FAG Kugelfischer AG & Co. oHG Georg-Schäfer-Str. 30, 97421 Schweinfurt
Bezeichnung der Erfindung
Messvorrichtung zum Erfassen von Belastungen einer Lagerung
Beschreibung
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Messvorrichtung zum Erfassen von Belastungen einer Lagerung, wobei die Belastungen anhand von elastischen Formände- rungen messbar sind.
Hintergrund der Erfindung
Eine derartige Messvorrichtung ist in DE 26 42 044 B1 beschrieben. Stati¬ sche und dynamische Belastungen eines Wälzlagers werden in aufwendiger Form mittels Dehnmessstreifen ermittelt. Kenngröße für die Bewertung der Belastung des Lagers ist die elastische Verformung des Lagers selbst. Dabei wird in der Regel die Verformung eines Lagerringes im Wälzkontakt unter Last von den Dehnmessstreifen erfasst. Die Dehnmessstreifen sind dazu unmittelbar an dem belasteten Lagerring befestigt. Diese Sensorik braucht
am Lager Bauraum und ist gegen Umwelteinflüsse zu schützen. Derartige Anordnungen sind in der Regel deshalb aufwendig.
Zusammenfassung der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine einfache und kostengünstige sowie gegen Einflüsse aus der Umgebung relativ unempfindliche Messvor- richtung zu schaffen.
Diese Aufgabe ist nach dem Gegenstand des Anspruches 1 durch eine opti¬ sche Messvorrichtung mit folgenden Merkmalen gelöst:
- Die Messvorrichtung weist wenigstens eine Lichtquelle auf. Denkbar sind alle technischen Lichtquellen, wie zum Beispiel Leuchtdioden, Laserquellen, Infrarotlichtquellen, Lampen usw.. Die Art des Lichtes, in der Regel ein Bündel von Strahlen, ist alternativ wählbar und ab¬ hängig von der gewählten Lichtquelle.
Die Messvorrichtung weist mindestens einen oder mehrere sinnvoll in der Nähe der Lagerung angeordnete Lichtdurchlässe auf. Der Licht- durchlass ist beispielsweise ein Spalt, ein Schlitz oder eine Bohrung bzw. ein anders gestalteter Durchgang für Licht. An dem Rand des Lichtdurchlasses wird ein Teil des Lichtes der Lichtquelle zurückgehal¬ ten. Der andere Teil des Lichtes geht durch den Durchlass hindurch und trifft ungehindert auf den Lichtsensor oder auf einen Reflektor. Der Durchlassquerschnitt des Lichtdurchlasses ist durch Verformun¬ gen an den Kanten, die den Lichtdurchlass begrenzen, veränderlich. Denkbar ist auch, dass sich die Kanten, ohne sich zu verformen, ge¬ genüber einer Ausgangslage verlagern und den Lichtdurchlass somit ändern. Belastungen des Lagers führen zu elastischen Verformungen
des Materials der Stütze zumindest in dem Bereich, in dem der Licht- durchlass ausgebildet ist. Als Folge davon, nähern oder verlagern sich die aneinander gegenüberliegenden und den Lichtdurchlass begren¬ zenden Kanten aneinander an oder entfernen sich voneinander. Der Lichtdurchlass/Spalt wirkt somit als Blende. Die freie Öffnung der
Blende ändert sich analog zu der Größe der auf das Lager ausgeüb¬ ten Belastungen.
Belastungen sind alle auf das Lager wirkenden Aktions- und Reakti- onskräfte, die aus der Lagerung eines dreh- bzw. linearbeweglichen
Bauteiles resultieren.
Der/die Sensoren sind in Abhängigkeit von der Lichtquelle alle geeig¬ neten technischen Wandler von Licht wie lichtempfindliche Wider- stände, Photodioden, Phototransistoren o. ä..
Die Stütze sitzt entweder zwischen einem durch die Lagerung beweg¬ lich zu lagernden Bauteil und der Lagerung oder die Stütze stützt die Lagerung mit dem Bauteil gegen die Umgebung ab. Im ersten Fall werden die Belastungen aus dem Bauteil über die Stütze an die Lage¬ rung weiter gegeben. Beispiel: die Stütze sitzt radial zwischen einem Wellenzapfen und einem Innenring eines Rotativlagers, in dem die Welle drehbar gelagert ist. Im zuletzt genannten Fall, einer Ausgestal¬ tung der Erfindung, werden die Belastungen von dem Bauteil zu- nächst an die Lagerung und dann an die Stütze weitergeleitet. Bei¬ spiel: Lagerflansch bzw. gehäusefeste Lagerstütze zwischen einem Gehäuse und einem Lager, in dem das Bauteil mittels wenigstens des Rotativ-/Linearlagers gelagert ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist einfach und robust ausgebildet sowie kostengünstig herzustellen. So ist es, wie eine Ausgestaltung der Erfindung vorsieht, denkbar den Lichtdurchlass/die Lichtdurchlässe in einem Adapter
bzw. Stützring auszubilden. Der Stützring kann beliebig aus Kunststoff oder anderen geeigneten Materialien hergestellt und mit den Lichtdurchlässen versehen werden. Die Sensorik aus Lichtquelle und Sensor sowie alle not¬ wendigen weiteren elektrischen und elektronischen Bauteile sind entweder getrennt von dem Stützring angeordnet oder sind wahlweise in diesen integ¬ riert.
Unter Lagerungen sind alle Rotativ- bzw. Linearlager oder wahlweise Kombi¬ nationen aus diesen zu verstehen, die ein oder mehrere Bauteile drehbe- weglich bzw. linearverschiebbar lagern. Die Messvorrichtung ist vorzugswei¬ se an Rotativ-, Gleit- oder Wälzlagern eingesetzt.
Eine gesonderte fertigungstechnische Vorbereitung der Lager für deren Ver¬ wendung mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist nicht notwendig. Der Einsatz aller beliebigen Radial- bzw. Axiallager oder Kombinationen aus die¬ sen ist denkbar. Die wesentlichen Bestandteile der Messvorrichtung sind in einem Adapterring integrierbar. Der Adapterring kann, wenn er zum Beispiel aus Kunststoff gestaltet ist, beliebig an schon vorhandene Umgebungskon¬ struktionen angepasst werden. Aufgrund der räumlichen Distanz des Licht- durchlasses zu dem belasteten Lager sind die Belastungen der Lagerstelle ohne den Einfluss der elastischen Verformungen an Lagerringen auf die Messwerte messbar. Bei entsprechender Nähe zum Lager und bei ausrei¬ chender Flexibilität der Stütze im Bereich der Lichtdurchlässe können aber auch derartige Verformungen mit der Messvorrichtung mit erfasst werden. Die Messvorrichtung gestattet das Erfassen von Lagerlasten in Bereichen von geringen bis zu hohen Lasten und ermöglicht damit zum Beispiel das Erkennen von Unwuchten.
Die Messvorrichtung ist gegen Zerstörung aus Überlasten gesichert. In ei- nem solchen Fall sind zum Beispiel die elastischen Bereiche mit den Licht¬ durchlässen in Reihe oder parallel mit starren Anteilen der Stütze geschaltet. Die starren Stützen nehmen Überlasten im Sinne einer Überlastsicherung
auf. Denkbar ist auch, dass eine derartige Überlastsicherung durch die Grö¬ ße des Lichtdurchlasses, d. h. durch die Höhe des Spaltes selbst, vorgege¬ ben ist. Beim Überschreiten einer bestimmten Last treffen dann zum Beispiel die einander am Spalt gegenüberliegenden Körperkanten aufeinander, so dass das Spaltmaß des Lichtdurchlasses zumindest stellenweise gleich Null ist.
Mit einer weiteren alternativen Ausgestaltungen der Erfindung ist die Senso- rik/Messvorrichtung zumindest aus den Lichtsensoren und den Lichtquellen, Verbindungselementen sowie weiteren elektronischen Bausteinen wahlweise als Baueinheit zum Beispiel auf einer Platine vormontiert. Die Baueinheit wird bei Montage der Messvorrichtung in den Stützring gesteckt.
Die wechselnde Helligkeit des Lichtes, Alterungen der Lichtquelle oder des Lichtsensors, Schwankungen in der Stromversorgung und der Einfluss aus der Umgebung wie Temperatur- und Luftfeuchte usw. beeinflussen und ver¬ fälschen unter Umständen die Messergebnisse. Deshalb weist die Messvor¬ richtung in der Regel einen weiteren Vergleichssensor zum Lichtsensor auf und/oder ist zusätzlich mit einer Vergleichslichtquelle zur Lichtquelle verse- hen, so dass dauerhaft ein Vergleich der Ist- mit den Sollwerten vorgenom¬ men werden kann.
Beschreibung der Zeichnungen
Die Figuren 1a und 1 b zeigen vereinfacht eine Messvorrichtung zum Erfas¬ sen von Belastungen einer Lagerung 5 in einem Längsschnitt entlang der Rotationsachse 5a der Lagerung 5. In Figur 1 a ist die Messvorrichtung 1 vor der Fertigmontage und in Figur 1 b als fertig montierte Baugruppe dargestellt. Die Lagerung 5 ist in diesem Fall ein Radiallager, beispielsweise ein Wälz¬ oder Gleitlager. Die Messvorrichtung 1 weist wenigstens eine Lichtquelle 2,
mindestens einen Lichtsensor 3 und zumindest einen Lichtdurchlass 4 auf. Der Lichtdurchlass 4 ist von der Lagerung 5 räumlich getrennt in einer zu¬ mindest teilweise elastisch nachgiebigen sowie mit der Lagerung 5 gekop¬ pelten Stütze 6 in Form eines Stützringes 6a ausgebildet. Das Radiallager ist in dem Stützring 6a aufgenommen. Der Stützring 6a ist ein Verbundteil mit z.B. einem Außenring eines Rotativlagers. Der nicht weiter dargestellte Au¬ ßenring ist zur Herstellung des Verbundes mit dem Kunststoff des Stützrin¬ ges 6a umspritzt. Denkbar ist auch, dass der Stützring auf den Außenring aufgepresst ist.
Die Lichtquelle 2 und der Lichtsensor 3 sind auf einer gemeinsamen Platine 7, zusammen mit weiteren elektronischen Bausteinen 8 und Leitern bzw. Anschlusselementen 9, zu einer Einheit 10 montiert. Der Stützring 6a weist eine Kammer 11 und eine weitere Kammer 12 auf. Die Kammern 11 und 12 sind durch einen radialen Steg 13 des Stützringes 6a voneinander getrennt. In dem Steg 13 ist der Lichtdurchlass 4 ausgebildet. Der Steg 13 ist in Radi¬ alrichtung zumindest so elastisch nachgiebig ausgelegt, dass das radiale Spaltmaß S des Lichtdurchlasses 4 in Abhängigkeit von den Belastungen an der Lagerung 5 veränderlich ist. der Bei dem Zusammenbau der Messvor- richtung 1 wird die Einheit 10 in die Kammer 11 gesteckt und in dem Stütz¬ ring 6a befestigt. Die Kammer 11 ist stirnseitig mit einem Deckel 14 ver¬ schlossen, der für den Anschluss von Leitern mit Durchkontaktierungen ver¬ sehen sein kann und wahlweise die Kammer 11 wasserdicht verschließt.
Die Lichtquelle 2 ragt durch den Steg 13 in die Kammer 12. Dem Steg 13 liegt in der Kammer 12 axial ein Reflektor 15 gegenüber, der auf den Licht¬ durchlass 4 gerichtet ist. Die Kammer 12 ist stirnseitig auch mit einem De¬ ckel 14 verschlossen, an dem der Reflektor 15 befestigt oder wahlweise durch Beschichten aufgebracht sein kann. Der Lichtsensor 3 erfasst den Anteil des Lichtes der Lichtquelle 2, der durch den Reflektor 15 auf den Lichtdurchlass 4 reflektiert ist und den Lichtdurchlass 4 passiert.
Figur 2 zeigt schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Messvor¬ richtung 16 zum Erfassen von Belastungen einer Lagerung 17. Die Lagerung ist von einer ortsfesten Stütze 18 in Form eines Stützringes 18a umfasst. Mit der Lagerung 17 ist eine Welle, von der nur der Wellenstumpf 22 angedeutet ist, drehbar gelagert. Der Stützring 18a ist zum Beispiel aus Kunststoff gefer¬ tigt. In den Stützring 18a ist räumlich getrennt von der Lagerung 17 wenigs¬ tens ein Lichtdurchlass 19 ausgebildet, dem jeweils wenigstens eine Licht¬ quelle 20 und ein Lichtsensor 21 zugeordnet sind.
Die Belastungen der Lagerung 17 sind anhand der Änderungen des Spalt¬ maßes des Lichtdurchlasses 19 von S auf Sx und umgekehrt erfassbar. Das Spaltmaß S ist von den Belastungen F und daraus an dem Stützring 18a im Bereich des Lichtdurchlasses resultierenden elastischen Formänderungen abhängig. Ein Anteil 27 des Lichtes 23 der außerhalb der Stütze 18 auf den Lichtdurchlass 19 gerichteten Lichtquelle 20 passiert den Lichtdurchlass 19. Der von der Größe des Spaltmaßes S bis Sx und somit von den Belastun¬ gen, beispielsweise von der Kraft F abhängige Anteil 23 des Lichtes 22 wird auf der zur Lichtquelle 20 entgegengesetzten Seite von einem Lichtsensor 21 erfasst, von einer Auswerteeinheit 26 abgefragt und über Leiter 24 wei- tergegeben. Die Sensorik ist mittels eines gestrichelt dargestellten Gehäuses 25 verkapselt.
Bezugszeichen
Messvorrichtung 16 Messvorrichtung
Lichtquelle 17 Lagerung
Lichtsensor 18 Stütze
Lichtdurchlass 18a Stützring
Lagerung 19 Lichtdurchlass a Rotationsachse 20 Lichtquelle
Stütze 21 Lichtsensor a Stϋtzring 22 Wellenstumpf
Platine 23 Licht
Baustein 24 Leiter
Anschlusselement 25 Gehäuse 0 Einheit 26 Auswerteeinheit 1 Kammer 27 Anteil 2 Kammer 3 Steg 4 Deckel 5 Reflektor