Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung und/oder Behandlung
einer Faserstoffbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn,
mit wenigstens einer zumindest eine pneumatische Zerstäuberdüse umfassenden
Sprühauftragseinrichtung zum Aufbringen eines Sprühnebels
auf die Faserstoffbahn. Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der
EP-A-0 979 897 bekannt.
Bei den bisher üblichen Düsenfeuchtern mit pneumatischen Zerstäuberdüsen
erfolgt die Rückbefeuchtung mit einem Bahnabstand ≥ 75 mm. Die
Zonenbreite liegt in einem Bereich von 12,5 mm bis 150 mm. Das Sprühbild
der bisher üblichen Feuchter ist jedoch nicht gut genug für eine SC-A-Qualität
mit höchster Oberflächengüte, bei der die Befeuchtung kurz
vor einem Multinipkalander erfolgt.
Es werden bereits pneumatische Zerstäuberdüsen in Düsenfeuchtern zur
Rückbefeuchtung und Feuchteprofilierung faserförmiger Bahnen eingesetzt.
Ein wichtiges Kriterium ist hierbei, die Flüssigkeit sehr fein aufzusprühen,
um gleichmäßige Oberflächen- und Papiereigenschaften zu
gewährleisten. Diesem Zweck dient der Einsatz von pneumatischen Zerstäuberdüsen.
Bei solchen Düsen soll durch das Zerstäubungsgas die
Flüssigkeit in sehr kleine Tropfen zerstäubt werden.
Wesentliche Einflussgrößen sind die Auftragsqualität und -quantität. So
nimmt mit größer werdenden Bahngeschwindigkeiten und abnehmender
Sprühtropfengröße der Wirkungsgrad der Befeuchtung ab, und es kommt
zu einem ungleichmäßigen, wolkigen Auftrag. Der Grund dafür besteht
darin, dass sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf der Bahn eine
zunehmend stabilere, d.h. schnellere und dickere Luftgrenzschicht, laminar
und turbulent, aufbaut, die von den Tropfen kaum noch zu durchdringen
ist. So wird ein Teil der Tropfen von der Luftschicht mitgerissen
und verwirbelt, bevor er die Bahn erreicht, wodurch eine Wolkigkeit und
Steifigkeit des Auftrags erzeugt wird. Als Wolkigkeit werden hier Auftragsmengenschwankungen
der einzelnen Düse auf dem Papier bezeichnet.
Die Größe der Wolken und/oder Flecken beträgt im allgemeinen 1 cm
bis 8 cm, je nach Betriebsbedingungen. Unter Steifigkeit werden Auftragsmengenschwankungen
der einzelnen Düse auf dem Papier in Maschinenlaufrichtung
bezeichnet. Die Breite der Streifen hängt u.a. vom
Verhältnis Düsenabstand in Querrichtung zum Bahnabstand und
Sprühwinkel ab. Diese Effekte sind darauf zurückzuführen, dass die
kleineren Tropfen nicht mehr den erforderlichen Impuls aufbringen, der
für ein Durchdringen der Luftgrenzschicht erforderlich wäre. Deren Puls
nimmt mit der dritten Potenz zum Tropfendurchmesser ab, was bedeutet,
dass beispielsweise mit einer Halbierung des Durchmessers der Impuls
auf 1/8 reduziert wird. Hingegen geht die Geschwindigkeit nur linear mit
ein. So gilt für den Impuls die folgende Beziehung:
I = m · w = ρ · 1/6 · π · d3 · w,
mit
m = ρ · V
und
V=1/6 · π · d3,
wobei
- I
- Impuls
- m
- Masse des Tropfens
- w
- Geschwindigkeit des Tropfens
- ρ
- Dichte der Tropfenflüssigkeit
- V
- Volumen
- d
- Tropfendurchmesser.
Die bisher üblichen pneumatischen Zerstäuberdüsen in Düsenfeuchtern
besitzen Tropfendurchmesser < 80 µm (arithmetischer Mittelwert). Der
Wirkungsgrad liegt bei Bahngeschwindigkeiten > 1000 m/min lediglich in
einem Bereich von 40 bis 60 %, während die restliche Sprühwassermenge
mit der Umgebungsluft mitgerissen wird. Ein ungleichmäßiger Feuchteauftrag
kann insbesondere bei sich direkt anschließender Online-Satinage
oder Oberflächenveredelung des Papiers zu ungleichen Glanz-, Glätteund/oder
Flachlageneigenschaften führen.
Bei den bekannten Entwicklungen zum Besprühen schnelllaufender
Faserstoffbahnen, insbesondere Papierbahnen, war man bestrebt, den
Impuls der Wassertropfen bei gegebenem Tropfendurchmesser groß zu
halten. Dies kann nun aber nur über die Tropfengeschwindigkeit erreicht
werden, wodurch gemäß der obigen Formel der Impulse erhöht wird. So
ist beispielsweise bei einem auf dem Markt erhältlichen Düsenfeuchter
eine sehr feine Tropfengröße von 20 µm vorgesehen. Um den Wirkungsgrad
zu erhöhen, wurde bei diesem Düsenfeuchter die Düse so modifiziert,
dass sich eine höhere Tropfengeschwindigkeit ergibt, um damit den Impuls
zu erhöhen (vgl. erster Auszug aus Wochenblatt der Papierfabrikation,
1999, Nr. 10, Seiten 680 bis 685, "Practical Aspects Concerning
Moisture Gradient Calendering"). Während bei einer älteren Düse eine
Tropfengeschwindigkeit von etwa 5 m/s bei einer mittleren Tropfengröße
von 80 µm vorgesehen war, betrug die Tropfengeschwindigkeit bei einer
neueren Düse etwa 15 m/s bei einer mittleren Tropfengröße von 20 µm.
Im Ergebnis ist somit festzustellen, dass die bisher üblichen Düsen hinsichtlich
einer Befeuchtung mit immer kleineren Tropfen von < 50 µm bei
hohen Bahngeschwindigkeiten von > 1000 m/min an ihre Grenzen stoßen.
Die Möglichkeiten zur Erhöhung der Tropfengeschwindigkeit reichen
also nicht mehr aus.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der die zuvor genannten
Nachteile beseitigt sind. Dabei sollen insbesondere eine Befeuchtung mit
homogenem Sprühbild bei hohen Bahngeschwindigkeiten bzw. ein Sprühbild
ohne Wolken oder Streifen bei sehr kleinen Tröpfchengrößen (< 50
µm) möglich sein. Wolkigkeit, Streifigkeit und Markierungen sollen so weit
wie möglich eliminiert werden. Zudem werden eine möglichst gute Planlage
und optimale Oberflächeneigenschaften von online kalandrierten SC-Papieren
angestrebt. Außerdem soll ein Online-Prozess für eine SC-Produktion
bei hohen Geschwindigkeiten und höchsten Qualitätsanforderungen
ermöglicht werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine jeweilige
pneumatische Zerstäuberdüse in einem Abstand von der Faserstoffbahn
angeordnet ist, der in einem Bereich von etwa 20 bis etwa 75 mm liegt.
Aufgrund dieser Ausbildung wird ein wolkenfreier Auftrag erreicht, wobei
gleichzeitig für eine relativ hohe Energie des Sprühstrahls gesorgt ist. Es
sind hohe Geschwindigkeiten des die Tropfen transportierenden Zerstäubergases
bis zur Faserstoffbahn gewährleistet, wobei gleichzeitig für eine
relativ hohe Energie des Sprühstrahls, eine gleichmäßige Auftragsqualität
und einen hohen Wirkungsgrad gesorgt ist. Es ergibt sich eine bessere
Planlage (weniger Cockling) bei online kalandrierten SC-Papieren. Zudem
ergibt sich bei solchen online kalandrierten SC-Papieren auch eine bessere
Gleichmäßigkeit der Oberflächeneigenschaften, Glanz und Glätte. Es ist
nunmehr ein Online-Prozess für eine SC-Produktion bei hohen Geschwindigkeiten
und höchsten Qualitätsanforderungen möglich. Mit einem
Sprühbild ohne Wolken oder Streifen und sehr kleinen Tröpfchengrößen
ist insbesondere auch eine Rückfeuchtung mit extrem homogenem
Sprühbild bei hohen Auftragsmengen möglich, insbesondere auch bei
Sprühauftrag kurz vor dem Kalander.
Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung liegt der Abstand von der Faserstoffbahn in einem Bereich
von etwa 20 bis etwa 60 mm, wobei er vorzugsweise etwa 50 mm
beträgt.
Dabei transportiert das Gas des Sprühstrahls die feinen Tropfen. Der
kleine Bahnabstand bringt hohe Gasgeschwindigkeiten des Sprühstrahls
mit sich, der dadurch extrem stabil und störungsunanfällig gegen äußere
Einflüsse wie z.B. gegenüber der Luftgrenzschicht der Bahn wird.
Bei einer jeweiligen pneumatischen Zerstäuberdüse erfolgt zweckmäßigerweise
eine Vernebelung des Sprühmediums mittels Luft und/oder
mittels eines anderen Gases bzw. Gasgemisches.
Bevorzugt ist wenigstens eine pneumatische Zerstäuberdüse vorgesehen,
die einen Vollkegelstrahl, Hohlkegelstrahl, elliptischen Strahl oder Flachstrahl
erzeugt.
Vorteilhafterweise ist wenigstens eine pneumatische Zerstäuberdüse
vorgesehen, die eine mittlere Tröpfchengröße (arithmetischer Mittelwert) <
50 µm erzeugt.
Die Geschwindigkeit des Zerstäubungsgases beim Auftreffen auf die Faserstoffbahn
ist vorzugsweise > 0,5 m/s, insbesondere > 0,8 m/s und
vorzugsweise > 1,1 m/s.
Die theoretische Geschwindigkeit ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen
der verbrauchten normierten Zerstäubergasmenge der Düse und der
projizierten Fläche des Sprühstrahls auf der Bahn. Das Gas des Sprühstrahls
transportiert die feinen Tropfen. Der Impuls der Tropfen selbst
spielt nur noch eine ungeordnete Rolle. Die hohen Gasgeschwindigkeiten
des Sprühstrahls machen den Strahls extrem stabil und störungsunanfällig
gegen äußere Einflüsse wie z.B. die Luftgrenzschicht der Bahn.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist insbesondere bei
einem gegenseitigen, quer zur Bahnlaufrichtung gegebenen Düsenabstand
< 30 mm und/oder insbesondere bei einem Bahnabstand < 75 mm, vorzugsweise
< 60 mm, der Sprühwinkel einer jeweiligen pneumatischen
Zerstäuberdüse > 45°. Aufgrund des relativ kleinen Düsenabstands in
Querrichtung und des relativ großen Sprühwinkels der Düsen ergibt sich
ein streifenfreier Auftrag. Der Sprühwinkel wird dabei so festgelegt, dass
90 % der zerstäubten Wassermenge innerhalb des Sprühwinkels auf die
Bahn trifft.
Der Volumenstrom des von einer jeweiligen pneumatischen Zerstäuberdüse
gelieferten Zerstäubungsgases ist vorteilhafterweise größer oder gleich 7
Nm3/h (Normkubikmeter/Stunde) und vorzugsweise größer oder gleich 10
Nm3/h.
Das Gas des Sprühstrahls transportiert die feinen Tropfen. Die hohen
Volumenströme führen zu hohen Gasgeschwindigkeiten des Sprühstrahls,
die ihn extrem stabil und störungsunanfällig gegen äußere Einflüsse
machen.
Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist die Sprühmenge einer jeweiligen pneumatischen
Zerstäuberdüse im Betrieb > 81/h, vorzugsweise > 12 l/h.
Vorteilhafterweise ist wenigstens eine pneumatische Zerstäuberdüse mit
Innenmischung vorgesehen.
Bei innen mischenden Düsen ist der Strahlaufbau bei Austritt aus der
Düse bereits erfolgt, und es sind somit ein störungsunanfälliger Betrieb
sowie kleinere Abstände zur Bahn möglich.
Bevorzugt ist wenigstens eine pneumatische Zerstäuberdüse mit einem
Sprühwinkel > 48° vorgesehen. Damit ergibt sich eine breite Verteilung
des Auftrags bei kleinem Bahnabstand.
Bei einer weiteren zweckmäßigen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist wenigstens eine pneumatische Zerstäuberdüse vorgesehen,
bei der der Winkel zwischen Zerstäubungsgas und Sprühmedium
im Zerstäubungsbereich > 50° ist.
Der Druck des Zerstäubungsgases liegt zweckmäßigerweise in einem
Bereich von etwa 0,5 bar bis etwa 1 bar, wobei er vorzugsweise etwa 0,65
bar beträgt.
Die Düsenteilung in Querrichtung ist vorzugsweise so gewählt, dass der
gegenseitige Abstand der Sprühzonen in einem Bereich von etwa 15 bis 30
mm liegt und vorzugsweise etwa 20 mm beträgt.
Der direkte Abstand einer jeweiligen pneumatischen Zerstäuberdüse zu
einer jeweiligen anderen pneumatischen Zerstäuberdüse ist insbesondere
in Querrichtung vorteilhafterweise > 110 mm. Dadurch werden Wechselwirkungen
zwischen benachbarten Düsen vermieden.
Bei einer weiteren bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind insbesondere in Querrichtung aufeinanderfolgende
pneumatische Zerstäuberdüsen zur Erzielung eines gleichmäßigen
Auftrags einzeln und/oder gruppenweise ansteuerbar und/oder
regelbar.
Insbesondere in Querrichtung aufeinanderfolgende pneumatische Zerstäuberdüsen
können vorteilhafterweise auch zur Profilierung der Feuchte
einzeln und/oder gruppenweise ansteuerbar und/oder regelbar sein.
Die Temperatur des Sprühmediums liegt vorzugsweise in einem Bereich
von etwa 50 bis etwa 90°C und vorzugsweise in einem Bereich von etwa
60 bis etwa 80°C.
Das Sprühmedium kann beispielsweise Chemikalien, Wasser, Wasser mit
Additiven, z.B. Tensiden, Stärke, Streichfarben, Pigmente und/oder dergleichen
umfassen.
Ziele des Auftrages können neben der Rückbefeuchtung und Profilierung
auch Veränderungen von Papiereigenschaften wie Glanz, Glätte, Oberflächenspannung,
Rupffestigkeit, Planlage, Curl etc. sein.
Bei einer Online-Satinage ist die Sprühauftragseinrichtung vorzugsweise
in einem solchen Abstand vom Kalander angeordnet, dass sich bis zum
ersten Kalandernip eine Verweilzeit ergibt, die in einem Bereich von etwa
0,1 sec bis etwa 0,8 sec liegt.
Bei einer Online-Satinage erfolgt vorzugsweise eine beidseitige Beaufschlagung
bzw. Befeuchtung der Faserstoffbahn. So ist bei einer solchen
Online-Satinage vorteihafterweise auf jeder Seite der Faserstoffbahn jeweils
wenigstens eine Sprühauftragseinrichtung vorgesehen.
Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn bei einer Online-Satinage die
Faserstoffbahn bei einem Trockengehalt größer oder gleich 96 % mittels
der Sprühauftragseinrichtung rückbefeuchtet wird.
Die beispielsweise als Feuchter ausgeführte Sprühauftragseinrichtung
kann mehrere, z.B. maximal sechs oder vier Düsenreihen je Auftragsseite
umfassen, um bei den hohen Luftmengen gegenseitige Düsenbeeinflussungen
zu minimieren.
Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform ist die Rückfeuchtungskapazität
einer jeweiligen Sprühauftragseinrichtung mit insbesondere
maximal sechs oder vier Düsenreihen je Auftragsseite so bemessen,
dass sich ausgehend von einem Trockengehalt der Faserstoffbahn in
einem Bereich von etwa 96 % bis etwa 99 % ein auf dem Bereich von etwa
88 bis etwa 93 % reduzierter Trockengehalt ergibt. Bei maximalen Betriebsgeschwindigkeiten
werden mindestens 7 bis 9 % Rückfeuchtung
erreicht.
In bestimmten Fällen kann es auch von Vorteil sein, wenn mittels wenigstens
einer entsprechenden Sprühauftragseinrichtung zuerst die Oberseite
der Faserstoffbahn beaufschlagt bzw. befeuchtet wird.
Bei einer anderen zweckmäßigen Ausführungsform wird mittels wenigstens
einer entsprechenden Sprühauftragseinrichtung zuerst die Unterseite
der Faserstoffbahn beaufschlagt bzw. befeuchtet.
Grundsätzlich können jedoch auch durch wenigstens zwei einander gegenüberliegende
Sprühauftragseinrichtungen die beiden Seiten der Faserstoffbahn
gleichzeitig beaufschlagt bzw. befeuchtet werden. Die Faserstoffbahn
liegt in diesem Fall also zwischen den einander gegenüberliegenden
Sprühauftragseinrichtungen.
Eine gleichzeitige Befeuchtung der beiden Bahnseiten durch zumindest
zwei sich gegenüberliegende Feuchter bringt u.a. den Vorteil mit sich,
dass die Feuchter durch ihr Zerstäubergas gleichzeitig die Faserstoffbahn
zwischen den Feuchtern stabilisieren.
Sind mehrere sich jeweils in Querrichtung erstreckende, in Bahnlaufrichtung
aufeinanderfolgende Düsenreihen vorgesehen, so können diese
beispielsweise in einer Ebene liegen, die mit der Horizontalen einen Winkel
in einem Bereich von 0 bis etwa 90° einschließt.
Die Sprühauftragseinrichtung kann insbesondere in einem geraden freien
Bahnzug oder gegen eine die Faserstoffbahn stützende Walze angeordnet
sein.
Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung beträgt der in Bahnlaufrichtung gemessene Mindestabstand
der ersten bzw. letzten Düsenreihe der Sprühauftragseinrichtung zu
einer die Faserstoffbahn stützenden Walze etwa 0,5 m und vorzugsweise
etwa 1 m.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere auch bei höheren
Bahngeschwindigkeiten einsetzbar. So kann die Bahngeschwindigkeit
beispielsweise > 1000 m/min und vorzugsweise größer 1500 m/min sein.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist u.a. insbesondere auch zur Herstellung
von SC-Papier und SC-B-Papier verwendbar, dessen Porosität
kleiner oder gleich 40 ml/min Bendtsen, insbesondere kleiner oder gleich
20 ml/min Bendtsen ist, wobei sich der jeweilige Porositätswert auf kalandrisiertes
Papier bezieht.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Teildarstellung einer der Herstellung
und/oder Behandlung einer Faserstoffbahn dienenden
Einrichtung mit zumindest einer, hier beispielsweise
zwei jeweils mehrere pneumatische Zerstäuberdüsen
umfassen Sprühauftragseinrichtungen und
- Figur 2
- eine schematische Darstellung von zwei einer Sprühauftragseinrichtung
gemäß Figur 1 zugeordneten, in einem
bestimmten Abstand von der Faserstoffbahn angeordneten
sowie in Querrichtung voneinander beabstandeten
pneumatischen Zerstäuberdüsen.
Figur 1 zeigt in schematischer Teildarstellung eine der Herstellung
und/oder Behandlung einer Faserstoffbahn 10 dienende Einrichtung 12.
Bei der Faserstoffbahn 10 kann es sich insbesondere um eine Papier- und
Kartonbahn handeln.
Die Vorrichtung 10 umfasst wenigstens eine zumindest eine pneumatische
Zerstäuberdüse 14 umfassende Sprühauftragseinrichtung 16 zum
Aufbringen eines Sprühnebels auf die Faserstoffbahn 10. In der Darstellung
gemäß Figur 1 sind beispielsweise zwei solche Sprühauftragseinrichtungen
16 zu erkennen.
Figur 2 zeigt in schematischer Darstellung zwei einer solchen Sprühauftragseinrichtung
16 zugeordnete, in einem bestimmten Abstand von der
Faserstoffbahn 10 angeordnete sowie in Querrichtung voneinander beabstandete
pneumatische Zerstäuberdüsen 14.
Die pneumatischen Zerstäuberdüsen 14 sind jeweils in einem Abstand a
(vgl. Figur 2) von der Faserstoffbahn 10 angeordnet, der insbesondere in
einem Bereich von etwa 20 bis etwa 75 mm liegen kann. Dabei kann
dieser Abstand von der Faserstoffbahn 10 insbesondere in einem Bereich
von etwa 20 bis etwa 60 mm liegen und vorzugsweise etwa 50 mm betragen.
Wie am besten anhand der Figuren 2 zu erkennen ist, wird den pneumatischen
Zerstäuberdüsen 14 über einen Einlass 18 jeweils ein Sprühmedium
und über einen Einlass 20 jeweils Zerstäubergas in einer bestimmten
Menge zugeführt. Dabei erfolgt in den pneumatischen Zerstäuberdüsen 14
jeweils eine Vernebelung des Sprühmediums mittels Luft und/oder mittels
eines anderen Gases bzw. Gasgemisches.
Eine jeweilige pneumatische Zerstäuberdüse 14 kann insbesondere einen
Vollkegelstrahl, Hohlkegelstrahl, elliptischen Strahl oder Flachstrahl
erzeugen.
Die Geschwindigkeit des Zerstäubungsgases beim Auftreffen auf die Faserstoffbahn
10 kann beispielsweise > 0,5 m/s, insbesondere > 0,8 m/s
und vorzugsweise > 1,1 m/s sein. Dabei ergibt sich die theoretische Geschwindigkeit
aus der verbrauchten normierten Zerstäubergasmenge der
Zerstäuberdüse 14 bezogen auf die projizierte Fläche 22 (vgl. Figur 2) des
Sprühstrahls 24 auf der Faserstoffbahn 10.
Insbesondere bei einem gegenseitigen, quer zur Bahnlaufrichtung gegebenen
Düsenabstand b < 30 mm und/oder insbesondere bei einem Bahnabstand
a < 75 mm, vorzugsweise kleiner 60 mm, ist der Sprühwinkel α
einer jeweiligen pneumatischen Zerstäuberdüse 14 beispielsweise > 45°.
Vorzugsweise sind pneumatische Zerstäuberdüsen 14 mit Innenmischung
vorgesehen.
Die Düsenteilung in Querrichtung ist vorzugsweise so gewählt, dass der
gegenseitige Abstand der Sprühzonen in einem Bereich von etwa 15 bis
etwa 30 mm liegt und vorzugsweise etwa 20 mm beträgt.
Der direkte Abstand b einer jeweiligen pneumatischen Zerstäuberdüse 14
zu einer jeweiligen anderen pneumatischen Zerstäuberdüse 14 in Querrichtung
ist zweckmäßigerweise > 110 mm.
Die in Querrichtung aufeinanderfolgenden pneumatischen Zerstäuberdüsen
14 können beispielsweise zur Erzielung eines gleichmäßigen Auftrags
und/oder zur Profilierung der Feuchte einzeln und/oder gruppenweise
ansteuerbar und/oder regelbar sein.
Das Sprühmedium kann beispielsweise Wasser, Wasser mit Additiven,
z.B. Tensiden, Stärke, Streichfarben, Pigmente und/oder dergleichen
umfassen.
Wie insbesondere anhand der Figur 1 zu erkennen ist, kann eine jeweilige
Sprühauftragseinrichtung 16 mehrere in Bahnlaufrichtung aufeinanderfolgende
Düsenreihen umfassen. Im vorliegenden Fall umfassen die
Sprühauftragseinrichtungen 16 beispielsweise jeweils drei solche Düsenreihen.
Eine jeweilige Sprühauftragseinrichtung 16 kann beispielsweise in einem
geraden freien Bahnzug oder gegen eine die Faserstoffbahn 10 stützende
Walze angeordnet sein. Bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 sind die
beiden Sprühauftragseinrichtungen 16 jeweils in einem geraden freien
Bahnzug angeordnet.
Bevorzugt beträgt der in Bahnlaufrichtung gemessene Mindestabstand der
ersten bzw. letzten Düsenreihen einer jeweiligen Sprühauftragseinrichtung
16 zu einer die Faserstoffbahn 10 stützenden Walze 26 etwa 1 m und
vorzugsweise etwa 0,5 m.
Bezugszeichenliste
- 10
- Faserstoffbahn
- 12
- Vorrichtung zur Herstellung und/oder Behandlung einer
Faserstoffbahn
- 14
- pneumatische Zerstäuberdüse
- 16
- Sprühauftragseinrichtung
- 18
- Einlass
- 20
- Einlass
- 22
- projizierte Fläche
- 24
- Sprühstrahl
- 26
- Walze
- a
- Bahnabstand
- b
- Düsenabstand in Querrichtung
- α
- Sprühwinkel