DEV0006843MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 11. Februar 1954 Bekanntgemacht am 4. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Zusatzaggregate von Maschinenanlagen, beispielsweise Lagerölpumpen, Generatorkühlgebläse
od. dgl., insbesondere für Wasser- oder Dampfkraftanlagen, werden meistens nicht von der
Wasser- oder Dampfkraftmaschine selbst angetrieben, sondern mit Eigenantrieb ausgestattet, denn
eine solche Zusatzmaschihe muß oft, wie es beispielsweise bei einer Lagerölpumpe notwendig ist,
das Schmieröl bereits vor oder zugleich mit dem Anlauf der Kraftmaschine zu den einzelnen Lagerstellen,
wie zum Spurlager der Turbine usw., fördern. Als Eigenantrieb wird gewöhnlich ein an das
Drehstromnetz angeschlossener Drehstrommotor verwendet.
Bei solchen Maschinenanlagen kann es vorkommen, daß der Drehstrommotor beispielsweise infolge
Kurzschluß im Netz aussetzt, was sich hauptsächlich während des Betriebes der Maschinenanlage,
die etwa aus einer Wasserturbine mit angeschlossenem Generator besteht, nachteilig auswirken kann. 2c/
In diesem Falle laufen nämlich zunächst die beiden Maschinen — die Turbine und der Generator —
ohne Schmierung bzw. Kühlung weiter, bis die ganze Anlage entweder stillgesetzt oder ein Hilfsantrieb
angelaufen ist. Zum Stillsetzen insbesondere von großen Maschinenanlagen wird aber infolge
ihrer großen umlaufenden Massen verhältnismäßig viel Zeit benötigt. Außerdem müssen bekanntlich
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die Druckrohre von Wasserturbinen sehr langsam abgesperrt werden, um gefährliche Druckstöße in
den Rohren zu vermeiden. Deshalb wird ein Stillsetzen der Maschinenanlage vermieden und statt
dessen ein Hilfsantrieb für die Zusatzaggregate, wie Lagerölpumpen od. dgl., vorgesehen.
Derartige bekannte Reserveantriebe bestehen in ihrem grundsätzlichen Aufbau meistens aus einem
Dieselmotor, der über eine beim Aussetzen des
ίο Hauptmotors selbsttätig wirkende Kupplung mit
einem Hilfsgenerator oder mit dem Hauptmotor verbunden ist. Außerdem wird hierbei zum leichteren
Anwerfen des Dieselmotors entweder ein vom Hauptmotor angetriebenes und ständig mit diesem
umlaufendes Schwungrad verwendet, oder es wer^ den die umlaufenden'Massen des Hauptmotors vergrößert.
Sobald der Hauptmotor aussetzt, wird der Dieselmotor unter der Wirkung der kinetischen
Energie des auslaufenden Hauptmotors angelassen und danach zum Antrieb des Hilfsgenerators oder
der Hauptmotorwelle herangezogen.
Nun sind aber Dieselmotoren für solche Zwecke in Anbetracht ihrer seltenen Benutzung und ihrer
notwendigen Auslegung auf eine etwa dem Hauptmotor gleichkommende Leistung teuer und unwirtschaftlich.
Außerdera>i-muß hier der Brennstoffvorrat ständig überprüft werden, sofern ein solcher Reserveantrieb
stets einsatzbereit bleiben soll. Weiter stellen ein mit dem Hauptmotor ständig mitumlaufendes,
an sich schweres Schwungrad bzw. die vergrößerten umlaufenden Massen des Hauptmotors
eine unnötige zusätzliche Dauerbelastung des Hauptmotors dar.
Bei einem anderen vorbekannten Hilfsantrieb ist ein an das Hauptnetz angeschlossener elektrischer
Hilfsmotor vorgesehen, dessen Rotor starr mit dem Rotor eines Hilfsgenerators verbunden ist. Solange
das Hauptnetz unter Spannung steht, laufen der Hilfsmotor und der Rotor des Hilfsgenerators
ständig leer, also unnötig mit. Bei Ausfall des Hauptnetzes wird der ,elektrische Hilfsmotor unter
Aufwand einer Anzahl von elektrischen Relais und sonstigen Schaltvorrichtungen an eine Stationsbatterie angeschlossen und das Hauptnetz nunmehr
von diesem Hilfsgenerator versorgt.
Die Erfindung hat sich nun zur Aufgabe gemacht, die vorstehenden Nachteile zu vermeiden und den
Hilfsantrieb für Zusatzaggregate von Maschinenanlagen bedeutend zu vereinfachen.
Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zum '' Betrieb eines drehstromangetriebenen Zusatzaggregates,
beispielsweise für eine Lagerölpumpe od. dgl. von Maschinenanlagen (insbesondere
Wasser- oder Dampfkraftanlagen) mit selbsttätiger
•55 Umschaltung auf einen Gleichstromhilfsantrieb bei Ausfall des Drehstromes vorgeschlagen, bei dem
bei Ausfall des Drehstromnetzes über ein Gleichstromrelais die Feldwicklung eines Gleichstrommotors
zu dessen Vormagnetisierung eingeschaltet, ferner gleichzeitig eine elektromagnetische Kupplung
zum Ankuppeln des Gleichstrommotorankers an die getriebene Achse erregt und außerdem der
Anker des Gleichstrommotors an das Gleichstromnetz angelegt wird, und zwar letzteres mit Verzögerung über ein Zeitrelais, das so ausgelegt ist,
daß der Ankerstromkreis erst geschlossen wird, wenn der Anker des Gleichstrommotors hochgefahren ist.
Der Gleichstrommotor kann für diese Zwecke aus der in allen Kraftwerken ohnehin schon vorhandenen
Stationsbatterie entnommen werden. Durch dieses Verfahren kann der Betrieb einer
Kraftanlage mit denkbar einfachen Mitteln, nämlich nur mit einem Gleichstrommotor und mit der
bereits vorhandenen Stationsbatterie weiter aufrechterhalten werden. Dadurch, daß die elektromagnetische
Kupplung nach Ausfall des Drehstromnetzes den Gleichstromanker sofort mit der getriebenen
Achse, und zwar vorzugsweise direkt mit dem Anker des Drehstrommotors kuppelt, wird der
Gleichstrommotor unter der Wirkung der kinetischen Energie des auslaufenden Drehstrommotors
bereits angefahren. Es werden dann besondere elektrische Anlaßwiderstände für den Gleichstrommotor
nicht mehr benötigt, und dessen Anker kann nach entsprechendem Hochfahren unmittelbar an
die volle Gleichstromspannung gelegt werden. Das Aggregat kommt also während der Umsteuerung
überhaupt nicht zum Stillstand, und die Lagerschmierung,
Kühlung usw. wird nicht unterbrochen.
Die Kupplung zwischen dem Läufer des Gleich- und Drehstrommotors wird vorzugsweise etwa so
ausgeführt, daß beide Motoren gleichachsig zueinander angeordnet werden und die Läufer beider
Motoren je die Hälfte der elektromagnetischen Kupplung tragen. Die Erregung der Kupplung ist
an das Gleichstromnetz angeschlossen. Die Kupplung ist noch von einem Gehäuse umgeben, dessen
Stirnseiten am Gehäuse des Dreh- und Gleichstrommotors, beispielsweise durch Flanschverbindung
und Verschraubung dort befestigt sind.
Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt
Fig. ι die Anordnung eines Zusatzaggregates für die Schmierung des Spurlagers einer Wasserturbine,
Fig. 2 das zugehörige Schaltbild zur Steuerung des Zusatzaggregates.
Das Spurlager 1 einer Wasserturbine 2 wird über die Druckleitung 3 von der Lagerölpumpe 4
geschmiert. Diese Lagerölpumpe ist an geeigneter Stelle der Turbine, beispielsweise an der Schutzhaube
5 angeordnet und wird von einem* an das Drehstromnetz 6 angeschlossenen Drehstrommotor 7
angetrieben. Gleichachsig zur Antriebswelle 8 des Drehstrommotors ist der an das Gleichstromnetz 9
einer Stationsbatterie 10 angeschlossene Gleichstrommotor 11 für den Notbetrieb dieses Zusatzaggregates
angeordnet. Die Welle 12 des Gleichstrommotors kann durch die elektromagnetische
Kupplung 13 mit der nach rückwärts verlängerten Welle 8a des Drehstrommotors gekuppelt werden. :
Dabei tragen die Gleichstrommotorwelle 12 und die Drehstrommotorwelle 8a je eine Kupplungshälfte
13a bzw. i3öl Die elektromagnetische Kupplung ist
von einem besonderen Gehäuse 14 umgeben, das
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durch Flanschverbindung an die beiden Motorengehäuse angeschraubt ist. Bei ungestörtem , Drehstrombetrieb
der Lagerölpumpe ist die elektromagnetische Kupplung 13 ausgeschaltet; der Gleichstrommotor
ist damit vom Drehstrommotor entkuppelt und steht still.
Die Wirkungsweise des nach dem Verfahren betriebenen
Zusatzaggregates ist aus dem Schaltbild der Fig. 2 zu ersehen, wobei hier der Übersdchtlichkeit
halber alle elektrischen Zusatzgeräte und Instrumente, wie Entriegelungsschalter oder etwa
notwendige Zusatzrelais usw., weggelassen sind. Wenn aus irgendeinem Grunde das Drehstromnetz
stromlos wird, schaltet das Drehstromschütz 15 den Motor 7 vom Drehstromnetz 6 ab. Gleichzeitig
schaltet das Schütz 15 über den Gleichstromhauptschalter 16 die Leitung 9 an die Stationsbatterie 10.
Die angeschlossene elektromagnetische Kupplung 13 wird dadurch eingeschaltet und kuppelt sofort
den auslaufenden Drehstrommotor 7 mit dem Gleichstrommotor 11, der dann hochgefahren wird.
Durch das Einschalten des Gleichstromnetzes wird außerdem das Feld 17 des Gleichstrommotors 11
erregt und ebenso das Zeitrelais 18 an das Gleichstromnetz
9 geschaltet, das dann nach einer eingestellten Zeit, beispielsweise nach 2 bis 3 Sekunden,
während welcher der Gleichstrommotor 11 vom auslaufenden Drehstrommotor hochgefahren
worden ist, den Ankerstromkreis 19 des Gleichstrommotors
11 durch Schließen des Schalters 20 mit dem Gleichstromnetz 9 verbindet. Der Gleichstrommotor
läuft dann mit voller Netzspannung und treibt über die Kupplung 13 und die Antriebswelle
8a, 8 die Lagerölpumpe 4 ohne Betriebsunterbrechung
weiter an (Fig·. 1). Sobald das Drehstromnetz wieder unter Strom steht, schaltet das Schütz
15 den Drehstrommotor 7 wieder an das Drehstromnetz
und öffnet gleichzeitig den Schalter 16. Der Gleichstrommotor 11 wird dann zugleich mit
der Kupplung 13 spannungslos und bleibt stehen, denn die Kupplung, unterbricht in spannungslosem
Zustand die Verbindung mit dem Drehstrommotor.
Das Verfahren nach der Erfindung eignet sich
besonders für Maschinenanlagen, bei denen durch einen -wenn auch nur kurzzeitigen Ausfall eines
Zusatzaggregates die Kraftmaschine selbst oder deren Arbeitsweise geschädigt werden kann. So
wird das Verfahren für den Betrieb von Zusatzpumpen und Mischern od. dgl. an Maschinen mit
kontinuierlichem Betrieb, beispielsweise für Papiermaschinen, chemische Anlagen usw., vorgeschlagen.
Ebenso können .Zusatzaggregate von Webstühlen nach dem Verfahren betrieben werden.
Claims (3)
1. Verfahren zum Betrieb eines drehstromangetriebenen
Zusatzaggregates für eine Lagerölpumpe od. dgl. von Maschinenanlagen (insbesondere
Wasser- oder Dampfkraftanlagen) mit selbsttätiger Umschaltung auf einen Gleichstromhilfsantrieb
bei Ausfall des Drehstromes, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausfall des Drehstromnetzes über ein Gleichstromrelais die
Feldwicklung eines Gleichstrommotors zu dessen Vormagnetisierung eingeschaltet, gleichzeitig
eine elektromagnetische Kupplung zum Ankuppeln des Ankers des Gleichstrommotors an die getriebene Achse erregt und außerdem
der Anker des Gleichstrommotors an das Gleichstromnetz angelegt wird, wobei letzteres mit
einer so großen Verzögerung über ein Zeitrelais geschieht, daß der Ankerstromkreis erst geschlossen
wird, wenn der Anker des Gleichstrommotors hochgefahren ist.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gleichstrommotor (11) gleichachsig neben dem Drehstrommotor (7) angeordnet ist
und daß die Läufer (8a, 12) der beiden Motoren
je die Hälfte einer an das Gleichstromnetz angeschlossenen Elektromagnetkupplung (13)
tragen.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektromagnetkupplung
von einem Gehäuse (14) umgeben ist, das mit seinen Stirnseiten am Gehäuse des Drehstrommotors
bzw. Gleichstrommotors befestigt, beispielsweise angeflanscht ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 825571, 738153; USA.-Patentschrift Nr. 2 470 838.
Deutsche Patentschriften Nr. 825571, 738153; USA.-Patentschrift Nr. 2 470 838.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 609- 656/19* 9. 56
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