D-ιmmsvstem für Gebaudedecken Gebiet der Erfindung Die Erfindung bezieht sich auf ein Dammsystem für Gebaudedecken mit an der Deckenoberseite angeordneten und durch eine zumindest emlagige Abdeckschicht abgedeckten Dammplatten aus Polystyrol-Hartschaum, sowie auf ein solches Da msystem für Wände
Stand der Technik Beim Dämmen von Gebaudedecken bzw Wanden ist es bekannt, formstabile und druckfeste Platten bzvv Fassadenelemente aus Polystyrol-Hartschaum wegen ihrer hohen mechanischen Festigkeit und ihrer hohen Warmedammwirkung einzusetzen Die Dammplatten werden an der Oberseite der Decke bzw an der Außenseite der Wand angeordnet und an ihrer Oberseite bzw Außenseite mit einer Abdeckschicht abgedeckt Bei einer Decke kann diese Abdeckschicht von Brandschutzplatten, wie z B zementgebundene Holzwolleplatten, magnesitgebundene Holzwolleplatten oder Grpskartonplattεn, gebildet werden Die Oberseite der Dammplatten kann auch durch eme Trennschicht abgedeckt sein, auf die ein Estnch aufgebracht ist Bei einer Wand wird die Außenseite der Dammplatten zumeist durch eine Abdeckschicht abgedeckt, die aus einem Kunststoffgewebe und emer dünnlagigen Putzschicht besteht
Aus der DE 34 31 876 AI ist em geschoßhohes, an der Wandaußenseite zu befestigendes Nollwäπneschutz-Fassadenelement aus Polystyrol-Hartschaum bekannt, das drei geschoßhohe Hmterlüftungsschachte und sechs von diesen durch perforierte Zwischenwände getrennte, geschoßhohe und jeweils mit Mineralwolle gefüllte Kammern enthalt, die zur Rückseite des Fassadenelementes hm offen smd. Der Austausch von Luft bzw Feuchtigkeit zwischen dem an die Wand angrenzenden Innenraum des Gebäudes und dem das Gebäude umgebenden Außenbereich wird über jene Luftströmungen bewerkstelligt, die das geschoßhohe Fassadenelement durchströmen und aus diesem an dessen oberem Ende austreten Um diese Luftströmungen in Gang zu setzen bzw. aufrecht zu erhalten, müssen die mit den Hinterluftungsschächten in Verbindung stehenden Luftemtπttsöffnungen am unteren Ende des Fassadenelementes und die mit den Hinterluftungsschächten in Verbindung stehenden Luftaustπttsöffnungen am oberen Ende des Fassadenelementes stets offen gehalten werden Bei kaltem Wetter bπngen diese Luftströmungen kalte Außenluft in die Hmterlüftungsschachte und in die mit Mineralwolle gefüllten Kammern und verringern dabei die Wärmedämmung des Fassadenelementes Aus der JP 56-008 237 A ist es bekannt, Dammplatten, die aus emem geschlossenzelligen, expandierten Hartschaum hergestellte wurden, nachträglich zu perforieren und die perforierten Dammplatten für die W rmedämmung und Durchlüftung von Hauswanden einzusetzen, die in Standerbauweise emchtet werden und em in einzelne Felder unterteiltes, tragendes Rahmen-
fachwerk besitzen. Die Felder sind jeweils von einem oberen und unteren horizontalen Querträger und zwei nebeneinander angeordneten vertikalen Ständern begrenzt und enthalten eine perforierte Dämmplatte als Füllung, an deren Außenseite zwei seichte Hinterlüftungsschächte vorgesehen sind, die von vertikalen Leisten seitlich und einem an diesen befestigten Putzträger samt Putzschicht nach außen begrenzt sind. Bei einer solchen Hauswand wird der Austausch von Luft bzw. Feuchtigkeit zwischen dem Innenraum des Hauses und dem dieses umgebenden Außenbereich über jene Luftströmungen bewerkstelligt, die die Löcher der Dämmplatte und die an deren Außenseite angeordneten, seichten Hinterlüftungsschächte durchströmen. Bei kaltem Wetter dringt kalte Außenluft ins Innere dieser Hauswand ein und verringert die Warmedammwirkung der perforierten Dämmplatte.
Zusammenfassung der Erfindung: Aufgabe der Erfindung ist es, die Dämmung von Gebäudedecken oder Wänden zu verbessern, bei denen Dämmplatten aus Polystyrol-Hartschaum verwendet und an ihrer Ober- bzw. Außenseite mit einer zumindest einlagigen Abdeckschicht abgedeckt werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein diffusionsoffenes Dämmsystem mit einer zumindest einlagigen Abdeckschicht vor, bei dem die Übertragung der Feuchte ausschließlich über Wasserdampfdiffusion und nicht über Luftströmungen erfolgt. Dieses diffusionsoffene Dämmsystem ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß nachträglich perforierte Dammplatten vorgesehen sind, deren Perforierungen an beiden Seiten der Dämmplatte vollständig bzw. faßt vollständig abgedeckt sind, wobei die Summe der Querschnittsflächen der Perforierungen einer Dämmplatte 1% - 7,5% ihrer Plattenoberfläche entspricht und die Dämmplatte einen Wasserdampf- Diffusionswiderstandsfaktor besitzt, der zwischen 2 und 15 liegt. Beim erfindungsgemäßen Dämmsystem sind die perforierten Dammplatten an beiden Seiten jeweils durch eine Abdeckschicht abgedeckt, die auch die an der jeweiligen Seite der Dämmplatten ausmündenden Perforierungen abdeckt. Dadurch wird der Eintritt von Außenluft in die Perforierungen der Dämmplatten bzw. ein Luftstrom durch die Perforierungen hindurch verhindert, sodaß eine die Wärmedämmwirkung der Dämmplatten herabsetzende Durchlüftung der Dämmplatten ausgeschlossen ist. Der aus der darunterliegenden Decke bzw. Wand austretende Wasserdampf diffundiert durch das erfindungsgemäße Dämmsystem hindurch bis an die Außenseite der die perforierten Dämmplatten an ihrer Ober bzw. Außenseite abdeckenden Abdeckschicht.
Die über die Oberseite der Dämmplatte verteilten und in diese nachträglich eingebrachten Perforierungen, die mit ihren Querschnittsflächen nur 1% - 7,5% der Plattenoberseite bedecken, setzen den sehr hohen Wasserdampf- Diffusionswiderstandsfaktor der Polystyrol-Hartschaum-
platten auf ein Größe zwischen 2 und 15 herab, ohne die wesentlichen Eigenschaften der Polystyrol-Hartschaumplatten, wie die sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, die sehr hohe Druckfestigkeit, die hohe Brandbeständigkeit etc., zu verändern.
Das erfindungsgemäße Dämmsystem sieht den Einsatz von bezüglich Festigkeit und Wärmedämmung qualitativ hochwertigen Dämmplatten aus Polystyrol-Hartschaum vor, die in Verbindung mit den nachträglich hergestellten Perforierungen, deren Gesamtquerschnittsfläche 1% - 7,5% der Plattenoberfläche ausmacht, einen Wasserdampf-Diffusionswiderstandsfaktor zwischen 2 und 15 aufweisen. Die nachträglich hergestellten Perforierungen können zwischen 0,5 mm und 4 mm breit und bis zu 15 Grad gegenüber der Flächennormalen geneigt sein. Nachstehend wird die Erfindung an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Kurze Beschreibung der Zeichnung: Fig. 1 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Gebäudedecke mit einer ersten Ausführungsform des erfmdungsgemäßen Dämrnsystemes.
Fig. 2 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Gebäudedecke mit einer zweiten Ausfuhrungsform des erfmdungsgemäßen Dämrnsystemes.
Fig. 3 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Gebäudewand mit einer dritten Ausf hrungs- form des erfmdungsgemäßen Dämrnsystemes.
Fig. 4 zeigt schematisch eine Draufsicht auf eine Dämmplatte mit verschiedenen Querschnitts- formen der nachträglich erzeugten Perforierungen.
Fig. 5 zeigt schematisch eine Draufsicht auf eine Dämmplatte mit gleichmäßig über die Plattenfläche verteilten Perforierungen.
Fig. 6 zeigt schematisch eine Schrägansicht einer Dämmplatte aus Polystyrol-Hartschaum mit zur Plattenoberseite senkrechten Perforierungen.
Fig. 7 zeigt schematisch eine Schrägansicht einer Dämmplatte aus Polystyrol-Hartschaum mit zur Plattenoberseite schräg verlaufenden Perforierungen.
Beschreibung von Ausfuhrungsbeispielen: Fig. 1 zeigt ein Dämmsystem für Gebäudedecken. An der Oberseite einer Rohdecke 1 sind Dammplatten 2 aus Polystyrol-Hartschaum angeordnet, die nach ihrer Herstellung und vor ihrer Verlegung mit zur Plattenoberseite senkrechten Perforierungen 3 versehen wurden. Die perforierten Dammplatten 2 liegen mit ihren Unterseiten auf der Rohdecke 1 auf, die die Perforierungen 3 an den Unterseiten der Dämmplatten 2 vollständig abdeckt. Die perforierten Dämmplatten 2 sind an ihren Oberseiten durch Brandschutzplatten 4 abgedeckt, die die Perforierungen 3 an den Oberseiten der Dämmplatten 2 vollständig abdecken. Als Brandschutzplatten 4 können
z.B. zementgebundene Holzwolleplatten, magnesitgebundene Holzwolleplatten oder Gipskartonplatten eingesetzt werden.
Fig. 2 zeigt ein weiteres Dämmsystem für Gebäudedecken. An der Oberseite einer Rohdecke 1 sind Dämmplatten 2 aus Polystyrol-Hartschaum angeordnet, die nachträglich mit zur Plattenoberseite senkrechten Perforierungen 3 versehen wurden. Die Rohdecke 1 deckt die Perforierungen 3 der Dammplatten 2 an deren Unterseiten vollständig ab. Eine Trennschicht 5 deckt die Oberseite der Dammplatten 2 und deren Perforierungen 3 nach oben ab. Auf diese Trennschicht 5 ist ein Estrich 6 aufgebracht.
Fig. 3 zeigt ein Dämmsystem für eine Außenwand eines Gebäudes. Die Dammplatten 2 sind an der Außenseite der Wand 7 angebracht und an der Außenseite durch eine Abdeckschicht 8 abgedeckt, die beispielsweise aus einem Kunststoffgewebe und einer dünnlagigen Putzschicht besteht. Die Perforierungen 3 sind an der der Wand 7 zugewandten Seite der Dämmplatten 2 durch die rohe Wand 7 abgedeckt und an der Außenseite der Dämmplatten 2 durch die Abdeckschicht 8.
Die in bekannter Weise hergestellten Polystyrol-Hartschaumplatten 2 werden nachträglich mit Perforierungen 3 versehen, deren Querschnitt z. B. kreisförmig, rautenförmig, quadratisch, rechteckig, dreieckig, ellipsenförmig, kreuzförmig sein kann (Fig.4). Es ist jeweils mindestens eine Perforierung pro 10 cm2 vorgesehen. Die Perforierungen 3 der Dämmplatten 2 können jeweils zwischen 0,5 mm und 4 mm breit sein.
Die Perforierungen sind über die Oberseite der Dämmplatte 2 verteilt und bedecken mit ihren Querschnittsflächen nur 1% - 7,5% der Plattenoberseite. Diese Perforierungen 3 setzen den sehr hohen Wasserdampf-Diffusionswiderstandsfaktor der Polystyrol-Hartschaumplatte auf ein Größe zwischen 2 und 15 herab, ohne die wesentlichen Eigenschaften der Polystyrol- Hartschaumplatte, wie die sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, die sehr hohe Druckfestigkeit, die hohe Brandbeständigkeit etc., zu verändern. Der Wasserdampf-Diffusionswiderstandsfaktor der perforierten Dämmplatten 2 wird in bekannter Weise durch standardisierte Prüfverfahren (z.B. ÖNORM B 6016) ermittelt.
Fig. 5 zeigt eine Dämmplatte 2 mit gleichmäßig verteilten Perforierungen 3. Fig.6 zeigt eine Dämmplatte 2 mit senkrecht zur Oberseite der Dämmplatte 2 verlaufenden Perforierungen 3 und Fig.7 zeigt eine Dämmplatte 2 mit schräg zur Oberseite der Dämmplatte 2 verlaufenden Perforierungen, die unter einem Winkel a gegenüber der Flächennormalen geneigt sind. Dieser Winkel a kann bis zu 15 Grad betragen..