DEP0011698DA - - Google Patents
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GeSellsc all rrit
beschrankter Haftung
beschrankter Haftung
Frankfurt am Main
Dr.Gra/Fr. Frankfurt a.M., den 10. Sept. 1946.
Verfahren zum Kaltfahren von Anlagen zur Verflüssigung oder
Zerlegung von Gasen bee«. Gasgemischen.
Bevor Anlagen, in denen Gasgemische, z.B. Luft» durch Verflüssigung
und Bektifikation zerlegt «erden, den normalen Arbeitsprozess
aufnehmen können» müssen sie auf die entsprechend tiefen Temperaturen bis zu - 200° abgekühlt «erden. Um Zeit- und Energieverluste
zu vermeiden, ist man natürlich bestrebt, diese Kalt« fahrzeit, die je nach der Grosse der Anlage Bruchteile von Stunden
bis zu t oder 2 Tagen betragen kann, möglichst abzukürzen. Aus diesem Grund «erden die Anlagen soweit wie möglich mit Kältequellen
hohen Wirkungsgrades, z.B. HH^-Kühlern, Expansionsmaschinen
oder Expansionsturbinen abgekühlt. Jeloch ist man häufig für
die Erzeugung von Kälte auf den thermodynamisch wesentlich weniger
günstigen Joule-Thomson-Effekt - die sogenannte Proeselentspannung
- angewiesen, insbesondere in folgenden Fällen:
1. Bei sehr kleinen Anlagen für weniger als 30 cbm/h Sauerstoff,
bei denen es eine zu grosse Komplikation bedeuten würde, KH,-Kühler
oder Expansionsmaschinen vorzusehen;
2. Beim Kaltfahren der sogenannten Kältetrockner, das sind Wärmeaustauscher,
die der eigentlichen Zerlegungeapparatur vorgeschaltet sind und in denen die eintretenden Gase sowohl gekühlt
wie durch Kondensation des laseerdampfes getrocknet werden. Würde die Expansionsmaschine oder -turbine eingeschaltet,
bevor diese Trockner kalt sind, so könnten diese Maschinen
leicht durch das in ihnen sich dann abscheidende Lis Schaden leiden;
3. Zum Abkühlen der kältesten Teile der Apparatur, in denen die verarbeiteten Gase schon zu einem merklichen Prozentsatz verflüssigt
sind; denn weder die Kolbenexpansionsmaschine noch die Expansionsturbine gestattet es, Gase mit hohem Flüssigkeiten
gehalt zu verarbeiten.
In diesen Fällen kann durch das Verfahren der Anmeldung eine wesentliche
Verkürzung der Anfahrzeit erreicht werden. Es besteht
Gesellsc"3lf r'it
beschrankter Haftung
beschrankter Haftung
darin, anstelle der Brosselentspannung eine sogenannte Wirbelentspannung
anzuwenden, einen Torgang, der erst in den letzten Janren näher untersucht wurde. Man versteht darunter folgendes:
Wird in ein Rohr 1 (Fig. 1) durch eine tangential eintretende Düse 2 ein Luftstrahl eingepresst, so bildet sich in der Achse
des lohres bei 3 ein kalter, unter niedrigem Eruck stehender
Luftkern aus, während länge der Bohrwand ein Luftisantel 4 mit
hohem Druck und hoher Temperatur kreist. Durch geeignete Blenden 1st es möglich, auf der einen Seite dee Rohres den kalten
Luftkern, auf der anderen Seite die warme Aussenluft abzuführen,
sodass man also im Endeffekt eine Zerlegung der eingeblasenen Luft in einen warmen und einen kalten Teilstrom erhält. Me die
Versuche zeigen, können so Temperaturdifferenzen von über 100° erreicht werden*
Dm diesen Vorgang beispielsweise für das Kaltfahren eines Kältetrocknere
zu benutzen, wird nach Bild 2 verfahren. Die auf einen Iruck von 20 bis 40 atii verdichtete Luft tritt durch Kohr 5 in
den ilussenraum des Eältetrockners 6 ein. Sie wird im ftirbelentspanner
7 entspannt und der warme Luftstrom durch Bohr 8 ins
Freie abgeblasen, wobei Ventil 9 zur Einstellung dee günstigsten Mengenverhältnisses der beiden Luftströme dient. Der kalte Luftstrom
wird durch eines oder mehrere der für die Zerlegungsprodukte vorgesehenen !Rohrbündel 10 durch den Kältetroekner 6 zurtickgeleitet,
wobei er seine Kälte an die einströmende Luft abgibt. Biese Arbeitsweise kann so lange fortgesetzt werden, bis
entweder am kalten Ende des Trockners eine genügend tiefe Arbeitstemperatur erreicht ist, um eine ausreichende Trocknung der einströmenden
Luft zu gewährleisten, oder bis die Temperatur der durch 8 abgeblasenen warmen Luft - die j|a entsprechend der Temperatur
der in den 1 irbelentspanner eingeblasenen Luft ebenfalle
absinkt - die Temperatur bei 5 erreicht hat. In diesem Falle ist nämlich die Kältewirkung der Wirbelentspannung nicht mehr günstiger
als die der bisher verwandten Dross dent spannung. Ist dieser Zustand erreicht, so werden die Ventile 11 und 9 geschlossen.
Eie komprimierte Luft tritt sodann durch Eohr 12 in die folgenden,
nicht gezeichneten Austauscher des Apparates ein und wird in der üblichen feeise durch ein Ventil oder eine Expansionsmaschine oder
-turbine entspannt.
Gleichzeitig mit dem beabsichtigten Kälteeffekt findet im Wirbel-
Gesellsc alt rr.it
beschränkter Haftung
beschränkter Haftung
eatspanner auch noch eine sehr wirksame Abscheidung dee Kondenswasser
statt, das zusammen mit dem belesen Luftstrom als Wasserdampf wieder mitgeführt wird.
herden feile der Apparatur, die eine besonders tiefe Arbeitetemperatur
erhalten sollen, mit Hilfe des Wirbelentspanners gekühlt,
so ißt es gegen Ende der Kaltfahrzeit - wenn also die in den Wirbelentspanner
eintretende Luft schon eine tiefe Temperatur erreicht
hat - nicht mehr möglich, die !Temperatur der austretenden warmen Luft über der der Umgebung au halten. Es gsnügt Jedoch in
diesem Jail, wenn durch entsprechende Maesnahmen, z.B. Einstellung
eines genügend hohen Druckes vor der miee des Wirbelentspanners,
passende Llnreglung des Mengenverhältnisses des heiseen und kalten
Luftströmen, die temperatur der Tiarmluft so hoch getrieben
wird, dass sie höher liegt als die der in den Tieftemperaturteil eintretenden, vorgekühlten Luft. Eine derartige Anordnung ist
durch Bild 3 gegeben. Die Anordnung des Kältetrockners entspricht hierbei der nach Bild 2. Auch kann dieser wie in Bilci 2 mit einem
besonderen Iirbelentspanner kaltgefahren werden,, jedoch ist dies
- um das Bild nicht zu sehr zu komplizieren - nicht zur Darstellung gebracht. Abweichend von früher ist nunmehr der ßirbelentspanner
7 nach dem Wärmeaustauscher 13 eingeschaltet. Die Luft
wird ihm durch fentil 11 zugeleitet und der Kaltluftstrom durch
Rohr U dem zu kühlenden kalten feil der Apparatur zugeführt. Da zu Beginn des laltfahrens der Warmluftstrom noch wesentlich heisse
ist als das kalte Ende des Kältetrockner», wird er zweckmässig
nicht diesem zugeleitet, sondern durch Ventil 17 unmittelbar ins Freie abblasen. Gezeichnet ist in dieser beispielhaften Darstellung
eine Trennsäule 15 zur Zerlegung von Luft in Sauerstoff und Stickstoff. Abweichend von der Anordnung nach Bild 2 wird der
Warmluftstrom nun jedoch nicht ins Freie abgeblasen, sondern er wird durch Tentil 9 und Bohr β einem Teil des Wärmeaustauschers
zugeführt, der noch wärmer ist als dieser Sarmluftstrom. Als Kältequelle
für den obersten Teil des Auetauschers 13 sowie für den
Kältetrockner 6 dient hierbei in bekannter V. eise die Expansionsmaschine
16.
Da im ^irbelentspanner keine Arbeit nach aussen abgegeben wird,
gilt - wenn man von Kälteverlueten durch Wärmeleitung absieht die Beziehung:
Gesellst Cif nr,t
beschränkter Haftung
beschränkter Haftung
Frankfurt am Main - 4 -
lo ■ OC . Ik ♦ (1 - oc) . iw
Dabei ist iQ der Wärmeinhalt der Luft vor der Entspannung, ife und
i derjenige dee kalten bezw. warmen Anteile nach der Entspannung,
und se ist der Bruchteil der Luft, der als Kaltluft strom entnommen
wird, 1 - cc also der Anteil des larmluftstromes. Y-ürüe Warmgasstrom
und Kaltgasstrom gemischt, so würde man einen Gasstrom mit dem mittleren Wärme Inhalt iffl * 1Q erhalten, also dasselbe Ergebnis
erzielen «ie bei der normalen Droseelentspannung. Nun ist der
Druck der entspannten Gase im allgemeinen so klein, dass für sie mit den Gesetzen der idealen Gase gerechnet werden kann, ihr Wärmeinhalt
also allein von der Temperatur abhängt. Statt die Gasströme durch ihre Wärmeinhalte 1^, iw und iffi zu bezeichnen, können
auch deren Temperaturen T. , T und T geschrieben werden. Ist
endlich Te die schon erreichte Temperatur des zu kühlenden Apparateteile,
so ist oC . (T0 - Tv) . c„ (c„ spez. Wärme des betref-
et Jt PP
fenden Gases) die pro Einheit des verarbeiteten Gases maximal an den Apparat zu übertragende Eältemenge. Om eine möglichst schnelle
Abkühlung zu erreichen, muss diese Eältemenge möglichst hoch gehalten
werden. Ist oc klein, so ist auch die Tempera tür ά iff er enz
T - T. zwischen dem warmen und dem kalten Gasstrom klein, sodass
die Kälteleistung aus zwei Gründen klein ist. Bei grossem oC-ist Tfc etwa gleich Tffl, sodass sich auch hierbei eine verhältnismässig
kleine Kälteleistung ergibt. Zwischen diesen beiden Extremwerten liegt jedoch ein günstigster V.ert höchster Kälteleistung,
der durch passende Regelung des Ventils 9 eingestellt werden kann.
Unter Einführung der Temperaturen anstelle der Wärmeinhalte geht
die Gleichung für die Wärmebilane des lirbelrohres über in
T = oc . T. + (1 - oc) . T . Stattdessen kann man auch schreiben:
m je w
Of-(T111- Tk) -(1 -oc)(Tw - Tm).
Rird die Apparatur von Baumtemperatur auegehend abgekühlt, so ist
T_ etwa gleich T . Dann geht die Gleichung über ins
GC . (Ta - 3?k) - (1 - oi)(Tw - Ta).
Jetzt steht links ein Ausdruck, der der Kälteleistung proportional
1st, der also bei günstiger Fahrweise möglichst hoch gehalten wer-
den mass. Der Ausdruck rechte ist der mit dem Warmgasstrom an
die Umgebung abgegebenen Wärme proportional. Ba die linke Seite der Gleichung möglichst hoch gehalten «erden soll, muss dieses
also auch von der rechten Seite gelten. Man kann in diesem Fall demnach auch sagen, der Apparat muss so gefahren werden, dass
mit dem Warmgasstrom möglichst viel Wärme an die Umgebung abgegeben wird.
Serade während dee Anfahrens ist eine weitgehende Regulierfähigkeit
des Apparates notwendig. Durch eine Düse mit vorgegebener Oeffnung ist diese jedoch nicht gewährleistet, da bei ihr die
durchgesetzte Gasmenge durch den Druck vor der Düse und die Temperatur eindeutig bestimmt ist. Um eine Reguliermöglichkeit zu
erreichen, wird daher erfindungsgemäss entweder der Düsenquerschnitt
in passender leise verändert, z.B. durch eine koacheial in die Düse eingeschobene Uadel, oder es wird unter Teilung des
zur Verfügung stehenden Druckgefalles vor die Düse ein Entspannungsventil
geschaltet, oder es wird endlich unter Teilung der Gasmenge parallel zur Düse ein Enepannungsventil geschaltet,
durch das die über den Durchsatz der Düse hinausgehende Oaemenge
entspannt werden kann.
Ist das Druckgefälle in der Düse, gerechnet als Verhältnis des Druckes vor der Düse zu dem Druck des an der Wand des Wirbelentspanners entlanggleitenden Warmgasstromes, grosser als das
kritische, so wird erfindungsgemäss von einer konisch erweiter·
ten Düse ("Lavaldüee*) Gebrauch gemacht.
Claims (2)
- ADOLF MESSER GMBHFRANKFURT A-M Bhltc1« Verfaiiren mm ZaltZ&brm vtm äeäm$m w»voa &eeea oäer s*eg«K&tschea# hmm&mm vim Left» und Bonifikation, dtadorohöung vervaandt fdrd, *ob«i üer hierbei entetaiientle heiaee stroa * fells sein© ieicperötur ofceri-ialtJ öer in eintretende* I«ft lt«$t -» ine Sreie ebssblessB wirö,bei titfSerer 1?en^eretcr äas ^-arJalafto-tnifiis Sit»«» ^iIm der sugeleltst «trö» 41t v&noar Al« ölaeez' Luftstrom
- 2. Twfittem nach ^nprttch 1f dadurch seitannssleimet» iss«εα Mihlenöes /ipperet o6«r /.ppftrsteteil «tiBotre^- faör,lich£tnach Ancpruoh 1« Ina^asontiöre et» v^ltfafean umEältetrockaer von Luft- enö SeoEerloscncEimlageö* ßötiui'oh ge-die Ltift l»tisw* öee G-se nachJdltetrooinier in ^tr"bel3iitepaaner ebtcpannt,. ßar warm« :J?sllütro& mit ca». Konaetiö^sasr ine Freie dar isslte 'l'eiletrt»© öurob äan oatetroclaaer sorüol^eleitet «tiNtt -^bei «r ööine iH,ft m öse einströinana© ten ebcibt,4· fefahren nach /iaapru.li 1, m$®mm&t e»T elat üeltfahrea !'eilen ösr %f«m%t»# ßle i^tettS Hob öorisalen Betriebes sehrtief © l'oiEpar&taren auf ,vaiBcji, üsötaroh ^eteaansalehnat, dass m #ev Kaltfiiru-peri-ocl« ώοτ an* am ί irbslcntepanaer ;.'©rai^©eetroE Int Freie «%#1il&@<m» teg^«& nach eloerVor&ihltwig; unö ΐί&Χΐ haltung; eeüw#r ?eile dar4* üfci»üli ge&eaÄaaleimat, i®n« »or ^EtelLcsg eineranti-öder Sir Oasröcfcnitt <3.ar MmADOLF MESSER GMBHFRANKFURT A-M BIa"■■•Irbelftnt Spanners oder tatfe ein *trg«M»l*lt«ttt· ventil ösr vor der Mm hmrmhm%$ ftraefc oder auroh ein parallel ζ«? I?.»se g«&fcslt«f «fs ÄtspKS&TO ev^ntil öle durch 41« Bl εβ tret'inae isiewttg« toner halb de? notivenaigan C'renass geregelt fürSim tem* ΐ-jobel stich sehrsre fitesasrerdtan Ütt«*6· Vonlohtutng rot Amtä^tmg ββε Veriahi-ens nach cea An epr« c hen 4, uadtsrch f-ekaimEelcimet, ubüb tei übei-1^1 tischersine It'se v&r;\?,nüt c.lz*ö# die nsch Isonißch srv^ltert ißt
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