Beschreibung
Propellerantrieb und Fahrzeug, insbesondere Flugzeug Die Erfindung betrifft einen Propellerantrieb sowie ein Fahrzeug, insbesondere ein Flugzeug.
Insbesondere für Fahrzeuge in Gestalt von Kleinflugzeugen sind hybridelektrische Antriebe Gegenstand intensiver Ent- wicklung. So ist es etwa bekannt, serielle Hybridkonzepte zu verwenden, das heißt ein Antriebsmotor, insbesondere ein Verbrennungsmotor, sowie ein elektrischer Generator zur Erzeugung von elektrischer Energie sind im Rumpf des Kleinflugzeugs untergebracht, sodass eine günstige Massenverteilung und Aerodynamik erreicht werden kann. Die Wandlung von elektrischer Energie in Bewegungsenergie der Propeller erfolgt durch kompakte, aerodynamisch günstige Elektromotoren. Zwar haben solche seriellen Hybridkonzepte gegenüber Parallelhybridkonzepten einen geringeren Wirkungsgrad, jedoch überwiegen die aerodynamischen und systembedingten Vorteile.
Vor diesem Hintergrund des Standes der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, einen verbesserten Propellerantrieb zu schaffen, welcher eine große Flexibilität aufweist, mit geringem technischen Aufwand herstellbar ist und leicht und kompakt ausbildbar ist. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein Fahrzeug, insbesondere ein Flugzeug, mit einem verbesserten Propellerantrieb zu schaffen. Diese Aufgabe wird mit einem Propellerantrieb mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie mit einem Fahrzeug mit den in Anspruch 11 angegebenen Merkmalen gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den zugehörigen Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung.
Der erfindungsgemäße Propellerantrieb ist insbesondere ein Fahrzeugantrieb, zweckmäßig ein Flugzeugantrieb. Der Propel-
lerantrieb gemäß der Erfindung umfasst eine Propellermaschine sowie einen elektrischen Antrieb, welcher umrichterfrei an die Propellermaschine angebunden ist. Dabei ist unter der Wendung, dass der elektrische Antrieb „umrichterfrei" an die Propellermaschine angebunden ist, lediglich gemeint, dass genau die elektrische Anbindung des elektrischen Antriebs an die Propellermaschine ohne einen Umweg über einen Umrichter erfolgt. Dies bedeutet selbstredend nicht, dass der erfindungsgemäße Propellerantrieb selbst notwendigerweise ohne je- den Umrichter ausgebildet sein muss.
Aufgrund dieser Ausbildung des erfindungsgemäße Propellerantriebs lässt sich dieser unter Verzicht auf Umrichter und den mit solchen Umrichtern verbundenen Bauraum sowie das mit Um- richtern einhergehende Gewicht ausbilden. Ferner resultieren Umrichter typischerweise in etwa 2% Verlust, so dass eine umrichterfreie Anbindung des elektrischen Antriebes an die Propellermaschine verlustarm ausbildbar ist. Demgegenüber lässt sich der elektrische Antrieb elektrisch direkt an die Propellermaschine anbinden, so dass ein deutlich einfacherer Aufbau des erfindungsgemäßen Propellerantriebs möglich ist. Gerade bei Flugzeugantrieben ist ein entsprechender Umrichter leicht verzichtbar, da bei Propellerantrieben der Propeller nur in einem sehr eingeschränkten Lastbereich wirkungsgradop- timiert betrieben werden muss. Insbesondere ist bei elektrischen Antrieben, welche eine mechanische Drehbewegung in elektrische Energie übersetzen, ein festes Verhältnis zwischen der Drehzahl dieses elektrischen Antriebs und der Drehzahl des Propellers des Propellerantriebs möglich, denn gera- de bei kleinen Drehzahlen besteht eine nahezu verschwindende Last .
Geeigneterweise ist bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb der elektrische Antrieb mit der Propellermaschine wech- selstromgekoppelt , insbesondere dreiphasig elektrisch wechselstromgekoppelt, angebunden. Über die Wechselstromkopplung von elektrischem Antrieb und Propellermaschine lässt sich
insbesondere Drehstrom direkt in die Propellermaschine einspeisen .
Zweckmäßig umfasst bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb der elektrische Antrieb eine elektrische Energiequelle, insbesondere mit einem Antriebsmotor, vorzugsweise einem Verbrennungsmotor, sowie einen daran angebundenen Stromgenerator. Somit lässt sich in an sich bekannter Weise etwa in Kraftstoff gespeicherte Energie in elektrische Energie wan- dein.
Vorteilhaft ist bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb ein elektrischer Energiespeicher, insbesondere mittels eines Umrichters, an den elektrischen Antrieb angebunden. Auf diese Weise lässt sich Energie in den Energiespeicher einspeisen, etwa um den Energiespeicher im Betrieb - im Falle eines Propellerantriebes eines Flugzeugs etwa während des Fluges - zu laden. Ist der Energiespeicher mittels Umrichter an den elektrischen Antrieb angebunden, so muss der Umrichter ledig- lieh für die Differenzleistung, welche jeweils maximal von dem Energiespeicher zur Verfügung gestellt wird, ausgelegt werden. Somit ist auch lediglich diese Differenzleistung verlustbehaftet. Insbesondere in dem Fall eines Propellerantriebs eines Kleinflugzeugs sind Kapazitäten des elektrischen Energiespeichers derart gering, dass sie allenfalls für einige wenige Minuten dauernde volle Leistungsentnahme ausgebildet sind. Vorteilhaft ist/sind auch der/die Umrichter an diese Erfordernisse geeignet angepasst. Insbesondere kann der Umrichter einen sehr kleinen Rückkühler aufweisen, oder aber der Umrichter ist so ausgelegt, dass die Wärmekapazität eines Kühlmediums ausreicht, um während dieser wenigen Minuten Volllastbetrieb eine obere Grenztemperatur nicht zu überschreiten. Es kann folglich berücksichtigt sein, dass ein Volllastbetrieb nicht dauerhaft vorgesehen ist.
Geeigneterweise ist oder sind bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb elektrischer Antrieb und Propellermaschine und/oder elektrischer Antrieb und Energiespeicher je schalt-
bar, insbesondere mittels Dreiphasenschaltern, welche bevorzugt als Schütze ausgebildet sind, aneinander angebunden. In dieser Weiterbildung der Erfindung lassen sich folglich elektrischer Energiespeicher und/oder elektrischer Antrieb und/oder Propellermaschine von übrigen Teilen des Propellerantriebs entkoppeln. Vorteilhaft lassen sich so fehlerhafte Komponenten des Propellerantriebs abtrennen, welche ansonsten den übrigen Propellerantrieb stören oder außer Betrieb setzen könnten. Ferner lassen sich flexibel weitere Betriebszustände erreichen, insbesondere das Laden des elektrischen Energiespeichers, wenn am Propeller kein Antriebsmoment anliegt.
Vorteilhafterweise weist bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb die Propellermaschine mindestens einen Propeller mit steuerbarem Blattanstellwinkel und/oder mindestens eine separate Drehzahlsteuerung und/oder Drehzahlregelung zur Steuerung und/oder Regelung der Drehzahl des zumindest einen Propellers auf. Wird eine Propellermaschine mit steuerbarem Blattanstellwinkel und/oder eine separate Drehzahlsteuerung und/oder -regelung vorgesehen, so kann die Drehzahl des Propellers in einem sehr engen Bereich gehalten werden. Auf diese Weise lässt sich im Flugbetrieb die Propellerdrehzahl in einem festen Verhältnis mit der Drehzahl eines Antriebsmotors des elektrischen Antriebes halten, so dass eine direkte Kupp- lung von Antriebsmotordrehzahl und Propellerdrehzahl erfolgen kann .
Geeigneter Weise weisen bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb die Propellermaschine einerseits und der elektrische Antrieb andererseits eine unterschiedliche Anzahl von magnetischen Polpaaren auf. Gegebenenfalls lassen sich in dieser Weiterbildung der Erfindung mittels dieser unterschiedlichen Polpaarzahl Drehzahlunterschiede zwischen einem Antriebsmotor des elektrischen Antriebs und dem Propeller ausgleichen, so dass insoweit ein weiterer betriebsrelevanter Freiheitsgrad eröffnet ist.
Zweckmäßig weist bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb die Propellermaschine eine Synchronmaschine auf, welche insbesondere derart ausgelegt ist, dass im Betrieb kein Kipppunkt erreicht wird. Insbesondere ist eine Begrenzung der Dy- namik des Systems vorgesehen, sodass keine zu hohen Beschleunigungsmomente auftreten können, die das Kippmoment des elektrischen Antriebs überschreiten würden. Dies erscheint jedoch unkritisch, da übliche Propellerantriebe lediglich eine geringe Dynamik von insbesondere 10 Sekunden vom Leerlauf bis zur Volllast benötigen. Insbesondere im Falle von Propellerantrieben für Flugzeuge ist eine solche Auslegung daher unproblematisch. Bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Propellerantrieb die Synchronmaschine dämpferwicklungsfrei ausgebildet. So verhält sich gerade bei Propellermaschinen das Bremsmoment proportional zun Quadrat der Drehzahl des Propellers der Propellermaschine. Eine zusätzliche Dämpfung muss daher nicht zwangsläufig vorgesehen sein. Vorteilhafterweise kann bei Synchronmaschinen im Form von Propellermaschinen daher auf eine Dämpferwicklung oder einen Dämpferkäfig verzich- tet werden. Vorteilhafterweise kann bei Flugzeugpropellerantrieben das durch die Dämpferwicklung bedingte Gewicht eingespart werden.
Geeigneter Weise umfasst der erfindungsgemäße Propellerantrieb einen Kühlkreislauf, wobei der elektrische Antrieb und/oder die Propellermaschine und/oder der Antriebsmotor und/oder der elektrische Generator gemeinsam an den Kühl- kreislauf thermisch angebunden sind. Da in dieser Weiterbildung die Kühlwassertemperatur für Umrichter keine begrenzende Größe bildet, können insbesondere ein Antriebsmotor und die Propellermaschine an denselben Kühlkreislauf angebunden sein.
Idealerweise ist der erfindungsgemäße Propellerantrieb als hybrider Propellerantrieb ausgebildet. Das erfindungsgemäße Fahrzeug ist insbesondere ein Flugzeug und mit einem Propellerantrieb, wie zuvor beschrieben, ausgebildet. Vorteilhafterweise ist das erfindungsgemäße Fahrzeug ein hybrides Fahrzeug.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen :
Figur 1 ein bekanntes Flugzeug mit einem dem Stand der
Technik entsprechenden Propellerantrieb schematisch in einer Prinzipskizze sowie
Figur 2 ein erfindungsgemäßes Flugzeug mit einem erfindungsgemäßen Propellerantrieb schematisch in einer Prinzipskizze .
Das in Figur 1 dargestellte Flugzeug 10 weist einen Flugzeugantrieb in Form eines Propellerantriebs 20 auf. Der Aufbau dieses Propellerantriebs 20 ist an sich bekannt und zählt zum Stand der Technik.
Der Propellerantrieb 20 umfasst zunächst einen Verbrennungs- motor 30, welcher Kraftstoff, im dargestellten Fall Flugzeugbenzin, zum Zwecke der Gewinnung von kinetischer Energie, verbrennt. Der Verbrennungsmotor 30 stellt diese kinetische Energie in Form von Rotationsenergie mittels einer rotierenden Welle 40 bereit. Die rotierende Welle 40 ist an einen elektrischen Generator 50 angebunden, welcher die kinetische Energie mittels elektromagnetischer Induktion in elektrische Energie umsetzt. Der elektrische Generator 50 stellt die elektrische Energie in Form von Drehstrom entsprechender Leistung bereit. Dieser Drehstrom speist über eine dreiphasi- ge Leitungsverbindung 60 einen elektrischen Umrichter 70, welcher den Drehstrom in einen Gleichspannungszwischenkreis 80 hin umrichtet. An diesen Gleichspannungszwischenkreis 80 ist wiederum ein Umrichter 90 angebunden, welcher aus dem Gleichstrom des Gleichspannungskreises 80 einen Drehstrom ge- eigneter Frequenz zum Antrieb einer Elektromaschine 100 bereitstellt, welche den Drehstrom in kinetische Energie eines rotierenden Propellers 110 umsetzt.
Im in Figur 1 dargestellten Beispiel sind antriebsseitig des Gleichspannungszwischenkreises 80 jeweils zwei Umrichter 90 vorhanden, welche jeweils eine Elektromaschine 100 zum Antrieb jeweils eines Propellers 110 speisen.
Zur Zwischenspeicherung elektrischer Energie ist ferner im in Figur 1 gezeigten Beispiel eine Hochspannungsbatterie 130 vorhanden, welche mittels einer Gleichstromverbindung an den Gleichspannungszwischenkreis 80 angebunden ist.
Das in Figur 2 dargestellte erfindungsgemäße Flugzeug 10' hingegen weist einen Flugzeugantrieb in Form eines erfindungsgemäßen Propellerantriebs 20' auf. Auch der in Figur 2 gezeigte Propellerantrieb 20' weist einen Verbrennungsmotor 30 auf, welcher Kraftstoff in Form von Flugzeugbenzin verbrennt und kinetische Energie als Rotationsenergie mittels einer rotierenden Welle 40 bereitstellt. Wie im in Figur 1 dargestellten Beispiel ist die rotierende Welle 40 an einen elektrischen Generator 50 angebunden, welcher die kinetische Energie mittels elektromagnetischer Induktion in elektrische Energie umsetzt. Auch gemäß Figur 2 stellt der elektrische Generator 50 die elektrische Energie in Form von Drehstrom entsprechender Leistung bereit.
Im Unterschied zum in Figur 1 dargestellten Propellerantrieb 20 ist jedoch der elektrische Generator 50 gemäß Figur 2 nicht über zwei Umrichter 70, 90 und einen zwischenliegenden Gleichspannungszwischenkreis 80 an die Elektromaschine 100 angebunden, sondern der elektrische Generator 50 speist mittels einer dreiphasigen Leitungsverbindung 60 die Elektromaschine 100 direkt, das heißt umrichterfrei. Folglich wird der in dem elektrischen Generator 50 erzeugte Drehstrom direkt in die Elektromaschine 100 eingespeist, so dass der Drehstrom des elektrischen Generators 50 direkt mittels der Elektroma- schinen 100 in Drehbewegung des Propellers 110 umgesetzt werden kann .
Im in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist der Propellerantrieb 20' zwei parallel an die dreiphasige Leitungsverbindung 60 angebundene Elektromaschinen 100 in Gestalt von Synchronmaschinen mit jeweils einem daran an- gebundenen Propeller 110 auf. Es versteht sich, dass in weiteren, nicht eigens gezeigten, Ausführungsbeispielen eine abweichende Anzahl von Elektromaschinen 100 mit jeweils daran angebundenen Propellern 110 vorgesehen sein kann. Die Elektromaschinen 100 sind dämpferwicklungsfrei ausgebildet, d.h., eine Dämpferwicklung oder ein Dämpferkäfig sind nicht vorhanden .
Zur Zwischenspeicherung elektrischer Energie ist zudem im in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel eine Hochspannungsbat- terie 130 vorhanden, welche mittels eines Umrichters 70 an die dreiphasige Leitungsverbindung 60, welche den elektrischen Generator 50 und die elektrischen Maschinen 100 miteinander verbindet, angebunden ist. Dazu richtet der Umrichter 70 den Drehstrom in einen Gleichstromkreis 120 zum Laden der Hochspannungsbatterie 130 um.
Mittels eines elektrischen Schalters 140 kann zum einen die Hochspannungsbatterie 130 vom übrigen Propellerantrieb 20' entkoppelt werden, wenn die Hochspannungsbatterie 130 für den Betrieb des Propellerantriebs 20' nicht erforderlich ist.
Beispielsweise wird die Hochspannungsbatterie 130 nur dann an den übrigen Propellerantrieb 20' angebunden, wenn tatsächlich Energie aus der Hochspannungsbatterie 130 oder in die Hochspannungsbatterie 130 gespeist werden soll.
Ferner kann mittels eines weiteren elektrischen Schalters 140 der Antriebsmotor 30 zusammen mit der Welle 40 und dem elektrischen Generator 50 vom übrigen Propellerantrieb 20' entkoppelt werden. Mittels eines weiteren elektrischen Schalters 140 lassen sich ferner die Elektromaschinen 100 gemeinsam mit den daran angebundenen Propellern 110 vom übrigen Propellerantrieb 20' entkoppeln. Insbesondere lassen sich mittels der elektrischen Schalter 140 auch gegebenenfalls schadhafte Teile des Propellerantriebs 20' entkoppeln.
Die elektrischen Schalter 140 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel als mechanische Schalter für hohe Leistungen, nämlich als Schütze in der Art von Dreiphasenschaltern, aus- gebildet. Grundsätzlich können in weiteren, nicht eigens dargestellten Ausführungsbeispielen die elektrischen Schalter 140 auch auf sonstige Weise realisiert sein.
Im in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist ferner ein gemeinsamer Kühlkreislauf 150 zur Kühlung von Verbrennungsmotor 30 und elektrischem Generator 50 vorgesehen. Der Kühlkreislauf 150 ist ein Kühlwasserkreislauf.