Die Erfindung betrifft eine (Vor-)Behandlung von Flecken unter Verwendung einer
Textilreinigungsflüssigkeit und einer Flasche mit einem Sprühsystem und einen Kit, der
unter anderem diese Reinigungsflüssigkeit enthält, sowie ein spezielles flüssiges und
versprühbares Textilreinigungsmittel.
Mittel zur Fleckvorbehandlung vor einem eigentlichen Waschprozeß sind aus dem Stand
der Technik und als Mittel des Marktes bekannt. Sie werden meist in Pastenform
angeboten. Auch Flüssigwaschmittel oder Waschmittelgele, die üblicherweise zur
Handwäsche oder zur Maschinenwäsche eingesetzt werden, können zur
Fleckvorbehandlung verwendet werden. Insbesondere Waschmittelgele können auf
Flecken aufgetragen werden. Man läßt sie dort für eine geraume Zeit einwirken und wäscht
anschließend das Textil in einem herkömmlichen Waschgang.
Fleckvorbehandlungsmittel, welche auf Flecken aufgesprüht werden, sind ebenfalls aus
dem Stand der Technik bekannt und enthalten entweder relativ hohe Mengen an
anionischen und vor allem nichtionischen Tensiden, die im anschließenden Waschprozeß
eine waschkraftverstärkende Wirkung erzeugen, und/oder Wirksubstanzen, welche im
anschließenden Waschprozeß die Entfernung von bleichbaren Anschmutzungen
unterstützen.
Seit geraumer Zeit werden im Markt auch Mittel und Kits angeboten, bei deren
Anwendung eine auffrischende und/oder reinigende Wirkung der Textilien nicht in einem
üblichen Waschprozeß, sondern in einem handelsüblichen Haushalts-Wäschetrockner
erzielt werden. Derartige Auffrischungs- und/oder Reinigungsverfahren werden im
Rahmen der vorliegenden Erfindung Trockenreinigungsverfahren genannt. Auch im
druckschriftlichen Stand der Technik existieren zu Trockenreinigungsverfahren eine Reihe
von Patenten und Patentanmeldungen. Hier sind beispielsweise die US-amerikanischen
Patente US 5,238,587, US 5,658,651, US 5,746,776, US 5,869,410, US 5,972,041 und US
5,997,586, aber auch die internationalen Anmeldungen WO 93/23603, WO 96/39556, WO
99/16995, WO 97/00738, WO 97/00990, WO 96/30471, WO 96/30472, WO
96/30580, WO 96/30582, WO 96/30583, WO 96/37652, WO 97/00939, WO 97/00991,
WO 97/00992, WO 97/07278, WO 97/26821, WO 97/29178, WO 97/32004,
WO 97/34519, WO 97/41292, WO 97/45416, WO 98/05814, WO 98/17771, WO
98/31863, WO 99/10586 zu nennen. Auf den Inhalt dieser Anmeldungen wird durch
Referenz verwiesen. In einigen dieser Patentanmeldungen und Patente wird darauf
hingewiesen, daß die Textilien vor der Durchführung des Trockenreinigungsverfahrens in
einem handelsüblichen Haushalts-Wäschetrockner vorbehandelt werden können. Dabei
werden in der Regel flüssige Textilreinigungsmittel aus einer Flasche mit Hilfe eines
Gerätes, beispielsweise eines Schwamms oder eines Stempels, auf verfleckte Textilien
gegeben, oder die Flecken werden mit einem getränkten Tuch, das beispielsweise ein
Textilmaterial, aber auch ein normales Papiertuch, beispielsweise Haushaltsküchenpapier,
sein kann, betupft.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, die Fleckentfernung aus Textilien
im Rahmen eines kombinierten Vorbehandlungsschritts und eines nachfolgenden
Bearbeitungsschritts weiter zu entwickeln.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung bestand darin, einen Kit zusammenzustellen, der die
Bestandteile enthält, welche die Fleckentfernung insbesondere in einem
Trockenreinigungsverfahren hervorragend unterstützen.
Gegenstand der Erfindung ist daher in einer ersten Ausführungsform die Verwendung
eines flüssigen und versprühbaren Textilreinigungsmittels auf wässeriger Basis in einer
Flasche mit einem Sprühsystem zur Fleck(vor)behandlung, insbesondere in einem
Trockenreinigungsverfahren. Das flüssige und versprühbare Textilreinigungsmittel auf
wässeriger Basis enthält dabei neben hohen Anteilen an Wasser auch signifikante Mengen
an organischen Lösungsmitteln. Vorzugsweise werden auch anionische und nichtionische
Tenside verwendet, wobei mindestens 3 verschiedene Tenside, insbesondere mindestens 4
verschiedene Tenside eingesetzt werden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird ein Verfahren zur Reinigung eines
verschmutzten Textils beansprucht, wobei das angefleckte/angeschmutzte Textil mit der
verfleckten Stelle auf eine saugfähige Unterlage gelegt wird, ein flüssiges
Textilreinigungsmittel aus einer Flasche mit Sprühsystem auf die verschmutzte Stelle
appliziert wird und man das flüssige Textilreinigungsmittel eine beliebige Zeit einwirken
läßt.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung umfaßt einen Textilreinigungskit, welcher
einen oder mehrere Beutel und ein oder mehrere poröse flächige Reinigungstücher, die mit
einer flüssigen bis gelartig verdickten Reinigungsflüssigkeit imprägniert sind, enthält.
Weiterhin enthält der Kit ein flüssiges und versprühbares Textilreinigungsmittel auf
wässeriger Basis in einer Flasche mit Sprühsystem und optional ein oder mehrere
saugfähige Unterlagen für die Fleck(vor)behandlung.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung betrifft ein flüssiges und versprühbares
Textilreinigungsmittel, welches insbesondere in einer Flasche mit Sprühsystem
angewendet wird und sich vor allem zur Fleck- bzw. Schmutzvorbehandlung von
Textilien, vorzugsweise zur Fleck- bzw. Schmutzvorbehandlung von Textilien, die
anschließend einem Trockenreinigungsverfahren unterzogen werden, eignet. Dieses Mittel
zeichnet sich dadurch aus, daß es auch mehrphasig und insbesondere zweiphasig sein kann.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter dem Begriff Fleck(vor)behandlung
oder Schmutz(vor)behandlung - beide Ausdrücke können synonym verwendet werden -
das allgemeine Behandeln von Schmutzteilchen, unerwünschten Bestandteilen,
Nebenprodukten und anderen bestimmungswidrig mit Textilien in Berührung
gekommenen Stoffen verstanden. Von der Fleck- oder Schmutz(vor)behandlung erwartet
der Verbraucher eine zumindest weitgehende Befreiung des Textils von beispielsweise
Staub, Schmutz, Schweiß und in Schweiß und Nikotin enthaltenen unerwünschten
Geruchsstoffen, aber auch Modrigkeit oder Parfüm-Rückständen, die sich im Textil
festgesetzt haben, sowie ebenso die Entfernung sichtbarer kleinerer und größerer Flecken.
Der Ausdruck "Textilien" umfaßt nicht nur Kleidung, sondern auch andere Gegenstände,
die in der Vergangenheit üblicherweise chemisch gereinigt wurden, einschließlich Laken
und Decken, Vorhängen, kleinen Teppichen, Polsterbezügen, Handtüchern, Stofftieren und
dergleichen.
Die Fleck(vor)behandlung von Textilien vor einem anschließenden
Trockenreinigungsverfahren in einem handelsüblichen Haushalts-Wäschetrockner ist - wie
bereits oben dargelegt - aus dem Stand der Technik bekannt. Neu demgegenüber ist jetzt
die Verwendung eines flüssigen und versprühbaren Textilreinigungsmittels, das in einer
Flasche mit Sprühsystem eingesetzt wird.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass die Verwendung eines flüssigen und
versprühbaren Textilreinigungsmittels nicht nur eine schnellere und einfachere
Handhabung gegenüber den Methoden des Standes der Technik darstellt, sondern
außerdem noch zu einer besseren Schmutzentfernung führt.
Als flüssiges bis versprühbares Textilreinigungsmittel können dabei alle bisher bekannten
Vorbehandlungsmittel oder im Trockenreinigungsverfahren eingesetzten Textilreinigungsmittel
eingesetzt werden. Insbesondere bevorzugt sind dabei flüssige und
versprühbare Mittel auf wässeriger Basis, welche zusätzlich einen Anteil an organischen
Lösungsmitteln enthalten. Der Wassergehalt, bezogen auf das gesamte Mittel, beträgt
vorzugsweise weniger als 99 Gew.-% und liegt in besonders vorteilhaften Ausführungsformen
- je nach dem Gehalt an weiteren Bestandteilen - zwischen 40 und 98 Gew.-%,
insbesondere zwischen 60 und 95 Gew.-% und vorteilhafterweise zwischen etwa 75
und 90 Gew.-%.
Die Menge an organischem Lösungsmittel ist dabei von geringerer Bedeutung; sie kann
beispielsweise in einem Rahmen von 2 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise von 5 bis 25 Gew.-%
und insbesondere bis 20 Gew.-% betragen. Dabei haben sich Mengen an organischem
Lösungsmittel zwischen 5 und 15 Gew.-% als besonders vorteilhaft erwiesen.
Vorzugsweise ist das organische Lösungsmittel ökologisch und toxikologisch unbedenklich,
nämlich ungiftig, und mit Wasser mischbar.
Als alleiniges organisches Lösungsmittel oder als Hauptbestandteil einer Mischung aus
organischen Lösungsmitteln werden vorzugsweise Glycolether eingesetzt. Diese
Materialien sind Nieder(alkoxy)- oder Nieder(alkoxy)nieder(alkoxy)ether von Ethanol
oder Isopropanol. Einige Glykolether sind unter den Handelsnamen Arcosolv® (Arco
Chemical Co.) oder Cellosolve® , Carbitol® oder Propasol® (Union Carbide Corp.)
erhältlich; dazu gehören auch z.B. ButylCarbitol® , HexylCarbitol® , MethylCarbitol® , und
Carbitol® selbst, (2-(2-Ethoxy)ethoxy)ethanol. Die Wahl des Glykolethers kann vom
Fachmann leicht auf der Basis seiner Flüchtigkeit, Wasserlöslichkeit, seines
Gewichtsprozentanteils an der gesamten Dispersion und dergleichen getroffen werden.
Pyrrolidon-Lösungsmittel, wie N-Alkylpyrrolidone, beispielsweise N-Methyl-2-pyrrolidon
oder N-C8-C12-Alkylpyrrolidon, oder 2-Pyrrolidon, können ebenfalls eingesetzt werden.
Weiterhin bevorzugt als alleinige Lösungsmittel oder als Bestandteil eines Lösungsmittelgemisches
sind Glycerinderivate, insbesondere Glycerincarbonat.
Zu den Alkoholen, die in der vorliegenden Erfindung als Cosolvention eingesetzt werden
können, gehören flüssige Polyethylenglykole, mit niederem Molekulargewicht, beispielsweise
Polyethylenglykole mit einem Molekulargewicht von 200, 300, 400 oder 600.
Weitere geeignete Cosolventien sind andere Alkohole, zum Beispiel (a) niedere Alkohole
wie Ethanol, Propanol, Isopropanol und n-Butanol, (b) Ketone wie Aceton und Methylethylketon,
(c) C2-C4-Polyole wie ein Diol oder ein Triol, beispielsweise Ethylenglykol,
Propylenglykol, Glycerin oder Gemische davon. Insbesondere bevorzugt ist aus der Klasse
der Diole 1,2-Octandiol.
Weitere organische Lösungsmittel, welche im Prinzip geeignet sind, sind herkömmliche
chlorierte Lösungsmittel, wie sie üblicherweise aus der gewerblichen chemischen
Reinigung bekannt sind. Hierzu gehören unter anderen die di- bis tetrachlorierten Derivate
von Methan, die di- bis pentachlorierten Derivate von Ethan, die mono- bis trichlorierten
Derivate von Cyclohexan sowie Monochlorbenzol. Spezielle Beispiele sind
Tetrachlorkohlenstoff, Methylenchlorid, 1,1-Dichlorethan, 1,2-Dichlorethan, 1,1,1-Trichlorethan,
1,1,2-Trichlorethan, Trichlorethen, 1,1,2,2-Tetrachlorethan, Tetrachlorethen, Pentachlorethan,
Monochlorcyclohexan, 1,4-Dichlorcyclohexan, Monochlorbenzol und
Gemische der obigen. Allerdings sind diese chlorierten Kohlenwasserstoffe für den
Gebrauch im Haushalt weniger bevorzugt.
Die eingesetzten flüssigen und versprühbaren Textilreinigungsmittel können einphasig
homogen, aber auch mehrphasig und insbesondere zweiphasig sein, wobei die eine Phase
eine wässerige und die andere eine organische Basis aufweist. Die mehrphasigen flüssigen
und versprühbaren Textilreinigungsmittel werden entweder über eine Mehrkammerflasche
mit Sprühsystem angewendet oder sie werden vor dem Gebrauch mehrfach geschüttelt, um
eine temporäre Emulsion herzustellen.
Organische Lösungsmittel, welche geeignet sind, die Zweiphasigkeit der Mittel zu
bewirken, sind beispielsweise Kohlenwasserstoffe und Alkylether. Als Kohlenwasserstoffe
sind insbesondere solche bevorzugt, welche einen Siedepunkt von oberhalb 150 °C und
vorzugsweise oberhalb von 180 °C aufweisen. Besonders bevorzugte mehrphasige und
insbesondere zweiphasige flüssige und versprühbare Textilreinigungsmittel enthalten
Paraffine oder Isoparaffine mit einem Siedebereich zwischen 200 und 300 °C.
Insbesondere Isoparaffine eignen sich, in den mehrphasigen flüssigen und versprühbaren
Textilreinigungsmitteln als alleiniges organisches Lösungsmittel eingesetzt zu werden,
allerdings kann es durchaus von Vorteil sein, wenn die Mittel insgesamt nicht nur
Kohlenwasserstoffe als organisches Lösungmittel, sondern auch eines der bereits oben
genannten, mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel aufweisen.
Als Alkylether kommen insbesondere Dialkylether, vor allem C6-C18-Alkylether mit
besonderer Bevorzugung der C8-C12-Alkylether, beispielsweise Dioctylether, in Betracht.
Der Gehalt der mehrphasigen und insbesondere der zweiphasigen flüssigen und
versprühbaren Textilreinigungsmittel an organischen Lösungsmitteln beträgt vorzugsweise
5 bis 30 Gew.-% und insbesondere 8 bis 25 Gew.-%. Dabei ist es von Vorteil. wenn die
Mittel 2 bis 20 Gew.-% und insbesondere 3 bis 15 Gew.-% an Dialkylethern und/oder
Kohlenwasserstoffen mit hohem Siedebereich, vor allem Paraffine und Isoparaffine mit
einem Siedebereich oberhalb 180 °C aufweisen. Werden wassermischbare und nicht mit
Wasser mischbare organische Lösungsmittel eingesetzt, so beträgt das Gewichtsverhältnis
der wassermischbaren zu den nicht mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln
vorzugsweise 3:1 bis 1:3 und insbesondere 2:1 bis 1:2, wobei der Einsatz von Gewichtsverhältnissen
um 1,5:1 bis 1:1,5 besonders bevorzugt ist.
Zu weiteren organischen Lösungsmitteln, die auch eine hervorragende Reinigungswirkung
aufweisen, gehören Butoxypropoxypropanole (BPP), welche als Mischung mehrerer
Isomeren kommerziell erhältlich sind. Da BPP nicht vollständig mit Wasser mischbar sind,
sind sie insbesondere dazu geeignet, in mehrphasigen Textilreinigungsmitteln eingesetzt zu
werden. Sollen BPP jedoch in einphasigen Textilreinigungsmitteln auf wässeriger Basis
eingesetzt werden, so ist es erforderlich, zusätzlich Emulgatoren einzusetzen. Für Beispiele
möglicher Emulgatoren wird auf die Offenbarung der WO 96/30580 verwiesen.
Die erfindungsgemäßen Mittel sowie die erfindungsgemäß verwendeten Mittel können
Tenside und zwar anionische, nichtionische, kationische, zwitterionische, amphotere
Tenside oder beliebige Mischungen aus diesen enthalten. Der Gehalt der Mittel an
Tensiden kann in einem breiten Bereich variieren. Auch kleinere Mengen, die aber immer
noch eine schmutzdispergierende und damit reinigungsverstärkende Wirkung zeigen,
können enthalten sein; der Gehalt der Mittel an Tensiden liegt beispielsweise in einem
Bereich von 0,2 bis 10 Gew.-%, wobei Gehalte von 0,5 bis 10 Gew.-% und insbesondere
von 1 bis 8 Gew.-% an anionischen und/oder nichtionischen Tensiden besonders bevorzugt
ist. Auch amphotere Tenside und/oder kationische Tenside sind für die Verwendung in der
vorliegenden Erfindung bevorzugt und können zusätzliche als Textilweichmacher wirken.
Bereits kleinere Mengen an Aniontensiden verstärken nicht nur die Reinigungsleistung,
sondern können auch geeignet sein, eine schnellere Verteilung des Mittels im Trockner zu
erreichen.
Zu den nichtionischen Tensiden gehören die Kondensationsprodukte von Ethylenoxid mit
hydrophobem Polyoxyalkylen, das durch die Kondensation von Propylenoxid mit
Propylenglykol gebildet wird. Der hydrophobe Teil dieser Verbindungen hat ein
ausreichendes hohes Molekulargewicht, um sie wasserunlöslich zu machen. Die Zugabe
von Polyoxyethylen-Struktureinheiten zu diesem hydrophoben Teil erhöht die Wasserlöslichkeit
des Moleküls als Ganzes, und der flüssige Charakter des Produkts wird bis zu
dem Punkt beibehalten, bei dem der Polyoxyethylengehalt etwa 50% des Gesamtgewichts
des Kondensationsprodukts beträgt. Beispiele für Verbindungen dieses Typs sind
bestimmte der kommerziell erhältlichen Pluronic® -Tenside (BASF Wyandotte Corp.), inseondere
diejenigen, bei denen der Polyoxypropylenether ein Molekulargewicht von etwa
1500 bis 3000 hat und der Polyoxyethylen-Gehalt etwa 35 bis 55 Gew.-% des Moleküls
beträgt. Ein Produkt einer derartigen Zusammensetzung ist als Pluronic® L-62 erhältlich.
Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise
ethoxylierte, insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 22 C-Atomen und
durchchnittlich 1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der
Alkoholrest linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare
und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in
Oxoalkoholresten vorliegen. Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen
Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-,
Palmkern-, Talgfett- oder Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol
bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C12-C14-Alkohole
mit 3 EO oder 4 EO, C9-C11-Alkohole mit 7 EO, C11-C15- oder C13-C15-Alkohole
mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C12-C18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und
Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C12-C14-Alkohol mit 3 EO und C12-C18-Alkohol
mit 7 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind (Talg-)
Fettalkohole mit 14 EO, 16 EO, 20 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO. Beispiele für
Verbindungen von Kondensationsprodukten von C11-C15-Fettalkohol mit 3 bis 50 mol
Ethylenoxid pro Mol Alkohol sind C12-C13-Fettalkohole mit etwa 7 EO, beispielsweise
Neodol® 23-6,5 von Shell Chemical Co, die Serie PolyTergent® SLF von Olin Chemicals
oder die Serie Tergitol® von Union Carbide, beispielsweise Tergitol® 15-S-15, das durch
Kondenieren von etwa 15 mol Ethylenoxid mit einem sekundären C11-C15-Alkohol
gebildet wird, Tergitol® TMN-6, das Kondensationsprodukt von etwa 6 mol Ethylenoxid
und Isolaurylalkohol, Incropol® CS-12, ein Gemisch aus Stearyl- und Cetylalkohol, das
mit etwa 12 mol Ethylenoxid kondensiert ist, Incropol® L-7, Laurylalkohol mit 7 EO, und
Tergitol® 15-S-3, das Kondensationsprodukt von etwa 3 mol Ethylenoxid mit einem
Gemisch aus sekundären C11-C15-Alkoholen.
Zu den bevorzugten nichtionischen Tensiden gehören auch C8-C24-Fettsäureamide,
beispielsweise die Monoamide eines Gemischs aus Arachidin- und Behensäure sowie die
Mono- oder Dialkanolamide von C8-C22-Fettsäuren, beispielsweise das Diethanolamid,
Monoethanolamid oder Monoisopropanolamid von Kokos-, Laurin-, Myristin- oder
Stearinsäure oder Gemische von diesen. Beispiele hierfür sind das Monoethanolamid der
Stearinsäure.
Weitere nichtionische Tenside, die verwendet werden können, sind die Ethylenoxidester
von C6-C12-Alkylphenolen, wie (Nonylphenoxy)polyoxyethylenether. Besonders gut
geeignet sind dabei die Ester, die durch Kondensation von etwa 8-12 Mol Ethylenoxid mit
Nonylphenol hergestellt werden.
Weitere geeignete nichtionische Tenside sind die Ethylenoxidester von Alkylmercaptanen,
wie Dodecylmercaptanpolyoxyethylenthioester, die Ethylenoxidester von Fettsäuren, wie
der Laurinsäureester von Polyethylenglykol und der Laurinsäureester von Methoxypolythylenlykol,
die Ethylenoxidester von Fettsäureamiden, die Kondensationsprodukte von
Ethylenoxid mit partiellen Fettsäureestern wie Sorbit, wie der Laurinsäurester von Sorbitolythylenglykolether,
und andere ähnliche Materialien, wobei das Stoffmengenverhältnis
von Ethylenoxid zu der Säure, dem Phenol, dem Amid oder dem Alkohol etwa 5:1 bis 50:1
beträgt.
Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder
methylverzweigten, insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit
8 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine
Glykoseeinheit mit 5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad
x, der die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist
eine beliebige Zahl zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,1 bis 1,4.
Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden,
insbesondere zusammen mit alkoxylierten Fettalkoholen und/oder Alkylglykosiden,
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte und propoxylierte
Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette,
insbesondere Fettsäuremethylester, wie sie beispielsweise in der japanischen Patentanmeldung
JP 58/217598 beschrieben sind oder die vorzugsweise nach dem in der
internationalen Patentanmeldung WO-A-90/13533 beschriebenen Verfahren hergestellt
werden. Besonders bevorzugt sind C12-C18-Fettsäuremethylester mit durchschnittlich 3 bis
15 EO, insbesondere mit durchschnittlich 5 bis 12 EO.
Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (I),
in der R
2CO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
3 für
Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen und [Z]
für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Vorzugsweise leiten sich die Polyhydroxyfettsäureamide
von reduzierenden Zuckern mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere
von der Glucose ab.
Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel (II),
in der R
3 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12
Kohlenstoffatomen, R
4 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder
einen Arylrest mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
5 für einen linearen, verzweigten oder
cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8
Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-C
4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind, und [Z] für
einen linearen Polyhydroxyalkylrest, dessen Alkylkette mit mindestens zwei
Hydroxylgruppen substituiert ist, oder alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder
propoxylierte Derivate dieses Restes steht. [Z] wird auch hier vorzugsweise durch
reduktive Aminierung eines Zuckers wie Glucose, Fructose, Maltose, Lactose, Galactose,
Mannose oder Xylose erhalten. Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten
Verbindungen können dann beispielsweise nach der Lehre der internationalen
Patentanmeldung WO-A-95/07331 durch Umsetzung mit Fettsäuremethylestern in
Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator in die gewünschten Polyhydroxyfettsäureamide
überführt werden.
Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, die auch zu den amphoteren
Tensiden gerechnet werden, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaimnoxid und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid,
und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Derartige Aminoxide können beispielsweise unter der Namen Schercamox® (Scher
Chem. Co.) erhalten werden. Ein aus dieser Serie geeignetes Tensid ist beispielsweise
Schercamox® DML (Lauryldimethylaminoxid).
Weitere amphotere Tenside sind dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt.
Als weitere Tenside kommen sogenannte Gemini-Tenside in Betracht. Hierunter werden
im allgemeinen solche Verbindungen verstanden, die zwei hydrophile Gruppen und zwei
hydrophobe Gruppen pro Molekül besitzen. Diese Gruppen sind in der Regel durch einen
sogenannten "Spacer" voneinander getrennt. Dieser Spacer ist in der Regel eine
Kohlenstoffkette, die lang genug sein sollte, daß die hydrophilen Gruppen einen
ausreichenden Abstand haben, damit sie unabhängig voneinander agieren können.
Derartige Tenside zeichnen sich im allgemeinen durch eine ungewöhnlich geringe kritische
Micellkonzentration und die Fähigkeit, die Oberflächenspannung des Wassers stark zu
reduzieren, aus. In Ausnahmefällen werden jedoch unter dem Ausdruck Gemini-Tenside
nicht nur dimere, sondern auch trimere Tenside verstanden.
Als anionische Tenside vom Sulfonat-Typ kommen vorzugsweise C9-C13-Alkylbenzolsulfonate,
Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C12-C18-Monoolefinen mit
end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C12-C18-Alkanen
beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender Hydrolyse
bzw. Neutralisation gewonnen werden. Geeignet sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren
(Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern-
oder Talgfettsäuren. Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester,
welche Mono-, Di- und Triester sowie deren Gemische darstellen, wie sie bei der
Herstellung durch Veresterung durch ein Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder bei
der Umesterung von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden.
Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der
Schwefelsäurehalbester der C10-C18-Fettalkohole beispielsweise aus Kokosfettalkohol,
Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-, Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C10-C20-Oxoalkohole
und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlänge bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind C10-C16-Alkylsulfate
und C12-C15-Alkylsulfate sowie C14-C15-Alkylsulfate und C14-C16-Alkylsulfate insbesondere
bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise gemäß den US-Patentschriften
3,234,258 oder 5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte der
Shell Oil Company unter dem Namen DAN(R) erhalten werden können, sind geeignete
Aniontenside.
Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten
geradkettigen oder verzweigten C7-C21-Alkohole, wie 2-Methylverzweigte C9-C11-Alkohole
mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C10-C18-Fettalkohole mit 1
bis 4 EO, sind geeignet. Sie werden in Waschmitteln aufgrund ihres hohen
Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen von 1 bis 5
Gew.-%, eingesetzt.
Geeignete Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure, die auch als
Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und die Monoester
und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise Fettalkoholen und
insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte Sulfosuccinate enthalten
C8- bis C18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte
Sulfosuccinate enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen
ableitet, die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe
unten). Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von
ethoxylierten Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders
bevorzugt. Ebenso ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18
Kohlenstoffatomen in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
Als weitere anionische Tenside kommen Fettsäure-Derivate von Aminosäuren,
beispielsweise von N-Methyltaurin (Tauride) und/oder von N-Methylglycin (Sarkoside) in
Betracht. Insbesondere bevorzugt sind dabei die Sarkoside bzw. die Sarkosinate und hier
vor allem Sarkosinate von höheren und gegebenenfalls einfach oder mehrfach
ungesättigten Fettsäuren wie Oleylsarkosinat.
Im Prinzip sind auch Seifen geeignete Aniontenside. Hier kommen insbesondere gesättigte
Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure,
hydrierten Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren, z.B.
Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische, aber auch Oleate, in
Betracht.
Die anionischen Tenside können in Form ihrer Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze
sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanol-amin,
vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in Form ihrer Natrium- oder
Kaliumsalze, insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
Der Gehalt an anionischen Tensiden macht sich bereits bei kleineren Mengen von 0,2 bis
0,5 Gew.-% positiv bemerkbar. Auch höhere Mengen sind durchaus wünschenswert,
beispielsweise oberhalb von 0,5 Gew.-% bis 5 Gew.-%, wobei auch Mengen von bis zu 10
Gew.-% nicht ausgeschlossen werden, solange die Mittel flüssig und versprühbar bleiben.
Kationische Tenside, die eingesetzt werden können, sind solche, welche üblicherweise in
Textilweichspülern eingesetzt werden. Sie gehören zumeist den großen Klassen der
quartären Ammoniumsalze oder der sogenannten Esterquats an. Weitere geeignete
kationische Tenside werden beispielsweise in der WO 93/23603 beschrieben. Einige von
diesen Substanzen haben neben der weichmachenden auch eine antistatische und/oder
keimhemmende Wirkung.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein flüssiges und versprühbares
Reinigungsmittel eingesetzt, welches anionische und nichtionische Tenside enthält.
Vorzugsweise weisen die flüssigen und versprühbaren Mittel mindestens 3 verschiedene
und insbesondere mindestens 4 verschiedene Tenside auf.
Als Enzyme kommen insbesondere solche aus der Klasse der Hydrolasen, wie der Proteasen,
Esterasen, Lipasen bzw. lipolytisch wirkenden Enzyme, Amylasen, Cellulasen bzw.
andere Glykosylhydrolasen und Gemische der genannten Enzyme in Frage. Alle diese
Hydrolasen tragen in der Wäsche zur Entfernung von Verfleckungen, wie protein-, fett-
oder stärkehaltigen Verfleckungen, und Vergrauungen bei. Cellulasen und andere
Glykosylhydrolasen können durch das Entfernen von Pilling und Mikrofibrillen zur
Farberhaltung und zur Erhöhung der Weichheit des Textils beitragen. Zur Bleiche bzw. zur
Hemmung der Farbübertragung können auch Oxidoreduktasen eingesetzt werden.
Besonders gut geeignet sind aus Bakterienstämmen oder Pilzen, wie Bacillus subtilis,
Bacillus licheniformis, Streptomyces griseus und Humicola insolens gewonnene
enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und
insbesondere Proteasen, die aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind
Enzymmischungen, beispielsweise aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase
bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen oder Protease und Cellulase oder aus Cellulase und
Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen oder aus Protease, Amylase und Lipase bzw.
lipolytisch wirkenden Enzymen oder Protease, Lipase bzw. lipolytisch wirkenden
Enzymen und Cellulase, insbesondere jedoch Protease- und/oder Lipase-haltige
Mischungen bzw. Mischungen mit lipolytisch wirkenden Enzymen von besonderem
Interesse. Beispiele für derartige lipolytisch wirkende Enzyme sind die bekannten
Cutinasen. Auch Peroxidasen oder Oxidasen haben sich in einigen Fällen als geeignet
erwiesen. Zu den geeigneten Amylasen zählen insbesondere α-Amylasen, Iso-Amylasen,
Pullulanasen und Pektinasen. Als Cellulasen werden vorzugsweise Cellobiohydrolasen,
Endoglucanasen und β-Glucosidasen, die auch Cellobiasen genannt werden, bzw.
Mischungen aus diesen eingesetzt. Da sich die verschiedenen Cellulase-Typen durch ihre
CMCase- und Avicelase-Aktivitäten unterscheiden, können durch gezielte Mischungen der
Cellulasen die gewünschten Aktivitäten eingestellt werden.
Die Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet
sein, um sie gegen vorzeitige Zersetzung zu schützen. Der Anteil der Enzyme, Enzymmischungen
oder Enzymgranulate kann beispielsweise etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise
0,1 bis etwa 2 Gew.-% betragen.
Die Mittel können außerdem kleinere Mengen an Bleiche, insbesondere an
Sauerstoffbleiche, wie Wasserstoffperoxid enthalten. Der Gehalt an Bleiche liegt dabei
allgemein im Bereich von etwa 1 bis 5 Gew.-%.
Zusätzlich können die Mittel Duftstoffe, Desodorantien, Konservierungsstoffe,
antibakterielle Wirkstoffe, Insektenabschreckungsmittel (Mottenschutzmittel) und/oder
Färbemittel enthalten wie auch ein oder mehrere Appreturmittel, Gleitmittel, Fungizide
etc., solange diese Additive nicht die Verteilung sowie die Entfernungseigenschaften des
Mittels für kleinere oder größere Flecken stören. Auch pH-regulierende Substanzen wie
beispielsweise organische Säuren, insbesondere Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure, Gluconsäure und beliebige Mischungen aus diesen, können enthalten
sein. Die Mengen dieser Additive umfassen - wenn vorhanden - im allgemeinen etwa 0,2
bis 5 Gew.-% des gesamten Mittels. Organische Duftstoffe wie Zedernöl, die ebenfalls
eine insektenabschreckende Funktion ausüben, werden bevorzugt eingesetzt.
Die flüssigen und versprühbaren Mittel werden in einer Flasche mit einem Sprühsystem
zur Fleck(vor)behandlung eingesetzt. Flaschen mit Sprühsystem sind dem Fachmann aus
dem Stand der Technik bekannt. Insbesondere geeignet sind Flaschen mit einem Pump-
oder Trigger-Spraybehältnis, welche es erlauben, einen feinen und konzentrierten
Sprühstrahl zielgerichtet auf das Textil zu applizieren. Auch sind Pumpen geeignet, die bei
ihrer Anwendung Schäume erzeugen. Eine derartige Schaumerzeugungsvorrichtung ist als
"F2 Finger Pump Foamer" der Firma Airspray® im Markt bekannt. Weiterhin sind dem
Fachmann aus dem Stand der Technik Einhebel- oder Einarm-Spender bekannt, die einen
Flüssigkeitsbehälter und eine Schaumerzeugungsvorrichtung umfassen und umhüllen. Eine
verbesserte Ausführungsform eines derartigen Schaumspenders wird in der nicht
vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung 199 51 011.3 beschrieben.
Die Verwendung derartiger versprühbarer Textilreinigungsmittel in Flaschen mit
Sprühsystemen weist deutliche Vorteile gegenüber dem im Markt befindlichen oder im
bisherigen Stand der Technik beschriebenen Systemen zur Fleck(vor)behandlung auf,
insbesondere dann, wenn Feintextilien behandelt werden, da durch den berührungslosen
Auftrag der Reinigungsformulierung mit Hilfe der Pump- oder Trigger-Sprayflasche die
Gefahr einer Faserschädigung minimiert wird. Zusätzlich beinhaltet die Verwendung eines
derartigen Systems aus flüssiger und versprühbarer Textilreinigungsflüssigkeit in einer
Pump- oder Trigger-Sprayflasche aber auch eine schnellere und einfachere Handhabung
und stellt damit einhergehend auch eine effektivere Schmutzentfernung dar. Insbesondere
bei der Anwendung eines Schaumspenders ist die verbesserte Schmutzentfernung
offensichtlich.
Die Flaschen können aus jedem für derartige Zwecke bekannten Material hergestellt
werden; üblicherweise handelt es sich um Kunststoff- und Plastikflaschen, wobei
Polyethylen-, und Polypropylen-Werkstoffe bevorzugt sind. Der Fachmann kennt aber
auch andere Werkstoffe, die ebenso geeignet sind. Zum Schutz der Sprühvorrichtung kann
die Flasche eine Steckkappe aufweisen. Auch hier sind dem Fachmann Ausführungsformen
aus dem Stand der Technik bekannt.
Zur Fleck(vor)behandlung wird das angefleckte Textil mit der vertleckten Stelle auf eine
saugfähige Unterlage gelegt und dann das flüssige Textilreinigungsmittel aus einer Flasche
mit Sprühsystem auf die verschmutzte Stelle appliziert. Je nach Sprühsystem kann das
flüssige und versprühbare Textilreinigungsmittel auch in Form eines Deckschaums auf das
Textil appliziert werden.
Die in diesem Verfahren eingesetzten Textilien können im Prinzip von jeglicher herkömmlicher
Art sein. Insbesondere ist es aber bevorzugt, daß Textilien eingesetzt werden,
die ansonsten nur in Feinwaschprogrammen haushaltsüblicher Waschmaschinen
gewaschen werden oder sogar chemisch gereinigt werden müssen. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist daher insbesondere dazu geeignet, Textilien aus Wolle, Baumwolle,
synthetischen Fasern einschließlich Kunstseide und natürlicher Seide zu reinigen.
Saugfähige Unterlagen sind aus dem Stand der Technik bekannt. Auch saugfähige
Unterlagen, die in einem Fleck(vor)behandlungsverfahren vor einem anschließenden
Trockenreinigungsverfahren verwendet werden, sind aus dem Stand der Technik bekannt
und können auch in dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden. Insbesondere
sind hier zu nennen Cellulose-haltige Unterlagen, beispielsweise Airlaid Cellulose oder
übliches Haushaltsküchenpapier, wie es bereits in der WO 93/23603 oder anderen oben
genannten Anmeldungen beschrieben wird, oder ein saugfähiges Pad aus einem Kunststoff.
Haushaltsküchenpapier wird dabei vorzugsweise vor der Anwendung zusammengefalten
und quasi mehrschichtig unter das verfleckte Textil gelegt. Typische Kunststoff-Pads,
welche eingesetzt werden können, werden beispielsweise aus Polyurethanschäumen
hergestellt. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine saugfähige
Unterlage eingesetzt, welche eine saugfähige Schicht und eine wasserundurchlässige
Schicht aufweist.
Die saugfähige Schicht besitzt vorteilhafterweise ein Warengewicht von 150 bis 800 g/cm3
und insbesondere von 200 bis 600 g/cm3. Die Wasseraufnahmefähigkeit beträgt vorzugsweise
mindestens 1,5 g/cm2, insbesondere mindestens 2 g/cm2.
Bei der Anwendung wird es für den Verbraucher sofort offensichtlich, welche Vorteile
eine saugfähige Unterlage besitzt, die mit einer wasserundurchlässigen Schicht kaschiert
ist. Derartige Schichten bestehen vorzugsweise aus Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol
oder einer kunststoffadditivierten Pappe. Die Aufzählung der Materialien für die wasserundurchlässige
Schicht ist nicht vollständig; der Fachmann weiß, welche anderen Materialien
außer den genannten eingesetzt werden können.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden in dem Verfahren Flaschen mit
Sprühsystem angewendet, welche pro Sprühvorgang eine Sprühmenge von 0,01 bis 2 g,
vorzugsweise von 0,02 bis 1 g und insbesondere von 0,05 bis 0,5 g bereitstellen.
Je nach Schmutzart und Fleck sowie Fleckengröße kann der Sprühvorgang einmal
vorgenommen oder mehrfach wiederholt werden.
Das applizierte gegebenenfalls in Form eines Deckschaums vorliegende flüssige
Textilreinigungsmittel läßt man eine unbestimmte Zeit einwirken. Vorzugsweise läßt man
das Textilreinigungsmittel zwischen 10 bis 300 Sekunden, insbesondere zwischen 15 bis
250 Sekunden einwirken. Dabei hat sich eine Einwirkzeit zwischen 20 und 180 Sekunden
als besonders vorteilhaft erwiesen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, zusätzlich zum
Aufsprühen und insbesondere nach einer der oben angegebenen Einwirkzeiten des
flüssigen Textilreinigungsmittels auf die verfleckte Stelle ein mit einer Reinigungsformulierung
getränktes poröses flächiges Tuch aufzudrücken bzw. die verfleckte Stelle
mit dem porösen flächigen Tuch zu betupfen.
Geeignete poröse flächige Tücher sind ebenfalls bereits aus dem Stand der Technik
bekannt. Sie können aus einem faserigen oder zellulären flexiblen Material bestehen, das
ausreichend thermische Stabilität zur Verwendung im Trockner aufweist und das
ausreichende Mengen eines flüssigen bis gelartig verdickten Reinigungsmittels
zurückhalten kann, um Stoffe effektiv zu reinigen, ohne dass während der Lagerung ein
nennenswertes Auslaufen oder Ausbluten des Reinigungsmittels erfolgt. Zu diesen
Tüchern gehören Tücher aus gewebtem und ungewebtem synthetischen und natürlichen
Fasern, Filz, Papier oder Schaumstoff, wie hydrophilem Polyurethanschaum.
Vorzugsweise werden hier herkömmliche Tücher aus ungewebtem Material (Vliese)
verwendet. Vliese sind im allgemeinen als adhesiv gebondete faserige Produkte definiert,
die eine Matte oder geschichtete Faserstruktur aufweisen, oder solche, die Fasermatten
umfassen, bei denen die Fasern zufällig oder in statistischer Anordnung verteilt sind. Die
Fasern können natürlich sein, wie Wolle, Seide, Jute, Hanf, Baumwolle, Lein, Sisal oder
Ramie; oder synthetisch, wie Rayon, Celluloseester, Polyvinylderivate, Polyolefine,
Polyamide oder Polyester. Im allgemeinen ist jeder Faserdurchmesser bzw. -titer für die
vorliegende Erfindung geeignet. Die hier eingesetzten ungewebten Stoffe neigen aufgrund
der zufälligen oder statistischen Anordnung von Fasern in dem ungewebten Material, die
ausgezeichnete Festigkeit in allen Richtungen verleihen, nicht zum Zerreißen oder
Zerfallen, wenn sie zum Beispiel in einem haushaltsüblichen Wäschetrockner eingesetzt
werden. Beispiele für ungewebte Stoffe, die sich als Substrate in der vorliegenden
Erfindung eignen, sind beispielsweise aus WO 93/23603 bekannt. Bevorzugte poröse und
flächige Reinigungstücher bestehen aus einem oder verschiedenen Fasermaterialien,
insbesondere aus Baumwolle, veredelter Baumwolle, Polyamid, Polyester oder
Mischungen aus diesen.
Das flüssige bis gelartig verdickte Reinigungsmittel, mit dem das Tuch getränkt ist, kann
dieselbe Zusammensetzung oder aber eine andere Zusammensetzung aufweisen als das
flüssige und versprühbare Textilreinigungsmittel, welches in einer Flasche mit
Sprühsystem aufbewahrt wird. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist
die Zusammensetzung des flüssigen bis gelartig verdickten Reinigungsmittels zumindest
weitgehend identisch mit der flüssigen und versprühbaren Textilreinigungsmittelformulierung.
Dabei ist es bevorzugt, dass das flüssige und versprühbare Reinigungsmittel
auf wässeriger Basis, das einphasig oder mehrphasig sein kann und das in einer Flasche
mit Sprühsystem eingesetzt wird, und das flüssige bis gelartig verdickte Reinigungsmittel
auf dem porösen und flächigen Reinigungstuch zu 90 bis 100 % und insbesondere zu 95
bis 100 % dieselbe Zusammensetzung aufweisen.
Im Hinblick auf die sowohl im flüssigen und versprühbaren Textilreinigungsmittel in der
Flasche mit Sprühsystem und ebenfalls im Reinigungsmittel, mit welchem das poröse und
flächige Reinigungstuch getränkt ist, verwendeten Inhaltsstoffe wird auf die obige
Beschreibung verwiesen. Die gelartig verdickten Reinigungsmittel umfassen zusätzlich
eine Menge an organischem Geliermittel, welches bewirkt, dass die flüssigen Dispersionen
verdicken bis gelieren, wenn sie abgekühlt und auf die Tücher aufgetragen werden. Jedes
organische Geliermittel oder Gemisch organischer Geliermittel kann verwendet werden,
wenn es die Zusammensetzung für die Trockenreinigung stabilisiert und sie während der
Herstellung, Lagerung und Verwendung an den Tüchern haften lässt und wenn es Tücher
gibt, die das Lösungsmittel und die Tenside verteilen, während sie keinen nennenswerten
Rückstand auf dem Textil hinterlassen. Zu den geeigneten Geliermitteln gehören
modifizierte Stärken, modifizierte Cellulosen wie CMC oder HPMS, Fettsäuresalze und
Polysaccharidgummen, d.h. Polysaccharidgummen, die durch die Zugabe einer effektiven
Menge eines oder mehrerer Metall- oder Ammoniumkationen in situ geliert werden
können.
Bevorzugte Gummen zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung sind
Pflanzengummen, wie die Alkalimetallsalze von Alginsäure (Alginate), Carrageen, Pectin,
Guar Gum und Gemische davon. Diese "starken" Gummen kehren aus der Lösung oder
aus der Dispersion wieder in den Gelzustand zurück und ergeben so eine kontinuierliche
Gelstruktur.
Weitere organische Geliermittel, die für die praktische Durchführung der vorliegenden
Erfindung geeignet sind, sind Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, Polyacrylamide und
polymere organische Wachse. Zu den geeigneten polymeren Wachsen gehören Ethylen-Acrylat-Copolymere,
Ethylen-Acrylsäure-Copolymere und Polyethylen (z.B. oxidierte
Polyethylene). Diese Materialien sind in Form wässeriger Emulsionen oder Dispersionen
kommerziell erhältlich. Wachsartige Polyethylenglykole und vor allem solche mit einem
Molekulargewicht von etwa 800 bis 2000 sind bevorzugt.
Vorzugsweise werden in den flüssigen bis gelartig verdickten Reinigungsmitteln 0,1 bis 5
Gew.-%, insbesondere 0,2 bis 4 Gew.-%, jeweils bezogen auf das gesamte Mittel, des
Geliermittels oder der Geliermittel eingesetzt.
Unter bestimmten Umständen, etwa bei der Verwendung von Carrageenen als Geliermittel,
kann beim Aufbringen des beschichteten Tuchs auf das zu reinigende Textil ein weißer
Rückstand auf dem Textil abgeschieden werden. Daher wird insbesondere dann, wenn
farbige Textilien behandelt werden sollen, vorzugsweise eine kleinere, aber wirksame
Menge eines Metallsalzes, wie eines Metallhalogenids, in die gelierte flüssige
Reinigungsmittelzusammensetzung eingearbeitet. Für diesen Zweck sind Alkalimetall-
oder Erdalkalimetallsalze bevorzugt, wobei insbesondere Kalium-, Natrium-, Lithium-
oder Calciumchlorid verwendet wird. Das Salz ist in sehr geringen Mengen wirksam,
beispielsweise schon in Mengen von 0,0025 bis 0,1 Gew.-%, bezogen auf das gesamte
Mittel. Für die Herstellung von gelartig verdickten Reinigungsmitteln, mit denen poröse
und flächige Tücher getränkt werden, wird beispielsweise auf die Offenbarung der
WO 93/23603 verwiesen.
Die fertigen Tücher werden vorzugsweise in eine feuchtigkeitsundurchlässige Hülle
verpackt, z.B. in (Metall-)Folie oder in eine Hülle aus Verbundmaterial des Typs Metall-Kunststofffolie
oder (Metall-)Folien-behandeltes Papier.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
zur weitgehenden Entfernung des gelösten Schmutzes und der Reinigungsformulierung
zusätzlich zu der bisher genannten Behandlung die feuchte und gereinigte Stelle des
Textils auf ein neues und trockenes, vorzugsweise zusammengefaltetes Haushaltsküchentuchpapier
oder ein weiteres trockenes saugfähiges Pad gelegt. Anschließend wird
vorzugsweise ein weiteres trockenes Haushaltsküchenpapier oder ein weiteres trockenes
saugfähiges Pad auf die feuchte, gereinigte Stelle des Textils gelegt, wobei auf das obere
Haushaltsküchenpapier oder das saugfähige Pad Druck ausgeübt wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das so vorbehandelte
Textil gegebenenfalls mit weiteren vorbehandelten oder nicht vorbehandelten Textilien
und einem porösen flächigen Reinigungstuch, welches stabil mit einem flüssigen bis
gelartig verdickten Reinigungsmittel imprägniert ist, in einen Kunststoffbeutel gelegt wird.
Derartige Kunststoffbeutel werden ebenfalls im Stand der Technik beschrieben und können
wasserdampfdurchlässig oder weitgehend wasserdampfundurchlässig sind. Anschließend
wird der Beutel mit den Textilien und dem imprägnierten Reinigungstuch in einem
handelsüblichen Wäschetrockner hin und her gewälzt, wobei das flüssige bis gelartig
verdickte Reinigungsmittel auf dem Reinigungstuch mit den verschmutzten Textilien in
Kontakt tritt und den Schmutz dispergiert. Vorzugsweise erfolgt das Tumbeln in einem
haushaltsüblichen Wäschetrockner bei Temperaturen zwischen 40 und 95 °C. Der
Tumbler-Vorgang wird vorteilhafterweise in einem Zeitraum von 15 bis 45 Minuten
durchgeführt. Nach dem Tumbler-Vorgang werden die gereinigten Textilien dem Beutel
wieder entnommen.
Die Kunststoff- bzw. Plastikbeutel können aus Polyethylen, Polypropylen, Polyamiden,
beispielsweise Nylon, Polyester oder einem mehrlagigen oder mehrschichtigen Komplex,
der derartige Materialien umfaßt, bestehen. Insbesondere bevorzugt sind Popypropylen-
und Polypropylen-Polyamid-Beutel. Je nach Herstellungsverfahren sind die Beutel an den
Seiten oder am unteren Ende verschweißt. In einer weiteren Variante ist eine Seite geöffnet
und mit einem angeklebten oder verschweißtem Klettverschluß versehen.
Der Beutel kann offenporig sein, so wie er beispielsweise in der US-amerikanischen
Patentschrift US 5,658,651 oder in den internationalen Anmeldungen WO 97/27354 oder
WO 98/31863 beschrieben wird.
Vorzugsweise wird aber ein weitgehend wasserdampfundurchlässiger Beutel eingesetzt,
der ein geschlossenes System darstellt, damit die verdampfte Reinigungsflüssigkeit
effektiv innerhalb des Beutels eingeschlossen werden kann. Dabei ist es insbesondere
bevorzugt, dass aus dem Beutel ein geschlossenes System gebildet wird, indem die
Öffnung des Beutels mit einem reversiblen Verschlusssystem ausgestattet ist. Die Beutel
weisen vorzugsweise ein Verschlusssystem aus Druckknöpfen, Clips, einem Reißverschluß,
einem Klettverschluß, einem Reißverschluß des Einrasttyps oder einander
gegenüberliegende Streifen mit einem wiederverschließbaren Kleber auf.
Nach der Verwendung kann der Beutel weggeworfen werden. Vorzugsweise ist der Beutel
jedoch aus einem Trockner- und Hitze-beständigen Material, so dass er wiederholt bei
mehreren Reinigungsvorgängen eingesetzt werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist in einer weiteren Ausführungsform ein Textilreinigungskit,
der ein oder mehrere Beutel, die weitgehend wasserdampfundurchlässig oder wasserdampfdurchlässig
sein können, und ein oder mehrere poröse flächige Reinigungstücher,
welche mit einer flüssigen bis gelartig verdickten Reinigungsflüssigkeit imprägniert sind.
Der Kit enthält weiterhin a) ein flüssiges und versprühbares Textilreinigungsmittel auf
wässeriger Basis der oben beschriebenen Art in einer Flasche mit Sprühsystem und b)
optional ein oder mehrere saugfähige Unterlagen der oben beschriebenen Art.
Beispiele
Beispiele 1 bis 11 für flüssige und versprühbare Textilreinigungsmittel auf wässeriger
Basis in einer Flasche mit Pump- oder Trigger-Spraybehältnis werden in Tabelle 1
wiedergegeben.
| Versprühbares Reinigungsmittel in Flasche mit Sprühsystem (Angaben in Gew.-%); Beispiele 1 bis 6 |
| Inhaltsstoffe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| Diethylenglykolmonoethylether | 8,00 | 8,00 | 10,00 | 8,00 | 10,00 | 8,00 |
| C10-C16-Alkylsulfat | 0,10 | 0,20 | 0,35 | 0,80 | 0,25 | 0,40 |
| C10-C16-Alkylethersulfat | 0,05 | 0,20 | | | 0,35 |
| C10-C16-Fettalkoholethoxylat | 0,05 | 0,30 | 0,15 | 0,30 | | 0,20 |
| N-C8-C12-Alkylpyrrolidon | | | | 0,25 | | 0,20 |
| C10-C16-Alkyldimethylaminoxid | 0,15 | 2,80 | 2,20 | 2,00 | 2,00 | 1,50 |
| C8-C16-Alkylpolyglucosid (x zwischen 1,1 und 1,4) | | | | | 0,40 | 0,25 |
| sonstige Bestandteile: |
| Konservierungsmittel | + | + | + | + | + | + |
| Entschäumer | | | | | + | + |
| Parfüm | + | + | + | + + | + |
| pH-Regulatoren | | | | | + | + |
| Wasser | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
Der pH-Wert der Mittel gemäß Beispielen 1 bis 11 betrug bei 20 °C zwischen 7,40 und
8,0.
| Fortsetzung; Beispiele 7 bis 11 |
| Inhaltsstoffe | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| Diethylenglykolmonoethylether | 8,00 | | 5,00 | 5,00 |
| Glycerincarbonat | 2,00 | 8,00 |
| Di-C8-C12-Alkylether | | | 5,00 |
| Isoparaffin (Siedebereich zwischen 200 und 260 °C) | | | | 5,00 | 10,00 |
| C10-C16-Alkylsulfat | 0,25 | 0,35 | 0,40 | 0,80 |
| C10-C16-Alkylethersulfat | 0,35 | 0,25 | | 0,20 | 1,00 |
| C10-C16-Fettalkoholethoxylat | 0,20 | 0,30 | 0,30 | 0,30 | 0,40 |
| C10-C16-Alkyldimethylaminoxid | 1,80 | 2,00 | 2,00 | 2,50 | 2,70 |
| sonstige Bestandteile: |
| Konservierungsmittel | + | + | + | + | + |
| Entschäumer | + | | | + |
| Parfüm | + | + | + | + | + |
| pH-Regulatoren | | | + | + | + |
| Wasser | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
Die Beispiele 9 bis 11 offenbaren zweiphasige Textilreinigungsmittel, welche vor dem
Versprühen geschüttelt wurden.
In Tabelle 2 werden 12 flüssige bis gelartig verdickte Reinigungsmittel aufgeführt
(Beispiele 12 bis 23), mit denen poröse und flächige Reinigungstücher imprägniert sein
können.
| Flüssiges bis gelartig verdicktes Reinigungsmittel auf porösem flächigen Sheet (Angaben in Gew.-%); Beispiele 12 bis 17 |
| Inhaltsstoffe | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
| Diethylenglykolmonoethylether | 8,00 | 8,00 | 8,00 | 8,00 | 10,00 | 10,00 |
| Carrageenane (Hercules) | 1,00 | | 0,50 | | 1,00 |
| Carrageenane (FMC) | | 0,90 |
| Kaliumchlorid | | 0,06 |
| C10-C16-Alkylsulfat | 0,20 | 0,40 | 0,20 | 0,40 | 0,80 | 0,80 |
| C10-C16-Alkylethersulfat | 0,05 | 0,20 | 0,05 | 0,20 |
| C10-C16-Fettalkoholethoxylat | 0,15 | 0,30 | 0,15 | 0,30 | 0,25 |
| C10-C16-Alkyldimethylaminoxid | 0,50 | 2,00 | 0,50 | 2,00 | 1,20 | 2,00 |
| C8-C16-Alkylpolyglucosid (x zwischen 1,1 und 1,4) | | | | | | 0,20 |
| sonstige Bestandteile: |
| Konservierungsmittel | + | + | + | + | + | + |
| Entschäumer | + | + | + | + | + | + |
| Parfüm | + | + | + | + | + | + |
| pH-Regulatoren | + | + | + | + | + | + |
| Wasser | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
Die Reinigungsmittelformulierungen 12 bis 23 wiesen bei 20 °C einen pH-Wert zwischen
7,20 und 7,90 auf.
Die Formulierungen gemäß Beispielen 12 bis 14, 16, 18 bis 19, 21 und 23 waren trüb und
gelartig verdickt. Die Formulierungen 15, 17, 20 und 22 waren klarflüssig.
| Fortsetzung; Beispiele 18 bis 23 |
| Inhaltsstoffe | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 |
| Diethylenglykolmonoethylether | 10,00 | 8,00 | 8,00 | 2,00 | 2,00 |
| Glycerincarbonat | | 2,00 | 2,00 | 8,00 | 8,00 | 10,00 |
| Carageenane (Hercules) | | 1,00 | | 1,00 | | 0,50 |
| Carageenane (FMC) | 0,90 |
| Kaliumchlorid | 0,06 |
| C10-C16-Alkylsulfat | 0,60 | 0,40 | 0,40 | 0,35 | 0,35 | 0,40 |
| C10-C16-Alkylethersulfat | 0,10 | 0,20 | 0,20 | 0,25 | 0,25 | 0,10 |
| C10-C16-Fettalkoholethoxylat | 0,10 | 0,30 | 0,30 | 0,30 | 0,30 | 0,20 |
| N-C8-C12-Alkylpyrrolidon | 0,20 |
| C10-C16-Alkyldimethylaminoxid | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
| C8-C16-Alkylpolyglucosid (x zwischen 1,1 und 1,4) | | | | | | 0,25 |
| sonstige Bestandteile: |
| Konservierungsmittel | + | + | + | + | + | + |
| Entschäumer | + | + | + | + | + | + |
| Parfüm | + | + | + | + | + | + |
| pH-Regulatoren | + | + | | + |
| Wasser | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
Jedes der Textilreinigungsmittel 1 bis 11 kann mit jedem der Reinigungsmittel 12 bis 23
kombiniert werden.