Befestigungsanordnung eines Kindersitzes an einem Bauteil eines Fahrzeugs und Kindersitz
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Befestigungsanordnung eines Kindersitzes an einem Bauteil eines Fahrzeugs, mit wenigstens einem Verbindungselementpaar mit einem kindersitzseitigen Verbindungselement und einem fahrzeugseitigen Verbindungselement, die in einer Gebrauchsposition des Kindersitzes miteinander verbunden sind. Des Weiteren bezieht sich die Erfindung auf einen Kindersitz für ein Fahrzeug, umfassend wenigstens ein Verbindungselement, welches mit einem korrespondierenden fahrzeugseitigen Verbindungselement verbindbar ist.
Das Interesse richtet sich vorliegend insbesondere auf ein ISOFIX-Befestigungssystem zum Befestigen eines Kindersitzes an einem Fahrzeugsitz eines Kraftwagens. Derartige Befestigungsanordnungen sind bereits aus dem Stand der Technik als bekannt zu entnehmen. Die DE 103 51 753 A1 offenbart einen Kindersitz, welcher mittels einer Befestigungsanordnung auf einem Fahrzeugsitz in einer Gebrauchsposition befestigbar ist. Dabei ist die Befestigungsanordnung in Form einer ISOFIX-Befestigung in an sich bekannter Art bereitgestellt. Bei dem bekannten Fahrzeugsitz sind Mittel vorgesehen, durch welche der Kindersitz in einem Crashfall aus der Gebrauchsposition in eine Verzögerungsposition bewegbar ist. Die Mittel können dabei gegeneinander verschiebbare Gleitvorrichtungen umfassen. Ein in einem Crashfall zurückgelegter Bewegungsweg des Kindersitzes soll die im Crashfall auftretenden Verzögerungskräfte verringern.
Das der Erfindung zugrunde liegende Problem besteht darin, den Fahrkomfort sowie die Sicherheit beim Einsatz eines Kindersitzes im Vergleich zum Stand der Technik zu erhöhen.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden eine Befestigungsanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Kindersitz mit den Merkmalen des Anspruchs 12 vorgeschlagen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Eine erfindungsgemäße Befestigungsanordnung eines Kindersitzes an einem Bauteil eines Fahrzeugs umfasst wenigstens ein Verbindungselementpaar mit einem kindersitzseitigen Verbindungselement und einem fahrzeugseitigen Verbindungselement, die in einer Gebrauchsposition des Kindersitzes miteinander verbunden sind. Ein wesentlicher Gedanke besteht darin, dass dem wenigstens einen
Verbindungselementpaar eine Kraftaufnahmeeinheit zugeordnet ist, durch welche auf den Kindersitz wirkende Kräfte aufzunehmen sind.
Unter der Kraftaufnahmeeinheit wird hier insbesondere eine Einrichtung verstanden, welche wenigstens ein Energieabsorptionselement aufweist, welches sich bei der Aufnahme der auf den Kindersitz während der Fahrt wirkenden Kräfte zu verformen vermag, also durch welches die auf den Kindersitz wirkenden Kräfte absorbiert werden und/oder die auf den Kindersitz eingeleiteten Schwingungen gedämpft werden. Auf diesem Wege gelingt es, die bei der Beschleunigung und der Verzögerung des Fahrzeugs auf den Kindersitz übertragenen Belastungen zu unterdrücken und somit den Fahrkomfort und die Sicherheit zu erhöhen. Des Weiteren können hierdurch die Schwingungen des Kindersitzes unterdrückt beziehungsweise gedämpft werden.
Die Kraftaufnahmeeinheit kann dem kinderseitigen Verbindungselement zugeordnet sein. Insbesondere schließt sich dabei die Kraftaufnahmeeinheit wenigstens mittelbar an das kindersitzseitige Verbindungselement an. Durch die Anordnung der Kraftaufnahmeeinheit auf Seiten des Kindersitzes kann die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung auch in Fahrzeugen bereitgestellt werden, die bereits über ein fahrzeugseitiges Verbindungselement zum Befestigen des Kindersitzes, wie beispielsweise ein ISOFIX- Verbindungselement verfügen. Ein im Fahrzeug bereits vorhandenes Verbindungselement muss somit nicht in aufwendiger Weise angepasst werden.
Es hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn die Kraftaufnahmeeinheit einen Stoßdämpfer umfasst. Durch Einsatz eines Stoßdämpfers können die an den Kindersitz vom Fahrzeug übertragenen Schwingungen unterdrückt beziehungsweise schnell gedämpft werden. Diese Ausführungsform bietet insbesondere Vorteile im Hinblick auf den Fahrkomfort. Insbesondere bei einer großen Beschleunigung oder Verzögerung des Fahrzeugs können durch Einsatz des Stoßdämpfers die auf den Kindersitz wirkenden Kräfte durch eine Verformung des Stoßdämpfers aufgenommen werden.
Vorzugsweise ist der Stoßdämpfer als hydraulischer Stoßdämpfer bereitgestellt und weist bevorzugt einen mit einer Flüssigkeit befüllten Zylinder auf, in welchem eine korrespondierende Kolbenstange mit einem Kolben schiebeführbar ist. Durch einen derartigen Stoßdämpfer wird hinsichtlich des Fahrkomforts eine geräuschreduzierte Aufnahme der auf den Kindersitz übertragenen Kräfte bzw. eine geräuschreduzierte Dämpfung der auf den Kindersitz eingeleiteten Schwingungen ermöglicht. Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann der Stoßdämpfer als mechanischer Stoßdämpfer bereitgestellt werden, welcher eine Mehrzahl von Federblättern aufweist. Durch Einsatz eines mechanischen Stoßdämpfers kann eine robuste, langlebige und kostenreduzierte Kraftaufnahmeeinheit geschaffen werden.
Zusätzlich oder alternativ zum Stoßdämpfer kann die Kraftaufnahmeeinheit ein Federelement, insbesondere in Form einer Schraubfeder, aufweisen. Es kann somit erreicht werden, dass der Kindersitz nach Zurücklegen eines bestimmten Bewegungsweges nach Entlastung in die ursprüngliche Gebrauchsposition zurückkehrt. Das Federelement ermöglicht ferner, die vom Fahrzeug in den Kindersitz eingeleiteten Stöße abzufangen. Ist sowohl ein Stoßdämpfer als auch ein Federelement bei der Kraftaufnahmeeinheit vorgesehen, so können durch die Kraftaufnahmeeinheit sowohl die Schwingungen des Kindersitzes unterdrückt als auch die in den Kindersitz eingeleiteten Stöße abgefangen werden.
Vorzugsweise weist das Federelement eine vorbestimmte Federkennlinie auf. Das Federelement kann beispielsweise eine progressive, eine lineare, eine degressive, eine im Wesentlichen konstante oder eine unstetige Abhängigkeit einer Federkraft von einem Weg aufweisen. Als besonders vorteilhaft hat sich dabei eine progressive Kennlinie der Federkraft in Abhängigkeit von dem Federweg herausgestellt, bei welcher ein Durchschlagen bzw. ein zu langer Bewegungsweg bei einer hohen Last auf den Kindersitz verhindert werden kann. Die progressive Kennlinie ermöglicht ferner eine weiche und somit komfortable Federung bei einer normalen beziehungsweise niedrigen auf den Kindersitz wirkenden Last.
Ist bei der Kraftaufnahmeeinheit sowohl der Stoßdämpfer als auch das Federelement vorgesehen, so kann das Federelement an dem Stoßdämpfer außenumfänglich angeordnet sein und sich vorzugsweise über eine wenigstens annähernd gesamte Länge des Stoßdämpfers erstrecken. Bei einer derartigen parallelen Anordnung des Federelements zum Stoßdämpfer können die Dämpfeigenschaften des Stoßdämpfers
durch entsprechende Auslegung des Federelements beeinflusst werden. Beispielsweise kann eine Losbrechkraft der Kolbenstange, also Kraft, bei welcher sich die Kolbenstange in Bewegung setzt, durch entsprechende Auswahl der Eigenschaften des Federelements eingestellt werden.
Das Federelement kann alternativ innerhalb eines mit Flüssigkeit befüllten Zylinders des Stoßdämpfers angeordnet sein. Dabei kann vorgesehen sein, dass das Federelement an einer einen Innenraum des Zylinders begrenzenden Stirnwand abgestützt ist und sich im Innenraum in Haupterstreckungsrichtung des Zylinders nur über einen bestimmten Längenbereich des Zylinders erstreckt. Bei einer solchen Anordnung des Federelements wird dieses erst nach Zurücklegen eines bestimmten Bewegungsweges des Kindersitzes benutzt. Somit kann bis zu einem bestimmten Bewegungsweg nur der Stoßdämpfer und nach Zurücklegen dieses Bewegungsweges sowohl der Stoßdämpfer als auch das Federelement verwendet werden.
Alternativ kann sich das Federelement an den Stoßdämpfer wenigstens mittelbar, insbesondere unmittelbar, anschließen. Bei einer solchen seriellen Anordnung des Federelements zum Stoßdämpfer kann die Losbrechkraft der Kolbenstange des Stoßdämpfers derart auf die Kennlinie des Federelements abgestimmt werden, dass kleine auf den Kindersitz wirkende Kräfte nur mittels des Stoßdämpfers aufgenommen werden. Bei großen Kräften bzw. auf den Kindersitz übertragenen Stößen kann dann das Federelement zum Einsatz kommen. Je nach Kennlinie des Federelements und Eigenschaften des Stoßdämpfers kann somit eine optimale Einstellung der Kraftaufnahmeeinheit erzielt werden.
Es können, wie bei einer herkömmlichen ISOFIX-Befestigungsanordnung, wenigstens zwei in einem Abstand zueinander angeordnete Verbindungselementpaare mit jeweils einem kindersitzseitigen Verbindungselement und einem fahrzeugseitigen Verbindungselement vorgesehen sein, wobei dann jedem Verbindungselementpaar eine Kraftaufnahmeeinheit zugeordnet ist. Hierdurch wird eine besonders komfortable und sichere Befestigungsanordnung des Kindersitzes geschaffen.
Um eine kostenreduzierte Befestigungsanordnung bereitzustellen, kann den Verbindungselementpaaren alternativ eine gemeinsame Kraftaufnahmeeinheit zugeordnet sein. Bei dieser Ausführungsform sind die wenigstens zwei Verbindungselementpaare mittels einer Verbindungsstange starr miteinander verbunden, und die Kraftaufnahmeeinheit kann mit der Verbindungsstange verbunden sein.
Es hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn der Kraftaufnahmeeinheit eine Wegbeschränkungseinrichtung zugeordnet ist, mittels welcher ein durch eine Verformung der Kraftaufnahmeeinheit bei ihrer Kraftaufnahme zurückgelegter Bewegungsweg des Kindersitzes zu begrenzen ist. Diese Ausführungsform beruht auf der Tatsache, dass der Kindersitz gemäß den Vorschriften nur einen bestimmten Weg zurücklegen darf. Durch Einsatz der Wegbeschränkungseinrichtung wird also die Bewegung des Kindersitzes nur auf eine in den Vorschriften festgelegte Strecke begrenzt. Diese Wegbeschränkungseinrichtung kann beispielsweise einen Anschlag aufweisen, welcher die Verformung der Kraftaufnahmeeinheit bei ihrer Kraftaufnahme begrenzt.
Ein erfindungsgemäßer Kindersitz für ein Fahrzeug umfasst wenigstens ein Verbindungselement, welches mit einem korrespondierenden fahrzeugseitigen Verbindungselement verbindbar ist. Bei dem Kindersitz ist eine Kraftaufnahmeeinheit vorgesehen, welche mit dem Verbindungselement wenigstens mittelbar verbunden ist.
Die mit Bezug auf die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung vorgestellten bevorzugten Ausführungsformen und insbesondere deren Vorteile gelten entsprechend für den erfindungsgemäßen Kindersitz.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einzelner bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der beigefügten Zeichnungen. Dabei zeigen:
Fig. 1 in schematischer Seitenansicht einen Kindersitz nach einer
Ausführungsform der Erfindung, umfassend zwei Verbindungselemente und jeweils eine mit diesen gekoppelte Kraftaufnahmeeinheit;
Fig. 2 in schematischer Darstellung eine Draufsicht auf eine kindersitzseitige
Befestigungseinrichtung einschließlich zweier Verbindungselemente, denen jeweils eine Kraftaufnahmeeinheit zugeordnet ist;
Fig. 3 in schematischer Darstellung eine Draufsicht auf eine kindersitzseitige
Befestigungseinrichtung einschließlich zweier Verbindungselemente, denen eine gemeinsame Kraftaufnahmeeinheit zugeordnet ist;
Fig. 4 in schematischer Darstellung die Kraftaufnahmeeinheit gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;
Fig. 5 in schematischer Darstellung die Kraftaufnahmeeinheit gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;
Fig. 6 in schematischer Darstellung die Kraftaufnahmeeinheit gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel;
Fig. 7 mögliche Verläufe einer Abhängigkeit einer Federkraft von einem
Federweg eines Federelements der Kraftaufnahmeeinheit;
Fig. 8 in schematischer Darstellung die Kraftaufnahmeeinheit gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel;
Fig. 9 in schematischer Darstellung die Kraftaufnahmeeinheit gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel; und
Fig. 10 in schematischer Darstellung die Kraftaufnahmeeinheit gemäß einem sechsten Ausführungsbeispiel.
In den Figuren werden gleiche sowie funktionsgleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Einem in Fig. 1 dargestellten Kindersitz 1 ist eine Befestigungseinrichtung 2 zugeordnet, welche zum Befestigen des Kindersitzes 1 an einem Fahrzeugsitz, wie beispielsweise an einer Sitzbank eines Personenkraftwagens, ausgebildet ist. Die Befestigungseinrichtung 2 weist zwei in einem Abstand zueinander angeordnete Verbindungselemente 3, 4 auf, welche im Beispiels als ISOFIX-Verbindungselemente ausgebildet sind. Die Verbindungselemente 3, 4 sind somit mit jeweils einem karosseriefesten Haltebügel des Fahrzeugs verbindbar.
Um bei hohen Verzögerungen sowie Beschleunigungen des Fahrzeugs die auf den Kindersitz 1 übertragenen Lasten zu reduzieren beziehungsweise um auf den Kindersitz 1 eingeleitete Schwingungen zu dämpfen, weist die Befestigungseinrichtung 2 zwei Kraftaufnahmeeinheiten 5 auf. Dabei ist eine erste Kraftaufnahmeeinheit 5 mit dem ersten Verbindungselement 3 und eine zweite Kraftaufnahmeeinheit 5 mit dem zweiten
Verbindungselement 4 verbunden. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel schließt sich die jeweilige Kraftaufnahmeeinheit 5 unmittelbar an das zugeordnete Verbindungselement 3, 4 an.
Fig. 2 gibt eine Draufsicht auf die Befestigungseinrichtung 2 gemäß Fig. 1 in schematischer Darstellung wieder. Wie bereits erwähnt, ist hier jedem der Verbindungselemente 3, 4 eine Kraftaufnahmeeinheit 5 zum Aufnehmen der auf den Kindersitz 1 wirkenden Kräfte zugeordnet. Die jeweiligen Kraftaufnahmeeinheiten 5 beziehungsweise die Verbindungselemente 3, 4 sind mittels einer Verbindungsstange 6 starr miteinander verbunden, welche mit einem Untergestell des Kindersitzes 1 gekoppelt ist.
Um einen kostenreduzierten Kindersitz 1 zu schaffen, ist gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel vorgesehen, dass dem ersten und dem zweiten Verbindungselement 3, 4 eine gemeinsame Kraftaufnahmeeinheit 5 zugeordnet ist. Dies ist anhand einer Draufsicht auf die Befestigungseinrichtung 2 in Fig. 3 abgebildet. Dargestellt sind das erste und das zweite Verbindungselement 3, 4, welche mit der Verbindungsstange 6 unmittelbar verbunden sind. Dabei ist im Gegensatz zum Beispiel gemäß Fig. 2 die Befestigungsstange 6 über die Kraftaufnahmeeinheit 5 mit dem Untergestell des Kindersitzes 1 gekoppelt.
Nachfolgend wird der Aufbau und die Funktionsweise der Kraftaufnahmeeinheit 5 näher erläutert:
Wie bereits erwähnt, ist die Kraftaufnahmeeinheit 5 dazu ausgebildet, die auf den Kindersitz 1 übertragenen Beschleunigungs- beziehungsweise Verzögerungskräfte aufzunehmen und Schwingungen des Kindersitzes 1 zu dämpfen. In den Fig. 4 bis 6 sowie 8 bis 10 ist jeweils ein Beispiel der Kraftaufnahmeeinheit 5 abgebildet.
Gemäß einem ersten, in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Kraftaufnahmeeinheit 5 einen Stoßdämpfer 7 auf, welcher einen mit Öl befüllten Zylinder 8 umfasst. Der Zylinder 8 weist einen Innenraum 9 auf, in welchem eine Kolbenstange 10 mit einem an deren Ende angeordneten Kolben 11 schiebeführbar ist. Dabei weist der Kolben 11 eine Mehrzahl von Durchgangsöffnungen auf, über welche das Öl beim Verschieben der Kolbenstange 10 entlang einer Haupterstreckungsrichtung des Zylinders 8 strömt. Durch den bei dieser Strömung erzeugten Widerstand werden Druckdifferenzen erzeugt, die das Erzeugen von Dämpfungskräften zur Folge haben. Somit können durch
den Stoßdämpfer 7 die von Seiten des Fahrzeugs auf den Kindersitz 1 übertragenen Schwingungen gedämpft werden, was den Fahrkomfort während der Fahrt erhöht.
Ein zweites Ausführungsbeispiel der Kraftaufnahmeeinheit 5 geht aus Fig. 5 hervor. Die Kraftannahmeeineinheit 5 weist her neben dem Stoßdämpfer 7 ferner ein Federelement 12 auf. Das Federelement 12 ist hier in Form einer Schraubfeder ausgebildet und an dem Stoßdämpfer 7 außenumfänglich angeordnet. Dabei ist das Federelement 12 einerseits an einem Flansch 13, welcher an einem dem Kolben 11 gegenüber liegenden Ende der Kolbenstange 10 ausgebildet ist, und andererseits an einem Flansch 14, welcher an einem dem Flansch 13 fernen Ende des Zylinders 8 ausgebildet ist, abgestützt. Durch eine derartige Ausgestaltung der Kraftaufnahmeeinheit 5 wird ein Feder-Dämpfer-System bereitgestellt, mittels welchem sowohl die Schwingungen gedämpft, als auch die auf den Kindersitz 1 übertragenen Stöße beziehungsweise Lasten aufgefangen werden können.
Hinsichtlich der Federkennlinie des im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 eingesetzten Federelements wird auf Fig. 7 verwiesen. Diese zeigt eine Mehrzahl von Abhängigkeiten einer Federkraft F in Abhängigkeit von einem Federweg S, welchen das Federelement 12 nach Ausüben der Federkraft F zurücklegt. In Fig. 7 ist eine konstante Kennlinie 15, eine progressive Kennlinie 16, eine lineare Kennlinie 17, eine degressive Kennlinie 18 sowie eine unstetige Kennlinie 19 abgebildet. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 weist das Federelement 12 die progressive Abhängigkeit (Kennlinie 16) der Federkraft F von dem Federweg S auf. Durch Auswahl der progressiven Kennlinie 16 wird dabei erreicht, dass selbst kleine Schwingungen des Kindersitzes 1 durch eine Bewegung der Kolbenstange 10 gedämpft werden können, wobei ein Durchschlagen bei einer hohen Last verhindert wird.
Fig. 6 zeigt die Kraftaufnahmeeinheit 5 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel. Hier weist die Kraftaufnahmeeinheit 5 ebenfalls den Stoßdämpfer 7 sowie ein Federelement 12 auf. Im Gegensatz zum Beispiel gemäß Fig. 5 ist nun das Federelement 12 innerhalb des Zylinders 8, also im Innenraum 9 des Zylinders 8 angeordnet. Dabei ist das Federelement 12 an einer Stirnwand 20 des Zylinders abgestützt, durch welche die Kolbenstange 10 geführt wird. Das Federelement 12 erstreckt sich ferner entlang der Kolbenstange 10 von der Stirnwand 20 über lediglich einen bestimmten Längenbereich des Zylinders 8, beispielsweise über ein Drittel der gesamten Länge des Zylinders 8. Durch eine derartige Anordnung des Federelements 12 wird dieses bei einer Gebrauchsstellung des Kindersitzes 1, also in einer Stellung, in welcher die Kolbenstange 10 vollständig im Innenraum 9 des Zylinders 8 angeordnet ist, nicht verwendet. Wirken
auf den Kindersitz 1 in der Gebrauchsstellung nur kleine Verzögerungskräfte bzw. Schwingungen, so werden diese von dem Stoßdämpfer 7 aufgenommen bzw. absorbiert. Werden jedoch auf den Kindersitz 1 große Verzögerungskräfte bzw. Stöße übertragen, so unterstützt das Federelement 12 den Stoßdämpfer 7 bei der Aufnahme der auftretenden Verzögerungskräfte. Somit werden sowohl Vorteile im Hinblick auf den Fahrkomfort auf dem Kindersitz 1 , als auch hinsichtlich der Fahrsicherheit erzielt.
Fig. 8 zeigt in schematischer Darstellung einen Ausschnitt eines weiteren Ausführungsbeispiels der Kraftaufnahmeeinheit 5, die zusätzlich oder alternativ zu dem vorstehend beschriebenen Stoßdämpfer 7 und/oder dem Federelement 12 ein Verformungselement 30, beispielsweise eine Blechlasche oder dergleichen, mit einem Verformungsabschnitt 32 aufweist, innerhalb dem sich das Verformungselement bei einer Verlagerung des Kindersitzes im Crashfall verformt, um so gegebenenfalls überhaupt erste eine Verlagerung des Kindersitzes zu ermöglichen und um die auf das im Kindersitz befindliche Kind wirkenden Verzögerungskräfte zu reduzieren. Dabei kann der Verformungsabschnitt 32 entsprechende Schwächungen in Form von zum Beispiel Kerben, Sicken, Ausnehmungen oder dergleichen aufweisen, wie in der Fig. 8 zu erkennen ist, um die Verformung des Verformungselements 30 exakt an diesem Abschnitt sicherzustellen. In Fig. 8 ist das Verformungselement 30 in bereits verformten Zustand dargestellt. Die Verformung ist materialbedingt zumindest weitgehend irreversibel, das heißt, das Verformungselement wird plastisch verformt.
Fig. 9 zeigt in schematischer Darstellung einen Ausschnitt eines weiteren Ausführungsbeispiels der Kraftaufnahmeeinheit 5, die analog zum Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8 zusätzlich oder alternativ zu dem Stoßdämpfer 7 und/oder dem Federelement 12 ein Verformungselement 30, beispielsweise eine Blechlasche oder dergleichen, aufweist, das mit einem Gummielement 34 versehen ist. Dieses ist so ausgestaltet, dass es sowohl bei Zug- als auch bei Druckbelastung nachgiebig ist und zumindest bei geringeren Kräften, wie sie beispielsweise durch Schwingungen im Fahrbetrieb auftreten, nur elastisch verformt wird und sich bei Entlastung in seine Ausgangsform zurückbildet.
Fig. 10 zeigt in schematischer Darstellung einen Ausschnitt eines weiteren Ausführungsbeispiels der Kraftaufnahmeeinheit 5, das sich von der anhand der Fig. 8 beschriebenen Kraftaufnahmeeinheit im Wesentlichen dadurch unterscheidet, dass das Verformungselement 30 aus einem fließfähigen Material besteht. Dieses fließt bei Überschreitung einer bestimmten Grenzzugkraft und ermöglicht dadurch einen
Bewegungsweg des Kindersitzes, um die Verzögerungskräfte zu verringern. Der Verformungsabschnitt 32 des Verformungselements 30 kann dabei spontan an beliebiger Stelle entstehen oder aber auch durch entsprechende Maßnahmen, beispielweise durch eine Verjüngung des Verformungselements in einem bestimmten Längenbereich definiert vorgegeben sein. Die Verformung ist auch hier materialbedingt zumindest weitgehend irreversibel, das heißt, das Verformungselement wird plastisch verformt.
Bei den Beispielen gemäß den Fig. 4 bis 6 sowie 8 bis 10 kann der Kraftaufnahmeeinheit 5 ferner eine Wegbeschränkungseinrichtung zugeordnet sein, welche beispielsweise in Form eines Anschlags bereitgestellt ist. Diese Wegbeschränkungseinrichtung hat dabei die Aufgabe, die durch den Kindersitz 1 bei der Kraftaufnahme mittels der Kraftaufnahmeeinheit 5 zurückgelegten Bewegungswege zu begrenzen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in den Vorschriften nur bestimmte Wege zugelassen sind, welche der Kindersitz 1 relativ zum Fahrzeugsitz zurücklegen darf. Die Wegbeschränkung kann beispielsweise so aussehen, dass die Kolbenstange 10 nur bis zu einem vorbestimmten Punkt aus dem Zylinder 8 herausgezogen werden kann, bis sie den Anschlag erreicht.