Verfahren und Einrichtung zur wechselweisen Abscheidung zweier Materialien durch Kathoden-Zerstäubung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur wechselweisen Abscheidung zweier stofflich unterschiedlicher Materialien durch Kathoden-Zerstäubung, auch Sputtern genannt, mit einer Magnetronquelle auf einem stationär angeordneten Substrat. Die Erfindung kann zur Abscheidung von Mehrlagen-Schichtsystemen für die Elektronik, Sensorik, Mikromechanik und für die Herstellung von Dünnfilm-Speichermedien angewendet werden. Bei der Herstellung moderner Dünnfilmprodukte werden häufig Magnetron-Sputter- verfahren und -anlagen für die stationäre Beschichtung von Substraten genutzt. Das gilt auch bei einer hohen Zahl von Einzelschichten aus unterschiedlichen Materialien, die gemeinsam ein Schichtsystem bilden. Um den Aufwand zur Herstellung solcher Schichtsysteme zu begrenzen, wird angestrebt, mit jeweils einer Magnetronquelle zwei Schichten aus stofflich unterschiedlichen Materialien nacheinander abscheiden zu können. Dafür muss die Magnetronquelle für die Zerstäubung unterschiedlicher Materialien geeignet sein. Eine weitere Anforderung stellt in der Regel eine hohe Gleichmäßigkeit der Schichtdicke und der Schichteigenschaften über die gesamte Substratfläche dar. Aus diesem Grunde werden häufig rotationssymmetrische Targets verwendet, doch auch mit Parallelanordnungen von Magnetronquellen lassen sich bei bestimmten Substratformen gute Gleichmäßigkeiten erzielen.
Es sind zahlreiche Magnetronquellen mit ringförmigen konzentrischen Entladungszonen bekannt. Allen diesen Lösungen ist gemein, dass damit nur ein Targetmaterial gesputtert wird, um auf einer möglichst großen Substratfläche eine Homogenität der Schichtdicke zu erreichen oder um die Bedeckung von Stufen auf dem Substrat zu verbessern, wie das z. B. in der Halbleiter-Metallisierung und Herstellung von MikroStrukturen erforderlich ist. Für die wechselweise Abscheidung mehrerer Materialien können diese Systeme nicht verwendet werden, da erst durch Überlagerung aller Beschichtungsanteile, die durch Kathoden- Zerstäubung in den einzelnen Entladungszonen zum Substrat gelangen, die erforderliche Schichtdickengleichmäßigkeit erreicht wird.
In DE 41 27 261 C1 wird eine Sputtereinrichtung zur gleichzeitigen oder aufeinanderfolgenden Abscheidung zweier unterschiedlicher Materialien mit konzentrischen Magnetron- anordnungen und galvanisch getrennten Teiltargets und getrennten Magnetsystemen
beschrieben. Diese Einrichtung eignet sich gut zum Abscheiden von Mischschichten, wenn beide Materialien gleichzeitig gesputtert werden. Die einzelnen Teiltargets sind geometrisch so ausgestaltet, dass jedes für sich zu einer gleichmäßigen Belegung des Substrates mit dem Beschichtungsmaterial führt. Beim zeitlich aufeinander folgenden Sputtern der Materialien kommt es jedoch zu einer Kontamination des jeweils nicht zerstäubten
Teiltargets mit dem gesputterten Material des anderen Teiltargets, da dieses sich nicht nur auf dem Substrat, sondern auch auf dem gerade ausgeschalteten Teiltarget niederschlägt. Diese Kontamination muss nach dem Umschalten der Targets abgetragen werden, bevor das eigentliche Material des eingeschalteten Teiltargets abgetragen und als Schicht auf dem Substrat abgeschieden werden kann. Auch das Einschalten einer Magnetronentladung geringer Leistungsdichte auf dem jeweils nicht zu zerstäubenden Teiltarget beseitigt diesen Mangel nicht. Vor jeder neuen Abscheidung ist also ein Reinigungsschritt erforderlich, da es ansonsten zu einer Kontamination der aufwachsenden Schicht mit dem Material der darunter liegenden Schicht kommt.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Einrichtung anzugeben, die das wechselweise Sputtern zweier Materialien unterschiedlicher stofflicher Zusammensetzung mit einer Magnetronquelle zur Beschichtung eines stationären Substrates ohne zusätzliche Reinigungsschritte zwischen den einzelnen Beschichtungen erlaubt, ohne dass eine nennenswerte gegenseitige Kontamination der Schichten durch Material der jeweils anderen Schicht entsteht und das zu Einzelschichten hoher Gleichmäßigkeit führt.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst. Die Ansprüche 2 und 5 beschreiben besonders vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens. Eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Anspruch 6 beschrieben. Die Ansprüche 7 bis 12 enthalten weitere Ausführungen dieser Einrichtung.
Der Kern der Erfindung ist eine Vorgehensweise, bei der sich beide der nacheinander oder im Wechsel zu sputternden Materialien in Form zweier, vorzugsweise konzentrisch ausgebildeter, Teiltargets elektrisch verbunden auf ein jeweils definiertes elektrisches
Potenzial bringen lassen, wobei dieses Potenzial ausreicht, um gegenüber einer Anode eine Gasentladung aufrecht zu erhalten. Diese Gasentladung wird aus zwei parallel betriebenen Bereichen sehr unterschiedlicher Plasmadichte gebildet, wobei die Plasmadichte im Bereich der Trennlinie der beiden stofflich unterschiedlichen Teiltargets eine sprunghafte Änderung aufweist. Durch geeignete magnetfelderzeugende Einrichtungen können zwei Zustände der
Gasentladung eingestellt werden, wobei in dem einen Zustand auf dem einen Teiltarget eine Magnetron-Entladung erzeugt und dieses Teiltarget gesputtert wird, und in dem anderen Zustand auf dem anderen Teiltarget eine Magnetron-Entladung erzeugt und dieses Teiltarget gesputtert wird. Durch geeignete Mittel ist ein Umschalten zwischen diesen beiden Zuständen möglich. Die magnetfelderzeugende Einrichtung ist darüber hinaus so bemessen und gestaltet, dass die Gasentladung auf dem jeweils mit geringer Plasmadichte beaufschlagten anderen Teiltarget eine Deposition mit gesputterten Teilchen verhindert oder zumindest größenordnungsmäßig reduziert wird, ohne dass dieses Teiltarget selbst gesputtert wird. Es kann experimentell im Rahmen der Messgenauigkeit nachgewiesen werden, dass mit dem beschriebenen Verfahren eine Kontamination der beim Sputtern eines Materials gebildeten Schicht mit dem jeweils anderen Material vermieden wird. Erfindungswesentlich ist dabei, dass die Umschaltung zwischen den beiden Betriebs- zuständen, also den unterschiedlichen Plasmadichten, über einen Wechsel der Feldrichtung der magnetischen Feldstärke an der Targetoberfläche realisiert wird. Überraschend wurde festgestellt, dass dieser Wechsel der Feldrichtung die Effektivität der Zerstäubung des Targetmaterials wesentlich stärker beeinflusst, als das der resultierende Sprung in der Plasmadichte erwarten ließe. Bei einem im Wesentlichen senkrechten Austritt der magnetischen Feldlinien aus der Targetoberfläche kommt es auch bei einer relativ hohen Plasmadichte der Entladung zu keiner nennenswerten Zerstäubung des Targetmaterials. Die auf diese Weise unterhaltene Entladung genügt jedoch, um eine Verunreinigung der Targetoberfläche durch parasitäre Beschichtungen benachbarter Sputterprozesse zu verhindern. Erfolgt eine Ausrichtung der magnetischen Feldstärke weg von der Normalen der Targetoberfläche, vorzugsweise in eine Richtung mit im Wesentlichen parallel zur Targetoberfläche verlaufenden Feldlinien, so setzt sofort eine effektive Zerstäubung des Targetmaterials ein. Es wird kein zusätzlicher Reinigungsschritt erforderlich, da die
Targetoberfläche jederzeit ohne nennenswerte Kontamination durch Fremdmaterial zur Verfügung steht.
Der Kern des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht also darin, während der Zerstäubung eines Teiltargets jeweils ein weiteres Teiltarget aus einem anderen Material in Betrieb zu halten, über dem eine Plasmaentladung brennt, die durch ein Magnetfeld mit im Wesentlichen senkrecht aus der Targetoberfläche austretender magnetischer Feldstärke aufrecht erhalten wird, ohne dass diese Plasmaentladung zu einer nennenswerten Zerstäubung dieses Teiltargets führt. Durch einen Wechsel der magnetischen Feldstärke in eine Richtung mit im Wesentlichen parallel zur Targetoberfläche verlaufenden Feldlinien wird dieses Teiltarget anschließend zerstäubt. Gleichzeitig wird über dem Teiltarget, welches bisher
zerstäubt wurde, ein Wechsel der magnetischen Feldrichtung von einer nahezu parallel zum Target verlaufenden in eine senkrechte Richtung vorgenommen, wodurch nunmehr dieses Teiltarget nur noch vor Verunreinigungen geschützt wird, jedoch nicht mehr zum Beschichtungsprozess beiträgt. Durch einen mehrfachen Wechsel zwischen beiden Betriebszuständen lassen sich auf diese Weise Schichtstapel aus alternierenden Einzelschichten mit hoher Effektivität und ohne zwischengeschaltete Reinigungsschritte abscheiden.
Es kommt also darauf an, dass von einem Target, welches aus mindestens zwei Teiltargets der unterschiedlichen Materialien besteht und deren elektrische Potenziale gleich sind oder nahe beieinander liegen, die beiden Teiltargets unterschiedlichen Plasmadichten ausgesetzt werden, wobei in einem ersten Betriebszustand eine magnetfelderzeugende Einrichtung so erregt wird, dass zunächst ein erstes Teiltarget aus einem Material durch eine Magnetronentladung zerstäubt wird, während ein zweites Teiltarget aus dem anderen Material einer nicht magnetfeldverstärkten Glimmentladung ausgesetzt wird, ohne dabei zerstäubt zu werden, anschließend in einem zweiten Betriebszustand die magnetfelderzeugende Einrichtung so erregt wird, dass das erste Teiltarget einer nicht magnetfeldverstärkten Glimmentladung ausgesetzt wird, ohne zerstäubt zu werden und das zweite Teiltarget durch eine Magnetronentladung zerstäubt wird, wonach in den ersten Betriebszustand zurückgekehrt werden kann.
Die erfindungsgemäße Verfahrensweise eignet sich besonders für die Verwendung rotationssymmetrischer Teiltargets. Im Falle eines inneren kreisförmigen ebenen Teiltargets aus einem der Materialien und eines äußeren ringförmigen Teiltargets mit im Wesentlichen trapezförmigem Querschnitt aus dem anderen Material kann die Ausrichtung der Normalen des trapezförmigen Teiltargets derart erfolgen, dass beim Sputtern jedes der Teiltargets auf einem geeignet beabstandeten ebenen Substrat eine im Wesentlichen gleiche Schichtdickenverteilung ausgebildet wird. Um diese Forderung zu erfüllen, werden die Durchmesser der Erosionszonen auf den Teiltargets sowie der Trapezwinkel für das äußere Teiltarget durch an sich bekannte Simulationsrechnungen oder durch Beschichtungs- experimente und übliche Kontrollmessungen der Schichtdicke optimiert und festgelegt. Allgemein gültige Angaben für die geometrischen Parameter der Teiltargets lassen sich nicht niederlegen, da weitere Verfahrenskenngrößen, insbesondere Durchmesser und Abstand des Substrats sowie der Druck des Arbeitsgases, von Einfluss sind. Das erfindungsgemäße Prinzip ist jedoch weitgehend unabhängig von diesen Verfahrenskenngrößen.
Das erfindungsgemäße Zerstäubungsverfahren wird typischerweise mit Gleichstrom durchgeführt. Stattdessen kann es aber auch zweckmäßig sein, eine mittelfrequent gepulste Spannung, z. B. im Frequenzbereich 1...100 kHz, zu verwenden. Dadurch kann der Schichtabscheidungsprozess energetisch aktiviert und dadurch Struktur und Eigen- Schäften der abgeschiedenen Schichten verbessert werden.
Vorteilhafterweise umfasst eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens eine Magnetronsputterquelle mit einem ebenen kreisförmigen Teiltarget des Materials A im Zentrum und einem koaxialen ringförmigen Teiltarget des Materials B, welches ein im Wesentlichen trapezförmiges Profil aufweist. Die Normalen zwischen den Teiltargets bilden den besagten Trapezwinkel 4. Vorteilhafterweise sind beide Teiltargets direkt elektrisch verbunden und auf einer gemeinsamen Kühlplatte wärmeleitend befestigt. Es kann auch zweckmäßig sein, die Teiltargets durch ohmsche und/oder induktive und/oder kapazitive Bauelemente elektrisch miteinander zu koppeln. Die Trennlinie zwischen beiden Teiltargets sollte bevorzugt spaltfrei gestaltet sein, wenn die Teiltargets direkt gekoppelt sind. Als magnetfelderzeugende Einrichtung kann vorteilhafterweise ein Elektromagnet aus mehreren koaxialen, getrennt ansteuerbaren Spulenwicklungen mit einem einheitlichen ferromagnetischen Joch dienen, welches mit drei konzentrischen ferromagnetischen Polschuhen versehen ist. Der mittlere Polschuh sollte sich im Bereich der Trennlinie der Teiltargets, der innere Polschuh im Zentrum des inneren Teiltargets und der äußere Polschuh außerhalb des äußeren Teiltargets befinden.
Durch Stromversorgungseinrichtungen lassen sich unterschiedliche Magnetfelder erzeugen, die den beiden Betriebszuständen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechen. Beim Sputtern des Teiltargets aus dem Material A wird ein Magnetfeld erzeugt, welches im Bereich des inneren Polschuhs eng begrenzt austritt und in einem ausgedehnten Bereich zwischen dem mittleren und dem äußeren Polschuh einen ausgedehnten Magnetpol entgegengesetzter Polarität bildet, in dem die magnetischen Feldlinien im Wesentlichen senkrecht eintreten. Beim Sputtern des Teiltargets mit im Wesentlichen trapezförmigem Querschnitt aus dem Material B besitzt die Einrichtung dagegen im Bereich des äußeren Polschuhs einen starken, eng begrenzten Magnetpol und im ausgedehnten Bereich zwischen dem mittleren und dem inneren Polschuh einen ausgedehnten Pol mit im Wesentlichen senkrechtem Austritt der Magnetfeldlinien. Besonders vorteilhaft ist es, wenn zwischen diesen beiden in Form und Betrag unterschiedlichen Magnetfeldern durch elektrische Mittel mit geringer Zeitkonstante umgeschaltet werden kann. Dazu sind die
Spulen einzeln erregbar, oder es sind Kombinationen von Spulenströmen in den Spulenwicklungen geeignet eingestellt. Bei längerem Betrieb der Einrichtung verändert sich bekanntermaßen durch Erosion die Form der Targets und damit allmählich auch Größe und Form der auf der Targetoberfläche wirksamen Magnetfelder. Besonders vorteilhaft ist es daher, wenn dieser Einfluss durch stetige oder stufige Veränderung der Spulenströme weitgehend kompensiert werden kann, wobei die beschriebenen Merkmale der Magnetfelder erhalten bleiben. Besonders vorteilhaft ist ein schnelles Umschalten zwischen den beiden Betriebszuständen der magnetfelderzeugenden Einrichtung, da so eine besonders scharfe Abgrenzung zwischen den einzelnen Schichten erzielt wird. Als vorteilhaft für das Umschalten haben sich Zeitkonstanten unter 100 ms, als besonders vorteilhaft Zeitkonstanten unter 5 ms erwiesen.
Es kann zweckmäßig sein, die Anlagenmasse als Anode zu schalten. In einigen Anwendungsfällen ist es zweckmäßig, die Einrichtung mit einer von Anlagenmasse elektrisch getrennten separaten Anode auszustatten. Eine besonders kompakte und vorteilhafte Ausgestaltung der Einrichtung umfasst eine Beschichtungsquelle, in die ein Gaseinlasssystem integriert ist.
Verfahren und Einrichtung entsprechend der Erfindung sollen anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
Mit dem Verfahren sollen in einer Prozessstation einer Sputteranlage zahlreiche ebene kreisringförmige Substrate, wie sie als magnetische Datenträger bekannt sind, einzeln nacheinander mit einer 100 nm dicken ferromagnetischen Chromlegierung und mit einer 20 nm dicken Titanverbindung beschichtet werden, ohne dass die Positionierung des jeweiligen Substrates für die Abscheidung der beiden Schichten verändert wird.
In den zugehörigen Figuren zeigen:
Fig. 1 eine Sputterquelle mit zwei rotationssymmetrischen Teiltargets zur Durchführung des Verfahrens schematisch im Schnitt,
Fig. 2 das Magnetfeld beim Sputtern des inneren Teiltargets,
Fig. 3 das Magnetfeld beim Sputtern des äußeren Teiltargets.
In Fig. 1 ist eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens dargestellt. Diese umfasst eine Magnetronsputterquelle. Eine Chromlegierung in Form eines ebenen Teiltargets 1 und
die Titanverbindung in Form eines Teiltargets 2 sind gemeinsam auf eine elektrisch leitfähige Kühlplatte 3 gebondet und mit der Sputterstromversorgungseinrichtung katodisch verbunden. Das Teiltarget 2 hat ein im Wesentlichen trapezförmiges Profil. Die Normalen der Teiltargets bilden den Konuswinkel 4. Unter den Teiltargets 1 , 2 befinden sich Spulen 5 und 6, die Bestandteile einer magnetfelderzeugenden Einrichtung sind und mit definierten Strömen unterschiedlicher Größe und Richtung gemeinsam erregt werden können. Der Elektromagnet enthält weiterhin ein Joch 7 mit drei konzentrischen ferromagnetischen Polschuhen 8, 9 und 10. Der mittlere Polschuh 9 befindet sich im Bereich der Trennlinie der Teiltargets, der innere Polschuh befindet sich im Zentrum des inneren Teiltargets 1 , und der äußere Polschuh 10 bildet die Begrenzung des äußeren Teiltargets.
Zum Sputtern der Chromlegierung werden mittels einer schaltbaren Spulenstrom- Versorgungseinrichtung (nicht dargestellt) die Spulen 5 und 6 mit definierten Strömen unterschiedlicher Größe und Richtung gemeinsam erregt. Durch Superposition der einzelnen Magnetfelder der Spulen 5, 6 entsteht das in Fig. 2 dargestellte Magnetfeld. Bei kathodischer Beschaltung bildet sich auf dem Teiltarget 1 durch das negative Potenzial gegenüber der Beschichtungskammer, die als Anode geschaltet ist, eine Magnetronentladung in der mit Argon bei einem Druck von 0,5 Pa gefüllten Beschichtungskammer aus. Im Bereich des Teiltargets 2 entsteht ebenfalls eine Gasentladung, die jedoch nicht magnetfeldverstärkt ist, da die magnetischen Feldlinien im Wesentlichen senkrecht aus der Targetoberfläche austreten. Die Plasmadichte weist im Bereich der Trennlinie 11 zwischen den Teiltargets einen ausgeprägten Gradienten auf. Das Teiltarget 2 wird nicht zerstäubt, es findet jedoch auch praktisch keine Bedeckung der Teiltargets mit Schichten der Chromlegierung statt. Auf dem Substrat (nicht dargestellt), das im Abstand von 80 mm parallel zum Teiltarget 1 und zentrisch angeordnet ist, bildet sich bei einer Leistungsdichte von 16 Wem"2 in 1 ,5 s eine Schicht der angestrebten Dicke. Die Homogenität beträgt auf der genutzten Substratfläche zwischen den Substratradien 46 mm und 14 mm ± 2 %. Die Zone höchster Targeterosion hat einen Durchmesser von 1 18 mm.
Durch Änderung von Größe und Richtung der Spulenströme innerhalb von 2 Millisekunden wird nun ein Magnetfeld entsprechend Fig. 3 erzeugt, ohne dass das elektrische Potenzial der Targets geändert wird. Die Gasentladung verändert sich dergestalt, dass auf dem Teiltarget 2 eine Plasmadichte und eine Plasmadichteverteilung in der Art einer Magnetronentladung wirksam ist. Im Bereich des Teiltargets 1 brennt dagegen eine nicht magnetisch verstärkte Glimmentladung. Die Lage der Erosionszone auf dem Teiltarget 2, im Beispiel mit
einem Durchmesser von 172 mm, und der Konuswinkel 4 von 35° bewirken, dass die auf dem angegebenen Substratbereich abgeschiedene Schicht aus der Titanverbindung eine Homogenität von ± 1 ,5 % aufweist und kein Chrom enthält. Für die Abscheidung dieser Schicht wird bei einer mittleren Leistungsdichte von 12 Wem"2 eine Zeit von 0,9 s benötigt.
Das beschriebene Verfahren und die Einrichtung zu seiner Durchführung sind, wie unschwer erkennbar ist, auch geeignet, um Wechselschichtsysteme aus mehreren Teilschichten der beiden Materialien (sogenannte Multilayer) mit hoher Präzision und scharfen Materialübergängen an den Grenzflächen herzustellen.