DEP0011033DA - Herstellung von Leichtbaustoffen - Google Patents

Herstellung von Leichtbaustoffen

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DEP0011033DA
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Helmut Dr. Bad Soden Anders
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Description

Die Bereitung von Leichtbeton und daraus hergestellten Bauteilen, wie Fussboden- oder Wandplatten, unter Benutzung von organischen Zuschlagstoffen, wie Sägemehl, Säge- und Hobelspänen, Torf u.dgl., zusammen mit mineralischen Bindemitteln und sonstigen Zusätzen, stösst vielfach auf die Schwierigkeit, dass eine genügend feste Bindung zwischen den organischen Zusätzen und den mineralischen Bindemitteln nur durch besondere Massnahmen zu erreichen ist, insbesondere durch Mineralisierung der organischen Bestandteile, d.h. vorheriges Überziehen mit Mineralstoffen (Kalk, Zement, Wasserglas). Auch bei Anwendung solcher Massnahmen ist aber die Verarbeitung der erwähnten Massen nicht leicht, vor allem deshalb, weil die organischen Zusätze meist recht sperrig und elastisch sind. Es ist deshalb vielfach nötig, während des Abbindens der mineralischen Bindemittel ziemlich lange Zeit einen starken Druck auf die Masse einwirken zu lassen, was natürlich die Verarbeitung sehr erschwert und, z.B. bei der Herstellung vorgeformter Bauteile, wie Platten, das Vorhandensein einer sehr grossen Zahl von Formen und dazu auch noch von Presseinrichtungen erfordert.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Leichtbeton, daraus hergestellten Bauteilen und porösem Mörtel, bei dem das Abbinden und Erhärten der Masse nach der Verformung dadurch bedeutend erleichtert und beschleunigt wird, dass die zu den mineralischen Bindemitteln und gegebenenfalls Zuschlagstoffen gegebenen organischen Zusätze vor dem Anmachen mit solchen Mitteln getränkt werden, die eine Erhärtung der mineralischen Bindemittel verursachen oder erleichtern.
Die Art dieser Mittel richtet sich in erster Linie nach dem benutzten Bindemittel. Dient als Bindemittel z.B. Portlandzement, so wird dessen Erhärtung dadurch beschleunigt, dass die organischen Stoffe mit Soda, Chlorcalcium oder Silikofluoriden getränkt werden. Bei Magnesiazement kommen als Erhärtungsbeschleuniger Sulfate in Frage, z.B. Aluminiumsulfat. Bei Bei Wasserglaskitten als Bindemittel imprägniert man die organischen Zusätze mit Säuren oder sauren oder säureabgebenden Stoffen, wobei deren Menge ziemlich gering sein kann. Die genannten Imprägnierungen spielen nämlich dem Wasserglas gegenüber die Rolle von Erhärtungsmitteln, etwa in gleicher Weise wie bei den für Säurebauten in der chemischen Industrie vielfach üblichen Säurekitten die darin enthaltenen mit dem Wasserglas reagierenden Stoffe. Als Tränkmittel dieser Art für wasserglasgebundene organische Zusätze kommen z.B. in Frage: Säuren aller Art, vor allem Mineralsäuren, wie Schwefelsäure, Salzsäure, Flußsäure, Kieselfluorwasserstoffsäure, ferner Oxalsäure, Essigsäure, Chloressigsäure, organische Sulfochloride, Phtalsäureanhydrid, Alkalibisulfate, saure Fluoride, Ammoniumsalze. Aus Preisgründen sind wohl die
Mineralsäuren vorzuziehen, namentlich wenn sie als billige Abfallsäuren vorliegen. Wenn die Säuren oder Säuregemische noch Fluor- oder Arsenverbindungen oder Chromsalze enthalten, ist dies besonders vorteilhaft, weil dadurch die organischen Zusätze gegen Fäulnis geschützt werden; doch kann man auch noch andere fäulniswidrige Mittel der Tränkflüssigkeit zusetzen.
Um die Porosität der Massen zu erhöhen, kann man noch gasentwickelnde Stoffe zugeben, sei es zu dem Bindemittel, sei es zu den organischen Zusätzen. Mittel dieser Art sind z.B. einerseits Karbonate oder Bikarbonate, andererseits Metallstaub, z.B. Zink- oder Aluminiumstaub. Zur Erhöhung der Porosität kann es ferner beitragen, wenn als mineralische Füllstoffe (die ja meist zur Erreichung genügender mechanischer Festigkeit der Massen erforderlich sind) solche gewählt werden, die eine gewisse Eigenporosität zeigen, z.B. Bimsstein oder Kieselgur.
Beispiele:
1.) Ein Teil Torf mit 25% Wassergehalt wird mit 1 Teil 10%iger Schwefelsäure getränkt, mit 3 Teilen Quarzmehl (0-0,1 mm Korngröße) vermengt und mit 4 Teilen Wasserglaslösung (Na2O : SiO(sub)2 = 1 : 3,3; Dichte 300 Bé) angemacht. Diese Mischung kann sowohl nach Art von Steinholz für Fußböden wie auch zu Platten verarbeitet werden.
2.) Ein Teil Torf, 1 Teil 10%ige Salzsäure und 3 Teile Quarzmehl werden vermischt und mit 4 Teilen Wasserglaslösung angemacht, der man zuvor 0,5 Teile Kreise eingerührt hat. Diese Masse eignet sich zur Herstellung von Wandplatten.
3.) Ein Teil Sägespäne werden mit 1 Teil 3%iger Soda- oder Chlorcalciumlösung getränkt, mit 4 Teilen Quarzsand (0 - 0,5 mm Korngröße) und 3 Teilen Zement sowie mit etwa Wasser vermischt und möglichst rasch verarbeitet, etwa zu Fußbodenplatten oder als Estrich.
4.) Drei Teile Braunkohle werden mit 0,2 Teilen 5%iger Flußsäure und 0,5 Teilen 5%iger Salzsäure getränkt und mit 3 Teilen Quarzmehl (0 - 0,1 mm Korngröße) und 3 Teilen Wasserglaslösung angemacht und zu Platten verarbeitet.
5.) Bei der in Beispiel 4 angegebenen Arbeitsweise wird der Zusatz der Fluß- und Salzsäure durch einen solchen von 0,2 Teilen Natriumsilikofluorid als wäßrige Lösung zu der Braunkohle ersetzt.

Claims (4)

1.) Verfahren zur Herstellung von Leichtbaustoffen unter Verwendung mineralischer Bindemittel und organischer und gege- benenfalls auch mineralischer Zusatzstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß die organischen Zusatzstoffe vor dem Anmachen mit den übrigen Bestandteilen mit solchen Mittel getränkt werden, die eine Erhärtung der mineralischen Bindemittel verursachen oder erleichtern.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß fäulniswidrige Zusätze enthaltende Tränkmittel verwendet werden.
3.) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Masse noch gasentwickelnde Zusätze zugesetzt werden.
4.) Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß poröse mineralische Zuschlagstoffe benutzt werden.

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