Dichtungselemente für Hülsen zur Beaufschlagung von am Druckprozess beteiligten Walzen
Die Erfindung betrifft Dichtungselemente für Hülsen zur Beaufschlagung von am Druckprozess beteiligten Walzen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Zur Abwicklung von Druckaufträgen ist es häufig notwendig, die Hülsen, auf denen sich beispielsweise die eigentlichen Druckformen befinden, zu wechseln und nach Gebrauch zu reinigen. Die Hülsen sind daher so gestaltet, dass sie von dem Grunddorn der Druckwalze abgezogen und wieder aufgeschoben werden können. Um das Verschieben der Hülse relativ zum Grunddorn zu erleichtern, ist die Innenoberfläche einer solchen Hülse mit einer elastischen Schicht belegt. Mit Hülsen im Sinne der Erfindung sind nicht nur die Druckformen tragenden Hülsen, sondern die Hülsen aller am Farbübertragungs- und Druckprozess beteiligten Walzen und auch Zwischenhülsen gemeint.
Zur Reinigung der Hülsen werden diese in ein Reinigungsbad, beispielsweise ein Ultraschallbad, eingebracht. Bei der Reinigung einer derartigen Hülse darf jedoch die auf der Innenoberfläche der Hülse befindliche elastische Schicht nicht mit Reinigungsmitteln, beispielsweise einer Reinigungsflüssigkeit, in Kontakt kommen, da ansonsten die elastische Schicht spröde werden und ihre Elastizität verlieren kann.
Aus diesem Grunde werden die stirnseitigen Öffnungen der Hülsen mit einem Dichtplatten umfassenden Paar von Dichtungselementen derart verschlossen, dass keine Reinigungsmittel in das Innere der Hülse eindringen können. Dabei
werden die sich an den gegenüber liegenden Enden der Hülse befindenden Dichtplatten mit einer sich über die axiale Länge der Hülse hinaus erstreckenden Stange verbunden. In der Regel werden dazu Gewindestangen verwendet, die durch die Dichtplatten hindurch greifen. Mit Schrauben oder Muttern sind die Dichtplatten derart verschraubbar, dass diese gleichzeitig an die Stirnseiten der Hülse angedrückt werden.
Es hat sich jedoch in der Praxis als nachteilig herausgestellt, dass das Anbringen dieser Dichtungselemente an die Hülse, insbesondere bei großen axialen Längen der Hülsen, schwierig ist.
Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, das Anbringen von Dichtungselementen an eine Hülse zu vereinfachen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
Demnach sind beide Dichtungselemente unabhängig voneinander an der Hülse befestigbar. Auf diese Weise ist es möglich, an jeweils einem Ende der Hülse das Dichtungselement anzubringen, ohne das Dichtungselement an dem anderen Ende gleichzeitig anbringen zu müssen. Dazu wird das Dichtungselement nicht mit dem zweiten Dichtungselement verbunden, sondern direkt mit der Hülse.
Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die Dichtungselemente mit Hilfe von Spannelementen an der Innenoberfläche der Hülse verspannbar sind. Bestandteile der Dichtungselemente kommen auf diese Weise nicht mit der Außenoberfläche der Hülse in Kontakt. Eine Beschädigung der Außenoberfläche der Hülse ist damit ausgeschlossen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind Dichtplatten vorgesehen, welche nach der Befestigung der Dichtungselemente stirnseitig an der Hülse andrückbar sind. Zu diesem Zweck kann an dem Spannelement beispielsweise eine Gewindestange befestigt sein, auf die eine Mutter aufgeschraubt werden
kann. Mit dieser Mutter kann dann die Dichtplatte relativ zum Spannelement und damit relativ zur Hülse verstellt bzw. an letztere angedrückt werden.
Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfassen die Spannelemente zwei gegeneinander verschiebbar Konusse. Die Verschiebung erfolgt dabei so, dass die Konusse ineinander geschoben werden. Dadurch wird der äußere Konus in radialer Richtung nach außen gedrückt, so dass dieser mit der Hülse verspannt wird. Die Relativbewegung der Konusse wird durch die Drehung einer Gewindestange realisiert. Die Gewindestange weist dazu ein Rechts- und ein Linksgewinde auf. Das jeweilige Gewinde kämmt mit einer Gewindebohrung des zugeordneten Konusses.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung gehen aus der gegenständlichen Beschreibung und der Zeichnung hervor.
Die einzelnen Figuren zeigen:
Fig. 1 Dichtungselemente nach dem Stand der Technik
Fig. 2 erfindungsgemäßes Dichtungselement
Fig. 1 zeigt eine Druckwalzenhülse 1 , deren Innenraum durch die Dichtungselemente 2 gemäß dem Stand der Technik derart abgedichtet ist, dass keine Flüssigkeit in das Innere der Druckwalzenhülse 1 eindringen kann. Dazu liegen an sonst offenen Stirnseiten der Druckwalzenhülse 1 je eine Dichtplatte 3 an. Diese Dichtplatten 3 sind mit ringförmigen Dichtungen 4 belegt, die den Innenraum der Druckwalzenhülse 1 gegen den Außenraum abdichten. Damit sich die Dichtplatten 3 nicht von der Druckwalzenhülse 1 lösen, sind beide Dichtplatten 3 mit einer Gewindestange 5 und den Muttern 6 verschraubt. Beide Dichtplatten 3 werden durch diese Verschraubung jeweils auf die Stirnseiten der Druckwalzenhülse 1 gedrückt und können sich von dieser während des Waschvorganges nicht mehr unbeabsichtigt lösen.
Die Fig. 2 zeigt eine Druckwalzenhülse 1 , an denen erfindungsgemäße Dichtungselemente 2 befestigt sind. Jedes Dichtungselement 2 umfasst
wiederum eine Dichtplatte 3, die von außen auf ein stirnseitiges Ende der Druckwalzenhülse 1 gedrückt wird. Durch die Dichtplatte 2 ist eine Gewindestange durchgeführt, die im Bereich der Dichtplatte 2 einen gewindelosen Abschnitt 7 aufweist, so dass die Dichtplatte 3 relativ zur Gewindestange verschoben werden kann. In diesem Bereich weist die Dichtplatte 3 Dichtungen 8 auf.
Mit dem Spannelement 17 können nun die Dichtungselemente 2 unabhängig voneinander mit der Druckwalzenhülse verspannt werden. Dazu weist die Gewindestange 5 eines jeden Dichtungselements 2 an ihrem einen Ende zwei Gewinde auf, die einen unterschiedlichen Drehsinn haben. Mit jedem der Gewinde kämmt ein Konus. Der äußere Konus 11 kämmt mit dem Linksgewinde 9, während der innere Konus 12 mit dem Rechtsgewinde 10 kämmt. Die Konusse 11 und 12 sind gegeneinander nicht verdrehbar, da ein Stift 13, welcher in der Dichtplatte 3 befestigt ist, durch Bohrungen in den Konussen 11 , 12 hindurch greift.
Wird nun mithilfe des auf der Gewindestange 5 aufgesetzten Handrades 14 die Gewindestange 5 rechts herum gedreht, so bewegen sich die Konusse 11 und 12 aufeinander zu. Die Konusse 11 , 12 sind so ausgelegt, dass der innere Konus 11 den äußeren Konus 12 weiter nach außen drückt, so dass dieser an der Innenoberfläche der Druckwalzenhülse 1 verspannt wird. Durch das erfindungsgemäße Dichtungselement 2 ist sichergestellt, dass die Gewindestange 5 immer auf der Achse der Druckwalzenhülse 1 verläuft.
Um nun die Dichtplatte 3 an die Stirnseite der Druckwalzenhülse 1 andrücken zu können, wird die Rändelmutter 15, welche mit dem Gewindeabschnitt 16 der Gewindestange 5 kämmt, ebenfalls rechts herum gedreht. Dabei wird die ringförmige Dichtung 4, welche in eine Nut der Dichtplatte 3 eingesetzt ist, gegen den Rand der Druckwalzenhülse 1 gedrückt.