Beschreibung
Aktuator
Gegenstand der Erfindung ist ein Aktuator mit einem aus mehreren Gehäuseteilen bestehenden Metallgehäuse, einem Elektromotor, einem Stellglied, einem die Bewegung des Elektromotors auf das Stellglied anpassenden Übertragungsmechanismus und einer Elektronik zur Ansteuerung des Elektromotors.
Derartige Aktuatoren besitzen ein elektromotorisch angetriebenes Stellglied in Form einer Klappe, eines Zapfens oder werden als Steller oder Ventile in Kraftfahrzeugen eingesetzt und sind somit bekannt. Die zum Einsatz kommenden Metallgehäuse sind in der Regel Aluminiumgussgehäuse, da solche Gehäuse eine ausreichende Festigkeit bei relativ geringem Gewicht aufweisen. Um die Bauteile in das Gehäuse einbringen zu können, besteht dieses aus zwei oder mehreren Gehäuseteilen. Da Aktuatoren in Kraftfahrzeugen in der Regel hohen Temperaturen ausgesetzt sind, wird das aus mehreren Teilen bestehende Aluminiumgehäuse aufgrund seiner guten Wärmeleitfähigkeit zur Kühlung der im Gehäuse angeordneten Bauteile, z. B. der von dem Elektromotor abgegebenen Wärme, benutzt. Bei Einsatz des Aktuators im Hochtemperaturbereich ist es weiter bekannt, eine aktive Kühlung in Form einer Wasserkühlung in dem Gehäuse vorzusehen. Nachteilig ist, dass die Anordnung einer Wasserkühlung den Aufwand für das Aluminiumgehäuse stark erhöht. Bei Gehäusen ohne Wasserkühlung müssen die Gehäuseteile für eine ausreichende Wärmekapazität relativ dicke Wandungen aufweisen, um eine gute Kühlung zu erzielen. Dadurch besitzt ein solches Gehäuse ein relativ hohes Gewicht .
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Aktuator zu schaffen, der einfach und kostengünstig aufgebaut ist. Zudem soll der Aktuator ein geringes Gewicht besitzen.
Gelöst wird die Aufgabe dadurch, dass zumindest ein Gehäuseteil aus Kunststoff besteht, dass in dem Bereich des aus Kunststoff bestehenden Gehäuseteils eine Wärmesenke angeordnet ist und dass diese Wärmesenke mit einem metallischen Gehäuseteil verbunden ist.
Die Anordnung einer separaten Wärmesenke ermöglicht die Kühlung von bestimmten Bereichen und/oder Bauteilen im Gehäuse. Durch diese zusätzliche Kühlmaßnahme wird es ermöglicht, einzelne Teile des Gehäuses, vorzugsweise Deckel, aus anderen Werkstoffen, insbesondere Kunststoff zu gestalten. Bei der Verwendung von Kunststoffen kann aufgrund der Wärmesenke zudem auf die Verwendung von hochtemperaturbeständigen Kunststoffen verzichtet und stattdessen kostengünstigere Kunststoffe verwendet werden. Der wesentliche Vorteil besteht jedoch darin, dass der Ak- tuator durch die Verwendung von Kunststoff ein deutlich geringeres Gewicht besitzt.
Eine gute Kühlung wird erreicht, wenn ein Metallkörper als Wärmesenke verwendet wird. Aufgrund der Wärmeleitfähigkeit von Metallen eigenen sich diese Stoffe besser als andere Materialien. Eine verbesserte Kühlung oder der Einsatz eines kleineren Metallkörpers als Wärmesenke wird dadurch erreicht, dass der Metallkörper mindestens ein Metall mit guter Wärmeleitfähigkeit, vorzugsweise Kupfer oder Aluminium, enthält.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist der Metallkörper einteilig mit elektrischen Leiterbahnen verbunden. Das hat den Vorteil, dass die Anordnung des Metallkörpers erleichtert und eine besonders einfache Befestigung des Metallkörpers im Gehäuse erreicht wird. Die wesentlichsten Vorteile bestehen jedoch darin, dass die Leiterbahnen in der Regel aus gut wärmeleitendem Material bestehen und sich bereits dadurch eine Verbindung von Metallkörper und Leiterbahnen anbietet. Leiterbah-
nen werden oftmals mittels Stanzen oder Schneiden aus einem Rohling hergestellt. Bei entsprechender Anordnung und Gestaltung des Metallkörpers kann dieser in den Bereichen angeordnet werden, die ursprünglich ausgestanzt oder ausgeschnitten wur- den. Durch diese verbesserte Materialausnutzung des Rohlings lässt sich der Verschnitt deutlich reduzieren. Hinzu kommt, dass sich dadurch Metallkörper und Leiterbahnen gleichzeitig fertigen lassen. Eine separate Herstellung des Metallkörpers kann somit entfallen. Die Wärmesenke ist dadurch sehr kosten- günstig herstellbar.
Aber auch bei getrennter Herstellung von Leiterbahnen und Metallkörper lässt sich eine einfache Anordnung dadurch erreichen, dass der Metallkörper beispielsweise durch Löten mit den Leiterbahnen verbunden wird.
In einer anderen Ausgestaltung kann der Metallkörper mit dem Kunststoffdeckel des Gehäuses verbunden sein. Insbesondere Rast- und Steckverbindungen erlauben eine einfache Montage. Diese Verbindung kann zusätzlich zu einer Verbindung des Metallkörpers mit anderen Bauteilen sein. Aufgrund der isolierenden Eigenschaften des KunstStoffdeckels kann die Verbindung auch über die mit dem Metallkörper verbunden Leiterbahnen erfolgen .
Die Funktion als Wärmesenke wird weiter verbessert, wenn der Metallkörper Stege besitzt, welche in Aufnahmen des metallischen Gehäuseteils angeordnet sind, um so die Wärme in weitere Gehäuseteile abzuführen. Die Aufnahmen können auch Anlageflä- chen am Gehäuse sein. Zudem können die Stege in beliebigen Winkel vom Metallkörper abgewinkelt sein, um die Anbindung zum Metallgehäuse zu ermöglichen.
Um auch unter rauen Betriebsbedingungen eine zuverlässige Wär- meabfuhr in das Gehäuse zu gewährleisten, sind die Stege gemäß
einer vorteilhaften Ausgestaltung derart ausgebildet, dass sie unter Vorspannung in den Aufnahmen angeordnet sind. Eine Vorspannung wird bereits dadurch erreicht, wenn das Ende der Stege L-, U- oder V-förmig umgebogen ist. Die Vorspannung wird dabei durch die Federwirkung des Endes erzeugt. Die Vorspannung kann in einer anderen Ausgestaltung durch die Form der Aufnahme des Gehäuses erfolgen. Zu diesem Zweck kann die Aufnahme beispielsweise mit Einführschrägen ausgestaltet sein. Eine solche Form ist zudem einfach herstellbar.
An einem Ausführungsbeispiel wird die Erfindung näher beschrieben. Es zeigt in
Fig. 1 eine Explosionsdarstellung eines Aktuators,
Fig. 2 den Deckel mit Leadframe nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Draufsicht des Deckels,
Fig. 4 das Gehäuse ohne Deckel und
Fig. 5 einen Schnitt durch den Aktuator .
Fig. 1 zeigt einen Teil eines Gehäuses 1 aus Aluminium eines Aktuators in einem Kraftfahrzeug mit einem Stellglied 2, welches über ein Getriebe 3 als Übertragungsmechanismus von einem Elektromotor 4 angetrieben wird. Das Gehäuseteil 1 ist wassergekühlt. Hierzu ist ein Kühlmittelkanal 5 mit entsprechenden Anschlussleitungen 6 verbunden. Im Bereich des Getriebes 3 wird das Gehäuse 1 von einem Deckel 7 abgedeckt. Für eine ausreichende Dichtheit ist zusätzlich eine Dichtung 8 zwischen Gehäuse 1 und Deckel 7 angeordnet. Zur Erfassung der Position des Stellglieds 2 ist an der das Stellglied 2 antreibenden Welle 9 ein Magnet 10 befestigt. Dem Magnet 10 gegenüberliegend ist ein
Sensor 11 angeordnet, der seinerseits im Deckel 7 befestigt ist .
In Figur 2 ist zusätzlich ein im Deckel 7 befestigter Leadframe 12 dargestellt. Der Leadframe 10 besteht aus den Leiterbahnen 9 zur Kontaktierung des Sensors 11 und Leiterbahnen 9' zur Kon- taktierung des Elektromotors. Die Leiterbahnen 9, 9 ' werden über die am Deckel 7 angeformte Buchse 13 nach außen geführt. Der Leadframe 12 besitzt weiter einen Metallkörper 14, der eine Wärmesenke ist. Der Leadframe 12 besteht aus einer Kupferlegierung und ist daher gut wärmeleitend. Durch die breitere Ausführung der einzelnen Bahnen 14 gegenüber den Leiterbahnen 9, besitzt der Metallkörper 14 eine höhere Wärmekapazität und somit eine bessere Kühlfunktion. Der Leadframe 12 ist ein Stanzteil, bei dem durch Stanzen der Metallkörper 14, die Leiterbahnen 9, 9' und die Verbindungen 15 zwischen den einzelnen Elementen 9, 9', 14 hergestellt werden. Durch Umformen der einzelnen Elemente entsteht der fertige Leadframe 12. Der Leadframe 12 wird anschließend in Raststellen des Deckels 7 eingeklipst und die Verbindungen 15 getrennt, so dass die Leiterbahnen 9, 9' elektrisch getrennt sind. Diese Anordnung zusammen mit der Kontaktierung des Sensors 11 ist in Figur 3 dargestellt. Die Anordnung des Metallkörpers 14, der Leiterbahnen 9, 9' zum Sensor 11 und dem Gehäuseteil 1 ist in Fig. 4 gezeigt .
Figur 5 zeigt das Gehäuseteil 1 mit den Kühlmittelkanälen 5, der Kammer 16 für den nicht dargestellten Elektromotor und den Deckel 7 im Schnitt. Das Getriebe ist zur besseren Darstellung ebenfalls nicht gezeigt. Im Deckel sind die Leiterbahnen 9 verklipst, ebenso wie der Metallkörper 14. Der Metallkörper besitzt zwei Stege 17, die in Richtung des Gehäuseteils 1 um 90° gebogen sind und deren Enden 18 V-förmig ausgebildet sind. Die Stege 17 reichen mit ihren Enden 18 in Aufnahmen 19 des Gehäu-
seteils 1, wo sie aufgrund ihrer V-förmigen Ausbildung gegen die Wandung der Aufnahmen 19 vorgespannt sind. Auf diese Weise wird die Wärme, welche der Metallkörper 14 aufnimmt, über die Stege 17 ins Gehäuseteil 1 abgeleitet.