„Instrument und Verfahren zur endoskopisch kontrollierten Kürzung und/oder Fragmentierung von im Gastrointestinaltrakt oder Tracheobronchialsystem oder in anderen
Hohlorganen befindlichen Stents"
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Instrument zur endoskopisch kontrollierten Kürzung und/oder Fragmentierung von im Gastrointestinaltrakt, im Tracheobronchialsystem oder in anderen Hohlorganen befindlichen Stents.
Stents sind prinzipiell elastische Schläuche, deren Wände aus speziellen Metalldrähten in mehr oder weniger großen Maschen beispielsweise geflochten oder gestrickt sind.
Stents werden mehr und mehr zur palliativen Behandlung von stenosierenden Tumoren oder Narbengeweben, zum Abdecken bzw. Schließen von Anastomoseninsuffizienzen, Fisteln und dergleichen, zur Überbrückung von Nekrosehöhlen etc. des Gastrointesti- naltrakts sowie des Tracheobronchialsystems angewendet. Hierbei werden bevorzugt Stents angewendet. Stents liegen bei richtiger Implantation mit mehr oder weniger großer radialer Federkraft eng an die jeweilige Organwand bzw. an das pathologische Gewebe der Organwand an, um die Passage von festen, flüssigen und/oder gasförmigen Stoffen durch das betreffende Hohlorgan zu gewährleisten.
Wird ein Stent falsch implantiert, während oder nach der Implantation beschädigt oder auf eine andere Weise insuffizient, kann es erforderlich werden, diesen Stent zu kürzen
und/oder komplett zu explantieren. Das kann mehr oder weniger problematisch sein, weil ein Vorteil von Stents, nämlich die gute und sichere kraftschlüssige Fixierung an der Organwand die Explantation behindert. Besonders problematisch ist die Explantation von Stents, wenn diese in Kurven von Hohlorganen liegen und/oder deformiert sind oder gar Tumorgewebe oder anderes Gewebe von außen durch Maschen des Stents nach innen gewachsen ist.
Bisher gibt es kein spezielles Verfahren oder Instrument zum Kürzen und/oder kompletten Entfernen von Stents im bzw. aus dem Gastrointestinaltrakt, dem Tracheobronchial- system oder in bzw. aus einem anderen Gebiet. Zum Kürzen werden bisher mangels besserer Verfahren und Instrumente thermische Verfahren angewendet, mit welchen die Metalldrähte von Stents an den zum Kürzen oder Fragmentieren geeigneten Stellen auf deren Schmelztemperatur erhitzt und auf diese Weise durchtrennt werden. Hierzu werden endoskopisch anwendbare LASER, insbesondere Nd:YAG-LASER oder Argon Plasma angewendet. Allerdings sind die bisher zur Verfügung stehenden, endoskopisch anwendbaren Nd:YAG-LASER und Argon Plasma Applikatoren bestimmungsgemäß zur thermischen Hämostase und/oder zur thermischen Devitalisation, Koagulation, Desikkation, jedoch nicht zum Schmelzen von Metalldrähten konstruiert. Beide Verfahren können unbeabsichtigte thermische Schäden in dem der Applikations stelle direkt benachbarten und/oder auch in hiervon entfernteren Geweben verursachen. Die Anwendung von Nd:Yag-LASER ist außerdem teuer und mit umfangreichen zu beachtenden Sicherheitsvorschriften belastet.
Es ist Aufgabe der Erfindung, endoskopisch anwendbare Instrumente und ein Verfahren zum Kürzen und/oder Fragmentieren von im Gastrointestinaltrakt, im Tracheobronchial- system oder in anderen Hohlorganen befindlichen Stents zu realisieren, wobei mit den Instrumenten und über das Verfahren Schädigungen in den der Applikationsstelle direkt benachbarten sowie auch in hiervon entfernteren Geweben möglichst vermieden werden sollen.
Diese Aufgabe wird durch ein Instrument nach Anspruch 1 und durch ein Verfahren nach Anspruch 40 gelöst.
Insbesondere wird die Aufgabe vorrichtungsmäßig durch ein Instrument zur endoskopisch kontrollierten Kürzung und/oder Fragmentierung von im Gastrointestinaltrakt, im Tracheobronchialsystem oder in anderen Hohlorganen befindlichen Stents aus elektrisch leitendem Material gelöst, welches eine Elektrodeneinrichtung mit einer Elektrode zum Einleiten eines HF-Stromes in mindestens einen Draht des Stents und/oder zum Bilden elektrischer Lichtbogen zwischen der Elektrode und dem mindestens einen Draht umfasst. Ferner ist eine Schutzeinrichtung vorgesehen, die derart ausgebildet und mit der Elektrodeneinrichtung mechanisch verbunden ist, dass der Draht hiermit während des Einleitens des HF-Stromes und/oder während der Bildung elektrischer Lichtbogen von Gewebe des Gastrointestinaltrakts, Tracheobronchialsystems oder anderer Hohlorgane, auf welchem er liegt oder von dem er umgeben ist, trennbar und/oder distanzierbar ist.
Ein wesentlicher Punkt der Erfindung liegt darin, dass mittels eines einzigen Instrumentes und eines entsprechend geeigneten Verfahrens Einzeldrähte (oder kleine Gruppen von Drähten) des Stents von dem an sie angrenzenden Gewebe abgelöst werden, so dass bei Einleitung des HF-Stromes und/oder dem Bilden von Lichtbogen zum Aufheizen des Drahtes keine Kühlung durch das Gewebe mehr stattfinden kann und eine Schädigung des Gewebes zumindest minimiert wird.
An einem distalen Ende dieser Instrumente ist eine Elektrodeneinrichtung angeordnet, die die Aktivelektrode aufweist und welche entweder zum direkten Erhitzen von Stentdrähten diese Stentdrähte berührt oder zum indirekten Erhitzen von Stentdrähten zu diesen Stentdrähten einen Abstand hat, um die zum indirekten Erhitzen von Stentdrähten erforderlichen elektrischen Lichtbogen zu erzeugen. Zum elektrischen Erhitzen eines metallischen Stentdrahts muss also entweder ein elektrischer Strom durch diesen Draht geleitet werden, welcher den Draht direkt, d.h. von innen erhitzt, oder ein elektrischer Lichtbogen auf den Draht gerichtet werden, welcher den Stentdraht zusätzlich oder überwiegend indirekt, d.h. von außen erhitzt. Insbesondere wird beim Lichtbogen die erzeugte Wärme genutzt, um den Draht zu erhitzen. Das direkte Erhitzen erfolgt durch unmittelbare Berührung von Elektrode und Draht.
Als Quelle für die elektrische Energie kommt hier aus Sicherheitsgründen vorzugsweise ein Generator eines Elektrochirurgiegeräts zur Anwendung, welcher hochfrequenten elektrischen Wechselstrom generiert.
Zum direkten Erhitzen eines Drahts ist ein relativ hoher Strom erforderlich. Relativ hoch meint hier hoch im Vergleich zu dem Strom, der von Generatoren allgemein üblicher Elektro chirurgiegeräte maximal generiert wird. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Strom bei monopolarer Applikation stets in zwei bzw. beide Richtungen von der Kontaktstelle der Stromeinleitung aus in den jeweiligen Draht fließt.
Der in einem Stentdraht fließende Strom fließt bei monopolarer Applikation verfahrensbedingt auch zwischen Stent und angrenzendem Gewebe. Ist die Kontaktfläche zwischen Stent und angrenzendem Gewebe klein und/oder der Strom stark, kann der hier fließende Strom dieses angrenzende Gewebe thermisch schädigen. Dieses Risiko steigt mit der Anzahl der Stentdrähte, in welche gleichzeitig Strom eingespeist wird.
Um zu verhindern, dass Strom gleichzeitig in zu viele Stentdrähte eingeleitet wird, ist das erfindungsgemäßen Instrumente so gestaltet, dass gleichzeitig Strom nur in eine begrenzte Anzahl von Stentdrähten, vorzugsweise nur in einen, eingeleitet werden kann. Das ist auch zu beachten, wenn der zur Verfügung stehendem Strom kleiner als der zum gleichzeitigen Schmelzen mehrerer Drähte erforderliche Strom ist.
Da der vom Generator aus gesehene elektrische Lastwiderstand, gemessen zwischen Aktivelektrode und der bei monopolarer Technik üblichen Neutralelektrode bei bestimmungsgemäßer Anwendung eines erfindungsgemäßen Instruments relativ klein ist, muss der Generator des Elektrochirurgiegeräts für den Betrieb mit geringen Lastwiderständen geeignet sein. Generatoren von Elektrochirurgiegeräten müssen zwar kurzschlussfest sein, d. h., dass sie bei Kurzschluss zwischen Aktivelektrode und Neutralelektrode nicht beschädigt werden oder total ausfallen, diese Kurzschlussfestigkeit ist bei den meisten Generatoren von Elektrochirurgiegeräten jedoch dadurch realisiert, dass der Generator bei Entstehen eines Kurzschlusses bzw. bei Unterschreiten eines definierten kleinsten Lastwiderstands automatisch abgeschaltet wird. Generatoren zum Betreiben erfindungsgemäßer Instrumente müssen so konzipiert und dimensioniert sein, dass auch bei kleinen
Lastwiderständen, wie sie bei Anwendung erfindungsgemäßer Instrumente entstehen können, nicht automatisch abgeschaltet oder gar zerstört werden.
Zum indirekten Erhitzen von Stentdrähten durch elektrische Lichtbogen ist die Aktivelektrode mit einem Abstandhalter ausgestattet, welcher so gestaltet ist, dass die Aktivelektrode bei bestimmungsgemäßer Anwendung Stentdrähte nicht direkt kontaktiert sondern zu diesen einen Mindestabstand hat, in welchem bei ausreichend hoher elektrischer Spannung zwischen Aktivelektrode und Stentdraht elektrische Lichtbogen entstehen, deren Temperatur so hoch ist, dass Stentdrähte hierdurch auf deren Schmelztemperatur erhitzt werden.
Die indirekte Erhitzung von Stentdrähten durch elektrische Lichtbogen hat im Vergleich zur direkten Erhitzung den Vorteil, dass die vom Generator generierte bzw. gelieferte elektrische Energie überwiegend im elektrischen Lichtbogen in Wärme konvertiert wird, während bei der direkten Erhitzung die vom Generator gelieferte elektrische Energie überwiegend im Gewebe zwischen Stent und Neutralelektrode in Wärme konvertiert wird. Dieser Umstand ergibt sich aus der Verteilung der elektrischen Widerstände, welche der Strom zwischen Aktivelektrode und Neutralelektrode durchfließen muss. Bei der indirekten Erhitzung dominiert in der Regel der elektrische Widerstand des elektrischen Lichtbogens und folglich die Wärmebildung im elektrischen Lichtbogen. Bei der direkten Erhitzung dominiert in der Regel der elektrische Widerstand und folglich die Wärmebildung zwischen Stent und Neutralelektrode, also im Gewebe.
Sowohl bei direkter als auch bei indirekter Erhitzung von Stentdrähten ist der Umstand zu berücksichtigen, dass Stentdrähte, welche wasserhaltiges Gewebe berühren, in der Regel nicht über die Siedetemperatur von Wasser erhitzt werden können. Erfindungsgemäße Instrumente, welche zum Durchtrennen von an wasserhaltigem Gewebe anhegenden Stentdrähten bestimmt sind, sind deswegen mit Einrichtungen zum Distanzieren der jeweils zu durchtrennenden Stentdrähte vom wasserhaltigen Gewebe ausgestattet. Dies gilt sowohl bei Instrumenten zur direkten als auch bei Instrumenten zur indirekten Erhitzung von Stentdrähten.
Erfindungsgemäße Instrumente zur Kürzung und/oder Fragmentierung von Stents bestehen prinzipiell aus einem starren oder flexiblen Schaft oder Katheter bzw. umfassen einen Schaft oder Katheter, welche direkt oder durch Instrumentenkanäle starrer oder flexibler Endoskope so in den Gastrointestinaltrakt, das Tracheobronchialsystem oder in andere Hohlorgane oder entsprechende Gebiete eingeführt werden können, dass deren distales Ende den zu kürzenden und/oder zu fragmentierenden Stent erreicht.
Mindestens die Elektrodeneinrichtung und die Schutzeinrichtung bilden in einer Ausführungsform zusammen einen Effektor an dem distalen Ende des Instruments aus. An einem proximalen Ende der erfindungsgemäßen Instrumente kann bei Bedarf eine Griffeinrichtung angeordnet sein, welche die Handhabung des jeweiligen Instruments verbessert.
Vorzugsweise sind der Schaft oder der Katheter als ein Rohr oder als ein Schlauch mit je einem Lumen als eine Zuführanordnung zum Zuführen eines Fluids, insbesondere eines Gases und/oder einer Flüssigkeit, z. B. einer Spülflüssigkeit, an die Elektrode der erfindungsgemäßen Instrumente und/oder das Hohlorgan ausgebildet. Mindestens die Elektrodeneinrichtung umfasst in einer Ausführungsform die Zuführanordnung, also das Lumen. Mit dem Zuführen eines Kühlfluids kann beispielsweise verhindert werden, dass die Aktivelektrode bzw. das gesamte distale Ende des Instruments, so auch der gesamte Effektor, insbesondere durch elektrische Lichtbogen zu heiß werden. Mindestens das distale Ende ist also während des Betriebs des Instruments effektiv kühlbar, weil die Zuführanordnung in entsprechender Weise zur Elektrode, insbesondere diese umgebend angeordnet ist. Aus diesem Grunde ist die Befestigung der Aktivelektrode innerhalb des Schaftes oder des Katheters so gestaltet, dass das Kühlmittel insbesondere die Aktivelektrode effektiv umspülen kann. Beispielsweise weist die Elektrode partiell eine Wendel auf, um im Schaft oder Katheter formschlüssig festgehalten zu werden. Als Kühlmittel kann ein Gas, beispielsweise Luft oder ein Edelgas angewendet werden, welches beispielsweise durch den Schaft bzw. Katheter vom proximalen Ende des Instruments aus zugeführt werden kann.
Bei Anwendung erfindungsgemäßer Instrumente in der Nähe brennbarer Stoffe, beispielsweise mit Kunststoff beschichteter Stents, kann es zweckmäßig sein, insbesondere
im Bereich der elektrischen Lichtbogen ein inertes Gas, insbesondere Argon, über die Zuführanordnung einzubringen. Dies kann in gleicher Weise erfolgen, wie das Einbringen von Kühlmitteln. Auch können so unerwünschte, in Hohlorganen befindliche Gase vom Wirkungsbereich des Lichtbogens ferngehalten werden. Es kann also von Fall zu Fall vorteilhaft sein, elektrische Lichtbogen statt in Luft in einer Schutzgasatmosphäre (Schutzgas, Edelgas) zu erzeugen, insbesondere wenn im Bereich der Lichtbogenbildung brennbares Material vorhanden ist, so dass die Erhitzung des Drahtes in einer Schutzgasatmosphäre erfolgt.
Wie bereits oben erläutert, ist es vorteilhaft, einen HF-Generator zum Generieren des HF-Stromes vorzusehen, wobei der Strompfad vom HF-Generator über eine Stromzuführungseinrichtung zu der Elektrode und über eine Neutralelektrode und eine Stromrückführungseinrichtung zurück zum HF-Generator führt.
Die Leitung des elektrischen Stroms zwischen Aktivelektrode und Generator erfolgt beispielsweise innerhalb des Schafts bzw. Katheters, wobei die elektrische Leitung zwischen dem proximalen Ende des Instruments und dem Generator entweder fest oder per elektrischer Kupplung abnehmbar am proximalen Ende des Instruments angeschlossenen ist. Auch kann die Stromzuführungseinrichtung derart ausgebildet sein, dass sie fest oder lösbar mit einer etwaigen Griffeinrichtung verbunden oder verbindbar ist.
Der Generator muss so gestaltet sein, dass er bei bestimmungsgemäßer Anwendung erfindungsgemäßer Instrumente den hierfür erforderüchen Strom bzw. die hierfür erforderliche elektrische Spannung liefert. Bei Anwendung von Generatoren, welche automatisch abgeschaltet werden, wenn der Lastwiderstand zu gering ist, kann ein externer, ausreichend hoher Reihenwiderstand oder ein externer Anpassungstransformator hilfreich sein.
Die Aktivelektrode besteht in einer Aus führungs form aus einem hochtemperaturbeständigen Material, beispielsweise Wolfram, und/oder ist so dimensioniert, beispielsweise massiver als die zu durchtrennenden Stentdrähte, so dass sie bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht schmilzt.
An dem distalen Ende des Instruments bzw. des Effektors ist die Schutzeinrichtung vorgesehen, welche dazu dient, den Stent bzw. einen Draht des Stents von Patientengewebe, auf dem er liegt bzw. von dem er umgeben ist, zu trennen. Dazu ist die Schutzeinrichtung vorteilhafterweise elektrisch isolierend und aus hitzebeständigem und lichtbogenbeständigem Material ausgebildet. Damit lässt sich ein ausgewählter Stentdraht auf einfache Weise und zuverlässig von dem Gewebe trennen, um so zu vermeiden, dass dieser Stentdraht durch wasserhaltiges Gewebe gekühlt wird.
Der Effektor umfasst vorzugsweise eine Hülse oder einen Halter aus elektrisch nicht leitfähigem Material, beispielsweise aus Keramik, zum Halten der Elektrode, wobei die Schutzeinrichtung in einer Aus führungs form mit dem Halter fest, insbesondere einstückig verbunden sein kann. Wie bereits oben näher beschrieben, kann die Elektrode einen wendeiförmigen Bereich aufweisen. Die Elektrode ist dann über die Wendel formschlüssig in den Halter eingepasst und somit im Wesentlichen sicher fixiert. Damit ist der Effektor äußerst stabil und leicht handhabbar aufgebaut.
Natürlich können die erfindungsgemäßen Instrumente auch ohne ein explizites Lumen ausgebildet sein, insbesondere dann, wenn kein Fluid an den Effektor zugeführt werden muss oder soll. Allerdings ist es vorteilhaft, insbesondere den Effektor mit dem Halter und damit mit einem Lumen auszubilden, weil so gewährleistet ist, dass die Aktivelektrode innerhalb des Halters angeordnet ist und nicht unerwünscht Gewebe kontaktieren kann.
Die Schutzeinrichtung weist in einer Ausführungsform eine Einrichtung zum Einfädeln des Drahtes mindestens in die Schutzeinrichtung und/oder Trennen bzw. Distanzieren des Drahtes vom Gewebe auf. Diese Einrichtung ist vorzugsweise spateiförmig, fingerförmig, löffeiförmig oder dergleichen so gestaltet, dass sie zwischen an Gewebe anliegende Stentdrähte und Gewebe geschoben oder gezogen werden kann, und zwar so weit, bis der jeweilige Stentdraht in die Schutzeinrichtung aufgenommen und so vom Gewebe abgehoben und für die Erhitzung positioniert ist. Selbstverständlich können diese spateiförmigen oder fingerförmigen oder dergleichen geformten Einrichtungen in ihrer Form und ihrer Größe den verschiedenen bereits vorhandenen und zukünftig entstehenden Modellen von Stents angepasst werden. Einrichtungen dieser Art werden insbesonde-
re in axialer Richtung des Instruments manipuliert. So kann das ganze Instrument in axialer Richtung verschoben werden oder aber das Instrument ist derart aufgebaut, dass nur die Schutzeinrichtung und/oder die Einrichtung manipulierbar sind. Gegebenenfalls kann auch der Effektor als solcher bewegbar ausgebildet sein.
Eine weitere Aus führungs form einer Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren von Stentdrähten ist schraubenförmig, wendeiförmig bzw. korkenzieherförmig gestaltet. Auf diese Weise können Stentdrähte vom Gewebe so abgehoben werden, dass die Einrichtung zwischen Stentdraht und Gewebe rotiert, also geschraubt wird.
Diese Einrichtung kann entsprechend der Drahtführung des jeweiligen Stents in Form, Größe und Manipulation optimal angepasst werden. Wichtig ist hierbei primär, dass diese Einrichtung geeignet ist, die zu durchtrennenden Stentdrähte während der direkten oder indirekten Erhitzung von wasserhaltigem Gewebe zu distanzieren.
Vorzugsweise ist die Einrichtung derart ausgebildet, dass mit dieser gleichzeitig mehrere Drähte einfädelbar und/oder vom Gewebe trennbar und/oder distanzierbar sind. Damit lassen sich auch größere Stentfragmente abtrennen und vom Stent abschmelzen.
Bei den erfindungsgemäßen Instrumenten kann die Schutzeinrichtung derart ausgebildet und relativ zur Elektrode angeordnet sein, dass der Draht in einem vorbestimmten Abstand zur Elektrode haltbar ist. Damit wird die Ausbildung eines Lichtbogens ermöglicht, um den Draht zum schmelzen zu bringen. Die Schutzeinrichtung ist derart ausgebildet, dass der hier vorgesehene Abstand zwischen der Elektrode bzw. einem distalen Ende der Elektrode und dem eingefädelten Draht vorgesehen ist.
In einer Aus führungs form weist die Schutzeinrichtung bzw. der Effektor mindestens eine Führung auf, die derart ausgebildet ist, dass der Draht beim Aufdrücken des Instruments gegen das Gewebe und/oder den Stent und/oder dem Schieben oder Drehen der Einrichtung und/oder des Instruments in die Führung hineinrutscht und in dieser fixierbar ist. Damit lässt sich der Draht gegenüber der Aktivelektrode einfach und sicher positionieren. Ist die Führung als mindestens eine Kerbe ausgebildet ist, so lässt sich der Draht in diese
Kerbe auf einfache Weise aufnehmen. Die Führung, insbesondere die Kerbe weist vorteilhafterweise einen Bereich auf, in dem der Draht in einer Endposition zur sicheren Bearbeitung mittels der Aktivelektrode positionierbar ist.
Erfindungsgemäß kann die Führung relativ zu einem distalen Ende der Elektrode so ausgerichtet bzw. dimensioniert sein, dass das distale Ende den Draht berührt und so direkt einen Strom in diesen einleiten kann. Vorzugsweise ist hierbei die Elektrode samt ihrer durch die Wendel gebildeten Halterung so elastisch aufgebaut, dass ein sicherer Kontakt hergestellt wird, ohne dass der Operateur das Instrument allzu exakt handhaben muss.
Ferner ist es möglich, die Anordnung bzw. Dimensionierung der Führung relativ zum Ende der Elektrode derart vorzunehmen, dass der definierte Abstand zwischen dem Draht, insbesondere in seiner Endposition in der Führung und dem distalen Ende der Elektrode verbleibt. Um den für die Erzeugung elektrischer Lichtbogen erforderlichen Abstand zwischen den zu durchtrennenden Stentdrähten und der Aktivelektrode zu gewährleisten, ist der Effektor demnach mit einem Abstandhalter ausgestattet. Auch dieser Abstandhalter besteht aus elektrisch nicht leitfähigem, hitzebeständigem bzw. lichtbogenbeständigem Material. Im Prinzip ist also die Führung derart ausgebildet, dass der aufgenommene Draht in dem vorbestimmten Abstand zur Elektrode haltbar ist. Die Schutzeinrichtung sorgt mit der Führung zudem auch hier dafür, dass der in der Führung positionierte Draht an der zu durchtrennenden Stelle kein wasserhaltiges Gewebe berührt.
Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Instrument derart mit mindestens einer Bewegungseinrichtung ausgebildet, dass mindestens ein Teilbereich des Effektors zu dessen Positionierung kontrolliert bewegbar ist. Hier sei auf die Druckschrift WO 97/11647 verwiesen, bei der ebenfalls ein distales Ende eines Rohrs in Bezug auf eine Austrittsrichtung bzw. eine axiale Erstreckungsrichtung des Instruments aus einem Endoskop neigbar, d. h. abwinkelbar ist. Kann bei den hier beschriebenen erfindungsgemäßen Instrumenten der Effektor gegenüber beispielsweise dem übrigen Schaft oder Katheter zusätzlich bewegt werden, erleichtert dies die Positionierung der Aktivelektrode, aber auch die Aufnahme des Stentdrahtes oder mehrere Drähte kann somit einfacher durchgeführt
werden. Um die Bewegbarkeit des Effektors, d. h. von zumindest Teilbereichen des distalen Endes des Instruments zu gewährleisten, weist die Bewegungseinrichtung eine elastisch verformbare Einrichtung auf. Diese kann beispielsweise als ein flexibler Balg (Faltenbalg) vorgesehen sein und ist so angeordnet, dass beispielsweise die Schutzeinrichtung zum leichteren Einfädeln des entsprechenden Drahtes bewegbar ist.
Ein Anwender kann die Bewegung mindestens von Teilbereichen des Effektors vorzugsweise über einen Manipulator bewerkstelligen, der in einer vorteilhaften Ausführungsform z. B. als ein Seilelement oder als ein Stangenelement ausgebildet ist. Der Manipulator ist also derart mit dem Effektor verbunden, dass dieser bei Betätigung des Manipulators bewegbar ist. Ist das Instrument über einen Instrumentenkanal eines Endoskops geführt, so kann der Manipulator über einen weiteren Instrumentenkanal geführt sein. Der Anwender betätigt den Manipulator und erreicht damit ein Ausrichten, d. h. ein Abwinkein bzw. Neigen des entsprechenden Effektorbereichs in Bezug auf die axiale Erstreckungsrichtung des Instruments und ggf. auch wieder ein Zurückführen in die Gerade.
Die Schutzeinrichtung erfindungsgemäßer Instrumente kann vorzugsweise eine Halteeinrichtung zum Festhalten des Drahtes, eines Stentfragments oder des Stents aufweisen. Das heißt, es ist eine Einrichtung vorgesehen, die beispielsweise ein Entgleiten eines einmal aufgenommenen bzw. eingefädelten Drahtes aus der Schutzeinrichtung bzw. der Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren des Drahtes vom Gewebe verhindert. Hierzu kann die Schutzeinrichtung mindestens einen Widerhaken als die Halteeinrichtung aufweisen, der einen sicheren Halt des Drahtes in der Schutzeinrichtung gewährleistet. Mit dem Widerhaken können Drähte also "gefangen" und vom Gewebe weggezogen werden.
Vorzugsweise weist die Halteeinrichtung eine Vielzahl von Widerhaken auf, die (auch bei nicht genau definierter Manipulation des Instruments bzw. der Einrichtung) zur sicheren Aufnahme des Drahtes, des Stentfragments oder des Stents im Wesentlichen gleichmäßig voneinander beabstandet an der Schutzeinrichtung angeordnet sind. Weist der Effektor beispielsweise einen kreisförmigen Querschnitt auf, sind die Widerhaken vorzugsweise radialsymmetrisch angeordnet.
Die Halteeinrichtung kann erfindungsgemäß an der Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren des Drahtes vom Gewebe angeordnet sein. Die Halteein- richtung unterstützt die Schutzeinrichtung bzw. die Einrichtung.
Gegebenenfalls kann es vorteilhaft sein, die Halteeinrichtung zur Bewegung des Drahtes, des Stentfragments oder des Stents selbst beweglich auszubilden. Der Widerhaken wäre dann beispielsweise gegenüber der Schutzeinrichtung bewegbar und könnte z. B. in Richtung der Führung herangeholt werden. Auch dies würde die Positionierung des Drahtes, des Stentfragments oder gar des Stents erleichtern.
Sind Draht, Stentfragment oder Stent über die Halteeinrichtung festhaltbar, so lassen sich diese mittels der Halteeinrichtung aus dem Hohlorgan und damit aus dem Operationsgebiet kontrolliert entfernen, d. h. aus dem Hohlorgan herausziehen.
Bewegungs- und Halteeinrichtung sind derart an dem Instrument angeordnet, dass auch diese vorzugsweise den Effektor mit ausbilden.
Vorzugsweise ist die Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren derart ausgebildet, dass sie relativ zum Schaft oder zum Katheter bewegbar ist, vorzugsweise in einer an dem Instrument angeordneten Führungseinrichtung. In diesem Falle wäre die Einrichtung nicht einstückig mit dem Halter oder der Hülse verbunden, sondern z. B. seitlich an dieser, relativ gegenüber dieser bewegbar. Die Führungseinrichtung könnte dann beispielsweise an dem Halter angeordnet sein und die Einrichtung aufnehmen. Die Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen bzw. Distanzieren ließe sich dann z. B. durch einen Manipulator, wie er oben bereits beschrieben ist, bewegen und den Draht oder mehrere aufgenommene Drähte an die Aktivelektrode heranführen. Ist die gesondert geführte Einrichtung z. B. als Hakenelement ausgebildet, ist sie vorzugsweise in axialer Richtung des Instruments hin und zurück bewegbar und kann so mindestens einen Stentdraht aufnehmen.
Mit den erfindungsgemäßen Instrumenten lassen sich Stents in einem Hohlorgan fragmentieren, d. h. trimmen und die Fragmente aus dem Hohlorgan entfernen. Auch lassen
sich Stents in toto aus dem Hohlorgan entfernen (explantieren), insbesondere, wenn die Instrumente mit der oben beschriebenen Halteeinrichtung ausgebildet sind.
Verfahrensmäßig wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass bei einem Verfahren zur endoskopisch kontrollierten Kürzung und/oder Fragmentierung von im Gastrointestinaltrakt, Tracheobronchialsystem oder in anderen Hohlorganen befindlichen Stents aus elektrisch leitendem Material mit einem Instrument, das eine Elektrodeneinrichtung mit einer Elektrode und eine mit der Elektrodeneinrichtung mechanisch verbundene Schutzeinrichtung aufweist, folgende Schritte vorgesehen sind: a) Heranführen des Instruments an das Hohlorgan hin zu dem Stent; b) Trennen und/oder Distanzieren mindestens eines Drahtes von Gewebe des Gastrointestinaltrakts, Tracheobronchialsystems oder anderer Hohlorgane durch Einschieben oder Einschrauben der Schutzeinrichtung zwischen Draht und Gewebe und Positionieren des mindestens einen Drahtes mindestens in der Nähe der Elektrode mittels der Schutzeinrichtung derart, dass ein HF-Strom über die E- lektrode in den Draht einleitbar ist und/oder elektrische Lichtbogen zwischen der Elektrode und dem mindestens einen Draht bildbar sind; c) Einleiten des HF-Stromes mittels der Elektrode in den mindestens einen Draht und/oder Bilden elektrischer Lichtbogen zwischen der Elektrode und dem mindestens einen Draht und Durchtrennen des Drahtes durch Erhitzen und Schmelzen des Drahtes; d) Wiederholen der Schritte b) und c) zum Kürzen und/oder Fragmentieren des Stents.
Mittels dieses Verfahrens lässt sich bei Einsatz der erfindungsgemäßen Instrumente mindestens ein Stentdraht abschmelzen und damit von dem Stent lösen. Um nun mehrere Drähte des in dem Hohlorgan positionierten Stents von diesem abzuschmelzen und den Stent so zu kürzen oder zu trimmen bzw. zu fragmentieren oder sogar den gesamten Stent zu explantieren, sind die Schritte b) und c) entsprechend oft zu wiederholen.
Weiterhin ist es in einer Ausführungsform vorgesehen, dass ein Stentfragment oder der Stent aus dem Gastrointestinaltrakt, Tracheobronchialsystem oder anderen Hohlorganen
entfernt werden. Hier ist das vollständige Entfernen aus dem menschlichen Körper angesprochen. Kann mit den erfindungsgemäßen Instrumenten das von dem Stent abgetrennte Stentfragment zugleich aus dem Einsatzgebiet entfernt werden, muss ein einmal abgetrenntes Fragment nicht in dem Hohlorgan verbleiben, bis es mittels eines weiteren Instruments, z. B. einer Zange, aus dem Gebiet entfernt werden kann. Insofern ist das Instrument derart ausgebildet, dass mit diesem auch eine vollständige Entfernung des Fragments durchgeführt werden kann.
Wie bereits oben näher beschrieben, kann der HF-Strom über ein direktes Berühren von Elektrode und Draht in den zu bearbeitenden Draht eingebracht werden oder aber der HF-Strom wird über einen Lichtbogen eingebracht. Die Ausbildung eines Lichtbogens ist aber in der Regel vorzugswürdig, weil der jeweilige Draht indirekt über die Wärme des Lichtbogens erhitzt und letztendlich geschmolzen wird. Zur Erzeugung elektrischer Lichtbogen ist ein relativ geringer Strom ausreichend. Ferner findet die Umwandlung elektrischer Energie in Wärme fokussiert überwiegend im Lichtbogen statt, d. h. die Wärme des Lichtbogens kann im Wesentlichen dort genutzt werden, wo sie benötigt wird.
Da erfindungsgemäße Instrumente vorzugsweise als ein starrer oder flexibler Schaft oder Katheter ausgebildet sind bzw. einen Schaft oder einen Katheter umfassen, wird das Instrument in einer Ausführungsform direkt oder durch einen Instrumentenkanal eines starren oder flexiblen Endoskops an den Stent herangeführt, so dass ein distales Ende des Instruments den zu kürzenden und/oder zu fragmentierenden Stent erreicht.
Vorzugsweise wird durch die Anordnung von mindestens der Elektrodeneinrichtung und der Schutzeinrichtung ein Effektor gebildet, der im Prinzip an dem distalen Ende des Instruments angeordnet ist bzw. als das distale Ende ausgebildet ist. Über den Effektor wird der gewünschte Effekt an dem zu bearbeitenden Draht bewirkt.
In einer Aus führungs form wird ein Instrument verwendet, das an einem proximalen Ende eine Griffeinrichtung zur Handhabung des Instruments aufweist. Damit wird die Handhabung des Instruments erleichtert.
Weiterhin ist in einer Aus führungs form ein Zuführen eines Fluids, insbesondere eines Gases und/oder einer Flüssigkeit, z. B. einer Spülflüssigkeit, an die Elektrode und/oder das Hohlorgan über ein als eine Zuführanordnung ausgebildetes Lumen des Schafts oder des Katheters vorgesehen. Das Zuführen von Fluiden kann vielerlei Zwecken dienen. So kann z. B. mittels eines Kühlfluids die Aktivelektrode bzw. der gesamte Effektor gekühlt werden, insbesondere wenn diese und/oder dieser aufgrund der Ausbildung von Lichtbogen zu heiß werden. Ferner kann die Erhitzung des Drahtes bei Zuführung eines Schutzgases, z. B. Argon, unter Schutzgasatmosphäre erfolgen, so dass brennbare, in den Hohlorganen befindliche Gase vom Wirkungsbereich der Lichtbogen ferngehalten werden. Es wird also ein Instrument verwendet, bei welchem gerade auch die Elektrodeneinrichtung die Zuführanordnung umfasst.
In einer Ausführungsform wird ein HF-Generator zum Generieren des HF-Stromes verwendet, wobei der Strompfad vorzugsweise vom HF-Generator über eine Stromzuführungseinrichtung zu der Elektrode und über eine Neutralelektrode und eine Stromrückführungseinrichtung zurück zum HF-Generator führt. Die Anwendung von hochfrequentem Strom bietet hohe Sicherheit für den Patienten.
In einer weiteren Aus führungs form wird ein Instrument verwendet, an dem die Stromzuführungseinrichtung fest oder lösbar mit dem Schaft oder dem Katheter und/oder der Griffeinrichtung verbunden ist oder verbindbar ist. Dies erleichtert die Handhabung des Instruments.
Als Elektrodenmaterial wird vorzugsweise ein hochtemperaturbeständiges Material verwendet, z. B. Wolfram, damit ein Abschmelzen der Elektrode bei bestimmungsgemäßer Anwendung vermieden wir. Zudem kann es sinnvoll sein, eine entsprechend dimensionierte Elektrode zu verwenden, um einer Zerstörung entgegenzuwirken.
Eine Aus führungs form sieht vor, dass ein Instrument verwendet wird, bei welchem die Schutzeinrichtung zweckmäßigerweise an dem distalen Ende des Instruments bzw. des Effektors ausgebildet ist. Dabei wird eine Schutzeinrichtung verwendet, die aus elektrisch isolierendem und/oder aus hitzebeständigem und lichtbogenbeständigem Material ausgebildet ist. Dies erleichtert die Handhabung des Instruments und ermöglicht einen
effektiven Betrieb. Die Schutzeinrichtung wird so vor Verschleiß geschützt, zudem wird etwaige Wärme nicht in umliegendes Gewebe eingetragen.
Vorzugsweise wird ein Instrument verwendet, bei welchem der Effektor eine Hülse oder einen Halter zum Halten der Elektrode umfasst. In einer Aus führungs form wird der Halter aus elektrisch nicht leitfähigem Material, z. B. Keramik verwendet. Damit ist der Effektor verschleißfest ausgebildet und unterbindet einen Wärmeeintrag in umliegendes Gewebe. Bei Verwendung einer mit dem Halter insbesondere einstückig verbundenen Schutzeinrichtung ist diese einfach über die Bewegung des Instruments handhabbar. In Der Effektor ist äußerst stabil und leicht handhabbar aufgebaut und die Verfahrensschritte lassen sich leicht ausführen.
Weist die Schutzeinrichtung eine Einrichtung zum Einfädeln des Drahtes in die Schutzeinrichtung und/oder zum Trennen bzw. Distanzieren des entsprechenden Drahtes vom Gewebe des Hohlorgans auf, so wird mit dieser Einrichtung vorzugsweise der Draht auf einfache Weise in die Schutzeinrichtung aufgenommen, also eingefädelt und damit von dem Gewebe abgehoben, also getrennt und/oder distanziert. Somit lässt sich der Draht in Bezug auf die Aktivelektrode sicher und einfach in der richtigen Lage positionieren und kann zuverlässig erhitzt und durchtrennt werden. Die Einrichtung wird dabei in einer im Wesentlichen geradlinigen Bewegung in axialer Richtung des Instruments unter den Draht, d. h. zwischen Draht und Gewebe geschoben oder gezogen, so dass der Draht entsprechend positioniert wird.
Ist die Einrichtung der Schutzeinrichtung schrauben- oder korkenzieherförmig ausgebildet, wird sie in einer im Wesentlichen drehenden oder rotierenden Bewegung unter den Draht oder auch unter ein Stentfragment geschraubt. Wichtig ist hierbei, dass diese Einrichtung geeignet ist, die zu durchtrennenden Stentdrähte während der direkten oder indirekten Erhitzung vom Gewebe zu distanzieren.
Vorzugsweise werden mit dieser Einrichtung gleichzeitig mehrere Drähte eingefädelt und/oder vom Gewebe getrennt und/oder distanziert, so dass auch größere Stentfrag- mente vom Stent abgetrennt werden können.
Zur Ausbildung von Lichtbogen ist es erforderlich, dass ein bestimmter Abstand zwischen der Aktivelektrode, insbesondere zwischen einem distalen Ende der Aktivelektrode und dem zu erhitzenden Draht vorgesehen wird. Insofern wird vorzugsweise ein Instrument verwendet, bei welchem die Schutzeinrichtung derart ausgebildet ist, dass der aufgenommene Draht oder die aufgenommenen Drähte mit dieser in dem gewünschten Abstand gehalten werden können. In einer Ausführungsform des Verfahrens ist es vorgesehen, das Instrument derart aufzudrücken (z. B. gegen den Stent und/oder das Gewebe) und/oder das Instrument und/oder die Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren zu schieben, zu ziehen und/oder zu drehen, dass der Draht in mindestens eine Führung, insbesondere in mindestens eine Kerbe, hineinrutscht und in dieser fixiert wird. Wie bereits oben näher erläutert, kann zur Betätigung der Einrichtung das gesamte Instrument im Prinzip in entsprechender Weise bewegt werden oder aber die Einrichtung und/oder die Schutzeinrichtung lassen sich entsprechend manipulieren.
In einer Ausführungsform wird ein Instrument verwendet, bei welchem der eingefädelte und/oder vom Gewebe getrennte und/oder distanzierte Draht mittels der Führung in dem vorbestimmten Abstand zur Elektrode gehalten wird. Möglich ist es jedoch auch, ein Instrument mit einer derart ausgebildeten Führung zu verwenden, dass mit dem in die Führung eingebrachten Draht ein Berühren der Elektrode ermöglicht wird.
In einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass mindestens ein Teilbereich des Effektors mittels einer am Instrument ausgebildeten Bewegungseinrichtung kontrolliert bewegt wird. Bewegung des Effektors meint hier ein Ausrichten, d. h. ein Abwinkein bzw. Neigen des entsprechenden Effektorbereichs in Bezug auf die Erstreckungsrichtung des Instruments und ggf. auch wieder ein Zurückführen in die Gerade. Die Bewegungseinrichtung weist dazu eine elastisch verformbare Einrichtung, vorzugsweise einen Faltenbalg auf, wobei der Effektor (oder zumindest der Teilbereich) über die elastisch verformbare Einrichtung bewegt wird. Das heißt, über das elastisch verformbare Element lässt sich die Bewegung erst durchführen. Zur Bewegung des Effektors bzw. zumindest Teilbereichen davon durch einen Anwender wird vorzugsweise ein Manipulator betätigt, den die Bewegungseinrichtung aufweist. Der Manipulator ist vorzugsweise als ein Seilelement oder als ein Stangenelement ausgebildet, so dass in einer Ausführungsform
durch deren Betätigung, also durch Betätigung des Manipulators, der Effektor über die elastisch verformbare Einrichtung bewegt wird. Die Beweglichkeit des Effektors erleichtert die Durchführung des Verfahrens, weil die Schutzeinrichtung und damit der Draht einfach und zuverlässig in Bezug auf die Aktivelektrode positioniert werden können. Zudem wird es mit einem manipulierbaren Effektor ermöglicht, dass nicht das gesamte Endoskop oder Instrument bewegt werden muss, ggf. kann es also ausreichen, nur den Effektor in dem Hohlorgan bzw. an dem Arbeitsort zu bewegen und entsprechen auszurichten.
In einer Aus führungs form werden der Draht, das Stentfragment oder der Stent über eine an der Schutzeinrichtung ausgebildeten Halteeinrichtung festgehalten. Durch die Möglichkeit des Festhaltens des Drahtes, des Stentfragments oder auch des Stents lässt sich die Kürzung und/oder Fragmentierung von Stents zuverlässig und einfach durchführen, weil ein Entgleiten eines einmal aufgenommenen Stentbestandteils verhindert wird. Vorzugsweise werden der Draht, das Stentfragment oder der Stent mittels mindesten eines Widerhakens als die Halteeinrichtung festgehalten oder auch über eine Vielzahl von Widerhaken, die zur sicheren Aufnahme des Drahtes, des Stentfragments oder des Stents in einer Ausführungsform im Wesentlichen gleichmäßig voneinander beabstandet an der Schutzeinrichtung angeordnet sind. Bei Verwendung mehrerer Widerhaken lässt sich ein Draht leichter "fangen", auch wenn das Instrument und/oder die Schutzeinrichtung nicht gezielt bewegt wird. In einer Aus führungs form wird ein Instrument verwendet, bei dem die Halteeinrichtung an der Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren des Drahtes ausgebildet ist. Ein einmal aufgenommener Draht oder ein Fragment lässt sich mit der Halteeinrichtung — da diese den Draht festhält — aus dem Hohlorgan entfernen (gleiches gilt für den Stent in toto). Die Halteeinrichtung dient also als Bergungseinrichtung für den abgeschmolzenen Draht oder auch den Stent. Damit kann auf ein zusätzliches Instrument verzichtet werden, um ein Fragment aus dem Hohlorgan zu entfernen.
In einer weiteren Ausführungsform werden der Draht, das Stentfragment oder der Stent mittels mindestens einer bewegbaren Halteeinrichtung zum Bewegen des Drahtes, des Stentfragments oder des Stents festgehalten. Der Widerhaken würde dann beispielsweise
gegenüber der Schutzeinrichtung bewegt werden und konnte mit dem aufgenommen Drahtbestandteil in Richtung der Fuhrung herangeholt werden
Mit einer weiteren Ausfuhrungsform ist es vorgesehen, dass die Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren z. B. in einer an dem Instrument angeordneten Fuhrungseinnchtung, z. B in axialer Erstreckungsnchtung des Instruments, relativ zu dem Schaft oder Katheter bewegt wird Da die Einrichtung in diesem Falle nicht emstuckig mit dem Halter verbunden ist, kann sie seitlich an diesem und relativ zu diesem bewegt werden. Die Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren kann in einer Ausfuhrungsform über einen Manipulator bewegt werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausfuhrungsbeispielen beschrieben, die anhand der Abbildungen naher erläutert werden. Hierbei zeigen:
- Fig 1 Ein Beispiel eines Stents,
- Fig. 2 einen Querschnitt durch einen Effektor am distalen Ende eines erfindungs- gemaßen Instruments;
- Fig. 3 einen Querschnitt durch einen Effektor am distalen Ende eines erfindungs- gemaßen Instruments mit einer spatelformigen Einrichtung zum Distanzieren von Stentdrahten von wasserhaltigem Gewebe;
- Fig 4 einen Effektor am distalen Ende eines erfindungsgemaßen Instruments mit einer korkenzieherformigen Einrichtung zum Distanzieren von Stentdrahten von wasserhaltigem Gewebe,
- Fig. 5 einen Querschnitt durch einen Effektor am distalen Ende eines erfindungsgemaßen Instruments mit einer spatelformigen Einrichtung zum Distanzieren von Stentdrahten von wasserhaltigem Gewebe und einer Halteeinrichtung zum Halten der Stentdrahte,
- Fig. 6 einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemaßen Instrument mit einer gesondert geführten Einrichtung zum Distanzieren von Stentdrahten von Gewebe am distalen Ende des Instruments und einer Griffeinrichtung am proximalen Ende und
- Fig. 7 einen Querschnitt durch einen Effektor am distalen Ende eines in einem
Endoskop geführten erfindungsgemaßen Instruments mit einer Bewegungseinrichtung zum Bewegen des Effektors.
Fig 1 zeigt ein Beispiel eines Stents 60 Metallstents sind aus speziellen Metalldrahten geflochtene, gestrickte oder auf andere Weise hergestellten elastische Schlauche mit mehr oder weniger großen Maschen Zweck solcher Stents ist, das Lumen pathologisch verengter Hohlorgane, beispielsweise der Speiserohre infolge stenosierendem Tumorwachstum, durch ihre radial wirkende federelastische Kraft aufzuweiten. Stents, und hier speziell Metallstents, erfüllen ihren Zweck jedoch nur dann und solange, wie sie das für die Funktion des jeweiligen Hohlorgans erforderliche Lumen freihalten. Erfüllt ein Stent nicht seinen Zweck, kann es notwendig werden, ihn zu explantieren bzw aus dem betreffenden Hohlorgan zu entfernen. Das kann jedoch sehr schwierig sein Liegt der Stent zu fest an der Organwand an oder ist Gewebe in seine Maschen eingewachsen und/oder ist der Stent deformiert, so dass er nicht insgesamt einstuckig explantierbar ist, so muss er in ausreichend kleine explantierbare Fragmente geteilt werden, wozu die erfindungsgemaßen Instrumente angewendet werden können. Mit diesen Instrumenten werden die Stentdrahte längs der jeweils geplanten Trennungslmie so erhitzt, dass sie schmelzen
Fig 2 zeigt in einem Längsschnitt eine Aus fuhrungs form des erfindungsgemaßen Instrumentes 10, wobei das hier wichtige Teil als Effektor 20 bezeichnet und am distalen Ende 11 eines starren oder flexiblen Schafts oder Katheters 13 angeordnet ist Der Effektor 20 umfasst eine Elektrode 21 mit einem distalen Ende 23, die durch eine Wendel 22 innerhalb eines Lumens 14 des Effektors 20 fixiert ist. Die Elektrode 21 , die über eine Zuleitung 43 mit einem HF-Generator 42 verbunden ist, wird nachfolgend als Aktivelektrode 21 bezeichnet, um den Unterschied zu einer Neutralelektrode 50 zu verdeutlichen,
über welche der Generator 42 mit dem Gewebe des Patienten elektrisch leitend verbunden ist.
Der Effektor 20 umfasst eine Hülse 24 aus elektrisch nicht leitfähigem Material, beispielsweise aus Keramik.
Am distalen Ende der Hülse 24 bzw. des Effektors 20 ist eine Schutzeinrichtung 25 vorgesehen, welche dazu dient, den Stent 60 bzw. einen Draht 61 des Stents 60 von Patientengewebe, auf dem er liegt bzw. von dem er umgeben ist, zu trennen. Diese Schutzeinrichtung 25 weist weiterhin eine Führung 26 auf, die bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel derart kerbenartig ausgebildet ist, dass ein Stentdraht 61 beim Aufdrücken des Instruments 10 in die Kerbe bzw. Führung 26 hineinrutscht und an deren Grund fixiert wird.
Bei einer in Fig. 6 gezeigten Ausführungsform der Erfindung ist die Führung 26 relativ zum distalen Ende 23 der Elektrode 21 so ausgerichtet bzw. dimensioniert, dass das distale Ende 23 den Draht 61 berührt und so direkt einen Strom in diesen einleiten kann. Vorzugsweise ist hierbei die Elektrode 21 samt ihrer durch die Wendel 22 gebildeten Halterung so elastisch aufgebaut, dass ein sicherer Kontakt hergestellt wird, ohne dass der Operateur das Instrument allzu exakt handhaben muss.
Bei den in den Fig. 2 und 3 gezeigten Ausführungsformen ist die Anordnung bzw. Dimensionierung der Führung 26 relativ zum Ende 23 der Elektrode 21 derart vorgenommen, dass ein definierter Abstand d zwischen dem Draht 61 in seiner Endposition 62 in der Führung 26 und dem distalen Ende 23 der Elektrode 21 verbleibt. Mit anderen Worten ist zum direkten Erhitzen von Stentdrähten entsprechend der obigen allgemeinen Beschreibung der Erfindung die Distanz d zwischen der Endposition 62 der Führung 26 und dem distalen Ende 23 der Aktivelektrode 21 Null oder gar negativ, d.h. so, dass ein in der Endposition befindlicher Stentdraht 61 die Aktivelektrode 21 elektrisch leitfähig berührt bzw. gegen die Aktivelektrode gedrückt wird.
Zum indirekten Erhitzen von Stentdrähten entsprechend der obigen allgemeinen Beschreibung der Erfindung ist die Distanz d zwischen der Endposition 62 der Führung 26 und dem distalen Ende 23 der Aktivelektrode 21 größer als Null, und zwar so, dass zwischen einem in der Endposition 62 befindlichen Stentdraht 61 und der Aktivelektrode 21 elektrische Lichtbogen entstehen können, wenn eine hierfür ausreichend hohe elektrische Spannung zwischen Stentdraht und Aktivelektrode anliegt.
Es bildet also die Hülse 24 zum einen die Schutzeinrichtung 25, welche dafür sorgt, dass der in der Endposition 62 der Führung 26 positionierte Draht 61 an der zu durchtrennenden Stelle kein wasserhaltiges Gewebe berührt. Andererseits bildet diese Hülse 24 einen hülsenförmigen Halter für die Elektrode 21.
Da Operateure den Effektor 20 in der Regel von proximal aus sehen und sie folglich keine direkte Sicht auf das distale Ende der Effektoren 20 haben und da es außerdem schwierig sein kann, eng an Gewebe anliegende Stentdrähte in die Führung 26 aufzunehmen, ist es zweckmäßig, zusätzlich eine Einrichtung 27, 28 zum Einfädeln dieser Stentdrähte in die Führung 26 bzw. ganz allgemein in die Schutzeinrichtung 25 am distalen Ende der Hülse 24 zu haben, beispielsweise entsprechend Fig. 3 oder Fig. 4.
Ein Ausführungsbeispiel einer Einrichtung zum Einfädeln von Stentdrähten in die Führung 26 ist in Fig. 3 im Schnittbild dargestellt. Diese Einrichtung 27 ist spateiförmig, fingerförmig oder dergleichen so gestaltet, dass diese Einrichtung zwischen an Gewebe anliegende Stentdrähte und Gewebe geschoben werden kann, und zwar so weit, bis der jeweilige Stentdraht 61 die Endposition 62 in der Führung 26 erreicht hat. Selbstverständlich können diese spateiförmigen oder fingerförmigen oder dergleichen geformten Einrichtungen in ihrer Form und ihrer Größe den verschiedenen bereits vorhandenen und zukünftig entstehenden Modellen von Stents angepasst werde. Einrichtungen entsprechend Fig. 3 werden insbesondere in axialer Richtung des Instruments manipuliert.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Einrichtung zum Einfädeln von Stentdrähten in die Führung 26 ist in Fig. 4 dargestellt. Diese Einrichtung 28 ist wendeiförmig bzw.
korkenzieherförmig gestaltet. Auf diese Weise können Stentdrähte 61 durch Rotation des Instruments (ggf- auch nur der Einrichtung) in die Führung 26 aufgenommen und in die Endposition 62 gebracht werden.
Um zu verhindern, dass die Aktivelektrode 21 sowie der gesamte Effektor 20 insbesondere durch elektrische Lichtbogen zu heiß werden, kann der Schaft bzw. Katheter 13 ein Rohr bzw. Schlauch sein, durch welchen von proximal nach distal ein geeignetes gasförmiges oder flüssiges Kühlmittel eingebracht werden kann. Aus diesem Grunde ist die Befestigung der Aktivelektrode 21 innerhalb der Hülse 24 des Effektors 20 so gestaltet, dass ein Kühlmittel insbesondere die Aktivelektrode 21 effektiv kühlen kann. Beispielsweise wird die Elektrode 21 hier durch eine formschlüssige Wendel 22 im Halter 24 festgehalten.
Bei Anwendung dieser Instrumente in der Nähe brennbarer Stoffe, beispielsweise mit Kunststoff beschichteter Stents, kann es zweckmäßig sein, insbesondere im Bereich der elektrischen Lichtbogen ein inertes Gas, beispielsweise Argon, einzubringen. Dies kann in gleicher Weise erfolgen, wie das Einbringen von Kühlmitteln.
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch einen Effektor 20 am distalen Ende eines erfindungsgemäßen Instruments in einer weiteren Ausführungsform. Diese Aus führungs form entspricht im Wesentlichen der in Fig. 3 gezeigten. Die spateiförmige Einrichtung 27 weist hier zusätzlich eine Halteeinrichtung 32 zum Halten eines oder auch mehrerer Stentdrähte 61 , ggf. sogar zum Halten des gesamten Stents 60 auf. Damit wird einerseits ein Entgleiten eines einmal aufgenommen Drahtes verhindert, andererseits kann die Halteeinrichtung aber auch so ausgebildet sein, dass der Draht 61, wenn abgeschmolzen, aus dem Hohlorgan mit dem Instrument 10 entfernbar ist. In Fig. 5 ist gezeigt, dass die Halteeinrichtung 32 als ein Widerhaken ausgebildet ist. Dieser ist hier an der spatelförmi- gen Einrichtung 27 angeordnet und erleichtert damit die Positionierung des Drahtes 61.
Die Schutzeinrichtung 25 kann in einer hier nicht gezeigten Ausführungsform auch eine Vielzahl von Widerhaken 32 aufweisen, um ein sicheres Halten des Drahtes 61, des Stentfragments oder des Stents zum Positionieren und ggf. zum Entfernen zu gewährleis-
ten. Eine radialsymmetrische Anordnung ermöglicht es, dass ein Draht 61 auf einfache Weise, unabhängig von der Manipulation des Instruments, "gefangen" und in die Schutzeinrichtung 25, insbesondere in die Führung 26 aufgenommen werden kann.
Gegebenenfalls kann es vorteilhaft sein, die Halteeinrichtung 32 zur Bewegung des Drahtes 61 , des Stentfragments oder des Stents selbst beweglich auszubilden (hier nicht gezeigt). Damit ließe sich der aufgenommene Draht z. B. in Richtung der Elektrode 21 bewegen und könnte so auf einfache Weise beispielsweise in die Führung 26 aufgenommen werden.
Mit der Halteeinrichtung ist es grundsätzlich möglich, das Stentfragment oder den Stent vollständig aus dem Hohlorgan und damit aus dem Patienten zu entfernen. Wird der Draht mit der Halteeinrichtung geborgen, werden keine weiteren Instrumente zur Entfernung des Drahts aus dem Hohlorgan benötigt.
Fig. 6 zeigt einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Instrument 10 mit einer gesondert geführten Einrichtung 27' zum Distanzieren von Stentdrähten von Gewebe am distalen Ende 11 des Instruments 10 und einer Griffeinrichtung 40 am proximalen Ende 12. Der Effektor 20 ist hier im Prinzip wie mit Fig. 2 gezeigt ausgebildet. Allerdings ist hier die Führung 26 derart vorgesehen, dass der dort positionierte Draht 61 unmittelbar mit der Elektrode 21 bzw. dem distalen Ende 23 der Elektrode 21 in Kontakt kommt und so ein direktes Erhitzen des Drahts ermöglicht wird. Ferner unterscheidet sich die hier gezeigte Aus führungs form durch eine gesondert geführte Einrichtung 27' zum Einfädeln und/oder Trennen bzw. Distanzieren, wobei diese Einrichtung 27' in einer an dem Halter 24 oder der Hülse angeordneten Führungs einrichtung 33 vorgesehen ist und somit in einer axialen Erstreckungsrichtung E des Instruments 10 relativ zu diesem bewegt werden kann. Die Einrichtung 27' zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren ist hier als Hakenelement ausgebildet und kann z. B. über einen Manipulator (im Prinzip eine Verlängerung des Hakenelements) bewegt werden. Das heißt, die Einrichtung 27' ist unabhängig bewegbar, so dass ein Draht 61 ohne explizite Bewegung des Instruments 10 in die Schutzeinrichtung 25 aufgenommen werden kann. Die Führungseinrichtung 33 kann dabei einstückig mit dem Halter 24 oder auch als explizites Bauteil an diesem vorgesehen sein.
An dem proximalen Ende 12 des Instruments 10 ist die Griffeinrichtung 40 vorgesehen, die die Handhabbarkeit des Instruments 10 erleichtert. An der Griffeinrichtung 40 ist ferner ein Stromanschlusselement 41 ausgebildet, so dass über dieses die Zuleitung 43, also die Stromzuführungseinrichtung mit der Griffeinrichtung 40 und damit mit dem Schaft oder Katheter 13 verbindbar ist.
Fig. 7 zeigt einen Querschnitt durch einen Effektor 20 am distalen Ende 11 eines in einem Endoskop 70 geführten erfindungsgemäßen Instruments 10 mit einer Bewegungseinrichtung 29 zum Bewegen des Effektors 20. Das Instrument 10 wird hier also über das mehrere Kanäle 71, 72 aufweisende Endoskop 70 an das entsprechende Hohlorgan zugeführt. Mittels der Bewegungseinrichtung 29 lässt sich zumindest ein Teilbereich des Effektors 20 kontrolliert bewegen, ohne dass das Endoskop 70 oder das gesamte Instrument 10 bewegt werden müssten. Bewegung des Effektors meint hier ein Ausrichten, d. h. ein Abwinkein bzw. Neigen des entsprechenden Effektorbereichs in Bezug auf die axiale Erstreckungsrichtung E des Instruments und ggf. auch wieder ein Zurückführen in die Gerade. Hierzu ist der Effektor 20 mit einer elastisch verformbaren Einrichtung 30 ausgebildet, z. B. einem Faltenbalg, der einerseits eine ausreichende Steifigkeit garantiert, andererseits aber auch das Abwinkein des Effektors 20 aus der Geraden an einer dafür vorgesehenen Stelle zulässt. Damit ein Anwender die gewünschte Ausrichtung mindestens eines distalen Endes des Effektors 20 bewerkstelligen kann, ist der Effektor 20 mit einem Manipulator 31, hier einem Stangenelement verbunden, wobei das Stangenelement an dem Effektor 20 angelenkt und über einen weiteren Kanal 72 des Endoskops 70 betätigt werden kann. Der Anwender betätigt den Manipulator 31 in einer mit dem abgebildeten Pfeil angegebenen Richtung und erreicht damit die gewünschte Ausrichtung des Effektors 20 oder zumindest von Teilbereichen des Effektors, beispielsweise der Einrichtung 27', 28, relativ zur Erstreckungsrichtung E des Instruments. Das Instrument kann natürlich auch derart ausgebildet sein, dass es ohne Hilfe eines Endoskops eingesetzt werden kann.
Alternativ ist es möglich, statt eines Stangenelements ein Seilelement zu verwenden, allerdings lässt sich der Effektor 20 dann nur in eine Richtung neigen, während ein Zurückstellen in die Ausgangsposition, also z. B. in die Gerade, erschwert wird. Auch das
Seilelement kann über einen weiteren Kanal des Endoskops gefuhrt werden oder wird innerhalb des Kanals platziert, in dem auch das Instrument selbst angeordnet ist
Die hier beschriebenen erfindungsgemaßen Instrumente werden an das Hohlorgan hin zu dem Stent herangeführt, wobei dann mit der Schutzeinrichtung mindestens ein Draht oder Stentfragment von Gewebe des Gastrointestinaltrakts, Tracheobronchialsystems oder anderer Hohlorgane durch Einschieben oder Einschrauben der Schutzeinrichtung zwischen Draht und Gewebe getrennt und/oder distanziert wird Weist die Schutzeinrichtung eine Einrichtung zum Einfädeln und/oder Trennen und/oder Distanzieren auf, so kann der Draht zuverlässig und effizient eingehakt und in die Schutzeinrichtung, insbesondere in die Fuhrung eingefädelt werden, indem das Instrument oder auch nur der Effektor in entsprechender Weise manipuliert werden Damit lasst sich der Draht derart in der Schutzeinrichtung und in dem Effektor positionieren, dass der Draht mit Hilfe der Elektrode abgeschmolzen und vom Stent abgetrennt werden kann Mittels Halte- und Bewegungseinrichtung lasst sich die Positionierung des Drahts erleichtern, indem einerseits der aufgenommene Draht durch die Halteeinrichtung sicher festgehalten und ggf sogar aus dem Hohlorgan und dem menschlichen Korper vollständig entfernt wird Andererseits kann durch die Bewegungseinrichtung eine Manipulation des Effektors vorgenommen werden, so dass ohne explizite Bewegung eines etwaig eingesetzten Endoskops oder des gesamten Instruments eine gezielte Aufnahme eines Drahts erfolgen kann
Es sei abschließend noch bemerkt, dass dieses Instrument ein monopolares Instrument ist, zu dessen Anwendung selbstverständlich eine Neutralelektrode am Patienten angelegt werden muss und außerdem ein Generator erforderlich ist, hier insbesondere ein Generator eines Elektrochirurgiegerats sowie die selbstverständlich erforderlichen Kabel und Steckverbindungen zum Anschluss der Aktivelektroden sowie der Neutralelektroden an den Generator und Schalter zum Aktivieren des Generators Auf die Darstellung dieser dem Fachmann auf diesem Gebiet allgemein bekannten Elemente wird hier verzichtet Allerdings muss der zum Betreiben der erfindungsgemaßen Instrumente zu verwendende Generator den für die direkte Erhitzung von Stentdrahten erforderlichen Strom und den
für die indirekte Erhitzung von Stentdrähten erforderliche Spannung zur Verfügung stellen.
Bezueszeichenliste
10 Instrument
11 Distales Ende des Instruments
12 Proximales Ende des Instruments
13 Katheter, Schaft
14 Lumen
20 Effektor
21 Aktivelektrode
22 Wendel
23 Distales Elektrodenende
24 Hülsenförmige Halter
25 Schutzeinrichtung
26 Führung
27 Einrichtung
27' Einrichtung
28 Einrichtung
29 Bewegungseinrichtung
30 Elastisch verformbare Einrichtung
31 Manipulator
32 Halteeinrichtung
33 Führungseinrichtung
40 Griffeinrichtung
41 Stromanschlusselement
42 HF-Generator
43 Zuleitung, Stromzuführungseinrichtung
50 Neutralelektrode
60 Stent
61 Stentdraht
62 Endposition
70 Endoskop
71 Erster Instrumentenkanal
72 Zweiter Instrumentenkanal d Abstand
E Axiale Erstreckungsrichtung des Instruments