DEST009552MA - - Google Patents
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Description
Tag der Anmeldung: 8. März 1955 Bekanntgemacht am 5. Juli 1956
Die Erfindung bezieht sich auf einen Kernreaktor, bei dem der Kernbrennstoff in Form einer Suspension
fester spaltbarer Materie in einer Flüssigkeit, wie gewöhnlichem oder schwerem Wasser, durch
den mit einem Moderator versehenen Reaktor fließt.
Insonderheit bezieht sich die Erfindung auf einen Reaktor, bei dem die Brennstoffsuspensiön durch
eine Mehrzahl von Rohren geleitet wird, die z. B. von schwerem Wasser umgeben sind. Bei dieser Art
von Reaktoren liegt die Möglichkeit vor, den kritischen Zustand mit natürlichem oder nur wenig angereichertem
Uran zu erreichen. Voraussetzung ist jedoch, daß die Wände der Reaktorrohre wenig
oder gar keine Neutronen absorbieren und dennoch · aus thermisch gut isolierendem Material hergestellt
sind, und weiterhin, daß eine hohe Konzentration und konstante Zusammensetzung der Brennstoffsuspension
vorliegt. Die erste Voraussetzung wird erfüllt, indem man die Wände der Rohre ζ. Β. aus
stark gesintertem Berylliumoxyd herstellt, das an der Moderatorseite mit leicht gesintertem Berylliumoxyd
ausgekleidet ist.
Die zweite Voraussetzung gibt zu Schwierigkeiten Anlaß, da bei der erwünschten Konzentration
der Brennstoffsuspension die Viskosität derselben so hoch ist, daß sich die Suspension schwer
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verpumpen läßt, ζ. B. zwecks Zirkulierung der Sus- ] pension durch den Reaktor und durch einen Wärmeaustauscher.
In diesem Zusammenhang wurde in der Patentanmeldung St 9061 VIIIc/2ig bereits vorgeschlagen,
die Suspension außerhalb des Kernreaktors zu verdünnen mit einer zusätzlichen Menge Trägerflüssigkeit,
die wieder abgeschieden wird, bevor die Suspension wieder in den Kernreaktor eintritt, und
die Beförderung der Suspension, z. B. durch Pumpenwirkung, mit der verdünnten Suspension
durchzuführen.
Da für einen heterogenen Suspensionsreaktor
viele Rohre, beispielsweise hundert,, erforderlich sind, führt das besägte Verfahren eine verwickelte
Konstruktion des; notwendigen Leitungssystems
herbei. - · ■
Beim Gegenstand der Erfindung werden spezielle Reaktorrohre angewandt, wodurch eine weit einfächere
Konstruktion erzielt wird.
Die in den Patentansprüchen des näheren gekennzeichnete
Erfindung wird an Hand der Zeichnungen erläutert.
Fig. ι stellt das Schema eines Reaktors dar, bei
dem erfindungsgemäße Rohre Anwendung finden; Fig. 2 bis 4 zeigen in schematischer Weise Reaktorrohre
verschiedener Konstruktion.
In Fig. ι ist der Reaktor von einem Hochdruckmantel
ι umgeben, innerhalb dessen sich der Reflektor
ia befindet, worin der Raum 2 für den Moderator,
z. B. schweres Wasser, ausgespart ist. Dieses schwere Wasser kann über einen Wärmeaustauscher
(nicht in der Zeichnung vorhanden) rundgepumpt werden. Der Hochdruckmantel 1 ist notwendig, da
der Reaktor auf einem hohen Temperaturniveau betrieben werden muß.
Innerhalb des Raumes 2 sind die Reaktorrohre 3 angebracht. Die Figur zeigt nur zwei dieser Rohre;
in der Wirklichkeit sind etwa hundert Rohre notwendig.
Die Wand 4 dieser Rohre (s. die Fig. 2 bis 4) ist an der Außenseite mit einer isolierenden Schicht 5
ausgekleidet. Das Ganze kann aus Berylliumoxyd hergestellt sein. Auch anderes Material kann Anwendung
finden, z. B. eine Alurminiumwand, die an der Außenseite mit einer Schicht porösen Kohlenstoffs
ausgekleidet ist.
Gemäß der Erfindung weisen diese Rohre an der oberen Seite einen Hydrozyklon 6 mit einer Tangentialzuleitung
7, einer Ablaßöffnung 8, welche in das Rohr 3 mündet, und einer im Rohrinnern angebrachten
Überlaufleitung 9 auf. Diese Leitung läuft zentral durch die Ablaßöffnung 8 und weiterhin
durch das Reaktorrohr hindurch bis zum unteren Ende 10, wo sie in der Nähe der Ablaßöffnung 11
dieses Rohre endet.
Durch Anwendung der erfindungsgemäßen Reaktorrohre
läßt sich die Ausdehnung des Leitungssystems für die konzentrierte Brennstoff suspension
auf ein Mindestmaß beschränken.
Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Reaktor-rohr zusammengesetzt, wie in Fig. 3 dargestellt.
Die Überlauf leitung 9 ist hier an der Innenwand 4 des Rohres' entlang' geführt: Hierdurch- wird/ der1 :' ■·
Einfang von Resonanzneutronen durch die in der Leitung 9 strömende Flüssigkeit grundsätzlich eingeschränkt,
und weiterhin ermöglicht diese Lage der Leitung 9 eine einfachere Befestigung an dem
Reaktorrohr.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Reaktorrohr weist'
die Mündung der Überlaufleitung 9:, eine; tarigentiale
Richtung hinsichtlich der Innenwand des Reaktorrohrs auf. Hierdurch wird der ausströmenden
Trägerflüssigkeit eine rotierende Bewegung erteilt, wodurch eine innigere Mischung der konzentrierten
Suspension mit der Trägerflüssigkeit erzielt wird.
/Beim Betrieb des Reaktors 1 wird eine mehr oder weniger verdünnte' Brennstoff suspension, beispielsweise
von Uranoxyd in schwerem Wasser, aus dem Gefäß 11 durch die Leitung, 12 und die mit Absperr- ,
ventilen 13 versehenen Tangentialzuleitungen 7 in
die Eindickhydrozyklone 6 geleitet. In diesen Hydrozyklonen wird die Suspension eingedickt,
worauf sie durch Schwerkraftwirkung durch die Rohre 3 mit zugespitztem unterem Ende 10 geleitet
wird.
Dabei wird die Suspension infolge der Kernreaktion zu einer hohen Temperatur erhitzt. Das in
dem Hydrozyklon abgetrennte schwere Wasser läuft durch die Überlaufleitung 9 hinunter und wird in
der Spitze des Reaktorrohrs wieder mit der Suspension vermischt, wodurch diese wieder dünnflüssig
wird.
Die heiße Suspension wird danach durch einen Wärmeaustauscher 14 geleitet und strömt anschließend
durch die Leitung 15 in das Steigrohr 16, wo sie durch die Wirkung eines mittels'der Pumpe
20 herangeführten indifferenten Gases, z.B. Helium, in das Gefäß 11 befördert wird.
Hier findet eine Abtrennung des Gases statt, das durch die Vorrichtung 17, in der eventuell zersetztes
schweres Wasser rekombiniert wird, einen Kondensator 18, in dem das schwere Wasser abgetrennt
wird, und durch eine Reinigungsanlage 19 nach der Pumpe 20 befördert wird, mit deren Hilfe
das Gas wieder in das Steigrohr 16 gepreßt wird. Das in dem Kondensator 18 abgetrennte schwere
Wasser kann durch Öffnung des Absperrventils 21 wieder in das Gefäß 11 zurückgeführt werden.
Ist zuviel Feststoff in der zirkulierenden Suspension vorhanden, so kann durch die mit einem Absperrventil
23 versehene Leitung 22 ein Teil der Suspension in den Eindickhydrozyklon 24 hineingeleitet
werden. Es läßt sich mit dem Regelhahn 30 eine Regulierung der Eindickwirkung des Hydrozyklons
24 erzielen. Das abgetrennte schwere Wasser fließt anschließend durch die Leitung 26 und die
Reinigungsanlage 27 in die Leitung 15 zurück, wo es zur Verdünnung der zirkulierenden Suspension
Anwendung finden kann.
Die eingedickte Suspension setzt sich darauf im Vorratsbehälter 25 ab. Soll die zirkulierende Suspension
eine etwas höhere Konzentration haben, so kann dazu das Ventil 32 geöffnet werden, wodurch
eingedickte Suspension zufließt, wobei, wenn nötig,
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durch die mit einem Ventil 33e ausgestattete
Leitung 33 schweres Wasser oder verdünnte Suspension zugeleitet werden kann, um die eingedickte
Suspension dünnflüssig zu machen.
Soll die Suspension aus den Reaktorrohren entfernt werden, so kann man dazu das Ventil I2a schließen und die Suspension über den Hydrozyklon 24 in den Behälter 25 hinüberleiten. Die abgeschiedene Trägerflüssigkeit wird dann über das Ventil 31 und durch die Leitung 12 in die Reaktorrohre geleitet, was zur Folge hat, daß die darin befindliche Suspension durch Flüssigkeit ersetzt wird. Es wird einleuchten, daß es mit der erfmdungsgemäßen, Vorrichtung möglich ist, eine verschiedene Durchflußgeschwindigkeit der Brennstoffsuspension in den verschiedenen Rohren anzusetzen, und zwar indem man Hydrozyklon 6 wählt, die voneinander abweichen, oder indem man den Zuführungsdruck mit Hilfe des Regelventil« 13 jeweils aufs neue einstellt und/oder indem man die Zentralüberlauföffnung variiert. Dadurch kann erreicht werden, daß die Temperatur der Suspension an dem Augenblick, wo1 diese die Reaktorrohre verläßt, für alle Rohre optimal ist. Auch gehört es zum Erfindungs^ bereich, die Leitung 12 zu den Reaktorrohren derart zu spalten, daß Zweigleitungen zu einer Anzahl von Rohrsystemen führen, die jedes für sich zu regeln, sind.
Soll die Suspension aus den Reaktorrohren entfernt werden, so kann man dazu das Ventil I2a schließen und die Suspension über den Hydrozyklon 24 in den Behälter 25 hinüberleiten. Die abgeschiedene Trägerflüssigkeit wird dann über das Ventil 31 und durch die Leitung 12 in die Reaktorrohre geleitet, was zur Folge hat, daß die darin befindliche Suspension durch Flüssigkeit ersetzt wird. Es wird einleuchten, daß es mit der erfmdungsgemäßen, Vorrichtung möglich ist, eine verschiedene Durchflußgeschwindigkeit der Brennstoffsuspension in den verschiedenen Rohren anzusetzen, und zwar indem man Hydrozyklon 6 wählt, die voneinander abweichen, oder indem man den Zuführungsdruck mit Hilfe des Regelventil« 13 jeweils aufs neue einstellt und/oder indem man die Zentralüberlauföffnung variiert. Dadurch kann erreicht werden, daß die Temperatur der Suspension an dem Augenblick, wo1 diese die Reaktorrohre verläßt, für alle Rohre optimal ist. Auch gehört es zum Erfindungs^ bereich, die Leitung 12 zu den Reaktorrohren derart zu spalten, daß Zweigleitungen zu einer Anzahl von Rohrsystemen führen, die jedes für sich zu regeln, sind.
Das ganze System kann im Notfälle mit Hilfe eines Sicherheitsventils 34 schnell entleert werden.
Die Leitungen usw. außerhalb des Hochdruckmantels ι müssen druckfest ausgeführt werden, um
den Druck der Trägerflüssigkeit bei den erforderlichen hohen Temperaturen aushalten zu können.
Claims (3)
1. Kernreaktor, bei dem der Kernbrennstoff in Form einer Suspension fester spaltbarer
Materie in einer Flüssigkeit, wie gewöhnlichem oder schwerem Wasser, durch eine Mehrzahl
von Reaktorrohren fließt, die innerhalb des Reaktors angebracht sind, wobei die Suspension,
ehe sie in die Reaktorrohre hineinströmt, eingedickt und später wieder zu einer verpumpbaren
Suspension verdünnt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in das obere Ende jedes Reaktorrohres die Ablaßöffnung eines Eindickhydrozyklons
mündet, während die Überlauföffnung dieses Hydrozyklons sich am oberen Ende einer Überlaufleitung befindet, welche sich
durch die Ablaßöffnung und das Reaktorrohr hindurch bis nahe an das untere Ende des Reaktorrohrs
erstreckt.
2. Kernreaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Über lauf leitung an der Innenwand des Reaktorrohrs entlang führt.
3. Kernreaktor nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das untere Ende der Überlaufleitung hinsichtlich des Reaktorrohrs
tangential gerichtet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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