DEP0008534MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 17. Oktober 1952 Bekanntgemacht am 29. Dezember 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Zur Beurteilung des Schwingungszustandes von Maschinen, Gebäuden usw., in denen Schwingungen
(Erschütterungen) durch periodisch wirkende Kräfte oder Momente, beispielsweise durch Beschleunigungskräfte
der translatorisch bewegten Kolben von Verbrennungsmotoren oder durch Unwuchtkräfte
rotatorisch bewegter Läufer elektrischer Maschinen, erregt werden, können die in
bekannter Weise für eine bestimmte Zahl von Meßpunkten in einer oder mehreren Dimensionen festgestellten
Werte der Amplitude und der Phasenlage der Schwingungen herangezogen werden. Die Angabe
der Amplitude erfolgt entweder als Absolutwert oder als Relativwert, bezogen auf ein nicht im
Raum feststehendes, beispielsweise Maschinen- oder Gebäudeteil. Die Angabe der Phasenlage erfolgt dabei
zumeist als Relativwert, bezogen auf eine räumlich-zeitlich bestimmte Stellung, beispielsweise des
Kolbens eines Verbrennungsmotors oder des Rotors einer elektrischen Maschine als des Schwingungserregers.
Die Kenntnis der Phasenlage der Schwingung ist neben der Kenntnis ihrer Amplitude besonders
wichtig, wenn es sich darum handelt, Änderungen des Schwingungszustandes zu verfolgen, beispielsweise
nach zeitlicher Alterung oder nach Änderung des Betriebs- bzw. Belastungszustandes einer
elektrischen Maschine oder erzwungen nach der \fornahme von Tariermaßnahmen.
Zur Messung der Amplitude sind mehrere Verfahren bekannt. Recht zuverlässig und bequem ist
beispielsweise ein Verfahren, welches mittels eines dynamischen Fühlers geschwindigkeitsproportionale
oder über einen Integrator (Kondensatorwider-
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Standsglied) wegproportionale elektrische Spannungen
bzw. Ströme erzeugt und diese über einen in seinem Verstärkungsgrad regelbaren Verstärker
im Bild eines Kathodenstrählrohres oder in der Anzeige eines Wechsels.trommeßinstrumentes mit der
Amplitude einer geeichten Wechselspannung bzw. eines solchen Wechselstromes vergleicht.
Demgegenüber sind die bisher bekannten Verfahren zur Feststellung der Phasenlage mit gewissen
Mangeln behaftet hinsichtlich Zuverlässigkeit und Bequemlichkeit.
Die Festlegung eines räumlich-zeitlichen Bezugspunktes
am Schwingungserreger, entsprechend der früher erwähnten bestimmten Stellung beispielsweise
des Kolbens eines Verbrennungsmotors oder des Rotors einer elektrischen Maschine, ist verhältnismäßig
leicht, beispielsweise durch einen Schleifkontakt, dessen schleifringförmiges Gegenstück
sich mit dem Rotor einer elektrischen Maschine mitdreht, wobei etwa der Zeitpunkt der Öffnung
oder Schließung des Kontaktes als Bezugspunkt verwendet wird, oder durch einen Federkontakt,
der von einem Nocken1 auf der Kurbelwelle eines Verbrennungsmotors betätigt wird.
Schwieriger ist jedoch die Angabe eines räumlich-zeitlichen Meßbezugspunktes für die zu untersuchende
Schwingung selbst, die beispielsweise im zeitlichen Verlauf einer wegproportionalen elek-•
trischen Spannung als Oszillographenbild gegeben sein mag. Man kann etwa den Öffnungspunkt eines
.-,. 'Federkontaktes an dem Schwingungserreger als Nullimpuls auf dem Oszillographenbild der
Schwingung erscheinen lassen, den Abstand zwischen dem Nullimpuls und z. B. dem Maximum des
Schwingungsbildes ausmessen und entsprechend der Periode der Schwingung zum Winkelmaß der
Phasenlage umrechnen.
Dieses und ähnliche Verfahren zur Feststellung der Phasenlage sind infolge unzureichender Ablesegenauigkeit,
Nichtlinearität der Oszillographenzei'tablenkung usw. recht ungenau, besonders wenn
die Schwingung etwa Oberwellen aufweist. Darüber hinaus sind diese Verfahren unbequem, besonders
wenn das Schwingungsbild im Oszillographen unruhig ist. Diese Nachteile der bekannten Verfahren
werden durch die Erfindung vermieden. Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß
der schwingende Körper, beispielsweise eine rotierende elektrische Maschine, unmittelbar einen nach
Kontaktzeit und Winkellage der Schaltpunkte einstellbaren Meßkontakt antreibt und, daß der Meßkontakt
über ein in bekannter Weise geschaltetes Gleichstromdrehspulinstrument auf den Ausschlagswert
»Null« des Anzeigeinstrumentes eingestellt wird und so einen Meßbezugspunkt für die
zu untersuchende Schwingung bildet.
Der Grundgedanke des neuen Verfahrens besteht darin, daß in Verbindung mit einem bekannten
Meßverfahren für die Schwingungsamplitude, zur Bestimmung der Phasenlage der Schwingung, die
beispielsweise im zeitlichen Verlauf einer weg-. proportionalen Spannung von zunächst sinusförmigem
Charakter gegeben sein mag, deren wirklicher oder ideeller Nulldurchgang als zeitlicher Meßbezugspunkt
verwendet wird, wobei dieser Nulldurchgang durch Einstellung des vom schwingenden
Körper angetriebenen Meßkontaktes ermittelt wird.
Als Meßkontakt kann etwa ein Schleifring mit aufliegendem Schleifkontakt oder ein nockengesteuerter
Federkontakt verwendet werden. Er wird direkt von dem zu untersuchenden Prüfling, beispielsweise
bei rotierenden elektrischen Maschinen von deren Welle, angetrieben. Er wird so angeordnet,
daß er die vorher genannte beispielsweise wegproportionale Spannung entweder als Vor- bzw.
als Nebenkontakt über entsprechende Vorwiderstände in einem Gleichstrommeßinstrument mit
Drehspulsystem wirksam werden läßt. Im Normalfall wird der Kontakt so ausgebildet, daß sich eine
Schließungen bzw. Öffnungszeit von 50% der Periode, entsprechend einem Winkel von i8o° bei
umlaufenden Maschinen, ergibt.
Die Anordnung ist so getroffen, daß Öffnungsund Schließungspunkt in beliebiger Weise verstellt
\verden können. Das Anzeigeinstrument zeigt keinen, Ausschlag, wenn zwischen den durch den
Meßkontakt erfaßten Augenblickswerten der Spannung Bereiche mit gleich großen Flächen positiven
und negativen Vorzeichens liegen. Diese Stellung des Meßkontaktes wird als Meßbezugspunkt verwendet.
Bei Sinusform der Schwingung bzw. der vorher genannten beispielsweise wegproportionalen
Spannung und Einstellung des Meßkontaktes auf 180° Kontaktwinkel werden dem Meßinstrument je
eine negative und positive Viertelwelle der Sinusschwingung zugeführt.
- Der Nulldurchgang der Schwingung liegt um 90° gegenüber dem Ein- bzw. Ausschaltpunkt des Meßkontaktes
verschoben. Das Maximum der Schwingung ist in bekannter Weise dem Ein- bzw. Ausschaltpunkt
zuzuordnen. Ist die Schwingungsform nicht rein sinusförmig, so können in bekannter
Weise durch Wahl entsprechender Kontaktzeiten störende Harmonische von der Wirkung
auf das Anzeigeinstrument ausgeschlossen werden, die zweite Harmonische durch .Kontaktzeit i8o°,
die dritte Harmoniische durch Kontaktzeit 120 oder 2400 usw. .
Ist die Anbringung des Meßkontaktes an der zu untersuchenden, beispielsweise rotierenden, elek-<
trischen Maschine technisch schwer durchführbar oder etwa aus Bedienungsgründen unbequem, so
könnte der Meßkontakt getrennt von der zu untersuchenden Maschine angeordnet werden und in bekannter
Weise durch ein Kupplungsverfahren, vornehmlich eine »elektrische Welle«, beispielsweise
Synchrongenerator / Synchronmotor, verbunden werden. An Stelle durch einen Synchrongenerator
könnte die zum Antrieb des Synchronmotors am Meßkontakt benötigte Spannung beispielsweise
durch eine Anordnung, bestehend aus Impulsgeber und Verstärker, gewonnen werden.
Ist die zu prüfende Maschine betriebsmäßig mit einem Synchrongenerator gekuppelt (Dampfturbine/
Drehstromgenerator) oder stellt ein Drehstrom-
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generator selbst den Prüfling dar, so kann die von diesem gelieferte Spannung für den Antrieb des
Kontaktmotors verwendet werden, sobald der Polradwinkel konstant bleibt (gleichbleibende Last
bzw. Leerlauf). Ist entsprechend der vorher genannten Anordnung der Synchronmotor am Meßkontakt
— als Regelfall — einpolpaarig, der Generator jedoch mehrpolpaarig, so kann der Winkel der Phasenlage
bestimmt werden, wenn der Motor sich auf die entsprechenden subharmonischen Drehzahlen
synchronisieren läßt.
Entsprechend dem magnetischen und elektrischen Aufbau von Synchronmotor für den Meßkontakt
und zugehörigem Generator lassen sich im allgemeinen die Phasenbeziehungen zwischen den Stellungen
des Meßkontaktes und den Stellungen der zu untersuchenden Maschine herleiten; wo dies auf
Schwierigkeiten stößt, können die fehlenden Phasenbeziehungen mittels stroboskopischen Anleuchtens
des Prüflings gewonnen werden, wobei das Stroboskop über den Meßkontakt synchronisiert
wird.
Claims (5)
- Patentansprüche:I. Verfahren zur Messung der Amplitude und Phasenlage von mechanischen Schwingungen bzw. Erschütterungen, dadurch gekennzeichnet, daß der schwingende Körper unmittelbar einen nach Kontaktzeit und Winkellage der Schaltpunkte einstellbaren Meßkontakt antreibt und daß der Meßkontakt über ein in bekannter Weise geschaltetes Gleichstromdrehspulinstrument auf den Ausschlagswert »Null« des Anzeigeinstrumentes eingestellt wird und so einen Meßbezugspunkt für die zu untersuchende Schwingung bildet.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßkontakt nicht direkt von dem zu prüfenden Schwingungsgeber, sondem über eine Kupplung, vorwiegend eine »elektrische Welle«, bestehend etwa aus Synchrongenerator/Synchronmotor, gekuppelt und angetrieben wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum Antrieb des Synchronmotors die Spannung verwendet wird, welche eine mit dem Prüfling betriebsmäßig gekuppelte Synchronmaschine oder die den Prüfling selbst darstellende Synchronmaschine abgibt.
- 4. Verfahren nach Anspruch 2 und .3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines einpolpaarigen Motors, jedoch mehrpolpaarigen Generators der Synchronmotor auf subharmonische Drehzahlen synchronisiert wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Feststellung bzw. Überprüfung der Phasenzuordnung zwischen Meßkontakt und Prüfling ein vom Meßkontakt gesteuertes Stroboskop verwendet wird.
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