Beschreibung
D-Xylose-Dehydrogenase aus coryneformen Bakterien
und Verfahren zur Herstellung von D-Xylonat
Die vorliegende Erfindung betrifft eine D-Xylose-Dehydrogenase aus coryneformen Bakterien, für sie kodierende Nukleinsäuresequenzen, entsprechende lebende Organismen, bevorzugt coryneforme Bakterien, enthaltend eine D-Xylose-Dehydrogenase mit gesteigerter Expression und/oder Aktivität der D-Xylose-Dehydrogenase sowie entsprechende Verwendungen. Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von D- Xylonat mit einer D-Xylose-Dehydrogenase aus coryneformen Bakterien.
D-Xylonsäure (C5H10O6) ist eine organische Säure, die als Vorstufe für Polyamide, Polyester und 1 ,2,4-butantriol dienen kann (Toivari et al. 2012;https://doi.org/10.1007/s00253-012- 4288-5) und weist somit ein breites Anwendungspotenzial in der pharmazeutischen Industrie, der Lebensmittelindustrie und in der chemischen Industrie auf.
D-Xylonat, das Salz der D-Xylonsäure, zählt zu den Top 30 der potenziell hochwertigen, auf nachwachsenden Rohstoffen der 2. Generation basierenden, Plattform-Chemikalien (Werpy et al. 2004; http://www.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/u2/a436528.pdf). D-Xylonat hat das Potential D- Gluconat (CeH O?) zu ersetzen, welches einen globalen Markt von 100 kt/Jahr besitzt.
D-Xylonat wird natürlicherweise in einigen Bakterien über eine zweistufige Reaktion gebildet. In der ersten Reaktion wird D-Xylose zu D-Xylonolacton oxidiert, wobei hier je nach Organismus spezifische Dehydrogenasen katalytisch aktiv sind. Das D-Xylonolacton kann anschließend entweder durch spezifische Lactonasen oder spontan (ohne Enzymkatalysator) zum D-Xylonat umgewandelt werden. Zum Beispiel für die Spezies Gluconobacter oxydans und Pseudomonas fragi werden hohe Produkttiter an D-Xylonat berichtet (Toivari et al., 2012; https://doi.org/10.1007/s00253-012-4288-5; Buchert et al. 1988,https://doi.org/10.1007/BF01028079).
Darüber hinaus wurden alternative D-Xylonat-Produktionsstämme (z. B. Hefe der Spezies Saccharomyces cerevisiae, Bakterien der Spezies Escherichia coli und Pilze der Spezies Aspergillus niger) durch eine heterologe Expression von D-Xylose-Dehydrogenasen, z. B. aus Caulobacter crescentus, erzeugt (Toivari et al., 2012https://doi.org/10.1007/s00253-012- 4288-5; Liu et al. 2012; https://doi.Org/10.1016/j.biortech.2011.08.065; US Patent 2012/0005788 A1).
Neben der mikrobiellen Produktion kann D-Xylonat elektrochemisch (Jokic et al. 1991 ; https://doi.org/10.1007/BF01020216), enzymatisch (Pezzotti & Therisod 2006; https://doi.Org/10.1016/j.carres.2006.05.023) oder durch chemische Oxidation (Isbell & Hud- son 1932; Isbell HS, Hudson CS (1932) The course of the oxidation of the aldose sugars by bromine water. Bur Standards J Res 8:327-338; https://archive. org/details/courseofoxidatio83327isbe) hergestellt werden.
Es ist bekannt, dass D-Xylonat durch Fermentation von Stämmen coryneformer Bakterien, insbesondere Corynebacterium glutamicum, hergestellt werden kann (Yim et al. 2017; https://doi.org/10.1002/biot.201700040, Choi et al 2018; https://doi.org/10.1007/s00253-017- 8653-2). Die Oxidation von D-Xylose zu D-Xylonat wird hierbei durch heterologe Expression der Xylose-Dehydrogenase von Caulobacter crescentus vermittelt. Allerdings ist die Expression heterologer Systeme mit Blick auf die Anwendung in der Pharma- bzw. Lebensmittelindustrie nachteilig und unerwünscht. Denn alle bislang bekannten Produktionsstämme mit einer D-Xylonat-Synthesekapazität, wie z. B. Gluconobacter oxydans, benötigen komplexe Medien für ihr Wachstum, wodurch die Kultivierung deutlich aufwendiger, teurer und damit unwirtschaftlicher wird.
Bei Untersuchungen zur Substratoptimierung im Zuge der mikrobiellen Produktion von Aminosäuren (wiez. B. L-Lysin und L-Glutamat) sowie anderen Vorstufen der industriellen Biotechnologie mit coryneformen Bakterien, wurde die Fähigkeit der Aufnahme natürlicherweise nicht-metabolisierter Substrate, wie D-Xylose, untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass der myo-lnositol/Proton-Symporter (IoIT 1 ) zur Aufnahme von D-Xylose in Corynebacterium glutamicum beiträgt (Brüsseler et al., 2018; https://doi.Org/10.1016/j.biortech.2017.10.098). Allerdings wird die D-Xylose von coryneformen Bakterien natürlicherweise nicht verstoffwechselt und akkumuliert daher im Medium.
Die WO 2017/220059 A1 offenbart, dass die Inaktivierung bzw. Deletion des iolR-Genes kodierend für das Regulatorprotein loIR auf definiertem Medium mit D-Glucose und D-Xylose als Kohlenstoff- und Energiequellen die Bildung von D-Xylonat bewirkt.
Das für den Regulator loIR kodierende Gen cg0196 ist im Zusammenhang mit der Produktion der Aminosäure L-Lysin in Klaffl et al. (2013; https://doi.org/10.1128/JB.00265-13) beschrieben. Die Deletion von ioIR führt zur Expression des myo-lnositol-Genclusters sowie weiterer, schätzungsweise 22 Gene mit bisher unbekannter bzw. nicht eindeutig annotierter Funktion (Klaffl et al., 2013). Negative physiologische Effekte als Konsequenz der Deregulation dieser ca. 22 Gene sind nicht auszuschließen. Daher repräsentiert ein
Bakterienstamm alleine mit einer solchen iolR-Deletion keine brauchbare Plattform für einen industriell interessanten Produktionsstamm, der genetisch eindeutig definiert sein sollte.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, von einer heterologen Genexpression zur mik- robiellen Herstellung von D-Xylonat in coryneformen Bakterien unabhängig zu sein bzw. die- se zu vermeiden. Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, derartige Eingriffe in den Stoffwechsel coryneformer Bakterien zu vermeiden, die weitreichend Undefinierte physiologische Auswirkungen haben können, wie es zum Beispiel der Fall ist, wenn ein oder mehrere zentral agierende Regulatoren (wie z. B. des Regulatorproteins loIR) ausgeschaltet sind, die Einfluss auf eine Vielzahl von Genen oder Proteinen in einer Zelle ausüben. Somit ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Bereitstellung eines homologen Sys- tems und eines oder mehrerer homologer Strukturelemente, die eine mikrobielle Herstellung von D-Xylonat mit coryneformen Bakterien ermöglichen und gleichzeitig bekannte Nachteile überwinden. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur mik- robiellen Herstellung von D-Xylonat in coryneformen Bakterien bereitzustellen, bei dem die bekannten Nachteile überwunden werden.
Diese Aufgaben werden durch die vorliegende Erfindung, wie nachfolgend ausgeführt, in vorteilhafter Weise gelöst. Es folgt zunächst die kurze Beschreibung der vorliegenden Erfindung, ohne dass der Ge- genstand der Erfindung dadurch limitiert wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Proteins mit der Aktivität einer D-Xylose-Dehydrogenase aus coryneformen Bakterien. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung dieser erfindungsgemäßen D- Xylose-Dehydrogenase zur Herstellung von D-Xylonat. In einer Variante der vorliegenden Erfindung erfolgt die Herstellung von D-Xylonat in einem homologen System, bevorzugt in coryneformen Bakterien.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine coryneforme Bakterienzelle zur Herstellung von D-Xylonat, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine gesteigerte Expression und/oder erhöhte Aktivität einer erfindungsgemäßen homologen D-Xylose-Dehydrogenase aufweist.
Bevorzugt ist eine corynforme Bakterienzelle ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Cory- nebacterium und Brevibacterium.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine Nukleinsäuresequenz, die für eine erfindungsgemäße D-Xylonat-Dehydrogenase aus einer coryneformen Bakterienzelle kodiert.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine coryneforme Bakterienzelle bei der eine erhöhte Expression der erfindungsgemäß kodierenden Nukleinsäuresequenz vorliegt. Die vorliegende Erfindung umfasst auch eine coryneforme Bakterienzelle mit zuvor genannten Eigenschaften, die nicht-rekombinant verändert ist und somit ein nicht-genetisch verändertes System (non-GVO) zur Herstellung von D-Xylonat darstellt.
Erfindungsgemäß umfasst sind somit corynforme Bakterienzellen, die ein homologes System zur D-Xylonat-Herstellung darstellen und bei denen eine lolR-vermittelte Deregulation der D- Xylose-Dehydrogenase vorliegt, ohne die Expression und/ oder Aktivität des Regulatorproteins loLR selbst zu verändern. Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind somit auch eine corynforme Bakterienzelle, die sich dadurch auszeichnet, dass die Funktionalität einer oder mehrerer operativ-verknüpfter lolR-Bindestellen im regulatorischen, nicht-kodierenden Bereich der Nukleinsäuresequenz kodierend für die D-Xylose- Dehydrogenase vermindert oder ausgeschaltet ist oder eine oder mehrere lolR-Bindestellen teilweise oder komplett deletiert sind. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Verfahren zur mikrobiellen Herstellung von D-Xylonat, bevorzugtmit coryneformen Bakterien, enthaltend die Schritte: a) Bereitstellen einer Lösung enthaltend Wasser und eine C5-Kohlenstoff-Quelle, b) mikrobielle Umsetzung der C5-Kohlenstoffquelle in einer Lösung gemäß Schritt a) zu D- Xylonat in Anwesenheit einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle, in der die Expression einer Nukleinsäuresequenz kodierend für eine homologe D-Xylose-
Dehydrogenase verstärkt ist und/oder in der die Aktivität einer homologen D-Xylose- Dehydrogenase gesteigert ist, und bei dem c) optional die Isolierung und/oder Aufbereitung von D-Xylonat aus der Lösung erfolgt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Verfahren, bei dem die mikrobielle Umsetzung zu D-Xylonat in einer Lösung erfolgt, enthaltend Wasser und eine C5-
Kohlenstoff-Quelle ausgewählt aus der Gruppe enthaltend: a) Oligosaccharide oder Polysaccharide, enthaltend D-Xylose-Einheiten,
b) D-Xylose, bevorzugt in einer Konzentration von wenigstens 10 g L 1, c) Lignocellulose-, Cellulose-, oder Hemicellulose-haltige Biomasse, deren Hydrolysat oder daraus gewonnener Extrakt enthaltend D-Xylose-Einheiten, und d) eine Kombination von a) bis c). In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als C5-Kohlenstoff- quelle Bagasse, bevorzugt Rohrzucker-Bagasse, deren Hydrolysat oder daraus gewonnener Extrakt enthaltend D-Xylose-Einheiten eingesetzt.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen D-Xylose- Dehydrogenase aus coryneformen Bakterien, einer erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz kodierend für eine solche D-Xylose-Dehydrogenase sowie erfindungsgemäße coryneforme Bakteriezellen, zur Herstellung von D-Xylonat, bevorzugt mit coryneformen Bakterienzellen. Neben der D-Xylonat-Herstellung in einem homologen System (corynforme Bakterien) ist erfindungsgemäß ebenso die D-Xylonat-Herstellung mittels der erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase in einem heterologen System umfasst.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung von D-Xylonat, hergestellt mit einer erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase, einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle oder nach einem erfindungsgemäßen Verfahren oder einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung, zur Herstellung von Pharmazeutika, Lebensmitteln, Futtermitteln, Lösungsmitteln, Färbemitteln und/oder Komponenten der Baustoff-Industrie, bevorzugt Zement oder Beton.
Nachfolgend wird der Gegenstand der Erfindung durch Beispiele und anhand von Figuren näher erläutert, ohne dass der Gegenstand der Erfindung dadurch limitiert wird. Der Beschreibung der Ausführungsbeispiele sind einige Definitionen vorangestellt, die für das Verständnis der vorliegenden Erfindung wichtig sind.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer D-Xylose-Dehydrogenase isoliert aus coryneformen Bakterien und einer Nukleinsäuresequenz kodierend für ein sol- ches Protein aus coryneformen Bakterien.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine D-Xylose-Dehydrogenase, bei der die Aminosäurese-
quenz wenigstens 70% Identität zu der Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 2 oder Fragmenten davon aufweist.
Erfindungsgemäß umfasst sind auch Proteine kodierend für eine Aminosäuresequenz mit wenigstens 75 oder 80%, bevorzugt wenigstens 81 , 82, 83, 84, 85 oder 86% Identität, be- sonders bevorzugt 87, 88, 89, 90 % Identität, ganz besonders bevorzugt wenigstens 91 , 92, 93, 94, 95 % Identität oder höchst bevorzugt 96, 97, 98, 99 oder 100% Identität zu der Ami- nosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 2 oder Fragmenten davon. Im Weiteren betrifft die vor- liegende Erfindung eine D-Xylose-Dehydrogenase enthaltend eine Aminosäuresequenz ge- mäß SEQ ID NO. 2 oder Fragmente davon. Gegenstand der Erfindung ist auch eine D-Xylose-Dehydrogenase kodiert durch eine Nukleinsäuresequenz enthaltend wenigstens 70% Identität zu der Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 1 oder Fragmente oder Allele davon. Erfindungsgemäß umfasst sind auch Nukleinsäuresequenzen, welche wenigstens eine 75% oder 80%, bevorzugt wenigstens 81 , 82, 83, 84, 85 oder 86% Identität, besonders bevorzugt 87, 88, 89, 90 % Identität, ganz besonders bevorzugt wenigstens 91 , 92, 93, 94, 95 % Identität oder höchst bevorzugt 96, 97, 98, 99 oder 100%ldentität zu der Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 1 oder Fragmenten oder Allele davon aufweist. Im Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine D-Xylose-Dehydrogenase kodiert durch eine Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 1 oder Fragmente oder Allele davon. In einer weiteren Variante der vorliegenden Erfindung wird das erfindungsgemäße Protein oder die erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz aus coryneformen Bakterien isoliert, ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Corynebacterium und Brevibacterium, insbesondere Corynebacterium glutamicum, Corynebacterium acetoglutamicum, Corynebacterium thermoaminogenes, Brevibacterium flavum, Brevibacterium lactofermentum oder Brevibacterium divaricatum.
In einer bevorzugten Variante der vorliegenden Erfindung wird das erfindungsgemäße Pro- tein oder die erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz aus coryneformen Bakterien isoliert, ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Corynebacterium glutamicum ATCC13032, Corynebacterium acetoglutamicum ATCC15806, Corynebacterium acetoacidophilum ATCC13870, Corynebacterium thermoaminogenes FERM BP-1539, Brevibacterium flavum ATCC14067,
Brevibacterium lactofermentum ATCC13869, Brevibacterium divaricatum ATCC14020.
Erfindungsgemäß wird ein Protein aus corynformen Bakterien bereitgestellt, mit dem die Herstellung von D-Xylonat aus D-Xylose in corynformen Bakterien, also in einem homologen System, erstmals ermöglicht wird. Im Gegensatz zu der beschriebenen Annotation als
lnositol-2-Dehydrogenase (lolG EC 1.1.1.18, kodiert durch iolG; Klaffl et al, 2013; https://doi.org/10.1128/JB.00265-13) weist die erfindungsgemäße D-Xylose-
Dehydrogenasebemerkenswerter Weise keine lnositol-2-Deyhdrogenase-Aktivität auf. Unerwartet weist die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase, mit der erfindungsgemäß die Herstellung von D-Xylonat aus D-Xylose in corynformen Bakterien ermöglicht wird, zudem keine Signifikate Homologie zu anderen bekannten D-Xylose-Dehydrogenasen, wie beispielsweise xylB aus Caulobacter crescentus, auf. Ein Protein mit der Struktur und der spezifischen Funktion der erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase aus corynformen Bakterien ist bislang nicht bekannt. Entgegen dem allgemeinen Fachwissen zu strukturellen und funktionellen Eigenschaften von iolG/lolG ist es der vorliegenden Erfindung zu verdanken, dass eine konkrete homologe Zielsequenz (homologes "target") aus coryneformen Bakterien zur Produktion von D-Xylonat aus D-Xylose in coryneformen Bakterien (somit in einem homologen System) identifiziert und bereitgestellt wird. Durch die Isolierung und Bereitstellung von einer erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz, kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase, werden somit ein oder mehrere neue Strukturelemente und Variationen davon verfügbar gemacht, mit deren Hilfe, bevorzugt in corynformen Bakterien als homologem System, aus D-Xylose D-Xylonat hergestellt werden kann. Erfindungsgemäß erfolgt die D-Xylonat-Herstellung in-vitro, bevorzugt enzmyatisch mit einer isolierten erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase, oder im lebenden Organismus, bevorzugt mikrobiell in Bakterien, Hefen oder Pilzen. Besonders bevorzugt erfolgt die D-Xylonat-Herstellung in coryneformen Bakterien oder Organismen der Gattung Saccharomyces oder Aspergillus. Die vorliegende Erfindung stellt in einer Variante erstmals ein homologes System zur Herstellung von D-Xylonat mit coryneformen Bakterien zur Verfügung.
Durch die Isolierung und Bereitstellung von einer erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz, kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase, werden somit ein oder mehrere neue Strukturelemente verfügbar gemacht, mit deren Hilfe aus D-Xylose D-Xylonat hergestellt werden kann. Erfindungsgemäß erfolgt die D-Xylonat-Herstellung in-vitro, bevor- zugt enzmyatisch mit einer isolierten erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase, oder im lebenden Organismus, bevorzugt mikrobiell in Bakterien, Hefen oder Pilzen. Besonders be- vorzugt erfolgt die D-Xylonat-Herstellung in coryneformen Bakterien oder Organismen der Gattung Saccharomyces oder Aspergillus. Die vorliegende Erfindung zeigt ferner eindeutig, dass sich durch erfindungsgemäß minimale und äußerst definite Nukleotid-Substitutionen in den 5'-upstream regulatorischen Bereichen der kodierenden Gensequenzen für IoIT 1 und IolG eine deutlich erhöhte D-Xylonat-Produktion erzielen läßt: Und dies, ohne dass Gene oder Strukturen aus heterologen Oranismen in den corynformen Bakterienstamm eingeführt werden müssen, was unerwünscht wäre, und auch ohne dass drastische Deletionen an zent-
ral agierenden Regulatoren (loIR) vorgenommen werden müssen, die weitreichend undefi- nierte physiologische Auswirkungen in einem Organismus auslösen können. Die erfindungs- gemäß wenigen gezielten Nukeotid-Substitutionen befinden sich dabei in einem Ausmaß, wie sie durchaus auch in der Natur Vorkommen was den erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienstamm als non-GVO auszeichnet. Die vorliegende Erfindung stellt somit in einer Variante erstmals ein homologes System zur Herstellung von D-Xylonat mit coryneformen Bakterien zur Verfügung.
Unter„homolog“ im Sinne der Erfindung ist zu verstehen, dass die erfindungsgemäße D- Xylonat-Dehydrogenase und die sie kodierende Nukleinsäuresequenz verwandtschaftlich von einem gemeinsamen Ausgangsstamm coryneformer Bakterienzellen abstammen.„Ho- molog“ wird erfindungsgemäß synonym benutzt mit dem Begriff„nicht heterolog“.
Bemerkenswert ist, dass die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase bzw. die sie kodierende erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz nur eine Identität von ungefähr 15 % zu der am besten beschriebenen D-Xylose-Dehydrogenase (XylB kodiert durch das Gen xylB) aus Caulobacter cresentus aufweist (Figur 1).
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Nukleinsäuresequenz isoliert aus coryneformen Bakterien kodierend für eine D-Xylose-Dehydrogenase. Eine Variante der vorliegenden Erfindung betrifft eine Nukleinsäuresequenz isoliert aus coryneformen Bakterien kodierend für eine D-Xylose-Dehydrogenase zur Herstellung von D-Xylonat, wobei die Herstellung erfindungsgemäß sowohl in-vitro als auch in lebenden Organismen erfolgt.
Weitere erfindungsgemäße Varianten betreffen eine in-vitro-Herstellung von D-Xylonat, und hier bevorzugt eine enzymatische Herstellung mit Hilfe der erfindungsgemäßen D-Xylose- Dehydrogenase in isolierter Form. Erfindungsgemäß bevorzugt ist eine Herstellung von D- Xylonat in lebenden Organismen, besonders bevorzugt eine mikrobielle Herstellung von D- Xylonat in Wirtszellen ausgewählt aus der Gruppe enthaltend coryneforme Bakterien, Hefen und Pilze. Erfindungsgemäß besonders bevorzugt ist eine mikrobielle Herstellung von D- Xylonat in Wirtszellen der Gattung ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Corynebacterium, Brevibacterium, Saccharomyces, und Aspergillus. Erfindungsgemäß ganz besonders bevorzugt ist eine mikrobielle Herstellung von D-Xylonat in Corynebacterium. Es ist erfindungsgemäß auch die D-Xylose-Herstellung mit Saccharomyces cerevisiae, Aspergillus niger oder Corynebacterium glutamicum umfasst.
Erfindungsgemäß umfasst sind Nukleinsäuresequenzen ausgewählt aus der Gruppe enthaltend a) eine Nukleinsäuresequenz enthaltend wenigstens 70% Identität zu der Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 1 oder Fragmente oder Allele davon, oder b) eine Nukleinsäuresequenz, die unter stringenten Bedingungen mit einer komplementären Sequenz einer Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 1 und/oder Fragmenten und/oder Allelen davon hybridisiert, oder c) eine Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 1 oder Fragmente oder Allelen davon, oder d) eine Nukleinsäuresequenz kodierend für eine D- Xylose-Dehydrogenase entsprechend jeder der Nukleinsäuren gemäß a) - c), die sich jedoch von diesen Nukleinsäuresequenzen gemäß a) - c) durch die Degeneriertheit des genetischen Codes oder funktionsneutrale Mutationen unterscheidet. Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenzen zur Herstellung von D-Xylonat. Die Herstellung von D-Xylonat erfolgt erfindungsgemäß bevorzugt in lebenden Mikroorganismen, besonders bevorzugt in coryneformen Bakterien.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine Nukleinsäuresequenz, die sich dadurch auszeichnet, dass die Funktionalität einer oder mehrerer operativ-verknüpfter loIR- Bindestellen im regulatorischen, nicht-kodierenden Bereich der erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz kodierend für die D-Xylose-Dehydrogenase vermindert oder ausgeschaltet ist oder eine oder mehrere operativ-verknüpfte lolR-Bindestellen teilweise oder komplett deletiert sind.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung bezieht sich eine „verminderte oder ausgeschaltete Funktionalität“ nicht auf die Funktionalität der erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase und die sie kodierende erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz, sondern speziell auf die veränderte Funktionalität der lolR-Bindungsstellen, an die normalerweise das zentral- agierende Regulator-Protein loIR bindet, und wodurch die Expression der kodierenden Nukleinsäuresequenz reprimiert wird. „Vermindert“ oder „ausgeschaltet“ im Sinne der vorliegenden Erfindung meint, dass die Expression der kodierenden Nukleinsäuresequenz im Vergleich zur Situation in einer Wildtyp-Wirtszelle schlechter oder nicht mehr unter der Expressionskontrolle des Regulators loIR steht. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist „vermindert“ oder„ausgeschaltet“, gleichbedeutend für„dereguliert“ oder„dereprimiert“ zu versehen.
Der Begriff „Nukleinsäuresequenz“ im Sinne der vorliegenden Erfindung meint jede homologe molekulare Einheit, die genetische Information transportiert. Dies betrifft
entsprechend ein homologes Gen, bevorzugt ein natürlicherweise vorkommendes und/oder nicht-rekombinantes homologes Gen, sowie ein homologes Transgen oder Codon-optimierte homologe Gene. Der Begriff„Nukleinsäuresequenz“ bezieht sich erfindungsgemäß auf eine Nukleinsäuresequenz oder Fragmente oder Allele davon, die ein spezifisches Protein kodiert bzw. exprimiert. Bevorzugt bezieht sich der Begriff „Nukleinsäuresequenz“ auf eine Nukleinsäuresequenz enthaltend regulatorische Sequenzen, die der kodierenden Sequenz vorangehen (upstream, stromaufwärts, 5'-nicht-kodierende Sequenz) und nachfolgen (downstream, stromabwärts, 3'-nicht-kodierende Sequenz). Der Begriff „natürlicherweise vorkommendes“ Gen betrifft ein in der Natur gefundenes Gen, z.B. aus einem Wildtyp- Stamm einer coryneformen Bakterienzelle, mit seinen eigenen regulatorischen Sequenzen.
Der Begriff „operativ-verknüpfter Bereich“ betrifft im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Assoziation von Nukleinsäuresequenzen auf einem einzelnen Nukleinsäure-Fragment, so dass die Funktion der einen Nukleinsäuresequenz durch die Funktion der anderen Nukleinsäuresequenz beeinflusst ist. Im Kontext eines Promotors oder einer Bindungsstelle für ein Regulator-Protein meint der Begriff„operativ-verknüpft“ im Sinne der Erfindung, dass die kodierende Sequenz unter der Kontrolle der regulatorischen Region (insbesondere des Promotors oder der Regulator-Bindestelle) steht, die die Expression der kodierenden Sequenz reguliert.
Es wird vermutet, dass mehr als 22 verschiedene Gene durch das Regulatorprotein loIR reguliert werden. Es ist bekannt, dass z.B. ioIR selbst (negative Autoregulation), iolT 1 , iolC (und die mit iolC in einem Cluster oder Operon organisierten weiteren Gene) durch IoIR reguliert werden. Die erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase (und in ihrer Funktion annotiert als lnositol-2- Dehydrogenase, kodiert durch iolG) ist in coryneformen Bakterien in dem Gencluster des myo-lnositol-Katabolismus organisiert (Klaffl et al, 2013; https://doi.org/10.1128/JB.00265- 13). Da das erste Gen in diesem Gencluster das iolC-Gen ist, wird es erfindungsgemäß im Weiteren als iolC-Cluster bezeichnet. Die mit dem iolC-Cluster operativ-verknüpfte, regulatorische Region regelt folglich auch die Expression des iolG-Gens und damit die erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose- Dehydrogenase.
Die vorliegende Erfindung meint mit dem Begriff „Veränderung“ beispielsweise auch „genetische Veränderung“, wobei erfindungsgemäß gemeint ist, dass zwar eine gentechnische Methode angewandt wird, aber keine Insertionen von Nukleinsäuremolekülen erzeugt werden. Im Sinne der Erfindung sind mit„Veränderungen“ Substitutionen und/oder
Deletionen gemeint, bevorzugt Substitutionen.„Veränderung“ oder„genetische Veränderung“ im Sinne der vorliegenden Erfindung werden bevorzugt in einem regulatorischen, nicht- kodierenden Bereich der erfindungsgemäßen Nukleinsäuren erzeugt. Es sind alle denkbaren Positionen in einem regulatorischen Bereich kodierender Gene oder Gen-Cluster im Sinne der Erfindung gemeint und umfasst, deren Veränderungen eine messbare Auswirkung auf die Funktionalität der iolR-Bindungsstellen und lolR-Bindung, im Sinne von„vermindert“ oder „ausgeschaltet“, hat.
Eine erfindungsgemäße Variante der vorliegenden Erfindung betrifft eine Nukleinsäuresequenz mit einer oder mehreren Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolC-Genclusters aufweist. Bevorzugte Varianten im Sinne der Erfindung sind solche ausgewählt aus der Gruppe von Nukleinsäuresequenzen gemäß SEQ ID No. 7 und SEQ ID NO. 8.
Durch die erfindungsgemäße Isolierung und Bereitstellung einer D-Xylose-Dehydrogenase und einer erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz kodierend für eine D-Xylose- Dehydrogenase aus coryneformen Bakterienzellen, können erstmals homologe, genetisch definierte, nicht-rekombinante (non-GVO) coryneforme Bakterienzellen hergestellt werden, die zur mikrobiellen, bevorzugt fermentativen, Produktion von D-Xylonat geeignet sind. Unter dem Begriff„nicht-rekombinant“ ist im Sinne der vorliegenden Erfindung zu verstehen, dass das genetische Material der erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzellen lediglich so verändert ist, wie es auf natürliche Weise, z.B. durch natürliche Rekombination oder natürliche Mutation, entstehen könnte. Die erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzellen zeichnen sich somit als nicht-gentechnisch veränderter Organismus (non- GVO) aus.
Dies eröffnet auch die Möglichkeit, industriell interessante Produktionsstämme coryneformer Bakterien weiter zu optimieren, ohne rekombinantes oder heterologes Genmaterial in die Zelle einbringen zu müssen. Die vorliegende Erfindung stellt somit ein System bereit, mit dem die mikrobielle Produktion von D-Xylonat deutliche einfacher, stabiler, preiswerter und wirtschaftlicher durchgeführt werden kann. Denn alle bislang bekannten Produktionsstämme mit einer D-Xylonat-Synthesekapazität, wie z. B. Gluconobacter oxydans, benötigen komplexe Medien für ihr Wachstum, wodurch die Kultivierung deutlich aufwendiger, teurer und damit unwirtschaftlicher wird. Außerdem sind alle bisher beschriebenen D-Xylonat- Produzenten "nicht-natürliche" gentechnisch veränderte Organismen (GVO), u.a.
verschiedene Hefe, Pilze und Bakterien. Dadurch entsteht ein Nachteil für die Verwendung in bestimmten industriellen Bereichen (z. B. Lebensmittel- und Pharmaindustrie) infolge aufwändiger Genehmigungsverfahren.
Die erfindungsgemäße coryneforme Bakterienzellebietet eine Vielzahl von Vorteilen, von denen eine Auswahl nachfolgend beschrieben wird. Bei coryneformen Bakterien, bevorzugt der Gattung Corynebacterium, handelt es sich um einen„Generally Recognized As Safe“ (GRAS)-Organismus, welcher in allen industriellen Bereichen eingesetzt werden kann. Coryneforme Bakterien erreichen auf definierten Medien hohe Wachstumsraten und Biomasseerträge (Grünberger et al., 2012) und es existiert umfangreiche Erfahrung im industriellen Einsatz coryneformer Bakterien (Becker et al., 2012).
In einer Variante der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung der zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenzen zur Herstellung von lebenden Organismen, bevorzugt Mikroorganismen, besonders bevorzugt Bakterien, Hefen oder Pilzen, ganz besonders bevorzugt der Gattung coryneformer Bakterien wie Corynebacterium oder Brevibacterium, Saccharomyces oder Aspergillus, insbesondere Corynebacterium glutamicum, Saccharomyces cerevisiae oder Aspergillus niger, für die Herstellung von D- Xylonat umfasst.
Erfindungsgemäß umfasst sind Nukleinsäuresequenzen ausgewählt aus der Gruppe enthaltend SEQ ID NO. 7, SEQ ID NO. 8, SEQ ID NO. 9, SEQ ID NO. 10, SEQ ID NO. 63 oder SEQ ID NO. 64 oder Fragmente oder Allele davon zur Herstellung coryneformer Bakterienzellen oder anderer erfindungsgemäß geeigneter Organismen für die Herstellung von D-Xylonat. Die Varianten gemäß SEQ ID NO. 7 bzw. SEQ ID NO. 63 der erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenzen enthalten Nukleotid-Austausche, also
Substitutionen, in der operativ-verknüpften Promotorregion des iolC-Genclusters enthaltend die Nukleotidsequenz (iolG) kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase. Die Varianten gemäß SEQ ID NO. 8 bzw. SEQ ID NO. 64 der erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenzen enthalten Nukleotid-Deletionen in der operativ-verknüpften Promotorregion des iolC-Genclusters enthaltend die Nukleotidsequenz (iolG) kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase. Eine weitere Variante der vorliegenden Erfindung betrifft die Verwendung einer Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 7 oder 8 zur Herstellung coryneformer Bakterien. Erfindungsgemäß umfasst ist auch die Verwendung der Nukleinsäuresequenzen ausgewählt aus der Gruppe enthaltend SEQ ID NO. 63 und
SEQ ID NO. 64 zur Herstellung coryneformer Bakterien.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind auch Nukleinsäuresequenzen enthalten Nukleotid-Substitutionen oder -Deletionen in der operativ-verknüpften Promotorregion des iolT1-Gens des myo-lnositol/Proton-Symporters. Bevorzugte Varianten umfassen Nukleinsäuresequenzen gemäß SEQ ID NO. 9 oder SEQ ID NO. 10. Eine bevorzugte Variante der vorliegenden Erfindung betrifft die Verwendung einer Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 9 oder SEQ ID NO. 10, bei derdie operativ-verbundenen lolR- Bindestellen deletiert sind zur Herstellung coryneformer Bakterien. Besonders bevorzugt ist eine coryneforme Bakterienzelle bei der eine oder mehrere Veränderungen, ausgewählt aus der Gruppe enthaltend eine oder mehrere Substitutionen oder eine oder mehrere Deletionen im Chromosom, vorliegen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine coryneforme Bakterienzelle zur Herstellung von D-Xylonat, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine gesteigerte Expression und/oder erhöhte Aktivität einer erfindungsgemäßen homologen D-Xylose-Dehydrogenase aufweist.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist„gesteigert“ gleichbedeutend mit„erhöht“, oder „verbessert“, „verändert“ oder „dereguliert“ zu verstehen und wird synonym verwendet. „Gesteigert“ im Sinne der vorliegenden Erfindung meint beispielsweise die gesteigerte Genexpression eines Gens im Vergleich zu der Expression des jeweiligen Ausgangsgens im unveränderten, natürlicherweise nicht gesteigerten Zustand. Gleiches ist im Sinne der Erfindung bezüglich der erhöhten Enzymaktivität gemeint. Beispielsweise stellt der Wildtyp einer coryneformen Bakterienzelle ein genetisch nicht verändertes Ausgangsgen oder - enzym dar. Bevorzugt sind coryneforme Wildtypzellen der Gattung Corynbacterium oder Brevibacterium; besonders bevorzugt sind coryneforme Bakterienzellen des Wildtyps Corynebacterium glutamicum; ganz besonders bevorzugt sind coryneforme Bakterienzellen des Wildtyps Corynebacterium glutamicum ATCC 13032.
In einer Variante der vorliegenden Erfindung ist eine coryneforme Bakterienzelle umfasst, die sich dadurch auszeichnet, dass sie eine gesteigerte Expression einer Nukleinsäuresequenz gemäß einer der zuvor beschriebenen Varianten aufweist. Eine weitere Variante einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle zeichnet sich dadurch aus, dass die gesteigerte Expression der D-Xylose-Dehydrogenase auf Veränderungen beruht, ausgewählt
aus der Gruppe enthaltend a) Veränderung der Regulation oder von Signalstrukturen zur Genexpression, b) . Veränderung der Transkriptionsaktivität der kodierenden Nukleinsäuresequenz, oder c) Erhöhung der Genkopienzahl der kodierenden Nukleinsäuresequenz. Erfindungsgemäß umfasst sind dabei Veränderung der Signalstrukturen der Genexpression, wie beispielsweise durch Veränderung der Repressorgene, Aktivatorgene, Operatoren, Promotoren; Attenuatoren, Ribosomenbindungsstellen, des Startkodons, Terminatoren. Ebenso umfasst sind das Einführen eines stärkeren Promoters, wie beispielsweise des tac-Promotors oder einen IPTG-induzierbaren Promotors. Das Einführen eines stärkeren Promoters, wie z. B. den tac- Promoter (Amann et al (Gene 1988 69:301-15), oder Promotoren aus der Gruppe der bei Patek et al (Microbiology 1996 142:1297) beschriebenen Promotoren ist bevorzugt, aber nicht limitierend für die vorliegende ERfindung. Weitere Beispiele finden sich in der WO 96/15246 oder in Boyd and Murphy (Journal of Bacteriology 170: 5949 (1988)), in Voskuil and Chambliss (Nucleic Acids Research 26: 3548 (1998), in Jensen and Hammer (Biotechnology and Bioengineering 58: 191 (1998)), in P tek et al. (Microbiology 142: 1297 (1996)), in Knippers ("Molekulare Genetik", 6th Edition, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, Germany, 1995) oder auch bei Winnacker ("Gene und Klone", VCH Verlagsgesellschaft, Weinheim, Germany, 1990). Eine erhöhte Genkopienzahl der erfindungsgemäß kodierenden Nukleinsäuresequenz kann in weiteren Varianten der Erfindung chromosomal-kodiert oder Vektor-basiert, bevorzugt Plasmid-kodiert, vorliegen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine coryneforme Bakterienzelle, bei der die Erhöhung der Kopienzahl chromosomal- kodiert oder extra-chromosomal-kodiert, bevorzugt Vektor-kodiert oder Plasmid-kodiert, vorliegt. Erfindungsgemäß eignen sich als Plasmide solche, die in coryneformen Bakterien repliziert werden. Zahlreiche bekannte Plasmidvektoren wie z. B. pZ1 (Menkel et al., Applied and Environmental Microbiology (1989) 64: 549-554), pEKExl (Eikmanns et al., Gene 102:93-98 (1991)) oder pHS2-1 (Sonnen et al., Gene 107:69-74 (1991)) beruhen auf den kryptischen Plasmiden pHM1519, pBL1 oder pGA1. Andere Plasmidvektoren wie z. B. solche, die auf pCG4 (US-A 4,489,160), oder pNG2 (Serwold-Davis et al., FEMS Microbiology Letters 66, 119-124 (1990)), oder pAG1 (US-A 5,158,891) beruhen, können in gleicher Weise verwendet werden (O. Kirchner 2003, J. Biotechnol. 104:287-99). Ebenso können Vektoren mit regulierbarer Expression benutzt werden, wie zum Beispiel pEKEx2 (B. Eikmanns, 1991 Gene 102:93-8; O. Kirchner 2003, J. Biotechnol. 104:287-99). Auch kann das Gen durch Integration in das Chromosom in einfacher Kopie (P. Vasicova 1999, J. Bacteriol. 181 :6188-91), oder mehrfacher Kopie (D. Reinscheid 1994 Appl. Environ Microbiol 60:126-132) exprimiert werden. Die Transformation des gewünschten Stammes mit dem Vektor zur Erhöhung der Kopienzahl erfolgt durch Konjugation oder Elektroporation des gewünschten Stammes von beispielsweise C. glutamicum. Die Methode der Konjugation ist
beispielsweise bei Schäfer et al. (Applied and Environmental Microbiology (1994) 60:756- 759) beschrieben. Methoden zur Transformation sind beispielsweise bei Tauch et al. (FEMS Microbiological Letters (1994)123:343-347) beschrieben.
Eine weitere Variante der vorliegenden Erfindung betrifft eine coryneforme Bakterienzelle gekennzeichnet dadurch, dass die erhöhte Aktivität der D-Xylose-Dehydrogenase-Aktivität auf Veränderungen beruht, ausgewählt aus der Gruppe enthaltend a) eine Erhöhung der Expression der kodierenden Nukleinsäuresequenz, b) eine Expression einer Nukleinsäuresequenz oder Fragmenten davon, die für eine D-Xylose-Dehydrogenase mit erhöhter katalytischer Aktivität und/oder Substratspezifität kodiert, c) eine Erhöhung der Stabilität der mRNA abgeleitet von der kodierenden Nukleinsäuresequenz, oder d) eine Veränderung der katalytischen Aktivität und/oder Substratspezifität einer homologen D- Xylose-Dehydrogenase für den Umsatz von D-Xylose oder eine Kombination von a) - d). Die Erhöhung der mRNA-Stabilität kann beispielsweise durch Mutation der terminalen Positionen erreicht werden, welche den Abbruch der Transkription steuern. Maßnahmen, die zu einer Veränderung der katalytischen Eigenschaften von Enzymproteinen führen, insbesondere zu einer veränderten Substratspezifität sind aus dem Stand der Technik bekannt. Neben erfindungsgemäß bevorzugten partiellen oder kompletten Deletionen regulatorischer Strukturen sind erfindungsgemäß auch Veränderungen, wie z. B. Transitionen, Transversionen oder Insertionen umfasst, sowie Methoden der gerichteten Evolution. Anleitungen zur Erzeugung derartiger Veränderungen können bekannten Lehrbüchern (R. Knippers „Molekulare Genetik“, 8. Auflage, 2001 , Georg Thieme Verlag, Stuttgart, Deutschland) entnommen werden.
Eine bevorzugte Variante der vorliegenden Erfindung umfasst eine coryneforme Bakterienzelle bei der die Funktionalität einer oder mehrerer operativ-verknüpfter lolR- Bindestellen im regulatorischen, nicht-kodierenden Bereich der Nukleinsäuresequenz kodierend für die D-Xylose-Dehydrogenase vermindert oder ausgeschaltet ist oder eine oder mehrere lolR-Bindestellen teilweise oder komplett deletiert sind. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine coryneforme Bakterienzelle, die eine
Nukleinsäuresequenz mit einer oder mehreren Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolC-Genclusters (enthaltend die für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase kodierende Nukleinsäuresequenz iolG) aufweist. Erfindungsgemäß bevorzugte Varianten umfassen
Sequenzen ausgewählt aus der Gruppe von SEQ ID NO. 7 und SEQ ID NO. 8. Weitere erfindungsgemäße Varianten umfassen Sequenzen ausgewählt aus der Gruppe enthaltend SEQ ID NO. 63 und SEQ ID NO. 64.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiter eine coryneforme Bakterienzelle, die eine Nukleinsäuresequenz mit einer oder mehreren Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolT1-Gens aufweist. Erfindungsgemäße Varianten umfassen Sequenzen ausgewählt aus der Gruppe von Nukleinsäuresequenzen SEQ ID NO. 9 und SEQ ID NO. 10.
Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Veränderung der lolR-Bindungsstellen in der regulatorischen Region, die der erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase zugeordnet ist, ist dass die entsprechend erfindungsgemäßen coryneformen Bakterien nicht-rekombinant verändert sind. Insbesondere vorteilhaft ist, dass das lolR-Regulatorprotein selbst oder das entsprechend kodierende iolR-Gen nicht verändert ist. Dies hat den enormen Vorteil, dass negative physiologische Effekte als Konsequenz einer Inaktivierung von iolR/loIR ausgeschlossen sind. Als non-GVO stellen die erfindungsgemäßen Bakterienzellen damit eine sehr attraktivePlattform dar für die großtechnische oder industrielle Produktion von D-Xylonat in einem homologen System.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit auch eine coryneforme Bakterienzelle, die nicht- rekombinant verändert ist. Somit ist erfindungsgemäß auch eine coryneforme Bakterienzelle umfasst, die nicht-gentechnisch verändert (non-GVO) ist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine coryneforme Bakterienzelle bei der die erhöhte Kopienzahl einer erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase kodierenden
Nukleinsäuresequenz chromosomal-kodiert vorliegt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine coryneforme Bakterienzelle bei der die erhöhte Kopienzahl einer erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase kodierenden Nukleinsäuresequenz vektor-kodiert, bevorzugt plasmid-kodiert, vorliegt.
In bevorzugte Varianten der vorliegenden Erfindung sind coryneforme Bakterien umfasst, bei denen das iolG-Gen chromosomal-kodiert in erhöhter Kopienzahl vorliegt und die
entsprechenden lolR-Bindungsstellen deletiert sind. In einer weiteren bevorzugten Variante weist die erfindungsgemäße coryneforme Bakterienzelle zusätzlich ein durch Deletionen verändertes iolT1-Gen auf, das aufgrund dessen lolR-unabhängig exprimiert wird. Diese nicht-rekombinanten, also homologen und zudem genau definierten, corynformen Bakterienzellen eignen sich vorteilhafter Weise für die großtechnische mikrobielle Produktion von D-Xylonat in Lösungen mit D-Xylose haltigen Kohlenstoff- und Energiequellen.
Erfindungsgemäß kann es für die Produktion von D-Xylonat vorteilhaft sein, zusätzlich zur Erhöhung der Xylose-Dehydrogenase-Aktivität die Expression oder Aktivität eines oder mehrere anderer Gene oder Proteine zu verändern, die ebenfalls durch das Regulatorprotein loIR reguliert werden.
Normalerweise können genetisch nicht-veränderte coryneforme Bakterien D-Xylose als einzige Kohlenstoff- und Energiequelle nicht verstoffwechseln. Es ist bekannt, dass der sogenannte Isomerase- und Weimberg-Stoffwechselweg für die oxidative Metabolisierung von D-Xylose in corynforme Bakterien heterolog implementiert werden muss. Durch die heterologe Expression entsprechender Gene aus Organismen wie z. B. xylB aus Caulobacter crescentus, kann auch ein corynformes Bakterium D-Xylose enzymatisch umsetzen. Eine heterologe Expression ist erfindungsgemäß jedoch vorrangig nicht erwünscht, aufgrund der damit verbundenen negativen Eigenschaften für eine industrielle D- Xylonat-Produktion. Ferner ist bekannt, dass ein myo-lnositol/Proton-Symporter (IoIT 1), dessen Gene unter der Kontrolle des lolR-Regulatorproteins stehen, zur Aufnahme von D- Xylose in die Zelle coryneformer Bakterien beiträgt. Durch Veränderungen, wie Deletionen oder Nukleotidsubstitutionen, in der regulatorischen Region des iolT1-Gens, durch welche die Bindung des iolR-Regulatorgens verhindert wird, kann somit ein von der Regulation des iolR-Regulators unabhängiger Bakterienstamm generiert werden. In einer weiteren Variante einer erfindungsgemäßen corynformen Bakterienzelle liegt ein dereguliertes iolT1-Gen vor, bei der auch eine erfindungsgemäß gesteigerte Expression und/oder erhöhte Aktivität der erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase vorliegt. Das Gen iolT2 ist ebenfalls relevant für den D-Xylose Katabolismus. Eine coryneforme Bakterienzelle enthaltend eine verstärkte Expression iolT2-Gens und/oder eine erhöhte Aktivität des myo-lnositol/Proton-Symporter lolT2 sind erfindungsgemäß umfasst.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine coryneforme Bakterienzelle a) bei der die Aktivität einer erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase gesteigert ist, b) bei der eine
erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose- Dehydrogenase verstärkt exprimiert ist, c) bei der eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton-Symporter (IoIT 1) gemäß SEQ ID NO. 3 oder Fragmente oder Allele davon verstärkt exprimiert ist, d) bei der ein myo-lnositol/Proton-Symporter IoIT 1 mit einer Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 4 oder Fragmente davon in seiner Aktivität gesteigert ist, e) die eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton- Symporter (IoIT 1 ) mit einer oder mehreren Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolT1-Gens ausgewählt aus der Gruppe von Nukleinsäuresequenzen SEQ ID NO. 9 und SEQ ID NO. 10 oder Fragmente davon, aufweist, f) bei der eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton- Symporter (lolT2) gemäß SEQ ID NO. 5 oder Fragmente oder Allele davon verstärkt exprimiert ist, g) bei der ein myo-lnositol/Proton-Symporter lolT2 mit einer Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 6 oder Fragmente davon in seiner Aktivität gesteigert ist, h) bei der beide Nukleinsäuresequenzen kodierend für myo-lnositol/Proton- Symporter IoIT 1/2 nach c) und f) verstärkt exprimiert sind, i) bei der beide myo- lnositol/Proton-Symporter lolT1/2 nach d) und g) in ihrer Aktivität gesteigert sind, j) die eine Nukleinsäuresequenz aufweist, bei der die Funktionalität einer oder mehrerer operativ- verknüpfter lolR-Bindestellen im regulatorischen, nicht-kodierenden Bereich des iolC- Genclusters (enthaltend iolG kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose- Dehydrogenase) vermindert oder ausgeschaltet ist oder eine oder mehrere lolR-Bindestellen teilweise oder komplett deletiert sind, k) die eine Nukleinsäuresequenz aufweist, die eine oder mehrere Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolC-Genclusters aufweist, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Nukleinsäuresequenzen gemäß SEQ ID NO. 7, SEQ ID NO. 8, SEQ ID NO. 63 und SEQ ID NO. 64 oder Fragmente oder Allele davon, oder I) eine Kombination aus a) - k).
In einer bevorzugten Variante einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle umfasst diese definierte Veränderungen ihres Genoms, nämlich die eines deregulierten iolT1-Gens und eines deregulierten iolG-Gens. Weiter bevorzugt sind Veränderungen der regulatorischen Bereiche des iolT-1-Gens oder/und iolG-Gens (bzw. des iolC-Genclusters, enthaltend das iolG-Gen). Insbesondere sind hier Substitutionen oder Deletionen der Bindungsstellen des lolR-Regulatorproteins bevorzugt. Weiter bevorzugt sind Deletionen. Die entsprechend erfindungsgemäßen Bakterienzellen sind nicht genetisch verändert und weisen keine rekombinante DNA auf, was sie als non-GVO für den Einsatz in der großtechnischen Produktion von D-Xylonat, wie z. B. der Pharma- oder Lebensmittelindustrie, besonders vorteilhaft auszeichnet.
In einer Variante der vorliegenden Erfindung kann auch eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol-Regulator loIR oder Fragmente oder Allele davon komplett oder teilweise deletiert sein oder die Expression eines iolR-Gens vermindert sein oder fehlen oder ein myo-lnositol-Regulator loIR in seiner Aktivität vermindert oder komplett ausgeschaltet sein.
Bevorzugte Varianten einer coryneformen Bakterienzelle sind ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Corynebacterium, Brevibacterium, insbesondere Corynebacterium glutamicum, Corynebacterium acetoglutamicum, Corynebacterium thermoaminogenes, Brevibacterium flavum, Brevibacterium lactofermentum oder Brevibacterium divaricatum. Besonders bevorzugte Varianten einer coryneformen Bakterienzelle sind ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Corynebacterium glutamicum ATCC13032, Corynebacterium acetoglutamicum ATCC15806, Corynebacterium acetoacidophilum ATCC13870, Corynebacterium thermoaminogenes FERM BP-1539, Brevibacterium flavum ATCC14067, Brevibacterium lactofermentum ATCC 13869 oder Brevibacterium divaricatum ATCC 14020. Besonders bevorzugt aber nicht limitierend ist Corynebacterium glutamicum.
Eine erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase, eine sie kodierende erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz sowie eine erfindungsgemäße Verwendung ist zudem auch für die Herstellung von D-Xylonat im weitesten Sinne geeignet, bei der z.B. ein homologes Expressionssystem nicht zwingend erforderlich ist. Somit sind erfindungsgemäß auch heterologe Systeme oder Wirtszellen oder Organismen umfasst, die die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase und/oder die sie kodierende erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz aufweisen und/oder in denen eine erfindungsgemäße Verwendung der zuvor genannten Elemente (wie z. B. (regulatorische) Sequenzen, Gene, Proteine) oder ein Verfahren zur Herstellung von D-Xylonat erfolgt. Erfindungsgemäß umfasst ist somit sowohl eine coryneforme Bakterienzelle also auch ein heterologes Wirtssystem, bei der die Expression des iolR-Gens vermindert ist oder fehlt, oder das iolR-Gen teilweise oder komplett deletiert, oder das lolR-Regulatorprotein in seiner Aktivität vermindert oder komplett ausgeschaltet ist.
Weitere erfindungsgemäße Varianten betreffen eine in-vitro-Herstellung von D-Xylonat, bevorzugt eine enzymatische Herstellung mit Hilfe einer aufgereinigten erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase. Erfindungsgemäß bevorzugt ist eine mikrobielle Herstellung von D-Xylonat in Wirtszellen ausgewählt aus der Gruppe enthaltend coryneforme Bakterien,
Hefen und Pilze. Erfindungsgemäß besonders bevorzugt ist eine mikrobielle Herstellung von D-Xylonat in Wirtszellen der Gattung ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Corynebacterium, Brevibacterium, Saccharomyces, und Aspergillus. Erfindungsgemäß ganz besonders bevorzugt ist eine mikrobielle Herstellung von D-Xylonat in Corynebacterium. Es ist erfindungsgemäß auch die D-Xylose-Herstellung mit Saccharomyces cerevisiae, Aspergillus niger oder Corynebacterium glutamicum umfasst.
Die Erfindung betrifft auch eine Verwendung der erfindungsgemäßen D-Xylose- Dehydrogenase oder die sie kodierende erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz zum Einsatz in heterologen Systemen oder in-vitro-Systemen zur biotechnologischen Herstellung von D-Xylonat aus D-Xylose.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von D-Xylonat, enthaltend die Schritte: a) Bereitstellen einer Lösung enthaltend Wasser und eine C5-Kohlenstoff-Quelle, b) mikrobielle Umsetzung der C5-Kohlenstoffquelle in einer Lösung gemäß Schritt a) zu
D-Xylonat in Anwesenheit einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle, in der die Expression einer Nukleinsäuresequenz kodierend für eine homologe D- Xylose-Dehydrogenase verstärkt ist und/oder in der die Aktivität einer homologen D- Xylose-Dehydrogenase gesteigert ist, und c) optionale Isolierung und/oder Aufbereitung von D-Xylonat aus der Lösung.
Unter „Lösung“ ist erfindungsgemäß gleichbedeutend zu verstehen „Medium“, „Kulturmedium“,„Kulturbrühe“ oder„Kulturlösung“. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist „mikrobiell“ gleichbedeutend zu verstehen mit„biotechnologisch“ oder„fermentative“. Unter „Umsetzung“ ist erfindungsgemäß ist gleichbedeutend zu verstehen „Verstoffwechslung“, „Metabolisierung“ oder „Kultivierung“. Unter „Aufbereitung“ ist erfindungsgemäß ist gleichbedeutend zu verstehen„Abtrennung“,„Aufkonzentrierung“ oder„Aufreinigung“.
In Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine erfindungsgemäße coryneforme Bakterienzelle eingesetzt. Erfindungsgemäß umfasst ist ein Verfahren, bei dem die D- Xylose-Dehydrogenase in Schritt b) eine Aminosäuresequenz von wenigstens 70% Identität zu der Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 2 oder Fragmenten davon aufweist oder durch eine Nukleinsäuresequenz kodiert ist, die wenigstens 70% Identität zu der
Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 1 oder Fragmente oder Allele davon aufweist. Eine weitere Variante der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren unter Einsatz einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle a) bei der die Aktivität einer erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase gesteigert ist, b) bei der eine erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose- Dehydrogenase verstärkt exprimiert ist, c) bei der eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton-Symporter (IoIT 1 ) gemäß SEQ ID NO. 3 oder Fragmente oder Allele davon verstärkt exprimiert ist, d) bei der ein myo-lnositol/Proton-Symporter IoIT 1 mit einer Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 4 oder Fragmente davon in seiner Aktivität gesteigert ist, e) die eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton- Symporter (IoIT 1 ) mit einer oder mehreren Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolT1-Gens ausgewählt aus der Gruppe von Nukleinsäuresequenzen SEQ ID NO. 9 und SEQ ID NO. 10 oder Fragmente oder Allele davon, aufweist, f) bei der eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo- lnositol/Proton-Symporter (lolT2) gemäß SEQ ID NO. 5 oder Fragmente oder Allele davon verstärkt exprimiert ist, g) bei der ein myo-lnositol/Proton-Symporter lolT2 mit einer Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 6 oder Fragmente davon in seiner Aktivität gesteigert ist, h) bei der beide Nukleinsäuresequenzen kodierend für myo-lnositol/Proton- Symporter IoIT 1/2 nach c) und f) verstärkt exprimiert sind, i) bei der beide myo- lnositol/Proton-Symporter lolT1/2 nach d) und g) in ihrer Aktivität gesteigert sind, j) die eine Nukleinsäuresequenz aufweist, bei der die Funktionalität einer oder mehrerer operativ- verknüpfter lolR-Bindestellen im regulatorischen, nicht-kodierenden Bereich des iolC- Genclusters (enthaltend iolG kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose- Dehydrogenase) vermindert oder ausgeschaltet ist oder eine oder mehrere lolR-Bindestellen teilweise oder komplett deletiert sind, k) die eine Nukleinsäuresequenz aufweist, die eine oder mehrere Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolC-Genclusters aufweist, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Nukleinsäuresequenzen gemäß SEQ ID NO. 7, SEQ ID NO. 8, SEQ ID NO. 63 und SEQ ID NO. 64 oder Fragmente oder Allele davon, oder I) eine Kombination aus a) - k) aufweist.
In einer Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens kann auch eine coryneforme Bakterienzelle eingesetzt sein, die eine Nukleinsäuresequenz aufweist, kodierend für einen myo-lnositol-Regulator loIR oder Fragmenten davon, die komplett oder teilweise deletiert sind oder in der die Expression eines iolR-Gens vermindert ist oder fehlt oder ein myo- lnositol-Regulator loIR, der in seiner Aktivität vermindert oder komplett ausgeschaltet ist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren bei dem die mikrobielle Umsetzung zu D-Xylonat in einer Lösung erfolgt, enthaltend Wasser und eine C5-Kohlenstoff-Quelle ausgewählt aus der Gruppe enthaltend: a) Oligosaccharide oder Polysaccharide, enthaltend D-Xylose-Einheiten, b) D-Xylose, bevorzugt in einer Konzentration von wenigstens 10 gL 1, c) Lignocellulose-, Cellulose-, oder Hemicellulose-haltige Biomasse, deren Hydrolysat oder daraus gewonnener Extrakt enthaltend D-Xylose-Einheiten, und d) eine Kombination von a) bis c).
In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als C5-Kohlenstoff- quelle Bagasse, bevorzugt Rohrzucker-Bagasse, deren Hydrolysat oder daraus gewonnener Extrakt enthaltend D-Xylose eingesetzt. In einer Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens ist ein Verfahren umfasst, bei dem die Kulturlösung als Kohlenstoff- und Energiequellen zu Beginn der Kultivierung D-Glukose, bevorzugt wenigstens 8 -10 g L 1, neben D-Xylose enthält. Das zu verwendende Kulturmedium sollte in geeigneter Weise den Ansprüchen der jeweiligen Mikroorganismen genügen. Beschreibungen von Kulturmedien verschiedenener Mikroorganismen sind im Handbuch "Manual of Methods for General Bacteriology” der American Society for Bacteriology (Washington D.C., USA, 1981) enthalten. Neben D-Xylose als Ausgangssubstrat der D-Xylonatbildung können als Kohlenstoffquelle Zucker und Kohlehydrate wie z.B. Glucose, Saccharose, Lactose, Fructose, Maltose, Melasse, Stärke und Cellulose, Öle und Fette wie z. B. Sojaöl, Sonnenblumenöl, Erdnussöl und Kokosfett, Fettsäuren wie z. B. Palmitinsäure, Stearinsäure und Linolsäure, Alkohole wie z. B. Glycerin und Ethanol und organische Säuren wie z. B. Essigsäure verwendet werden. Diese Stoffe können einzeln oder als Mischung verwendet werden. Als Stickstoffquelle können organische, Stickstoff-haltige Verbindungen wie Peptone, Hefeextrakt, Fleischextrakt,
Malzextrakt, Maisquellwasser, Sojabohnenmehl und Harnstoff oder anorganische Verbindungen wie Ammoniumsulfat, Ammoniumchlorid, Ammoniumphosphat, Ammoniumcarbonat und Ammoniumnitrat verwendet werden. Die Stickstoffquellen können einzeln oder als Mischung verwendet werden. Als Phosphorquelle können Kaliumdihydrogenphosphat oder Dikaliumhydrogenphosphat oder die entsprechenden Natrium-haltigen Salze verwendet werden. Das Kulturmedium sollte weiterhin Salze von Metallen enthalten wie z.B. Magnesiumsulfat oder Eisensulfat, die für das Wachstum notwendig sind. Schließlich können essentielle Wuchsstoffe, wie Aminosäuren und Vitamine
zusätzlich zu den oben genannten Stoffen eingesetzt werden. Die genannten Einsatzstoffe können zur Kultur in Form eines einmaligen Ansatzes hinzugegeben oder in geeigneter Weise während der Kultivierung zugefüttert werden.Zur pH - Kontrolle der Kultur werden basische Verbindungen wie Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Ammoniak oder saure Verbindungen wie Salzsäure, Phosphorsäure oder Schwefelsäure in geeigneter Weise eingesetzt. Zur Kontrolle der Schaumentwicklung können Antischaummittel wie z.B. Fettsäurepolyglykolester eingesetzt werden. Zur Aufrechterhaltung der Stabilität von Plasmiden können dem Medium geeignete selektiv wirkende Stoffe, z.B. Antibiotika, hinzugefügt werden. Um aerobe Bedingungen aufrechtzuerhalten werden Sauerstoff oder Sauerstoff-haltige Gasmischungen wie z.B. Luft in die Kultur eingetragen. Die Temperatur der Kultur liegt normalerweise bei 20°C bis 45°C und vorzugsweise bei 25°C bis 40°C. Die Kultur wird solange fortgesetzt, bis sich ein Maximum an D-Xylonat gebildet hat. Dieses Ziel wird normalerweise innerhalb von 10 Stunden bis 160 Stunden erreicht.
Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren bei dem die Kultivierung diskontinuierlich oder kontinuierlich, bevorzugt im batch-, fed-batch-, repeated-fed-batch-Modus oder als Ein-Topf- Hydrolyse-Fermentationsprozess erfolgt.
Eine bevorzugte Variante eines erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt im fed-batch-Modus. Besonders bevorzugt ist die„Zufütterung“ von D-Xylose.
Erfindungsgemäß umfasst ist auch ein Verfahren bei dem die Kultivierung einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle in einer Lösung erfolgt, die zusätzlich D- Glukose, bevorzugt in Konzentrationen von wenigstens 8-10 g L 1, enthält. Erfindungsgemäß umfasst ist auch ein Verfahren bei dem die Kultivierung einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle in einer Lösung erfolgt, die zusätzlich Komponenten enthält, ausgewählt aus der Gruppe: a) Stickstoff, bevorzugt Ammoniumchlorid, b) Phosphat, bevorzugt Kaliumphosphat, c) Biotin, und d) eine Kombination von a) - c). Besonders bevorzugt ist dieses Verfahren bei der Kultivierung einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle mit Bagasse, bevorzugt Rohrzucker-Bagasse, deren Hydrolysat oder daraus gewonnener Extrakt enthaltend D-Xylose, als C5-Kohlenstoffquelle.Für die Kultivierung auf Bagasse, bevorzugt hydrolysierter Bagasse, ist der Einsatz von Biotin nicht zwingend erforderlich.
In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine coryneforme Bakterienzelle eingesetzt, die nicht-rekombinant verändert ist. Somit ist erfindungsgemäß auch ein Verfahren umfasst, bei dem eine coryneforme Bakterienzelle eingesetzt wird, die
nicht-gentechnisch verändert (non-GVO) ist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase oder einer erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz oder einer erfindungsgemäßen coryneformen Bakterienzelle zur Herstellung von D-Xylonat. In einer Variante der vorliegenden Erfindung erfolgt die Herstellung von D-Xylonat in-vitro mit gereinigtem Enzym.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen D-Xylose- Dehydrogenase oder einer erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz zur Herstellung eines Wirtssystems ausgewählt aus der Gruppe enthaltend coryneforme Bakterien, bevorzugt Corynebacterium oder Brevibacterium, Hefen, bevorzugt Saccharomyces, und Pilze, bevorzugt Aspergillus. Erfindungsgemäß umfasst ist auch eine Nukleotidsequenz ausgewählt aus der Gruppe SEQ ID NO. 9 oder SEQ ID NO. 10, bevorzugt in Kombination mit einer erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenz, zur Herstellung coryneformer Bakterienzellen für die Herstellung von D-Xylonat. Eine bevorzugte Variante der vorliegenden Erfindung wird zur mikrobiellen Herstellung von D-Xylonat Corynebacterium glutamicum verwendet.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Zusammensetzung enthaltend D-Xylonat herstellt mit einem gereinigten Enzym, einem Enzym kodiert durch eine Nukleinsäuresequenz, eine coryneforme Bakterienzelle oder einem Verfahren gemäß den beschriebenen Varianten der vorliegenden Erfindung. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann weitere Stoffe aufweisen, die bei der Herstellung der gewünschten Produkte vorteilhaft sind. Eine Auswahl ist dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung von D-Xylonat hergestellt mit einem gereinigten Enzym, einem Enzym kodiert durch eine Nukleinsäuresequenz, einer coryneformen Bakterienzelle oder nach einem Verfahren gemäß den beschriebenen Varian- ten der vorliegenden Erfindung sowie die Verwendung einer zuvor genannten Zusammen- setzung zur Herstellung von Pharmazeutika, Lebensmitteln, Futtermitteln, Lösungsmitteln, Färbemitteln und/oder Komponenten der Baustoff-Industrie, bevorzugt Zement oder Beton. D-Xylonat weist dabei das Potential auf, gezielt die Eigenschaften von Zement oder Beton zu verbessern. Erfindungsgemäß findet es Verwendung als Wasserverminderer, Dispergiermit- tel oder Verzögerer zur Verlängerung der Abbindezeit von Zement oder Beton oder andren Baumitteln.
Tabellen und Figuren:
Tabelle 1 zeigt eine Übersicht anBakterienstämmen und Plasmiden der vorliegenden Erfin- düng. Die verschiedenen Stämme C. glutamicum ATCC13032 iolG\ C. glutamicum ATCC13032 iolG2 und C. glutamicum ATCC13032 iolG3 repräsentieren drei Integrationsstämme von C. glutamicum ATCC 13032 mit unterschiedlicher Anzahl von iolG- Kopien. Der Stamm C. glutamicum ATCC13032 /o/G1 weist eine Integration des homologen iolG- Gens im Chromosom auf, und zwar in der intergenen Region zwischen den C. cg 1121 und cg1122. iolG2 basiert auf iolG1 und enthält zusätzlich eine zweite Integration des homologen iolG- Gens in der intergenen Region zwischen cg0901 und cg0902. iolG3 basiert auf iolG2 und enthält zusätzlich eine dritte Integration des homologen iolG- Gens in der intergenen Region zwischen cg3327 und cg3328.
Tabelle 2 zeigt eine Übersicht der SEQ ID NO's der vorliegenden Erfindung
Figur 1 zeigt einen Homologievergleich der Aminosäuresequenzen (Figur 1b) und Nuklein- säuresequenzen (Figur 1a) kodierend für eine der erfindungsgemäßen D-Xylose- Dehydrogenasen(lolG) aus Corynebacterium glutamicum und der D-Xylose-Dehydrogenase (XylB) Caulobacter crescentus.
Figur 2 zeigt das Plasmid pk19 mobsacB P06 iolT1 mit dem erfindungsgemäß Nukleotidsub- stitutionen in der operativ-verknüpften regulatorischen Binderegion des myo-lnositol- Transportergens iolT 1 im Chromosom von Corynebacterium glutamicum erzeugt wurden.
Figur 3 zeigt die Position der erfindungsgemäßen Nukleotidsubstitutionen in der regulatori- schen Bindestelle des myo-lnositol-Transportergens iolT 1 im Vergleich zum Wildtyp. Relativ zum Startcodon von IolT 1 wurden an den Positionen -112 (C— >G) und -113 (A— >G) jeweils ein Nukleotid ausgetauscht. Dies entspricht den Positionen 665 und 666 in der Gesamtse- quenz des erfindungsgemäßen iolT1-Gens der Figur 3, bei dem die Nukleotide AC gegen
GG substituiert wurden. Diese Substitution befindet sich zwischen der -35 und -10 box des iolT1-Gens.
Figur 4 zeigt das Plasmid pk19 mobsacB P0i3 iolC mit dem erfindungsgemäß Nukleotidsubsti- tutionen in der operativ-verknüpften regulatorischen Binderegion des Carbohydratkinasegens iolC (des iolC-Clusters enthaltend iolG) im Chromosom von Corynebacterium glutamicum erzeugt wurden.
Figur 5 zeigt die Position der erfindungsgemäßen Nukleotidsubstitutionen in der regulatori- schen Bindestelle des iolC-Gens im Vergleich zum Wildtyp. Diese regulatorische Region (vor iolC) stellt die erfindungsgemäß operativ-verknüpfte regulatorische Region der Nukleinsäu- resequenz kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase dar, da das iolG- Gen in einem Cluster, dem sogenannten iolC-Cluster des myo-lnsitol-Katabolismus, organi- siert ist. Relativ zum Startcodon von IolC wurden an den Positionen -59 (C—G) und -60 (A -+G) jeweils ein Nukleotid ausgetauscht. Dies entspricht den Positionen 383 und 384 in der Gesamtsequenz des erfindungsgemäßen iolC-Gens der Figur 5, bei dem die Nukleotide AC gegen GG substituiert wurden. Diese Substitution befindet sich zwischen der -10-box und der Transkriptions-Start-Stelle (TSS) des iolC-Gens.
Figur 6 zeigt das Plasmid pk19 mobsacB P05-09 iolC mit dem erfindungsgemäß Nukleotidsub- stitutionen in der operativ-verknüpften regulatorischen Binderegion des Carbohydratkinase- gens iolC (des iolC-Clusters enthaltend iolG) im Chromosom von Corynebacterium glutami- cum erzeugt wurden.
Figur 7 zeigt die Position der erfindungsgemäßen Nukleotidsubstitutionen in der regulatori- schen Bindestelle des iolC-Gens im Vergleich zum Wildtyp. Diese regulatorische Region (vor iolC) stellt die erfindungsgemäß operativ-verknüpfte regulatorische Region der Nukleinsäu- resequenz kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase dar, da das iolG- Gen in einem Cluster, dem sogenannten iolC-Cluster des myo-lnsitol-Katabolismus, organi- siert ist. Relativ zum Startcodon von IolC wurden an den Positionen -240 (A->G), -239 (C- >G), -174 (A->G) und -173 (C->G) jeweils ein Nukleotid ausgetauscht. Dies entspricht den Positionen 143, 144, 211und 212 in der Gesamtsequenz des erfindungsgemäßen iolC-Gens der Figur 7, bei dem die jeweils die Nukleotide AC gegen GG substituiert wurden. Diese
Substitution befindet sich 5'-upstream der -10-box und der Transkriptions-Start-Stelle (TSS) des iolC-Gens.
TI
Figur 8 zeigt Plasmid pk19mo/)sacß_ D iolG mit dem die Nukleinsäuresequenz iolG kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase im Chromosom von Corynebacterium glutamicum deletiert wurde.
Figur 9 zeigt Plasmid pk19 mobsacB ncr cons Ptuf /o/Gmit demdie Nukleinsäuresequenz iolG kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase im Chromosom von Coryne- bacterium glutamicum unter Kontrolle des konstitutiven Tuf-Promotor in die intergene Region zwischen cg1121 und cg1122 integriert wurde.
Figur 10 zeigt Plasmid pk19mobsacB CgLP4 PTuf/o/Gmit dem die Nukleinsäuresequenz iolG kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase im Chromosom von Coryne- bacterium glutamicum unter Kontrolle des konstitutiven Tuf-Promotor in die intergene Region zwischen cg0901 und cg0902 integriert wurde.
Figur 11 zeigt Plasmid pk19mobsacB CgLP12 PTuf iolG mit dem die Nukleinsäuresequenz iolG kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase im Chromosom von Co- rynebacterium glutamicum unter Kontrolle des konstitutiven Tuf-Promotor in die intergene Region zwischen cg3227 und cg3228 integriert wurde.
Figur 12 zeigt Plasmid pEKEx3 /o/Gmit die Nukleinsäuresequenz iolG kodierend für die er- findungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase in Corynebacterium glutamicum verstärkt expri- miert wurde.
Figur 13 zeigt Plasmid pET28b /'o/Gmit demdie Nukleinsäuresequenz iolG kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase in Escherichia coli BL21 verstärkt exprimiert wurde.
Figuren 14 und 15 zeigen Wachstum, D-Xylose Aufnahme bzw. Akkumulation und die D- Xylonat-Bildung unterschiedlicher Varianten coryneformer Bakterienstämme.
Figur 16 zeigt die D-Xylonat-Bildung unterschiedlicher Varianten coryneformer
Bakterienstämme.
Figur 17 zeigt die Kalibration des Absorptionssignals bei 340 nm im kinetischen Assay zu NADH-Konzentration in mM (Blaue Punkte). Die gültige Kalibration wurde auf den Bereich 0 bis 1 mM NADH festgelegt und die entsprechende Regressionsgerade (gestrichelte rote Linie) mit zugehörigen Parametern, deren Werten und Fehler sind eingezeichnet.
Figur 18 zeigt Umsatzkurven für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase lolG mit D-Xylose als Substrat, für verschiedene, eingesetzte D-Xylose-Konzentrationen (25 mM oben links bis 1 mM unten rechts). Dargestellt sind die aufgezeichneten Absorptionsmessungen für eine Dauer von 20 Minuten.
Figur 19 zeigt Umsatzkurven für lolG mit myo-lnositol als Substrat, Darstellung analog zu Figur 18.
Figur 20 zeigt die Berechnung der Anfangsreaktionsraten zum D-Xyloseumsatz mit lolG. Gezeigt sind die Bildungen von NADH in mM nach Kalibration des Absoprtionssignals nach ca. 2.5 Minuten für 10 aufeinander folgende Messungen (blaue Punkte, ca. 2 Minuten Dauer), jeweils für verschiedene eingesetzte D-Xylosekonzentrationen von 25 mM (oben links) bis 1 mM (unten rechts). Die jeweiligen Anfangsreaktionsraten (rote Linien) ergeben sich aus der Steigung der Regressionsgerade in mM/min, die jeweiligen Parameter der Kalibrationsgerade mit Werten und Fehlern sind in den einzelnen Legenden gezeigt.
Figur 21 zeigt die Parameterschätzung der Michaelis-Menten Enzymkinetik aus Anfangsreaktionsraten bei der Umsetzung von D-Xylose durch die erfindungsgemäße D- Xylonat-Dehydrogenase lolG (schwarze Punkte). Die Parameter wurde mittels gewichteter nicht-linearer Regression bestimmt unter der Annahme normal verteilter Messfehler und entsprechen somit dem Maximum-Likelihood-Schätzer der Parameter der Michael-Menten Kinetik. Die resultierende Kinetik ist als schwarze gestrichelte Linie gezeigt, als schattierte Flächen eingezeichnet sind zusätzlich Kinetiken basierend auf Zufallswerten, entsprechend der 2-dimensionalen Normalverteilung mit Kovarianzmatrix des Maximum-Likelihood-
Schätzers.
Die vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert, die jedoch nicht limitierend sind:
Veränderung der reaulatorischen Bindestelle im Promotorbereich des MvO-lnositol-
Transporters lolT1 durch Nukleotidsubstitutionen in C. glutamicum
C. glutamicum ATCC13032 P06iolT1 wurden nach Niebisch und Bott (2001) (https://doi.org/10.1007/s002030100262) mit dem Vektor pK19mobsacB über doppelt homo- loge Rekombination(Schäfer et a/., 1994) (https://doi.org/10.1016/0378-1119(94)90324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt zwei PCR-Produkte generiert, die die 5’- Region vor dem iolT1- Gens (Primer: PromiolT1_fw_fw / PromiolT1fw_rev) mit den zwei aus- zutauschenden Nucleotiden bzw. die 3’-Region des Gens (Primer: Piolt1_rev_fw / Pi- olt1_rev_rev) enthielten. Für die spätere homologe Rekombination wurden jeweils 500 Ba- senpaare der flankierenden Regionen amplifiziert. Im zweiten Schritt wurden die DNA- Fragmente zusammen mit dem bereits über die Restriktionsendonucleasen xBal und EcoRI geschnittenen pk19mobsacß-Vektor mittels Gibson Assembly fusioniert (Gibson et al., 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Dieses so erhaltene Plasmid pK19/77obsacß_P06/'o/T/wurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das auf dem Plasmid vorliegenden Kanamycinresistenzgen, konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließen- der Gelelektrophorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA- Sequenz bestimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 pl_ Aliquot elektrokompe- tenter C. glutamicum Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 pg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mixtur wurde mit 800 pl_, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektroporator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 mL, auf 46 °C vorgewärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS-Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde die Funktion des sacB- Gens getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI-Kan25-Agar mit 10%- Saccharose übertragen wurden. Zur Selektion auf erfolgreiche Exzision bei einem zweiten Rekombinationsereignis, wurden die auf BHI-Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI- Medium kultiviert und 100 pl der Kultur und einer 1 :10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10 % Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI-Agar mit 10 % Sac-
charose übertragen. Von den Saccharoseresistenten und Kanamycin-sensitiven Klonen wur- de eine Kolonie-PCR (Primer: checkPromiolTlfw / checkPromiolTI rev) mit anschließender DNA-Sequenzierung durchgeführt, um die erfolgreiche Nukelotidsubstitutionen zu bestäti- gen.
Primer:
PromiolT1_fw_fw : TGCATGCCT GCAGGTCGACT G AAAAATT GAT CAGCAAACACC
PromiolTI fw_rev: GGCAGACACGATATCCCCCGTCAATCGTACATAGGGAA
Pioltl _rev_fw: CGGGGGATATCGTGTCTGCCACGATTAAAG
pioltl _rev_rev: TT GT AAAACGACGGCCAGTGGAGT CCAAGAAGCACACG
checkPromiolTlfw: T ACG AATGCCCACTTCGCACCCTT
checkPromiolTI rev: CAACTCATTACGGCCAGCCAGTGAGC
Veränderung der requlatorischen Bindestelle im Promotorbereich der Carbohvdratkinase IolC durch Nukleotidsubstitutionen in C. alutamicum
C. glutamicum ATCC13032 P06iolT1P0:ziolC wurden nach Niebisch und Bott (2001 ) (https://doi.org/10.1007/s002030100262) mit dem Vektor pK19 mobsacB über doppelt homo- loge Rekombination(Schäfer et al., 1994) (https://doi.orq/10.1016/0378-1 119(94)90324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt zwei PCR-Produkte generiert, die die 5’- Region vor dem iolC- Gens (Primer: P013 iolC fw / P013 iolC rev) mit den zwei auszutau- schenden Nucleotiden bzw. die 3’-Region des Gens (Primer: P013 iolC rev_fw / P013 iolC rev_rev) enthielten. Für die spätere homologe Rekombination wurden jeweils 500 Basenpaa- re der flankierenden Regionen amplifiziert. Im zweiten Schritt wurden die DNA-Fragmente zusammen mit dem bereits über die Restriktionsendonucleasen xBal und EcoRI geschnitte- nen pk19mobsacß-Vektor mittels Gibson Assembly fusioniert (Gibson et al., 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Dieses so erhaltene Plasmid pK19mobsacß_P013/o/C wurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das auf dem Plasmid vorliegenden Kanamycinresistenzgen, konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließen- der Gelelektrophorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA- Sequenz bestimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 pL Aliquot elektrokompe- tenter C. glutamicum ATCC13032 P 06iolT1 -Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 pg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mixtur wurde mit 800 pL, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektroporator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde
die Mixtur in 4 mL, auf 46 °C vorgewärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS-Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde die Funktion des sacB-Ge ns getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI-Kan25-Agar mit 10%- Saccharose übertragen wurden. Zur Selektion auf erfolgreiche Exzision bei einem zweiten Rekombinationsereignis, wurden die auf BHI-Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI-Medium kultiviert und 100 pl der Kultur und einer 1 :10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10 % Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI-Agar mit 10 % Saccharose übertragen. Von den Saccharoseresistenten und Kanamycin-sensitiven Klonen wurde eine Kolonie-PCR (Primer: Check Prom iolC fw / Check Prom iolC_rev) mit anschließender DNA-Sequenzierung durchgeführt, um die erfolgreiche Nukelotidsubstitutio- nen zu bestätigen.
Primer:
P013 iolC fw: T GCAT GCCT GCAGGT CG ACT GGAT GCCGT CTT CGAGGC
P013 iolC rev: GACCCT CACGATCGCATCCCAT GACAAT AACAC
P013 iolC rev_fw: GGGAT GCG AT CGT GAGGGT CGCCACATT C
P013 iolC rev_rev: TT GT AAAACGACGGCCAGTGCTTGGCT CTT CACT GAAACCAG
Check Prom iolC fw: TCTCGTTTTCTAGGCGTGCTCCGGG
Check Prom iolC rev: CG ACGGTT CGCACGAGT AGT CA
Veränderung der requlatorischen Bindestelle im Promotorbereich der Carbohvdratkinase lo/C durch Nukleotidsubstitutionen in C. alutamicum
C. glutamicum ATCC 13032 Rob iolT1 Pos-o 9/0/C wurde nach Niebisch und Bott (2001 ) (DOI 10.1007/s002030100262) mit dem Vektor pK19 mobsacB über doppelt homologe Rekombination (Schäferei a/., 1994) (https://doi.Org/10.1016/0378-
1 1 19(94)90324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt zwei PCR- Produkte generiert, die die 5’- Region vor dem kodierenden Bereich des iolC- Gens (Primer: P05-P09 iolC_fw_fw / P05-P09 iolC_fw_rev) mit den vier auszutauschen- den Nucleotiden bzw. die 3’-Ende von iolC (Primer: P05-P09iolC_rev_fw/ P05- P09iolC_rev_rev) enthielten. Für die spätere homologe Rekombination wurden je- weils 500 Basenpaare der flankierenden Regionen amplifiziert. Im zweiten Schritt wurden die DNA-Fragmente zusammen mit dem bereits über die Restriktionsen- donucleasen Xbal und EcoRI geschnittenen pk19mojbsacß-Vektor mittels Gibson
Assembly fusioniert (Gibson et ai, 2009)(DOI:10.1038/NMETH.1318). Dieses so er- haltene Plasmid wurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das auf dem Plasmid vorliegenden Kanamycinresistenzgen konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließender Gelelektrophorese auf Vorhandensein des Monierten Inserts überprüft, und dessen DNA-Sequenz bestimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 pl_ Aliquot elektrokompetenter C. glutamicum ATCC13032 ROQ iolT1 -Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 pg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mixtur wurde mit 800 pL, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektroporator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 mL, auf 46 °C vorgewärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C in- kubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS-Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde die Funktion des sacB- Gens getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI-Kan25-Agar mit 10%- Saccharoseübertragen wurden. Zur Selektion auf erfolg- reiche Exzision bei einem zweiten Rekombinationsereignis, wurden die auf BHI- Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI-Medium kultiviert und 100 pl der Kul tur und einer 1 :10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10% Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI-Agar mit 10% Saccharose übertragen. Von den Saccharose-resistenten und Kanamycin-sensitiven Klonen wurde eine Ko- lonie-PCR (Primer: P05-P09iolC_check_fw / P05-P09iolC_check_rev)mit anschlie- ßender DNA-Sequenzierung durchgeführt, um die erfolgreiche Nukelotidsubstitutio- nen zu bestätigen.
Primer:
P05-P09 iolC_fw_fw:TGCATGCCTGCAGGTCGACTGGTTGGCGTTTTTGAGGTC
P05-P09 iolC_fw_rev: TAAGTTT CGCT ACT CATT CCCT AAT GCAAGT GAT AATCCC AG AT C AAT AAA
P05-
P09iolC_rev_fw:GGAATGAGTAGCGAAACTTAGTGAAAAGGGCAGAGTTTGCAGGTCATAGGGTG
CAA
P05-P09iolC_rev_rev: TT GT AAAACG ACGGCC AGT GT CC AGCT CAGCAAGC AGG
P05-P09iolC_check_fw:GAGTTTTTCTGCGATGGCGGAACTT
P05-P09iolC check rev: GGGGT CTT AAAAGT CT GATCGGT GG
Veränderung der requlatorischen Bindestelle im Promotorbereich des Mvo-Inositol- Transporters IoIT 1 durch Nukleotiddeletionen in C. alutamicum
C. glutamicum ATCC13032 DR06iolT1 wurden nach Niebisch und Bott (2001) (https://doi.org/10.1007/s002030100262) mit dem Vektor pK19 mobsacB über doppelt homologe Rekombination(Schäfer et al., 1994) (https://doi.org/10.1016/0378-1 119(94)90324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt zwei PCR-Produkte generiert, die die 5’- Region vor dem /o/7 f-Gens (Primer: DP06iolT1_Fw_fw / DP06iolT1_Fw_rev) mit den zwei deletierten Nucleotiden bzw. die 3’-Region des Gens (Primer: DP06iolT1_rev_fw / DP06iolT1_rev_rev) enthielten. Für die spätere homologe Rekombination wurden jeweils 500 Basenpaare der flankierenden Regionen amplifiziert. Im zweiten Schritt wurden die DNA-Fragmente zusammen mit dem bereits über die Restriktionsendonucleasen xBal und EcoRI geschnittenen pk19moösacß-Vektor mittels Gibson Assembly fusioniert (Gibson et al., 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Dieses so erhaltene Plasmid pK19mobsacB_A P o6/o/Ti wurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das auf dem Plasmid vorliegenden Kanamycinresistenzgen, konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließender Gelelektrophorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA-Sequenz be stimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 pl_ Aliquot elektrokompetenter C. glu tamicum Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 pg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mixtur wurde mit 800 pl_, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektroporator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 ml_, auf 46 °C vorge wärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS- Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde die Funktion des sacB- Gens getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI-Kan25-Agar mit 10%- Saccharose übertragen wurden. Zur Selektion auf erfolgreiche Exzision bei einem zweiten Rekombinationsereignis, wurden die auf BHI-Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI-Medium kultiviert und 100 mI der Kultur und einer 1 :10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10 % Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI-Agar mit 10 % Saccharose übertragen. Von den Saccharoseresistenten und Kanamycin-sensitiven Klonen wurde eine Kolonie-PCR (Primer: checkPromiolTlfw / checkPromiolH rev) mit anschließender DNA-Sequenzierung durchgeführt, um die erfolgreiche Deletion zu bestätigen.
Primer:
DP06iolT1 _Fw_fw: TGCATGCCTGCAGGT CG ACT AATT GAT CAGCAAACACC
DPO610IT 1_Fw_rev: ATCGTGGCAGACACGATATCCCGTCAATC
DP06iolT 1_rev_fw: GAT AT CGT GT CT GCCACG ATT AAAG ACATT G
DPO610IT 1_rev_rev: TTGT AAAACGACGGCCAGT GACTGCGAGT CCAAGAAGC
checkPromiolTlfw: T ACG AATGCCCACTT CGCACCCTT
checkPromiolTI rev: CAACT CATT ACGGCCAGCCAGT GAGC
Veränderung der requlatorischen Bindestelle im Promotorbereich der Carbohvdratkinase lolC durch Nukleotiddeletionenin C. alutamicum
C. glutamicum ATCC13032 P06iolT1 DR013 iolC wurden nach Niebisch und Bott (2001 ) (https://doi.org/10.1007/s002030100262) mit dem Vektor pK19 mobsacB über doppelt homo- loge Rekombination(Schäfer et a/., 1994) (https://doi.org/10.1016/0378-1 1 19(94190324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt zwei PCR-Produkte generiert, die die 5’- Region vor dem iolC- Gens (Primer: DP013iolC_fw_fw / DP013iolC_fw_rev) mit den zwei deletierten Nucleotiden bzw. die 3’-Region des Gens (Primer: DP013iolC_rev_fw / DP013iolC_rev_rev) enthielten. Für die spätere homologe Rekombination wurden jeweils 500 Basenpaare der flankierenden Regionen amplifiziert. Im zweiten Schritt wurden die DNA-Fragmente zusammen mit dem bereits über die Restriktionsendonucleasen xBal und EcoRI geschnittenen pk19/nobsacß-Vektor mittels Gibson Assembly fusioniert (Gibson et al., 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Dieses so erhaltene Plasmid pK19 mobsacB_A P0i3/o/Cwurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das auf dem Plasmid vorliegenden Kanamycinresistenzgen, konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließender Gelelektro- phorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA-Sequenz be- stimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 mI_ Aliquot elektrokompetenter C. glutamicum ATCC 13032 P06iolT1 -Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1 -4,5 pg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mix tur wurde mit 800 pL, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektropo- rator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 ml_, auf 46 °C vorgewärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS-Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde die Funktion des sacB- Gens getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI-Kan25-Agar mit 10%- Sac- charose übertragen wurden. Zur Selektion auf erfolgreiche Exzision bei einem zweiten Re- kombinationsereignis, wurden die auf BHI-Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI- Medium kultiviert und 100 pl der Kultur und einer 1 :10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10 %
Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI-Agar mit 10 % Sac- charose übertragen. Von den Saccharoseresistenten und Kanamycin-sensitiven Klonen wur- de eine Kolonie-PCR (Primer: Check Prom iolC fw / Check Prom iolC rev) mit anschließen- der DNA-Sequenzierung durchgeführt, um die erfolgreiche Deletion zu bestätigen.
Primer:
DP013iolC_fw_fw: TGCATGCCTGCAGGTCGACTCCGTCTTCGAGGCGTTGG
DP013iolC_fw_rev: GT GGCGACCCT CACGATCGCAT CCCAT G
DP013iolC_rev_fw: GCGATCGTGAGGGTCGCCACATTCCATC
DP013iolC_rev_rev: TT GT AAAACG ACGGCCAGT GCGCGGCTTGGCT CTT CAC
Check Prom iolC fw: TCTCGTTTTCTAGGCGTGCTCCGGG
Check prom iolC_rev: CGACGGTTCGCACGAGTAGTCA
Veränderung der requlatorischen Bindestelle im Promotorbereich der Carbohvdratkinase
IolC durch Nukleotiddeletionen in C. alutamicum
C. glutamicum ATCC13032 P06iolT1 DRO5-09 iolC wurden nach Niebisch und Bott (2001) (https://doi.org/10.1007/s002030100262) mit dem Vektor pK19 mobsacB über doppelt homologe Rekombination(Schäfer et al., 1994) (https://doi.orq/10.1016/0378-1 119(94)90324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt zwei PCR-Produkte generiert, die die 5’- Region vor dem iolC- Gens (Primer: AP05-P09iolC_fw_fw / AP05-P09iolC_fw_rev) mit den zwei deletierten Nucleotiden bzw. die 3’-Region des Gens (Primer: AP05-P09iolC_rev_fw / AP05-P09iolC_rev_rev) enthielten. Für die spätere homologe Rekombination wurden je- weils 500 Basenpaare der flankierenden Regionen amplifiziert. Im zweiten Schritt wurden die DNA-Fragmente zusammen mit dem bereits über die Restriktionsendonucleasen xBal und EcoRI geschnittenen pk19mobsacß-Vektor mittels Gibson Assembly fusioniert (Gibson et al., 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Dieses so erhaltene Plasmid pK19 mobsacB_A P05-09 iolC wurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das auf dem Plasmid vorliegenden Kanamycinresistenzgen, konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließender Gel- elektrophorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA- Sequenz bestimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 mI_ Aliquot elektrokompe- tenter C. glutamicum ATCC 13032 P06iolT1 -Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 pg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mixtur wurde mit 800 pl_, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im
Elektroporator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 ml_, auf 46 °C vorgewärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS-Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde die Funktion des sacB- Gens getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI-Kan25-Agar mit
10%- Saccharose übertragen wurden. Zur Selektion auf erfolgreiche Exzision bei einem zweiten Rekombinationsereignis, wurden die auf BHI-Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI-Medium kultiviert und 100 pl der Kultur und einer 1:10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10 % Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI-Agar mit 10 % Saccharose übertragen. Von den Saccharoseresistenten und Kanamycin-sensitiven Klonen wurde eine Kolonie-PCR (Primer: Check AP05-P09iolC_fw / Check DR05- P09iolC_rev) mit anschließender DNA-Sequenzierung durchgeführt, um die erfolgreiche Deletion zu bestätigen.
AP05-P09iolC_fw_fw: TGCAT GCCT GCAGGT CG ACTGGTT GGCGTTTTT GAGGT C
AP05-P09iolC_fw_rev: T AAGTTT CGCT ACT C ATT CCCT AAT G C AAGT GAT AAT C AG AT- CAATAAAAGCCCTGGAT
AP05-P09iolC_rev_fw: GGAAT GAGTAGCGAAACTT AGT GAAAAGGGCAGAGTTT - GCAGGT CAT AGTGCAACTTT GTT AACCC AP05-P09iolC_rev_rev: TTGTAAAACGACGGCCAGTGTCCAGCTCAGCAAGCAGG Check AP05-P09iolC_fw: GAGTTTTT CT GCGATGGCGG AACTT Check APQ5-P09iolC rev: GGGGTCTTAAAAGTCTGATCGGTGG
Deletion der D-Xylose-Dehvdroaenase lolG in C. glutamicum
C. glutamicum ATCC13032 AiolG wurden nach Niebisch und Bott (2001) (https://doi.org/10.1007/s002030100262) mit dem Vektor pK19 mobsacB über doppelt homo- loge Rekombination(Schäfer et al., 1994) (https://doi.orq/10.1016/0378-1119(94)90324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt zwei PCR-Produkte generiert, die die 5’- Region des iolG- Gens (Primer: iolG vorne fw / iolG vorne rev) mit den ersten drei Codons bzw. die 3’-Region (Primer: iolG hinten fw / iolG hinten rev) mit den letzten sechs Codons des iolG- Gens enthielten. Für die spätere homologe Rekombination wurden jeweils 500 Ba- senpaare der flankierenden Regionen amplifiziert. Im zweiten Schritt wurden die DNA- Fragmente zusammen mit dem bereits über die Restriktionsendonucleasen xBal und EcoRI
geschnittenen pk19mobsacß-Vektor mittels Gibson Assembly fusioniert (Gibson et ai, 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Dieses so erhaltene Plasmid pK19mobsacB_A\o\G wurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das auf dem Plasmid vorlie- genden Kanamycinresistenzgen, konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid auf- genommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließender Gelelektrophorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA-Sequenz bestimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 pL Aliquot elektrokompetenter C. glutamicum Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 pg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mixtur wurde mit 800 pL, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektroporator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 mL, auf 46 °C vorgewärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS-Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde die Funktion des sacB- Gens getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI-Kan25-Agar mit 10%- Saccharose übertragen wurden. Zur Selektion auf erfolgreiche Exzision bei einem zweiten Rekombinationsereignis, wurden die auf BHI-Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI-Medium kultiviert und 100 pl der Kultur und einer 1 :10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10 % Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI-Agar mit 10 % Saccharose übertragen. Von den Sac charoseresistenten und Kanamycin-sensitiven Klonen wurde eine Kolonie-PCR (Primer: check iolG fw / check iolG rev) mit anschließender Gelelektrophorese durchgeführt, um die erfolgreiche Deletion zu bestätigen.
Primer:
iolG vorne fw: TGCATGCCTGCAGGTCGACTGAAGAGTTCGGCATGAAGC
iolG vorne rev: TACTCCCGGGCATATGGCGAAGGCTCTTGCTCAT
iolG hinten fw: GAGCCTT CGCCAT AT GCCCGGGAGT ACT GGAT CCGTT GAT GCGGCAC-
CTCGC
iolG hinten rev: TT GTAAAACG ACGGCCAGT GAT GACT CGCCATGCTT CAATACC check iolG fw: CGACGTTGCT GGT CTT GCTT CCAAG
check iolG rev: GGTT AGT GAT GT AGCGCAGGCCGTG
Chromosomale Integration der D-Xylose-Dehvdroaenase IolG in C. glutamicum
Die verschiedenen C. glutamicum Integrationsmutanten C. glutamicum ATCC13032 iolG C. glutamicum ATCC 13032 iolG2 , C. glutamicum ATCC 13032 /'o/G3 wurden nach Niebisch und
Bott (2001) (https://doi.org/10.1007/s002030100262) jeweils mit Vektoren auf Basis von pK19 mobsacB über doppelt homologe Rekombination(Schäfer et al., 1994) (https://doi.ora/10.1016/0378-1 119(94)90324-7) konstruiert. Dazu wurden in einem ersten Schritt PCR-Produkte generiert, die die flankierenden Regionen der verschiedenen Integrati- onsloci, den konstitutionellen Promotor Tuf und das Gen iolG enthielten (Primer: NCS_PT uf_fw / NCS_PTuf_rev / NCS_Ptuf_iolG_fw / NCS_Ptuf_iolG_rev / CgLP4_fw_fw / CgLP4_fw_rev / CgLP4_PTuf_fw / CgLP4_PTuf_rev / CgLP4_iolG_fw / CgLP4_iolG_rev / CgLP4_rev_fw / CgLP4_rev_rev / CgLP12_fw_fw / CgLP12_fw_rev / CgLP12_PTuf_fw / CgLP12_PTuf_rev / CgLP12_iolG_fw / CgLP12_iolG_rev / CgLP12_rev_fw / CgLP12_rev_rev). Im zweiten Schritt wurden die DNA-Fragmente zusammen mit dem be- reits über die Restriktionsendonucleasen xBal und EcoRI geschnittenen pk19mo0sacß- Vektoren jeweils mittels Gibson Assembly fusioniert (Gibson et al., 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Die so erhaltenen Plasmide pk19/7700sacß ncr cons PTuf/o/G , pk19 mobsacB CgLP4 PTuf iolG und pk19 mobsacB CgLP12 PTuf/ 'o/G wurden mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch das jeweils auf denkonstruierten Plasmiden vorliegenden Kanamycinresistenzgen, konnten nur solche Klone wachsen, die jeweils das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließender Gel- elektrophorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA- Sequenz bestimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 pL Aliquot elektrokompe- tenter C. glutamicum Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 pg des jeweils zu transformie- renden Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvette überführt. Die Mixtur wurde mit 800 pL, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektroporator (2500 V, 25 pF, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 ml_, auf 46 °C vorgewärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert und die Suspension auf BHIS-Kan15-Agar ausplattiert. Anschließend wurde jeweils die Funktion des sacB- Gens getestet, indem die Klone auf BHI-Kan25-Agar und auf BHI- Kan25-Agar mit 10%- Saccharose übertragen wurden. Zur Selektion auf erfolgreiche Exzisi- on bei einem zweiten Rekombinationsereignis, wurden die auf BHI-Kan25 kultivierten Zellen für ca. 5 h in 5 ml BHI-Medium kultiviert und 100 pl der Kultur und einer 1 :10-Verdünnung auf BHI-Agar mit 10 % Saccharose ausplattiert. Die Klone wurden auf BHI-Kan25-Agar und BHI- Agar mit 10 % Saccharose übertragen. Von den Saccharoseresistenten und Kanamycin- sensitiven Klonen wurde eine Kolonie-PCR (Primer: NCS check fw / NCS check rev / CgLP4_Check_fw / CgLP4_Check_rev / CgLP12_Check_fw / CgLP12_Check_rev) mit an- schließender DNA-Sequenzierung durchgeführt, um jeweils die erfolgreiche Integration zu bestätigen.
Primer:
NCS_PT uf_fw: TTT AAATT GT GT CCAT GAGGCACAGGGT AGCTGGT AGTTT G
NCS_PTuf_rev: T CTTGCT CAT ACGCGTT CCT CCT GGACTT C
NCS_Ptuf_iolG_fw: AGGAACGCGTATGAGCAAGAGCCTTCGC
NCS_Ptuf_iolG_rev: CGAAGCAT ATGCCCGGGAGTTT AAGCGT AG AAAT CT GGGC
NCS check fw: CGG AAT GAT CTT GACCCTT GTTGGT G
NCS check rev: AT CAAGCAG AT CT CT GAGCTGCT GGC
CgLP4_fw_fw: TGCAT GCCT GCAGGT CG ACT CTT CT GGGTCGGCGATAC
CgLP4_fw_rev: CTACCCTGTGCATCAAAAAATCCGCCGTTC
CgLP4_PTuf_fw: TTTTTT GAT GCACAGGGT AGCT GGT AGTTT G
CgLP4_PTuf_rev: T CTT GCT CAT ACGCGTT CCTCCT GGACTT C
CgLP4_iolG_fw: AGGAACGCGTATGAGCAAGAGCCTTCGC
CgLP4_iolG_rev: CT CACTT AGTTT AAGCGT AGAAAT CTGGGC
CgLP4_rev_fw: CT ACGCTT AAACT AAGT G AGTTTGG AT G
CgLP4_rev_rev: TT GT AAAACGACGGCCAGT GT AGT ACGCGGAT AAAT GAT C
CgLP4_Check_fw: TGCAGGTCACTGTGGAAAATCG
CgLP4_Check_rev: AATCAGCATCACCCATCCCTTCAC
CgLP12_fw_fw: T GCATGCCTGCAGGT CGACTCGTT GAAGACT CCGT CAAAC
CgLP12_fw_rev: CT ACCCT GT GAT AT GCCGATT GCAAGAAAC
CgLP12_PT uf_fw: AT CGGCAT AT CACAGGGT AGCTGGT AGTTT G
CgLP12_PT uf_rev: T CTT GCT CAT ACGCGTTCCT CCT GGACTT C
CgLP12 _iolG_fw: AGGAACGCGTATGAGCAAGAGCCTTCGC
CgLP12 _iolG_rev: ATTTTTT G ACT GATT AAG CGT AGAAAT CTGGGC
CgLP12_rev_fw: CT ACGCTT AAT CAGT CAAAAAAT GTT G AAAT CAG
CgLP12_rev_rev: TT GT AAAACGACGGCCAGT GTT GGCGCTT CTTT GAAG AG
CgLP12_Check_Fw: CT CAAGGT CAT CCGT G AAAT GT GGC
CgLP12_Check_Rev: TTGGCTTTCCATGCTTTGAGGACT
Plasmid-basierte Expression der D-Xylose-Dehvdroaenase lolG in C. glutamicum
Im ersten Schritt zur Isolation genomischer DNA wurden C. glutamicum- Zellen durch Sus- pension in 50 pL 2 %-igem DMSO und anschließender Inkubation für 5 Minuten bei 95 °C
aufgebrochen. Die Zelltrümmer wurden für 1 min bei 1 1.000 Upm abzentrifugiert und 3 mI_ des Überstandes als Template zur Amplifikation von iolG verwendet (Primer: p3_iolG_fw / p3_iolG_rev). Dieses Amplifikat wurde zusammen mit dem bereits über die Restriktionsen- donucleasen pstl und EcoRI geschnittenen pEKEx3 Vektor im Gibson Assembly fusioniert (Gibson et al., 2009) (https://doi.org/10.1038/NMETH.1318). Dieses so erhaltene Plasmid pEKEx3 /o/Gwurde mittels Hitzeschock in E. coli DH5a transformiert. Durch die vom Plasmid vermittelte Spectinomycinresistenz, konnten nur solche Klone wachsen, die das Plasmid aufgenommen hatten. Diese wurden mittels Kolonie-PCR und anschließender Gelelektro- phorese auf Vorhandensein des klonierten Inserts überprüft, und dessen DNA-Sequenz be- stimmt. Nach Isolierung des Plasmids wurde ein 150 pl_ Aliquot elektrokompetenter C. glu- tamicum Zellen auf Eis aufgetaut, dieses mit 1-4,5 mg des Plasmids vermischt und in eine auf Eis vorgekühlte 0,2 cm Elektroporationsküvetten überführt. Die Mixtur wurde mit 800 mI_, 4 °C kaltem, 10 %igem Glycerin (v/v) überschichtet und im Elektroporator (2500 V, 25 mR, 200 W, 2 mm elektroporiert. Nach der Elektroporation wurde die Mixtur in 4 ml_, auf 46 °C vorge wärmtem, BHIS Medium überführt und für 6 min bei 46 °C inkubiert. Anschließend wurden die Zellen für zwei Stunden bei 30 °C mit 170 Upm inkubiert. Die Suspension wurde anschließend auf BHI-Spc100-Agar ausplattiert.
Primer:
p3_iolG_fw: GCCAAGCTTGCATGCCTGCAGCT AGT AT AAGGAG AT AT AGAT AT -
GAGCAAGAGCCTTCGC
p3_iolG_rev: CT GTAAAACGACGGCCAGT GTTAAGCGT AGAAAT CT GGGC Medium und Kultivierunqsbedinqunqen
Zur Kultivierung von C. glutamicum- Stämmen wurde komplexes Brain Heart Infusion- Medium (BHI, Difco Laboratories, Detroit, USA) und definiertes CGXII-Medium verwendet. Das CGXII-Medium enthielt pro Liter entionisiertem Wasser folgende Zusammensetzung: 1 g K2HP04, 1 g KH2P04, 5 g Harnstoff, 13.25 mg CaCI2 · 2 H20, 0.25 g MgS04 7 H20, 10 mg FeS04 7 H20, 10 mg MnS04 · H20, 0.02 mg NiCI2 · 6 H20,
0.313 mg CuS04 · 5 H20, 1 mg ZnS04 7 H20, 0.2 mg Biotin, 3,4-Dihydroxybenzoat, 0.02 % (v v 1) Antischaum AF204. Für die Kultivierung von Stämmen mit dem Expressionsvektor pEKEx3 wurde Spectinomycin und isopropyl ß-D-thiogalactoside (IPTG) zu finalen Konzent rationen von 100 pg mL 1 bzw. 1 mmol L 1 zugegeben. Alle Chemikalien wurden von Sigma- Aldrich (Steinheim, Deutschland) erworben. Zunächst wurden Vorkulturen auf BHI-Medium in Reagenzgläsern aus Einzelkolonien beimpft und für 8 h bei 30 °C auf einem Rotationsschüttler bei 170 U min 1 inkubiert. Aus dieser Kultur wurde dann eine zweite Vorkultur in 500 mL Schüttelkolben mit 50 mL definiertem CGXII Medium sowie 10 g L 1 D-Glucose und 30 g L 1 D-Xylose als Kohlenstoff- und Energiequelle beimpft und für 15 h bei 30 °C auf einem Rota-
tionsschüttler bei 130 U min 1 inkubiert. Anschließend wurde die Hauptkultur auf eine OD60o von 1 in 50 mL definiertem CGXII-Medium mit 10 g L 1 D-Glucose und 30 g L 1 D-Xylose als Kohlenstoff- und Energiequellen beimpft und für 56 h bei 30 °C auf einem Rotationsschüttler bei 130 U min 1 inkubiert. Aus der Hauptkultur wurden Proben zur Messung der Konzentrati- onen von Biomasse, D-Xylose und D-Xylonat entnommen.
Herstellung von Baqasse-Hvdrolvsat
Zur D-Xylonat-Produktion mittels Batch und Fed-Batch-Verfahren wurde definiertes CGXII- Medium und vorbehandeltes Bagasse-Hydrolysat verwendet. Die Vorbehandlung gemahle- ner Bagasse (0.25 - 1 cm) erfolgte durch Inkubation in 0.1 mol L 1 H2S04 bei 121 °C. Die anschließende Hydrolyse erfolgte in einem parallelen Bioreaktorsystem (Eppendorf/DASGIP, Jülich, Deutschland) mit einem Arbeitsvolumen von 600 ml_ und einer Lösung bestehend aus 180 g vorbehandelter Bagasse, 50 mM C2H3Na02 und 10.4 mL Enzymmix Cellic CTec2 (No- vomzymes, Bagsvserd, Dänemark). Der pH wurde auf pH 5 mittels KOH gestellt und die Hyd- rolyse erfolgte bei 50 °C für 72 h bei konstanter Rührerdrehzahl (400 U min-1). Anschließend wurden 8 g NH4CI und 2 g K2HP04 in 200 mL entionisiertem Wasser gelöst und dem Hydro- lysat zugegeben. Danach wurde das Medium für Kultivierungszwecke auf pH 7 durch 5 M NH OH eingestellt. Einige Mediumkomponenten (D-Glucose, D-Xylose, PCA, Spuren- elemente, AF204) wurden steril nach dem Autoklavieren hinzugefügt. Im Fall des Fed-Batch- Prozesses wurde eine Lösung von 100 g L 1 D-Glucose in entionisiertem Wasser eingesetzt.
Während der Kultivierung wurde der pH-Wert zweiseitig auf pH 7 durch Zuführung von 5 M H3P0 bzw. 5 M NH OH geregelt. Die Temperatur und Begasungsrate wurde auf 30 °C bzw. 0.5 vvm fixiert. Aerobe Prozessbedingungen (> 30 % Gelöstsauerstoffkonzentration) wurden durch Regelung der Rührerdrehzahl (400 - 1 ,200 U min 1) gewährleistet. Online- Messungen wurden für pH (405-DPAS-SC-K80/225, Mettler Toledo), DO (Visiferm DO 225, Hamilton) und Abgaszusammensetzung (GA4, DASGIP AG) durchgeführt. Die Inokulation erfolgte von einer exponentiell wachsenden Vorkultur auf CGXII-Medium (20 g L 1 D- Glucose) auf eine finale OD von 2. Aus der Hauptkultur wurden Proben zur Messung der Konzentrationen von Biomasse, D-Xylose und D-Xylonat entnommen.
Gegen Ende der Fermentation kann D-Xylonat aus der Kultivierungslösung nach bekannten Protokollen isoliert und/oder aufbereitet, d.h. abgetrennt, aufgereinigt und/oder aufkon- zentriert werden. Für die Produktaufreinigung wurdeein bestehendes Protokoll (Liu et al., Bioresource Technology, 2012, 115: 244-248) wie folgt angewendet: 1. Zellabtrennung mit-
tels Zentrifugation (4500 rpm für 10 min bei 4°C); 2. Entkolorisierung des resultierenden Überstandes in aktiviertem Kohlenstoff (AC); 3. Filtration des AC-behandelten Überstandes (0.22 pm) und Aufkonzentrierungmittels Rotationsverdampfer (100 mbar, 60°C Wasserbad); 4. Filtration des Konzentrats (0.22 pm) und Präzipitation von D-Xylonat durch Zugabe von EtOH (3:1 , v/v); Vakuumtrocknung des Produktes für mindestens 12 h bei -10°C.
Die Bestimmung der Biomasse erfolgte gravimetrisch durch Überführung von 2 mL Kultur- überstand in ein gewogenes Reagenzglas, Zentrifugation bei 13,000 U min 1 für 10 min und Resuspension in 0.9 % (w v 1) NaCI. Nach einem weiterem Zentrifugationsschritt wurde der Überstand mittels Dekantieren entfernt. Das Zellpellet wurde getrocknet bei 80 °C für 24 h, gefolgt von gravi metrischer Zelltrockengewichtsbestimmung. Zur Substrat und Produktquan- tifizierung wurden die Überstände mithilfe eines Zellulose-Acetat Spritzenfilters (0.2 pm, DIA- Nielsen, Düren, Deutschland) gefiltert. Die Trennung von D-Glucose und D-Xylonat erfolgte durch eine isokratische Austauschmethode auf einer HPLC (Agilent 1100 Infinity, Agilent Technologies, Santa Clara, CA). Die Methode verwendet eine Organic Resin HPLC-Säule 300 x 8 mm (DIA-Nielsen, Düren, Deutschland) als stationäre Phase, 0.1 M H2S04 mit einer Flussrate von 0.6 mL min 1 als mobile Phase, eine Säulentemperatur von 80 °C und ein In- jektionsvolumen von 10 pL. Die Detektion von D-Glucose erfolgte mittels Refraktionsindex- Detektor bei 35 °C. D-Xylonat wurde mittels UV-Licht-Absorption bei 215 nm mit einem Dio- den-Array-Detektor detektiert. Entsprechende Konzentrationswerte wurden mittels externer Standards und gewichteter linearer Regression ermittelt. Zur Quantifizierung von D-Xylose wurde ein enzymatischer Assay (Xylose Assay Kit, Megazymes, Wickow, Irland) genutzt. Alle Pipettierungsschritte wurde mithilfe eines automatisierten Liquid-Handling-Systems (Free- dom Evo 200, Tecan Group Ltd., Männedorf, Schweiz), durchgeführt. Der Anstieg an NADH wurde bei 340 nm mittels Plattenlesegerät gemessen (Infinite M200, Tecan Group Ltd., Män- nedorf, Schweiz).
Isolierung der erfindunqsqemäßen D-Xylose-Dehvdroqenase lolG
Das Plasmid pET-28b-/o/G wurde zur heterologen Genexpression von iolG in Escherichia coli BL21 transformiert und anschließend in 2x 50ml_TerrificBroth (TB) Medium mit 50 mg/L Kanamycin für 16 Stunden bei 30 °C und 250Upm kultiviert. Je 10 mL dieser Kulturen wur- de genutzt um vier Bioreaktorkulturen anzuimpfenmit 20 g/L Glycerin als initiale Kohlen- stoffquelle und mit 50 mg/L Kanamycin zur Erhaltung des Selektionsdrucks. Die Bioreaktor- kulturen wurden auf 30 °C temperiert und der pH-Wert mit Ammoniakwasser auf pH 7 titriert. Ca. 5 h nach Kultivierungsstart wurde die Genexpression durch Zugabe von 250 pM
Isopropyl-ß-D-thiogalactopyranosid (IPTG) induziert, sowie erneut nach ca. 32 h. Nach voll- ständiger Verstoffwechselung der initialen Glycerinmenge wurde konzentrierte Substratlö- sung mit 700 g/L Glycerin und 20 g/L MgS04*7H20 automatisch zudosiert mit einer Rate von 20 ml_/h, basierend auf einem 2-Punktregleger (an: DO > 30%, aus: DO < 10%). Nach ca. 10 h Dauer der Zufütterungsphase wurden die Kulturen geerntet und die Zellen wurden vom Kulturmedium durch 20-minütige Zentrifugation (8000Upm) abgetrennt. Die Zellmasse wurde bei -20°C gelagert.
Ca. 60 g Zellmasse wurden in 150 ml_ Äquilibrationspuffer (50 mMTris-HCI, 2 mM MgS04, 300 mM NaCI, pH 7.0) auf Eis resuspendiertfür 30 min. Die Zellsuspension wurde in einer Umlaufkühlzelle mittels Ultraschallsonde (Ultraschallprozessor UP 200S Dr. Hielscher S14D-Sonotrode, Cycle 0,5 Amplitude 70) für 30 min aufgeschlossen. Der Aufschlussüber- stand nach Zentrifugation (23000Upm, 4 °C, 35min) wurde über eine Ni-NTA-Säule (Säu- lenvolumen 70 ml_, Fluss 6 mL/min) aufgegeben (Waschpuffer: 50mMTris pH 7.5, 300mM NaCI, 2mM MgS0425mMlmidazol; Elutionspuffer: 50 mMTris pH 8.0, 300 mM NaCI, 2mM MgS04, 250mMlmidazol). Das Eluat wurde Fraktionen zu insgesamt 60 ml_ aufgefangen und über eine Sephadex-G25 Säule entsalzt (Säulenvolumen 960mL, Fluss 10mL/min, Entsalzungspuffer: lOmMTris pH 7.6, 2mM MgS0 ), wovon insgesamt 150 mL als protein- haltige Fraktionen gesammelt und lyophilisiert wurden. Das resultierende Lyophilisat hatte einen Proteingehalt von 60% nach Bradford Proteinbestimmung.
Bestimmung der D-Xylose-Dehvdroqenase Aktivität
In einem Gesamtvolumen von 200 pL wurden die Enzymtests zur Aktivitätsbestimmung von lolG Lyophilisat durchgeführt. Die enzymatischen Reaktionen wurden durch schnelle Zugabe von 180 pL Reaktionsmix (250 mMTris-HCI, 22mMNAD+, 5 mM MgCI2 und 125 pL/mLIolG- Lyophilisatlösung mit 2.5mg/L, pH 7,5, >30 min vorgewärmt auf 30 °C) auf 20 pL vorgelegte Substratlösung (0 - 250 mM [0 - 25 mM final pro Reaktionsvolumen] D-Xylose oder myo- Inositol). Die Messung der Extinktionsanstiege bei 340 nm wurde im Mikrotiterplattenlesegerät (>30 min vorgewärmt auf 30 °C) für ca. 20 min verfolgt. Nach einem kurzen Einschwingverhalten aller Messsignale wurden die Anfangsreaktionsraten mittels linearer Regression bestimmt über 2 min Messdauer. Die erhaltenden Steigungen in der Einheit [Absorptionseinheiten pro Minute] wurden in die NADH-Bildungsrate in der Einheit [mM NADH pro Minute] mittels Kalibration des Absorptionssignals über Standardlösungen mit bekannter NADH Konzentration anstelle von Substratlösungen bestimmt, unter Anwendung Gauß'scher Fehler fortpflanzung mit Berücksichtigung der Kalibrationsparameterkovarianzmatrix. Das Enzym zeigt keine Aktivität bezüglich des Substrats myo-lnositol.
Zur Bestimmung der maximalen Enzymaktivität (Vmax) und der spezifischen Substrataffinität
(Km) bezüglich d-Xylose wurden die experimentellen Daten mittels nichtlinearer Regression an eine Michaelis-Menten-Kinetik gefittet. Die enzymkinetischen Parameter aus den Experi- menten wurden zu Vmax = 18,8 ± 3,3 U/L und Km = 28,0 ± 7,1 mM bestimmt.
D-Xylonat-Bildunq im homologen Wirtssvstem corvneformer Bakterien durch gesteigerte Ex- pression der erfindunqsqemäßen D-Xylose-Dehvdrogenase
Experimente zu Wachstum, D-Xylose-Aufnahme und D-Xylonat-Bildung unterschiedlicher Varianten coryneformer Bakterienstämme im Vergleich zum Wildtyp wurden in Schüttelkol- ben in definiertem CGXII-Medium mit 10 g L 1 D-Glucose und 30 g L‘1 D-Xylose durchgeführt Die nachfolgenden Beispiele zeigen eindeutig, dass die erfindungsgemäße D-Xylose- Dehydrogenase-Aktivität für die D-Xylonat-Bildung in coryneformen Bakterien verantwortlich ist Figuren 14 und 15.
Wie Figur 14 zu entnehmen ist, zeigen alle Stämme ein vergleichbares Wachstum auf D- Glucose als Kohlenstoff- und Energiequelle. Der Wildtyp-Stamm C.glutamicum ATCC 13032 weist eine sehr niedrige Aufnahme von D-Xylose und Umsetzung in D-Xylonat auf. Der ma- ximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 40.0 mM. Der Stamm C. glutamicum WT AioIR mit Deletion des Gens für den Regulator loIR zeigt eine deutlich erhöhte D-Xylose-Aufnahme und D-Xylonat-Produktion, bedingt durch die deregulierte Expression des D-Xylose- Transporters IoIT 1 sowie der D-Xylose-Dehydrogenase lolG. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 214.7 mM. Der Stamm C. glutamicum WT AioIR AiolG mit zusätzlicher Deletion des Gens für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase lolG zeigt eine stark reduzierte D-Xylose-Aufnahme und D-Xylonatbildung, bedingt durch die fehlende Expression der D-Xylose-Dehydrogenase lolG. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 111.9 mM. Der Stamm C. glutamicum WT AioIR A/o/GpEKEx3-/o/Gmit zusätzlicher plasmid- basierter Expression des Gens für die erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase lolG zeigt die höchste D-Xylonatproduktion, bedingt durch die hohe homologe Expression der D- Xylose-Dehydrogenase lolG, welche die fehlende Expression ( AiolG) überkompensiert. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 223.6 mM.
Figur 15 zeigt die D-Xylonatbildung weiterer Varianten erfindungsgemäßer coryneformer Bakterienstämme, bei denen die Funktionalität operativ-verbundener regulatorischer Bereiche der Nukleinsäuresequenz kodierend für die erfindungsgemäße D-Xylose- Dehydrogenase verändert ist.Die Experimente wurden in Schüttelkolben in definiertem CGXII-Medium mit 10 g L'1 D-Glucose und 30 g L 1 D-Xylose durchgeführt.
Der Wildtyp-Stamm C. glutamicum ATCC 13032 weist eine sehr niedrige Aufnahme von D- Xylose und Umsetzung in D-Xylonat auf. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 40.0 mM. Der Stamm C. glutamicum WT P06 iolT1 mit veränderter Promotorsequenz im Genbereich des D-Xylose-Transporters lolT 1 zeigt eine leicht erhöhte D-Xylose-Aufnahme und D-Xylonat-Produktion, bedingt durch die deregulierte Expression des D-Xylose- Transporters lolT 1. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 80.0 mM.
Der Stamm C. glutamicum WTpEKEx3-/o/Gmit plasmid-basierter Expression des Gens für die D-Xylose-Dehydrogenase zeigt eine deutlich erhöhte D-Xylonat-Produktion, bedingt durch die homologe Expression der D-Xylose-Dehydrogenase lolG. Der maximale D- Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 213.9 mM. Der Stamm C. glutamicum WT R06/o/PrEKEc3-/o/Q mit zusätzlicher veränderter Promotorsequenz im Genbereich des D- Xylose-Transporters lolT 1 zeigt die höchste D-Xylonatproduktion, bedingt durch die gleich- zeitige homologe Expression der D-Xylose-Dehydrogenase lolG und die deregulierte Expression des D-Xylose-Transporters lolT 1. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 217.4 mM.
Figur 16 zeigt die D-Xylonatbildung weiterer Varianten erfindungsgemäßer coryneformer Bakterienstämme, bei denen die Funktionalität operativ-verbundener regulatorischer Berei- che verändert bzw. deletiert sind. Gezeigt sind der Stamm C. glutamicum WT P06 iolT1 mit veränderter Promotorsequenz im Genbereich des D-Xylose-Transporters lolT 1 , der erfin- dungsgemäße Stamm C. glutamicum P06iolT1 Po^ogiolC, bei dem zusätzlich zu P06iolT1 die Funktionalität des operativ-verbundenen regulatorischen Bereichs der Nukleinsäuresequenz kodierend für die D-Xylose-Dehydrogenase (Pos-ogiolC) verändert ist und im Vergleich dazu der Stamm C. glutamicum WT AioIR, mit Deletion des Gens für den Regulator lolR. Die Ex- perimente wurden in Schüttelkolben in definiertem CGXII-Medium mit 10 g L 1 D-Glucose und 30 g L 1 D-Xylose durchgeführt. Der Stamm WT C. glutamicum P06 iolT1 mit veränderter Promotorsequenz im Genbereich des D-Xylose-Transporters lolT 1 zeigt eine leicht erhöhte D-Xylonat-Produktion, bedingt durch die deregulierte Expression des D-Xylose-Transporters lolT1. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 74,73 mM. Der Stamm C. glutamicum WT AioIR mit Deletion des Gens für den Regulator lolR zeigt eine deutlich erhöhte D- Xylonat-Produktion, bedingt durch die deregulierte Expression des D-Xylose-Transporters lolT 1 sowie der D-Xylose-Dehydrogenase lolG. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h be- trägt hier 205,53 mM. Der Stamm C. glutamicum P06iolT1 Pos-ogiolC mit veränderter Promo- torsequenz im Genbereich des D-Xylose-Transporters lolT 1 und veränderter Funktionalität des operativ-verbundenen regulatorischen Bereichs der Nukleinsäuresequenz kodierend für
die D-Xylose-Dehydrogenase (Po -o iolC) zeigt eine deutlich erhöhte D-Xylonat-Produktion. Der maximale D-Xylonat-Titer nach 72 h beträgt hier 206,82 mM.
Die vorliegende Erfindung zeigt somit eindeutig, dass durch erfindungsgemäß minimale und äußerst definierte Nukleotid-Substitutionen in den 5'-upstream regulatorischen Bereichen der relevanten kodierenden Gensequenzen eine deutlich erhöhte D-Xylonat-Produktion erzielt wird: Und dies, ohne dass heterologe Gene oder Strukturen in den corynformen Bakterien- stamm eingeführt werden müssen, was eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, und auch ohne dass drastische Deletionen an zentral agierenden Regulatoren vorgenommen werden müssen, die weitreichend Undefinierte physiologische Auswirkungen in einem Orga- nismus auslösen, was ebenfalls erfindungsgemäß gewünscht ist. Die erfindungsgemäß we- nigen gezielten Nukeotid-Substitutionen befinden sich dabei in einem Ausmaß, wie sie durchaus auch natürlicherweise in der Natur Vorkommen was den erfindungsgemäßen co- ryneformen Bakterienstamm als non-GVO auszeichnet.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind auch folgende Ausführunqsbeispiele:
1 . Coryneforme Bakterienzelle, dadurch gekennzeichnet, dass die gesteigerte Expression der D-Xylose-Dehydrogenase auf Veränderungen beruht, ausgewählt aus der Gruppe enthaltend: a) Veränderung der Regulation oder von Signalstrukturen zur Genexpression, b) Veränderung der Transkriptionsaktivität der kodierenden Nukleinsäuresequenz, c) Erhöhung der Genkopienzahl der kodierenden Nukleinsäuresequenz, und d) eine Kombination aus a) - c). 2. Coryneforme Bakterienzelle gemäß Gegenstand 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die erhöhte Aktivität der D-Xylose-Dehydrogenase-Aktivität auf Veränderungen beruht, ausgewählt aus der Gruppe enthaltend a) Erhöhung der Expression der kodierenden Nukleinsäuresequenz, b) Expression einer Nukleinsäuresequenz oder Fragmenten oder Allelen davon, die für eine D-Xylose-Dehydrogenase mit erhöhter katalytischer Aktivität und/oder Substratspezifität kodiert, c) Erhöhung der Stabilität der mRNA abgeleitet von der kodierenden Nukleinsäuresequenz, d) Veränderung der katalytischen Aktivität und/oder Substratspezifität einer homologen D-Xylose-Dehydrogenase für den Umsatz von D-Xylose, und e) eine Kombination aus a) - d).
3. Coryneforme Bakterienzelle nach einem der Gegenstände 1 oder 2 a) bei der die Aktivität einer erfindungsgemäßen D-Xylose-Dehydrogenase gesteigert ist, b) bei der eine erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz verstärkt exprimiert ist, c) bei der eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton- Symporter (IoIT 1 ) gemäß SEQ ID NO. 3 oder Fragmente oder Allele davon verstärkt
exprimiert ist, d) bei der ein myo-lnositol/Proton-Symporter IoIT 1 mit einer Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 4 oder Fragmente davon in seiner Aktivität gesteigert ist, e) die eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton-Symporter (IoIT 1) mit einer oder mehreren Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolT1-Gens aufweist, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe von Nukleinsäuresequenzen SEQ ID NO. 9 und SEQ ID NO. 10 oder Fragmente oder Allele davon, f) bei der eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol/Proton- Symporter (lolT2) gemäß SEQ ID NO. 5 oder Fragmente oder Allele davon verstärkt exprimiert ist, g) bei der ein myo-lnositol/Proton-Symporter lolT2 mit einer Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID NO. 6 oder Fragmente davon in seiner Aktivität gesteigert ist, h) bei der beide Nukleinsäuresequenzen kodierend für myo-lnositol/Proton-Symporter IoIT 1/2 nach c) und f) verstärkt exprimiert sind, i) bei der beide myo-lnositol/Proton-Symporter lolT1/2 nach d) und g) in ihrer Aktivität gesteigert sind, j) die eine erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenz aufweist, bei der die Funktionalität einer oder mehrerer operativ-verknüpfter lolR-Bindestellen im regulatorischen, nicht-kodierenden Bereich des iolC-Genclusters, enthaltend iolG kodierend für eine erfindungsgemäße D-Xylose-Dehydrogenase, vermindert oder ausgeschaltet ist oder eine oder mehrere lolR-Bindestellen teilweise oder komplett deletiert sind, k) die eine Nukleinsäuresequenzkodierend für eine D-Xylose-Dehydrogenase aufweist, die eine oder mehrere Nukleotidsubstitutionen oder Nukleotiddeletionen in den operativ-verknüpften lolR-Bindestellen des iolC-Genclusters aufweist, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Nukleinsäuresequenzen gemäß SEQ ID NO. 7, SEQ ID NO. 8, SEQ ID NO. 63 und SEQ ID NO. 64 oder Fragmente oder Allele davon,
I) eine Nukleinsäuresequenz kodierend für einen myo-lnositol-Regulator loIR oder Fragmenten oder Allele davon komplett oder teilweise deletiert ist,
m) die Expression eines iolR-Gens vermindert ist oder fehlt, n) ein myo-lnositol-Regulator loIR in seiner Aktivität vermindert oder komplett ausgeschaltet ist, oder o) eine Kombination aus a) - n). 4. Verfahren zur Herstellung von D-Xylonat, bevorzugt mit coryneformen Bakterien, nach einem der Gegenstände 1 bis 3, enthaltend die Schritte: a) Bereitstellen einer Lösung enthaltend Wasser und eine C5-Kohlenstoff-Quelle, b) mikrobielle Umsetzungder C5-Kohlenstoffquelle in einer Lösung gemäß Schritt a) zu D-Xylonat in Anwesenheit einer coryneformen Bakterienzellein der die Expression einer Nukleinsäuresequenz kodierend für eine homologe D-Xylose-Dehydrogenase verstärkt ist und/oder in der die Aktivität einer homologen D-Xylose-Dehydrogenase gesteigert ist, und c) optionale Isolierungund/oder Aufbereitung von D-Xylonat aus der Lösung.
Tabelle 1 : _
Stamm _ Referenz _
C. glutamicum ATCC13032 Wildtyp Abe et al., 1967
(https://doi.Org/10.2323/jgam.13.279)
C. glutamicum ATCC 13032 P05 iolT1 Brüsseler et
al., 2018(https://doi.org/10.1016/j.biortech.2017.10.0 98)
C. glutamicum ATCC 13032 P06 iolT1Po erfindungsgemäß
iolC
C. glutamicum ATCC 13032 RO5 ίoIT1RO5.09 erfindungsgemäß
iolC
C. glutamicum ATCC13032 DR06 iolT 1 erfindungsgemäß
C. glutamicum ATCC13032 DR0i3 iolC erfindungsgemäß
C. glutamicum ATCC 13032 AP 05-09 iolC erfindungsgemäß
C. glutamicum ATCC 13032 D/o/G erfindungsgemäß
C. glutamicum ATCC 13032 iolG' erfindungsgemäß
C. glutamicum ATCC13032 /o/G erfindungsgemäß
C. glutamicum ATCC 13032 /o/GJ erfindungsgemäß
C. glutamicum ATCC13032 pEKEx3 iolG Erfindungsgemäß
Thermo Fisher Scientific (Waltham, MA, USA)
E.coli DH5 et
E.coli BL21(DE3) Merck (Darmstadt, Deutschland)
Plasmid
pEKEx3 Gande et al., 2007
(https://doi.Org/10.1128/JB.00254-07)
pk19 mobsacB Schäfer et al., 1994
(https://doi.org/10.1016/0378-11 19(94)90324-7) pET-28b
Merck (Darmstadt, Deutschland) pk19 mobsacB P06iolT1 Brüsseler et al.,2018
(https://doi.Org/10.1016/j.biortech.2017.10.098) erfindungsgemäß
erfindungsgemäß
erfindungsgemäß
erfindungsgemäß
erfindungsgemäß
pk19 mobsacB A iolG erfindungsgemäß
pk19 mobsacB CgLP12 PTUf iolG erfindungsgemäß
pk19 mobsacB CgLP4 PTUf iolG erfindungsgemäß
pk19 mobsacB ncr cons PTUf iolG erfindungsgemäß
pEKEx3 iolG erfindungsgemäß
Tabelle 2: