DEV0007515MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 12. Juli 1954 Bekanntgemacht am 24. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung richtet sich auf eine Regeleinrichtung
für elektrostatisch wirkende Anordnungen zur Kompensation des axialen Astigmatismus in Korpuskularstrahlapparaten,
insbesondere Elektronenmikroskopen. Das Auflösungsvermögen eines elektronenoptischen
Linsensystems wird bekanntlich durch den axialen Astigmatismus erheblich verschlechtert. Dieser Fehler
kann seine Ursache in mechanischen Unrundheiten der Linsenelektroden oder in einer mechanischen Unvollkommenheit
der Kontrastblende haben. Er kann aber auch durch elektrische und mechanische Störfelder,
die durch Aufladung von Isolierschichten oder Aufmagnetisierung von Linsenelektroden hervorgerufen
werden, verursacht sein.
Während die durch die mechanischen Unvollkommenheiten der Linsenelektroden verursachten Bildfehler
im allgemeinen zeitlich konstant sind und aus diesem Grunde nur einmal korrigiert zu werden
brauchen, sind die anderen genannten Fehlerquellen zeitlich veränderlich. Es muß daher möglich sein, sie
während des Betriebes zu korrigieren.
Zur Kompensation des zeitlich veränderlichen axialen Astigmatismus bei elektronenoptischen Linsensystemen
sind unter dem Namen »Stigmator* bereits Anordnungen bekannt, die einen zusätzlichen Astigmatismus
einführen, der den des Abbildungssystems nach Größe und Richtung gerade ausgleicht. Dabei müssen
Regeleinrichtungen verwendet wenden, die den durch
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den Stigmator eingeführten zusätzlichen Astigmatismus nach Größe und Richtung so zu regeln gestatten, daß
die gewünschte Kompensation des Bildfehlers eintritt. Stellt mail den vorhandenen Astigmatismus in der
komplexen Zahlenebene durch einen Vektor b und den zu seiner ■'Kompensation dienenden zusätzlichen Astigmatismus
durch einen Vektor u dar, so lautet die Korrektionsbedingung:
O.
Aus ihr geht hervor, daß der Vektor u auf t>
senkrecht stehen muß. Da die Regeleinrichtung eine sichere und bequeme Einstellung des Vektors U ermöglichen
muß, ist es notwendig, eine polarkoordi-
»5 natenmäßige Einstellung für den korrigierenden
Astigmatismus vorzusehen. ', Diese Forderung wird durch die Beziehung ü2'= H1 + i · U2 erfüllt. Es
müssen also zwei Spannungen U1 und U2 mit entsprechenden
Regelorganen vorgesehen sein, die so aus-
ao gebildet sind, daß bei Regelung an dem einen zur, Einstellung der Amplitude dienenden Regelorgan das
Verhältnis der beiden Spannungen —ί- unverändert
bleibt, während bei Regelung an dem anderen zur Einstellung des Azimuts dienenden Regelorgan die
Quadratsumme Ui + ul konstant bleiben muß.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, diese beiden Bedingungen dadurch zu erfüllen, daß ein mechanisches
Kosinusgetriebe den Ablauf der Schleifer an den die Spannungen liefernden Potentiometern in
entsprechender Weise steuert. Hierdurch wird jedoch die Regeleinrichtung umfangreich und teuer. Es ist
ferner vorgeschlagen worden, durch eine innerhalb eines Gefäßes mit einem Elektrolyten drehbar aufgehängte
Elektrodenanordnung den gestellten Bedingungen gerecht zu werden. Da Gleichspannung
verwendet werden muß, treten hierbei Polarisationserscheinungen auf, die ein derartiges Elektrolyt-Potentiometer
sehr unstabil und störanfällig machen.
Diese Nachteile werden bei einer Regeleinrichtung für elektrostatisch wirkende Anordnungen zur Kompensation
des axialen Astigmatismus in Korpuskularstrahlapparaten, bei der Amplitude und Azimut der
einzustellenden Kompensationsspannungen unabhängig voneinander an regelbaren Widerständen einzustellen
sind, dadurch beseitigt, daß erfindungsgemäß eine aus festen und regelbaren Widerständen
zusammengesetzte Brückenschaltung vorgesehen ist, die von einer in ihrer Amplitude regelbaren Gleichspannung
gespeist ist und deren Widerstände so zueinander bemessen sind, daß bei gemeinsamer Regelung
zweier oder mehrerer in Reihe liegender regelbarer Widerstände sich an diesen Spannungen ergeben,
deren Abhängigkeit voneinander angenähert kreisförmig ist. Der Regelbereich der zur Einstellung
des Azimuts dienenden regelbaren Widerstände kann dabei zweckmäßig einem Winkelbereich von 45° entsprechen.
In diesem Falle lassen sich Schaltmittel vorsehen, die eine Umschaltung der an den regelbaren
Widerständen liegenden Spannungen auf die entsprechenden Stigmatorplatten in der Weise ermöglichen,
daß ein Gesamtwinkelbereich von i8o° überstrichen werden kann.
Die Erfindung wird an Hand der Abbildungen näher erläutert, von denen Abb. 1 ein Schaltschema
für eine gemäß der Erfindung ausgebildete Regeleinrichtung zeigt. Die zum Betrieb des Stigmators
dienende Gleichspannung wird dabei von den Klemmen ι und 2 einem zur Regelung der Amplitude
dienenden Potentiometer 3 zugeführt. Die an diesem Potentiometer abgegriffene Spannung CZ0 liegt an
zwei aus den Widerständen 4, 5 und 6 bzw. 7, 8 und 9 zusammengesetzten Brückenschaltungen, in denen
die Widerstände 6 und 9 regelbar sind. Die Schleifer dieser beiden gemeinsam regelbaren Widerstände
liegen an Erde. Zwischen den Endpunkten der regelbaren Widerstände 6 und 9 und Erde werden die zur
Einstellung des Stigmators dienenden Spannungen U1, U2 und — !J1, — U2 abgegriffen. Die Festwiderstände
4, 5, 7 und 8 haben den Widerstandswert r und die regelbaren Widerstände 6 und 9 den Widerstandswert
R. Die dargestellte Schaltung führt auf folgende Verknüpfung zwischen den Spannungen U1
und U9:
[(R + r)2 — r*] ■ U1U2-(R + r)« · (CZ1 + CZ2) · U + (R + r)2 · CZ2 = ο
U =
Un
Im Koordinatensystem CZ1, CZ2 stellt die Verknüpfungsgleichung
eine Hyperbel dar. Da die Nebenbedingungen ο < CZ1 <
U, ο < CZ2 <
CZ bestehen, ist nur der in Abb. 2 dargestellte Bogen zwischen den
Punkten (o, CZ) und (U, 0) zu betrachten. Er kann αμΓΰΙι geeignete Wahl des Verhältnisses R:r, wie dies
die Abb. 2 für den Wert
zeigt, der Form des gestrichelt dargestellten Kreisbogens
weitgehend angeglichen werden.
Da der Vektor u von 0 bis i8o° umlaufen soll, um jede beliebige Einstellung des Stigmators zu
ermöglichen, können, wie Abb. 3 zeigt, Umschalter 10 und 11 vorgesehen werden, die die einzelnen Segment-
| arc | U | 45° | «1 | «2 | |
| 0 | bis | 90° | U1 | . U2 | |
| 45 | bis | 135° | Ui | U2 | |
| 90 | bis | i8o° | -CZ1 | -U2 | |
| 135 | bis | U1 | -U2 |
paare AA', BB', CC, DD' wahlweise mit den regelbaren Spannungen CZ1, CZ2, — CZ1, — CZ2 verbinden.
Die Umschaltung muß dann nach folgendem Schema vorgenommen werden.
Den vier Schalterstellungen sind dann eindeutig vier Kreissegmente I bis IV vom Zentriwinkel 45°
zugeordnet.
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Eine vorteilhafte Anordnung der beiden Umschalter zum Azimutregler zeigt das in Abb. 4 dargestellte
Beispiel. Steht der Azimutknebel 12 in der Stellung X, dann darf nur der linke Umschalter 10 geschaltet
werden, steht er dagegen in der Stellung Y, so nur der rechte (11). Die römischen Ziffern I bis IV sind
so angeordnet, daß der jeweilige Segmentbereich durch die doppelt angezeigte Ziffer ' angegeben wird. Im
dargestellten Beispiel wäre also der Bereich III eingeschaltet.
Die Aufteilung des Winkelbereiches 0 bis 180° in vier Segmente hat den Vorteil, daß der ganze Drehbereich
(meist 2700) des Azimutpotentiometers nur einen Winkelbereich von 45 ° für den korrigierenden
Vektor umfaßt, so daß eine äußerst feine Einstellung möglich ist.
Claims (3)
- Patentansprüche:1I. Regeleinrichtung für elektrostatisch wirkende Anordnungen zur Kompensation des axialen Astigmatismus in Korpuskularstrahlapparaten, vorzugsweise Elektronenmikroskopen, bei der Amplitude und Aziirmt der einzustellenden Kompensationsspannungen unabhängig voneinander an regelbaren Widerständen einzustellen sind, dadurch gekennzeichnet, daß eine aus festen und regelbaren Widerständen zusammengesetzte Brückenschaltung vorgesehen ist, die von einer in ihrer Amplitude regelbaren Gleichspannung gespeist ist und deren Widerstände so zueinander bemessen sind, daß bei gemeinsamer Regelung zweier oder mehrerer in Reihe liegender regelbarer Widerstände sich an diesen Spannungen ergeben, deren Abhängigkeit voneinander angenähert kreisförmig ist.
- 2. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Regelbereich der zur Einstellung des Azimuts dienenden regelbaren Widerstände einem Winkelbereich von 450 entspricht.
- 3. Regeleinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Schaltmittel vorgesehen sind, die eine Umschaltung der an den regelbaren Widerständen liegenden Spannungen auf die entsprechenden Stigmatorplatten in der Weise ermöglichen, daß ein Gesamtwinkelbereich von i8o° zu überstreichen ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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