DEP0010940MA - - Google Patents
Info
- Publication number
- DEP0010940MA DEP0010940MA DEP0010940MA DE P0010940M A DEP0010940M A DE P0010940MA DE P0010940M A DEP0010940M A DE P0010940MA
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- reaction
- mono
- solution
- compounds
- azo
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 3. Dezember 1953 Bekanntgemacht am 8. November 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTANMELD UNG
KLASSE 12 q GRUPPE 12 INTERNAT. KLASSE C 09b; C07c
P 10940 IVb/12q
Dr. Heinz Esser, Köm-Sülz,
Dr. Gottfried Reuter, Lemförde (Hann.),
und Dr. Karl Rastädter, Westerhof (Kr. Harburg)
sind als Erfinder genannt worden
Phoenix Gummiwerke Aktiengesellschaft, Hamburg-HarburgÄ"
Verfahren zur Herstellung von Mono- und Polyazoverbindungen
Das Verfahren betrifft die Herstellung von Azoverbindungen auf einem sehr einfachen und bequemen
Wege.
Zur Herstellung von Azoverbindungen kann man unter anderem Nitroverbindungen im alkalischen
Medium reduzieren. Weiter führt auch die Umsetzung von primären aromatischen Aminen mit
Nitrosoverbindungen zu Azoverbindungen. Die großtechnische Herstellung von Azoverbindungen
erfolgt durch Kupplung von Diazoniumealzen mit kupplungsfähigen Azokomponenten, wie Aminen,
Phenolen und Phenoläfhern.
Nun wurde die überraschende Feststellung gemacht, daß Mono- und Polyazoverbindungen auch
dadurch hergestellt werden können, daß man Mono- oder Polyisocyanate oder Mono- oder PoIythio-i'socyanate
mit Wasserstoffperoxyd zur Reaktion bringt. ,
609 706/410
P 10940 IVb/12 q
Dieser Reaktion liegt vermutlich der folgende Reaktionsmechanismus zugrunde:
R-N=C=O + O=C=N-R
HO —OH
R—N—C—0—0—C—N —R
H O
O H
— N —R
R-N=N-R I HO —OH
H H
H H
2H,0
Ein bedeutender -Vorteil dieser Arbeitsweise be-'
steht darin, daß nicht nur die Ausgangsstoffe leicht zugänglich sind, sondern daß sich auch die Reaktion
auf alle Isocyanate und Thioisocyanateiber-;
tragen läßt und demnach allgemein anwendbar ist, denn in dem vorstehenden Reaktionsschema kann R
sowohl die Bedeutung eines aliphatischen als auch eines aromatischen, hydroaromatischen oder hetero-,
cyclischen Restes haben.
Die Verfahrensprodukte können unter anderem
für die Herstellung von Farbstoffen; ^verwendet'
werden, insbesondere dann, wenn die entsprechende Azoverbinduing durch Kuppeln ' aus sterischen.
Gründen; nur schwer d.dergar-rtichbherzustellenist:
Weiterhin können die Verfaforensprodukte^als* Ausgangsstoffe für die pharmazeutische Industrie
dienen."■
Die Durchführung des Verfahrens soll, an
folgenden Beispielen gezeigt werden:
• i. Azobenzol "
29 Teile Wasserstoffperoxyd werden in absolutem Äther gelöst. Bei 200 läßt man diese Lösung
teqpferiweisfe in 100 Teile Phenylisocyanat
einlaufen. Dazu ist etwa.i Stunde erforderlich.
Beim Eintropfen erfolgt lebhafte Reaktion unter CO2-Entwiicklung. Das Reaktionsgemisch wird in
Benzin .aufgenommen und durch chromatograpihische
Adsorption an Aluminiumoxyd gereinigt. Das entstandene Azobenzol fällt beim
• Waschen·.-der ! Säule mit Benzin in der ersten
Fraktion in fast analysenreiner Form an.
Auch die Herstellung von Azobenzol aus Phenylthioisocyanat
verläuft" analog dem oben beschrie-'■"'tJerförf'Beispiel
und unter Abspaltung von COS. Allerdings ist die Reaktion zwischen dem Thioisocyanat
und H2 O2 träger und erfordert längere Zeit.
Die Umsetzung verläuft 'hier vermutlich nach folgendem Schema:
CRH,NCS
HO —OH SCNC,, H,
C6H5 — NH- C — O — O — C — NHC6H5
ΊΙ Il
s s
G.H.NH —
2. a, a'-Azonaphtihalin
Zu einer Lösung von 34 g crNaphthylisocyanat
in 250 ecm absolutem Äther tropft man i unter
äußerer Kühlung eine Lösung von 13,7 g H2Q2 in
100 ecm absolutem Äther. Nach Beendigung dier
lebhaften, unter' CO2-Abspaltung verlaufenden Reaktion
dampft man den Äther ab, nimmt den Rückstand inv Benzin'auf und reinigt das Reaktionsprbdukt
"durch chromatographisohe Adsorption an Alumiiiiumoxyd. Das in guter Ausbeute efitstehende
a, a'-Azonaphthalin ist nach zweimaligem
C6H5-N = N-C6H5
Chromatographieren analysenrein und zeigt, gemischt
mit einem authentischen Vergleichspräparat, keine Depression des Schmelzpunktes.
3. Azo-n-octadecan . .
Zu einer, Lösung von 31,5 g Octadecylisocyanat
in 800 ecm absolutem Äther tropft man unter
äußerer Kühlung eine Lösung von 7,1 g H2O2 in
200 ecm absolutem Äther. Nach Beendigung der Reaktion verjagt rrian den Äther und erhält das
706/41.0
P 10940 IVb/12 q
Azo-n-octadecan nach zweimaligem Umkristallisieren aus einem Tetrahydrofuran-Wasser-Gemisch
in reiner Form, wie die anschließende Analyse ausweist.
Die Herstellung von Azorn-pentan und Azo-nhexan verläuft analog. Man arbeitet zweckmäßig
in größerer Verdünnung. Als Reaktionsprodukte erhält man Öle, die sich im Vakuum gut destillieren
lassen.
4. Polyazoverbindungen
Polyazoverbindungen entstehen unter ähnlichen Bedingungen aus Di- oder Polyisocyanaten, und
H2O2. Das Reaktionsschema ist wahrscheinlich
folgendes:
OCN-R —NCO + HO —OH + OCN- R — NCO + HO —OH + OCN-R —NCO
> —R—N=N-R-N=N-R-N=N-R-
Zu einer Lösung von 5 g Toluylendiisocyanat in 150 ecm, absolutem Äther tropft man unter
kräftigem mechanischem Rühren und äußerer Kühlung eine Lösung von 1,5 g H2O2 in 50 ecm absolutem
Äther. Unter lebhafter C O2-Entwicklung
scheidet sich ein dunkelrot- bis violettgefärbtes Produkt ab, das in den üblichen Lösungsmitteln
schwer löslich ist. Arbeitet man in geringer Verdünnung, so ist die Reaktion äußerst heftig. Analog
verläuft die Reaktion mit anderen aromatischen, hydroaromatischen oder aliphatischen Di- oder
Polyisocyanaten.
5. Azocyclohexan
Eine Lösung von 34 g Wasserstoffperoxyd in 200 ecm absolutem Äther tropft man unter
kräftigem Rühren und zeitweiliger äußerer Kühlung zu einer Lösung von 125 g Cyclohexylisocyanat
in 500 ecm absolutem Äther. Bei der Aufarbeitung erhält man ein fast farbloses Produkt,
das sich bei Kp. n 1420 destillieren läßt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von Mono- und Polyazoverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man Mono- oder Polyisocyanate oder Mono- oder Poly-thio-isocyanate mit Wasserstoffperoxyd in solcher Menge umsetzt, daß für jeden Isocyanat- oder Isothiocyanatrest mindestens 1 Mol Wasserstoffperoxyd zur Verfügung steht.
Family
ID=
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| EP0531820B1 (de) | Polyisocyanatgemische, ein Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung | |
| DE10039837A1 (de) | Verfahren zur Herstellung einer lagerstabilen, rheologisch wirksamen Harnstoffurethan-Lösung mit breiter Verträglichkeit | |
| DE1519432B2 (de) | Polyurethanbeschichtungsmassen | |
| DE3922493A1 (de) | Verfahren zur herstellung von waessrigen dispersionen von polyurethanen und ihre verwendung als beschichtungsmittel fuer beliebige substrate | |
| DE4016329C1 (de) | ||
| DE2238740C3 (de) | Perfluoralkylgruppenhaltige Polyäther und Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung | |
| DE2604657A1 (de) | Haerter fuer polyurethan-reaktionsgemische | |
| DE3883854T2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Hartschäumen. | |
| DE1122254B (de) | Verfahren zur Herstellung von primaere Amino- und Harnstoffgruppen aufweisenden hoehermolekularen Verbindungen | |
| DE2415435A1 (de) | Oberflaechenaktive urethane | |
| DEP0010940MA (de) | ||
| DE1520448C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von Polyurethanen | |
| EP0550901A2 (de) | Flüssige, helle Polyisocyanatgemische, ein Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung bei der Herstellung von hellen, harten Polyurethan-Schaumstoffen | |
| DE1593588A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Xylylendiisocyanat | |
| DE2123183A1 (de) | ||
| EP0508216B1 (de) | Verfahren zur Konditionierung und/oder Reinigung von organischen Isocyanaten | |
| EP0238992B1 (de) | Polyisocyanat-Zubereitungen, ein Verfahren zu ihrer Herstellung und ihrer Verwendung zur Herstellung von Polyurethan-Kunststoffen oder als lufttrocknende Beschichtungs- oder Klebemittel | |
| DE1917166A1 (de) | Polyurethanelastomere und ein Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DE963154C (de) | Verfahren zur Herstellung von Mono- und Polyazoverbindungen | |
| DE2758171C2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Isopropyl-, tert.-Butyl- oder Cyclohexylisocyanat | |
| DE1068461B (de) | ||
| EP0336184B1 (de) | Monoformylierte 3,3'-Diaminodipropylamine, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung | |
| EP0362654B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von diblockierten Triisocyanatverbindungen | |
| AT390960B (de) | Verfahren zur herstellung von kathodisch abscheidbaren, selbstvernetzenden lackbindemittelnund deren verwendung | |
| DE19622136A1 (de) | Verbessertes Verfahren für die Blockierreaktion von wässrigem Polyurethan |