Antrieb für ein stabförmiges Maschinenelement
Die Erfindung betrifft einen Antrieb für ein stabförmiges Maschinenelement, insbesondere für das Blasrohr eines Rußbläsers, welches axial vor- und zurückbewegt und gleichzeitig in Rotation versetzt wird.
Bei bekannten Rußbläsern, die zum Reinigen der Wärmeübertragungseinrichtungen von in Betrieb befindlichen Großkesseln dienen, ist ein stationäres Leitungsrohr vorgesehen, welches mit einem ebenfalls stationären Dampf- oder Wasseranschluss verbunden ist. Auf dem stationären Leitungsrohr ist ein Außenrohr geführt, welches auf dem Innenrohr axial verschieblich geführt und durch eine Öffnung in den Heizkessel einschiebbar ist. Im Endbereich eines solchen verschiebbaren Außenrohrs sind über den Umfang verteilt angeordnete Austrittsdüsen vorgesehen, aus denen der Dampf bzw. das Wasser unter hohem Druck austritt und die Inneneinbauten, insbesondere die Wärmeübertragungseinrichtungen, von Ruß befreit. Das während des Betriebs rotierende Außenrohr wird über Zahnräder bzw. Zahnketten in Rotation versetzt. Gleichzeitig erfolgt ein Axialvortrieb, mit dem das Außenrohr in den Kessel hinein- und aus diesem wieder herausfahrbar ist. Als Axialantrieb dienen beispielsweise Zahnstangenantriebe. Ein solcher Antriebsmechanismus ist äußerst aufwendig und darüber hinaus störanfällig.
Es ist bereits eine flexible Dampf- bzw. Wasserzufuhr in Form von Gelenkrohren vorgeschlagen worden (DE 10 2008 036 686.2), durch die es ermöglicht wird, auf ein gesondertes Edelstahlinnenrohr zu verzichten und das mit dem Wasseranschluss verbundene Leitungsrohr als Blasrohr auszubilden. Das Blasrohr kann dann auf einem Schlitten in Axialrichtung bewegt und in den
Heizkessel hinein- und wieder aus diesem herausgefahren werden. Darüber hinaus ist noch ein Rotationsantrieb für das Blasrohr erforderlich. Auch bei einer solchen Konstruktion werden zwei Antriebe benötigt, nämlich einerseits der Schlittenantrieb für die Längsbewegung des Blasrohrs und andererseits der Antrieb zur Erzeugung einer Rotationsbewegung für das Blasrohr.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Antrieb für ein stabförmiges Maschinenelement, insbesondere für das Blasrohr eines Rußbläsers, welches axial vor- und zurückbewegt und gleichzeitig in Rotation versetzt werden muss, wesentlich zu vereinfachen .
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass ein langgestrecktes, flexibles Zugelement vorgesehen ist, dass das Zugelement mit mehreren Windungen schraubenlinig um das stab- förmige Maschinenelement, insbesondere um das Blasrohr eines Rußbläsers, geführt ist und dass das Zugelement in beiden Richtungen antreibbar ist.
Wenn bei einer solchen Konstruktion das Zugelement in die eine Richtung bewegt wird, nimmt es das anzutreibende Maschinenele- ment entsprechend mit und versetzt es in Rotation. Wenn das Zugelement in die andere Richtung bewegt wird, erfolgt die Rotation in entgegengesetzter Richtung. Aufgrund der Tatsache, dass das Zugelement nicht nur in Umfangsrichtung um das Maschinenelement geführt ist, sondern in mehreren schraubenlinigen Windungen, wird bei Bewegung des Zugelements auch eine axiale Bewegung erzeugt, und zwar je nach Antriebsrichtung des Zugelements in die eine oder andere Axialrichtung.
Als Zugelement kann für verschiedene Anwendungsfälle ein Drahtseil verwendet werden, da dieses ausreichend flexibel und dar- über hinaus in der Lage ist, größere Kräfte zu übertragen.
Wenn das Zugelement zum Antrieb des Blasrohrs eines Rußbläsers verwendet werden soll, so ist es vorzugsweise als Gliederkette ausgebildet. Eine solche Gliederkette besteht zweckmäßig aus
Stahlgliedern, wobei diese etwa oval und geschlossen ausgebildet sind und um 90° zueinander versetzt ineinandergreifen.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Zugelement endlos ausgebildet .
Das endlose Zugelement kann dann mittels einer drehbaren Trommel, welche von dem Zugelement mindestens teilweise umschlungen wird, angetrieben werden.
Alternativ kann das Zugelement auch endlich ausgebildet sein, wobei die Enden des Zugelements je nach der gewünschten Förder- richtung des stabförmigen Maschinenelements wahlweise in die eine oder andere Zugrichtung bewegt werden können.
Zum Antrieb des Zugelements kann jedes seiner beiden Enden auf einer gesonderten, antreibbaren Trommel aufwickelbar sein. Alternativ können die Enden des endlichen Zugelements aber auch auf einer gemeinsamen Trommel gegenläufig aufgewickelt sein, wobei die Trommel in beiden Drehrichtungen antreibbar ist.
Um bei gleichbleibender Trommeldrehzahl die Vortriebsgeschwindigkeit des Maschinenelements bzw. des Blasrohrs verändern zu können, kann der Steigungswinkel der Windungen des Zugelements auf dem stabförmigen Maschinenelement bzw. Blasrohr veränderbar sein. Dies wird vorzugsweise dadurch erzielt, dass der Abstand zwischen dem Zu- und Ablaufbereich des Zugelements variierbar ist. Durch eine solche Konstruktion kann in sehr einfacher Weise der Steigungswinkel der Windungen verändert werden, wo- durch eine stufenlose Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit des Maschinenelements bzw. des Blasrohrs oder auch eine Steuerung in Stufen möglich ist.
Zur Veränderung des Abstandes zwischen dem Zu- und Ablaufbereich des Zugelements, kann dieses um eine Umlenkrolle geführt sein, wobei die Achse der Umlenkrolle zumindest in einer Komponente in Längsrichtung des anzutreibenden Maschinenelements bzw. Blasrohrs bewegbar ist. Dabei kann die Umlenkrolle an
einem Arm gelagert sein, der etwa parallel zur Rotationsachse des stabförmigen Maschinenelements bzw. Blasrohrs verschiebbar ist .
Zur Stabilisierung des Zugelements sowie zum Längenausgleich bei Veränderung des Steigungswinkels des Zugelements auf dem stabförmigen Maschinenelement kann dieses um mindestens eine Ausgleichsrolle geführt sein, wobei die Ausgleichsrolle unter Federbelastung an dem Zugelement anliegt.
Die Erfindung ist in der Zeichnung am Beispiel des Antriebs eines Blasrohrs veranschaulicht und im Nachfolgenden im Einzelnen anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 die Seitenansicht eines Antriebs für das Blasrohr eines Rußbläsers mit einer endlosen Gliederkette,
Fig. 2 die gleiche Ansicht des Antriebs gemäß Fig. 1 bei vergrößertem Steigungswinkel der Gliederkette auf dem
Blasrohr,
Fig. 3 eine Ansicht eines größeren Ausschnitts des Blasrohrs einschließlich dessen Führung,
Fig. 4 eine Ansicht in Richtung des Pfeils IV aus Fig. 3,
Fig. 5 ein anderes Ausführungsbeispiel eines Antriebs für das Blasrohr eines Rußbläsers mit einem endlich ausgebildeten Drahtseil und
Fig. 6 die Seitenansicht des Antriebs gemäß Fig. 5 in Richtung des Pfeiles VI.
In Fig. 1 ist der Antrieb eines Blasrohrs 1 für einen Rußbläser dargestellt. Das Blasrohr 1, von dem nur ein kurzer Abschnitt gezeigt ist, ist axial verschieblich und drehbar gelagert.
Zum Antrieb des Blasrohrs 1 in seiner Längsrichtung und zur gleichzeitigen Rotation des Blasrohrs 1 dient ein gemeinsamer Antrieb. Dieser besteht im Wesentlichen aus einer endlosen
Gliederkette 2 bzw. Rundstahlkette, welche mit mehreren Windungen 3 schraubenlinig um das Blasrohr 1 geführt ist. Die Gliederkette 2 besteht aus in der Zeichnung nicht näher dargestellten geschlossenen Stahlgliedern, die um 90° zueinander versetzt ineinander greifen, beispielsweise wie in DIN 22252 (Rundstahlketten) oder DIN 763, DIN 764 oder DIN 766 beschrieben.
Die Gliederkette 2 läuft mit einer etwa halben Windung bzw. einer teilweisen Umschlingung 4 um eine Trommel 5, die mittels eines Elektromotors 6 sowie ein in der Zeichnung lediglich schematisch dargestelltes Getriebe 7 wahlweise in beiden Drehrichtungen antreibbar ist. Die Trommel 5 ist als verzahntes Kettenrad ausgebildet.
Durch die Bewegung der endlosen Gliederkette 2 wird das Blasrohr 1 nicht nur in Rotation versetzt, sondern es wird auch aufgrund des Steigungswinkels der Windungen 3 in Axialrichtung verschoben. Je nach Laufrichtung der Gliederkette 2 wird das Blasrohr 1 in der Zeichnung nach rechts oder links bewegt. Wenn beispielsweise die Trommel 5 in Richtung des Pfeiles 8 entgegen dem Uhrzeigersinn umläuft und der Gliederkette 2 eine Laufrich- tung entsprechend dem Pfeil 9 verleiht, so wird das Blasrohr 1 in der Zeichnung nach rechts bewegt und bei umgekehrter Umlaufrichtung der Trommel 5 nach links.
Bei gleichbleibender Drehzahl der Trommel 5 ist die Vortriebsgeschwindigkeit des Blasrohrs 1 konstant, wobei die Vortriebs- geschwindigkeit von dem Steigungswinkel der Windungen 3 der Gliederkette 2 auf dem Blasrohr 1 abhängt. Durch Änderung des Steigungswinkels der Windungen 3 kann auf sehr einfache Weise die Vortriebsgeschwindigkeit des Blasrohrs 1 stufenlos oder auch in Stufen variiert werden.
Die Änderung des Steigungswinkels der Windungen 3 kann bei dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel auf sehr einfache Weise dadurch erfolgen, dass die Gliederkette 2 um eine Führungsrolle 10 geführt wird, deren quer zu dem Blasrohr 1 verlaufende Achse 11 zumindest mit einer Komponente in
Längsrichtung des Blasrohrs 1 bewegt werden kann. Die Bewegung der Achse 11 der Führungsrolle 10 erfolgt beispielsweise dadurch, dass die Führungsrolle 10 an einem Arm 12 gelagert ist, der entlang einer parallel zu dem Blasrohr 1 verlaufende Füh- rung 13 verfahrbar ist. Wenn also der Arm 12 aus der in Fig. 1 dargestellten Position in Richtung des Pfeiles 14 verfahren wird, so bewegt sich die Führungsrolle 10 auf einer Bahn parallel zur Längsachse des Blasrohrs 1 nach links, wodurch die Windungen 3 der Gliederkette 2 auseinandergezogen werden, d.h., dass der Steigungswinkel der Windungen 3 größer wird. Bei gleichbleibender Trommeldrehzahl wird dadurch die Vortriebsgeschwindigkeit des Blasrohrs 1 ebenfalls größer. Bei einer Bewegung des Arms 12 in umgekehrter Richtung wird der Steigungswinkel der Windungen 3 kleiner, und damit wird auch die Vortriebs- geschwindigkeit des Blasrohrs 1 geringer. Auf der gegenüberliegenden Seite des Blasrohrs 1 ist eine zweite Führungsrolle 10 vorgesehen, die den Zulauf- bzw. Ablaufbereich der Gliederkette 2 relativ zu dem Blasrohr 1 stabilisiert.
Die Bewegung des Arms 12 erfolgt mittels eines Zahnstangenan- triebs 15, der an einem stationären Gestell 17 schwenkbar befestigt ist. Das Gestell 17 trägt gleichzeitig auch das Getriebe 7 sowie den Elektromotor 6.
In den Figuren 3 und 4 ist die Lagerung des Blasrohrs 1 im Detail dargestellt. An seinem linken Ende sitzt das Blasrohr 1 in einem Lager 18, in welchem das Blasrohr 1 drehbar gelagert ist. Das Lager 18 ist in Axialrichtung auf dem Blasrohr 1 relativ zu diesem fixiert, und es ist zusammen mit dem Blasrohr 1 in dessen Axialrichtung bewegbar. Das Lager 18 ist an einer Laufkatze 19 aufgehängt, die auf einer parallel zu dem Blasrohr 1 verlaufenden Schiene 20 geführt ist.
Die in der Zeichnung rechte Seite des Blasrohrs 1 ist auf zwei Tragrollen 21 und 22 geführt, die im Detail in Fig. 3 und 4 dargestellt sind.
Um die endlose Gliederkette 2 in sämtlichen Positionen des Arms
12 gleichmäßig stramm zu halten, ist eine Ausgleichsrolle 23 vorgesehen, die mittels einer Feder 24 gegen die Gliederkette 2 gedrückt wird und sich beispielsweise beim Verfahren des Arms 12 nach links ebenfalls nach links bewegt, um die durch die Änderung des Steigungswinkels verursachte Längenänderung auszugleichen .
In den Figuren 5 und 6 ist ein anderes Ausführungsbeispiel des Antriebs für das Blasrohr 1 dargestellt. Da die Konstruktion dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bis 4 in vielen Merkmalen sehr ähnlich ist, sind für gleiche Maschinenteile auch die gleichen Positionszahlen verwendet worden.
Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Ausführungsformen besteht darin, dass das Zugelement, beispielsweise ein Drahtseil 29, welches zum Antrieb des Blasrohrs 1 dient, end- lieh ausgebildet ist. Die beiden Enden der Drahtseils 29 sind auf einer gemeinsamen Trommel 25 gegenläufig aufgewickelt und die Trommel 25 ist ebenso wie bei dem in Fig. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiel in beiden Drehrichtungen antreibbar. Wenn sich also die Trommel 25 in die eine Richtung dreht, so wird das eine Ende des Drahtseils 29 aufgewickelt, während das andere Ende abgewickelt wird. Dadurch wird das Drahtseil 29 bewegt und nimmt das Blasrohr 1 aufgrund seiner mehrfach um das Blasrohr 1 verlaufenden Windungen 3 in Drehrichtung sowie in Axialrichtung mit. Je nach Drehrichtung der Trommel 25 dreht sich das Blasrohr 1 im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn und wird in die oder andere Axialrichtung bewegt.
Auch bei dem in Fig. 5 und 6 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Steigungswinkel der Windungen 3, die sich um das Blasrohr 1 erstrecken, veränderbar. Zu diesem Zweck ist eine Füh- rungsrolle 26 vorgesehen, die an einer Schiene 28 geführt ist. Auf derselben Schiene 28 sitzt auch eine Ausgleichsrolle 27, die gegen den Druck einer in der Zeichnung nicht dargestellten Feder verschiebbar an der Führungsschiene 28 befestigt ist. Der Abstand zwischen den beiden Rollen 26 und 27 ist variierbar. In
der in Fig. 5 dargestellten Position der Rollen 26 und 27 ist der Steigungswinkel der Windungen 3 der Drahtseil 29 auf dem Blasrohr 1 relativ groß. Wenn sich beispielsweise die Führungsrolle 26 entlang der Führungsschiene 28 in Richtung auf die Ausgleichsrolle 27 bewegt und der Abstand zwischen den beiden Rollen kleiner wird, so wird auch der Steigungswinkel der Windungen 3 kleiner und die Vortriebsgeschwindigkeit des Blasrohrs 1 in axialer Richtung wird bei gleichbleibender Trommeldrehzahl stufenlos reduziert.
Ebenso wie bei dem in Fig. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiel kann auch bei dem in Fig. 5 und 6 dargestellten Ausführungsbeispiel als Zugelement anstelle des Drahtseils 29 eine Gliederkette verwendet werden.
Der erfindungsgemäße Antrieb, der anhand eines Blasrohrs eines Rußbläsers veranschaulicht ist, ist für sämtliche stabförmigen Maschinenelemente einsetzbar, die gleichzeitig in axialer Richtung und in Rotationsrichtung bewegt werden müssen. Dies gelingt gemäß der Erfindung mittels des flexiblen Zugelements, vorzugsweise einer Gliederkette oder eines Drahtseils, das in mehreren Windungen um das anzutreibende stabförmige Maschinenelement geführt sind. Durch die relativ leicht zu bewerkstelligende Änderung des Steigungswinkels der Windungen des Zugelements auf dem stabförmigen Maschinenelement ist eine sehr bequeme Einstellung der Vortriebsgeschwindigkeit des stabförmigen Maschinenelements möglich.
Antrieb für ein stabförmiges Maschinenelement
Bezugszeichenliste
1 stabförmiges Maschinenelement / Blasrohr
2 Zugelement / Gliederkette (endlos)
3 Windungen
4 teilweise Umschlingung
5 Trommel
6 Elektromotor
7 Getriebe
8 Pfeil (Umlaufrichtung der Trommel 5)
9 Pfeil (Laufrichtung der Gliederkette 2)
10 Führungsrolle
11 Achse der Umlenkrolle
12 Arm
13 Führung
14 Pfeil
15 Zahnstangenantrieb
16 Führungsrolle
17 Gestell
18 Lager
19 Laufkatze
20 Schiene
21 Tragrolle
22 Tragrolle
23 Ausgleichsrolle
24 Feder
25 Trommel
26 Führungsrolle
27 Ausgleichsrolle
Führungsschiene Zugelement / Drahtseil (endlich)