tesa Societas Europaea
Hamburg
Beschreibung
Klebeband zum Ummanteln von langgestrecktem Gut wie insbesondere
Kabelsätzen und Verfahren zur Ummantelung
Die Erfindung betrifft ein Klebeband vorzugsweise zum Umhüllen von langgestrecktem Gut wie insbesondere Leitungen oder Kabelsätze. Des Weiteren betrifft die Erfindung die Verwendung des Klebebands sowie ein langgestrecktes Gut wie einen Kabelbaum, das mit dem erfindungsgemäßen Klebeband ummantelt ist.
In vielen Industriebereichen werden Bündel aus einer Vielzahl von elektrischen Leitungen vor dem Einbau oder in bereits montiertem Zustand umwickelt, um den Raumbedarf des Leitungsbündels durch Bandagieren zu reduzieren sowie zusätzlich Schutzfunktionen zu erzielen. Mit Folienklebebändern wird zusätzlich ein gewisser Schutz vor Flüssigkeitszutritt erreicht, mit Klebebändern auf Basis von dicken Vliesstoffen oder Schaumstoffen als Träger erhält man dämpfende (mechanisch und akustisch) Eigenschaften, bei Verwendung von abriebfesten, stabilen Trägermaterialien wird eine Schutzfunktion gegen Scheuern und Reiben erzielt.
Die Prüfung und Klassifizierung von Klebebändern für die Kabelummantelung erfolgt in der Automobilindustrie nach umfangreichen Normenwerken wie zum Beispiel der LV 312-1 „Schutzsysteme für Leitungssätze in Kraftfahrzeugen, Klebebänder; Prüfrichtlinie" (10/2009) als gemeinsame Norm der Firmen Daimler, Audi, BMW und Volkswagen oder der Ford-Spezifikation ES-AC3T-1A303-AA (Revision 05/201 1 ) „Harness Tape Performance Specification). Im Folgenden werden diese Normen verkürzt mit LV 312 beziehungsweise mit Ford-Spezifikation bezeichnet.
Die Geräuschdämpfung, die Abriebbeständigkeit sowie die Temperaturbeständigkeit eines Klebebandes werden anhand definierter Prüfaufbauten und Prüfverfahren bestimmt, wie sie ausführlich in der LV 312 beschrieben sind. Die Klassifizierung der Klebebänder erfolgt dann wie nachstehend in Tabelle 1 wiedergegeben:
Tabelle 1 : Klassifizierung Geräuschdämpfung nach LV 312
Die Abriebbeständigkeit eines Klebebandes wird nach LV 312 ebenfalls anhand eines definierten Prüfverfahrens bestimmt. Die Klassifizierung der Klebebänder hinsichtlich ihrer Abriebbeständigkeit bei einem Dorndurchmesser von 5 mm ist in Tabelle 2 wiedergegeben:
Tabelle 2: Klassifizierung Abriebbeständigkeit nach LV 312
Der Prüfling mit einer Länge von ca. 10 cm wird auf einen 5 mm dicken Stahldorn einlagig in Längsrichtung aufgeklebt. Als Abriebwerkzeug dient ein Stahldraht mit 0,45 mm Durchmesser, der unter einer Gewichtsbelastung von 7 N mittig über den
Prüfling reibt. Für weitere Details sei auf die LV 312 verwiesen. Die Messungen erfolgen im Unterschied zur LV 312 nur bei Raumtemperatur.
Die maßgeschneiderte Entwicklung von Kabelwickelbändern für spezielle Anforderungen wie zum Beispiel hohe Temperaturbeständigkeit ist bekannt.
Eine maßgebliche, zu erfüllende Eigenschaft zur Charakterisierung und Klassifizierung von Klebebändern, die insbesondere zur Kabelbandagierung eingesetzt werden können, ist die Temperaturbeständigkeit (nach der LV 312), die vorzugsweise B oder höher sein sollte.
Bisher werden die Temperaturklassen A bis E wie folgt erfüllt
• B (105 °C): unvernetzte PE-Folien; PP-Folien; Vliese aus PP, Viskose
• C (125 °C): vernetzte PE-Folien; Vliese aus Polyester allgemein, zum Beispiel PBT, PA
• D (150 °C): Gewebe aus PET
Zur Ermittlung der maximalen Dauergebrauchstemperatur erfolgt die Lagerung dabei jeweils für 3000 h, der maximalen Kurzzeittemperatur für 240 h und der Überlasttemperatur für 6 h.
Neben den zu erfüllenden mechanischen Anforderungen gewinnen andere Aspekte eine zunehmende Rolle.
Aufgrund von ökologischen Gesichtspunkten, der Nachhaltigkeit und vor dem Hintergrund der immer knapper werdenden Ressourcen an Erdöl und auf der anderen Seite eines weltweit stark wachsenden Verbrauches an Kunststoffen gibt es seit einigen Jahren die Bestrebung, Kunststoffe auf Basis von nachwachsenden
Rohstoffen herzustellen und die Verwendung dieser voranzutreiben. Dies gilt insbesondere für biologisch abbaubare Polymere, die in Verpackungsanwendungen oder Folienanwendungen Verwendung finden sollen. Auch für medizinische Anwendungen spielen biologisch abbaubare Produkte eine zunehmend wichtige Rolle. Einige biobasierte beziehungsweise bioabbaubare Kunststoffe sind heute kommerziell verfügbar.
Biobasiert heißt, hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen.
Bioabbaubare Polymere ist eine Bezeichnung für natürliche und synthetische
Polymere, die Kunststoff ähnliche Eigenschaften (Kerbschlagzähigkeit, Thermoplastifizierbarkeit) aufweisen, aber im Gegensatz zu konventionellen Kunststoffen von einer Vielzahl von Mikroorganismen in biologisch aktiver Umgebung (Kompost, Faulschlamm, Erde, Abwasser) abgebaut werden; dies passiert nicht notwendigerweise unter üblichen Haushaltsbedingungen (Kompostierung im Garten). Eine Definition der Bioabbaubarkeit findet sich in den Europäischen Normen DIN EN 13432 (biologischer Abbau von Verpackungen) und DIN EN 14995 (Kompostierbarkeit von Kunststoffen).
Aufgrund der Tatsache, dass ökologische Aspekte, die die biologische Abbaubarkeit betreffen, auch für Haftklebebänder eine immer wichtigere Rolle spielen, wurden in der Vergangenheit auch Haftklebebänder vorgestellt, die als Trägermaterial biologisch abbaubare Folien verwenden. Die verwendeten Folien basieren häufig auf Polymilchsäurecompounds. Polymilchsäure ist ebenso wie weitere biologisch abbaubare und für die Anwendung in Frage kommende thermoplastische Polymere relativ hart und spröde. Um für Folienanwendungen geeignet zu sein, müssen diese in Betracht kommenden biologisch abbaubaren Polymere mit weicheren Polymeren compoundiert werden, die häufig nicht oder schlechter biologisch abbaubar sind.
Polymilchsäuren oder Polylactide (kurz PLA) sind Polyester auf Basis von Milchsäure, aus deren Lactid sie durch Ringöffnungspolymerisation hergestellt werden können.
Polymilchsäuren sind thermoplastische Kunststoffe, die aus Milchsäuremolekülen aufgebaut sind. Lactide sind natürlichen Ursprungs und lassen sich durch Vergärung von Melasse oder durch Fermentation von Glucose mit Hilfe von verschiedenen Bakterien herstellen. Das Polymer als Polyhydroxycarbonsäure ist vollständig kompostierbar und biologisch abbaubar. Abbauprodukte sind Wasser und
Kohlendioxid. Die thermische Stabilität und die mechanischen Eigenschaften lassen sich durch Compoundierung mit anderen Polymeren wie zum Beispiel Polyolefinen in weiten Bereichen verändern, wobei die Kompostierbarkeit und die biologische Abbaubarkeit mit zunehmenden Gehalt an nicht kompostierbar und biologisch abbaubaren Additiven reduziert wird.
Polymilchsäure wird als resorbierbares chirurgisches Nahtmaterial und als Verkapselungsmaterial für Pharmaka eingesetzt. Copolymere aus L-Milchsäure und ε-Caprolacton sind biologisch abbaubare orthopädische Reparaturmaterialien für zum Beispiel Knochenreparaturen.
Die Herstellung und Verwendung von Polymilchsäurefolien für den Bereich der Verpackung, des Landwirtschafts- und Gartenbaus und der Medizintechnik ist hinreichend bekannt. Milchsäure ist ein chirales Molekül, das heißt, es gibt D- und L-Milchsäure. Durch Fermentation von Stärke/Zucker mit Hilfe von Lactobakterien wird bevorzugt L- Milchsäure erhalten (der Anteil an D-Milchsäure beträgt bei beispielsweise nur 0,5 bis 2 Gew.-%). Durch Dimerisierung wird hauptsächlich L,L-Lactid erhalten, das für die Polymerisation eingesetzt wird. Es entsteht Poly-L-Milchsäure (PLLA). Dieses PLLA wird heute zur Herstellung von Folien und Fasern/Textilien verwendet. Ein erheblicher Nachteil bei der Verwendung ist die recht geringe thermische Stabilität und Hydrolysebeständigkeit von PLLA.
Trägermaterialien auf Basis von PLLA erfüllen die für die Temperaturbeständigkeit von Kabelwickelbändern bekannten Normen, zum Beispiel die Vorschrift von Ford, nicht. Bereits bei der beschleunigten Temperaturlagerung nach T2 bei 130 °C versagt PLLA.
Dies bringt erhebliche Nachteile zum Beispiel in Beschichtungsprozessen von Klebebändern. So schrumpfen Folien aus PLLA zum Beispiel schon bei Temperaturen von 80 bis 120 °C (je nach Herstellprozess). Vliese aus PLLA können nicht stabil mit Hotmelt-Klebmassen beschichtet werden.
Aus der EP 1 932 892 A1 ist die Verwendung von PLA (als Auswahl aus Polyester) für ein Vlies mit einer Fasermischung aus synthetischen Fasern, Cellulosefasern und einem Binder bekannt.
Die US 5,658,646 A und die EP 0 587 069 A1 beschreiben ein Klebeband mit einem bioabbaubaren Träger aus aliphatischem Polyester wie zum Beispiel PLA.
Die DE 10 2005 004 789 A1 offenbart eine biologisch abbaubare Folie mit einem Basismaterial aus der Gruppe Polylactide, langkettige Milchsäuren, Homo- und Copolyester, Hydroxybutyrat- und Hydroxyvalerat-Polyester, das mit organischen und anorganischen Zuschlagstoffen auf bevorzugt einen Feststoff -Anteil von über 90 Gew.% aufgefüllt ist.
Bei dem zum Einsatz kommenden Polyester kann es sich dabei grundsätzlich um jede Art von Polyester handeln. Beispielsweise sind dies durch ringöffnende Polymerisation von Laktonen oder Polykondensationen von Hydroxycarbonsäuren hergestellte Polyester.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Klebeband zur Verfügung zu stellen, das insbesondere temperaturstabil ist und dennoch bioabbaubar sowie das die einfache, preiswerte und schnelle Ummanteln von langgestrecktem Gut wie Kabelsätzen in Automobilen ermöglicht.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Klebeband, wie es im Hauptanspruch niedergelegt ist. Gegenstand der Unteransprüche sind dabei vorteilhafte Weiterbildungen des Klebebands und Verfahren zur Anwendung des Klebebands.
Demgemäß betrifft die Erfindung ein Klebeband, insbesondere zum Ummanteln langgetrecktem Gut wie Kabelsätzen in einem Automobil, mit einem Trägermaterial, das zumindest einseitig mit einer Klebebeschichtung versehen ist,
wobei
• das Trägermaterial zumindest eine Schicht enthält, die zu mindestens 75 Gew.-% Polymilchsäure (PLA), vorzugsweise sc-PLA, enthält,
· wobei das PLA aus einem physikalischem Blend von mindestens zwei PLA-
Polymeren, also mindestens aus einem PLA-Polymer A und aus einem PLA- Polymer B, enthält,
• wobei das PLA-Polymer A zu mindestens 80 % aus D,D-Lactid und das PLA- Polymer B zu mindestens 80 % aus L,L-Lactid hergestellt wird,
• wobei das Verhältnis von D-Milchsäure zu L-Milchsäure im PLA-Blend zwischen 0,4:0,6 bis 0,6:0,4 liegt.
Die Angabe, dass das Trägermaterial zumindest eine Schicht enthält, die zu mindestens 75 Gew.-% Polymilchsäure (PLA) enthält, bedeutet, dass das die Schicht bildende Polymer 75 Gew.-% Polymilchsäure (PLA) enthält sowie bis zu 25 Gew.-% andere Polymere.
Neben den Polymeren können in der Schicht zusätzlich Zuschlagstoffe vorhanden sein wie Füllstoffe, Pigmente, Alterungsschutzmittel, Nucleierungsmitteln, Antioxidans, Impactmodifier oder Gleitmittel.
In Summe übersteigt deren Gehalt vorzugsweise nicht einen Anteil auf 100 Teile Polymer.
Durch biotechnologische Manipulation (weiße Biotechnologie) können Mikroorganismen gezüchtet werden, die hauptsächlich D-Milchsäure herstellen. Das daraus hergestellte PDLA-Polymer (PLA aus D,D-Lactid) zeigt identische Eigenschaften wie das PLLA.
Kommerziell erhältlich ist PDLA als PURALACT® von Purac.
Diese Enatiomer reinen Michsäuremonomere werden zu den Lactiden dimerisiert (Markennamen von Purac: Puralact L = LL-Lactide; Puralact D = DD-Lactide). Diese Enatiomer reinen Lactide werden dann bei der Firma Synbra zu kommerziell erhältlichen PLA-Polymeren polymerisiert (PDLA (Type Synterra PLA 100D; L-Anteil < 1 Gew.-%) und PLLA (Type Synterra PLA 1510; D-Anteil < 1 Gew.-%)). Durch eine racemische Kristallisation von stereochemisch sauberen PDLA und PLLA zu gleichen Teilen erhält man den sogenannten Stereokomplex (sc-PLA).
Dieses sc-PLA hat eine deutlich höhere thermische Stabilität. Der Schmelzpunkt des sc-PLAs steigt von 170 bis 180 °C (PLLA) auf 210 bis 220 °C (sc-PLA). sc-PLA hat einen höheren Kristallinitätsgrad als PLA. sc-PLA zeichnet sich außerdem durch eine deutlich höhere Kristallisationsgeschwindigkeit (3 bis 4 fache Geschwindigkeit) aus, womit die Festigkeit der aus sc-PLA hergestellten Fasern erhöht wird. Des Weiteren wird eine deutlich höhere Hydrolysebeständigkeit beobachtet. Damit können überraschenderweise und für den Fachmann nicht vorhersehbar Träger für Klebebänder bereitgestellt werden, die höheren Temperaturen im Herstellverfahren,
wie sie beispielsweise bei der Hotmeltbeschichtung mit einer Klebemasse auftreten, ausgesetzt werden können, die insbesondere die vorgegebenen Temperaturnormen erfüllen sowie die in feuchtigkeitssensitiven Bereichen verwendet werden können. Um die sc-PLA-Fasern für textile Träger wie Gewebe herzustellen, werden PDLA und PLLA im Verhältnis 1 :1 im Extruder aufgeschmolzen und homogen vermischt (Temperaturen über den Schmelzpunkt von sc-PLA von 220 °C) und zu den Fasern ausgesponnen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung enthält das Trägermaterial zu mindestens 80 Gew.-% sc-Polymilchsäure (sc-PLA), vorzugsweise zu mindestens 90 Gew.-%, weiter vorzugsweise zu mindestens 95 Gew.-%.
Alternativ ist bevorzugt, wenn das Trägermaterial zu 100 Gew.-% aus sc- Polymilchsäure (sc-PLA) besteht. Weiter vorzugsweise bestehen das den PLA-Blend bildende PLA-Polymer A zu mindestens 90 %, vorzugsweise zu mindestens 95 % aus D-Milchsäure und/oder das den PLA-Blend bildende PLA-Polymer B zu mindestens 90 %, vorzugsweise zu mindestens 95 % aus L-Milchsäure. Weiter vorzugsweise liegt das Verhältnis des D,D-Lactids zum L,L-Lactid in der Polymilchsäure zwischen 0,45:0,55 bis 0,55:0,45, besonders vorzugsweise zwischen 0,48:0,52 bis 0,52:0,48, ganz besonders vorzugsweise bei 0,5:0,5.
In der einfachsten und bevorzugten Ausführungsform umfasst das Trägermaterial genau eine Schicht, die zu mindestens 75 Gew.-% Polymilchsäure (PLA) enthält.
Als Träger eignen sich prinzipiell alle Trägermaterialien, bevorzugt sind textile Träger und besonders bevorzugt Gewebe und Vliese.
Bei den textilen Träger können alle bekannten textilen Träger wie Gestricke, Gelege, Bänder, Geflechte, Nadelflortextilien, Filze, Gewebe (umfassend Leinwand-, Köper und Atlasbindung), Gewirke (umfassend Kettenwirkware und Strickware) oder Vliese verwendet werden, wobei unter„Vlies" zumindest textile Flächengebilde gemäß EN 29092 (1988) sowie Nähwirkvliese und ähnliche Systeme zu verstehen sind.
Erfindungsgemäß bevorzugt ist der Träger ein textiler Träger, bevorzugt ein Gewebe, ein Vlies oder Gewirk, dabei ist es weiter bevorzugt, wenn der Träger ein Flächengewicht von 30 bis 250 g/m2, vorzugsweise von 50 bis 200 g/m2, besonders bevorzugt von 60 bis 150 g/m2 aufweist.
Ebenfalls können Abstandsgewebe und -gewirke mit Kaschierung verwendet werden. Derartige Abstandsgewebe werden in der EP 0 071 212 B1 offenbart. Abstandsgewebe sind mattenförmige Schichtkörper mit einer Deckschicht aus einem Faser- oder Filamentvlies, einer Unterlagsschicht und zwischen diesen Schichten vorhandene einzelne oder Büschel von Haltefasern, die über die Fläche des Schichtkörpers verteilt durch die Partikelschicht hindurchgenadelt sind und die Deckschicht und die Unterlagsschicht untereinander verbinden. Als zusätzliches, aber nicht erforderliches Merkmal sind gemäß EP 0 071 212 B1 in den Haltefasern Partikel aus inerten Gesteinspartikeln, wie zum Beispiel Sand, Kies oder dergleichen, vorhanden.
Die durch die Partikelschicht hindurchgenadelten Haltefasern halten die Deckschicht und die Unterlagsschicht in einem Abstand voneinander und sie sind mit der Deckschicht und der Unterlagsschicht verbunden.
Als Vliesstoffe kommen besonders verfestigte Stapelfaservliese, jedoch auch Filament-, Meltblown- sowie Spinnvliese in Frage, die meist zusätzlich zu verfestigen sind. Als mögliche Verfestigungsmethoden sind für Vliese die mechanische, die thermische sowie die chemische Verfestigung bekannt. Werden bei mechanischen Verfestigungen die Fasern meist durch Verwirbelung der Einzelfasern, durch Vermaschung von Faserbündeln oder durch Einnähen von zusätzlichen Fäden rein mechanisch zusammengehalten, so lassen sich durch thermische als auch durch chemische Verfahren adhäsive (mit Bindemittel) oder kohäsive (bindemittelfrei) Faser-Faser-Bindungen erzielen. Diese lassen sich bei geeigneter Rezeptierung und Prozessführung ausschließlich oder zumindest überwiegend auf Faserknotenpunkte beschränken, so dass unter Erhalt der lockeren, offenen Struktur im Vlies trotzdem ein stabiles, dreidimensionales Netzwerk gebildet wird.
Besonders vorteilhaft haben sich Vliese erwiesen, die insbesondere durch ein Übernähen mit separaten Fäden oder durch ein Vermaschen verfestigt sind.
Derartige verfestigte Vliese werden beispielsweise auf Nähwirkmaschinen des Typs „Malimo" der Firma Karl Mayer, ehemals Malimo, hergestellt und sind unter anderem bei der Firma Techtex GmbH beziehbar. Ein Malivlies ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Querfaservlies durch die Bildung von Maschen aus Fasern des Vlieses verfestigt wird.
Als Träger kann weiterhin ein Vlies vom Typ Kunit oder Multiknit verwendet werden. Ein Kunitvlies ist dadurch gekennzeichnet, dass es aus der Verarbeitung eines längsorientierten Faservlieses zu einem Flächengebilde hervorgeht, das auf einer Seite Maschen und auf der anderen Maschenstege oder Polfaser-Falten aufweist, aber weder Fäden noch vorgefertigte Flächengebilde besitzt. Auch ein derartiges Vlies wird beispielsweise auf Nähwirkmaschinen des Typs„Malimo" der Firma Karl Mayer schon seit längerer Zeit hergestellt. Ein weiteres kennzeichnendes Merkmal dieses Vlieses besteht darin, dass es als Längsfaservlies in Längsrichtung hohe Zugkräfte aufnehmen kann. Ein Multiknitvlies ist gegenüber dem Kunitvlies dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies durch das beidseitige Durchstechen mit Nadeln sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite eine Verfestigung erfährt. Als Ausgangsprodukt für ein Multiknit dienen in der Regel ein beziehungsweise zwei nach dem Kunit-Verfahren hergestellte einseitig vermaschte Polfaser-Vlieswirkstoffe. Im Endprodukt sind beide Vliesstoffoberseiten durch Faservermaschungen zu einer geschlossenen Oberfläche geformt und durch nahezu senkrecht stehende Fasern miteinander verbunden. Die zusätzliche Einbringbarkeit weiterer durchstechbarer Flächengebilde und/oder streufähiger Medien ist gegeben.
Schließlich sind auch Nähvliese als Vorprodukt geeignet, einen erfindungsgemäßen Träger und ein erfindungsgemäßes Klebeband zu bilden. Ein Nähvlies wird aus einem Vliesmaterial mit einer Vielzahl parallel zueinander verlaufender Nähte gebildet und ist als Maliwatt bekannt. Diese Nähte entstehen durch das Einnähen oder Nähwirken von durchgehenden textilen Fäden. Auch für diesen Typ Vlies sind Nähwirkmaschinen des Typs„Malimo" der Firma Karl Mayer, bekannt. Besonders geeignet sind auch Nadelvliese. Beim Nadelvlies wird ein Faserflor zu einem Flächengebilde mit Hilfe von mit Widerhaken versehenen Nadeln. Durch wechselndes Einstechen und Ausziehen der Nadeln wird das Material auf einem Nadelbalken verfestigt, wobei sich die Einzelfasern zu einem festen Flächengebilde verschlingen. Die Anzahl und Ausführungsform der Vernadelungspunkte (Nadelform,
Eindringtiefe, beidseitiges Vernadeln) entscheiden über Stärke und Festigkeit der Fasergebilde, die in der Regel leicht, luftdurchlässig und elastisch sind.
Vorteilhaft und zumindest bereichsweise weist der Träger eine ein- oder beidseitig glattgeschliffene Oberfläche auf, vorzugsweise jeweils eine vollflächig glattgeschliffene Oberfläche. Die glattgeschliffene Oberfläche mag gechintzt sein, wie es beispielsweise in der EP 1 448 744 A1 erläutert wird. Auf diese Weise wird die Abweisbarkeit von Schmutz verbessert. Zur Ummantelung des langgestreckten Gutes eignet sich auch ein Träger, der aus Papier, aus einem Laminat, aus einer Folie, aus Schaumstoff oder aus einer geschäumten Folie besteht.
Vorzugsweise wird das Laminat gebildet aus einem textilen Träger in Form eines Stapelfaservlieses oder eines Spinnvlieses und einer auf der Unterseite des textilen Trägers befindlichen Folie, wobei die Folie eine Dicke von 15 bis 80 μηη aufweist.
Diese nicht-textilen flächigen Materialien bieten sich insbesondere dann an, wenn spezielle Anforderungen eine derartige Modifikation der Erfindung erfordern. Folien sind zum Beispiel im Vergleich zu Textilien meist dünner, bieten durch die geschlossene Schicht zusätzlichen Schutz vor dem Eindringen von Chemikalien und Betriebsmitteln wie Öl, Benzin, Frostschutzmittel u.ä. in den eigentlichen Kabelbereich.
Schaumstoffe oder geschäumte Folien beinhalten dagegen die Eigenschaft der größeren Raumerfüllung sowie guter Geräuschdämpfung - wird ein Kabelstrang beispielsweise in einem kanal- oder tunnelartigen Bereich im Fahrzeug verlegt, kann durch ein in Dicke und Dämpfung geeignetes Ummantelungsband störendes Klappern und Vibrieren von vornherein unterbunden werden. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die im Wesentlichen aus PLA bestehende Schicht (oder in der bevorzugten Ausführungsform des einschichtigen Trägers der Träger) neben PLA andere Materialien aufweisen kann.
Insbesondere leicht können Mischvliese durch die Beifügung anderer Fasern erstellt werden. Als Fasermischungen kommen hier Mischungen aus zum Beispiel PET,
PPLA, sc-PLA infrage. Durch die Mischungen können Materialkosten dahingehend gespart werden, dass gemeinsam mit einer Klebmasse die jeweils höherbeständige Polyestertype den Verbund des Klebebands während der Anwendung sicherstellt.
Auch vom Erfindungsgedanken ist eine Mischung von sc-PLA mit PLLA, das als „Schmelzfaser" verwendet werden kann, da es einen niedrigeren Schmelzpunkt hat. Damit kann der Faserausriss beim Abrollen des Bands deutlich reduziert werden. Insbesondere können (bioabbaubare) aliphatische Co-Polyester als Schmelzfasern verwendet werden.
Als Ausgangsmaterialien für den Träger, die nicht aus PLA bestehen, sind insbesondere (Chemie)Fasern (Stapelfaser oder Endlosfilament) aus synthetischen Polymeren, auch synthetische Fasern genannt, aus Polyester, Polyamid, Polyimid, Aramid, Polyolefin, Polyacrylnitril oder Glas, (Chemie)Fasern aus natürlichen Polymeren wie zellulosische Fasern (Viskose, Modal, Lyocell, Cupro, Acetat, Triacetat, Cellulon), wie Gummifasern, wie Pflanzeneiweißfasern und/oder wie Tiereiweißfasern und/oder natürliche Fasern aus Baumwolle, Sisal, Flachs, Seide, Hanf, Leinen, Kokos oder Wolle vorgesehen. Die vorliegende Erfindung ist aber nicht auf die genannten Materialien beschränkt, sondern es können, für den Fachmann erkenntlich ohne erfinderisch tätig werden zu müssen, eine Vielzahl weiterer Fasern eingesetzt werden. Des Weiteren sind Garne, gefertigt aus den vorgenannten Fasermaterialien, ebenfalls geeignet. Bei Geweben oder Gelegen können einzelne Fäden aus einem Mischgarn hergestellt werden, also synthetische und natürliche Bestandteile aufweisen. In der Regel sind die Kettfäden und die Schussfäden jedoch jeweils sortenrein ausgebildet.
Die Kettfäden und/oder die Schussfäden können dabei jeweils nur aus synthetischen Fäden oder aus Fäden aus natürlichen Rohstoffe bestehen.
Um aus dem Trägermaterial ein Klebeband herzustellen, kann auf alle bekannten Klebemassensysteme zurückgegriffen werden. Neben Natur- oder Synthesekautschuk basierten Klebemassen sind insbesondere Silikonklebemassen sowie Polyacrylatklebemassen, vorzugsweise eine Acrylatschmelzhaftklebemasse,
verwendbar. Wegen ihrer besonderen Eignung als Klebemasse für Wickelbänder von automobilen Kabelsätzen in Hinblick auf die Foggingfreiheit sowie die hervorragende Verträglichkeit mit PVC- sowie PVC-freien Aderisolierungen sind lösungsmittelfreie Acrylat-Hotmeltmassen zu bevorzugen, wie sie in DE 198 07 752 A1 sowie in DE 100 1 1 788 A1 näher beschrieben sind.
Das Auftragsgewicht bewegt sich vorzugsweise im Bereich zwischen 15 bis 200 g/m2, weiter vorzugsweise 30 bis 120 g/m2 (entspricht ungefähr einer Dicke von 15 bis 200 μηη, weiter vorzugsweise 30 bis 120 μηη). Vorzugsweise ist die Klebemasse eine Haftklebemasse, also eine Klebemasse, die bereits unter relativ schwachem Andruck eine dauerhafte Verbindung mit fast allen Haftgründen erlaubt und nach Gebrauch im Wesentlichen rückstandsfrei vom Haftgrund wieder abgelöst werden kann. Eine Haftklebemasse wirkt bei Raumtemperatur permanent haftklebrig, weist also eine hinreichend geringe Viskosität und eine hohe Anfassklebrigkeit auf, so dass sie die Oberfläche des jeweiligen Klebegrunds bereits bei geringem Andruck benetzt. Die Verklebbarkeit der Klebemasse beruht auf ihren adhäsiven Eigenschaften und die Wiederablösbarkeit auf ihren kohäsiven Eigenschaften. Als Klebemasse ist eine solche auf Acrylathotmelt-Basis geeignet, die einen K-Wert von mindestens 20 aufweist, insbesondere größer 30 (gemessen jeweils in 1 Gew.- %iger Lösung in Toluol, 25 °C), erhältlich durch Aufkonzentrieren einer Lösung einer solchen Masse zu einem als Hotmelt verarbeitbaren System.
Der K-Wert (nach FIKENTSCHER) ist ein Maß für die durchschnittliche Molekülgröße hochpolymerer Stoffe. Die Bestimmung der Viskosität von Polymeren durch ein Kapillarviskosimeter erfolgt nach DIN EN ISO 1628-1 :2009.
Zur Messung werden einprozentige (1 g/100 ml) toluolische Polymerlösungen bei 25 °C hergestellt und unter Verwendung des entsprechenden DIN-Ubbelohde- Viskosimeters nach ISO 3105:1994, Tabelle B.9 vermessen.
Das Aufkonzentrieren kann in entsprechend ausgerüsteten Kesseln oder Extrudern stattfinden, insbesondere beim damit einhergehenden Entgasen ist ein Entgasungs- Extruder bevorzugt.
Eine derartige Klebemasse ist in der DE 43 13 008 C2 dargelegt. Diesen auf diesem Wege hergestellten Acrylatmassen wird in einem Zwischenschritt das Lösungsmittel vollständig entzogen.
Zusätzlich werden dabei weitere leichtflüchtige Bestandteile entfernt. Nach der Beschichtung aus der Schmelze weisen diese Massen nur noch geringe Anteile an flüchtigen Bestandteilen auf. Somit können alle im oben angeführten Patent beanspruchten Monomere/Rezepturen übernommen werden.
Die Lösung der Masse kann 5 bis 80 Gew.-%, insbesondere 30 bis 70 Gew.-% Lösungsmittel enthalten.
Vorzugsweise werden handelsübliche Lösungsmittel eingesetzt, insbesondere niedrig siedende Kohlenwasserstoffe, Ketone, Alkohole und/oder Ester.
Weiter vorzugsweise werden Einschnecken-, Zweischnecken- oder Mehrschneckenextruder mit einer oder insbesondere zwei oder mehreren Entgasungseinheiten eingesetzt.
In der Klebemasse auf Acrylathotmelt-Basis können Benzoinderivate einpolymerisiert sein, so beispielsweise Benzoinacrylat oder Benzoinmethacrylat, Acrylsäure- oder Methacrylsäureester. Derartige Benzoinderivate sind in der EP 0 578 151 A beschrieben.
Die Klebemasse auf Acrylathotmelt-Basis kann UV-vernetzt werden. Andere Vernetzungsarten sind aber auch möglich, zum Beispiel die Elektronenstrahlenvernetzung.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden als Selbstklebemassen Copolymerisate aus (Meth)acrylsäure und deren Estern mit 1 bis 25 C-Atomen, Malein-, Fumar- und/oder Itaconsäure und/oder deren Estern, substituierten (Meth)acrylamiden, Maleinsäureanhydrid und anderen Vinylverbindungen, wie Vinylestern, insbesondere Vinylacetat, Vinylalkoholen und/oder Vinylethern eingesetzt.
Der Restlösungsmittel-Gehalt sollte unter 1 Gew.-% betragen.
Eine Klebemasse, die sich als besonders geeignet zeigt, ist eine Acrylatschmelzhaftklebemasse, wie sie unter der Bezeichnung acResin, insbesondere acResin A 260 UV, von der BASF geführt wird. Diese Klebemasse mit niedrigem K-Wert erhält ihre anwendungsgerechten Eigenschaften durch eine abschließende strahlenchemisch ausgelöste Vernetzung.
Weitere hervorragend geeignete Klebemassen sind in den Dokumenten DE 10 201 1 075 152 A1 , DE 10 201 1 075 156 A1 , DE 10 201 1 075 159 A1 und DE 10 201 1 075 160 A1 beschrieben Bevorzugt ist die Klebemasse vollflächig auf dem Träger aufgetragen.
Die Klebemasse kann in Längsrichtung des Klebebands in Form eines Streifens aufgebracht sein, der eine geringere Breite aufweist als das Trägermaterial des Klebebands.
Der beschichtete Streifen hat in einer vorteilhaften Ausführungsform eine Breite von 10 bis 80 % der Breite des Trägermaterials. Besonders vorzugsweise erfolgt der Einsatz von Streifen mit einer Beschichtung von 20 bis 50 % der Breite des Trägermaterials.
Je nach Verwendungsfall können auch mehrere parallele Streifen des Klebers auf dem Trägermaterial beschichtet sein.
Die Lage des Streifens auf dem Träger ist frei wählbar, wobei eine Anordnung direkt an einer der Kanten des Trägers bevorzugt wird.
Weiterhin können zwei Klebstoffstreifen vorgesehen sein, und zwar ein Klebstoffstreifen auf der Oberseite des Trägermaterials und ein Klebstoffstreifen auf der Unterseite des Trägermaterials, wobei die beiden Klebstoffstreifen vorzugsweise an den sich gegenüberliegenden Längskanten angeordnet sind. Gemäß einer Variante sind die beiden Klebstoffstreifen an ein- und derselben Längskante angeordnet.
Vorzugsweise schließen der oder die Klebestoffstreifen jeweils bündig mit der oder den Längskanten des Trägermaterials ab.
Auf der Klebebeschichtung des Trägers kann zumindest ein Streifen einer Eindeckung vorgesehen sein, der oder die sich in Längsrichtung des Klebebands erstrecken und der oder die zwischen 20 % und 90 % der Klebebeschichtung abdecken.
Bevorzugt deckt der Streifen insgesamt zwischen 50 % und 80 % der Klebebeschichtung ab. Der Abdeckungsgrad ist gewählt in Abhängigkeit von der Anwendung und von dem Durchmesser des Kabelsatzes.
Die angegebenen Prozentzahlen beziehen sich auf die Breite der Streifen der Eindeckung in Bezug auf die Breite des Trägers.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist genau ein Streifen der Eindeckung auf der Klebebeschichtung vorhanden. Die Lage des Streifens auf der Klebebeschichtung ist frei wählbar, wobei eine Anordnung direkt an einer der Längskanten des Trägers bevorzugt wird. Auf diese Weise ergibt sich ein in Längsrichtung des Klebebands erstreckender Klebestreifen, der mit der anderen Längskante des Trägers abschließt.
Wird das Klebeband zur Ummantelung eines Kabelbaums eingesetzt, indem das Klebeband in einer schraubenlinienförmigen Bewegung um den Kabelbaum geführt wird, kann die Umhüllung des Kabelbaums so erfolgen, dass die Klebemasse des Klebebands nur auf dem Klebeband selbst verklebt wird, während das Gut mit keinem Kleber in Berührung kommt.
Der so ummantelte Kabelbaum weist aufgrund der fehlenden Fixierung der Kabel durch irgendeinen Kleber eine sehr hohe Flexibilität auf. Damit ist seine Biegefähigkeit beim Einbau - gerade auch in engen Durchgängen oder scharfen Abbiegungen - deutlich erhöht.
Falls eine gewisse Fixierung des Klebebands auf dem Gut gewünscht wird, kann die Ummantelung derartig erfolgen, dass der Klebestreifen zu einem Teil auf dem Klebeband selbst und zu einem anderen Teil auf dem Gut verklebt wird.
Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform ist der Streifen mittig auf der Klebebeschichtung aufgebracht, so dass sich zwei an den Längskanten des Trägers in Längsrichtung des Klebebands erstreckende Klebestreifen ergeben.
Für das sichere und wirtschaftliche Aufbringen des Klebebands in besagter schraubenlinienförmiger Bewegung um den Kabelbaum und gegen das Verrutschen der sich ergebenden Schutzumhüllung sind die zwei jeweils an den Längskanten des Klebebands vorhandenen Klebestreifen vorteilhaft, insbesondere wenn einer, der meist schmaler als der zweite Streifen ist, als Fixierungshilfe dient und der zweite, breitere Streifen als Verschluss dient. Auf diese Weise ist das Klebeband so auf dem Kabel verklebt, dass der Kabelsatz gegen Verrutschen gesichert und dennoch flexibel gestaltet ist.
Daneben gibt es Ausführungsformen, bei denen mehr als ein Streifen der Eindeckung auf der Klebebeschichtung aufgebracht sind. Wenn lediglich von einem Streifen die Rede ist, liest der Fachmann in Gedanken mit, dass durchaus auch mehrere Streifen gleichzeitig die Klebebeschichtung eindecken können.
Die Herstellung und Verarbeitung der Klebemassen kann aus Lösung, Dispersion sowie aus der Schmelze erfolgen. Bevorzugte Herstell- und Verarbeitungsverfahren erfolgen aus Lösung sowie aus der Schmelze. Besonders bevorzugt ist die Fertigung der Klebmasse aus der Schmelze, wobei insbesondere Batchverfahren oder kontinuierliche Verfahren eingesetzt werden können. Besonders vorteilhaft ist die kontinuierliche Fertigung der Haftklebemassen mit Hilfe eines Extruders.
Die so hergestellten Klebemassen können dann mit den allgemein bekannten Verfahren auf den Träger gebracht werden. Bei Verarbeitung aus der Schmelze können dies Auftragsverfahren über eine Düse oder einen Kalander sein.
Bei Verfahren aus der Lösung sind Beschichtungen mit Rakeln, Messern oder Düsen bekannt, um nur einige wenige zu nennen.
Möglich ist auch eine Transferierung der Klebemasse von einem anti-adhäsiven Trägertuch oder Releaseliner auf den Trägerverbund.
Schließlich kann das Klebeband ein Abdeckmaterial aufweisen, mit dem bis zum Gebrauch die eine oder die zwei Klebemasseschichten eingedeckt sind. Als Abdeckmaterialien eignen sich auch alle oben ausführlich aufgeführten Materialien. Bevorzugt wird aber ein nicht-fusselndes Material eingesetzt wie eine Kunststofffolie oder ein gut verleimtes, langfaseriges Papier.
Auf der Rückseite des Klebebandes kann ein Rückseitenlack aufgetragen sein, um die Abrolleigenschaften des zur archimedischen Spirale gewickelten Klebebandes günstig zu beeinflussen. Dieser Rückseitenlack kann dazu mit Silikon- oder Fluorsilikonverbindungen sowie mit Polyvinylstearylcarbamat,
Polyethyleniminstearylcarbamid oder fluororganischen Verbindungen als abhäsiv wirkende Stoffe ausgerüstet sein. Gegebenenfalls befindet sich unter dem Rückseitenlack oder alternativ dazu einen Schaumbeschichtung auf der Rückseite des Klebebands.
Das erfindungsgemäße Klebeband kann in festen Längen wie zum Beispiel als Meterware oder aber als Endlosware auf Rollen (archimedische Spirale) zur Verfügung gestellt werden. Für die Verwendung ist im letzteren Fall dann ein variables Ablängen durch Messer, Scheren oder Dispenser u.ä. möglich oder eine manuelle Verarbeitbarkeit ohne Hilfsmittel.
Des Weiteren kann das Klebeband im Wesentlichen rechtwinklig zur Laufrichtung ein oder mehrere Schwächungslinien aufweisen, so dass das Klebeband leichter handeinreißbar ist.
Um ein besonders einfaches Arbeiten für den Anwender zu ermöglichen, sind die Schwächungslinien rechtwinklig zur Laufrichtung des Klebebands ausgerichtet und/oder in regelmäßigen Abständen angeordnet.
Besonders einfach lässt das Klebeband durchtrennen, wenn die Schwächungslinien in Form von Perforationen ausgestaltet sind.
Es lassen sich auf diese Weise Kanten zwischen den einzelnen Abschnitten erzielen, die sehr fusselfrei sind, also ein unerwünschtes Ausfransen vermieden wird.
Besonders vorteilhaft lassen sich die Schwächungslinien diskontinuierlich mit
Flachstanzen oder querlaufenden Perforationsrädern sowie kontinuierlich unter Verwendung von rotativen Systemen wie Stachelwalzen oder Stanzwalzen erzeugen, gegebenenfalls unter Verwendung einer Gegenwalze (Vulkollanwalze), die das
Gegenrad beim Schneiden bilden.
Weitere Möglichkeiten stellen gesteuert intermittierend arbeitende Schneidtechnologien dar wie beispielsweise die Verwendung von Lasern, Ultraschall, Hochdruckwasserstrahlen etc. Wird wie beim Laser- oder Ultraschallschneiden ein Teil der Energie als Wärme in das Trägermaterial eingebracht, lassen sich im Schneidbereich die Fasern verschmelzen, so dass ein störendes Ausfasern weitestgehend vermieden wird und man randscharfe Schneidkanten erhält. Letztere Verfahren eignen sich auch, um spezielle Schneidkantengeometrien zu erzielen, beispielsweise konkav oder konvex ausgeformte Schneidkanten.
Die Höhe der Stachel beziehungsweise Messer auf den Stanzwalzen beträgt bevorzugt 150 % der Dicke des Klebebands.
Das Loch-Steg-Verhältnis bei der Perforierung, also wie viele Millimeter halten das Material zusammen („Brücke"), wie viele Millimeter sind durchtrennt, bestimmt, wie leicht insbesondere die Fasern des Trägermaterials einzureißen sind. Des Weiteren
beeinflusst dies Verhältnis letztlich auch, wie fusselfrei die Abrisskante zu erhalten ist.
Vorzugsweise beträgt die Stegbreite ungefähr 2 mm und die Schnittbreite zwischen den Stegen ungefähr 10 mm, das heißt, es wechseln sich 2 mm breite Stege mit 10 mm Einschnitten ab. Das Loch-Steg-Verhältnis beträgt demgemäß vorzugsweise 2:10.
Mit dieser Schwächung des Materials lässt sich eine ausreichend geringe Abreißkraft erzielen. Ist eine Schwerentflammbarkeit des beschriebenen Klebebands erwünscht, lässt sich diese erzielen, indem dem Träger und/oder der Klebemasse Flammschutzmittel zugesetzt werden. Diese können bromorganische Verbindungen sein, bei Bedarf mit Synergisten wie Antimontrioxid, wobei jedoch in Hinblick auf die Halogenfreiheit des Klebebandes roter Phosphor, phosphororganische, mineralische oder intumeszierende Verbindungen wie Ammoniumpolyphosphat allein oder in Verbindung mit Synergisten bevorzugt Verwendung finden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Breite des Klebebands zwischen 9 und 38 mm.
Der allgemeine Ausdruck „Klebeband" umfasst im Sinne dieser Erfindung alle flächigen Gebilde wie in zwei Dimensionen ausgedehnte Folien oder Folienabschnitte, Bänder mit ausgedehnter Länge und begrenzter Breite, Bandabschnitte und dergleichen, letztlich auch Stanzlinge oder Etiketten.
Des Weiteren ist es vorteilhaft zum Ummanteln von langgestrecktem Gut wie insbesondere Kabelsätze in Kraftfahrzeugen geeignet, wobei das Klebeband in einer Schraubenlinie um das langgestreckte Gut geführt oder das langgestreckte Gut in axialer Richtung von dem Band umhüllt werden kann.
Schließlich umfasst der Erfindungsgedanke auch ein langgestrecktes Gut, ummantelt mit einem erfindungsgemäßen Klebeband. Vorzugsweise handelt es sich bei dem langgestreckten Gut um einen Kabelsatz.
Aufgrund der hervorragenden Eignung des Klebebandes kann es in einer Ummantelung Verwendung finden, die aus einer Eindeckung besteht, bei der
zumindest in einem Kantenbereich der Eindeckung das selbstklebend ausgerüstete Klebeband vorhanden ist, das so auf der Eindeckung verklebt ist, dass sich das Klebeband über eine der Längskanten der Eindeckung erstreckt, und zwar vorzugsweise in einem im Vergleich zur Breite der Eindeckung schmalen Kantenbereich.
Ein derartiges Produkt sowie optimierte Ausführungsformen desselben werden in der EP 1 312 097 A1 offenbart. In der EP 1 300 452 A2, der DE 102 29 527 A1 sowie der WO 2006 108 871 A1 werden Weiterentwicklungen dargestellt, für die das erfindungsgemäße Klebeband ebenfalls sehr gut geeignet ist. Ebenso kann das erfindungsgemäße Klebeband in einem Verfahren Verwendung finden, wie es die EP 1 367 608 A2 offenbart.
Schließlich beschreiben die EP 1 315 781 A1 sowie die DE 103 29 994 A1 Ausführungsformen von Klebebändern, wie sie auch für das erfindungsgemäße Klebeband möglich sind.
Schließlich umfasst der Erfindungsgedanke auch ein langgestrecktes Gut, ummantelt mit einem erfindungsgemäßen Klebeband. Vorzugsweise handelt es sich bei dem langgestreckten Gut um einen Kabelsatz, weiter vorzugsweise in einem Automobil.
Das erfindungsgemäße Klebeband bietet Vorteile, die derartig für den Fachmann nicht vorhersehbar waren.
Zunächst ist die Stabilität der aus sc-PLA gebildeten Träger bei höherer Temperatur zu nennen. Ein Standard-PLA ist thermisch labil, neigt zum Schrumpfen und ist nicht beschichtbar, weder mit Lösemittelmassen noch mit Hotmeltmassen.
Des Weiteren erfüllen der erfindungsgemäße Träger beziehungsweise das damit hergestellte Klebeband die technischen Anforderungen, die an ein Klebeband, insbesondere Kabelwickelband gestellt werden, obwohl der Träger (überwiegend) biobasiert ist.
Im Folgenden soll das Klebeband anhand mehrerer Figuren und mehrerer Beispiele näher erläutert werden, ohne damit eine wie auch immer geartete Einschränkung hervorrufen zu wollen.
Es zeigen
Figur 1 das Klebeband im seitlichen Schnitt,
Figur 2 einen Ausschnitt eines Kabelbaums, der sich aus einer Bündelung von einzelnen Kabeln zusammensetzt und der mit dem erfindungsgemäßen Klebeband ummantelt ist,
Figur 3 eine vorteilhafte Anwendung des Klebebands.
In der Figur 1 ist im Schnitt in Querrichtung (Querschnitt) das Klebeband gezeigt, das aus einem Trägermaterial 1 besteht, auf das einseitig eine Schicht einer selbstklebenden Beschichtung 2 aufgebracht ist.
Das Trägermaterial 1 besteht aus einem Vlies aus 100 %-PLA.
Wie in der EP 1 081 202 A1 beschrieben, sinkt die Klebemasse 2 in den textilen Träger 1 ein (beispielsweise zwischen 10 μηη und 0,5 mm), wodurch die Verankerung der Klebemasse sichergestellt ist. In der Figur 2 ist ein Ausschnitt eines Kabelbaums gezeigt, der sich aus einer Bündelung von einzelnen Kabeln 7 zusammensetzt und der mit dem erfindungsgemäßen Klebeband ummantelt ist. Das Klebeband wird in einer spiralförmigen Bewegung um den Kabelbaum geführt.
Der gezeigte Ausschnitt des Kabelbaums zeigt zwei Wicklungen I und II des Klebebands. Nach links hin würden sich weitere Wicklungen erstrecken, diese sind hier nicht dargestellt.
Auf der Klebebeschichtung ist ein Streifen 5 der Eindeckung vorhanden, so dass sich ein in Längsrichtung des Bands erstreckender Klebestreifen 6 ergibt. Es wechseln sich nichtklebende Bereiche 1 1 , 21 , 23 des Klebebands mit klebenden Bereichen 12, 22, 24 ab. (Die Abschnitte 22, 24 sind im Gegensatz zur offen liegenden Klebemasse 12 von außen nicht sichtbar, weshalb die dichtere Schraffur zur Darstellung gewählt ist.)
Die Ummantelung des Kabelbaums erfolgt derartig, dass der Klebemassestreifen 6 vollständig auf dem Klebeband verklebt. Eine Verklebung mit den Kabeln 7 ist ausgeschlossen. In einer weiteren Ausführungsform für eine Ummantelung werden zwei mit einer Klebemasse ausgerüstete erfindungsgemäße Bänder 60, 70 mit ihren Klebemassen versetzt (bevorzugt um jeweils 50 %) aufeinander laminiert, so dass sich ein Produkt ergibt, wie es in Figur 3 dargestellt ist.
Die Klebebänder mit erfindungsgemäßen Trägern lassen sich relativ problemlos von Hand einreißen, was für den beschriebenen Einsatzzweck und die besonders bevorzugte Verarbeitung als Wickelband zur Bündelung von Kabeln in Automobilen ebenfalls von besonderer Bedeutung ist.
Eine Reißfestigkeit in Querrichtung von weniger als 10 N, welche nach der AFERA- Norm 4007 bestimmt wird, dient als Kriterium für die Handeinreißbarkeit des Klebebandes.
Im Folgenden soll die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert werden, ohne mit diesen die Erfindung in irgendeiner Weise beschränken zu wollen.
Die Messungen finden dabei nach folgenden Normen statt: · Flächengewichte der Gewebe und der Klebmassebeschichtung nach
DIN EN ISO 2286-1
• Garngewicht nach DIN 53830 T3
• Fadenzahl nach DIN EN 1049 Teil 2
• Klebkraft nach DIN EN 1939
· Dicke der Gewebe und Klebebänder nach DIN EN 1942
Im Folgenden werden ein Gewebe und ein Vlies näher untersucht. Die zur Bildung des Gewebes beziehungsweise des Vlieses eingesetzten Fasern bestehen zu 50
Gew.-% aus PDLA der Type Synterra PLA 100D und zu 50 Gew.-% aus PLLA der Type Synterra PLA 1510), also aus (nahezu) reinem sc-PLA.
Die Polymermischung wird im Extruder aufgeschmolzen und über Spinndüsen zu Fasern verarbeitet. Diese Fasern werden nach dem Fachmann bekannten Verfahrensweisen zu Geweben oder Vliesen weiterverarbeitet.
Das Risiko beziehungsweise der Aufwand diese Fertigungsschritte im Vergleich zu denen von PET anzupassen, ist gering, da das sc-PLA mit ca. 210 bis 220 °C im Vergleich zu PLLA mit 170 bis 180 °C deutlich höhere Schmelztemperaturen hat
Abschließend erfolgt die Beschichtung mit einer Acrylatschmelzhaftklebemasse (acResin A 260 UV von der BASF). Anders als bei PLLA basierten Trägern können hierbei Temperaturen oberhalb von 80 bis 120 °C verwendet werden, ohne dass die Träger zum Beispiel durch Schrumpfung geschädigt werden.
Beispiel 1
Gewebekonstruktion
Tabelle 1 : Gewebekonstruktion
(i)
Trägermaterial PLA-Gewebe
Flächengewicht 130 g/m2
Fadenzahl längs
48/cm
(Kette)
Fadengewicht
167 dtex
längs
Fadenzahl quer
23/cm
(Schuss)
Fadengewicht quer 167 dtex
Temperaturstabilität D
Tabelle 2: Klebebandeigenschaften
Wesentliche Merkmale:
• Temperaturklasse D (LV 312)
Beispiel 2
Vlieskonstruktionen
Textiler Träger: Nassvlies (wet-laid)
Flächengewicht: 35 g/m2
Zusammensetzung 100 Gew.-% PLA
5 phr Binder (bezogen auf 100 Teile PLA)
Haftklebemasse: Acrylatklebemasse
Wesentliches Merkmal:
• Temperaturklasse C (LV 312)