Verfahren zum Betreiben einer mobilen, tragbaren Ausgabevorrichtung in einem Kraftfahrzeug, Kontextbearbeitungseinrichtung, mobile Ausgabevor- richtung, und Kraftfahrzeug
BESCHREIBUNG:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer mobilen, tragbaren Ausgabevorrichtung, zum Beispiel zum Betreiben einer Datenbrille, die eine virtuelle Realität („VR-Brille“,„AR-Brille“) bereitstellt. Das Verfahren betrifft konkret das Betreiben der Ausgabevorrichtung in einem Kraftfahrzeug, zum Beispiel während einer Fahrt des Kraftfahrzeugs.
Derzeit werden Systeme zum Nutzen einer virtuellen Realität („Augmented Reality“) im Fahrzeug entwickelt. Solche Systeme nutzen Bewegungsdaten mittels Lokalisierung des Kraftfahrzeugs, um die Bewegung eines virtuellen Ego-Objekts darzustellen.
Die Bewegung des Fahrzeugs bildet also die Basis für ein kraftfahrzeuginter- nes System für eine virtuelle Realität („In-car VR-System“, „In-car AR- System“). Trägt beispielsweise ein Beifahrer eine solche Datenbrille im Kraft- fahrzeug, kann der Beifahrer zum Beispiel ein Computerspiel spielen oder einen Film ansehen, in dem das Ego-Objekt die Bewegungen des Kraftfahr- zeugs annimmt. Ein solches System kann vorzugsweise von einem Passa- gier genutzt werden, falls sich das Kraftfahrzeug in einem pilotierten Fahr- modus betrieben wird.
Die DE 10 2017 005 982 A1 beschreibt ein Verfahren zum Vermeiden oder Reduzieren von Kinetose-Symptomen bei Verwendung einer Virtual-Reality- Brille während einer Fahrt in einem Fahrzeug. Während der Fahrt wird auf der Virtual-Reality-Brille neben einer Darstellung von Wiedergabeinhalten
eine zusätzliche bewegliche Netzstruktur dargestellt, wobei ferner eine Be- wegung der Netzstruktur derart erfolgt, dass diese gleichgewichtskonform einem aktuellen fahrdynamischen Bewegungszustand des Fahrzeugs ent- spricht.
Aus der DE 10 2015 003 882 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben einer in einem Kraftfahrzeug angeordneten Virtual-Reality-Brille bekannt. Das Ver- fahren umfasst unter anderem den Schritt des Erfassens der Bewegung des Kraftfahrzeugs, und, neben dem Anzeigen einer ersten virtuellen Umgebung, ein simultanes Anzeigen einer zweiten virtuellen Umgebung in einem zweiten Anzeigebereich, welche korrespondierend zu der erfassten Bewegung des Kraftfahrzeugs dargestellt wird.
Die DE 101 56 219 C1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reduzierung des Kinetose-Effekts bei Passagieren von Verkehrs- und Transportmitteln. Dabei werden für den Kinetose-empfindlichen Passagier über optische Wiedergabeeinrichtungen während der Fahrt Bildsignale be- reitgestellt, die in Abhängigkeit von fahrt-spezifischen Bewegungsdaten so modifiziert werden, dass für den Passagier der visuelle Einbruch der betrach- teten Bilder mit den aktuell subjektiv wahrgenommenen Lage- und Bewe- gungswerten korreliert ist.
Im Stand der Technik werden also Verfahren vorgeschlagen, um einen Kine- tose-Effekt zu reduzieren, indem die Fahrzeugbewegung miteinbezogen wird.
Eine der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe ist das Bereitstellen eines Systems zum Bereitstellen einer noch immersiveren virtuellen Realität.
Die gestellte Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäßen Vorrichtungen gemäß der nebengeordneten Patentan- sprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind durch die Unteransprüche gegeben.
Die Erfindung basiert auf der Idee, die bestehenden Nachteile zu überwin- den, indem generelle, aktuelle Informationen einer Umwelt des Kraftfahr- zeugs und/oder ortsgebundene Informationen der Umgebung genutzt und in einen vorgegebenen, thematischen Kontext eines Medieninhaltes einer Aus- gabedatei, die durch die Ausgabevorrichtung ausgegeben werden soll, ein- gebunden werden. Diese Informationen zu einem Ereignis in einer Umge- bung des Kraftfahrzeugs sind dabei von einer Bewegungsrichtung des Kraft- fahrzeugs, vorzugsweise von einer Eigenbewegung des Kraftfahrzeugs, unabhängig. Dadurch wird ein kohärentes, immersives System geschaffen, wodurch sehr viel mehr auf den Benutzer der Ausgabevorrichtung wirkende Sinneseindrücke während zum Beispiel einer Fahrt in die virtuelle Realität aufgegriffen werden können. Durch die Nutzung dieser Informationen wird ein extrem hochwertiges, immersives Gesamterlebnis in der virtuellen Reali- tät geschaffen.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer mobilen, tragbaren Ausgabevorrichtung in einem Kraftfahrzeug weist die folgenden, durch eine Kontextbearbeitungseinrichtung aufweisenden Schritte auf. Unter einer Kon- textbearbeitungseinrichtung wird ein Gerät oder eine Gerätekomponente verstanden, das/die zum Auswerten eines Umgebungssignals einer Erfas- sungseinrichtung eingerichtet ist, wobei das Umgebungssignal eine durch die Erfassungseinrichtung erfasste Umgebung des Kraftfahrzeugs beschreibt. Die Kontextbearbeitungseinrichtung kann hierzu beispielsweise zur Bildana- lyse und/oder zum Abrufen einer Information zu zum Beispiel einer geogra- phischen Position des Kraftfahrzeugs, beispielsweise über das Internet, eingerichtet sein. Weiterhin ist die Kontextbearbeitungseinrichtung zum Fest- steilen eines vorgegebenen, thematischen Kontexts eines Medieninhaltes der Ausgabedatei eingerichtet, beispielsweise durch eine Bildanalyse des Medieninhaltes, einer Textanalyse oder zum Auslesen einer entsprechenden Information zu dem Medieninhalt. Die Kontextbearbeitungseinrichtung ist weiterhin zum Ändern eines Medieninhaltes eingerichtet, also zum Generie- ren eines Bildes, einer Bilderserie und/oder einer virtuellen Realität. Flierzu kann die Kontextbearbeitungseinrichtung zum Beispiel einen entsprechen- den Algorithmus verwenden.
Als Erfassungseinrichtung wird ein Gerät oder eine Gerätekomponente ver- standen, das/die zum Erfassen der Umgebung eingerichtet und ausgestaltet ist, und hierzu beispielsweise einen Wettersensor und/oder einen Bewe- gungssensor und/oder eine Kamera umfassen kann. Alternativ oder zusätz- lich kann die Erfassungseinrichtung dazu eingerichtet sein, einen aktuellen Zustand des Kraftfahrzeugs festzustellen, und/oder Informationssignale aus einer kraftfahrzeugexternen Infrastruktur, zum Beispiel einer Verkehrsampel, zu empfangen.
Durch die Kontextbearbeitungseinrichtung erfolgt ein Empfangen eines Um- gebungssignals aus der Erfassungseinrichtung des Kraftfahrzeugs, wobei das empfangene Umgebungssignal eine von einer Bewegungsrichtung des Kraftfahrzeugs unabhängige Information zu einem Ereignis in einer Umge- bung des Kraftfahrzeugs beschreibt. Das empfangene Umgebungssignal beschreibt also zumindest teilweise das Ereignis.
Die Kontextbearbeitungseinrichtung führt ein Feststellen eines vorgegebenen thematischen Kontexts eines Medieninhaltes einer Ausgabedatei durch, wobei die Ausgabedatei diejenige Datei ist, die von der Ausgabevorrichtung ausgegeben wird oder ausgegeben werden soll. Die Ausgabedatei ist dabei vorzugsweise eine Datei zum Erzeugen einer virtuellen Realität. Der thema- tische Kontext, zum Beispiel ein virtuelles Computerspiel oder ein Film, kön- nen beispielsweise das Thema„Reise durch das Universum“ oder„Krimi“ haben. Unter einem Kontext kann dabei eine Flandlung des Medieninhaltes verstanden werden.
In Abhängigkeit von dem ermittelten thematischen Kontext des Medieninhalts folgt ein Ändern des vorgegebenen Medieninhaltes der Ausgabedatei dahin- gehend, dass eine durch den geänderten Medieninhalt die Information des Ereignisses in der Umgebung des Kraftfahrzeugs kontextbezogen berück- sichtigt. Erfasst die Erfassungseinrichtung beispielsweise ein anderes Kraft- fahrzeug, das zum Beispiel vor dem stehenden Kraftfahrzeug des Benutzers eine Kreuzung von rechts nach links queren kann, kann der vorgegebene
Medieninhalt dahingehend geändert werden, dass zum Beispiel ein Raum- schiff das Sichtfeld des Benutzers von rechts nach links quert. Mit anderen Worten erfolgt ein Ändern des vorgegebenen Medieninhaltes der Ausgabe- datei durch Erzeugen und/oder Ändern eines durch die Ausgabedatei be- schriebenen Bildsignals, wobei das erzeugte und/oder geänderte Bildsignal ein dem erfassten Ereignis der Umgebung im Sinne des Kontexts angepass- tes virtuelles Ereignis beschreibt. Mit anderen Worten kann das Ändern des Medieninhalts durch Erzeugen oder Ändern eines Bildsignals erfolgen, wobei das erzeugte oder geänderte Bildsignal das Ereignis der Umgebung des Kraftfahrzeugs als virtuelles Ereignis in dem festgestellten thematischen Kontext beschreiben kann. Mit anderen Worten kann die reale Umgebung als in Abhängigkeit von dem festgestellten thematischen Kontext abgeändertes Abbild in den Medieninhalt eingebunden werden; es kann also ein Objekt und/oder eine Eigenschaft des Objekts der Umgebung bildlich in Abhängig- keit von dem festgestellten thematischen Kontext abgeändert und eingebun- den werden.
Mit anderen Worten wird nicht eine virtuelle Realität erzeugt, in dem sich das Ego-Objekt so bewegt wie das Kraftfahrzeug, sondern die virtuelle Umwelt, vorzugsweise Objekte der virtuellen Umwelt, können an Eigenschaften, zum Beispiel Bewegungen, in der realen Umwelt des Kraftfahrzeugs, vorzugswei- se realen Objekten der Umwelt, angepasst oder der virtuellen Realität hinzu- gefügt werden.
Es erfolgt ein Übertragen der Ausgabedatei mit dem geänderten Medienin- halt an eine Anzeigeeinrichtung der Ausgabevorrichtung zum Ausgeben der Ausgabedatei. Unter einer Anzeigeeinrichtung wird dabei dasjenige Bauteil der Ausgabevorrichtung verstanden, das konkret mit dem Anzeigen der vir- tuellen Realität ausgestaltet ist, zum Beispiel als Bildschirm.
Es ergeben sich die oben genannten Vorteile.
Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Information zu dem Ereignis in der Umgebung eine aktuelle, die Umgebung
beschreibende Information sein, vorzugsweise eine Information zu einem aktuellen Wetter an einem aktuellen Standort des Kraftfahrzeugs. So können zum Beispiel reale Geräusche von Regenprasseln oder einem realen Schei- benwischergeräusch immersiv in die virtuelle Realität eingebunden werden, zum Beispiel als virtueller lonensturm, der auf das Ego-Objekt prasselt, oder zum Beispiel als virtuelle Person, die Fingerabdrücke auf einem Gegenstand wegwischt.
Vorzugsweise kann die Information zu dem Ereignis der Umgebung eine Eigenschaft eines realen Objekts in der Umgebung beschreiben, vorzugs- weise eine Eigenschaft eines Fahrzeuguntergrunds und/oder eine Informati- on zu einer Verkehrsampel. Damit können reale Objekte der Umgebung des Kraftfahrzeugs, die von außen auf das Kraftfahrzeug und/oder den Benutzer einwirken und bei dem Benutzer reale Sinneseindrücke hinterlassen, zum Beispiel ein Rumpeln des Kraftfahrzeugs bei einer Fahrt auf einer Kopfstein- pflasterstraße oder ein Stoppen des Kraftfahrzeugs an einer roten Ampel, immersiv eingebunden werden, zum Beispiel indem in der virtuellen Realität ein Raumschiff als Ego-Objekt von einem Meteoritenschauer geschüttelt wird, oder indem, während einer realen Rotphase, in der virtuellen Realität zum Beispiel ein eine Flugbahn des Ego-Raumschiffs kreuzender Meteori- tenschauer vorbeifliegt.
In einer Weiterbildung kann die Information eine Bewegung des realen Ob- jekts beschreiben, vorzugsweise eine Bewegungsrichtung und/oder eine Geschwindigkeit, mit der sich das reale Objekt bewegen kann. Flierdurch wird ein Erlebnis der virtuellen Realität noch immersiver, das heißt noch authentischer.
Beschreibt die Information eine geographische Position des realen Objekts, können zum Beispiel Standortinformationen zu zum Beispiel einer Land- schaft, in der sich das Kraftfahrzeug befindet, in die virtuelle Realität mitein- gebunden werden. Auch hierdurch würde das Erlebnis sehr viel authenti- scher, es wird also eine Immersion erhöht und verbessert.
Die oben gestellte Aufgabe wird gelöst durch eine Kontextbearbeitungsein- richtung, die dazu eingerichtet ist, ein Verfahren nach einer der oben be- schriebenen Ausführungsformen durchzuführen. Die Kontextbearbeitungs- einrichtung kann zum Beispiel als Steuergerät oder Steuerplatine ausgestal- tet sein. Vorzugsweise kann die Kontextbearbeitungseinrichtung eine Pro- zessoreinrichtung aufweisen, also ein Bauteil oder eine Gerätekomponente zur elektronischen Datenverarbeitung. Die optionale Prozessoreinrichtung kann vorzugsweise mindestens einen Mikrocontroller und/oder mindestens einen Mikroprozessor aufweisen. In einem Datenspeicher, zum Beispiel einem Datenspeicher der Kontextbearbeitungseinrichtung oder der Prozes- soreinrichtung, kann optional ein Programmcode gespeichert sein, der, bei Ausführen durch die Prozessoreinrichtung, die Kontextbearbeitungseinrich- tung dazu veranlassen kann, die oben beschriebenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens durchzuführen. Es ergeben sich jeweils die oben beschriebenen Vorteile.
Die oben gestellte Aufgabe wird gelöst durch ein Kraftfahrzeug, das vor- zugsweise als Kraftwagen ausgestaltet sein kann, zum Beispiel als Perso- nenkraftwagen. Das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug weist eine Ausfüh- rungsform der erfindungsgemäßen Kontextbearbeitungseinrichtung auf. Auch hier ergeben sich die bereits genannten Vorteile.
Die oben gestellte Aufgabe wird gelöst durch eine mobile, tragbare Ausga- bevorrichtung, die eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kon- textbearbeitungseinrichtung aufweist. Unter dem Begriff „mobil“ wird dabei verstanden, dass die Ausgabevorrichtung tragbar und ohne Kopplung an das Kraftfahrzeug betrieben werden kann. Es ergeben sich die bereits genannten Vorteile. Die mobile Ausgabevorrichtung ist dabei vorzugsweise eine am Kopf tragbare Ausgabevorrichtung, und kann besonders bevorzugt als VR- Datenbrille ausgestaltet sein, alternativ zum Beispiel als Smartphone.
Die Erfindung umfasst auch die Kombinationen der Merkmale der beschrie- benen Ausführungsformen.
Im Folgenden sind Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt die einzige Figur („Fig.“) eine schematische Darstellung zu einer Aus- führungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens und den erfindungsgemä- ßen Vorrichtungen.
Bei den im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispielen handelt es sich um bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung. Bei den Ausführungsbeispie- len stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsformen jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden. Daher soll die Offenbarung auch andere als die dargestellten Kombinationen der Merkmale der Ausführungsformen umfassen. Des Weiteren sind die beschriebenen Ausführungsformen auch durch weitere der bereits beschrie- benen Merkmale der Erfindung ergänzbar.
In der Figur bezeichnen gleiche Bezugszeichen jeweils funktionsgleiche Elemente.
Die Fig. veranschaulicht schematisch das Prinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand eines ersten Ausführungsbeispiels. In dem Ausführungs- beispiel der Fig. ist eine kraftfahrzeugeigene Erfassungseinrichtung 10 ge- zeigt, während eine Kontextbearbeitungseinrichtung 12 eine Komponente der Ausgabevorrichtung 14 sein kann. Die Ausgabevorrichtung 14 kann dabei vorzugsweise als Datenbrille zum Erzeugen einer virtuellen Realität, also als sogenannte VR-Brille, ausgestaltet sein. Alternativ kann die Kon- textbearbeitungseinrichtung 12 eine Komponente des Kraftfahrzeugs 16 sein. Das Kraftfahrzeug 16 kann zum Beispiel als Personenkraftwagen aus- gestaltet sein. Die Fig. zeigt ein optionales Speichermedium 22, ein dem Fachmann bekannter Datenspeicher, das beispielhaft ein Speicher für die Kontextbearbeitungseinrichtung 12 sein kann. Auf dem Speichermedium 22 kann zum Beispiel ein Programmcode zum Durchführen des erfindungsge- mäßen Verfahrens abgelegt sein, und/oder eine oder mehrere Ausgabeda- teien, die eine virtuelle Realität mit einem Medieninhalt beschreiben können, zum Beispiel ein Computerspiel oder einen Film.
In der Fig. sind die einzelnen Komponenten durch Datenkommunikationsver- bindungen miteinander verbunden, die entweder als drahtlose oder als drahtgebundene Datenkommunikationsverbindungen ausgestaltet sein kön- nen. Eine beispielhafte drahtlose Datenkommunikationsverbindung ist dabei zum Beispiel eine WLAN-Verbindung oder eine Bluetooth-Verbindung, und eine beispielhafte drahtgebundene Datenkommunikationsverbindung kann zum Beispiel ein Datenbus des Kraftfahrzeugs 16 sein, oder ein Kabel. In der Fig. sind dabei die Datenkommunikationsverbindungen als schwarze Verbin- dungslinien dargestellt.
Die Erfassungseinrichtung 10 des Kraftfahrzeugs 16 kann beispielsweise einen oder mehrere Sensoren umfassen, also als Gerät oder Gerätekompo- nente zum Erfassen beispielsweise einer physikalischen, chemischen oder optischen wahrnehmbaren Eigenschaft der Umgebung ausgestaltet sein. In dem beispielhaften Kraftfahrzeug 16 der Fig. ist hierzu ein beispielhafter Sensor 24 auf einem Dach des Kraftfahrzeugs 16 gezeigt, der zum Beispiel als Kamera ausgestaltet sein kann. Ein weiterer beispielhafter Sensor 24 an zum Beispiel einer Kraftfahrzeugfront des Kraftfahrzeugs 16 kann als Wet- tersensor und/oder Temperatursensor ausgestaltet sein. Sensoren 24 zum Erfassen einer Bewegung eines von dem Kraftfahrzeug 16 unterschiedli- chen, realen Objekts 18, zum Beispiel eines anderen Kraftfahrzeugs, oder zum Beispiel zum Erfassen eines Signals aus einer Verkehrsampel 19, das zum Beispiel eine Dauer einer Rotphase beschreiben kann, können als dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannten Sensoren 24 ausgestaltet sein.
Die Erfassungseinrichtung 10 kann zum Erfassen eines Ampelsignals zum Beispiel eine Kommunikationseinheit 26 aufweisen, also ein Bauteil oder eine Gerätekomponente zum Empfangen von Signalen, optional auch zum Senden von Signalen. Die Kommunikationseinheit 26 kann von der Ampel 19, alternativ zum Beispiel von einer kraftfahrzeugexternen Servereinrichtung (in der Fig. nicht gezeigt) oder einem Satelliten über zum Beispiel eine Funk- verbindung 21 ein Signal empfangen, das die Rotphase beschreiben kann.
Alternativ oder zusätzlich kann die Kommunikationseinheit 26 zum Beispiel zum Empfangen von Ortungssignalen ausgestaltet sein und dann als Navi- gationselement bezeichnet werden. Solche Ortungssignale können zum Beispiel GPS-Signale oder GLONASS-Signale sein und vorzugsweise die Koordinaten eines aktuellen Standorts des Kraftfahrzeugs 16 beschreiben.
Zum Erfassen einer zugehörigen Umgebungsinformation zu dem aktuellen Standort kann zum Beispiel über eine Internet- oder Mobilfunkverbindung zu einem kraftfahrzeugexternen Datenserver (in der Fig. nicht gezeigt) eine entsprechende Information abgefragt werden, zum Beispiel eine Information darüber, ob sich das Kraftfahrzeug 16 gerade in einem Stadtgebiet befindet, oder in einer besonderen Landschaft.
Die Kontextbearbeitungseinrichtung 12 kann beispielsweise jeweils als Schaltkreis oder Steuerplatine ausgestaltet sein und optional eine Prozesso- reinrichtung 28 aufweisen.
Ist die Erfassungseinrichtung 10 optional zusätzlich dazu eingerichtet, eine Bewegungsgeschwindigkeit des realen Objekts 18 der Umgebung festzustel- len, kann dies beispielsweise durch das optionale Navigationselement erfol- gen.
In dem Beispiel der Fig. kann ein Benutzer des Kraftfahrzeugs 16, zum Bei- spiel ein Beifahrer oder, fährt das Kraftfahrzeug 16 einen pilotierten, also vollautonomen Fahrmodus, ein beliebiger Passagier, die Ausgabevorrichtung 14 aufgesetzt haben. In einem ersten Verfahrensschritt S1 ist das optionale Bereitstellen der Information zu einem Ereignis in der Umgebung dargestellt. Das Ereignis kann dabei die beispielhafte Rotphase der Ampel 19 sein, oder zum Beispiel das andere Kraftfahrzeug, das einen Weg des Kraftfahrzeugs 16 des Benutzers der Ausgabevorrichtung 14 kreuzen kann. Zusätzlich oder alternativ kann als Ereignis zum Beispiel ein aktuelles Regenwetter erfasst werden (S1 ).
Die beispielhafte Kamera kann zum Beispiel ein Kamerabild von dem Kraft- fahrzeug an die Erfassungseinrichtung 10 übertragen. Alternativ hierzu kann die Erfassungseinrichtung 10 zum Beispiel über eine Kraftfahrzeug-zu- Kraftfahrzeug-Kommunikation ein Funksignal des anderen Kraftfahrzeugs empfangen, das zum Beispiel eine Bewegungsrichtung und eine Bewe- gungsgeschwindigkeit des anderen Kraftfahrzeugs beschreiben kann. Diese Informationen können als Umgebungssignal - oder in getrennten Umge- bungssignalen - an die Kontextbearbeitungseinrichtung 12 übertragen wer- den. Analog hierzu kann ein entsprechendes Umgebungssignal das Regen- wetter beschreiben. Ein weiteres, optionales Umgebungssignal kann zum Beispiel eine anhand einer Standortinformation ermittelte Information sein, wobei das Umgebungssignal ein Kopfsteinpflaster als Untergrund des Kraft- fahrzeugs 16 beschreiben kann.
Die Kontextbearbeitungseinrichtung 12 kann beispielweise zur Bildanalyse und/oder Bildbearbeitung eingerichtet sein. Anhand des Umgebungssignals, das das Kamerabild beschreiben kann, kann die Kontextbearbeitungseinrich- tung 12 zum Beispiel die Konturen des anderen Kraftfahrzeugs erkennen.
Die beispielhafte Ausgabedatei kann zum Beispiel ein Computerspiel in einer Science-Fiction-Welt sein. Beispielsweise durch eine Datenbankabfrage bei einem kraftfahrzeugexternen Datenserver oder durch zum Beispiel einer entsprechenden Information der Ausgabedatei, die durch einen Fiersteller der Ausgabedatei bereitgestellt werden kann, kann die Kontextbearbeitungs- einrichtung 12 den thematischen Kontext der Ausgabedatei abfragen und damit feststellen (S2).
Die Ausgabedatei kann zum Beispiel eine vorgegebene Flandlung als Medi- eninhalt vorgeben. Die Kontextbearbeitungseinrichtung 12 kann zum Beispiel feststellen (S3), dass in einer aktuellen Sequenz des Computerspiels ein Ego-Objekt in seiner Perspektive durch das Universum fliegt. Das Ereignis der aktuellen Rotphase mit zum Beispiel einer Dauer von drei Minuten kann dann zum Beispiel derart berücksichtigt werden, dass die Kontextbearbei- tungseinrichtung 12 zum Ändern des vorgegebenen Medieninhalts (S4) ein
durch die Ausgabedatei beschriebenes Bildsignal derart ändert - oder ein neues Bildsignal erzeugt - das ein Unterbrechen einer Flugbewegung einer virtuellen Umgebung des Medieninhaltes für drei Minuten beschreiben kann. Zusätzlich oder alternativ kann das andere Kraftfahrzeug berücksichtigt wer- den, indem zum Beispiel das erzeugte oder geänderte Bildsignal in dem geänderten Medieninhalt ein virtuelles Objekt beschreiben kann, das zum Beispiel auf einem Bildschirm der Ausgabevorrichtung 14 das Sichtfeld des Benutzers von links nach rechts kreuzen kann, vorzugsweise mit einer Ge- schwindigkeit des realen Objekts 18, oder mit einer Geschwindigkeit, die ein Vorbeiziehen des virtuellen Objekts von links nach rechts auf dem Bildschirm für eine Dauer von drei Minuten beanspruchen kann.
Die optionale Information zu einem aktuellen Regenwetter kann zum Beispiel bei dem Ändern des vorgegebenen Medieninhalts berücksichtigt werden (S4), indem das durch die Ausgabedatei beschriebene virtuelle Bild einen Meteoritenschauer oder Inonensturm beschreiben kann. Eine beispielhafte Information über ein reales Kopfsteinpflaster kann zum Beispiel berücksich- tigt werden, indem der geänderte Medieninhalt ein Bild beschreiben kann, in dem die virtuelle Umgebung der Ausgabedatei während der Fahrt des realen Kraftfahrzeugs 16 einen Meteoritenschauer rund um das Ego-Objekt be- schreiben kann. In Kombination mit dem real wahrgenommenen Rütteln des Kraftfahrzeugs 16 entsteht so für den Benutzer ein besonders intensives immersives Erlebnis.
Zum Ausgeben der Ausgabedatei und dabei zum Anzeigen des geänderten Medieninhaltes wird die geänderte Ausgabedatei an eine Anzeigeeinrichtung (in der Fig. nicht gezeigt) von der Ausgabevorrichtung 14 übertragen (S5), beispielsweise an einen Bildschirm.
Ist der Medieninhalt eine Computeranimation oder Bilderserie, so kann der Medieninhalt mit dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannten Techniken geändert werden (S4).
Alternativ können zum Beispiel vorprogrammierte Sequenzen in dem Spei- chermedium 22 abgelegt sein, die zum Beispiel situationsspezifisch abgeru- fen und in den Medieninhalt eingebaut werden können. So kann beispiels weise eine derart gescriptete, also vorgegebene, Sequenz verwendet wer- den, falls zum Beispiel aus dem Navigationselement eine Information bereit- gestellt werden kann, dass der Benutzer mit dem Kraftfahrzeug 16 gerade von München nach Regensburg fährt. Aus der Information kann abgeleitet werden, dass die Fahrt zum Beispiel 1 ,5 Stunden dauern kann. In der Aus- gabedatei kann zum Beispiel an einer oder mehreren Stellen ein Slot einge- baut sein, beispielsweise mit einer Dauer von 10 Sekunden, um das bei- spielhafte Raumschiff analog zu dem anderen Kraftfahrzeug von links nach rechts vorbeifliegen zu lassen. Die Ausgabedatei kann beispielsweise eine digitale Liste umfassen, in der zum Beispiel für eine Dauer von 10 Sekunden oder von zum Beispiel drei Minuten vorgegeben sein kann, welche vorgege- benen Sequenzen in den Medieninhalt eingefügt werden können.
Insgesamt veranschaulichen die Beispiele, wie durch die Erfindung die Nut- zung von Fahrzeugumgebungsinformationen für eine Incar-VR verwendet werden können. Hierzu werden weitere Umfelddaten des Kraftfahrzeugs 16 miteinbezogen.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel können zum Beispiel die fol genden Informationen genutzt werden:
- Online-Ampelinformationen, zum Beispiel eine Information darüber, wie lange für den Benutzer/das Kraftfahrzeug 16 eine zugehörige Am- pel 19 noch rot und/oder grün sein kann; diese Information kann in der virtuellen Realität genutzt werden, um zum Beispiel Stand und/oder Wartephasen eines virtuellen Ego-Objekts des Medieninhalts einen Kontext zu geben. Hierzu können zum Beispiel gescriptete Sequen- zen und/oder Ereignisse erzeugt werden, die zum Beispiel sowohl in Bezug auf den Ort, zum Beispiel einen Ort der Ampel 19, als auch ei- ne Zeit, zum Beispiel einer Länge der Rotphase als Dauer des Events, synchronisiert werden können. Im beispielhaften Kontext eines Welt-
raumspiels kann zum Beispiel ein Vorbeiflug eines großen Raum- schiffs dargestellt werden, der exakt eine Länge einer Rotphase an- dauern kann; und/oder
- Lokale Wetterinformationen, zum Beispiel Wettereindrücke (zum Bei- spiel Regen, Donner) können durch den Benutzer der Ausgabevor- richtung 14 weiterhin wahrgenommen werden, obwohl sich der Benut- zer in einer virtuellen Welt befindet. Der Grund hierfür ist, dass die Ge- räusche weiterhin wahrgenommen werden. Zum Beispiel mittels Da- ten einer Regensensorik und/oder online Wetterinformationen kann die Information in die virtuelle Realität aufgegriffen und verarbeitet werden. Zum Beispiel kann ein Regen in Realität als lonensturm in ei- ner virtuellen Weltraumwelt aufgegriffen werden, oder ein Regen in Realität kann zum Beispiel als Fliegen durch einen Partikelscharm in der virtuellen Realität aufgegriffen werden; und/oder
- Nutzung von Daten über zum Beispiel einen Fahrzeuguntergrund; ei- ne weitere Information, welche von dem Benutzer der virtuellen Reali- tät wahrgenommen werden kann, ist ein aktueller Fahrbahnuntergrund (zum Beispiel Kopfsteinpflaster, Waldweg, Schotter, normaler Asphalt, Geschwindigkeitsschwellen, sogenannte „Speed Bumps“, Schlaglö- eher). Diese verschiedenen Untergründe verursachen verschiedene haptische Fahrerlebnisse und können in der virtuellen Realität reprä- sentiert werden. Zum Beispiel kann ein reales Schlagloch als Ein- schlag einer Rakete in der virtuellen Umgebung aufgenommen wer- den. Kopfsteinpflaster der realen Umgebung des Kraftfahrzeugs 16 kann zum Beispiel in der virtuellen Umgebung als Feld mit einer Er- schütterung aufgegriffen werden, zum Beispiel einem Flug durch ein Blätterdach von Bäumen.
In einer beispielhaften technischen Umsetzung kann das System und/oder das Verfahren folgendermaßen umgesetzt werden:
- Streamen von dazugehörigen Fahrzeugdaten (zum Beispiel Regen- sensor, Ampelinformationen, Schlaglocherkennung) an zum Beispiel eine als VR-Brille ausgestaltete Ausgabevorrichtung 14; und/oder
- Bei beispielsweise mobiler VR-Brille über genutzte Fahrzeugschnitt- steile zum Beispiel Bluetooth und/oder WiFi; und/oder
- Es kann unterschieden werden zwischen zum Beispiel generell aktuel- len Informationen (zum Beispiel Regeninformationen, Helligkeitsinfor- mationen), welche spontan übermittelt werden können; und/oder orts- gebundenen Informationen (zum Beispiel Ampelinformationen, Fahr- zeuguntergrund, Schlaglöcher), welche vorzugsweise zusammen mit einer Ortsinformation (latitude, longitude, altitude) übermittelt werden können; und/oder
- Einige der Daten (zum Beispiel Informationen über Schlaglöcher) kön- nen mittels Schwarmdaten ermittelt werden, daher kann auch eine Schnittstelle zu einem Backend über das Mobilfunknetz eingesetzt werden.