Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Beschichten eines Substrates
sowie eine Beschichtung auf einem Substrat nach der Gattung der unabhängigen
Ansprüche.
Stand der Technik
Als reibungsarme Verschleißschutzschichten sind im Stand der Technik vor allem metallhaltige
Kohlenstoffschichten und amorphe, diamantähnliche Kohlenstoffschichten,
sogenannte a-C:H-Schichten, bekannt. Diese werden in der Regel in einem mehrstündigen
Hochvakuum-Prozess hergestellt.
Eine Alternative zu diesem zeitintensiven Prozess ist die Abscheidung von amorphen, diamantähnlichen
Kohlenstoffschichten mit Plasmastrahlquellen, beispielsweise einer induktiv
gekoppelten Plasmastrahlquelle, was gemäß DE 101 04 614 A1 in einem Grobvakuum
oder im atmosphärennahen Druckbereich erfolgen kann, so dass die Abscheidung
nur wenige Minuten beansprucht. Eine weitere Plasmastrahlquelle zur Oberflächenbearbeitung
von Werkstücken und insbesondere zum Aufbringen von Beschichtungen auf
Substraten wird auch in DE 198 56 307 C1 beschrieben. Schließlich ist aus DE 196 35
669 C1 bekannt, dass sich zum Aufbringen einer Schicht auf einem Substrat auch ein
Gasflusssputtern mit einer Hohlkathoden-Glimmentladung in einem Inertgasstrom eignet.
Aus A. Voevodin und J. Zabinski , Diamond and Related Materials, Volume 7, (1998),
Seite 463, ist bekannt, dass der Einbau von nanoskaligen Partikeln, das heißt Partikeln
mit einer typischen Partikelgröße von weniger als 100 nm und insbesondere weniger als
10 nm, in eine amorphe, diamantähnliche Kohlenstoffschicht, zu einer deutlichen Verbesserung
der Verschleißschutzeigenschaft führen kann. Insbesondere kommt es bei derart
geringen Partikelgrößen in der Matrix aus amorphem, diamantähnlichem Kohlenstoff bei
einer mechanischen Belastung nicht oder nur in deutlich verringertem Ausmaß zu einer
Versetzung von Atomen, so dass eine Formung nur durch Abgleiten an Korngrenzen
möglich ist. In J. Musil, Surface and Coatings Technology, Volume 125, (2000), Seite
322, wird beschrieben, dass es durch geeignete Wahl des Materials der nanokristallinen
Phase und der Matrix möglich ist, harte bis superharte Schichten, das heißt Schichten mit
einer Härte größer 40 GPa, herzustellen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war die Bereitstellung einer Vorrichtung und eines
Verfahrens, mit denen eine Beschichtung auf einem Substrat erzeugbar ist, die einerseits
eine obere Funktionsschicht aufweist, die insbesondere als Verschleißschutzschicht einsetzbar
ist, und die andererseits eine zweite Funktionsschicht aufweist, die die Verbindung
der Beschichtung mit dem Substrat gewährleistet. Gleichzeitig sollte ein möglichst
guter Zusammenhalt dieser beiden Funktionsschichten gewährleistet sein. Insbesondere
war es Aufgabe, eine nanodispersive Funktionsschicht, das heißt eine Schicht mit nanoskaligen
Partikeln in einer Matrix, in einem Grobvakuum-Prozess auf einem beispielsweise
metallischen Substrat abzuscheiden, wobei eine möglichst gute Anbindung und
Haftung dieser Funktionsschicht auf dem Substrat erreicht werden sollte.
Vorteile der Erfindung
Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren haben den
Vorteil, dass ein Materialeintrag auf das Substrat über die Hohlkathode und ein Materialeintrag
auf das Substrat über die Plasmastrahlquelle zumindest zeitweilig gleichzeitig erfolgen
kann, wobei einerseits die Vorteile beider Quellen erhalten bleiben, und wobei andererseits
neuartige Beschichtungen auf dem Substrat erzeugbar sind, die bei Einsatz nur
einer dieser Quellen nicht abscheidbar sind. Insofern ergibt sich eine vorteilhafte Synergie
beider Methoden im Hinblick auf die Zusammensetzung und die Eigenschaften der
erhaltenen Beschichtung auf dem Substrat, wodurch vor allem neuartige Beschichtungen
mit sehr guten Verschleißschutzeigenschaften effizient und kostengünstig herstellbar
sind. Zudem führt diese Kombination von unterschiedlichen Quellen für einen Materialeintrag
auf das Substrat zu einem verringerten Aufwand bei der Handhabung der zu beschichtenden
Substrate.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt darin, dass durch die Anordnung der Plasmastrahlquelle
und der Hohlkathode innerhalb einer gemeinsamen Beschichtungskammer deutlich
verkürzte Zeiten zur Erzeugung der gewünschten Beschichtung auf dem Substrat realisiert
werden können. Insofern eignet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung und das damit
durchgeführte Verfahren besonders gut zur Serienfertigung.
Daneben ist es nunmehr möglich, auf dem Substrat eine Haftschicht, darauf eine Gradientenschicht
und darauf beispielsweise eine nanodispersive Verschleißschutzschicht innerhalb
einer Beschichtungskammer in einem kontinuierlichen Prozess aufzubringen.
Insbesondere kann die gewünschte Beschichtung dabei aufgrund der kurzen Beschichtungszeit
vollständig in nur einer Fertigungslinie erzeugt werden.
Weiter kann das erfindungsgemäße Verfahren auch als Durchlaufverfahren oder sogenanntes
"in-line-Verfahren" beispielsweise zur Beschichtung von Schüttgut als Substratmaterial
eingesetzt werden.
Besonders vorteilhaft ist weiter, dass es nicht erforderlich ist, das erfindungsgemäße Verfahren
bzw. die erfindungsgemäße Vorrichtung im Hochvakuum oder Feinvakuum zu
betreiben. Vielmehr eignet es bzw. sie sich auch zum Betrieb im Grobvakuum oder im
atmosphärennahen Druckbereich. Durch die geringen Anforderungen an das Vakuum bei
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es weiter vorteilhaft möglich, technisch
relevantes Substratmaterial wie beispielsweise Stahl, Edelstahl oder Werkstücke
aus stark ausgasenden oder zur Ausgasung neigenden Materialien wie Sintermaterialien,
Kunststoffen oder Elastomeren, insbesondere Zahnräder, Achsen, Dichtringe oder Profilmaterial,
zu beschichten.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den Unteransprüchen
genannten Maßnahmen.
So ist besonders vorteilhaft, wenn die eingesetzte Hohlkathode eine metallische Hohlkathode
ist, mit der eine metallische Haftschicht auf dem Substrat abscheidbar ist. Daneben
ist in diesem Fall die metallische Hohlkathode auch als Metallquelle zur Erzeugung beispielsweise
nanoskaliger Metallcarbid-, Metallnitrid und/oder Metalloxidpartikel geeignet.
Andererseits ist aber auch die Abscheidung oder Erzeugung isolierender oder halbleitender
Materialien mit Hilfe der Hohlkathode möglich.
Insbesondere ist es nunmehr vorteilhaft möglich, eine metallische Haftschicht und eine
nanodispersive Schicht, beispielsweise nanoskalige Metallcarbidpartikel in einer amorphen,
diamantähnlichen Kohlenstoffschicht oder -matrix, in einem Grobvakuum innerhalb
nur einer Beschichtungskammer abzuscheiden.
Daneben ist es nun vorteilhaft auch möglich, eine Beschichtung mit einer Zwischenschicht
in Form einer Gradientenschicht innerhalb einer Beschichtungskammer zu erzeugen,
das heißt, es kann nun innerhalb einer Beschichtungskammer zwischen zwei Funktionsschichten
eine Zwischenschicht erzeugt werden, die einen hinsichtlich der Zusammensetzung
allmählichen Übergang zwischen den Funktionsschichten gewährleistet.
Besonders vorteilhaft ist eine Zwischenschicht, die hinsichtlich ihrer Zusammensetzung
allmählich von einer Metallschicht als zweite Funktionsschicht in eine Schicht mit nanoskaligen
Metallcarbid-Partikeln in einer amorphen, diamantähnlichen Kohlenstoffmatrix
als erste Funktionsschicht übergeht. Eine derartige Gradientenschicht führt zu einer
weiter verbesserten Haftung der zweiten Funktionsschicht auf der ersten Funktionsschicht
und darüber auf dem Substrat, sowie zu einem thermisch und mechanisch besonders stabilen
Schichtaufbau.
Vorteilhaft ist weiter, wenn als Plasmastrahlquelle eine mit Hochfrequenz beaufschlagte,
induktiv gekoppelte Plasmastrahlquelle verwendet wird. Eine solche Plasmastrahlquelle
kann besonders einfach zur Erzeugung des Plasmastrahls und weiter durch Zugabe reaktiver
Gase wie Methan, C2H2 oder Wasserstoff auch zur Abscheidung einer Funktionsschicht,
beispielsweise einer amorphen, diamantartigen Kohlenstoffschicht, eingesetzt
werden. Daneben eignet sich als Plasmastrahlquelle jedoch auch ein mikrowellenangeregte
Plasmastrahlquelle oder auch eine von einem Gas durchströmbare Gleichspannungs-
oder Mittelfrequenzentladungseinrichtung, die bei Betrieb mit einer Gleichspannung,
bevorzugt einer gepulsten Gleichspannung, einer mittelfrequenten Spannung oder
einer mittelfrequenten Hochspannung beaufschlagt wird, um ein Plasma zu erzeugen.
Daneben ist vorteilhaft, dass die Hohlkathode als Quelle für bevorzugt metallische Nanopartikel,
Atome oder Cluster verwendbar ist. So besteht die Hohlkathode besonders vorteilhaft
aus einem Material aus oder mit einem der Metalle ausgewählt aus der Gruppe
Vanadium, Titan, Niob, Zirkonium, Tantal, Hafnium, Chrom, Molybdän, Wolfram, Nickel,
Kupfer, Bor und/oder Silizium oder deren Legierungen untereinander oder mit einem
weiteren Metall. Zudem kann auch eine Kombination dieser Materialien durch entsprechend
segmentierten Aufbau der Hohlkathode mit Bereichen aus unterschiedlichem
Material über die Hohlkathode freigesetzt bzw. bereitgestellt werden.
Zudem kann die Hohlkathode vorteilhaft zumindest zeitweilig auch während der Abscheidung
der zweiten Funktionsschicht, die bevorzugt als nanodispersive Schicht mit
nanoskaligen Partikeln in einer Matrix ausgebildet ist, ergänzend zu der Plasmastrahlquelle,
unter Einsatz der Plasmastrahlquelle ohne dieser in dieser Zeit zugeführte reaktiver
Zusatzstoffe oder zeitweilig ausschließlich unter Abschaltung der Plasmastrahlquelle
eingesetzt werden, wobei sie während dieser Zeit bevorzugt die genannten Metalle oder
damit gebildete Metalllegierungen auf das Substrat einträgt.
Vorteilhaft ist weiter, wenn die Hohlkathode und die Plasmastrahlquelle derart zueinander
angeordnet sind, dass sich ein von der Hohlkathode bei Betrieb zumindest zeitweilig
erzeugter Glimmentladungsbereich und der von der Plasmastrahlquelle bei Betrieb erzeugte
Plasmastrahl zumindest bereichsweise vor dem Einwirken des Plasmastrahls auf
das Substrat überlappen. In diesem Fall bildet sich im Bereich des Überlapps und nachfolgend
in dem Plasmastrahl ein Reaktionsbereich aus, in dem die von der Hohlkathode
abgesputterten Materialien mit in den Plasmastrahl geführten Materialien reagieren können,
so dass sich unter den dort herrschenden Plasmabedingungen neuartige Materialien
wie ansonsten nicht herstellbare Metalllegierungen ausbilden und als Beschichtung auf
dem Substrat abgeschieden werden können.
Neben einer induktiv gekoppelten Plasmastrahlquelle eignet sich vorteilhaft auch eine
Mikrowellenplasmastrahlquelle, die wie die induktiv gekoppelte Plasmastrahlquelle ebenfalls
im Grobvakuum, das heißt bevorzugt im Druckbereich von 0,1 mbar bis 100 mbar,
oder bei einem Druck von mehr als 50 mbar betreibbar ist.
Die eingesetzte Hohlkathode ist vorteilhaft eine mit einem Gas oder einem Plasma, beispielsweise
mit einem Inertgas oder dem Plasma der Plasmastrahlquelle, beaufschlagte
Hohlkathode, die als Target geschaltet ist, so dass beim Anlegen einer geeigneten elektrischen
Spannung an die Hohlkathode, beispielsweise einer Gleichspannung, einer
hochfrequenten Wechselspannung, einer mittelfrequenten Wechselspannung oder auch
einer gepulsten Gleichspannung, eine Freisetzung des Materials der Hohlkathode erfolgt.
Hinsichtlich der Anordnung der Hohlkathode relativ zu dem Plasmastrahl bestehen vorteilhaft
eine Vielzahl von Möglichkeiten. So kann die Hohlkathode innerhalb des Plasmastrahls
angeordnet sein oder den Plasmastrahl umgeben. Weiter kann die Hohlkathode
auch als Austrittsdüse der Plasmastrahlquelle ausgebildet sein, oder in Bezug auf die
Richtung des Gasstromes vor der Plasmastrahlquelle, insbesondere in dem Gasstrom vor
der Plasmastrahlquelle, angeordnet sein. Weiter besteht dabei die Möglichkeit, die Hohlkathode
vorteilhaft gleichzeitig auch dazu zu benutzen, dem Plasmastrahl einen Reaktivstoff,
insbesondere in Form eines Gases, einer Flüssigkeit wie einer Lösung oder einer
Suspension oder in Form von Pulverpartikeln oder anderen Precursormaterialien zuzuführen.
Dazu ist die Hohlkathode bevorzugt als Gasduschenhohlkathode ausgebildet.
Weiterhin kann die Hohlkathode auch neben dem Plasmastrahl zwischen der Plasmastrahlquelle
und dem Substrat angeordnet sein. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit,
die Hohlkathode lediglich zeitweilig während der Beaufschlagung des Substrates mit
dem Plasmastrahl einzusetzen, und darüber zeitweilig einen zusätzlichen Materialeintrag
in das Substrat zu bewirken. Schließlich können die Plasmastrahlquelle und die Hohlkathode
auch abwechselnd betrieben werden, oder es kann die Hohlkathode kontinuierlich
eingesetzt werden und die Plasmastrahlquelle lediglich zeitweilig zugeschaltet werden,
um so neben dem Materialeintrag mit Hilfe der Hohlkathode auch einen Materialeintrag
oder eine Bearbeitung des Substrates mit Hilfe der Plasmastrahlquelle zu bewirken.
Generell ist vorteilhaft, dass sowohl über die Hohlkathode und/oder über die Plasmastrahlquelle
als auch über weitere Zuführungen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur
Zufuhr von Reaktivstoffen zu dem Plasmastrahl oder verschiedenen Bereichen des Plasmastrahles
gegeben sind. Besonders vorteilhaft ist dabei, wenn die ohnehin vorhandenen
Mittel zur Erzeugung eines Gasstromes in der Plasmastrahlquelle, die auch zur Ausbildung
des Plasmastrahls beitragen, gleichzeitig zur Einbringung der erwähnten Reaktivstoffe
genutzt werden. Es ist jedoch ebenso möglich, in den Bereich des Plasmastrahls
eingreifende Injektoren vorzusehen.
Um einen erhöhten Materialeintrag mit Hilfe der Hohlkathode zu erreichen, ist schließlich
vielfach günstig, eine Mehrzahl von Hohlkathoden vorzusehen, die zumindest zum
Teil in dem Plasmastrahl und/oder konzentrisch um den Plasmastrahl herum angeordnet
sind, und/oder die Hohlkathode in Länge und/oder Durchmesser entsprechend zu skalieren.
Zeichnungen
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Es zeigt Figur 1 den Aufbau einer Beschichtung auf dem Substrat, Figur 2
eine Prinzipskizze zu den Möglichkeiten der Kombination der Plasmastrahlquelle mit einer
Hohlkathode, Figur 3 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung mit einer
Plasmastrahlquelle und einer Hohlkathode, Figur 4 ein zweites Ausführungsbeispiel für
eine derartige Vorrichtung, und Figur 5 ein drittes Ausführungsbeispiel für eine derartige
Vorrichtung. Die Figuren 6 und 7 zeigen alternative Ausführungsformen für eine Hohlkathode,
die in den Ausführungsbeispielen gemäß Figur 3 bis Figur 5 einsetzbar sind. Die
Figur 8 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Vorrichtung mit einer Plasmastrahlquelle
und einer Hohlkathode, wobei die Hohlkathode als Austrittsdüse der
Plasmastrahlquelle ausgebildet ist, die Figur 9 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel, wobei
die Hohlkathode vor der Plasmastrahlquelle angeordnet ist, die Figur 10 ein sechstes
Ausführungsbeispiel, die Figur 11 ein siebtes Ausführungsbeispiel mit einer Spule als
Hohlkathode, und die Figur 12 ein achtes Ausführungsbeispiel mit einer senkrecht zum
Plasmastrahl orientierten Hohlkathode.
Ausführungsbeispiele
Die Figur 1 zeigt ein Substrat 10, auf dem eine Beschichtung 5 in Form eines Schichtsystems
aufgebracht ist. Die Beschichtung 5 weist dabei eine zweite Funktionsschicht 11,
insbesondere eine Haftschicht, auf, die beispielsweise aus einem Metall oder Silizium besteht.
Bevorzugt ist die Haftschicht eine Titanschicht, eine Chromschicht oder eine Wolframschicht.
Auf der zweiten Funktionsschicht 11 befindet sich eine Gradientenschicht 12,
und auf der Gradientenschicht 12 eine erste Funktionsschicht 13, die beispielsweise als
Verschleißschutzschicht oder Hartstoffschicht dient. Bevorzugt ist die erste Funktionsschicht
13 eine Matrix-Schicht mit darin eingebetteten nanoskaligen Partikeln, das heißt
Partikeln mit einem mittleren Teilchendurchmesser von weniger als 100 nm, insbesondere
weniger als 10 nm. Besonders bevorzugt ist die erste Funktionsschicht 13 eine Schicht
aus amorphem, diamantähnlichen Kohlenstoff mit darin eingebetteten nanoskaligen Metalloxidpartikeln
und/oder Metallcarbidpartikeln und/oder Metallnitridpartikeln. Bevorzugt
werden nanoskalige Metallcarbidpartikel wie Titancarbid-, Zirkoniumcarbid-, Wolframcarbid,
Chromcarbid, Borcarbid- oder Siliciumcarbid-Partikel erzeugt und in die Matrix
eingebettet. Daneben können die nanoskaligen Partikel auch Metalloxinitrid-, Metalloxicarbid-,
Metallnitrocarbid- oder Metalloxinitrocarbid-Partikel sein.
Das Substrat 10 gemäß Figur 1 ist beispielsweise ein Edelstrahlsubstrat, ein Substrat aus
Wälzlagerstahl, einem Elastomer oder einem gesinterten Werkstoff. Insbesondere ist das
Substrat 10 beispielsweise sein Kolben, ein Zylinder, eine Welle, ein Stift, ein Zahnrad
oder ein Profilmaterial. Die Dicke der zweiten Funktionsschicht 11 liegt bevorzugt im
Bereich von 1 nm bis 500 nm, insbesondere 5 nm bis 100 nm, die Dicke der Gradientenschicht
bevorzugt im Bereich von 5 nm bis 500 nm, insbesondere 15 nm bis 100 nm, und
die Dicke der ersten Funktionsschicht 13 bevorzugt im Bereich von 50 nm bis 50 µm,
insbesondere 500 nm bis 10 µm. Die zweite Funktionsschicht 11 sorgt in erster Linie für
eine möglichst gute Haftung der ersten Funktionsschicht 13 auf dem Substrat 10. Die
Gradientenschicht 12 vermittelt über ihre sich allmählich sich verändernde Zusammensetzung
einen allmählichen Übergang von der Zusammensetzung der einseitig benachbarten
zweiten Funktionsschicht 11 zu der anderseitig benachbarten ersten Funktionsschicht
13, und bewirkt so ebenfalls eine verbesserte Haftung der ersten Funktionsschicht
13 auf dem Substrat 10. Im Übrigen sei noch erwähnt, dass sowohl die erste Funktionsschicht
13 als auch die zweite Funktionsschicht 11 bei Bedarf aus einer Vielzahl insbesondere
unterschiedlich zusammengesetzter Teilschichten aufgebaut sein kann.
Bevorzugt ist die erste Funktionsschicht 13 eine durch Zugabe eines oder mehrerer reaktiver
Gase wie Methan, C2H2 oder Wasserstoff zu einem Plasma, insbesondere einem Inertgasplasma,
abgeschiedene Schicht aus amorphem, diamantähnlichem Kohlenstoff, in
die die erwähnten, in einem Plasmastrahl über reaktive Volumenprozesse gebildeten nanoskaligen
Metallcarbidpartikel eingebettet sind, so dass eine nanodispersive MeC/a-C:H-Schicht
entsteht. Als Metallquelle wird dabei bevorzugt eine im Weiteren noch detailliert
erläuterte Hohlkathode 23 eingesetzt, mit der auch die Abscheidung der zweiten
Funktionsschicht 11, das heißt beispielsweise einer metallischen Haftschicht, in einem
Gasflusssputterprozess erfolgen kann.
Als besonders vorteilhaft hat sich herausgestellt, wenn die Abscheidung der Matrix insbesondere
aus amorphem, diamantähnlichem Kohlenstoff und der nanoskaligen Partikel,
vorzugsweise MeC-Partikel, gleichzeitig erfolgt.
Die Figur 2 erläutert die Möglichkeiten einer Kombination einer Plasmastrahlquelle 20,
beispielsweise einer induktiv gekoppelten Plasmastrahlquelle, einer Mikrowellenplasmastrahlquelle
oder einer gasdurchströmten Gleichspannungs- oder Mittelfrequenzentladungseinrichtung,
die ein Plasma 21 erzeugt, mit einer Hohlkathode 23.
Mit der Plasmastrahlquelle 20 kann zunächst über eine PACVD-Route 22 ("plasma assisted
chemical vapour deposition") ein erstes Abscheidematerial 27 bereitgestellt werden,
das nachfolgend auf dem Substrat 10 abgeschieden wird. Bei diesem an sich bekannten
Abscheideprozess kann auf das Mitwirken oder den Einsatz der Hohlkathode 23
verzichtet werden.
Weiterhin kann der Eintrag von Material auf das Substrat 10 auch über eine PVD-Route
24 erfolgen ("physical vapour deposition"). Dabei werden mit der Hohlkathode 23, die
bei Betrieb einen Glimmlichtbereich 33 bzw. einen Hohlkathodenentladungsbereich 33
ausbildet, Partikel 25, beispielsweise Metallpartikel, Metallcluster oder Metallatome, bereitgestellt.
Diese von der Hohlkathode 23 über die PVD-Route 24 bereitgestellten Partikel
25 werden dann in einem Reaktionsvolumen 26 in das Plasma 21, beispielsweise ein
Inertgasplasma oder ein Plasma, das ein Reaktivgas oder einen Reaktivstoff enthält, bzw.
den entsprechenden von der Plasmastrahlquelle 20 erzeugten Plasmastrahl 40 eingebracht,
so dass sie von diesem weitertransportiert und/oder mit dort vorhandenen Reaktivgasbestandteilen,
Partikeln oder Precursor-Materialien reagieren können. Über die
PVD-Route 24 kann somit ein zweites Abscheidematerial 28 zum Eintrag auf das Substrat
10 bereitgestellt werden.
Schließlich erläutert die Figur 2, dass die von der Hohlkathode 23 bereitgestellten Partikel
25, beispielsweise Metallpartikel, Metallatome oder Metallcluster, auch direkt, das
heißt ohne Wechselwirkung mit dem Plasma 21, als drittes Abscheidematerial 29 bereitgestellt
und auf das Substrat 10 eingetragen werden können.
Zusammenfassend zeigt Figur 2, dass drei verschiedene Wege und damit auch drei potentiell
verschiedene Abscheidematerialien 27, 28, 29 durch Kombination der Plasmastrahlquelle
20 bzw. des von dieser erzeugten Plasmas 21 mit dem von der Hohlkathode
23 emittierten Material bereitstehen. Diese verschiedenen Wege können zumindest
zeitweise gleichzeitig zum Erzeugen einer Beschichtung insbesondere entsprechend Figur
1 eingesetzt werden, im Laufe des Erzeugens der Beschichtung jeweils zeitweilig nacheinander
zum Einsatz kommen, oder hinsichtlich ihres zeitlichen Einsatzes als auch hinsichtlich
des oder der jeweils gerade beschrittenen Wege beliebig miteinander kombiniert
werden.
Die Figur 3 erläutert ein erstes Ausführungsbeispiel für eine Beschichtungsvorrichtung
30, mit der das Substrat 10 mit der Beschichtung 5 beschichtbar ist, die zunächst von einer
Plasmastrahlquelle 20 in Form einer induktiv gekoppelten Plasmastrahlquelle ausgeht.
Eine derartige Plasmastrahlquelle 20 ist beispielsweise aus DE 101 04 614 A1 bekannt.
Aus dieser Plasmastrahlquelle 20 tritt ein Plasma 21 aus, das in einer Beschichtungskammer
als freier Plasmastrahl 40 geführt ist. Der Plasmastrahl 40 trifft weiter in einer
definierten Entfernung von der Plasmastrahlquelle 20, beispielsweise einem Abstand von
5 cm bis 50 cm, in der Beschichtungskammer auf das Substrat 10 auf, wo er entweder eine
Bearbeitung des Substrates 10 oder die Abscheidung von Material auf dem Substrat 10
bewirkt. Bevorzugt wird der Plasmastrahl 40 zur Abscheidung von Material auf dem
Substrat 10 in Form von Schichten eingesetzt.
In Figur 3 ist weiter dargestellt, wie eine Hohlkathode 23 in Form eines Hohlzylinders
mit einem Durchmesser von vorzugsweise 0,1 cm bis 5 cm oder mehr, insbesondere
0,25 cm bis 0,6 cm, in den Plasmastrahl 40 bzw. das Plasma 21 eingebracht ist. Die
Hohlkathode 23 ist dabei um den von der induktiv gekoppelten Plasmaquelle 20 erzeugten
Plasmastrahl 40 in der Beschichtungskammer angeordnet. Bei Beaufschlagung der
Hohlkathode 23 mit einer geeigneten Spannung, beispielsweise einer hochfrequenten
Wechselspannung, einer Gleichspannung oder einer gepulsten Gleichspannung, über eine
Spannungseinkopplung 35 und entsprechende elektrische Bauteile, bildet sich zumindest
im Innenraum der Hohlkathode 23 ein Glimmlichtbereich 33 oder ein Hohlkathodenentladungsbereich
aus, der in wesentlichen Teilen mit dem Plasmastrahl 40 überlappt.
Die Figur 3 zeigt weiter, wie zwischen der Plasmastrahlquelle 20 und der Hohlkathode 23
eine erste Gaszufuhr 31 und zwischen der Hohlkathode 23 und dem Substrat 10 eine
zweite Gaszufuhr 32 vorgesehen ist. Bevorzugt ist lediglich eine dieser Gaszufuhren 31,
32 vorgesehen, besonders bevorzugt die erste Gaszufuhr 31.
Mit Hilfe der ersten und/oder der zweiten Gaszufuhr 31, 32 kann beispielsweise ein Reaktivgas
wie Methan, Wasserstoff oder C2H2 in das Plasma 21 bzw. den Plasmastrahl 40
eingebracht werden, das zumindest in dem Fall, dass die erste Gaszufuhr 31 gemäß Figur
3 dazu eingesetzt wird, zumindest teilweise auch in der Glimmlichtbereich 33 gelangt.
Die Hohlkathode 23 ist im erläuterten Beispiel eine metallische Hohlkathode, beispielsweise
aus Titan, Chrom oder Wolfram. Sie setzt bei Betrieb entsprechende Metallatome
oder Metallcluster frei, die in den Plasmastrahl 40 gelangen und darüber schließlich auf
das Substrat 10 eingetragen werden.
Durch die Zufuhr von Material aus der Hohlkathode 23 und/oder die Zufuhr eines Reaktivgases
mit Hilfe der Gaszufuhr 31 und/oder 32 bildet sich somit zwischen der Hohlkathode
23 und dem Substrat 10 ein modifiziertes Plasma 34 aus, das sich hinsichtlich seiner
Zusammensetzung von dem Plasma 21 unterscheidet.
Im Einzelnen ist die Plasmastrahlquelle 20 gemäß Figur 3 eine induktiv gekoppelte Plasmastrahlquelle,
wobei über eine bevorzugt wassergekühlte Kupferspule eine Hochfrequenz
im MHz-Bereich mit einer Leistung im kW-Bereich in ein Gasvolumen eingekoppelt,
und so dort ein Plasmazustand angeregt wird. Weiter sind übliche, in Figur 3 nicht
dargestellte Mittel zur Erzeugung eines Gasstromes durch die Plasmastrahlquelle 20 vorgesehen.
Zu weiteren Einzelheiten hierzu sei auf DE 101 04 614 A1 und die dort beschriebene
Plasmastrahlquelle verwiesen.
Insbesondere wird mit diesen Mitteln ein Argongasfluss von beispielsweise 20 bis 60 slm
(slm = Liter pro Minute bei Normaldruck) in die Plasmastrahlquelle 20 eingeblasen, so
dass das Plasma 21 als freier Plasmastrahl 40 aus der Plasmastrahlquelle austritt und in
die nicht dargestellte Beschichtungskammer, in der sich das Substrat 10 befindet, gelangt.
Innerhalb der Beschichtungskammer herrscht dabei ein Grobvakuum von beispielsweise
10 mbar.
Die wahlweise mittels der ersten und/oder zweiten Gaszufuhr 31, 32 zugeführten Reaktivstoffe
wie beispielsweise Reaktivgase, Precursormaterialien, Pulver oder entsprechende
Suspensionen oder Lösungen mit Partikeln oder Precursormaterialien werden bevorzugt
ebenfalls mit Flüssen von bis zu einigen slm vor und/oder hinter der Plasmastrahlquelle
20 dem Plasmastrahl 40 zugeführt. Dabei kann die Hohlkathode 23 gleichzeitig
auch als Injektor zur Zuführung dieser Reaktivstoffe in Form einer Gasduschenhohlkathode
genutzt werden und in dieser Hinsicht die erste Gaszufuhr 31 und/oder die zweite
Gaszufuhr 32 ersetzen oder ergänzen.
Die Hohlkathode 23 gemäß Figur 3 kann wahlweise mit Hochfrequenz-, Mittelfrequenzoder
einer konstanten oder gepulsten Gleichspannung betrieben werden, wobei als Arbeitsgas
beispielsweise Argon durch die Hohlkathode 23 strömt, welches entweder aus
der Plasmastrahlquelle 20 stammt, das heißt die Hohlkathode 23 ist als offene Hohlkathode
ausgeführt, oder das direkt der Hohlkathode 23 zugeführt wird, das heißt die Hohlkathode
23 ist in diesem Fall als Gasduschenhohlkathode ausgebildet.
Durch die angelegte elektrische Spannung werden Elektronen von der Hohlkathode 23
emittiert und im Kathodenfallgebiet beschleunigt. Dabei kommt es zu einer Pendelbewegung
der Elektroden innerhalb der Hohlkathode 23, wobei die Elektroden ihre Energie in
ein Plasma abgeben, und so eine sehr hohe Plasmadichte erzeugen. Gleichzeitig wird
Material von der Hohlkathode 23 abgesputtert und durch die Strömung des Arbeitsgases
der Hohlkathode 23 und/oder die Strömung in dem Plasmastrahl 40 zu dem Substrat 10
hin transportiert und dort auf dieses eingetragen.
Mit der aus DE 101 04 614 A1 bekannten Plasmastrahlquelle 20 lassen sich besonders
gut amorphe, diamantähnliche Kohlenstoffschichten mit sehr hohen Beschichtungsraten
abscheiden, wobei vor allem eine mit Hochfrequenz beaufschlagte, induktiv gekoppelte
Plasmastrahlquelle aufgrund ihrer sehr hohen Plasmadichte vorteilhaft ist. Gleichzeitig ist
in dem mit dieser Plasmastrahlquelle 20 erzeugten Plasmastrahl 40 bzw. Plasma 21 auch
eine hohe Reaktivität gegeben, so dass über ein Einbringen geeigneter Stoffe in das Plasma
21 die Bildung von nanoskaligen Partikeln über reaktive Volumenprozesse in dem
Plasmastrahl 40 und somit die Abscheidung einer Vielzahl von neuartigen Kompositschichten
mit in einer Matrix eingebetteten nanoskaligen Partikeln besonders einfach und
effektiv möglich ist. Das zur Bildung beispielsweise von Metallcarbid-Nanopartikeln
und/oder einer metallischen Haftschicht als zweite Funktionsschicht 11 benötigte Metall
stammt bevorzugt aus der metallischen Hohlkathode 23. Die zur Bildung von beispielsweise
Metallcarbid-Partikeln weiter erforderlichen Reaktivgase werden der Beschichtungsvorrichtung
30 beispielsweise durch gesonderte Injektoren im Bereich der Plasmastrahlquelle
20, die erste Gaszufuhr 31 und/oder die zweite Gaszufuhr 32 vor oder
hinter der Hohlkathode 23, oder auch durch die Hohlkathode 23 selbst zugeführt.
Die Figur 4 erläutert ein zu Figur 3 alternatives Ausführungsbeispiel, das sich von diesem
lediglich dadurch unterscheidet, dass die Hohlkathode 23 eine kleinere Dimension aufweist,
so dass sie sich vollständig innerhalb des Plasmastrahls 40 befindet. Insbesondere
weist die Hohlkathode 23, die beispielsweise als Hohlzylinder oder in Form von zwei
sich gegenüber liegenden, insbesondere gewölbten Platten ausgebildet ist, einen Durchmesser
in einem Bereich von 1 cm bis 1 mm auf. Weiter wird die Hohlkathode 23 hier
gleichzeitig auch als Injektor zur Zufuhr eines Reaktivgases in das Plasma 21 bzw. den
Plasmastrahl 40 eingesetzt. Alternativ kann die Zufuhr des Reaktivgases jedoch auch über
die erste Gaszufuhr 31 und/oder die zweite Gaszufuhr 32 erfolgen.
Die Figur 5 erläutert ein weiteres, zu den Figur 3 oder 4 alternatives Ausführungsbeispiel,
wobei diesmal die Hohlkathode 23 als mikroskalige Hohlkathode 23 mit einer Öffnung
kleiner als 5 mm, insbesondere kleiner als 1 mm, ausgeführt ist. Insbesondere sind in diesem
Fall eine Mehrzahl von nebeneinander oder gebündelt angeordneten Hohlkathoden
23 vorgesehen, die jeweils als Hohlzylinder mit einem Durchmesser von weniger als
1 mm ausgebildet sind. Weiter zeigt Figur 5, dass die erste Gaszufuhr 31 mit den Hohlkathoden
23 verbunden ist, so dass über die erste Gaszufuhr 31 den Hohlkathoden 23 ein
Arbeitsgas, beispielsweise Argon, und/oder über die Hohlkathoden 23 dem Plasma 21
bzw. dem Plasmastrahl 40 bei bedarf auch ein Reaktivgas oder einer sonstiger Reaktivstoff
zuführbar ist. Insofern agieren die Hohlkathoden 23 bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß 5 gleichzeitig auch als Gasdusche. In Figur 5 ist weiter dargestellt, dass jede der
Hohlkathoden 23 einen Hohlkathodenentladungsbereich 33 aufweist, der jeweils innerhalb
des Plasmastrahls 40 liegt.
Die Figur 6 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform für eine Hohlkathode
23, wie sie beispielsweise bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 oder Figur 5
einsetzbar ist. Insbesondere weist die Hohlkathode 23 gemäß Figur 6 einen metallischen
Zylinder mit einer Vielzahl von parallelen, diesen durchquerenden Bohrungen auf, die einen
Durchmesser von bevorzugt 100 µm bis 3 mm, insbesondere 500 µm bis 1,5 mm,
aufweisen.
Die Figur 7 zeigt eine zur Figur 6 alternative Ausführungsform für eine Hohlkathode 23,
die eine Vielzahl von konzentrisch zueinander angeordneten metallischen Hohlzylindern
aufweist, die über Stege miteinander verbunden und zusammengehalten werden.
Die Figur 8 erläutert ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Beschichtungsvorrichtung
30, mit der ein Substrat 10 mit einer Beschichtung 5, insbesondere gemäß Figur 1, beschichtbar
ist, wobei zusätzlich die in den Figuren 3 bis 5 bereits angedeutete Plasmastrahlquelle
20 etwas näher erläutert wird. Im Einzelnen ist die Plasmastrahlquelle 20
im Bereich des Austrittes des Plasmas 21 in Form eines Plasmastrahls 40 aus der Plasmastrahlquelle
20 topfförmig ausgebildet, wobei Windungen einer Spule 36 das Plasma
21 umgeben. Weiter ist in Figur 8 abweichend von den Figuren 3 bis 5 die Hohlkathode
23 nunmehr als Austrittsdüse 41 der Plasmastrahlquelle 20 ausgebildet, die von dieser über
eine Isolierung 37 elektrisch isoliert ist. Insbesondere ist die Hohlkathode 23 als zylindersymmetrische
Austrittsdüse 41 ausgebildet, die zu einer leichten Verengung des
Plasmastrahls 40 im Austrittsbereich der Plasmastrahlquelle 20 führt.
Auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 8 liegt der Glimmlichtbereich 33 der
Hohlkathode 23 innerhalb des Plasmastrahls 40, so dass durch Materialeintrag in das
Plasma 21 ausgehend von einem Gasflusssputterprozess in der Hohlkathode 23 zwischen
dem Glimmlichtbereich 33 und dem Substrat 10 ein modifiziertes Plasma 34 in einem
Reaktionsvolumen 26 entsteht.
Bevorzugt ist die Hohlkathode 23 gemäß Figur 8 um den gesamten Plasmastrahl 40 im
Bereich der Austrittsöffnung der Plasmastrahlquelle 20 angeordnet und gleichzeitig als
Gasdusche ausgebildet oder mit einer Injektionseinrichtung versehen ist, so dass über die
Hohlkathode 23 bei Bedarf reaktive Gase oder Reaktivstoffe in das Plasma 21 eingebracht
werden können. Alternativ oder zusätzlich können diese aber auch direkt noch in
den Innenraum der topfförmigen Plasmastrahlquelle 20 eingebracht werden. Schließlich
kann auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 8 ein insbesondere als Gaszufuhr
31 ausgebildeter Injektor, nicht dargestellter Injektor vorgesehen sein, der das reaktive
Gas oder den Reaktivstoff dem Plasmastrahl 40 bezüglich der Richtung des Gasstromes
hinter der Austrittsdüse 41 zuführt.
Die Figur 9 erläutert ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Beschichtungsvorrichtung
30, wobei hier die Hohlkathode 23 in Bezug auf die Strömungsrichtung des in die Plasmastrahlquelle
20 eingeführten Gases, beispielsweise Argon, vor der Plasmastrahlquelle
20 angeordnet ist. Auch in diesem Fall überlappt sich der Glimmlichtbereich 33 der
Hohlkathode 23 mit dem in der Plasmastrahlquelle 20 gezündeten Plasma 21. Ansonsten
ist der Aufbau gemäß Figur 9 weitgehend analog zu Figur 8 bzw. auch zu Figur 3, Figur 4
oder Figur 5. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 8 oder 9 wurde von einer Darstellung
der Gaszufuhren 31 bzw. 32 gemäß Figur 3, 4 oder 5 abgesehen. Diese können
jedoch ohne Weiteres auch hier entsprechend vorgesehen sein.
Die Figur 10 erläutert ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Beschichtungsvorrichtung
30, wobei sich die Hohlkathode 23 nun innerhalb der Plasmastrahlquelle 20 befindet.
Die Hohlkathode 23 dient dabei gleichzeitig als Injektor, das heißt, durch sie werden
das Arbeitsgas der induktiven gekoppelten Plasmastrahlquelle 20, beispielsweise Argon,
sowie je nach Anwendungsfall auch weitere Reaktivgase wie Methan, C2H2, Wasserstoff
oder andere Reaktivstoffe wie eine Suspension mit mikroskaligen oder nanoskaligen Pulverpartikeln
oder eine Lösung mit Precursormaterialien in Plasmastrahlquelle 20 eingebracht.
Daneben können diese Materialien bei diesem Ausführungsbeispiel alternativ oder
zusätzlich auch unmittelbar hinter der Hohlkathode 23 der Plasmastrahlquelle 20 oder
auch außerhalb der Plasmastrahlquelle 20 dem Plasmastrahl 40, beispielsweise durch geeignete
Injektoren, zugeführt werden.
Die Figur 11 erläutert ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Beschichtungsvorrichtung
30, wobei die Hohlkathode 23 im Unterschied zur Figur 3 aus einem in Spulenform
gewickelten Draht, beispielsweise einem Metalldraht, besteht.
Figur 12 zeigt schließlich ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Hohlkathode23 senkrecht
zu dem Plasmastrahl 40 orientiert ist. Reaktive Bestandteile oder Gase können dabei
durch nicht dargestellte Injektoren oder die Hohlkathode 23 selbst in den Plasmastrahl 40
eingeleitet werden. Diese Variante bietet den Vorteil, dass der Plasmastrahl 40 selbst
durch die Hohlkathode 23 insbesondere hinsichtlich der Strömungsverhältnisse nicht oder
wenig gestört wird, und dass lediglich die erwünschten reaktiven Bestandteile oder Gase
dem Plasmastrahl 40 zugeführt und mit der Gasströmung des Plasmastrahls 40 zu dem zu
beschichtenden Substrat 10 geführt werden.
Eine weitere Variante ist die Ausführung der Hohlkathode 23 in koaxialer Form um den
Plasmastrahl 40 herum, bei dem als Kathoden Ringe oder Ringsegmente mit einem dem
Druck angepassten Abstand eingesetzt werden, durch die die Arbeitsgase geführt sind.
Ergänzend sei noch erwähnt, dass es bei allen vorstehend erläuterten Ausführungsbeispielen
möglich ist, die Hohlkathode 23 zusätzlich mit einer Einrichtung zur Erzeugung
eines Magnetfeldes zu versehen, so dass durch dieses Magnetfeld die Elektroden in der
Hohlkathode 23 auf eine Spiralbahn gezwungen werden. Hierdurch erfolgt ein Intensivieren
des Hohlkathodenplasmas bzw. des Glimmlichtbereiches 33, so dass eine effektivere
Beschichtung bewirkt wird.
Weiter kann die Hohlkathode 23 auch aus einem Dielektrikum oder einem Halbleiter oder
in Form einer segmentierten Holhkathode 23 mit mindestens einem Segment aus einem
Dielektrikum oder Halbleiter ausgeführt sein, wobei die elektrische Anregung der Hohlkathodenentladung
dann durch Elektroden, die außen an dem Dielektrikum oder Halbleiter
angebracht sind und mit Hochfrequenzspannung oder gepulster Gleichspannung beaufschlagt
werden, gewährleistet wird. Auf diese Weise sind mit Hilfe der Hohlkathode
23 über ein Gasflusssputtern auch Atome oder Cluster eines Isolators oder Halbleiters wie
Si3N4 oder Legierungen damit oder daraus freisetzbar und auf dem Substrat 10 abscheidbar.
Insgesamt wird mit Hilfe einer der Beschichtungsvorrichtungen 30 gemäß einem der vorstehend
erläuterten Ausführungsbeispiele auf dem Substrat 10 gemäß Figur 1 zunächst
eine metallische Haftschicht 11 durch einen Gasflusssputterprozess abgeschieden, danach
erfolgt die Abscheidung einer Gradientenschicht 12 durch allmählich steigende Zugabe
reaktiver Plasmakomponenten im Bereich der Hohlkathode 23 und ein optionales Zuschalten
der induktiv gekoppelten Plasmastrahlquelle 20 oder eine optionale Zugabe von
Reaktivstoffen in den Plasmastrahl 40, das heißt unter zusätzlicher Beaufschlagung des
Substrates 10 mit dem Plasmastrahl 40, und schließlich die Abscheidung einer nanodispersiven
Schicht als zweite Funktionsschicht 12, wobei die Hohlkathode 23 mit der
Plasmastrahlquelle 20 gemeinsam eingesetzt und kein reines Metall mehr auf dem Substrat
10 abgeschieden wird.