Mehrgelenkskurbeltrieb einer Brennkraftmaschine sowie entsprechende Brennkraftmaschine
Die Erfindung betrifft einen Mehrgelenkskurbeltrieb einer Brennkraftmaschine, mit wenigstens einem um eine Koppelglieddrehachse drehbar auf einem Hubzapfen einer Kurbelwelle gelagerten Koppelglied und wenigstens einer um eine Exzenterdrehachse drehbar auf einem Hubzapfen einer Exzenterwelle gelagerten Anlenkpleuelstange, wobei das Koppelglied um eine Kolbenpleueldrehachse schwenkbar mit einer Kolbenpleuelstange eines Kolbens der Brennkraftmaschine und um eine Anlenkpleueldrehachse schwenkbar mit der Anlenkpleuelstange verbunden ist, und wobei eine Drehachse der Exzenterwelle oberhalb einer Drehebene liegt, die eine Drehachse der Kurbelwelle aufnimmt und senkrecht auf wenigstens einer Zylinderlängsmittelachse steht. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Brennkraftmaschine mit einem Mehrgelenkskurbeltrieb.
Der Mehrgelenkskurbeltrieb der eingangs genannten Art ist beispielsweise Bestandteil der Brennkraftmaschine, kann jedoch auch in anderen Bereichen Anwendung finden. Der Mehrgelenkskurbeltrieb umfasst die Exzenterwelle, deren Drehwinkel vorzugsweise mittels einer Stelleinrichtung, insbesondere in Abhängigkeit von einem Betriebspunkt der Brennkraftmaschine, verstellt werden kann. Alternativ kann die Exzenterwelle auch mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine wirkverbunden und auf diese Weise von ihr antreibbar sein.
Der Mehrgelenkskurbeltrieb verfügt über das Koppelglied, insbesondere über eine der Anzahl der Kolben der Brennkraftmaschine entsprechende Anzahl von Koppelgliedern. Das Koppelglied beziehungsweise die Koppelglieder sind jeweils drehbar auf der dem entsprechenden Hubzapfen der Kurbelwelle gelagert. Bevorzugt weist das Koppelglied zwei nach entgegengesetzten Seiten über die Kurbelwelle überstehende, an ihrem Ende jeweils mit einem Schwenkgelenk versehene Arme auf. Die Drehachse des Koppelglieds um die Kurbelwelle beziehungsweise um den Hubzapfen der Kurbelwelle wird als Koppelglieddrehachse bezeichnet.
Eines der Schwenkgelenke dient zur schwenkbaren Verbindung mit der Kolbenpleuelstange, die einen der Kolben der Brennkraftmaschine über das Koppelglied mit der Kurbelwelle verbindet. Die Drehachse dieses Schwenkgelenks wird als Kolbenpleueldrehachse bezeichnet. Aufgrund der Verschwenkbarkeit des Koppelglieds ist die Kolben-
BESTÄTIGUNGSKOPIE
pleueldrehachse nicht ortsfest, sondern wird zusammen mit dem Koppelglied verlagert beziehungsweise verschwenkt. Ein anderes der Schwenkgelenke dient zur schwenkbaren Verbindung mit der sogenannten Anlenkpleuelstange, welche mit ihrem anderen, dem Koppelglied gegenüberliegenden Ende drehbar auf dem Hubzapfen der Exzenterwelle gelagert ist. Die Drehachse dieses Schwenkgelenks wird als Anlenkpleueldrehachse bezeichnet, während die Drehachse der Anlenkpleuelstange auf dem Hubzapfen der Exzenterwelle im weiteren Verlauf als Exzenterdrehachse geführt wird.
Die Anlenkpleuelstange verfügt zur Ausbildung der Schwenkgelenke bevorzugt über zwei Pleuelaugen. Das erste Pleuelauge ist Bestandteil des Schwenkgelenks, über welches die Anlenkpleuelstange mit dem Koppelglied zusammenwirkt. Das erste Pleuelauge umfasst dabei beispielsweise einen an dem Koppelglied gehaltenen Koppelstift beziehungsweise Lagerbolzen. Das zweite Pleuelauge ist analog dazu Bestandteil des Schwenkgelenks, über welches die Anlenkpleuelstange mit der Exzenterwelle verbunden ist. Insbesondere umgreift das zweite Pleuelauge den Hubzapfen der Exzenterwelle wenigstens bereichsweise.
Mittels des Mehrgelenkskurbeltriebs kann das in dem, dem Kolben jeweils zugeordneten Zylinder erreichte Verdichtungsverhältnis eingestellt werden, insbesondere in Abhängigkeit von einem Betriebspunkt der Brennkraftmaschine und/oder dem vorliegenden Arbeitstakt. Zum Verstellen des Verdichtungsverhältnisses wird die Exzenterwelle in eine bestimmte, dem gewünschten Verdichtungsverhältnis entsprechende Drehwinkelstellung gebracht oder die Phasenlage zwischen der Exzenterwelle und der Kurbelwelle auf einen bestimmten Wert eingestellt.
Aus dem Stand der Technik ist beispielsweise die Druckschrift DE 601 09 342 T2 bekannt, welche eine Brennkraftmaschine mit variablem Verdichtungsverhältnis und Hubraum beschreibt. Weiter zeigt die Druckschrift DE 10 2012 007 465 A1 eine Brennkraftmaschine, bei welcher der seitliche Abstand zwischen einer Rotationsachse und einer Kurbelwelle und einem dritten Gelenk im Verhältnis zum maximalen Hub eines Kolbens mindestens -1 ,0 beträgt.
Bekannte Mehrgelenkskurbeltriebe werden üblicherweise bauraumoptimiert ausgelegt. Daraus folgt, dass die kinematisch wirksamen Längen des Mehrgelenkskurbeltriebs in Relation zu dem Kolbenhub des Kolbens klein sind. Die Kräfte in den Schwenklagern eines derartigen Mehrgelenkskurbeltriebs sind vergleichsweise groß und müssen einen
großen Schwenkwinkel und damit entsprechend langen Weg zurücklegen. Die entstehende Reibarbeit, die das Produkt aus Kraft und Weg darstellt und in Wärme umgewandelt wird, ist demzufolge ebenfalls hoch.
Es ist nun Aufgabe der Erfindung, einen Mehrgelenkskurbeltrieb einer Brennkraftmaschine vorzuschlagen, welcher gegenüber bekannten Mehrgelenkskurbeltrieben vorteilhaft ausgestaltet ist, insbesondere indem er die Reibung des Mehrgelenkkurbeltriebs und/oder die an der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine anliegende Torsionsbelastung reduziert.
Dies wird erfindungsgemäß mit einem Mehrgelenkskurbeltrieb mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht. Dabei ist vorgesehen, dass jeweils bezogen auf einen Gesamtkolbenhub des Kolbens der Abstand zwischen der Kolbendrehachse und der Kolbenpleueldrehachse wenigstens 1 ,41 und höchstens 1 ,61 beträgt, und der Abstand zwischen der Kolbenpleueldrehachse und der Koppelglieddrehachse wenigstens 0,38 und höchstens 0,58 beträgt, und der Abstand zwischen der Koppelglieddrehachse und der Anlenkpleueldrehachse mindestens 0,82 und höchstens 1 ,02 beträgt, und der Abstand zwischen der Anlenkpleueldrehachse und der Exzenterdrehachse wenigstens 1 ,63 und höchstens 1 ,83 beträgt.
Selbstverständlich kann es alternativ vorgesehen sein, dass lediglich der genannte Abstand zwischen der Kolbendrehachse und der Kolbenpleueldrehachse oder lediglich der genannte Abstand zwischen der Kolbenpleueldrehachse und der Koppelglieddrehachse oder lediglich der genannte Abstand zwischen der Koppelglieddrehachse und der Anlenkpleueldrehachse oder lediglich der genannte Abstand zwischen der Anlenkpleueldrehachse und der Exzenterdrehachse realisiert ist. Auch eine beliebige Kombination der genannten Abstände kann vorgesehen sein. Beispielsweise sind wenigstens zwei, insbesondere genau zwei, der genannten Abstände oder wenigstens drei, insbesondere genau drei, der genannten Abstände realisiert.
Grundsätzlich soll die Drehachse der Exzenterwelle oberhalb derjenigen Ebene liegen, welche die Drehachse der Kurbelwelle aufnimmt und senkrecht auf der wenigstens einen Zylinderlängsmittelachse steht. Die Ebene wird mithin von der Drehachse der Kurbelwelle und der Zylinderlängsmittelachse gemeinsam definiert. In Längsrichtung der Brennkraftmaschine - bezogen auf die Drehachse der Kurbelwelle - weist die Ebene dieselbe Position und Richtung auf wie diese Drehachse. Gleichzeitig soll sie auf der wenigstens einen Zylinderlängsmittelachse senkrecht stehen, sodass die Zylinderlängs-
mittelachse in Normalenrichtung der Ebene vorliegt. Die Zylinderlängsmittelachse ist einem Zylinder der Brennkraftmaschine zugeordnet und erstreckt sich in dessen Längsrichtung. Die Zylinderlängsmittelachse liegt dabei beispielsweise über die Längserstreckung des Zylinders hinweg in dessen Mittelpunkt vor.
Selbstverständlich kann die Ebene auch senkrecht zu mehreren Zylinderlängsmittelachsen mehrerer Zylinder der Brennkraftmaschine vorliegen, besonders bevorzugt senkrecht auf den Zylinderlängsmittelachsen aller Zylinder der Brennkraftmaschine stehen. Die Exzenterwelle soll nun derart angeordnet sein, dass ihre Drehachse oberhalb dieser Ebene angeordnet ist. Besonders bevorzugt liegt die gesamte Exzenterwelle, also nicht lediglich ihre Drehachse, oberhalb dieser Ebene vor. Beispielsweise liegt die Drehachse der Exzenterwelle unmittelbar benachbart zu der Ebene vor, grenzt also an diese an. Alternativ ist dies für die gesamte Exzenterwelle der Fall. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Drehachse der Exzenterwelle beziehungsweise die gesamte Exzenterwelle oberhalb der Ebene angeordnet ist und zusätzlich von ihr beabstandet vorliegt.
Die Exzenterwelle liegt nun also bezüglich eines Zylinders der Brennkraftmaschine nicht mehr unten, sondern wurde mitsamt der Anlenkpleuelstange nach oben gedreht. Daraus resultiert vorzugsweise, dass die Kolbenpleuelstange und die Anlenkpleuelstange ausgehend von dem Koppelglied im Wesentlichen in dieselbe Richtung zeigen, nämlich in Richtung des Kolbens beziehungsweise des Zylinders. Es ist also nicht vorgesehen, dass die Anlenkpleuelstange ausgehend von dem Koppelhebel von dem Zylinder beziehungsweise dem Kolben weg weist beziehungsweise bezüglich des Koppelhebels dem Kolben gegenüberliegt.
Mithilfe der genannten Abständen zwischen den Drehachsen konnte überraschenderweise die Phasenlage der maximalen Massenkraft und der zu diesem Zeitpunkt vorliegende Kurbelwellenhebelarm dahingehend verbessert werden, dass das massenkraft- bedingte Torsionsmoment in der Kurbelwelle deutlich abnimmt, insbesondere um mindestens 10%, mindestens 20% oder mindestens 30 %. Zusätzlich oder alternativ sind bei einem Mehrgelenkskurbeltrieb mit den genannten Abständen zwischen den Drehachsen die Schwenkwinkel der Gelenke im Vergleich zu anderen Ausgestaltungen kleiner. Dies führt bei gleichem Gesamtkolbenhub des Kolbens zu verringerter Reibung.
Es kann zwar der Fall auftreten, dass die einzelnen Elemente des Mehrgelenkskurbel- triebs, beispielsweise das Koppelglied, die Anlenkpleuelstange und/oder die Kolbenpleuelstange, größer ausfallen als bei anderen Ausführungsformen des Mehrgelenkskur-
beltriebs, welche bauraumoptimiert ausgelegt sind. Die größeren und damit schwereren Elemente erzeugen vor allem bei hohen Drehzahlen zwar größere Massenkräfte, dies würde jedoch - zumindest hinsichtlich der Reibung - von dem Vorteil der Verringerung des Schwenkwinkels kompensiert.
Selbstverständlich kann der Abstand zwischen der Kolbendrehachse und der Kolbenpleueldrehachse - bezogen auf den Gesamtkolbenhub - wenigstens 1 ,46 und höchstens 1 ,56 oder wenigstens 1 ,49 und höchstens 1 ,53, besonders bevorzugt 1 ,51 betragen.
Zusätzlich oder alternativ kann der Abstand zwischen der Kolbenpleueldrehachse und der Koppelglieddrehachse - bezogen auf den Gesamtkolbenhub - wenigstens 0,43 und höchstens 0,53, insbesondere wenigstens 0,46 und höchstens 0,50, besonders bevorzugt 0,48 betragen.
In einer weiteren Ausgestaltung kann zudem vorgesehen sein, dass der Abstand zwischen der Koppelglieddrehachse und der Anlenkpleueldrehachse - bezogen auf den Gesamtkolbenhub - mindestens 0,87 und höchstens 0,97, insbesondere mindestens 0,90 und höchstens 0,94, besonders bevorzugt 0,92 beträgt.
Schließlich kann vorgesehen sein, dass der Abstand zwischen der Anlenkpleueldrehachse und der Exzenterdrehachse - bezogen auf den Gesamtkolbenhub - wenigstens 1 ,68 und höchstens 1 ,78 oder höchstens 1,81 , insbesondere wenigstens 1 ,71 und höchstens 1 ,75 oder wenigstens 1 ,75 und höchstens 1 ,81 , besonders bevorzugt 1 ,73 oder 1 ,78, beträgt.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass bezogen auf den Gesamtkolbenhub der horizontale Abstand zwischen der Drehachse der Exzenterwelle und der Drehachse der Kurbelwelle - bezogen auf den Gesamtkolbenhub - mindestens 0,64 und höchstens 0,84 beträgt. Der horizontale Abstand liegt dabei beispielsweise in einer Richtung vor, welche auf der Zylinderlängsmittelachse senkrecht steht. Unter den angegebenen Werten sind dabei Absolutwerte zu verstehen. Beispielsweise beträgt der genannte Abstand mindestens 0,69 und höchstens 0,79, insbesondere mindestens 0,72 und höchstens 0,76 oder mindestens 0,71 und höchstens 0,75, besonders bevorzugt 0,74 oder 0,73.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass bezogen auf den Gesamtkolbenhub der vertikale Abstand zwischen der Drehachse der Exzenterwelle und der Dreh-
achse der Kurbelwelle mindestens 1 ,67 und höchstens 2,07 beträgt. Der vertikale Abstand liegt bevorzugt in einer Richtung vor, welche zu der Zylinderlängsmittelachse parallel ist. Auch hier sind die angegebenen Werte als Absolutwerte zu verstehen. Besonders bevorzugt liegt jedoch die Drehachse der Exzenterwelle über der Drehachse der Kurbelwelle, also ausgehend von der Kurbelwelle in Richtung des Kolbens beziehungsweise des Zylinders. Der genannte Abstand beträgt bevorzugt mindestens 1 ,72 und höchstens 2,02, insbesondere mindestens 1 ,85 und höchstens 1 ,89 oder mindestens 1 ,91 und höchstens 1 ,95 , besonders bevorzugt 1 ,87 oder 1 ,93, jeweils auf den Gesamtkolbenhub bezogen.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass bezogen auf den Gesamtkolbenhub der Abstand zwischen der Koppelglieddrehachse und der Drehachse der Kurbelwelle mindestens 0,23 und höchstens 0,43 beträgt. Der genannte Abstand entspricht einem Kurbelradius der Kurbelwelle, also dem Abstand zwischen dem Hubzapfen der Kurbelwelle und der Drehachse der Kurbelwelle. Der genannte Abstand beträgt bevorzugt mindestens 0,28 und höchstens 0,38, insbesondere mindestens 0,31 und höchstens 0,35, besonders bevorzugt 0,33.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass bezogen auf den Gesamtkolbenhub eine Schränkung mindestens 0,11 und höchstens 0,31 beträgt. Unter der Schränkung ist eine Parallelverlagerung der Drehachse der Kurbelwelle zu der Zylinderlängsmittelachse beziehungsweise einer Kolbenlängsmittelachse zu verstehen. Die Drehachse der Kurbelwelle fällt also bei einer Schränkung von Null auf die Zylinderlängsmittelachse beziehungsweise die Kolbenlängsmittelachse. Bei einer Schränkung von größer als Null liegt sie dagegen beabstandet zu dieser vor. Die Schränkung beträgt bevorzugt mindestens 0,16 und höchstens 0,26, insbesondere mindestens 0,19 und höchstens 0,23, besonders bevorzugt 0,21.
Dabei kann es vorgesehen sein, dass die Schränkung zur Gegendruckseite vorliegt, insbesondere also die Drehachse der Kurbelwelle auf der der Exzenterwelle zugewandten Seite der Kolbenlängsmittelachse angeordnet ist. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass die Schränkung entweder zur Druckseite oder zur Gegendruckseite vorgesehen ist. Selbstverständlich sind im Rahmen der Erfindung beide Ausführungsformen realisierbar. Besonders bevorzugt ist jedoch die Schränkung hin zu der Gegendruckseite ausgeführt.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass ein Koppelwinkel zwischen einer gedachten Geraden durch die Koppelglieddrehachse sowie die
Anlenkpleueldrehachse einerseits und einer gedachten Geraden durch die Koppelglieddrehachse und die Kolbenpleueldrehachse andererseits mindestens 140 Grad und höchstens 180 Grad beträgt. Der Koppelwinkel beschreibt im Wesentlichen die Anwinkelung zweier Arme des Koppelglieds zueinander. Ein erster der Arme verbindet dabei die Koppelglieddrehachse mit der Anlenkpleueldrehachse, während ein weiterer der Arme die Koppelglieddrehachse und die Kolbenpleueldrehachse miteinander verbindet.
Der Koppelwinkel wird durch zwei gedachten Geraden charakterisiert, wobei sich diese jeweils durch zwei der genannten Drehachsen, also die Koppelglieddrehachse und die Anlenkpleueldrehachse einerseits sowie die Koppeldrehachse und die Kolbenpleueldrehachse andererseits, erstrecken. Der Koppelwinkel beträgt besonders bevorzugt mindestens 150 Grad und höchstens 170 Grad, insbesondere mindestens 155 Grad und höchstens 165 Grad, besonders bevorzugt genau 160 Grad. Wesentlich für die Reduzierung der Schwenkwinkel sind der hier beschriebene große Koppelwinkel in Kombination mit einer vergleichsweise langen Anlenkpleuelstange sowie einer ebenfalls relativ langen Kolbenpleuelstange.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass bezogen auf den Gesamtkolbenhub der Abstand zwischen der Drehachse der Exzenterwelle und der Exzenterdrehachse mindestens 0,045 und höchstens 0,065 beträgt. Der Abstand charakterisiert insoweit einen Kurbelradius der Exzenterwelle, also einen Abstand zwischen dem Hubzapfen der Exzenterwelle und der Drehachse der Exzenterwelle. Beispielsweise beträgt der genannte Abstand mindestens 0,050 und höchstens 0,060, insbesondere 0,051 und höchstens 0,057. Besonders bevorzugt beträgt er 0,055.
Schließlich kann vorgesehen sein, dass der Gesamtkolbenhub mindestens 70 mm und höchstens 120 mm beträgt. Selbstverständlich kann der Gesamtkolbenhub grundsätzlich beliebig ausgestaltet sein und in Abhängigkeit von einer beabsichtigten Leistung der Brennkraftmaschine gewählt werden. Beispielsweise liegt er jedoch zwischen den genannten Werten (diese jeweils einschließend) oder beträgt mindestens 80 mm und höchstens 1 10 mm, insbesondere mindestens 90 mm und höchstens 100 mm. Er kann jedoch auch mindestens 91 mm und höchstens 95 mm, besonders bevorzugt 93,5 mm betragen.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Brennkraftmaschine mit einem Mehrgelenkskurbel- trieb. Dabei ist vorgesehen, dass der Mehrgelenkskurbeltrieb gemäß den vorstehenden
Ausführungen ausgebildet ist. Auf die Vorteile einer derartigen Ausgestaltung des Mehr- gelenkskurbeltriebs beziehungsweise der Brennkraftmaschine wurde bereits hingewiesen. Sowohl die Brennkraftmaschine als auch der Mehrgelenkskurbeltrieb können gemäß den vorstehenden Ausführungen weitergebildet sein, sodass insoweit auf diese verwiesen wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Dabei zeigt die einzige
Figur eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine mit einem Mehrgelenkskurbeltrieb.
Die Figur zeigt einen Bereich einer Brennkraftmaschine 1 mit einem Mehrgelenkskurbeltrieb 2. Die Brennkraftmaschine 1 verfügt zudem über wenigstens einen in einem Zylinder 3 längsbeweglich angeordneten Kolben 4. Der Zylinder 3 beziehungsweise der Kolben 4 weist eine Längsmittelachse 5 auf. An dem Kolben 4 greift eine Kolbenpleuelstange 6 an, die an dem Kolben 4 um eine Kolbendrehachse 7 drehbar gelagert ist. Die Kolbendrehachse 7 befindet sich dabei bevorzugt auf der Längsmittelachse 5 des Zylinders 3.
Auf ihrer dem Kolben 4 abgewandten Seite ist die Kolbenpleuelstange 6 mit einem Koppelglied 8 verbunden. Dabei ist die Kolbenpleuelstange 6 an dem Koppelglied 8 um eine Kolbenpleueldrehachse 9 drehbar gelagert. Insbesondere greift die Kolbenpleuelstange 6 an einem ersten Arm 10 des Koppelglieds 8 an. Dieser ist mit einem zweiten Arm 1 1 unter einem Winkel α starr verbunden. Der Winkel α liegt dabei um eine Koppelglieddrehachse 12 herum vor. In dieser Koppelglieddrehachse 12 laufen also die beiden Arme 10 und 11 ineinander. Das Koppelglied 8 ist um die Koppelglieddrehachse 12 drehbar auf einem Hubzapfen 13 einer Kurbelwelle 14 gelagert. Der Hubzapfen 13 beziehungsweise die Koppelglieddrehachse 12 ist dabei exzentrisch zu einer Drehachse 15 der Kurbelwelle 1 angeordnet.
Auf der der Kolbenpleuelstange 6 abgewandten Seite des Koppelglieds 8 greift eine Anlenkpleuelstange 16 an dem Koppelglied 8 an, insbesondere also an dem zweiten Arm 11. Dabei ist die Anlenkpleuelstange 16 um eine Anlenkpleueldrehachse 17 drehbar an dem Koppelglied 8 gelagert. Auf der dem Koppelglied 8 abgewandten Seite der Anlenkpleuelstange 16 ist die Anlenkpleuelstange 16 um eine Exzenterdrehachse 18
drehbar an einem Hubzapfen 19 einer Exzenterwelle 20 gelagert. Die Exzenterwelle 20 weist wiederum eine Drehachse 21 auf. Der Hubzapfen 19 beziehungsweise die Exzenterdrehachse 18 sind exzentrisch zu der Drehachse 21 der Exzenterwelle 20 vorgesehen.
Es ist nun vorgesehen, dass die Drehachse 21 der Exzenterwelle 20 oberhalb einer Ebene 22 angeordnet ist, die die Drehachse 15 der Kurbelwelle 15 aufnimmt und senkrecht auf der Zylinderlängsmittelachse 5 steht. Diese Anordnung wird als„obenliegende Exzenterwelle" bezeichnet.
In der Figur ist nun ein Abstand zwischen der Kolbendrehachse 7 und der Kolbenpleueldrehachse 9 mit bezeichnet. Der Abstand zwischen der Kolbenpleueldrehachse 9 und der Koppelglieddrehachse 12 ist als l2 geführt. Der Abstand zwischen der Koppelglieddrehachse 12 und der Anlenkpleueldrehachse 17 ist als l3 und der Abstand zwischen der Anlenkpleueldrehachse 17 und der Exzenterdrehachse 18 als l4 bezeichnet. Besonders vorteilhaft gilt nun für diese Abstände:
• 1 ,41 < < 1 ,61 ,
• 0,38 < l2 < 0,58,
• 0,82 < l3 < 1 ,02, und
• 1 ,63 < |4 < 1 ,83.
Die genannten Werte sind dabei auf einen Gesamtkolbenhub des Kolbens 4 bezogen, welcher beispielsweise mindestens 70 mm und höchstens 120 mm beträgt.
Weiterhin kann es vorgesehen sein, dass ein horizontaler Abstand dx zwischen der Drehachse 21 der Exzenterwelle 20 und der Drehachse 15 der Kurbelwelle 14 bezogen auf den Gesamtkolbenhub des Kolbens 4 mindestens 0,64 und höchstens 0,84 beträgt. Zusätzlich oder alternativ beträgt der vertikale Abstand dy zwischen der Drehachse 21 der Exzenterwelle 20 und der Drehachse 15 der Kurbelwelle 14 mindestens 1 ,64 und höchstens 2,07, wiederum bezogen auf den Gesamtkolbenhub.
Weiterhin kann es vorgesehen sein, dass bezogen auf den Gesamtkurbelhub der Kurbelradius der Kurbelwelle 14, also der Abstand zwischen der Koppelglieddrehachse 12 und der Drehachse 15 der Kurbelwelle 14 mindestens 0,23 und höchstens 0,43 beträgt. Dieser Kurbelradius ist hier als bezeichnet. Auch die Exzenterwelle 20 weist einen Hub auf, welcher als r2 bezeichnet und als Abstand zwischen der Exzenterdrehachse 18 und
der Drehachse 21 der Exzenterwelle 20 definiert ist. Der Kurbelradius r2 der Exzenterwelle 20 beträgt - bezogen auf den Gesamtkolbenhub - beispielsweise mindestens 0,045 und höchstens 0,065.
Zusätzlich kann bei dem hier beschriebenen Mehrgelenkskurbeltrieb 2 eine Schränkung s vorgesehen sein, welche insoweit als horizontaler Abstand zwischen der Drehachse 15 der Kurbelwelle 14 und der Zylinderlängsmittelachse 5 definiert ist. Die Schränkung s beträgt bezogen auf den Gesamtkolbenhub beispielsweise mindestens 0,11 und höchstens 0,31. Dabei liegt die Schränkung s zur Gegendruckseite hin vor. Die Drehachse 15 der Kurbelwelle 14 ist also auf derjenigen Seite der Längsmittelachse 5 angeordnet, auf welcher auch die Drehachse 21 der Exzenterwelle 20 vorliegt.
Der vorstehend bereits erwähnte Koppelwinkel α definiert sich durch den Schnittwinkel zwischen einer gedachten Geraden, die durch die Koppelglieddrehachse 12 und die Anlenkpleueldrehachse 17 verläuft, mit einer gedachten Geraden, die durch die Koppelglieddrehachse 12 und die Kolbenpleueldrehachse 9 verläuft. Der Koppelwinkel α beträgt beispielsweise mindestens 140 Grad und höchstens 180 Grad, kann jedoch selbstverständlich grundsätzlich beliebig gewählt sein.
Die hier dargestellte Brennkraftmaschine 1 verfügt selbstverständlich bevorzugt über mehrere Zylinder 3 und mithin mehrere Kolben 3. Entsprechend weist der Mehrgelenkskurbeltrieb 2 mehrere der ihm zugeordneten Elemente auf, insbesondere für jeden Kolben 4 eine Kolbenpleuelstange 6, ein Koppelglied 8 sowie eine Anlenkpleuelstange 16. Diese genannten Elemente sind jeweils gemäß den vorstehenden Ausführungen ausgestaltet. Grundsätzlich kann die Anzahl der Zylinder 3 beziehungsweise der Kolben 4 der Brennkraftmaschine 1 beliebig gewählt sein. Insbesondere beträgt sie 2, 3, 4, 5, 6, 8 oder 12. Ist die Brennkraftmaschine 1 mit vier Zylindern ausgestattet, so beträgt der Kröpfungswinkel der Kurbelwelle 14 bevorzugt 180 Grad.
BEZUGSZEICHENLISTE
Brennkraftmaschine
Mehrgelenkkurbeltrieb
Zylinder
Kolben
Längsmittelachse
Kolbenpleuelstange
Kolbendrehachse
Koppelglied
Kolbenpleueldrehachse
1. Arm
2. Arm
Koppelglieddrehachse
Hubzapfen
Kurbelwelle
Drehachse
Anlenkpleuelstange
Anlenkpleueldrehachse
Exzenterdrehachse
Hubzapfen
Exzenterwelle
Drehachse
Ebene