DEP0034040DA - Mattscheibe für photographische Zwecke, insbesondere für Reflexkameras - Google Patents
Mattscheibe für photographische Zwecke, insbesondere für ReflexkamerasInfo
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Description
Spiegelreflexkameras verlangen besonders feinkörnige Mattscheiben, die in der Regel so hergestellt sind, dass eine Spiegelglasscheibe auf der einen Seite geschliffen und dann geätzt wurde. Jedoch reicht namentlich in den Fällen, in denen das Mattscheibenbild noch durch eine Lupe vergrössert betrachtet wird, das Auflösungsvermögen solcher Mattscheiben nicht aus, um im dargebotenen Bild ihre Körnigkeit völlig verschwinden zu lassen. Auch haben feinkörnig geschliffene und geätzte Klarscheiben den Nachteil, dass sie das Licht nur in einem verhältnismässig engen Winkelraum streuen, sodass die schräg einfallenden Bildstrahlen an den Rändern und in den Ecken des Mattscheibenbildes entweder überhaupt nicht oder nur mit sehr geringer Intensität in das Auge des Betrachters gelangen. Ausserdem halten die bekannten Mattscheiben auf ihrer rauhen Oberfläche leicht Staubteilchen fest, die den Bildeindruck beeinträchtigen.
Demgegenüber besteht die Mattscheibe nach der Erfindung aus Klarglas als Unterlage und einer Trübschicht darauf aus einer Suspension kolloidaler Streuteilchen in einem klar durchsichtigen Mittel. Als besonders geeignet empfiehlt sich, dafür sogenannte Überfangglas, das aus einer klar durchsichtigen Spiegelglasscheibe und einer aufgeschmolzenen Trübglasschicht (Milchglas, Opalglas) aufge-
baut ist. Solches Trübglas hat die Eigenschaft, das Licht in weitaus vollkommenerer Weise zu streuen, als es das oberflächlich aufgerauhte und geätzte Mattglas tut. Es besteht aus einer kolloidalen Suspension feinster Kristallteilchen in Klarglas und weist eine völlig glatte Oberfläche auf. Trübglas für sich allein ist jedoch als Mattscheibe nicht geeignet. In den handelsüblichen Stärken ist es zur Erreichung einer guten Bildauflösung zu dick und bei entsprechender Dünne wiederum für die Handhabung nicht ausreichend stabil. Dagegen ergibt der erfindungsgemässe Mattscheibenaufbau mit einer Trübschicht auf besonderer Klarglasunterlage sowohl eine genügende Handhabungssicherheit der Scheibe als auch ein einwandfreies Auflösungsvermögen von ihr.
Im Rahmen der Erfindung liegt auch die vorteilhafte Möglichkeit, die Dicke der Trübschicht in ein bestimmtes Verhältnis zum Auflösungsvermögen des auf die Mattscheibe wirkenden Kameraobjektivs (Aufnahmeobjektiv, Sucherobjektiv) zu setzen. Dabei zeigen sich beste Ergebnisse, wenn die Trübschichtdicke auf das ein- bis etwa fünffache des kleinstmöglichen Bildpunktdurchmessers (Zerstreuungskreis) bemessen wird. Dieser beträgt bei gebräuchlichen Objektiven 10-20 (My), sodass sich als günstigste Dicke der lichtstreuenden Trübschicht etwa 50 (My) empfehlen. Überfangglas, das in seinen handelsüblichen Abmessungen eine Trübschichtdicke von einigen zehntel Millimetern aufweist, wird für die Zwecke der Erfindung unschwer durch entsprechendes Abschleifen seiner Trübschicht mit nachträglichem Polieren geeignet gemacht. Erforderlichenfalls lassen sich dabei durch zugleiches Nachschleifen der Klarglasseite auch Mängel in der Planparallelität beseitigen.
Nach anderen Ausführungsformen der Erfindung ist die Mattscheibe
aus einer Klarglasplatte, die etwa nach Art einer Feldlinse auch gewölbt sein kann, und aus einer Trübschicht aufgebaut, die durch Giessen, Spritzen oder in sonst geeigneter Weise, beispielsweise in flüssigem Zustand oder als Pulver, aufgebracht und erforderlichenfalls durch entsprechende Nachbehandlung wie Erhitzen oder Brennen noch durchgebildet und gefestigt wird. Oder die Trübschicht wird für sich als Folie oder Film hergestellt und auf der Klarglasunterlage etwa durch Aufkleben befestigt.
Für den inneren Aufbau der Trübschicht ist es wesentlich, dass die suspendierten Kristallteilchen gross im Verhältnis zur Lichtwellenlänge von im Mittel 0,5 (My), aber klein gegenüber dem beabsichtigten Auflösungsvermögen sind, das sich in der Grössenordnung von etwa 20 (My) bewegt. Danach ergibt sich eine günstige Teilchengrösse von ca. 1 bis 5 (My), deren Erstellung auf chemischem Wege keine Schwierigkeiten bereitet. Ferner sei darauf hingewiesen, dass für die Erzielung einer starken Streuwirkung in der Trübschicht der Brechungsindex der suspendierten Kristallteilchen deutlich von dem des einbettenden Mediums abweicht. In stofflicher Hinsicht ist für die Trübschicht beispielsweise eine kolloidale Suspension von weissem Pulver, wie etwa Magnesiumkarbonat oder Barytweiss, in Gelatine oder farblosem Lack geeignet.
Mattscheiben nach der Erfindung ergeben ein kornloses Bild sowie eine einwandfreie Bildeinstellung infolge der stärkeren Streuwirkung, die eine gute Bildhelligkeit auch in den Bildecken erzielen lässt. Ausserdem ist die Bildwirkung nicht durch Staub beeinträchtigt, der auf der glatten Trübschicht nicht anhaftet.
Claims (4)
1.) Mattscheibe für photographische Zwecke, insbesondere für Reflexkameras, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus Klarglas als Unterlage und einer Trübschicht darauf aus einer Suspension kolloidaler Streuteilchen in einem klar durchsichtigen Mittel besteht.
2.) Mattscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus Überfangglas (Klarglas mit einer aufgeschmolzenen Trübglasschicht) besteht.
3.) Mattscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Trübschicht in Anpassung an das Auflösungsvermögen des Kameraobjektivs das ein- bis fünffache des kleinstmöglichen Bildpunktdurchmessers (Zerstreuungskreis), vorzugsweise etwa 50 (My) beträgt.
4.) Mattscheibe nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie durch geeignetes Abschleifen und Polieren der Trübschicht des handelsüblichen Überfangglases gewonnen ist.
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