Presswalze
Die Erfindung betrifft eine Presswalze zur Behandlung einer Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn in einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung derselben mit einem flexiblen Walzenmantel und zumindest einem sich axial über den Walzenmantel erstreckenden und an der Innenseite des Walzenmantels anliegenden Abstreifelement zum Abstreifen von flüssigem Schmiermittel.
Es ist bei Schuhwalzen notwendig, das zur Schmierung und Kühlung eingebrachte Öl kontrolliert wieder aus der Presswalze abzuführen, um so die Bildung eines größeren Ölsumpfs zu vermeiden.
Dies ist insbesondere bei Schuhwalzen, die über einer Gegenwalze angeordnet sind, problematisch, da hier nicht das vom Druckschuh abgestreifte Öl durch die Schwerkraft in eine Wanne geleitet werden kann. Daher werden in diesen Fällen Absaugeinrichtungen eingesetzt.
Diese Absaugeinrichtungen benötigen allerdings relativ viel Platz und erhöhen den Aufwand.
Beim Einsatz von Schabern besteht die Gefahr der Beschädigung des flexiblen Walzenmantels durch die Schaberklinge.
Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine einfache und sichere Abführung des Schmiermittels zu ermöglichen.
Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Kontaktfläche des Abstreifelementes mit dem Walzenmantel von einem Abstreifer gebildet wird, dessen zum Walzenmantel gerichtete Oberfläche möglichst vollständig konvex gekrümmt verläuft.
Diese konvex gekrümmte Oberfläche kann einfach von einem Abstreifer in Form eines Stabes gebildet werden, wobei insbesondere die Ausführung als Rund- oder Halbrundstab vorteilhaft ist.
Die Krümmung garantiert, dass der Walzenmantel durch den Kontakt mit dem Abstreifer keine Beschädigung erleidet.
Da der flexible Walzenmantel nachgiebig ist und damit die Kontaktfläche des Abstreifers mit dem Walzenmantel, insbesondere beim Anschwenken des Abstreifers mit unterschiedlicher Anpresskraft, variieren kann, sollte sich die gekrümmte Oberfläche über die vorgesehene Kontaktfläche hinaus erstrecken.
Das Abstreifverhalten des Abstreifers kann durch die Struktur der Oberfläche beeinflusst werden.
Während eine glatte Kontaktfläche des Abstreifers eine gute Beeinflussbarkeit der abgestreiften Menge über den Anpressdruck des Abstreifers ermöglicht , kann bei einer gerillten Kontaktfläche die am Walzenmantel verbleibende Menge an Schmiermittel besser eingegrenzt werden. Die Rillen sollten dabei parallel und radial verlaufen.
Darüber hinaus kann die abgestreifte Menge an Schmiermittel noch über den Radius der Krümmung der Kontaktfläche beeinflusst werden. Je kleiner der Radius, umso größer ist die abgestreifte Menge.
Dabei hat es sich als optimal herausgestellt, wenn der Krümmungsradius der zum Walzenmantel gerichteten Oberfläche des Abstreifers zwischen 1 ,5 und 40 mm, vorzugsweise zwischen 2,5 und 7,5 mm liegt.
Eine besonders einfache Konstruktion des Abstreifelementes ergibt sich, wenn der Abstreifer an einem Schwenkarm befestigt wird.
Der Abstreifer kann so über ein Verschwenken des Schwenkarmes an die Innenseite des Walzenmantels angelegt und wieder davon wegbewegt werden.
Das Anlegen des Abstreifers kann über einen Anschlag für den Schwenkarm oder aber über ein Stellglied begrenzt werden.
Insbesondere bei Verwendung eines Anschlags kann der Schwenkarm über eine Feder gegen diesen gedrückt werden.
Es können hierfür aber beispielsweise auch hydraulische, pneumatische oder elektrische Stellglieder zum Einsatz kommen.
Eine besonders vorteilhafte Vorrichtung für das Andrücken des Abstreifers ergibt sich, wenn der Schwenkarm über einen oder mehrere axial verlaufende Druckschläuche zum Walzenmantel gedrückt wird. Der in der Regel mit Druckluft gefüllte flexible Druckschlauch sorgt für eine gleichmäßige Anpress-Druckverteilung und damit Abstreifung des Schmiermittels über die gesamte Länge des Abstreifers.
Auch das Wegschwenken des Abstreifers kann mit Vorteil dadurch erfolgen, dass der Schwenkarm über einen oder mehrere axial verlaufende Druckschläuche vom Walzenmantel weggedrückt wird.
Unabhängig von der Art des Stellgliedes ist es jedoch vorteilhaft, wenn der Anpressdruck mit dem der Abstreifer gegen den Walzenmantel gedrückt wird, einstellbar, vorzugsweise steuerbar ist.
Über den Anpressdruck des Abstreifers wird nicht nur die Belastung des Walzenmantels sondern auch die abgestreifte Menge an Schmiermittel bestimmt. Ein stärkerer Anpressdruck führt zum Abstreifen einer größeren Menge an Schmiermittel.
Außerdem kann über eine Steuerung des Anpressdruckes auf die sich ändernden Bedingungen eingegangen werden.
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Im Interesse einer hohen Effizienz sollte sich der Abstreifer weitestgehend über den gesamten Walzenmantel erstrecken. Damit dürfte auch ein Abstreifer in der Presswalze genügen.
Besonders vorteilhaft ist die Anwendung des Abstreifers in Presswalzen deren Walzenmantel um einen feststehenden Träger rotiert, wobei ein Anpresselement des Trägers den Walzenmantel zu einer Gegenwalze drückt.
In diesen Presswalzen wird der Spalt zwischen der Pressfläche des Anpresselementes und dem Walzenmantel mit dem flüssigen Schmiermittel, insbesondere Öl geschmiert.
Falls die Pressfläche des Anpresselementes konkav ausgebildet ist, so erlaubt dies die Bildung eines verlängerten Pressspaltes zur intensiven aber dennoch schonenden Behandlung der Faserstoffbahn.
Mit Vorteil sollten die Presswalze und die Gegenwalze einen Pressspalt zur Entwässerung oder Glättung der Faserstoffbahn bilden, wobei die Presswalze über oder unter der Gegenwalze angeordnet sein kann.
Nachfolgend soll die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. In der beigefügten Zeichnung zeigt:
Figur 1 : einen schematischen Querschnitt durch ein Abstreifelement 4, Figur 2: einen schematischen Querschnitt durch eine untere Presswalze und Figur 3: durch eine obere Presswalze.
Die Presswalze besitzt einen flexiblen Walzenmantel 1 aus faserverstärktem Kunststoff, der um einen feststehenden Träger 2 rotiert, wobei ein sich am Träger 2 abstützendes, hydraulisches Anpresselement 3 den Walzenmantel 1 zur Bildung eines Pressspaltes zu einer Gegenwalze drückt.
Durch den zwischen der Press- und der Gegenwalze gebildeten Pressspalt wird die Faserstoffbahn zur Glättung allein und zur Entwässerung gemeinsam mit zumindest einem wasseraufnehmenden Entwässerungsband geführt. Derartige Pressspalte findet man insbesondere bei Herstellungsmaschinen, d.h. Papiermaschinen.
Das Anpresselement 3 wird von einem sich über die Presswalze erstreckendem Anpressschuh mit konkaver Pressfläche gebildet. Dies erlaubt die Bildung eines verlängerten Pressspaltes mit einer zylindrischen Gegenwalze.
Verlängerte Pressspalte ermöglichen wegen der längeren Verweilzeit eine intensive aber schonende Behandlung der Faserstoffbahn.
Der Spalt zwischen dem Walzenmantel 1 und der Pressfläche des Anpresselementes 3 wird mit Öl geschmiert. Hierzu wird Öl von einer Schmiermittelzuführung 6 auf die Innenseite des Walzenmantels 1 aufgetragen.
Damit sich während des Betriebs kein zu großer Ölsumpf im Walzenmantel 1 ansammelt, wird ein Teil des Öls von der Innenseite des Walzenmantels 1 von einem Abstreifelement 4 abgestreift und in eine Wanne 5 abgeführt.
Während die Presswalze in Figur 2 unter der Gegenwalze angeordnet ist, befindet sie sich in Figur 3 über der Gegenwalze.
Die Einbauposition des Abstreifelementes 4 ist in beiden Fällen etwa gleich.
Um den Walzenmantel 1 vor einer Beschädigung durch das Abstreifen zu schützen, besitzt das Abstreifelement 4 einen Abstreifer 7 in Form eines axial verlaufenden und am Walzenmantel 1 anliegenden Rundstabes.
Die konvex gekrümmte Oberfläche dieses Rundstabes schließt eine Beschädigung des Walzenmantels 1 aus.
Der Rundstab hat eine glatte Oberflächenstruktur und einen Durchmesser zwischen 5 und 15 mm. Dies gewährleistet das Abstreifen einer ausreichenden Menge an Schmiermittel bei möglichst geringem Anpressdruck des Abstreifers 7.
Der Abstreifer 7 erstreckt sich fast über die gesamte Länge des Walzenmantels 1 , zumindest aber die Länge des Anpresselementes 3.
Wie in Figur 1 zu sehen, ist der Abstreifer 7 auf einem Schwenkarm 8 befestigt. Dieser Schwenkarm 8 besitzt eine Kippachse 11 und wird über zwei, mit Druckluft füllbare Druckschläuche 9,10 bewegt.
Entsprechend der Anordnung der Druckschläuche 9,10 auf einer bestimmten Seite des Schwenkarmes 8 und bezüglich der Lage zur Kippachse 11 sorgt ein Druckschlauch 9 beim Aufblasen mit Druckluft für das Anschwenken des Abstreifers 7 an den Walzenmantel 1 , wobei der andere Druckschlauch 10 entlastet ist. Für das Wegschwenken wird dieser Druckschlauch 9 entlastet und der andere Druckschlauch 10 mit Druckluft gefüllt.
Bei der Ausführung gemäß Figur 1 befinden sich die Druckschläuche 9,10 auf der gleichen Seite des Schwenkarms 8, aber auf verschiedenen Seiten bezüglich der Kippachse 11.
Es ist aber auch möglich, die Druckschläuche 9,10 auf verschiedenen Seiten des Schwenkarms 8, aber auf der gleichen Seite bezüglich der Kippachse 11 anzuordnen.
Da sich zumindest der für die Anpressung des Abstreifers 7 verantwortliche Druckschlauch 9 über die gesamte Länge des Abstreifers 7 erstreckt, ist eine gleichmäßige Druckverteilung und damit auch Ölabstreifung über die Breite der Presswalze gewährleistet.
Die Anpresskraft des Abstreifers 7 kann über die Ausdehnung des Druckschlauchs 9 gesteuert werden. Dies ermöglicht es, auf die abgestreifte Menge an Öl Einfluss zu nehmen.
Bei einem höheren Anpressdruck wird mehr Öl abgestreift.