Friktionsfalschdrallvorrichtung und Verfahren zum Betreiben einer Friktionsfalschdrallvomchtung
Die Erfindung betrifft eine Friktionsfalschdrallvomchtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Betreiben der Friktionsfalschdrallvomchtung.
Eine Friktionsfalschdrallvomchtung beinhaltet Friktionsfalschdrallaggregate, wie sie beispielsweise aus der EP 0 744 480 bekannt sind, sowie deren Stromversorgung. Das bekannte Friktionsfalschdrallaggregat zum Falschdralltexturieren synthetischer Fäden enthält ein Friktionsmittel mit Stapeln sich jeweils überlappender, gleichsinnig drehender Scheiben, die auf parallel in den Eckpunkten eines gleichseitigen Dreiecks aufgestellten Wellen angeordnet sind und auf denen durch den sich zwischen den Scheiben bildenden Zwickeln durch Rotation ein Drall auf den Faden ausgeübt wird.
Dabei sind die drei drehbar gelagerten Friktionsscheibenstapel über einen Riemen oder dergleichen miteinander derart gekoppelt, dass die Friktionsscheibenstapel gleichsinnig und mit gleicher Drehzahl rotieren. Der Antrieb erfolgt über ein dem Friktionsmittel zugeordneten und mit den Friktionsscheibenstapeln verbundenen elektromotorischen Antrieb. In der Regel kommt hierfür ein Asynchronmotor zum Einsatz, der zusammen mit den Motoren anderer Friktionsfalschdrallaggregate an einer gemeinsamen steuerbaren Stromversorgung, in der Regel ein Umrichter, betrieben wird.
Zum Schutz gegen überlastungsbedingte Schäden muss jeder Motor über eine eigene Schutzeinrichtung verfugen, die die Elektrik sowohl gegen kurzzeitige Überströme als auch vor lang andauernder Überlastung schützt. Hierfür kommen für jedes Friktionfalschdrallaggragat beispielsweise je eine Schmelzsicherung und eine Bimetallsicherung zum Einsatz.
In Hinblick auf einen sichereren Falschdralltexturierprozeß und auf eine dokumentiert gleichmäßig gute Qualität des Fadens ist die ausschließliche Absicherung des Aggregates gegen Schäden nicht hinreichend.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Friktionsfalschdrallvomchtung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzuentwickeln, dass über die reine Schutzfunktion der Elektrik auch sich anbahnende Funktionsveränderungen der Friktionsfalschdrallaggregate erkannt und dokumentiert oder gemeldet werden können, sowie ein geeignetes Verfahren zum Betreiben der Friktionsfalschdrallvomchtung zu entwickeln.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die in der Friktions- falschdrallvorrichtung enthaltenen Friktionsfalschdrallaggregate einen mit dem Antrieb oder mit dem Friktionsmittel verbundenen Drehzahlsensor aufweisen, so dass eine laufende Auswertung des Signals des Drehzahlsensors möglich ist.
Der Vorteil der Erfindung liegt darin, dass sowohl plötzlich auftretende als auch sich kontinuierlich anbahnende Störungen leicht detektiert werden können. Die Erfindung macht sich dabei die Tatsache zunutze, dass die für Friktionsfalsch- drallaggregat infrage kommenden Elektromotoren eine abfallende Drehzahl- Drehmoment-Kennlinie aufweisen. Wird ein Friktionsfalschdrallaggregat nun durch eine Störung mit einem zusätzlichen Bremsmoment belastet, so macht sich das durch eine Abnahme der Drehzahl bemerkbar, die leicht durch einen Drehzahlsensor erkannt werden kann.
Das Signal des Drehzahlsensors wird, ohne dass es innerhalb des Friktionsfalsch- drallaggregates im Sinne einer Regelung, Steuerung oder Überwachung ausgewertet wird, zwecks einer externen Weiterverarbeitung nach außen geführt.
Besonders vorteilhaft ist der Einsatz des Drehzahlsensors in Verbindung mit einem Asynchronmotor, da hier ein definierter Zusammenhang zwischen dem Lastmoment und dem Schlupf existiert, wobei der Schlupf leicht aus der Dreh-
feldfrequenz und der gemessenen Drehzahl ermittelt werden kann. Jedoch sind auch Gleichstrommotoren oder Synchronmotoren zum Antreiben der Friktionsmittel geeignet. Als Friktionsmittel können dabei angetriebene sich überlappende Friktionsscheibenstapel oder Friktionsriemen oder Kombinationen von Friktions- Scheiben und Friktionsriemen verwendet werden.
Als Drehzahlsensor ist beispielsweise ein nach dem Tachogeneratorprinzip oder ähnlich arbeitender Sensor denkbar, der ein analoges, der Drehzahl im wesentlichen proportionales Meßsignal abgibt.
Eine andere, vorteilhafte Variante des Drehzahlsensors gibt pro Umdrehung des Antriebes oder beispielsweise der Friktionsscheibenstapel eine festgelegte Anzahl von Impulsen ab. Diese Impulsfolgen können sehr einfach und präzise von digitalen Signalverarbeitungseinrichtungen eingelesen und weiterverarbeitet werden. Besonders einfach stellt sich im Fall eines Asynchronmotors die Auswertung dann dar, wenn der Drehzahlsensor die gleiche Anzahl von Impulsen pro Motorumdrehung generiert, wie der Motor Polpaare aufweist. In diesem Fall kann durch einfache Differenzbildung zwischen der Sensorimpulsfrequenz und der Umrichterfrequenz ein dem Schlupf proportionaler Kennwert gebildet werden.
In der einer erfindungsgemäßen Friktionsfalschdrallvorrichtung wird die Überwachung der Drehzahl bei den Friktionsfalschdrallaggregaten besonders einfach und wirtschaftlich realisiert, wenn die Signale der Drehzahlsensoren einer Vielzahl von Friktionsfalschdrallaggregaten gemeinsam von einer Auswertevorrichtung ausgewertet werden.
Besonders vorteilhaft bei der Durchführung der elektrischen Installation werden die Drehzahlsensoren über ein lokales Feldbussystem an die Auswertevorrichtung angebunden.
Bei der Verwendung von Friktionsscheibenstapeln als Friktionsmittel läßt sich der Drehzahlsensor auch vorteilhaft direkt dem Friktionsscheibenstapel oder den mit
den Friktionsscheibenstapeln verbundenen Wellen zuordnen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben einer erfindungsgemäßen Friktionsfalschdrallvomchtung wird die Drehzahl oder ein aus der Drehzahl abge- leiteter Wert wie der Schlupf ständig überwacht. Unter ständiger Überwachung ist hier nicht zu verstehen, dass dies ununterbrochen erfolgen muss. Vielmehr ist es wirtschaftlich sinnvoll, bei der Überwachung einer Vielzahl von Signalen der Drehzahlsensoren diese zyklische nacheinander abzufragen und zu überwachen.
Wird durch das Verfahren erkannt, dass ein aus der Drehzahl gebildeter Kennwert wie beispielsweise der Schlupf einen Grenzwert um einen vorher festgelegten Abweichungsbetrag überschreitet, so geht das Verfahren von einer Störung durch Schwergängigkeit oder Blockade aus und schaltet das betreffende Friktionsfalschdrallaggregat ab. Dies entspricht dem Motorschutz durch eine Schmelzsicherung.
In einer Weiterbildung des Verfahrens wird zusätzlich auf engere Grenzwerte mit Berücksichtigung der Dauer und der Höhe der Überschreitung überwacht. Hierdurch kann bei einer geringeren Schwergängigkeit der Antrieb wirkungsvoll vor Überhitzung geschützt werden. Dies entspricht dem Motorschutz durch eine Bi- metallsicherung. Eine sinnvolle Überwachungsstrategie lehnt sich an der Tatsache an, dass die Motorübertemperatur sich aus der Verlustleistung minus einer Kühlleistung multipliziert mit der Überlastungsdauer ergibt. So kann, wenn der Kennwert oberhalb eines Schwellwertes liegt, die Differenz zwischen Kennwert und Schwellwert durch Integration oder Aufsummieren des Überschreitungsbetrages über der Zeit zu einem Integral berechnet werden und durch Vergleich dieses so gewonnenen Integrals mit einem Grenzwert ein Fehler erkannt werden.
In einer zusätzlichen vorteilhaften Variante des Verfahrens wird die historische Entwicklung des Drehzahlkennwertes, beispielsweise des Schlupfes, zur Überwa- chung herangezogen. Ein in kurzer Zeit stetig zunehmender Schlupf kann beispielsweise auf einen sich um einen Friktionsscheibenstapel bildenden Fadenwickler hindeuten. Ein über einen längeren Zeitraum zunehmender Schlupf kann
beispielsweise durch einen Lagerschaden im Friktionsfalschdrallaggregat hervorgerufen werden. Hier reagiert das Verfahren entsprechen durch das Erzeugen eines Fehlersignals.
Je nach Art des Fehlersignals verwendet das Verfahren unterschiedliche Reaktionen. Bei schwerwiegenden Fehlern, die eine Beschädigung des Friktionsfalsch- drallaggregates am Antrieb oder an den Friktionsscheibenstapeln hervorrufen können, ist der Antrieb des betroffenen Friktionsfalschdrallaggregates sofort stillzusetzen. Dies trifft zu, wenn der Schlupf kurzzeitig einen hohen oder über eine längere Dauer einen niedrigen Schwellwert überschreitet. Ebenfalls ist bei einem sich um einen Friktionsscheibenstapel bildenden Fadenwickler das Aggregat stillzusetzen.
In anderen Situationen wird lediglich das Bedienpersonal mit einem Störungsmel- der alarmiert, um zu gegebener Zeit eine Behebung der Störung durchzuführen.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden die Fehlersignale oder aus den Fehlersignalen gebildete Kennwerte gespeichert und bei einer Qualitätsbeurteilung des Garnes berücksichtigt. So wird beispielsweise ein Garn, bei des- sen Weiterverarbeitung einer der oben genannten Fehler auftrat, in der Qualitätsstufe herabgestuft. Dies trifft auch für Fehler zu, bei denen das Friktionsfalschdrallaggregat nicht abgeschaltet wurde.
In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden die Dreh- zahlwerte aller in der Friktionsfalschdrallvorrichtung durch einen Umrichter kollektiv angetriebenen Friktionsfalschdrallaggregate gemittelt und im Sinne einer Regelung dem Umrichter zugeführt. Dies hat den Vorteil, dass bei einer Einstellung der Solldrehzahlen für die Friktionsfalschdrallaggregate meist die tatsächlich realisierte Drehzahl nicht bekannt ist und nur geschätzt werden kann oder später bei einer Prozeßoptimierung feineingestellt werden muss. Bei einer Mittelung und Rückführung zum Umrichter und einer Regelung der Durchschnittsdrehzahl wird dagegen sichergestellt, dass die vorgegebene Drehzahl im Mittel auch tatsächlich
erreicht wird. Aufgrund der in der Regel hinreichend hohen Anzahl von Friktionsfalschdrallaggregaten, die an einem Umrichter betrieben werden, hat auch eine nennenswerte Abnahme der Drehzahl eines einzelnen Aggregates einen nur geringen Einfluß auf die Durchschnittsdrehzahl, so dass sich durch den folgenden Re- geleingriff die Drehzahl der übrigen Friktionsfalschdrallaggregate nur unwesentlich erhöht.
Ein Ausführungsbeispiel wird im folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.
Es stellen dar:
Fig. 1 ein Friktionsfalschdrallaggregat der erfindungsgemäßen Friktionsfalsch- drallvorrichtung,
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Friktionsfalschdrallvorrichtung,
Fig. 3 den zeitlichen Verlauf des Drehzahlkennwertes im Fehlerfall,
Fig. 4 den zeitlichen Verlauf des Drehzahlkennwertes in einem anderen Fehlerfall.
Figur 1 zeigt ein Friktionsfalschdrallaggregat der erfindungsgemäßen Friktions- falschdrallvorrichtung. Das Friktionsdrallaggregat 1 weist ein Friktionsmittel be- stehend aus mehreren Friktionsscheibenstapel 2.2 und mehreren mit den Friktionsscheibenstapel verbundene Wellen 2.1 auf. Der hier nicht dargestellte Faden wird durch den sich zwischen den auf den Friktionsscheibenstapeln 2.2 montierten Scheiben 3 bildenden Zwickel hmdurchgefuhrt und durch die Umfangsflächen der gleichsinnig und mit gleicher Drehzahl rotierenden Scheiben 3 gedrallt. Die Achsen der Friktionsscheibenstapel 2.2 spannen dabei ein Prisma mit einem gleichseitigen Dreieck als Grundfläche auf.
Die Friktionsscheibenstapel 2.2 sind auf den Wellen 2.1 in dem Lagerbock 4 drehbar gelagert. Auf der anderen Seite des Lagerbocks 4 ragen die die Friktionsscheibenstapel 2.2 antreibenden Wellen 2.1 heraus und sind mit einem Riementrieb 5 miteinander in der Weise verbunden, dass sich die Friktionsscheibenstapel 2.2 gleichsinnig und mit gleicher Drehzahl drehen. Darüber hinaus ist eine der Wellen 2.1 mit einem weiteren Riementrieb 6 verbunden, der die Welle mit einem Elektromotor 7 verbindet. Durch das Zusammenwirken beider Riementriebe 5 und 6 wird bewirkt, dass der Elektromotor 7 alle Friktionsscheibenstapel 2.2 antreibt.
Die Erfindung ist nicht beschränkt auf eine Verbindung der Wellen 2.1 mittels Riementriebe. Andere Transmissionstechniken sind dem Fachmann bekannt und im Sinne der Erfindung ebenfalls einsetzbar. Ebenso können andere Friktionsmittel wie beispielsweise Friktionsriementriebe eingesetzt werden. '
Durch die Spannungsversorgungsleitung 8 ist der Elektromotor 7 mit einer hier nicht dargestellten steuerbaren Spannungsquelle, bevorzugt mit einem Umrichter verbunden. Als Motor kommt bevorzugt ein Asynchronmotor in Betracht, es sind jedoch auch andere Elektromotoren, beispielsweise Gleichstrommotoren oder Synchronmotoren, denkbar.
An der Welle des Elektromotors 7 ist ein Drehzahlsensor 10 installiert. Ebenfalls denkbar und im Sinne der Erfindung ist eine Installation des Drehzahlsensor 10 im Bereich des Friktionsmittels beispielsweise dem Friktionsscheibenstapel 2.2, wie in Figur 1 als Alternative gestrichelt dargestellt ist. Der Drehzahlsensor könn- te so auch an einer der Wellen 2.1 oder durch eine Einkopplung mittels einer eigenen Riemenscheibe an einem der Riementriebe 5 oder 6 installiert sein. Der Drehzahlsensor 10 liefert entweder ein der Drehzahl proportionales Signal oder eine Impulsfolge, die proportional zu Drehzahl ist. Dies ist im Fall einer Verwendung eines Asynchronmotors vorteilhaft. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn das Drehzahl-Frequenzverhältnis des Sensor mit dem des Motors übereinstimmt. Das Signal, das an der Signalleitung 11 anliegt, ist entweder ein analoges, der Drehzahlproportionales Spannungs- oder Stromsignal oder eine der Drehzahl pro-
portionale Frequenz. Es ist aber auch denkbar, dass der Drehzahlsensor 10 ein Umsetzmodul für ein lokales Netzwerk enthält. In diesem Fall ist die Signalleitung 11 der Anschluß zur nächsten Netzwerkverbindung.
Figur 2 zeigt schematisch eine erfindungsgemäße Friktionsfalschdrallvorrichtung mit mehreren Friktionsfalschdrallaggregaten 1. Eine steuerbare Spannungsversorgung, in diesem Beispiel ein Umrichter 13, erzeugt ein die Drehzahl der Friktionsfalschdrallaggregate bestimmende Versorgungsspannung, die über das Spannungsversorgungsnetz 12 ausgegeben wird. Jedes der Friktionsfalschdrallaggrega- te 1 ist mit seiner Spannungsversorgungsleitung 8 an das Spannungsversorgungsnetz 12 angeschlossen. Die Signalleitung 11 der Friktionsfalschdrallaggregate sind entweder sternförmig mit einer Drehzahlsignalauswertung 16 verbunden. Im Fall sehr vieler Friktionsfalschdrallaggregate 1 ist mit einem hohen Verkabelungsaufwand zu rechnen. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn für die Signallei- tungen 11 ein Netzwerkanschluß zum Einsatz kommt, so dass die Signalleitungen 11 lediglich mit an einer Verzweigung 14 in das Signalleitungsnetz 15 eingekoppelt werden muss.
Das Signalleitungsnetz 15 leitet die Drehzahlsignale an eine Drehzahlsignalaus- wertung 16. Dort erfolgt eine Auswertung der einzelnen Drehzahlsignale, indem entweder alle Drehzahlsignale gleichzeitig kontinuierlich überwacht werden oder indem die einzelnen Drehzahlwerte zyklisch abgefragt und ausgewertet werden. Zudem kann, abhängig von der Weiterverarbeitung der Daten, hier eine Umrechnung der gemessenen Drehzahl in einen Schlupfwert vorgenommen werden.
Das Ergebnis der Drehzahlsignalauswertung 16 kann zum Beispiel dazu fuhren, dass eines der Friktionsfalschdrallaggregate 1 abzuschalten ist. Dazu wird von der Störungsabschaltüberwachung 17 ein Signal auf dem Abschaltsignalnetz 19 ausgegeben. Wie bei Signalleitungsnetz 15 für das Drehzahlsignal kann es sich auch hier entweder um eine sternförmige Verbindung oder um ein lokales Netzwerk handeln. Aus der Abschaltsignalverzweigung 20 wird die Abschaltsignalleitung 21 einer Abschaltvorrichtung 18 zugeführt, die das jeweilige Friktionsfalschdrall-
aggregat 1 im Störungsfall abschaltet.
Für das Signalleitungsnetz 15 für die Drehzahlsignale und das Abschaltesignal- netz 19 ist es im Fall eine Realisierung als lokales Netzwerk sinnvoll, beide Netze physikalisch auf einem gemeinsamen Netzwerk zu vorzusehen.
Das Ergebnis der Drehzahlsignalauswertung 16 kann auch zum Beispiel dazu führen, dass auf einem Störungsmelder 22 eine Meldung für den Bediener auszugeben ist. Der Störungsmelder 22 kann sowohl zentral als auch dezentral ange- ordnet sein. Durch eine integrierte Anzeige kann der Störungsmelder zudem spezielle Bedienhinweise geben, wie zum Beispiel einen Hinweis auf Verschmutzung eines der Friktionsfalschdrallaggregate 1.
Ebenfalls in die Drehzahlsignalauswertung 16 integriert ist die Mittelwertbildung aller Drehzahlsignale. Dabei ist es für den Fachmann selbstverständlich, dass als störungsbehaftet erkannte Drehzahlsignale nicht zur Mittelwertbildung herangezogen werden. Der so ermittelte Drehzahlmittelwert wird dem Umrichter 13 zugeführt, wobei in diesem Fall unterstellt wird, dass es sich um einen Umrichter mit integriertem Regler handelt. Dabei wird der vom Umrichter 13 über das Span- nungsversorgungsnetz ausgegebene Strom derart angepaßt, dass der Drehzahlmittelwert einem vorgegebenen Sollwert entspricht.
In Figur 3 sind zwei verschiedene Verläufe eines Drehzahlkennwertes über der Zeit aufgetragen. Als Drehzahlkennwert wird hier der Schlupf verwendet. Der Schlupf ist im Fall eines Asynchronmotors die auf die Drehfeldfrequenz bezogene Differenz zwischen Drehfeldfrequenz und gemessener Drehzahl, wobei in den hier dargestellten Figuren die Drehfeldfrequenz als konstant vorausgesetzt wird.
Im Fall eines Gleichstrommotors ist hier die Leerlaufdrehzahl anstelle der Dreh- feldfrequenz anzusetzen.
Der Verlauf des Schlupfsignals 24.1 steigt aufgrund eines Defektes an. Der
Grenzwert 25 ist in der Drehzahlsignalauswertung 16 in Figur 2 hinterlegt und stellt die Belastungsgrenze eines Antriebes für Kurzzeit-Überlastungen dar. Sobald das Schlupfsignal 24.1 den Grenzwert überschreitet wird ein Signal ausgelöst, das an die Störungsabschaltüberwachung 17 in Figur 2 weitergeleitet wird, wo über das Abschaltsignalnetz 19 ein Abschaltsignal an die dem fehlerauslösenden Friktionsfalschdrallaggregat 1 zugeordnete Abschaltevorrichtung 18 gesendet wird, die das betreffende Friktionsfalschdrallaggregat abschaltet. Zusätzlich kann eine Störungsmeldung am Störungsmelder 22 in Figur 2 angezeigt werden.
Der Verlauf des Schlupfsignals 24.2 übersteigt einen Schwellwert 26, der als Grenzwert für Dauerüberlastungen eingestellt ist. Der Betrag, um den das Schlupfsignal die Schwelle der Grenzwertüberschreitung 26 überschreitet, wird zu der integrierten Grenzwertüberschreitung 27 aufintegriert. Das Integral ist in Figur 3 als Fläche unter dem Schlupfsignal 24.2 dargestellt. Sobald diese Fläche einen Grenzwert an der Stelle 28 überschreitet, wird das betreffende Friktionsfalschdrallaggregat 1 wie zuvor erläutert abgeschaltet. Die hier beschriebene Überwachung macht von der Erkenntnis Gebrauch, dass ein stetiger Zusammenhang zwischen Schlupf, Drehmoment und Verlustleistung besteht. Die Umsetzung der Verlustleistung bewirkt eine Erwärmung des Antriebes, so dass die Abschaltung eine Überhitzung verhindert.
Figur 4 zeigt zwei weitere Überwachungspunkte. Im oberen Bereich sind zwei Verläufe des Schlupfsignals 24.3 und 24.4 dargestellt. Der untere Bereich zeigt jeweils die zeitliche Ableitung der Schlupfsignale 29 und 31. Das Schlupfsignal 24.3 weist einen langsamen Anstieg auf, dessen Ableitung 29 in einen Grenzbereich 30 fallt. Dieser Grenzbereich 30 ist so gewählt, dass langsam ansteigende Schlupfsignale, wie sie zum Beispiel bei Lagerschäden auftreten, detektiert werden können. In diesem Fall wird über den in Figur 2 dargestellten Störungsmelder 22 die Störung mit der möglichen Ursache an den Bediener gemeldet.
Das Schlupfsignal 24.4 weist einen schnellen Anstieg auf, dessen Ableitung 31 in einen höheren Grenzbereich 32 fällt. Dieser Grenzbereich 32 ist so gewählt, dass
beispielsweise sich um das Friktionsfalschdrallaggregat 1 bildende Fadenwickler detektiert werden können. In dieser Situation ist das betreffende Friktionsfalschdrallaggregat 1 auf die zuvor beschrieben Art abzuschalten.
Bezugszeichenliste
1 Friktionsfalschdrallaggregat
2.1 Friktionsscheibenstapel
2.2 Welle
3 Friktionsscheibe
4 Lagerbock
5 Riementrieb
6 Riementrieb
7 Elektromotor
8 Spannungsversorgungsleitung
9 Gehäuse
10 Drehzahlsensor
11 Signalleitung
12 Spannungsversorgungsnetz
13 Steuerbare Stromversorgung
14 Verzweigung
15 Signalleitungsnetz
16 Drehzahlsignalauswertung
17 Störungsabschaltüberwachung
18 Abschaltevorrichtung
19 Abschaltesignalnetz
20 Abschaltesignalverzweigung
21 Abschaltesignalleitung
22 Störungsmelder
23 Drehzahldurchschnittswert
24.1 Schlupfsignal
24.2 Schlupfsignal
24.3 Schlupfsignal
24.4 Schlupfsignal
25 Grenzwert
Schwellwert Integrierte Grenzwertüberschreitung Grenzwert Differenziertes Schlupfsignal Grenzbereich Differenziertes Schlupfsignal Grenzbereich