DEM0027422MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 16. Juni 1955 Bekanntgemacht am 6. September 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf einen hydraulischen Antrieb für hin- und hergehende Bewegungen
mit wechselnder Kraftrichtung, insbesondere für die Wipp- oder Drehbewegung von Kranen
u. dgl.
Es ist bei hydraulischen Antrieben für hin- und hergehende Bewegungen üblich, abwechselnd die
eine Zylinderseite mit dem Zufluß von der Druckmittelpumpe,
die andere Zylinderseite mit dem ίο Abfluß in den Ölbehälter zu verbinden. Solche
Antriebe arbeiten befriedigend, solange in jeder Bewegungsrichtung ein gewisser Widerstand zu
überwinden ist. Bei manchen Antrieben, insbesondere hin- und hergehenden Bewegungen an Hebezeugen, beispielsweise bei Wippantrieben für die
Ausleger von Wippkranen, bei Antrieben von Drehwerken für Drehkrane usw., stößt aber die Anwendung
des hydraulischen Antriebes auf Schwierigkeiten, weil der Widerstand über den Verlauf des
Wippweges nicht nur seine Größe, sondern meist auch das Vorzeichen wechselt. Die Wippausleger
sind meist in ihrem Eigengewicht in der Mitte des Wippweges ausgeglichen. Bei größerer oder kleinerer
Ausladung überwiegt entweder das Moment
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des Auslegers oder das des Ausgleichsgewichtes. Kommen noch Windkräfte oder Beschleunigungskräfte hinzu, so können die Ungleichheiten über
den Wippweg noch größer werden. Wird also ein solcher Ausleger durch einen Zylinder mit Scheiben-
; -'kolben bewegt, so -^ wird · zunächst ein gewisser
Arbeitsdruck erforderlich sein, während auf der Gegenseite das Öl drucklos entweicht. Über einen
gewissen Wippweg nimmt der Arbeitadruck bis auf
ίο Null ab, und bei weiterer Bewegung des Auslegers
schlägt sein Moment nach der anderen Seite um. Hier trifft der Arbeitskolben auf das drucklos entweichende
Öl. Die Folge ist ein Durchschlagen des Auslegers, ein Entstehen von Vakuum auf der Antriebsseite
oder von Lufteinschlüssen, harten Schlägen und Zerstörungen im Antrieb. Ähnliche
Erscheinungen können bei hydraulisch betriebenen
Drehwerken u. dgl. auftreten.
Es wurden bereits verschiedene, meist recht umständliche Wege versucht, um eine Lösung der damit
gestellten Aufgabe zu erreichen. Der den Gegenstand der Erfindung bildende Antrieb hat
diesem gegenüber den Vorzug einer besonders einfachen Anordnung und sicherwirkenden Arbeitsweise.
Diese besteht nun darin, daß der in der jeweiligen Arbeitsrichtung wirkende Druck durch
-ein geeignetes Organ den auf der Gegenseite wirkenden
Druck im umgekehrten Sinn beeinflußt. Das1 hierzu geeignete Organ ist erfindungsgemäß
vorzugsweise eine Drosseleinrichtung,!V etwa ein
Ventil, ein Schieber od. dgl. in der Abflußleitung, die durch eine Feder od. dgl. belastet und durch ein
vom Arbeitsdruck beaufschlagtes hydraulisches Organ, etwa durch einen Zylinder mit Kolben,
durch eine· Membrandose od. dgl. (entlastet wird. Weitere Merkmale der Erfindung beziehen sich auf
Einzelheiten der Ausgestaltung des Antriebes.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel schematisch für den
hydraulischen Antrieb eines Wippauslegers dargestellt. Es zeigt 1: ·:·.-■■
Abb. ι die Schaltung für Einziehen des Auslegers
und
Abb. 2 dieselbe für Ausfahren des Auslegers.
Der Ausleger 1 ist um den Festpunkt 2 schwenkbar gelagert. An den Drehpunkt 3 greift die
Kolbenstange 4 mit Scheibenkolben 5 des Zylinders 6 an. Der Zylinder 6 ist am Festpunkt 7 des Kranes
gelenkig befestigt. Die beiden Zylinderräume a, b sind über Rohrleitungen 8 und 9 mit dem Umschaltorgän
10 verbunden. Dieses ist seinerseits über die Leitung 11 an die Druckmittelpumpe 12
angeschlossen, während die Leitung 13 über das. ge-
. steuerte Drosselorgan 14 an den Abfluß. 1 5 führt.
Die Ventilspindel des Drosselorgans 14 ist durch eine Feder 16 belastet, die das Ventil 14 zu: schließen
sucht. Außerdem ist die Ventilspindel. 14 mit einem in den Zylinder 18 gleitenden Kolben 17 verstehen.
Dieser Zylinder 18 steht über die Rohrleitung. 19
mit der Leitung ii,..;älso über 10 und .8 mit dem.
Arbeitsdruck in α in Verbindung. Der auf den Kolben 17 wirkende Arbeitsdruck sucht das Ventil
14 entgegen der Feder 16 zu öffnen. .. ·.. .,
Wirkungsweise: In der gezeichneten Stellung des Umschaltorgane 10 ist die Pumpe 12 über die Lei-tungen
11 und 8 unmittelbar mit dem Zylinderrauim α verbunden. Der Kolben S mit Kolbenstange 4
wird also nach links bewegt. Aus .dem Zylinderraum b entweicht das Öl durch 'die Leitungen 9
und 13 über das Drosselventil-14 in den Abfluß 15.
Solange der Kolben 5 gegen einen Widerstand arbeitet, also zum Bewegen ' des Auslegers■ 1 . eine
Zugkraft erforderlich ist, herrscht im Raum α "ein
entsprechender Öldruck. Dieser wirkt über die Leitungen 8 und 19 auf den ,Kolben 17 und hebt das
Drosselventil 14, so daß das Öl praktisch ungedrosselt
entweichen kann. Nimmt der Beweguingswiderstand von 1 ab, so sinkt auch der Druck in a
und damit der Druck unter dem Kolben 17; das Ventil 14 wird gedrosselt. Wird der Bewegungswiderstand
des Auslegers, Null oder sehlägt das Moment des Auslegers nach links um, so nimmt der
Druck im Raum α den Wert Null an, ebenso der Druck unter dem Kolben 17. Die Feder 16 schließt
das1 Ventil 14 völlig, so· daß. das Öl aus dem Raum b
nicht entweichen kann. Eine unkontrollierte' Bewegung des Kolbens 5 mit Kolbenstange 4 und Ausleger
ι wird also· verhindert, damit auch das AufT
treten eines Vakuums oder Ansaugen von Luft in den Zylinderraum a. Das gesteuerte Drosselorgan
14 sorgt vielmehr dafür, daß eine Weiterbeweguaig .
des Kolbens 5 "nach links nur gegen einen entsprechenden
Gegendruck im Raumö erfolgen kann.
Wird nach Abb. 2 das Organ 10 umgesteuert, so wird der Raum b mit der Pumpe, der Raum a mit
dem Abfluß verbunden. Gleichzeitig wird damit der Anschluß, von 13 und 19 vertauscht. Der
Kolben wird nun nach rechts bewegt, gleichgültig, ob dazu ein Widerstand zu überwinden ist oder
ob das Moment des Auslegers 1 von selbst eine solche Bewegung herbeizuführen sucht. Die Wirkung
des Drosselorgans 14 ist sinngemäß dasselbe, wie oben besehrieben. . . ...
Claims (5)
1. Hydraulischer Antrieb für hin- und hergehende Bewegungen mit wechselnder Kraftrichtung,
insbesondere für die Wipp- oder Dreh- no bewegung von Kranen u. dgl., dadurch gekennzeichnet,
daß der in der jeweiligen Bewegungsrichtung wirkende Arbeitsdruck den entgegenwirkenden
Druck auf der Abflußseite umgekehrt proportional oder angenähert umgekehrt proportional
beeinflußt. '■ ,
2. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 1,, gekennzeichnet durch eine in die Abflußleitung
eingebaute Drosseleinrichtung, die von dem Arbeitsdruck der Gegenseite so beeinflußt wird,
daß die Drosselung mit abnehmendem Arbeitsdruck zunimmt.
3. Hydraulischer Antrieb nach den Ansprüchen ι und 2, gekennzeichnet durch ein in
die Abflußleitung eingebautes Drosselorgan, etwa ein Ventil, ein Schieber od. dgl., das durch
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eine Feder, ein Gewicht od. dgl. belastet und durch ein mit dem Arbeitsdruck in Verbindung
stehendes hydraulisches Organ, z. B. ein Zylinder mit Kolben, eine Membrandose, eine Druckdose
od. dgl., entlastet wird.
4. Hydraulischer Antrieb nach den Ansprüchen ι bis 3, gekennzeichnet durch eine
derartige Abstimmung der Belastungsfeder, daß beim Absinken des Arbeitsdruckes auf Null das
Drosselorgan völlig geschlossen ist.
5. Hydraulischer Antrieb nach den Ansprüchen ι bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
beim Umschalten der Bewegungsrichtung durch ein an sich bekanntes, zufluß- und abflußvertauBchendes
Steuerorgan auch der Anschluß des Drosselorgans vertauscht wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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