Beleuchtete Scheibenanordnung
Die Erfindung betrifft eine beleuchtete Scheibenanordnung, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung.
Beleuchte Scheibenanordnungen beinhalten Scheiben und am Rand der Scheiben direkt angebrachte Leuchtmittel. Auf der Scheibenoberfläche aufgebrachte Reflexionselemente ermöglichen die homogene Beleuchtung der Scheibenfläche. So lassen sich Innenräume aber auch Gebäudeaußenfassaden sehr gleichmäßig beleuchten. Beleuchtete Scheibenanordnungen finden sich in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen innerhalb und außerhalb von Gebäuden und Fahrzeugen.
Im Gegensatz zu einer punktförmigen Lichtquelle, wie einer Stehlampe oder Deckenlampe, lässt sich durch eine beleuchtete Scheibenanordnung ein sehr gleichmäßiges, flächiges, ambientes Licht erzeugen. In Abhängigkeit von der verwendeten Leuchtquelle und der Ansteuerelektronik lassen sich auch verschiedene Lichteffekte realisieren. Bei der Verwendung von farbigen LEDs lassen sich insbesondere verschiedene Farbeffekte kombinieren. So lassen sich bewegende Lichteffekte durch die gezielte Ansteuerung und Löschung einzelner LEDs erzeugen. Für den Betrachter scheint sich dabei das Licht in Farbwellen auszubreiten. Überlagern sich dabei mehrere Farbwellen, so ergeben sich weitere Effekte wie eine Farbmarmorierung, der sogenannte Moire-Effekt. Diese Licht- und Farbeffekte lassen sich auch für Werbeflächen oder zur Erzeugung künstlerischer und architektonischer Effekte nutzen.
Für eine Abstrahlung des Lichtes aus der Scheibe sind auf der Scheibe angebrachte Lichtreflektoren notwendig. Dazu kann die Scheibe bedruckt oder mit entsprechenden Einritzungen versehen werden. Da das Licht der LEDs seitlich eingekoppelt wird, geht oft ein hoher Anteil des eingestrahlten Lichts verloren. Bei der Verwendung in Doppel- und Dreifachverglasungen muss die Anbringung der Lichtreflektoren berücksichtigt werden, was nicht unwesentlich die Kosten des Verfahrens erhöht. Zudem beeinflusst die Art der Verglasung ganz wesentlich die von der Scheibe abgestrahlte Lichtmenge.
DE 295 10 238 Ul offenbart ein Fenster mit im Randbereich angebrachten Lichteinstrahlmitteln oder Lichtleitern. Auf dem Fenster angebrachte Reflektoren, Lichtablenkmittel, ermöglichen ein Abstrahlen des ins Fenster eingekoppelten Lichts. Als mögliche Lichtquellen kommen Glühlampen, Leuchtstoffröhren oder LEDs in Frage.
DE 198 52 593 AI offenbart eine Flächenleuchte mit einer transparenten Verglasung. Bei ausgeschalteter Lichtquelle ist die Scheibe transparent. Wird die Lichtquelle eingeschaltet, so funktioniert die Verglasung als Flächenleuchte.
DE 102 24 421 AI offenbart eine Lichtwand mit Lampen, die hinter einem Computerarbeitsplatz angeordnet ist. Die Lichtwand besteht aus einer transparenten Glasoder Kunststoffscheibe, die bevorzugt über LEDs beleuchtet wird. Die Helligkeit und die Farbanteile können über eine Steuerungseinheit geregelt werden. Die Steuerungseinheit kann direkt mit dem PC des Computerarbeitsplatzes verbunden sein und die Helligkeit des Arbeitsplatzes in Abhängigkeit von der Helligkeit des Monitors regeln.
EP 1 379 742 Bl offenbart ein beleuchtetes urbanes Möbel mit Fenstern in einer Rahmenkonstruktion. Die Leuchtmittel sind an der Stirnseite der Fenster angeordnet und strahlen das einfallende Licht senkrecht nach außen ab. Eine ähnliche Anordnung findet sich auch in der EP 1 106 915 AI.
EP 1 346 178 B l offenbart ein sandwichartiges Plattenelement. Die beiden Platten sind weitgehend lichtdurchlässig. Im Plattenzwischenraum oder an den Platten sind Solarzellenelemente angebracht. Eine Lichtquelle ist stirnseitig an mindestens einer Platte angeordnet und ermöglicht eine zusätzliche Beleuchtung.
DE 10 2005 061 855 AI offenbart ein Glaselement als Teil einer Fassade mit lang nachleuchtendem Effekt. Das Langnachleuchtelement umfasst ein lang nachleuchtendes Pigment in einer Matrix.
DE 10 2005 036 869 AI offenbart eine mehrschichtige Verbundstruktur zur Verkleidung der Innen- oder Außenseite von Gebäuden- oder Gebäudeteilen. Die Verbundstruktur umfasst mindestens eine lichtdurchlässige starre Schicht, mehrere Lichtleitfaser und ein oder mehrere Anschlüsse zum Verbinden der Lichtleitfasern mit einer Lichtquelle.
US 6, 185,883 Bl offenbart ein Fenster mit dekorativen Schmuckelementen. Der Fensterrahmen umfasst eine Dreifachisolierverglasung mit dekorativen Elementen in der mittleren Scheibe.
Beleuchtete Verglasungen spielen auch eine immer mehr zunehmende Rolle im Straßen- und Schienenverkehr. Beispiele hierfür sind Schiebetüren in Bussen und Straßenbahnen. In diesen Anwendungen müssen oft verschiedene Informationen im Bereich der Scheibe dargestellt werden, beispielsweise eine sich öffnende oder schließende Schiebetür. Zur besseren Übersicht oder auch zur optimalen Platznutzung ist es vielfach erforderlich, dass verschiedene Symbole im gleichen Flächenbereich angeordnet sind. Die an Scheiben angebrachten LED- Leisten können in unterschiedlichen Farben leuchten. Ist die LED-Leiste seitlich an der Scheibe montiert, so erfolgt die Abstrahlung des Lichts unabhängig von der Farbe an den auf der Glasoberfläche angebrachten Streumitteln. Die angestrahlten Streumittelpunkte können auf diese Art und Weise in unterschiedlichen Farben leuchten und beispielsweise ein Symbol oder Piktogramm beleuchten. Eine Änderung der äußeren Form des Symbols ist jedoch nicht möglich.
Die Aufgabe der Erfindung liegt darin eine beleuchtete Scheibenanordnung bereitzustellen, welche in einem lokalen Bereich der Scheibe mindestens zwei verschieden geformte schaltbare Piktogramme bereitstellt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch den unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung der beleuchteten Scheibenanordnung und die Verwendung der erfindungsgemäßen beleuchteten Scheibenanordnung gehen aus weiteren unabhängigen Ansprüchen hervor.
Die erfindungsgemäße beleuchtete Scheibenanordnung umfasst mindestens eine Grundscheibe aus einem Scheibenkörper und einer Scheibenoberfläche. Eine erste LED- Leiste ist an einer Kante der Grundscheibe befestigt und eine zweite LED-Leiste ist an einer weiteren Kante der Grundscheibe befestigt ist. Die beiden LED-Leisten sind bevorzugt an gegenüberliegenden Seiten der Grundscheibe angeordnet. Auf der Scheibenoberfläche sind erste Leuchtfelder und zweite Leuchtfelder in Form von im mittleren Querschnitt
keilförmigen (dreiecksförmigen) Einritzungen angebracht. Die keilförmigen Einritzungen können noch weitere mehreckige oder runde Formen beinhalten.
Die ersten Leuchtfelder nehmen innerhalb des Scheibenkörpers einen mittleren (gemittelten) Winkel α (Alpha) zur Scheibenoberfläche zugewandt zu der ersten LED-Leiste ein. Gleichzeitig nehmen die ersten Leuchtfelder einen mittleren (gemittelten) Winkel ß (Beta) zur Scheibenoberfläche zugewandt zu der zweiten LED-Leiste ein. Aufgrund der Ausrichtung der ersten Leuchtfelder mit einen mittleren (gemittelten) Winkel α (Alpha) zur Scheibenoberfläche zugewandt zu der ersten LED-Leiste, leuchten diese bei eingeschalteter erster LED-Leiste sichtbar auf.
Die zweiten Leuchtfelder nehmen innerhalb des Scheibenkörpers einen mittleren Winkel a' zur Scheibenoberfläche zugewandt zu der zweiten LED-Leiste ein und einen mittleren Winkel ß' zur Scheibenoberfläche zugewandt zu der ersten LED-Leiste ein. Aufgrund der Ausrichtung der zweiten Leuchtfelder mit einen mittleren (gemittelten) Winkel a' (Alpha') zur Scheibenoberfläche zugewandt zu der zweiten LED-Leiste, leuchten diese bei eingeschalteter zweiter LED-Leiste sichtbar auf.
Die ersten Leuchtfelder und/oder zweiten Leuchtfelder weisen Winkel α und a' von 70° bis 100° auf. Die Winkel α und a' (Alpha) von 70° bis 100° bewirken eine diffuse, sichtbare leuchtende Lichtauskopplung aus der Grundscheibe.
Die ersten Leuchtfelder und/oder zweiten Leuchtfelder weisen Winkel ß und ß' von 125° bis 180° auf. Die Winkel ß und ß' (Beta) von 125° bis 180° bewirken eine nicht oder kaum sichtbare Lichtreflexion innerhalb der Grundscheibe.
Die zweiten Leuchtfelder leuchten bei eingeschalteter erster LED-Leiste aufgrund des mittleren Winkels ß' zur Scheibenoberfläche nicht oder kaum sichtbar auf. Die ersten Leuchtfelder leuchten bei eingeschalteter zweiter LED-Leiste aufgrund des mittleren Winkels ßzur Scheibenoberfläche nicht oder kaum sichtbar auf. Sind beide LED-Leisten eingeschaltet, so leuchten sowohl die ersten Leuchtfelder als auch die zweiten Leuchtfelder. Auf diese Art und Weise lassen sich zweifarbige Lichteffekte, beispielsweise farbig umrandete Piktogramme realisieren.
Die erste LED-Leiste und die zweite LED-Leiste sind bevorzugt gegenüber angeordnet. Die Platzierung der LED-Leisten gegenüber ermöglicht eine optimale Unterdrückung und Aufleuchten der entsprechenden Leuchtfelder.
Die LED-Leiste enthält mindestens eine LED, eine an der LED befestigte LED-Leiterplatte (PCB, printed circuit board) und einen an der LED-Leiterplatte befestigten elektrischen Anschluss.
Die LED-Leiterplatte umfasst handelsübliche Leiterplatten und/oder Platinen. Diese bestehen aus elektrisch isolierenden Materialien, auf denen elektrische Verbindungen angebracht sind. Beispiele für isolierende Materialien sind nicht leitfähige Polymere wie mit Epoxydharz getränkte Glasfaser, Teflon, Keramik und/oder Polyesterfolie. Die elektrischen Verbindungen, beispielsweise Leitungsdrähte, enthalten bevorzugt Kupfer, Eisen, Zinn, Nickel, Gold, Silber und/oder Legierungen davon. Auf den LED-Leiterplatten werden die LEDs befestigt und über die elektrischen Verbindungen kontaktiert.
Der elektrische Anschluss stellt die Verbindung zur Stromquelle her. Bevorzugt ist zwischen dem elektrischen Anschluss und der Stromquelle noch eine Steuervorrichtung angeordnet. Diese Steuervorrichtung ermöglicht die gezielte Beleuchtung einzelner LEDs. Durch die Anordnung verschiedenfarbiger LEDs auf der LED-Leiterplatte lassen sich farbige Lichteffekte erzeugen.
Die gesamte Anordnung der Komponenten der LED-Leiste aus mindestens LED, LED- Leiterplatte und elektrischem Anschluss befindet sich in einer Ummantelung. Diese Ummantelung kann als flexibles oder starres Gehäuse ausgebildet sein.
Die erste LED-Leiste und/oder die zweite LED-Leiste enthalten bevorzugt eine Ummantelung aus Metall, bevorzugt Aluminium, Titan, Eisen, Chrom, Nickel, Wolfram und/oder Legierungen davon. Die metallhaltige Ummantelung ermöglicht eine stabile sowie sichere, schlag- und stoßfeste Montage der LED-Leisten.
Die erste LED-Leiste und/oder die zweite LED-Leiste enthalten bevorzugt eine Ummantelung aus einem Polymer, bevorzugt Silikone, Polyisoprene, Styrol-Butadien-Kautschuk, Butadien- Acrylnitril-Kautschuk und/oder Polyacrylate sowie Gemische und/oder Copolymere davon.
Die Silikone enthalten bevorzugt RTV(raumtemperturvernetzenden)-Silikonkautschuk, HTV- (hochtemperturvernetzenden) Silikonkautschuk, peroxidischvernetzten-Silikonkautschuk und/oder additionsvernetzten-Silikonkautschuk sowie Gemische und/oder Copolymere davon. Eine polymere, kunststoffhaltige Ummantelung der LED-Leiste ermöglicht eine flexible Anbringung der LED-Leiste an der Glasscheibe. Des Weiteren lässt sich die LED-Leiste mit einer polymeren Ummantelung sehr gut gas- und feuchtigkeits dicht versiegeln. Dies erhöht deutlich die Lebensdauer der LED-Leiste.
Die erste LED-Leiste und/oder die zweite LED-Leiste sind bevorzugt mit einem optisch transparenten Kleber und/oder Klebeband an der Grundscheibe befestigt. Die Wahl des Klebstoffes auf dem Klebeband richtet sich dabei nach dem Material der Grundscheibe oder der Ummantelung. Das optisch transparente Klebeband enthält bevorzugt auf der der Ummantelung zugewandten Seite einen Klebstoff auf Silikonbasis und auf der der Grundscheibe zugewandten Seite einen Klebstoff auf Acrylatbasis. So lässt sich beispielsweise eine Ummantelung aus Silikon mit einer Grundscheibe aus Glas oder Polyacryl fest verbinden. Das optisch transparente Klebeband wird bevorzugt durch eine Koronaentladung aktiviert. Der optisch transparente Kleber und/oder Klebeband enthält bevorzugt Acrylatklebstoffe, Methylmethacrylatklebstoffe, Cyanacrylatklebstoffe, Polyepoxide, Silikonklebstoffe und/oder Silanvernetzende-Polymerklebstoffe sowie Gemische und/oder Copolymere davon. Der optisch transparente Kleber und/oder Klebeband weisen bevorzugt eine optische Transparenz von > 80 %, besonders bevorzugt > 90 % auf.
Die ersten Leuchtfelder und die zweiten Leuchtfelder weisen bevorzugt abgerundete Ecken auf. Die abgerundeten Ecken erhöhen die Beständigkeit der Leuchtfelder und ermöglichen die Feinjustierung des von den Leuchtfeldern reflektierten Lichts.
Der Winkel von a, a' nimmt bevorzugt einen Wert von 70° bis 95° ein, der Winkel ß, ß' nimmt bevorzugt einen Wert von 125° bis 150° ein. Es hat sich gezeigt, dass innerhalb dieser Bereiche eine sehr gezielte Ansteuerung der Leuchtfelder möglich ist, so dass die ersten Leuchtfelder und zweiten Leuchtfelder sowohl völlig unabhängig voneinander als auch gemeinsam zu betreiben sind. Aufgrund der erfindungsgemäßen Wahl der Streuwinkel α und a' und der Reflexionswinkel ß und ß' ist eine besonders gute Sichtbarkeit der lichtstreuenden Leuchtfelder bei gleichzeitig fast vollständiger Reflexion an den Flächen der
reflektierenden Leuchtfelder gegeben, so dass auch bei ausschließlicher Ansteuerung der ersten oder zweiten Leuchtfelder ein optimaler Kontrast entsteht.
Die ersten Leuchtfelder und die zweiten Leuchtfelder weisen bevorzugt eine maximale Tiefe von 35 % bis 65 % der Scheibendicke der Grundscheibe auf. Durch die erfindungsgemäße geringe Tiefe der Leuchtfelder sind diese optisch unauffällig und werden vom Betrachter kaum bemerkt.
Die Grundscheibe umfasst bevorzugt Glas und/oder Polymere, bevorzugt Flachglas, Floatglas, Quarzglas, Borosilikatglas, Kalk-Natron-Glas, Polybutylenterephthalat, Polyamide, Polycarbonat, Polyurethane, Polybutylen, Polypropylen, Polyethylen, Polyethylenterephthalat, Polyvinylchlorid, Polystyrol, Acrylnitril-Butadien-Styrol, Ethylenvinylacetat, Ethylenvinylalkohol, Polyimide, Polyester, Polyketone, Polyetheretherketone, Polymethylmethacrylat, Polycarbonat und/oder Gemische davon.
Die ersten Leuchtfelder und die zweiten Leuchtfelder sind bevorzugt auf einer dem Betrachter abgewandten Seite der Grundscheibe, beispielsweise einer Innenseite (zum Gebäude gewandten Seite) einer Außenfassade angeordnet. Auf diese Art und Weise sind die Leuchtfelder von außen nicht zu erkennen und stören den äußeren Eindruck des Gebäudes nicht durch Lichtreflexionen.
Die Erfindung umfasst des Weiteren ein Verfahren zur Herstellung einer beleuchteten Scheibenanordnung. In einem ersten Schritt werden die ersten Leuchtfelder und die zweiten Leuchtfelder auf einer Grundscheibe in Form von näherungsweise im Querschnitt dreieckförmigen Einritzungen aufgebracht. Die dreiecksförmigen Einritzungen können noch weitere mehreckige oder runde Formen beinhalten. Der Ausdruck„aufbringen" beinhaltet Einritzen, Einkerben, Säurebehandlung oder Lasern. In einem vorangehenden oder anschließenden Schritt wird eine erste LED-Leiste an einer Kante der Grundscheibe befestigt und eine zweite LED-Leiste an einer weiteren Kante der Grundscheibe befestigt. In einem abschließenden Schritt können die LED-Leisten mit einer Spannungsquelle und einer Steuereinheit verbunden werden.
Die ersten Leuchtfelder und/oder die zweiten Leuchtfelder werden bevorzugt mit einem Laser aufgebracht. Der Laserprozess erlaubt eine sehr präzise und definierte Ausgestaltung der Einritzungen.
Die ersten Leuchtfelder und die zweiten Leuchtfelder werden bevorzugt in einer alternativen Ausgestaltungsform auf der Grundscheibe, besonders bevorzugt der erwärmten Grundscheibe eingestanzt.
Die Erfindung umfasst des Weiteren die Verwendung einer erfindungsgemäßen beleuchteten Scheibenanordnung als beleuchtete Außenfassade, Gebäudeinnenbeleuchtung, Gebäudeaußenbeleuchtung, Werbeträger und/oder Fahrzeugscheibe.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung ist eine rein schematische Darstellung und nicht maßstabsgetreu. Sie schränkt die Erfindung in keiner Weise ein.
Es zeigen:
Figur 1 einen Querschnitt der beleuchteten Scheibenanordnung mit ausgeschalteten LED- Leisten,
Figur 2 einen Querschnitt der beleuchteten Scheibenanordnung mit eingeschalteter erster LED-Leiste,
Figur 3 einen Querschnitt der beleuchteten Scheibenanordnung mit eingeschalteter zweiter LED-Leiste,
Figur 4 einen schematischen Querschnitt der ersten Leuchtfelder Figur 5 den umgekehrten Fall der zweiten Leuchtfelder und Figur 6 ein Fliesschema des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Figur 1 zeigt einen Querschnitt der beleuchteten Scheibenanordnung (I) mit ausgeschalteten ersten Leuchtfeldern (3a) und zweiten Leuchtfeldern (3b). Die ersten Leuchtfelder (3a) und die zweiten Leuchtfelder (3b) sind auf einer Grundscheibe (1) angebracht. Eine erste LED- Leiste (2a) und eine zweite LED-Leiste (2b) sind an entgegensetzten (gegenüberliegenden) Kanten der Grundscheibe (1) über ein durchsichtiges transparentes Klebeband (4) angebracht. Die erste LED-Leiste (2a) und die zweite LED-Leiste (2b) sind ausgeschaltet, so dass die ersten Leuchtfelder (3a) und zweiten Leuchtfelder (3b) nicht angestrahlt werden und somit nicht in Betrieb sind.
Figur 2 zeigt einen Querschnitt der beleuchteten Scheibenanordnung (I) mit eingeschalteten ersten Leuchtfeldern (3a). Die erste LED-Leiste (2a) strahlt Licht in Einstrahlrichtung (C) in die Grundscheibe (1) ab und dieses wird an den ersten Leuchtfeldern (3 a) aufgrund des Streuwinkels a von 90° diffus gestreut und aus der Grundscheibe (1) als leuchtende Fläche ausgekoppelt. Die zweiten Leuchtfelder (3b) leuchten bei eingeschalteter erster LED-Leiste (2a) aufgrund des Streuwinkels ß von 160° zur nicht gezeigten Scheibenoberfläche (lb) nicht auf.
Figur 3 zeigt einen Querschnitt der beleuchteten Scheibenanordnung (I) mit eingeschalteten zweiten Leuchtfeldern (3b). Die zweite LED-Leiste (2b) strahlt Licht in Streurichtung (C) in die Grundscheibe (1) ab und dieses wird an den zweiten Leuchtfeldern (3b) aufgrund des Streuwinkels a' von 90° diffus gestreut und aus der Grundscheibe (1) als leuchtende Fläche ausgekoppelt. Die ersten Leuchtfelder (3 a) leuchten bei eingeschalteter zweiter LED-Leiste (2b) aufgrund des Streuwinkels ß' von 160° zur nicht gezeigten Scheibenoberfläche (lb) nicht auf.
Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt des auf der Scheibenoberfläche (lb) der Grundscheibe (1) angebrachten ersten Leuchtfeldes (3 a) bei Lichteinstrahlung (A) von der ersten LED-Leiste (2a). In der oberen Abbildung wird das eingestrahlte Licht (A) an der Einkerbung (Einritzung) des ersten Leuchtfeldes (3 a) im Bereich des (Streu-) Winkels α (Alpha) im Bereich von 90° gestreut und als sichtbares Licht aus dem Scheibenkörpers (la) an der Scheibenoberfläche (lb) beidseitig als diffuses Licht (Α') ausgekoppelt. Das erste Leuchtfeld (3 a) erscheint bei einseitiger Einstrahlung von der ersten LED-Leiste (2b) hell leuchtend.
Die untere Abbildung zeigt den entgegengesetzten Fall des an der Grundscheibe (1) angebrachten ersten Leuchtfeldes (3 a) bei Lichteinstrahlung (B) von der zweiten LED-Leiste (2b). Die Lichteinstrahlung (B) wird aufgrund des (Reflexions-) Winkels ß (Beta) im Bereich von 160° an dem ersten Leuchtfeld innerhalb des Scheibenkörpers (la) reflektiert und gelangt als reflektiertes Licht (Β') nicht zur Auskopplung an der Scheibenoberfläche (lb). Das erste Leuchtfeld (3 a) erscheint bei einseitiger Einstrahlung von der zweiten LED-Leiste (2b) dunkel.
Figur 5 zeigt die zweiten Leuchtfelder (3b) bei Einstrahlung von Licht durch die erste LED- Leiste (2a) und die zweite LED-Leiste (2b). Die eingeschlossenen Winkel a' (Alpha') und ß' (Beta') des zweiten Leuchtfeldes (3b) zeigen ein entsprechend umgekehrtes und analoges Verhalten bei Lichteinstrahlung (A) von der ersten LED-Leiste (2a) und bei Lichteinstrahlung (B) von der ersten LED-Leiste (2a) wie in Figur 4 gezeigt. Von der ersten LED-Leiste (2a) ausgehende Lichteinstrahlung (A) trifft in einem Winkel ß' von 160° auf die zweiten Leuchtfelder (3b) und wird somit reflektiert, während die von der zweiten LED-Leiste (2b) ausgehende Lichteinstrahlung (B) in einem Winkel a'=90° auftrifft, wodurch Lichtstreuung eintritt und das gestreute Licht (Β') an der Scheibenoberfläche (lb) ausgekoppelt wird.
Figur 6 zeigt ein Fliesschema des erfindungsgemäßen Verfahrens. In einem ersten Schritt werden die ersten Leuchtfelder (3 a) und die zweiten Leuchtfelder (3b) auf einer Grundscheibe (1) in Form von näherungsweise im Querschnitt dreieckförmigen Einritzungen mit einem Laser aufgebracht. Die dreiecksförmigen Einritzungen können noch weitere mehreckige oder runde Formen beinhalten. In einem vorangehenden oder anschließenden Schritt werden eine erste LED-Leiste (2a) an einer Kante der Grundscheibe (1) befestigt wird und eine zweite LED-Leiste an der entgegengesetzten Kante der Grundscheibe (1) befestigt. In einem abschließenden Schritt werden die LED-Leisten (2a, 2b) mit einer Spannungsquelle und einer Steuereinheit verbunden.
Bezugszeichenliste
(1) Grundscheibe
(la) Scheibenkörper
(lb) Scheibenoberfläche
(2a) erste LED-Leiste
(2b) zweite LED-Leiste
(3 a) erste Leuchtfelder
(3b) zweite Leuchtfelder
(4) Kleber oder Klebeband
(A) Lichteinstrahlung von der ersten LED-Leiste (2a) (Α') von (A) reflektiertes/gestreutes Licht
(B) Lichteinstrahlung von der zweiten LED-Leiste (2b) (Β') von (B) reflektiertes/gestreutes Licht
(C) Lichteinstrahlung/Einstrahlrichtung
(α, a') Streuwinkel
(ß, ß') Reflexionswinkel