DEP0053862DA - Elektronen- oder Ionenröhre mit durch ein Kraftfeld bewegten Elektroden - Google Patents

Elektronen- oder Ionenröhre mit durch ein Kraftfeld bewegten Elektroden

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DEP0053862DA
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Hans Heinrich Dr. Hamburg Rust
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Description

Der Erfindungsgedanke bezieht sich darauf, eine oder mehrere beweglich angeordnete Elektroden einer Elektronen- oder Ionenröhre oder eines sonstwie gearteten Entladungssystems durch ein äusseres Kraftfeld derart zu bewegen, daß geometrische Änderungen der Elektroden zueinander und damit elektrische Änderungen des betreffenden Entladungssystems hervorgerufen werden.
Das folgende Beispiel, das eine Anwendungsmöglichkeit zeigt, soll die Wirkungsweise auf Grund der Abbildung näher beleuchten. In dem evakuierten Glaskolben 1 befindet sich ein Elektrodensystem, das aus einer Glühkathode 2 und der bandförmigen Anode 3, letztere aus ferromagnetischem Material, besteht. Die Anode ist, wie durch die Federn 4 angedeutet, elastisch bewegbar so angeordnet, daß sie ihren Abstand zur Kathode verändern kann. Zwischen Kathode und Anode ist die Anodenspannungsquelle 5 mit dem Serienwiderstand 6 geschaltet. Mit Hilfe des äusseren Magnetfeldes, das durch den Magneten 7 auf die Anode als Magnetanker einwirkt, erfolgt eine Auslenkung der Anode derart, daß sich der Abstand zwischen Kathode und Anode vergrößert. Bei Abstandsvergrösserung und -Verkleinerung tritt eine Elektronenstromänderung ein, wodurch eine entsprechende Spannungsänderung am Widerstand 6 bewirkt wird. Die beschriebene Einrichtung läßt sich bei vielen Arten von Systemen anwenden, bei denen es sich um den Elektrizitätstransport mit Hilfe von Ladungsträgern handelt.
So könnte man z.B. daran denken, bei Impulsröhren durch das äussere Kraftfeld den Impuls auszulösen, bei Röhren zur Erzeugung sehr kurzer Wellen die Modulation zu bewirken oder besonders vorteilhaft bei Sekundäremissionsvervielfachung eine der Parallelelektroden zu beeinflussen.
Man kann die erfindungsgemässe Einrichtung aber auch bei verschiedenen Arten von Ferngebern oder bei Tonabnehmern für Schallplatten, sowie bei magnetischen Lautträgern heranziehen oder Mikrofone derart aufbauen, daß die Schallschwingungen mittels eines geeigneten Organes das z.B. auf den Schalldruck oder die Schallschnelle anspricht, in mechanische Schwingungen umgewandelt werden und diese Schwingungen durch beispielsweise magnetische Kopplung auf die Anode eines Glühkathodensystems übertragen werden. Ein solches Mikrofon könnte gemäß Abbildung 2, wie folgt, im Prinzip aufgebaut sein.
In einem evakuierten Glaskolben befindet sich ein System aus Glühkathode und Anode. Die Anode ist bandförmig ausgebildet und federnd parallel zu Kathode gespannt. Parallel zur Anode befindet sich ausserhalb des Röhrenkolbens ein korrespondierender, bandförmiger federnd gespannter Leiter 8, der mit dem Leitungsstück, das die Anode bildet, elektrisch in Serie geschaltet und an die Stromquelle 9 angeschlossen ist. Der in diesem Stromkreis fliessende Strom ruft ein Magnetfeld hervor, dessen Kraftlinien eine Bindung zwischen dem Leiter 8 und der Anode erzeugen. Hierdurch werden Bewegungen des Leiters 8 auf die Anode übertragen. Versieht man den Leiter 8 mit einem Schalldruck- oder Schallschnelleempfänger, der der Übersichtlichkeit wegen nicht eingezeichnet ist, so können Schallschwingungen in mechanische umgewandelt und konform auf die Anode übertragen werden. Bei den angeführten Beispielen wurde die Anode als bewegtes Organ benutzt. Anstelle der Anode könnte mit Hilfe des Erfindungsgedankens auch die Kathode, ein Gitter oder, wie schon vorerwähnt, eine Parallelelektrode bei Vervielfachern bewegt werden, wodurch es durch das äussere Kraftfeld zu Anodenstrom-, Steilheits- oder Durchgriffsänderungen kommen könnte.
Erfindungsgemäß kann das Kraftfeld dabei beliebiger Art sein, z.B. durch Gravitation, Magnetismus oder Maxwell'sche Kräfte hervorgerufen sein.
Die Auslösung der Elektrodenbewegungen ist bei Anwendung eines magnetischen Kraftfeldes auch dadurch denkbar, daß der Feldträger oder die aus ferromagnetischem Werkstoff hergestellte Elektrode über den Curiepunkt erhitzt werden oder daß ein z.B. schwingendes äusseres magnetisches Kraftfeld die Beeinflussung einer Elektrode mittels Magnetostriktion bewirkt.
Bei elektrisch durch Maxwell'sche Kräfte sowohl wie auch bei magnetisch hervorgerufenen Elektrodenbewegungen ist, wenn erforderlich, dafür zu sorgen, daß eine Abschirmung des zu beeinflussenden Elektrodensystems derart vorgenommen wird, daß keine direkten Wirkungen der Felder auf die Ladungsträger zustande kommen.

Claims (5)

1. Elektronen- oder Ionenröhre mit durch ein Kraftfeld bewegten Elektroden, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Elektroden eines Systems, das elektrische Ladungsträger zur Elektrizitätsleitung in Gasen oder Hochvakuum benutzt, so beweglich angeordnet sind, daß ein Kraftfeld eine Stellungsänderung der beweglichen Elektroden gegenüber den festen Elektroden derart hervorruft, daß die geometrischen Abmessungen des Systems durch das Kraftfeld sich ändern.
2. Elektronen- oder Ionenröhre mit durch ein Kraftfeld bewegten Elektroden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beweglichen Elektroden aus solchen Werkstoffen hergestellt sind, die für die zur Stellungsänderung der beweglichen Elektroden vorgesehenen Kraftfelder besonders wirksam sind.
3. Elektronen- oder Ionenröhre mit durch ein Kraftfeld bewegten Elektroden nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kombination unterschiedlicher Felder bei ein und demselben Entladungssystem vorgesehen ist.
4. Elektronen- oder Ionenröhre mit durch ein Kraftfeld bewegten Elektronen nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungsträger des Elektrodensystems gegen das oder die Kraftfelder abgeschirmt sind.
5. Elektronen- oder Ionenröhre mit durch ein Kraftfeld bewegten Elektroden nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung der Elektroden dadurch erfolgt, daß auf die zu bewegende Elektrode aus ferromagnetischem Werkstoff ein magnetisches Kraftfeld einwirkt und die gewünschte Bewegung dadurch auslöst, daß das Kraftfeld sich durch Erwärmen der ferromagnetischen Elektroden oder des magnetischen Kraftfeldträgers über dne Curiepunkt oder Abkühlen unter den Curiepunkt ändert.

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