DEC0008346MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 22. Oktober 1953 Bekanntgemacht am 13. September 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft Vorrichtungen zur Drahtzuführung für die Bildung von Krampen oder
Klammern bei Heft-, Kartonagenmaschinen u. dgl.
In solchen Maschinen werden die Drahtkrampen unmittelbar vor ihrem Einsetzen gebildet. Zu
diesem Zweck führt man Draht von einer Vorratsspule einer Vorrichtung zu, die geeignete Drahtlängen
abschneidet, die Krampen biegt und mit ihnen eine Anzahl von Bogen oder Behältern aus
Papier, Pappe oder ähnlichem Material zu Stapeln zusammensetzt, die das Erzeugnis der Maschine
darstellen.
Der Drahtbedarf ist dabei so, daß es während eines Produktionsablaufs oft notwendig ist, den
Drahtvorrat aufzufüllen. Dies bedeutet, daß man die Maschine stillsetzen muß, während von einer
neuen Vorratsrolle Draht in die Zuführvorrichtung eingeführt wird. Der verwendete Draht hat nur
kleinen Durchmesser, und die Einführung des vorderen Drahtendes von einer neuen Rolle aus ist
nicht immer leicht, so daß der Übergang zu einer neuen Rolle Zeit in Anspruch nimmt und einen
Produktionsverlust bedeutet. Außerdem muß der Bedienungsmann die im Betrieb befindliche Vor-
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ratsrolle überwachen, um, wenn die Rolle zu Ende geht, den notwendigen Wechsel vorzunehmen, ehe
sie völlig leergelaufen ist, damit die Möglichkeit des Auslaufens der Drahtzufuhr vor dem Neubeschicken
vermieden wird. Das bedeutet immer eine'gewisse Drahtverschwendung.
Es sind bereits Vorrichtungen zur ununterbrochenen Drahtzufuhr für die genannten Maschinen
bekannt. Hierbei bewirken automatische ίο Mittel die Drahtzufuhr von einer anderen Vorratsrolle,
wenn die erste Vorratsrolle verbraucht ist. Hierfür ist in bekannten Einrichtungen eine Reihe
komplizierter Vorrichtungen erforderlich.
Hauptziel der Erfindung ist die Schaffung einer einfachen, billigen und zuverlässigen Vorrichtung,
die die genannten Nachteile· vermeidet. .
Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht aus
der Verbindung von Vorschubrollen und Zuführungsrollen, die den Draht einer zweiten Vorratsrolle
selbsttätig erfassen, sobald das Drahtende der ersten Vorratsrolle die Vorschubrollen passiert hat,
und ihn den Vorschubrollen zuführen. Normalerweise besitzen die Zuführungsrollen einen solchen
Abstand voneinander, daß sie gerade keinen Draht transportieren, während der. Abstand der Vorschubrollen
etwas geringer ist. Beide Rollenabstände können sich nur gleichzeitig ändern. Verläßt das
Drahtende die Vorschubrollen, rücken beide Rollenpaare beispielsweise infolge Federkraft näher zusammen,
und die Zuführungsrollen transportieren den Draht der zweiten Vorratsrolle so länge, bis er
von den Vorschubrollen, erfaßt wird.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt.
Fig. ι ist eine Draufsicht,
Fig. 2 ein Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1
und
Fig. 3 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Drahtzuführeinrichtung;
Fig. 4 und 5 stellen schematisch die Wirkungsweise einer erfindungsgemäßen Einrichtung dar.
Der in den Zeichnungen dargestellte Mechanismus ist dazu bestimmt, Draht W für die kontinuierliche
Krampenbildung von einer Vorratsspule vorzuschieben, so daß von seinem vorstehenden
Ende bestimmte Längen nacheinander durch einen Abschneider abgetrennt werden; die abgeschnittene
Länge wird von einer Heftmaschine od. dgl. aufgenommen, die daraus eine Krampe biegt und
durch die zusammenzuheftenden Blätter odler Lagen hindurchdrückt. Der Mechanismus soll dabei den
abgelaufenen Draht selbsttätig durch anderen Draht ersetzen können.
Um dies zu bewirken, sind zwei Zuführrollenpaare
1, 2 Und 3, 4 vorgesehen. Ihre Rollen 1 und 3
sind in einem festen Gestell 5 gelagert, während der Lagerkörper 6 für die Rollen 2 und 4 gegenüber
dem festen Gestell um einen Drehzapfen 7 kippbar ist.
Das Kippen des Lagerkörpers 6 um die Achse 7 wird durch Federn 8 herbeigeführt; dadurch werden
die Rollen 2, 4 ständig gegen die Rollen 1, 3 gedrängt. Der Achsabständ der Rollen 3, 4 ist um
ein weniges größer als der der Rollen 1, 2; solange '
also der Draht W zwischen den Primärrollen ι und 2 läuft, fassen und fördern diese ihn allein,
während er zwischen den Sekundärrollen 3 und 4 frei hindurchläuft.
Das feste Gestell enthält zwei aufeinander zulaufende Drahtführungen 9 und 10 zur Aufnahme
der von zwei getrennten Spulen 4-und B kommenden
Drähte. Die beiden Führungen vereinigen sich an einer Stelle zwischen den Primärrollen 1, 2 und
den Sekundärrollen 3, 4 zu einem einzigen Kanal 11, und alle Drahtführungen leiten zu dem Spalt
zwischen den beiden Rollenpaaren hin.
Solange durch eine Drahtführung, z. B. den Kanal 9, Draht von der einen Spule B zwischen
den Primärrollen.i, 2 hindurchläuft, kann man von der arideren Spüle A abgezogenen Draht durch den
anderen Kanal 10 bis zu dem Vereinigungspunkt der beiden Kanäle einführen.
Wenn aber der von der Spule B abgelaufene Draht den Spalt zwischen den Primärrollen 1, 2
verläßt, kann der Lagerkörper 6 um seine Achse 7 kippen, so daß sich die Rollen einander nähern;
damit können die Sekundärrollen 3, 4 den Draht von der anderen Spule A erfassen und dem Spalt
zwischen den Primärrollen 1,2 zuführen. So wird die Drahtzufuhr aufrechterhalten, jetzt aber mit
Draht, der von der neuen Spule A kommt.
Nachdem so die Drahtzufuhr durch den von der frischen Spule kommenden Draht aufgefüllt ist,
kann zu beliebiger Zeit, während von der Spule „-4
der Draht durch die Primärrollen 1, 2 hindurchläuft, von einer weiteren Spule, die an die Stelle
der leergelaufenen Spule B tritt, Draht zwischen die Sekundärrollen 3, 4 (die von dem zwischen den
Primärrollen 1, 2 laufenden Draht wieder auseinandergehalten werden) eingeführt werden; damit
kann beim Auslaufen der Spulet sofort die Drahtzufuhr
wieder selbsttätig auf die Spule B umgeschaltet werden.
Die Wirkungsweise ist aus den Fig. 4 und 5 deutlich zu erkennen: Fig. 4 zeigt die Stellung der
Teile, wenn der geförderte Draht (mit W1 beizeichnet)
noch zwischen den Primärrollen 1 und 2 läuft, aber fast ausgelaufen ist; Fig. 5 dagegen
stellt den Augenblick dar, wenn das Ende des ausgelaufenen Drahtes W1 den Spalt zwischen den n0
Primärrollen 1, 2 verlassen hat und nun der Nachfülldraht (mit W2 bezeichnet) durch die Sekundärrollen
3, 4 in den Spalt zwischen den Primärrollen i, 2 vorgeschoben wird.
Die Vereinigungsstelle zwischen den Drahtführungen 9 und 10 möchte man so dicht wie möglich
an den Spalt zwischen den, Primärrollen 1, 2 heranführen; dadurch fügt sich das vordere Ende
des Ersatzdrahtes W2 eng an das Ende des auslaufenden
Drahtes W1 an, und die Sekundärrollen 120' 3, 4 haben den Ersatzdraht nur ein sehr kleines
Stück von der Vereiinigungsstelle der Drahtführungen bis zu dem Spalt zwischen den Primärrollen
i, 2 vorzuschieben. Das vordere Ende des frischen Drahtes W2 wird also nach seinem Eintritt in den
Spalt zwischen den Primärrollen 1, 2 gegen das
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hintere Ende des ausgelaufenen Drahtes W1 stoßen
und diesen der Krampenformeinrichtung zuschieben, so daß es keinen Drahtverlust gibt.
Die Drehachsen der Rollen ι bis 4 kann man so
festlegen, daß die Rollen 3, 4 etwas weiter voneinander abstehen als die Rollen 1, 2; es ist aber vorzuziehen,
die Abstände des einen oder des anderen Rollenpaares einstellbar anzuordnen. In dem dargestellten
Beispiel ist dies dadurch geschehen, daß die die Rolle 3 des Sekundärpaares tragende Welle
12 in einer ausmittigen Büchse 13 gelagert ist, die
einen Einstellflansch 14 trägt, und dieser ist durch eine Verriegelungsschraube 15 feststellbar.
Der Antrieb der Rollen erfolgt über ein Zahnrad 16' auf der Welle 16 der Primärrolle 1; diese
trägt an ihrem anderen Ende ein Zahnrad 17, das über ein Zwischenrad 18 den Antrieb auf ein Rad
19 auf der Welle der Sekundärrolle 3 weiterleitet. Das Rad 17 kämmt weiter mit einem Rad 20 auf
der anderen Primärrolle 2 und das Rad 19 mit einem Rad 21 auf der anderen Sekundärrolle 4; so
werden alle Rollen übereinstimmend angetrieben. Damit sich der Lagerkörper 6 von Hand kippen
läßt, um bei der ersten Einführung von Draht die Rollenpaare zu trennen, ist daran ein Arm 22 vorgesehen;
eine Stellschraube 23 dient dazu, die gegenseitige Annäherung der Rollen unter der Wirkung
der Federn 8 einstellbar zu begrenzen.
In der Fig. 1 ist die Anwendung einer erfmdungsgemäßen
Drahtzuführeinrichtung auf eine Krampenheftmaschine dargestellt, wie sie in einer gleichzeitigen
britischen Patentanmeldung beschrieben ist (in Deutschland nicht angemeldet).
Diese Krampenbildungseinrichtung verwendet einen Krampenformzylinder 24, der bei seiner
Drehung einen Abschneider 25 betätigt, der eine Drahtlänge für die Herstellung einer Krampe abtrennt.
Diese Länge wird von Schnäbeln 26 erfaßt, die auf dem Zylinderumfang um eine Vertiefung
zur Krampenbildung herum angeordnet sind. Mit dieser Vertiefung wirkt ein Stempel zusammen, der
an einem Stempelzylinder sitzt, so daß bei Rotation des Zylinders der Stempel in die Vertiefung
27 ein- und austritt und dabei die abgetrennte Drahtlänge in die Vertiefung drückt, um eine
Krampe zu formen, wie bei S angedeutet ist. Bei einer solchen Anwendung ist der Abschneider 24 so
angeordnet, daß er die erforderliche Drahtlänge von dem aus der Führung 11 durch die Tätigkeit
der Förderrollen vorgeschobenen Draht abschneidet, wie es oben beschrieben worden ist.
Offensichtlich versetzt eine erfindungsgemäße Einrichtung den Bedienungsmann jederzeit, während
Draht von einer Spule abgezogen wird, in die Lage, das vordere Ende einer frischen Rolle Draht
so einzuführen, daß es beim Auslaufen der ersten Spule zum Erfassen bereitsteht. So hat der
Bedienungsmann reichlich Zeit, diese Arbeit auszuführen, und er braucht nicht zu beobachten, wann
die Drahtzufuhr auf eine neue Spule umzuschalten ist. Diese Vorteile ergeben sich zusätzlich zu der
Entbehrlichkeit eines Stillsetzens der Maschine.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:I. Drahtzufuhrvorrichtung zur ununterbrochenen Drahtzuführung für Heftmaschinen, Kartonagenmaschinen od. dgl., die aus automatisch wirkenden Mitteln bestehen und den Draht von einer zweiten Vorratsrolle übernehmen, wenn der Draht einer ersten Vorratsrolle verbraucht ist, dadurch gekennzeichnet, daß Zuführungsrollen (3, 4) und Vorschubrollen (1,2) so verbunden sind, daß, wenn das Ende des Drahtes (W1) zwischen den Vorschubrollen (1, 2) hindurchgelaufen ist, sich die Rollen (1,2) und die Rollen (3, 4) einander gleichzeitig nähern, so daß die Zuführungsrollen (3, 4) den bisher freiliegenden Draht (W2) erfassen und zwischen die Vorschubrollen (1, 2) fördern.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Vorschubrollen (2) und eine der Zuführungsrollen (4) auf einem bewegbaren Lagerkörper (6) angeordnet und die zugehörigen Gegenrollen (1, 3) so befestigt sind, daß die Rollen (3, 4) einen größeren Abstand voneinander als die Vorschubrollen (ι, 2) haben und daß der zweckmäßig federbelastete Lagerkörper bestrebt ist, die Rollen (2, 4) in Richtung zu den fest angeordneten Rollen (1, 3) zu bewegen.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Führungen (9, 10) für die von den beiden Vorratsrolle« (A, B) kommenden Drähte vorgesehen sind, die zu einer Führung (11) in Nähe der Vorschubrollen (1, 2) zusammenlaufen.In Betracht gezogene Druckschriftem: Deutsche Patentschrift Nr. 623 074.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 618/10 9.56
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