wenn die Messeinrichtung als Binde an den Körper angewickelt wird und ebenfalls weiter bevorzugt als Kompressionsmittel dient. Die Bestimmung der qualitativen Veränderung des
Flüssigkeitsgehaltes eines Körpers sowohl bezüglich der intra- als auch extrazellulären Flüssigkeit wurde versuchsweise durchgeführt zum Beleg der Funktion der angegebenen Korrelation zwischen Wirkung der Kompression und damit dem (Ab-) Transport von Flüssigkeit aus dem
Körper und Impedanz. Dabei wurde eine Vorrichtung in Form einer Bandage an ein Bein einer als Testperson dienenden Trägers angewickelt, wobei sich jeweils zwei Bandagenlagen überlappten . Die Dehnung der Bandage betrug dabei ca. 110% der ursprünglichen Länge. Es wurden Messungen in liegender, sitzender und stehender Position gemacht. Die Testpersonen waren gesund. Die Elektroden waren nicht Teil der Vorrichtung sondern wurden als klebende Elektroden auf die Haut der Testpersonen aufgebracht.
Vor dem Versuch ruhten die Testpersonen für ca. 3 Minuten in liegender Position. Nach jeder Körperbewegung wurde dem Körper vor der Messung eine Minute Entspannung gegeben.
Die Impedanz wurde vor der Kompression gemessen. Impedanz und Druck wurden mit angelegter Bandage in den drei
Positionen gemessen. Die Testperson trug danach die Bandage für mehrere Stunden während ihrer in dieser Zeit üblichen Tätigkeiten, z.B. beruflichen Tätigkeiten.
Eine Abschlussmessung fand statt, nachdem die Kompression reduziert wurde und wurde mit den Werten ohne Kompression verglichen.
Testergebnisse:
Impedanz der Gliedmaße vor der Kompression:
Statistische Ergebnisse unter Berücksichtigung des
Mittelwerts aller Positionen (liegend, sitzend, stehend):
a) Impedanz und Druck zum Zeitpunkt t=0
b) Impedanz und Druck zum Zeitpunkt t= 1,5h
Statistische Ergebnisse unter Berücksichtigung des
Mittelwerts aller Positionen (liegend, sitzend, stehend): a) Impedanz und Druck zum Zeitpunkt t=0
b) Impedanz und Druck zum Zeitpunkt t= 1,5h
Impedanz der Gliedmaße bei signifikanter Reduktion der Kompression
Zusammenfassung der Ergebnisse:
Das Ergebnis ist nachfolgend in Figur 6 dargestellt, die zeigt, dass die Impedanz ohne Kompression zunächst gering ist und dann mit der Kompression ansteigt und danach wieder abfällt, wenn die Kompression nachlässt. Dies korreliert mit dem Flüssigkeitstransport, der durch die Kompression angeregt wird. Fällt die Kompression weg, endet auch der Flüssigkeitstransport in den Zellen sowie der extrazelluläre Transport.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
Figur 1 ein sogenanntes Body Hydration Modell; Figur 2 ein mathematisches Modell; Figur 3 eine Vorrichtung gemäß der Erfindung in Form einer Kompressionsbinde; Figur 4 eine weitere Darstellung der Erfindung; Figur 5 eine Bandage gemäß der Erfindung und Figur 6 eine Darstellung des Versuchsergebnisses.
Figur 1 zeigt ein Body Hydration Modell, das darstellt, wie die Flüssigkeit im Körper verteilt ist, nämlich sowohl im intrazellulären Raum als auch im extrazellulären Raum, also zwischen den einzelnen Zellen. Die intrazelluläre Flüssigkeit kann dabei durch die Poren in den Zellmembranen
in den extrazellulären Raum eintreten und von dort weiter transportiert werden.
Figur 2 zeigt die Abhängigkeit der Bio-Impedanz zum Grenzflächendruck und damit der Kompression wie vorstehend erläutert. Ein Patient mit einem Ödem weist daher vor der Therapie einen niedrigeren Impedanzwert Z auf als während der Kompressionstherapie. Wenn beispielsweise eine venöse Insuffizienz mit einem Kompressionsdruck von ca. 50 mmHg in üblicher Weise behandelt wird, ist es zu erwarten, dass der Patient einen sinkenden Impedanzwert aufweist, wenn der Kompressionsdruck zum Beispiel auf 80 mmHg erhöht. Eine Überwachung der Bio-Impedanz liefert somit Informationen über den Abtransport der Flüssigkeiten im intra- und extrazellulären Raum. Figur 3 zeigt eine erste Gestaltung der Vorrichtung 10 umfassend eine Messeinrichtung für ein Kompressionsmittel, die hier als Binde ausgestaltet ist und zugleich das Kompressionsmittel bildet. In zwei Endabschnitten, die in Figur 5 näher gezeigt sind, sind hier jeweils zwei Elektroden vorgesehen, wobei der Strom als Gleichstrom über eine Batterie 30 bereitgestellt wird, um die Mobilität des Trägers so wenig wie möglich einzuschränken. Der Gleichstrom wird in einem Oszillator 32 so umgewandelt, dass die Amplitude konstant bleibt. Der Strom wird dann über die Haut des Trägers in den Körper so eingeleitet, dass der Stromfluss durch die Gliedmaße und nicht durch die Haut bestimmt werden kann. Die Kompressionswirkung ist gleichzeitig mit Pfeilen 40 gekennzeichnet. Neben dem Input
wird auch der Output sowohl des Stroms als auch der elektrischen Spannung gemessen. Die Auswerteeinrichtung trägt das Bezugszeichen 50. Dies ist insbesondere auch in Figur 4 dargestellt, wo sowohl die Strommessung I als auch die Spannungsmessung U symbolisiert sind. Hierüber kann die Bioimpedanz durch die Gliedmaße bestimmt werden.
Figur 4 zeigt eine an einem Bein eines Trägers angelegte erfindungsgemäße Bandage oder auch Binde, was synonym verwendet wird, in Rahmen der Anmeldung, bei der an einem ersten 20 und einem zweiten 22 Endabschnitt gewebte
Elektroden 12, 14, 16, 18 vorgesehen sind, wobei jeder Endabschnitt 20 zwei Elektroden 12, 14, 16, 18 aufweist und diese jeweils mit einer Elektrode 12-18 des anderen Endabschnitts 22 ein Paar bilden. Die Ansteuerung bzw. der Stromeintrag in die Elektroden 12-18 erfolgt mittels elektrisch leitender Fäden 24, 26, die in die Bandage/Binde eingewebt sind.
Die gewebten Elektroden 12-18 bestehen dabei ebenfalls aus elektrisch leitenden Fäden. Die Endabschnitte 20, 22 sind dabei einer oder beide aus einem unelastischen Gewebe gebildet, wobei der dazwischen angeordnete Mittelabschnitt 28 elastisch dehnbar ausgebildet ist und so zugleich die Verwendung nicht nur als Messeinrichtung, sondern auch als Kompressionsmittel erlaubt. Das Einweben der Fäden 24, 26 erfolgt so, dass die Elastizität nicht beeinträchtigt ist.
Um einen besseren Übergang des Stroms in den Körper zu erreichen, kann vorgesehen sein, eine Beschichtung zum Ausgleich von Unregelmäßigkeiten im Bereich der Elektroden
vorzugsehen. Diese kann aus einem elektrisch leitenden Silikon oder eine Grafitpaste bestehen oder diese umfassen. Auf diese Weise wird die Kontaktfläche mit dem Körper des Trägers vergrößert. Der Abstand d zwischen den Elektroden eines Endabschnitts 20, 22 beträgt dabei mindestens 5 cm.
Die Kettfadenrichtung entspricht vorzugsweise der Bindenlängsrichtung und die Schussfadenrichtung der Quererstreckung der Binde. Die unelastischen Endabschnitte 20, 22 können dabei nach einer Gestaltung über eine Beschichtung, besondere Fadenauswahl oder aber durch die Technische Variation Tv unelastisch gemacht werden.
Figur 6 zeigt noch einmal, wie vorstehend erläutert, das Ergebnis des Tests.