Die Erfindung betrifft eine Schaufelbefestigung einer
Schaufel für einen Verdichter oder eine Turbine, bei der die
Schaufel im Betrieb des Verdichters oder der Turbine radial
gerichtet um eine Drehachse umläuft, mit einem Schaufelfuß,
der an einem Schaufelhalter entgegen der an der Schaufel
wirkenden Kräfte zurückgehalten ist.
Bei Verdichtern oder Turbinen sind Schaufelräder mit
Schaufeln vorgesehen, die mit hoher Drehzahl umlaufen und
dabei hohen Fliehkräften ausgesetzt sind. Diese sogenannten
Laufschaufeln müssen mit Hilfe von Schaufelbefestigungen
sicher an einem Rotor des zugehörigen Verdichters bzw. der
zugehörigen Turbine gehalten sein.
Als Schaufelbefestigungen sind aus US 5,169,289 A ein
sogenannter Tannenfuß oder aus DE 100 14 189 A1 ein
sogenannter Hammerfuß bekannt. Als weitere bekannte Lösungen
von Schaufelfüßen werden sogenannte Reiterfüße oder Hakenfüße
verwendet. Die Formgebung bekannter Schaufelfüße und
zugehöriger Schaufelhalter führt jedoch zu
Spannungskonzentrationen in den beteiligten Bauteilen, die
ihrerseits eine Materialermüdung nach sich ziehen. Diese
stellt eine absolute Beschränkung hinsichtlich der Größe der
verwendbaren Schaufeln dar.
Als Teilproblem der Formgebung und Gestaltung von
Schaufelbefestigungen an Laufschaufeln ist der Krafttransfer
über Kontaktflächen zwischen Rotor und Schaufel zu lösen. Ein
weiteres Teilproblem ist die Kraftflussleitung, d.h. das
Umleiten der an der Schaufel wirkenden Kräfte hinein in den
zugehörigen Schaufelhalter am Rotor, mit möglichst niedrigen
Spannungskonzentrationen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine eingangs
genannte Schaufelbefestigung bereitzustellen, bei der die
Schaufeln an einem Schaufelhalter mit niedrigen
Flächenpressungen und besonders geringen
Spannungskonzentrationen gehalten sind.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einer gattungsgemäßen
Schaufelbefestigung gelöst, bei der mindestens ein
Kontaktbereich zwischen dem Schaufelfuß und dem
Schaufelhalter gestaltet ist, der bei Stillstand der Schaufel
mindestens teilweise spielbehaftet ist und durch ein
geringfügiges Verschieben des Schaufelfußes relativ zum
Schaufelhalter während des Betrieb des Verdichters oder der
Turbine aufgrund der an der Schaufel wirkenden Kräfte in
einen spielfreien oder spielreduzierten Zustand übergeführt
ist.
Mit anderen Worten sind der Schaufelfuß und der
Schaufelhalter der erfindungsgemäßen Schaufelbefestigung mit
Tragflächen versehen, die bei Stillstand der zugehörigen
Strömungsmaschine Spiel aufweisen, aber im Betrieb der
Strömungsmaschine, beispielsweise wenn diese mit Nenndrehzahl
umläuft, spielreduziert bzw. spielfrei sind. Die Erfindung
basiert dabei auf der Erkenntnis, dass die Kontaktbereiche
von Schaufelfuß und Schaufelhalter gerade dann besonders gut
die gestellte Tragaufgabe lösen, wenn bei ihrer Konstruktion
bereits das Bewegungsverhalten der zugehörigen Schaufel
aufgrund der an der Schaufel wirkenden Flieh- und
Mediumskräfte mit in die Konstruktion einbezogen wird. Dieses
Bewegungsverhalten wird erfindungsgemäß berücksichtigt, indem
die Verschiebung des Schaufelfußes relativ zum Schaufelhalter
während des Betriebs des Verdichters oder der Turbine
aufgrund der an der Schaufel wirkenden Kräfte ermittelt wird.
Schaufelfuß und Schaufelhalter werden dann gezielt auf diesen
Zustand hin mit spielfreien Kontaktbereichen konstruiert. Bei
Stillstand bzw. verringerter Drehzahl des zugehörigen
Verdichters oder der zugehörigen Turbine ist erfindungsgemäß
die Konstruktion hingegen derart gestaltet, dass der
Kontaktbereich zwischen Schaufelfuß und Schaufelhalter
spielbehaftet ist. Eine solche spielbehaftete Situation führt
zwar grundsätzlich zu erhöhten Flächenpressungen und erhöhten
Spannungskonzentrationen, weil aber zugleich an der
zugehörigen Schaufel geringere Kräfte wirken, sind die
Flächenpressungen und Spannungskonzentrationen im Vergleich
zur maximalen Belastung der Schaufelbefestigung gering.
Insgesamt können mit der erfindungsgemäßen
Schaufelbefestigung größere Tragaufgaben bewältigt oder
vorhandene Tragaufgaben wirtschaftlicher gehandhabt werden.
Damit an der erfindungsgemäßen Schaufelbefestigung die Gefahr
von Reibverschleiß bzw. Fretting während des An- und
Abfahrens des zugehörigen Verdichters oder der zugehörigen
Turbine unterbunden ist, kann an dem Schaufelfuß und/oder dem
Schaufelhalter insbesondere im Bereich der Tragflächen eine
Beschichtung aufgebracht sein. Diese Beschichtung kann als
abnutzende Schicht ausgelegt sein, welche durch Umformung
oder Abrieb der Beschichtung zu einer selbsttätigen
Entlastung gefährdeter Bereiche führt. Ein solches Vorgehen
ist insbesondere sinnvoll, wenn Schaufelfuß und
Schaufelhalter mit einer Materialpaarung gestaltet sind, die
empfindlich gegen Reibverschleiß bzw. Fretting ist.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Schaufelbefestigung ist der Kontaktbereich mit einer
Kontaktfläche gestaltet, an der der Schaufelfuß während des
Betriebs des Verdichters oder der Turbine am Schaufelhalter
anliegt und die mindestens einen radial gekrümmten
Flächenabschnitt, d.h. einen in einem Radialschnitt (also
einem Schnitt, der einen Radius in seiner Schnittebene
enthält) gekrümmten Flächenabschnitt, aufweist. Mit einer
derart gekrümmten Tragfläche zwischen Schaufelfuß und
Schaufelhalter ist insbesondere ein besonders
spannungsgünstiger Kraftfluss innerhalb des Schaufelfußes
implementierbar. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass eine
zumindest abschnittsweise gekrümmte Kontaktfläche besonders
dann sinnvoll ist, wenn beide oben genannten Teilprobleme der
gestellten Tragaufgabe, nämlich sowohl der Krafttransfer als
auch die Kraftflussleitung gleichermaßen optimal gelöst sein
sollen. Bei bekannten Schaufelbefestigungen ist der
sogenannte Krafttransferbereich, in dem die an der Schaufel
wirkenden Kräfte vom Schaufelfuß an den Schaufelhalter
übertragen werden, und der sogenannte
Kraftflussleitungsbereich, in dem die an der Schaufel
wirkenden Kräfte aus der Längsrichtung der Schaufel zum
Schaufelhalter hin umgelenkt werden, mit zwei geometrisch
getrennten Funktionalelementen adressiert. Bei einer
erfindungsgemäßen Schaufelbefestigung, welche auch ohne die
im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten Merkmalen
gestaltet sein kann, ist hingegen eine zumindest
abschnittsweise gekrümmte Kontaktfläche vorgesehen, bei der
der Krafttransferbereich und der Kraftflussleitungsbereich
einander in einem Funktionsbereich des Schaufelfußes
überlappend gestaltet sind. Der gekrümmte Flächenabschnitt
überträgt dann Kräfte vom Schaufelfuß auf den Schaufelhalter
und lenkt gleichzeitig bereits die aus der Schaufel
einfließenden Kräfte in Richtung auf den Schaufelhalter um.
Diese Doppelfunktion von Abschnitten der Kontaktfläche kann
besonders sinnvoll eingesetzt werden, wenn die Kontaktfläche
insgesamt radial geneigt ausgerichtet ist und der mindestens
eine radial gekrümmte Flächenabschnitt an dem zur Drehachse
gewandten Randbereich der Kontaktfläche oder an dem von der
Drehachse weggewandten Randbereich der Kontaktfläche
vorgesehen ist.
Die gekrümmten Flächenabschnitte können besonders vorteilhaft
zu einer Lösung kombiniert werden, bei der an der
Schaufelbefestigung in einem Radialschnitt betrachtet die
Kontaktfläche insgesamt im Wesentlichen S-förmig gestaltet
ist.
Die Kontaktfläche kann im Zentrum bzw. ihrem Mittelbereich in
einem Radialschnitt betrachtet einen geraden Flächenabschnitt
aufweisen oder aber mit einem konkav gekrümmten und
unmittelbar anschließend einem konvex gekrümmten
Flächenabschnitt versehen sein. Die unmittelbar
aufeinanderfolgenden gekrümmten Abschnitte tragen beide
sowohl zum Krafttransfer als auch zur Kraftumlenkung bei,
sodass kein Flächenabschnitt mehr vorhanden ist, der nur
Kraft überträgt, nicht aber umlenkt. Hinsichtlich der
angestrebten Spannungsverteilung im Material ist eine solche
Lösung besonders günstig. Damit die Kraftumlenkung innerhalb
dieser Lösung besonders gleichmäßig erfolgt, können
optimierte Flächen auf der Basis von Splines verwendet
werden.
Eine besonders vorteilhafte Verteilung der Spannungen in dem
beteiligten Materialien von Schaufelfuß und Schaufelhalter,
mit der dennoch die geforderte Kraftumlenkung und der
gewünschte Krafttransfer möglich sind, kann erzielt werden,
indem in einem Radialschnitt betrachtet der Krümmungsradius
der konkaven und/oder konvexen Krümmung zur Breite der
Kontaktfläche ein Verhältnis von etwa 5,0 zu 4,0 bis etwa 5,0
zu 3,0, insbesondere von etwa 5,0 zu 3,8 einnimmt.
Hinsichtlich der angestrebten Doppelwirkung des
erfindungsgemäßen Kontaktbereichs zum Krafttransfer und zur
Kraftumlenkung sollte ferner in einem Radialschnitt
betrachtet die Kontaktfläche zwischen einer bzw. der konkaven
und einer bzw. der konvexen Krümmung einen Wendepunkt
aufweisen, an dem eine Tangente an die Kontaktfläche zur
Radialrichtung einen Winkel von zwischen etwa 35° und 55°,
insbesondere von etwa 45° einnimmt. Eine solche radiale
Neigung der Kontaktfläche hat sich hinsichtlich der
gewünschten Doppelfunktion als besonders vorteilhaft gezeigt.
Schließlich sollte an der erfindungsgemäßen
Schaufelbefestigung am Schaufelfuß und/oder am Schaufelhalter
an mindestens einem Rand der Kontaktfläche ein gewölbter
Flächenbereich vorgesehen sein, der an die Kontaktfläche
übergangslos anschließt. Mit dem Begriff "übergangslos" ist
hier gemeint, dass zwischen der Kontaktfläche und dem
gewölbten Flächenbereich keine Kanten oder Kerben vorgesehen
sein sollten.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn in einem Radialschnitt
betrachtet die Krümmungsradien der anschließenden gewölbten
Flächenbereiche von Schaufelfuß und Schaufelhalter ein
Verhältnis zwischen etwa 1,0 und 1,2, insbesondere etwa 1,1
aufweisen. Die erfindungsgemäß bei Nenndrehzahl geschaffene
spielfreie Situation im Kontaktbereich zwischen Schaufelfuß
und Schaufelhalter lässt sich bei derartigen Verhältnissen
besonders vorteilhaft herstellen.
Nachfolgend wir ein Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Schaufelbefestigung anhand der beigefügten
schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Radialschnitt einer erfindungsgemäßen
Schaufelbefestigung eines Verdichters bei dessen
Stillstand und
- Fig. 2
- den Radialschnitt gemäß Fig. 1 bei Nenndrehzahl des
Verdichters.
In Fig. 1 ist eine Schaufelbefestigung 10 zum Befestigen
eines Schaufelfußes 12 einer weiter nicht veranschaulichten
Schaufel an einem Schaufelhalter 14 dargestellt, welcher an
einem Rotor eines Verdichters angeordnet und bei dessen
Betrieb mit hoher Drehzahl umläuft.
Bei der Rotation des Rotors mit seinem Schaufelhalter 14
läuft auch die genannte Schaufel, welche sich in einer
Radialrichtung 16 erstreckt mit um und unterliegt dabei hohen
Fliehkräften und Kräften aus dem Arbeitsmedium, welche die
Schaufel mit ihrem Schaufelfuß 12 radial nach außen, d.h.
bezogen auf Figur 1 nach oben ziehen, und tangential und
axial biegen. Bei Stillstand des Verdichters unterliegt die
Schaufel und deren Schaufelfuß 12 hingegen nicht diesen
Fliehkräften.
Der Schaufelfuß 12 und der Schaufelhalter 14 sind durch eine
Nut-Zahn-Verbindung bzw. Nut-Feder-Verbindung miteinander in
einem Kontaktbereich 18 gekoppelt. Von dieser Nut-Zahn-Verbindung
ist in den Fig. 1 und 2 nur jeweils ein kurzer
Abschnitt mit jeweils einer Nut und einem Zahn
veranschaulicht. An der Schaufelbefestigung 10 sind zwischen
zwei und sechs solcher Nut-Zahn-Verbindungen vorgesehen.
In Fig. 1, welche die Situation bei Stillstand des
Verdichters zeigt, ist zu erkennen, dass die Formen des
Schaufelfußes 12 und des Schaufelhalters 14 im Kontaktbereich
18 derart gestaltet sind, dass zwischen ihnen in dieser
Stillstandssituation Spiel besteht. Dieses Spiel ist zur
Verdeutlichung der erfindungsgemäßen Lösung verhältnismäßig
groß dargestellt.
Zugleich ist der Kontaktbereich 18 ferner derart ausgeformt,
dass sich dann ein spielfreier Zustand einstellt, wenn der
Rotor des Verdichters im Betrieb ist und mit einer
Geschwindigkeit nahe seiner Nenndrehzahl umläuft. In einer
solchen Situation wird die Schaufel aufgrund der an ihr
wirkenden Fliehkräfte wie erwähnt radial nach außen gezogen
und dadurch auch der Schaufelfuß 12 relativ zum
Schaufelhalter 14 geringfügig verschoben.
Nach der Verschiebung liegt der Schaufelfuß 12 an dem
Schaufelhalter 14 an einer in Fig. 2 dargestellten
Kontaktfläche 20 an, die insgesamt aus gekrümmten
Flächenabschnitten aufgebaut ist. Im in Fig. 2 dargestellten
Radialschnitt zeigen sich diese gekrümmten Flächenabschnitte
am Schaufelfuß 12 und am Schaufelhalter 14 jeweils als ein
konvexer Flächenabschnitt 22 und ein unmittelbar daneben
angeordneter konkaver Flächenabschnitt 24. Die gekrümmten
Flächenabschnitte 22 und 24 lenken einerseits die an der
Schaufel wirkenden Kräfte in Richtung auf den Schaufelhalter
14 hin um (Kraftflussleitung) und übertragen ferner diese
Kräfte auf den Schaufelhalter 14 (Krafttransfer) .
Die konvexen und konkaven Flächenabschnitte 22 und 24 weisen
jeweils im Radialschnitt betrachtet konstante und gleiche
Krümmungsradien 26 auf. Zwischen den Flächenabschnitten 22
und 24 befindet sich ein Wendepunkt 28, an dem eine Tangente
30 an die Kontaktfläche 20 einen Winkel von ca. 45° zur
Radialrichtung 16 hin einnimmt.
An die Kontaktfläche 20 schließen jeweils übergangslos (d.h.
C1-stetig) Flächenbereiche an, deren Krümmungsradien 32 in
den konvexen anschließenden Flächenbereichen dem
Krümmungsradius 26 entsprechen und deren Krümmungsradien 34
in den konkaven anschließenden Flächenbereichen geringfügig
größer sind, sodass sich an diesen anschließenden
Flächenbereichen bei Nenndrehzahl des Verdichters zwischen
dem Schaufelfuß 12 und dem Schaufelhalter 14 ein
geringfügiges Spiel ergibt.