Vorrichtung, Verfahren und Datenlesegerät zur Handhabung von
behandlungsbezogenen Daten
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Handhabung von Behandlungsdaten, ein Verfahren zur Handhabung von Patientendaten und Behandlungsdaten, ein Datenlesegerät zur Verwendung in einem dieser Verfahren, sowie ein Klinikdatenmanagementsystem zur Durchführung von einem dieser Verfahren.
Hintergrund
Im klinischen Alltag werden verstärkt Klinikdatenmanagementsysteme eingesetzt. Diese dienen der Verwaltung, Bereitstellung und Verarbeitung von Patientendaten, Behandlungsdaten, Diagnosedaten und anderen Daten, die bei der Behandlung von Patienten anfallen oder benötigt werden. Ein prominentes Beispiel für den Einsatz von Klinikdatenmanagementsystemen sind Dialysekliniken. Hierin werden Dialysemaschinen miteinander vernetzt, in dem sie an ein Local Area Network angeschlossen werden, und in ein Klinikdatenmanagementsystem eingebunden werden. Ein Klinikdatenmanagementsystem besteht in diesem Fall typischerweise aus einem oder mehreren Serverrechnern zum Verwalten und Bereitstellen von Patientendaten, Behandlungsdaten, Diagnosedaten oder anderen auf eine Dialysebehandlung bezogenen Daten. Datenquellen können eine Dialysemaschine, elektronische Waagen, ein Blutgasanalysator oder andere Datenquellen sein, die auf eine Dialysebehandlung oder auf eine andere Behandlung eines Patienten bezogene Daten aufnehmen und über ein Netzwerkinterface an einen Serverrechner weitergeben können. Auf die Patienten-, Behandlungs-, Diagnosedaten o.ä. kann in einem typischen Klinikdatenmanagementsystem von einem Client- oder Administrationsrechner zugegriffen werden. Die auf einem Serverrechner abgelegten Daten können zur Archivierung oder zum Datenabgleich mit einem Datenbanksystem ausgetauscht werden. Zum Einlesen von behandlungsbezogenen Daten werden derzeit Barcodescanner als Datenlesegeräte eingesetzt. Solche Barcodescanner werden bislang fest mit einem bestimmten Arbeitsplatz
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BESTÄTIGUNGSKOPIE
verbunden, wodurch die Handhabung der behandlungsbezogenen Daten unflexibel und teilweise umständlich ist. Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren und ein Datenlesegerät bereitzustellen, das eine flexible und einfache Handhabung von Patientendaten ermöglicht.
Zusammenfassung
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Handhabung von behandlungsbezogenen Daten in einem Klinikdatenmanagementsystem, das mit einem Vorbereitungsplatz zur Vorbereitung der Behandlung eines Patienten und einem Behandlungsplatz zur Behandlung eines Patienten verbunden ist, wobei ein Datenlesegerät mit dem Vorbereitungsplatz und dem Behandlungsplatz drahtlos verbindbar ist, und das Datenlesegerät zum Einlesen der behandlungsbezogenen Daten geeignet ist, enthaltend die folgenden Schritte:
Verbinden des Datenlesegeräts mit dem Vorbereitungsplatz, Einlesen von behandlungsbezogen Daten an dem Vorbereitungsplatz mit dem Datenlesegerät,
Überprüfen der an dem Vorbereitungsplatz eingelesenen behandlungsbezogenen Daten, Verbinden des Datenlesegeräts mit dem Behandlungsplatz, Einlesen behandlungsbezogener Daten an dem Behandlungsplatz mit dem Datenlesegerät, und
Verwenden der behandlungsbezogenen Daten, zur Vorbereitung einer Behandlung eines Patienten an dem Behandlungsplatz.
Vorteilhafte Weiterbildungen des vorgenannten Verfahrens sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Des Weiteren wird die oben genannte Aufgabe durch ein Datenlesegerät zum Einlesen von behandlungsbezogenen Daten in ein Klinikdatenmanagementsystem, zur Verwendung in einem Verfahren zur Handhabung von behandlungsbezogenen Daten nach Anspruch 1 , gelöst wobei das Datenlesegerät mit einem Vorbereitungsplatz zur Vorbereitung der Behandlung eines Patienten und einem Behandlungsplatz zur Behandlung eines Patienten jeweils über eine drahtlose Funkverbindung verbindbar ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen des vorgenannten Datenlesegeräts sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Klinikdatenmanagementsystem nach einem der Ansprüche 15 - 17 und einem Computerprogrammprodukt nach Anspruch 18.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Weitere Einzelheiten im Einklang mit der Lehre der Erfindung werden anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 ein Blockschaltbild einiger Elemente eines Klinikdatenmanagementsystems.
Figur 2 ein Flussdiagramm eines typischen Ablaufs einer Vorbereitung einer Behandlung mit Hilfe des Klinikdatenmanagementsystems nach Figur 1.
Figur 3 ein weiteres Ablaufdiagramm eines anderen typischen Ablaufs einer Vorbereitung einer Behandlung mit Hilfe des Klinikdatenmanagementsystems nach Figur 1.
Figur 4 ein Ablaufdiagramm eines weiteren typischen Ablaufs einer Vorbereitung einer Behandlung mit Hilfe des Klinikdatenmanagementsystems nach Figur 1.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen Figur 1 zeigt ein Klinikdatenmanagementsystem 100 in dem verschiedene Elemente mit Hilfe eines Kliniknetzwerks 10 miteinander kommunizieren können. Ein Kliniknetzwerk 10 kann beispielsweise ein Lokal Arena Network oder ein anderes Netzwerk aufweisen, in dem die Netzwerkelemente unter Verwendung des Internetprotokolls miteinander kommunizieren. An das Kliniknetzwerk angeschlossen sind ein Vorbereitungsplatzrechner 14 an einem Vorbereitungsplatz zur Vorbereitung der Behandlung eines Patienten und ein Behandlungsplatzrechner 15 an einem Behandlungsplatz zur Durchführung der Behandlung des Patienten. Die Behandlung kann beispielsweise eine Dialysebehandlung und der
Behandlungsplatzrechner der Rechner einer Maschine zur Durchführung einer extrakorporalen Blutbehandlung sein. So sind in der Nierenersatztherapie verschiedene Blutreinigungsverfahren etabliert, bei denen das Blut extrakorporal von harnpflichtigen Blutinhaltsstoffen, das heißt Blutinhaltsstoffen, die bei einem Gesunden über die Nieren ausgeschieden werden, befreit wird. Bei der Hämodialyse findet dazu ein diffusiver Stofftransport von in dem Blut enthaltenen harnpflichtigen Substanzen über eine semipermeable Membran in eine Dialysierflüssigkeit statt. Der Stofftransport findet über die semipermeable Wand eines Dialysators statt, der eine an einen extrakorporalen Blutkreislauf angeschlossene Blutkammer und eine an einen Dialysierflüssigkeitskreislauf angeschlossene Dialysierflüssigkeitskammer aufweist.
Blutkammer und Dialysierflüssigkeitskammer sind dabei von der semipermeablen Membran getrennt. Um einen diffusiven Verlust von Elektrolyten, die im Blut verbleiben sollen, zu verhindern, enthält die Dialysierflüssigkeit eine bestimmte Zusammensetzung von Elektrolyten, in einer physiologischen Konzentration.
Demgegenüber findet bei der Hämofütration ein konvektiver Stofftransport über eine semipermeable Membran eines Filters statt, bei der ein Druckgradient an der Membran die treibende Kraft für den Stofftransport ist. Zum Ausgleich eines Verlustes von erwünschten Blutinhaltsstoffen müssen die über die Membran verlorenen Elektrolyte durch eine Substituatflüssigkeit ersetzt werden. Eine Kombination eines konvektiven und eines diffusiven Transports wird als Hämodiafiltration bezeichnet. Wenn im Kontext dieser Anmeldung von einer Dialyse oder einer Dialysebehandlung die Rede ist, soll darunter sowohl eine rein diffusive Dialyse oder eine Hämodiafiltration gemeint sein. Entsprechend soll unter einer Dialysemaschine eine Maschine zur Durchführung einer rein diffusiven Dialyse oder eine Maschine zur Durchführung einer Hämodiafiltrationsbehandlung verstanden werden.
Der Vorbereitungsplatzrechner 14 umfasst eine Schnittstelle 17 und der Behand- lungsplatzrechner 15 umfasst eine Schnittstelle 16, wobei beide Schnittstellen 17, 16 zum Anschluss eines Datenlesegeräts 20 und zum Einlesen von behandlerbezogenen Daten oder behandlungsbezogenen Daten zur Verwendung in dem Klinikdatenmanagementsystem
geeignet sind. Zusätzlich kann das Datenlesegerät auch zum Einlesen von Patientendaten geeignet sein. Die Schnittstellen 17, 16 können beispielsweise Drahtlosschnittstellen etwa bluetooth Schnittstellen sein. Das Datenlesegerät 20 kann beispielsweise ein Barcodelesegerät oder ein Barcodescanner sein. Das Einlesen der behandlerbezogenen Daten kann in diesem Fall durch das Einscannen einer Identifikation eines Behandlers oder Bedieners von einer Identifikationskarte 21 des Behandlers oder Bedieners erfolgen, wobei Identifikationsdaten des Behandlers oder Bedieners in einem Barcode 23 codiert sind. In einem anderen Ausführungsbeispiel sind die behandlerbezogenen Daten in einem RFID (Radio Frequency IDentification) Chip gespeichert und können mit einem RFID Lesegerät oder RFID Reader von dem RFID Chip eingelesen werden.
Darüber hinaus kann das Datenlesegerät zum Einlesen von behandlungsbezogenen Daten geeignet sein, beispielsweise zum Einlesen von Daten von während einer Behandlung zu verwendendem Verbrauchsmaterial oder Daten eines während einer Behandlung zu verabreichenden Medikaments. Auch in diesem Fall kann das Datenlesegerät als Barcodelesegerät oder Barcodescanner ausgebildet sein und die behandlungsbezogenen Daten können als Barcode codiert sein, etwa als auf eine Medikamentenverpackung aufgebrachtem Barcode oder als auf Verbrauchsmaterial aufgebrachtem Barcode. Im Falle der Dialysebehandlung kann das verwendete Verbrauchsmaterial beispielsweise der in einer Behandlung zu verwendende Dialysator 22 sein. Andere Beispiele für Verbrauchsmaterial für eine Dialysebehandlung sind ein Schlauchset, wie etwa ein Blutschlauchset oder eine Kassette, in die mehrere Elemente eines extrakorporalen Blutkreislaufs integriert sind. Alle diese Verbrauchsmaterialien können mit einem Barcode (24) oder mit einem RFID Chip versehen sein, zur Identifikation des entsprechenden Verbrauchsmaterials. Der Barcode 24 kann ein linearer Streifencode oder ein zweidimensionaler Barcode sein.
Außerdem können Schnittstellen 161 und 171 zum Einlesen von Patientendaten etwa Identifikationsdaten eines Patienten an dem Behandlungsplatzrechner 15 und dem Vorbereitungsplatzrechner 14 vorgesehen ein, etwa, wenn für die Handhabung von Patientendaten andere Speichermedien verwendet werden als für die Handhabung von behandlungsbezogenen Daten oder für behandlerbezogene Daten. So können für die Speicherung der Patientendaten Chipkarten oder mit Magnetstreifen versehene Karten
verwendet werden wobei jeweils entsprechende Lesegeräte zum Auslesen der Patientendaten als Schnittstellen 161 und 171 vorgesehen sind.
Ein Kliniknetzwerk enthält typischerweise einen oder mehrere Netzwerkserver 12 der oder die Dienste innerhalb des Klinikdatenmanagementsystems anbietet. Solche Dienste können beispielsweise das Annehmen von Anmeldungen eines Patienten an einem Netzwerkelement des Klinikdatenmanagementsystems 10 oder die Beantwortung von Anfragen von einem Clientrechner 30 aus sein. Zum Verfugungstellen von Diensten durch den Server 12 kann dieser mit einer Datenbank 13 verbunden sein. Die Datenbank 13 verwaltet typischerweise patientenbezogene Daten oder mit anderen Worten: Patientendaten wie etwa Patientenidentifikationsdaten, Alter, Geburtsdatum, Geschlecht, Diagnosedaten wie Gewicht, Ernährungszustand, Blutgaswerte oder behandlungsbezogene Daten, wie etwa Behandlungsprofile, im Falle der Dialysebehandlung etwa Behandlungsprofile, die das während einer Behandlung anzuwendende Ultrafiltrationsprofil vorgeben.
Ein anderes Bespiel für ein Behandlungsprofil bei einer Dialysebehandlung ist ein Zeitprofil einer Elektrolytkonzentration in der Dialyseflüssigkeit, etwa eines Konzentrationsprofiis von Natrium, Kalium, Magnesium oder Calcium. Andere behandlungsbezogene Daten können die während der Behandlung zu verabreichende Medikation oder der während einer Behandlung zu verwendende Dialysator sein.
Außerdem können zur Dokumentation einer durchgeführten Behandlung auf dem Netzwerkserver 12 behandlungsbezogene Daten zusammen mit Identifikationsdaten eines Behandlers oder Bedieners abgelegt werden.
Figur 2 zeigt ein einen typischen Nachrichtenaustausch in einem Klinikdatenmanagementsystem 100 nach Figur 1, bei dem eine Patientenanmeldung an einem Vorbereitungsplatz erfolgt, zur Vorbereitung einer Behandlung an einem Patientenbehandlungsplatz. Entsprechende Elemente in dem Klinikdatenmanagementsystem sind mit entsprechenden
Bezugszeichen versehen. Auf die Beschreibung dieser Elemente im Zusammenhang mit Figur 1 wird Bezug genommen an Stelle einer Wiederholung.
Um die Behandlung eines Patienten vorzubereiten werden zunächst Identifikationsdaten des Patienten in einem Einleseschritt 1 16 an dem Vorbereitungsplatz eingelesen. Dies kann durch eine manuelle Eingabe von Patientenidentifikationsdaten mit Hilfe einer Tastatur des Vorbereitungsplatzrechners 14 geschehen oder durch das Einlesen von vorgespeicherten Identifikationsdaten des Patienten mit Hilfe der Schnittstelle 171. So kann etwa die Schnittstelle 171 als Magnetstreifenlesegerät oder ein Chipkartenleser ausgeführt sein zum Einlesen von auf einem Magnetstreifen beziehungsweise auf einem Speicherchip gespeicherten Patientenidentifikationsdaten. Nachdem die Identifikationsdaten des Patienten eingelesen sind, können nachfolgend eingelesene Daten dem entsprechenden Patienten zugeordnet werden. Es folgt das Einlesen von behandlungsbezogenen Daten mit dem Datenlesegerät 20. Dazu wird das Datenlesegerät 20 mit dem Vorbereitungsplatzrechner 14 in einem Verbindungsschritt 114 verbunden. In dem Falle einer drahtlosen Verbindung zwischen dem Datenlesegerät und dem Vorbereitungsplatzrechner kann dies etwa geschehen, indem das Datenlesegerät in die Nähe der Schnittstelle 17 gebracht wird, die in diesem Fall als Drahtlosschnittstelle ausgebildet ist. Dadurch oder nach einer zusätzlichen manuellen Betätigung erfolgt ein Verbindungsaufbau einer kurzreichweitigen Drahtlosverbindung etwa einer bluetooth Verbindung. Die Details eines solchen Verbindungsaufbaus sind dem Fachmann geläufig und brauchen hier nicht wiedergegeben zu werden. Nachdem das Datenlesegerät mit dem Vorbereitungsplatzrechner verbunden ist, kann das Einlesen der behandlungsbezogenen Daten erfolgen. Die behandlungsbezogenen Daten können auf einem während der Behandlung zu verwendendem Verbrauchsmittel als Barcode codiert sein wobei das Einlesen der behandlungsbezogenen Daten durch Einlesen des Barcodes erfolgt. Der Barcode kann ein linearer Streifencode oder ein zweidimensionaler Barcode sein. In einem anderen Ausführungsbeispiel sind die behandlungsbezogenen Daten in einem RFID (Radio Frequency IDentification) Chip gespeichert und können mit einem RFID Lesegerät oder RFID Reader von dem RFID Chip eingelesen werden. Auch in diesem Fall kann das Datenlesegerät drahtlos mit dem Vorbereitungsplatz verbindbar sein. Nach dem Einlesen 101
der behandlungsbezogenen Daten mit dem Lesegerät 20, können die behandlungsbezogenen Daten über die Verbindung zum Vorbereitungsplatzrechner (14) zu diesem übertragen werden (Schritt 102). Von dem Vorbereitungsplatzrechner (14) wird anschließend eine Anfrage 103 an den Netzwerkserver 12 gesendet zur Vorbereitung der Behandlung an dem Behandlungsplatz. Die Anfrage 103 enthält die behandlungsbezogen Daten. Der Server 12 sendet daraufhin eine Anfrage 104 an die Datenbank 13 an den Netzwerkserver zum Überprüfen der behandlungsbezogenen Daten. Die Datenbank 13 antwortet daraufhin mit einer Antwortnachricht 105, die die Gültigkeit der behandlungsbezogenen Daten bestätigt oder eine mangelnde Gültigkeit anzeigt. Die Gültigkeit der behandlungsbezogenen Daten kann in diesem Zusammenhang bedeuten, dass für das identifizierte Behandlungsmittel das Verfallsdatum noch nicht überschritten ist und das Behandlungsmittel noch verwendbar ist und/oder dass es nicht zu einer zurückgerufenen Charge gehört. Eine mangelnde Gültigkeit kann bedeuten, dass für das Behandlungsmittel das Verfallsdatum überschritten ist und nicht mehr verwendbar ist oder dass das Behandlungsmittel einer zurückgerufenen Charge angehört.
Der Server 12 empfängt die Antwortnachricht und speichert ihren Inhalt zusammen mit den Patientenidentifikationsdaten ab. Anschließend kann eine Anmeldung des Patienten an dem Patientenbehandlungsplatz erfolgen. Dazu werden Identifikationsdaten des Patienten in einem Einleseschritt 117 an dem Behandlungsplatz eingelesen. Dies kann durch eine manuelle Eingabe von Patientenidentifikationsdaten mit Hilfe einer Tastatur des Behandlungsplatzrechners 14 geschehen oder durch das Einlesen von vorgespeicherten Identifikationsdaten des Patienten mit Hilfe der Schnittstelle 161. So kann etwa die Schnittstelle 161 als Magnetstreifenlesegerät oder als Chipkartenleser ausgeführt sein zum Einlesen von auf einem Magnetstreifen beziehungsweise auf einem Speicherchip gespeicherten Patientenidentifikationsdaten. Nachdem die Identifikationsdaten des Patienten eingelesen sind können nachfolgend eingelesene Daten dem entsprechenden Patienten zugeordnet werden.
Anschließend wird das Datenlesegerät 20 in einem Verbindungsschritt 115 mit dem Behandlungsplatzrechner 15 verbunden, etwa durch den Aufbau einer kurzreichweitigen
Drahtlosverbindung zwischen dem Datenlesegerät und dem Behandlungsplatz. Nun können in einem Einleseschritt 110 behandlungsbezogene Daten mit dem Datenlesegerät 20 eingelesen werden, zum Beispiel durch Einscannen eines Barcodes von einem während der Behandlung zu verabreichenden Medikament oder von einem während der Behandlung zu verwendendem Verbrauchsmittel wie oben beschrieben. Von dem Behandlungsplatzrechner 15 aus kann nun mit einer Abfrage 112 die Gültigkeit der behandlungsbezogenen Daten von dem Server 12 abgefragt werden. Die Abfrage 112 enthält die Patientenidentifikationsdaten und/ oder die eingelesenen behandlungsbezogenen Daten. In dem Server 103 können auf Basis der behandlungsbezogenen Daten die Gültigkeit dieser behandlungsbezogenen Daten abgerufen werden. Der Server 12 antwortet mit einer Antwort 113, die die Gültigkeit der behandlungsbezogenen Daten des Patienten anzeigt. An dem Behandlungsplatzrechner wird die Antwort 113 des Servers 12 empfangen und die Gültigkeit der behandlungsbezogenen Daten wird festgestellt. Wenn die Gültigkeit der behandlungsbezogenen Daten festgestellt wurde, kann die die Behandlung des Patienten am Behandlungsplatz eingeleitet werden, wobei die behandlungsbezogenen Daten verwendet werden können.
Im Falle einer langsameren Verbindung zwischen dem Serverrechner 12 und der Datenbank 13 kann so die Gültigkeit der behandlungsbezogenen Daten zeitnah an dem Behandlungsplatzrechner festgestellt werden, ohne dass eine entsprechende Wartezeit am Behandlungsplatzrechner abgewartet werden muss.
Figur 3 zeigt einen weiteren typischen Nachrichtenaustausch in einem Klinikdatenmanagementsystem nach Figur 1, bei dem eine Patientenanmeldung und eine Registrierung von Verbrauchsmaterial an einem Vorbereitungsplatz erfolgt, zur Vorbereitung einer Behandlung an einem Patientenbehandlungsplatz. Entsprechende Elemente in dem Klinikdatenmanagementsystem sind mit entsprechenden Bezugszeichen versehen. Auf die Beschreibung dieser Elemente im Zusammenhang mit Figur 1 wird Bezug genommen an Stelle einer Wiederholung. Der in der Figur 3 dargestellte Ablauf ergänzt den in Figur 2 dargestellten Nachrichtenaustausch. Auf die Beschreibung derjenigen Schritte, die mit dem in Figur 2 beschriebenen Ablauf übereinstimmen, wird Bezug genommen an Stelle einer Wiederholung.
Der in Figur 3 beschriebene Ablauf ergänzt den in Figur 2 beschriebenen Ablauf dahingehend, dass das Datenlesegerät 20 zum Einlesen von behandlerbezogenen Daten geeignet ist etwa Identifikationsdaten eines Behandlers oder Bedieners, wie etwa einer Dialyseschwester im Falle einer Dilaysemaschine als Behandlungsplatz.
Nachdem das Datenlesegerät mit dem Vorbereitungsplatz verbunden wurde können in dem in Figur 3 dargestellten Verfahren in einem Schritt 101 Identifikationsdaten eines Behandlers oder Bedieners eingelesen werden. Diese können in der Nachricht 102 zusammen mit den anderen von dem Datenlesegerät eingelesenen Daten an den Vorbereitungsplatzrechner 14 übertragen werden. Von dort können die behandlerbezogenen Daten etwa zur Dokumentation an den Server 12 weitergeleitet werden. Die Dokumentation würde in diesem Fall bestätigen, dass der durch die Identifikationsdaten ausgewiesene Behandler oder Bediener die Vorbereitung der Behandlung an dem Vorbereitungsplatz 15 durchgeführt hat.
Außerdem besteht die Möglichkeit, an Hand der eingelesenen Identifikationsdaten des Behandler oder Bedieners eine Zulassung eines Behandlers oder Bedieners für die geplante Behandlung zu überprüfen. So kann etwa im Falle einer Dialysebehandlung für bestimmte Behandlungsarten eine entsprechende Qualifikation des Behandlers oder Bedieners erforderlich sein und das Vorhandensein dieser Qualifikation könnte zusammen mit entsprechenden Identifikationsdaten in der Datenbank 13 abgelegt sein. In diesem Fall könnten die Nachrichten 103 und 104 die Identifikation des Bedieners oder Behandlers enthalten und die Antwortnachrichten 105 und 113 könnten einen Indikator dafür enthalten, ob die Qualifikation für die geplante Behandlung vorliegt oder nicht. Als Alternative kann die Übermittlung der Identifikation des Behandlers oder Bedieners und seiner Qualifikation für die durchzuführende Behandlung auch mit entsprechenden separaten Nachrichten erfolgen.
Zusätzlich oder als Alternative können auch bei der Anmeldung am Behandlungsplatzrechner 15 in einem Schritt 111 die Identifikationsdaten des Behandlers oder Bedieners eingelesen werden. Die am Behandlungsplatz eingelesenen Identifikationsdaten des Behandlers oder Bedieners können in diesem Fall zusammen mit weiteren Behandlungsdaten zur
Dokumentation der Tatsache abgelegt werden, dass der betreffende Behandler diese Behandlung durchgeführt hat. Entsprechende Dokumentationsdaten können etwa in dem Server 12 abgespeichert werden. Figur 4 zeigt einen weiteren typischen Nachrichtenaustausch in einem Klinikdatenmanagementsystem nach Figur 1, bei dem eine Patientenanmeldung und eine Registrierung von Verbrauchsmaterial an einem Vorbereitungsplatz erfolgt, zur Vorbereitung einer Behandlung an einem Patientenbehandlungsplatz. Entsprechende Elemente in dem Klinikdatenmanagementsystem sind mit entsprechenden Bezugszeichen versehen. Auf die Beschreibung dieser Elemente im Zusammenhang mit Figur 1 wird Bezug genommen an Stelle einer Wiederholung.
Um den Patienten zu einer Behandlung anzumelden und die Behandlung vorzubereiten werden in einem Einleseschritt 304 zunächst Patientenidentifikationsdaten eingelesen. Dieser Schritt entspricht dem in Zusammenhang mit Figur 1 bereits beschriebenem Einleseschritt 116. Auf diese Beschreibung soll Bezug genommen werden an Stelle einer Wiederholung.
Die nachfolgend einzulesenden behandlungsbezogenen Daten können so dem durch die Patientenidentifikationsdaten bezeichneten Patienten zugeordnet werden.
Anschließend wird das Datenlesegerät 20 in einem Verbindungsschritt 301 mit dem Vorbereitungsplatzrechner 14 verbunden. Die Anmeldung des Datenlesegeräts an dem Vorbereitungsplatzrechner entspricht der im Zusammenhang mit Figur 2 beschriebenen Einleseprozedur, auf die hier Bezug genommen werden soll an Stelle einer Wiederholung.
Nachdem das Datenlesegerät 20 mit dem Vorbereitungsplatzrechner 14 verbunden ist, kann das Einlesen der behandlungsbezogenen Daten erfolgen.
Die behandlungsbezogenen Daten können auf einem während der Behandlung zu verwendenden Medikament oder auf während der Behandlung zu verwendendem Verbrauchsmaterial 22 als Barcode 24 oder auf in einem RFID Chip codiert sein. Der Barcode kann linear oder zweidimensional sein.
In jedem Fall kann das Datenlesegerät drahtlos mit dem Vorbereitungsplatz verbindbar sein. Nach dem Einlesen 302 der behandlungsbezogenen Daten mit dem Lesegerät 20, können die behandlungsbezogenen Daten über die Verbindung zum Vorbereitungsplatzrechner zu diesem übertragen werden (Schritt 303).
Die eingelesenen behandlungsbezogenen Daten werden dem durch die zuvor eingelesenen Patientenidentifikationsdaten bezeichneten zu behandelnden Patienten zugeordnet. Von dem Vorbereitungsplatzrechner wird anschließend eine Anfrage 305 an den Netzwerkserver 12 gesendet zur Vorbereitung der Behandlung an dem Behandlungsplatz. Die Anfrage 305 enthält die Patientenidentifikationsdaten und die behandlungsbezogenen Daten. Alternativ können die behandlungsbezogenen Daten und die Patientenidentifikationsdaten in getrennten Anfragen oder in getrennten Nachrichten an den Netzwerkserver gesendet werden. Der Netzwerkserver führt daraufhin einen Ab gl eich 314 der Patientenidentifikationsdaten und der behandlungsbezogenen Daten durch. Dieser Abgleich beinhaltet beispielsweise eine Überprüfung, ob die behandlungs-bezogenen Daten zu einer Behandlung gehören, die für den Patienten vorgesehen ist. So können die behandlungsbezogenen Daten beispielsweise Identifikationsdaten zur Identifikation eines bestimmten Medikaments sein. In diesem Fall enthält der Schritt des Abgleichs der Patientenidentifikationsdaten und der behandlungsbezogenen einen Schritt einer Überprüfung, ob dieses Medikament für den Patienten verschrieben ist. Außerdem kann der Abgleich eine Überprüfung enthalten, ob das identifizierte Medikament das Haltbarkeitsdatum überschritten hat oder ob es einer Charge angehört, die zurückgerufen wurde.
Der Abgleich kann auch eine entsprechende Überprüfung enthalten, wenn die behandlungsbezogenen Daten zur Identifikation von während einer Behandlung zu verwendendem Verbrauchsmaterial dienen. So kann etwa bei einer Dialysebehandlung überprüft werden, ob der durch die behandlungsbezogenen Daten identifizierte Dialysator für den Patienten verschrieben ist, zu einer zurückgerufenen Charge gehört oder ähnliches.
Zur Durchführung des Abgleichs kann der Server 12 eine Anfrage 325 an die Datenbank 13 senden, wobei die Anfrage 325 die behandlungsbezogenen Daten und die Patientenidentifikationsdaten enthält. In diesem Fall würde der Abgleich auf in der Datenbank gespeicherten Daten beruhen, etwa auf in der Datenbank gespeicherten Behandlungsprofilen mit für einen Patienten verschriebenen Medikamenten oder die für einen Patienten verschriebenen Verbrauchsmaterialien, wie z.B. eines während einer Dialysebehandlung zu verwendendem Dialysatortyps.
Die Datenbank antwortet mit einer Antwortnachricht 306 enthaltend das Ergebnis des Abgleichsschrittes. Der Server 12 empfängt die Antwortnachricht und speichert das Ergebnis des Abgleichsschrittes zusammen mit den Patientenidentifikationsdaten.
Anschließend kann in einem Anmeldungsschritt 320 eine Anmeldung des Patienten an dem Patientenbehandlungsplatz erfolgen. Dazu erfolgt eine manuelle Angabe von Identifikationsdaten des Patienten oder ein Einlesen von Patientenidentifikationsdaten von einem Datenträger.
Die nachfolgend einzulesenden behandlungsbezogen Daten können so dem durch die Patientenidentifikationsdaten bezeichneten Patienten zugeordnet werden.
Anschließend wird in einem Verbindungsschritt 311 das Datenlesegerät 20 mit dem Behandlungsplatzrechner 15 verbunden, etwa durch den Aufbau einer kurzreichweitigen Drahtlosverbindung zwischen dem Datenlesegerät 20 und dem Behandlungsplatzrechner 15 um in einem Einleseschritt 310 behandlungsbezogene Daten in das Datenlesegerät 20 einzulesen, zum Beispiel durch Einscannen eines Barcodes von einem während der Behandlung zu verwendendem Verbrauchsmittel, wie oben beschrieben. Die behandlungsbezogenen Daten werden in einem Schritt 331 von dem Datenlesegerät 20 zu dem Behandlungsplatzrechner 15 übertragen. Von dem Behandlungsplatzrechner aus kann nun mit einer Abfrage 312 das Ergebnis des Abgleichs der Patientenidentifikationsdaten mit den behandlungsbezogenen Daten von dem Server 12 abgefragt werden. Die Abfrage 312 enthält die Patientenidentifikationsdaten und optional auch die in Schritt 310 eingelesenen behandlungsbezogenen Daten.
In einem Schritt 334 können die eingelesenen Behandlungsdaten zusammen mit den Patientenidentifikationsdaten und weiteren Daten, die die durchzuführende Behandlung betreffen, in einem Dokumentationsschritt 334 abgelegt werden.
In dem Server 12 kann auf Basis der Patientenidentifikationsdaten das Ergebnis des Abgleichsschritts abgerufen werden. So kann etwa der Patient von dem Be- handlungsplatzrechner nur dann zur Behandlung zugelassen werden, wenn etwa das für die Behandlung des Patienten vorgesehene Medikament auch für den Patienten verschrieben wurde und noch nicht abgelaufen ist. Oder eine Dialysebehandlung kann nur dann freigegeben werden, wenn der für einen verschriebenen Dialysator auch für den Patienten verschrieben und nicht zurückgerufen wurde. Die Übermittlung des Ergebnisses des Abgleichsschritts erfolgt mit der Antwortnachricht 313. Bei der anschließenden Behandlung an dem Behandlungsplatz kann so Verbrauchsmaterial eingesetzt werden, dessen Identifikationsdaten zuvor an dem Vorbereitungsplatz eingelesen wurden. So kann etwa eine Dialysebehandlung unter Verwendung des Dialysators durchgeführt werden, dessen Identifikationsdaten zuvor eingelesen wurden. Im Falle einer langsameren Verbindung zwischen dem Serverrechner 12 und der Datenbank 13 können Behandlungsdaten zeitnah an dem Behandlungsplatzrechner bereitgestellt werden, ohne das eine entsprechende Wartezeit am Behandlungsplatzrechner abgewartet werden muss.