Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit für Spannvorrichtungen,
d.h., insbesondere für sogenannte Schubstangenspanner
zur Festlegung von Werkstücken, bestehend aus einem
Gehäuse, aus dem eine linear verstellbare, im Gehäuse gelagerte
Schubstange aus diesem herausgeführt ist und wobei ferner im
Gehäuse im Bereich neben der Schubstangenanordnung ein Antriebsglied
angeordnet ist, dessen Abtriebsglied mit dem im
Gehäuse befindlichen Ende der Schubstange in Verbindung steht.
Eine derartige Antriebseinheit ist bspw. nach der DE-A-101 18
319 A1 bekannt. Als Antriebsglied ist hierbei lediglich ein
Linearantrieb möglich, dessen Stell- bzw. Kolbenstange ein
Querstück für die gelenkige Anbindung einer zweiteiligen Kniehebelkette
aufweist, die mit ihrem zweiten Glied am im Gehäuse
befindlichen Ende der Schubstange angelenkt ist. Die beiden
sich in Folge an das Querstück anschließenden Gelenke der
Gliederkette sind dabei in einer Nut geführt, die sich mit
einem ersten Teil in Ausschubrichtung erstreckt und dann in ein
Bogenstück übergeht, um die Kette in Bezug auf die Schubstange
kniehebelartig zur Wirkung zu bringen, wobei in Spannstellung
das zweite, mit der Schubstange verbundene Glied dann im Wesentlichen
in gleicher Richtung wie die ausgefahrene Schubstange
orientiert ist. Die Kraftlinienführung vom Antriebsglied
zur Schubstange und umgekehrt ist hierbei relativ ungünstig,
und die auftretenden Kräfte müssen über mit Rollen ausgestatteten
Gelenke mit Linienberührung via gekurvter Nutwände in das
Gehäuse eingeleitet bzw. von diesem aufgenommen werden.
Der Erfindung liegt, ausgehend von einer Antriebseinheit der
eingangs genannten Art, die Aufgabe zugrunde, diese dahingehend
umzugestalten und zu verbessern, daß die Schubstange sowohl mit
linearen als auch drehenden Antriebsgliedern betätigbar ist,
wobei in Spannstellung und in beiden Fällen die beiden Kniehebelglieder
im Wesentlichen eine Fortsetzung der Schubstangenerstreckung
bilden und damit die Spannlast bei verbesserter
Kraftlinienführung in linearer Fortetzung der Schubstange in
das Gehäuse einleitbar ist.
Diese Aufgabe ist mit einer Antriebseinheit der eingangs genannten
Art nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Verbindung
zwischen dem Abtriebsglied des Antriebes und dem Ende
der Schubstange aus einem Adapter und einem aus drei, durch ein
gemeinsames Gelenk verbundenen Gliedern bestehenden Kniehebeltrieb
gebildet ist, wobei das freie Ende des ersten Gliedes am
Ende der Schubstange, das des zweiten, das Druckglied bildenden
Gliedes am Adapter und das des dritten Gliedes in einem Gehäusestützlager
angelenkt ist, das im Gehäuse auf der Erstreckungsgeraden
der Schubstange angeordnet ist, wobei die Glieder
und der Adapter derart einander zugeordnet sind, daß die
Glieder in Spannstellung in der Erstreckungsgeraden der Schubstange
orientiert sind.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich nach den abhängigern
Patentansprüchen.
Bei dieser erfindungsgemäßen Lösung liegt also für die linear
verstellbare Schubstange im Gegensatz zum Spanner nach der
vorerwähnten DE-A-101 18 319 A1 ein im Sinne der Definition
ideales Kniehebelsystem (siehe Lueger/Grundlagen des Maschinenbaus,
1960, Seite 203) vor, dessen sogenannter Druckhebel
mit dem Adapter verbunden ist, und die im System auftretenden
Belastungen werden als Flächenpressungen im Falle linear eingeleiteter
Kraft über den Adapter und das Gehäuseystützlager in
das Gehäuse eingeleitet und im Falle rotorisch eingeleiteter
Kraft allein via Adapter über das Gehäusestützlager, was noch
näher erläutert wird.
Nutführungen im Gehäuse für die am Kniehebelsystem beteiligten
Gelenke sind nicht erforderlich, d.h., lediglich bei linearer
Krafteinleitung durch einen ebenfalls im Gehäuse mit angeordneten
bspw. Pneumatikzylinder bedarf der entsprechend angepaßte
Adapter einer Geradführung im Gehäuse, und bei elektromotorischem
Antrieb erfolgt die Belastungseinleitung in das Gehäuse
ausschließlich über das Gehäusestützlager.
Die erfindungsgemäße Antriebeinheit einschließlich ihrer vorteilhaften
Weiterbildungen gemäß der abhängigen Patentansprüche
wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung von
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt schematisch
- Fig.1
- perspektivisch und verkleinert die Antriebseinheit;
- Fig.2
- die im unteren Bereich geöffnete Antriebseinheit in
Seitenansicht bei ausgefahrener Schubstange;
- Fig.3
- die Antriebseinheit gemäß Fig.2 bei eingefahrener
Schubstange;
- Fig.4
- die im unteren Bereich geöffnete Antriebseinheit in
Seitenansicht für einen motorischen Antrieb bei ausgefahrener
Schubstange und
- Fig.5
- die Antriebseinheit gemäß Fig.4 bei eingefahrener
Schubstange.
Die Antriebseinheit besteht aus einem Gehäuse 1, aus dem eine
linear verstellbare, im Gehäuse 1 gelagerte Schubstange 4 aus
diesem herausgeführt ist und wobei ferner im Gehäuse 1 im Bereich
neben der Schubstangenanordnung ein Antriebsglied 5
angeordnet ist, dessen Abtriebsglied 6 mit dem im Gehäuse 1
befindlichen Ende 4' der Schubstange 4 in Verbindung steht. Die
dazu in Fig.1 dargestellte Ausführungsform weist bereits Besonderheiten
auf, die später noch näher erläutert werden.
Für eine solche Antriebseinheit ist unter Verweis auf die Fig.2
bis 4 nunmehr wesentlich, daß die Verbindung zwischen dem
Abtriebsglied 6 und dem Ende 4' der Schubstange 4 aus einem
Adapter 7 und einem aus drei, durch ein gemeinsames Gelenk 8
verbundenen Gliedern 9,10,11 bestehenden Kniehebeltrieb 12
gebildet ist. Das freie Ende des ersten Gliedes 9 ist am Ende
der Schubstange 4, das des zweiten, den Druckhebel bildenden
Gliedes 10 ist am Adapter 7 und das des dritten Gliedes 11 ist
in einem Gehäusestützlager 13 angelenkt. Dieses Gehäusestützlager
ist im Gehäuse 1 auf der Erstreckungsgeraden G der
Schubstange 4 darstellungsorientiert unterhalb dieser angeordnet,
wobei die genannten Glieder 9,10,11 und der Adapter 7
derart einander zugeordnet sind, daß die Glieder 9 und 11 in
Spannstellung in der Erstreckungsgeraden G orientiert sind, wie
dies die Fig.2 und 4 verdeutlichen.
Die Antriebsglieder 5 sind in den Fig. 2 bis 5 nur gestrichelt
angedeutet, wobei es sich bei dem der Fig.2,3 bspw. um einen
Pneumatikzylinder und bei dem der Fig. 4,5 um einen E-Umkehrmotor
handelt.
Da je nach Antriebsglied 5 die Verstellbewegungen in einem
Falle linear und im anderen Falle rotatorisch eingeleitet
werden, verlangt dies unterschiedliche Adapter 7 bei ansonsten
beibehaltenem Kniehebelsystem.
Bei eingebauten Zylinderantrieb ist der Adapter 7 in Form einer
im Gehäuse 1 mit Doppelrollen 2 geführten und an das Abtriebsglied
6 (Kolbenstange) des Antriebsgliedes 5 in geeigneter
Weise angekoppelten Kulisse 7' ausgebildet, während bei einem
Drehantrieb der Adapter 7 in Form eines mit einer Schnecke 6'
des Abtriebsgliedes 6 (Motorwelle) des Stellmotors 5" kämmenden
Schneckenradsegmentes 7" ausgebildet ist, wobei, wie in den
Fig.4,5 dargestellt, das Schneckenradsegment 7" zweckmäßig direkt
mit auf dem Gehäusestützlager 13 sitzt, aber frei auf
dieser drehbar gelagert sein kann.
Um unter Beibehaltung des gleichen Gehäuses 1 und des gleichen
Kniehebelsystems 12 den jeweils gewünschten Antrieb 5 und den
zugehörigen Adapter 7 herstellerseitg einbauen zu können, ist
der Gelenkanschluß 14 für das Druckglied 10 im einen Fall an
der Kulisse 7' und im anderen Fall an dem Schneckenradsegment
7", die den jeweiligen Adapter 7 bilden, an sich funktionsentsprechenden
Stellen angeordnet, die mit S bzw. S' bezeichnet
sind. Für den Hersteller ist also der Vorteil gegeben,
wahlweise den einen oder anderen Antrieb 5 mit zugehörigem
Adapter 7 bei ansonsten gleichem Gehäuse 1, gleicher Schubstange
und gleichem Kniehebelsystem 12 einbauen zu können.
Da bei derartigen Schubstangenspannern auch mit schubstangenseitig
einfließenden Torsionsbelastungen gerechnet werden
muß, die die ganze Stellmechanik in mehr oder weniger unübersichtlicher
Weise zusätzlich belasten würden, besteht eine vorteilhafte
Weiterbildung darin, daß die Schubstange 4 aus
minestens zwei Stangen 4' gebildet ist, die an ihren äußeren
Enden miteinander durch eine Schnittstelle 15 zur Aufnahme
unterschiedlicher Druckstücke (nicht dargestellt) verbunden
sind, wie dies aus Fig.1 ersichtlich ist.
Die beim Ausführungsbeispiel dargestellten beiden Stangen 4'
sind dabei in einer gemeinsamen Stangenführung oder in einzelnen
(wie dargestellt) im Durchgriffsbereich in das Gehäuse 1
eingelassenen Stangenführungen 4" geführt.
Auf diese Weise werden also die sonst den normalen und übersichtlichen
Kraftlinienverlauf in der Stellmechanik beeinträchtigende
Torsionsbelastungen bereits im Durchgriffsbereich
von den Stangenführungen 4" aufgenommen.
Sofern unter Beibehaltung des beschriebenen Kniehebelsystems
auch eine Handbetätigung der Antriebseinheit gegeben sein soll,
ist vorteilhaft vorgesehen, die im Gehäusestützlager 13 aufgenommene
Gelenkwelle 13' zur Anbringung eines Handstellhebels 16
ein- oder beidseitig, wie aus Fig.1 ersichtlich, herausragen
zu lassen, um einen solchen Handhebel 16 aufstecken zu können.
In diesem Falle muß natürlich das Glied 11 zwingend verdrehfest
mit der Gelenkwelle 13' verbunden sein, um von da aus die
Verstellkraft in das Kniehebelsystem 12 einleiten zu können.