Beschreibung
Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung mit Spielausgleich
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung und/oder zum Spielausgleich gemäß dem O- berbegriff des Patentanspruches 1.
Bei diversen Antrieben, beispielsweise beim Steuern/Antreiben von Ventilen, ist ein minimales Spiel bzw. eine definierte maximale Kontaktkraft zwischen einem Aktor und einer angetriebenen Komponente eine Voraussetzung für eine zuverlässige Funktion des Antriebes. Insbesondere bei der Verwendung von Piezoaktoren als Antrieb stellt dieses eine wesentliche Einsatzbedingung dar, weil Piezoaktoren zwar hohe Betäti- gungskräfte ermöglichen, die darstellbaren Aktorhübe jedoch sehr klein sind. Aufgrund von Längenänderungen infolge von Temperaturänderungen, Fertigungstoleranzen und Verschleißerscheinungen muss bei Systemen ohne Spielausgleich zumindest ein gewisses Maß eines Funktionsspiels vorgesehen werden, wo- durch jedoch der Arbeitshub entsprechend verringert wird.
Piezoaktoren verlieren dabei einen nicht zu vernachlässigen Anteil des Nutzhubes. Durch den Einsatz eines Spielausgleichs kann ein Antrieb spielfrei gehalten werden, so dass der gesamte Aktorhub als Nutzhub zur Verfügung steht.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 197 08 304 ist eine
Vorrichtung zur Übertragung einer Bewegung auf ein Einspritz- ventil bekannt, die ein Übertragungsmodul mit einer Druckkammer und einer Ausgleichskammer umfasst. Das Übertragungsmodul ist zwischen einem Piezoaktor und einem Ventilstößel angeord- net . Die Druckkammer und Ausgleichskammer sind mit einem Ü- bertragungsmedium gefüllt, wobei die Druckkammer auf einer Seite von einer Membran abgeschlossen und über eine an der gegenüberliegenden Seite angeordneten Drossel mit der Ausgleichskammer verbunden ist. Die Ausgleichskammer ist auf ei- ner Seite durch eine vorgespannte Federplatte oder eine fe-
derbeaufschlagte zweite Membran abgeschlossen, über die Ausgleichskammer und Druckkammer unter einem vorgegebenen Druck stehen. Die Drossel ist dabei so ausgestaltet, dass zeitlich kurze Druckunterschiede kaum und lange Druckunterschiede vollständig ausgeglichen werden. Eine Dejustage aufgrund Temperaturänderung oder Verschleiß wird durch einen Fluss des Ü- bertragungsmediums von Ausgleichskammer zu Druckkammer und umgekehrt ausgeglichen. Nachteilig ist, dass ein möglicher Spielausgleich durch die maximal erreichbare Wölbung der Membran der Druckkammer begrenzt ist. Ein schnelles und kurzzeitiges Nachfüllen der Druckkammer mit dem Übertragungsmedium aus der Ausgleichskammer ist wegen der oben beschriebenen Drosselfunktion nicht möglich.
Aus der internationalen Veröffentlichung 98/15018 ist eine Vorrichtung zum Übertragen einer Auslenkung eines piezoelektrischen Aktors mit einer Druckkammer bekannt, wobei die Druckkammer mit einem Arbeitsmedium gefüllt und beidseitig durch eine erste und zweite Membran begrenzt ist. Die Druckkammer ist so zwischen dem Aktor und einem Stößel angeordnet, dass die erste Membran dem Aktor und die zweite Membran dem
Stößei zugeordnet ist. Eine Auslenkung des Aktors wird über die erste und zweite Membran auf den Stößel übertragen, wobei die erste und zweite Membran unterschiedlich große effektive Flächen aufweisen können. Ein Spielausgleich über eine Aus- gleichskammer ist nicht vorgesehen.
Aus der europäischen Veröffentlichung EP 0 947 690 ist ein Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten mit hydraulischem Übersetzer bekannt. Zwischen zwei Kolben, die in einem Gehäuse verschiebbar angeordnet sind, ist ein Druckraum vorgesehen. Zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten des Druckraumes sind jeweils Steuerräume hinter den Kolben ausgebildet, wobei die Steuerräume und Kolben jeweils von einer Membran abgedichtet sind. Die Steuerräume sind über Drosselbohrungen an eine Leckölbohrung angeschlossen. Die Drosselbohrungen haben in Entlastungsrichtung des Steuerraumes einen scharfkantigen und
in Füllrichtung einen gerundeten Übergang. Durch eine entsprechende Dimensionierung wird in den Steuerräumen so ein ausreichender Mindestdruck zum Wiederbefüllen des Druckraumes eingestellt. Bei einem Kolbenhub wird über die dem einen Kol- ben zugeordnete Membranfläche in der einen Steuerkammer ein Gegendruck entgegen dem Leckόlstrom aus der Druckkammer in Richtung dieser Steuerkammer aufgebaut. Gleichzeitig wird die andere Steuerkammer über die Drosselbohrung und aufgrund der entgegengesetzten Bewegung des anderen Kolbens mit der zuge- ordneten Membran wieder befüllt.
Bei Common Rail Injektoren wurden außerdem schon eine Reihe von hydraulischen Spielausgleichsvarianten vorgeschlagen, die als offene Systeme ausgeführt sind und Dieselkraftstoff, z.B. aus der Leckage, als Hydraulikflüssigkeit nutzen. Diese Sys- teme haben den Nachteil, dass eine gasfreie Befullung des Ü- bertragungsweges nicht unter allen Betriebsbedingungen sichergestellt ist.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des obigen Standes der Technik zu überwinden.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 1 vorgeschlagen.
Demnach ist bei einer Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung und/oder zum Spielausgleich der Druckraum und das elastische Speicherreservoir über einen Durchgang miteinander verbunden, wobei der Durchgang eine Durchlass- und eine Sper- richtung aufweist, so dass ein Fluss des Übertragungsmediums von dem Speicherreservoir zu dem Druckraum ermöglicht und ein Fluss in entgegengesetzter Richtung im wesentlichen gesperrt wird.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine gasfreie Befullung des Übertragungsweges unter allen Betriebsbedingungen gewährleistet, wobei über den Ringspalt und den Durchgang so-
wie den Druckraum und das Speicherreservoir insbesondere ein geschlossenes System ausgebildet werden kann. Ein schneller Verlustausgleich des Übertragungsmediums in dem Druckraum wird über den Durchgang sichergestellt. Durch die unmittelba- " re Ausbildung des Druckraumes zwischen Zylinder und Kolben ist ein Spielausgleich über einen weiten Bereich möglich. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann als reine Metallausführung realisiert sein, wodurch eine hohe Belastbarkeit und Lebensdauer gefördert werden.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden unter Bezugnah- me auf die Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine geschnittene Seitenansicht einer ersten
Ausführungsform einer Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung und/oder Spielausgleich ohne Hubübersetzung und
Fig. 2 zeigt eine geschnittene Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform einer Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung und/oder Spielausgleich mit Hubübersetzung und integrierter Bewegungsumkehr.
Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung und/oder Spiel- ausgleich, wobei keine Hubübersetzung vorgesehen ist. Die Vorrichtung weist einen Zylinder 1 mit Führung auf, in der ein Kolben 2 mit minimalem radialen Spiel verschiebbar angeordnet ist. Zwischen einer Stirnseite 14 des Kolbens 2 und der Führung 16 des Zylinders 1 ist ein Druckraum 3 ausgebil-
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Piezoaktor. Die vom Piezoaktor aufgebrachte Kraft wirkt über den Kolben 2, den Druckraum 3 und die Stirnseite 12 des Zylinders 1 auf ein (nicht dargestelltes) zu betätigendes Element. Dieses kann beispielsweise ein Steuerventil sein. In- folge der Kraftwirkung des Piezoaktor im ausgelenktem Zustand steigt der Druck in dem Druckraum 3 an und eine geringe Menge Übertragungsmedium entweicht über den Ringspalt 15 aus dem Druckraum 3 in das Speicherreservoir .
In der Zeit, in der der Piezoaktor nicht angesteuert ist, kann das Übertragungsmedium in dem Druckraum 3 über den
Durchgang 5 und das Ventil 6 wieder ergänzt werden. Der statische Druck im Speicherreservoir 4 und die gleichzeitig als Druckfedern wirkenden Metallbälge 9, 10 erzeugen in dieser Phase eine definierte Kontaktkraft zwischen Stellglied und zu betätigendem Element. Änderungen in der Justage bzw. Abstimmung der einzelnen Komponenten aufgrund Temperaturausdehnung, Verschleiß und ähnlichem werden wegen der damit einhergehenden Druckänderung durch einen entsprechenden Fluss des Übertragungsmediums ausgeglichen.
Fig. 2 zeigt eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung und/oder Spiel- ausgleich, wobei eine Hubübersetzung mit integrierter Bewegungsumkehr vorgesehen ist. Ein Zylinder 21 ist mit seinen beiden Planflächen 24 in ein Gehäuse, beispielsweise ein Injektorgehäuse eingespannt. Zwei Kolben 22, 23, von denen der eine als ein Hohlkolben 22 und der andere als ein Hubkolben 23 ausgeführt ist, sind in dem Zylinder 21 eingesetzt. Dabei läuft der Hohlkolben 22 in einer Führung 45 des Zylinders 21 und der Hubkolben 23 in einer entsprechenden Führung 46 des Hohlkolbens 22.
Ein Druckraum 26 wird von benachbarten Stirnflächen 42, 43 der ineinander angeordneten Kolben 22, 23 und der Führung des
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tragungsmedium aus dem Speieherreservoir nachgefördert, die bei der Ansteuerung des Piezoaktors aus dem Druckraum 26 als Leckage entweicht. Die Metallbälge 31, 32 des Speicherreservoirs 30 übernehmen bei dieser Ausführungsform der Erfindung keine Federfunktion.
Für eine verlustfreie Kraft-Weg-Übertragung ist bei beiden Ausführungsformen eine gasfreie Befullung des gesamten Innenraumes mit dem Übertragungsmedium erforderlich.