DE99643C - - Google Patents

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DE99643C
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    • GPHYSICS
    • G11INFORMATION STORAGE
    • G11BINFORMATION STORAGE BASED ON RELATIVE MOVEMENT BETWEEN RECORD CARRIER AND TRANSDUCER
    • G11B3/00Recording by mechanical cutting, deforming or pressing, e.g. of grooves or pits; Reproducing by mechanical sensing; Record carriers therefor

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  • Recording Measured Values (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Pateritirt im Deutschen Reiche vom 4. April 1897 ab.
Man hat bereits wiederholt versucht, die von einer Person gesprochenen Laute oder die Töne eines Instrumentes oder dergl. gleichzeitig auf mehreren Phonographenwalzen zu verzeichnen. Es ist allgemein bekannt, dafs das nächstliegende Verfahren, die phonographische Aufnahme mittelst mehrerer in dem gleichen Räume befindlichen Phonographen zu bewirken, nicht zum Ziele führt, und es hat sich gezeigt, dafs, um eine gute zufriedenstellende Aufzeichnung der Töne zu erhalten, es unerläfslich ist, dafs die erzeugten Töne in möglichst gerader Richtung auf die Membran der Phonographen fallen, was natürlich bei der gleichzeitigen Aufnahme mittelst mehrerer Phonographen in demselben Zimmer nicht möglich ist.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Apparat mit mehreren Aufnahmewalzen , bei welchem die oben geschilderten Uebelstände vollkommen vermieden werden sollen.
Der Apparat ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt und giebt
Fig. ι einen Verticalschnitt durch den arbeitenden Theil des Apparates;
Fig. 2 stellt in etwas verkleinertem Mafsstabe den Aufrifs eines Endes des Phonographenapparates dar, wobei jedoch ein Theil des Aufsengehä'uses abgebrochen ist;
Fig. 3 zeigt einen Schnitt in der Linie A-B der Fig. 2;
Fig. 4 ist ein Verticalschnitt durch Fig. 2 in der Linie E-F, wobei der obere Theil des Gehäuses entfernt ist;
Fig. 5 ist ein Verticalschnitt in der Linie G-H der Fig. 4, wobei der obere Theil wieder aufgesetzt gedacht ist;
Fig. 6 ist ein Schnitt in der Linie C-D der Fig. ι ; "
Fig. 7 ist eine vergröfserte Seitenansicht desjenigen Theiles der Fig. 1, der der Linie X-X entspricht.
Vorerst soll im Folgenden beschrieben werden, wie bei der gegenwärtigen Erfindung die vibrirende Membran und ihr Gehäuse be- -schaffen ist. Es wird zunächst aus Messing oder einem anderen passenden Metall ein rundes, zellenförmiges Gehäuse A hergestellt (Fig. 1), welches in seiner unteren Fläche eine Oeffnung B hat, die eine ringförmige Kante a bildet. Auf diese Kante wird die vorzugsweise aus Glimmer bestehende Membran C, und zwar in einem Gummiring b eingebettet, aufgelegt. Auf der Membran C ruht ein Ring D aus passendem Material, vorzugsweise aber aus Hartgummi, und auf diesem Ring D ruht wieder eine Platte E aus Metall, Vulkanfiber oder dergl. Die Platte E hat eine centrale Oeffnung, die von einer cylindrischen Erhöhung c umgeben ist. Das Ganze wird in dem Gehäuse A festgehalten mittelst eines z. B. aus Messing bestehenden, in den oberen Theil von A eingeschraubten Ringes F. Um die Empfindlichkeit der Membran zu erhöhen, können zwischen die erwähnten Theile noch weitere Gummiringe oder Polster eingeschaltet werden. In der Mitte der Membran C befindet sich eine Durchbrechung, in welcher ein mit Gewinde versehener Knopf d ange-
ordnet ist, der auf C mittelst der Muttern ff1 festgehalten wird. Der Knopf hat an seinen Enden Augen oder Oesen e e1, von denen die eine (e) an das eine Ende einer feinen Spiralfeder g angeschlossen ist, deren anderes Ende mittelst einer Spannschraube mit einem Stahldraht h verbunden ist, der am Boden des als Tonzuführungsöffnung dienenden Rohrstutzens c in geeigneter Weise befestigt und event, mit Baumwolle oder Seide umsponnen sein kann. Es können selbstverständlich statt einer Spiralfeder g mehrere in einem Kreise angeordnete und am Stutzen c befestigte Spiralfedern zur Verwendung kommen, mit oder ohne gleichzeitige Anwendung des'Drahtes h.
Der ganze Apparat ist in einem Gehäuse H (Fig. 5) von passender Gröfse und Form eingeschlossen. Der untere Theil H1 dieses Gehäuses kann einen elektrischen, magnetischen, Gas- oder sonstigen Motor enthalten, durch welchen eine Riemscheibe Ir1 angetrieben wird.
Die letztere befindet sich auf einer Spindel J (Fig. 3), die ein Zahnrad j treibt. Dieses bewegt (Fig. 2) mittelst der Zahnräder II1 zwei gleichartige Räder k und k1, die sich auf den Spindeln J1 J'2 befinden. Diese Spindeln laufen parallel zu J, erstrecken sich horizontal quer über die Maschine, und haben auswechselbare Lager nach Art von m (Fig. 4), wodurch das Auswechseln bezw. Einstellen der Aufnahmecylinder K ermöglicht ist. Das Rad j bewegt durch Vermittelung der Zwischenräder η nl ein auf dem Ende einer mit Gewinde versehenen Spindel ρ (Fig. 1, 4 und 7) angeordnetes Zahnrad 0.
Das Membrangehäuse A (Fig. 1) hat vorzugsweise einen Durchmesser von 2 Y2 Zoll englisch und ist mit Oesen oder Ansätzen K1 K2 versehen, die auf einem Paar paralleler Stangen L L1 entlanggleiten können. Die letzteren gehen quer über das innere Gestell der Maschine und sind mit geeigneten Kugellagern Z,2 (Fig. 1) versehen, um die Reibung zu verringern. Der Ring F des Membrangehäuses A trägt ein Paar cylindrischer Schalen MM1 (Fig. 1 und 7), in welchen-Stangen M'2 gelagert sind; diese sind verbunden oder versehen mit Kopf- oder Haltmuttern M3, die so ausgebildet und auf ihrer Aufsenseite mit Gewinde versehen sind, dafs sie in die ebenfalls mit Gewinde versehene Welle ρ einzugreifen vermögen, und zwar werden sie unter normalen Verhältnissen in Berührung mit dieser Welle gehalten durch die Spiralfedern Af4, die sich innerhalb von M befinden und die Stangen Af'2 umgeben. Die oben erwähnten Köpfe Ms sind mit Ringen NN1 versehen, die einen Handgriff N'2 bilden.
An das Membrangehäuse A schliefst sich das gemeinsame Gehäuse O an (in Fig. 1 in punktirten Linien und in Fig. 2 bis 5 in ausgezogenen Linien dargestellt), dessen Boden oder horizontaler Theil mit ebenso viel kreisförmigen Oeffnungen r (Fig. 3) versehen ist, als der Phonograph Aufzeichnungscylinder besitzt. In dem durch die Zeichnung dargestellten Fall sind der Deutlichkeit wegen, drei Cylinder angenommen worden, weshalb' auch nur drei Spindeln JJ1J2 gezeichnet sind. In jeder der besagten Oeffnungen r befindet sich eine kleine Membran A1 (Fig. 1), die ganz nach, der Art der Membran A gebaut ist, jedoch mit der Ausnahme, dafs an Stelle der Membran C ein flaches Metallstück P angeordnet ist, welch letzteres einem Stück Uhrfeder ähnlich sieht. Jeder von diesen Theilen P ist mit einem Griffel oder Stift 5 versehen, und es sind die Membranen A1 so angeordnet, dafs diese Griffel oder Stifte auf den Oberflächen der Cylinder K aufruhen.
Die Platten P sind mit ihren mittleren Theilen mit dem einen Ende einer Spiralfeder g verbunden, deren entgegengesetztes Ende mit einem Draht h in Verbindung steht, der sich quer durch die Erhöhung c erstreckt, in derselben Weise, wie es bei der grofsen Membran der Fall ist. An die Oesen in dem gröfseren Diaphragma sind die oberen Enden von drei Stahldrähten R angeschlossen, die event, mit Seide oder Baumwolle besponnen sein können. Die unteren Enden dieser Drähte sind mit den Federn g der Membran A verbunden, wie es in Fig. 1 gezeigt ist, so dafs die Vibrationen der Membran C in dem Aufnahmeapparat A gleichartige Vibrationen in der Platte P und somit dem Stift s erzeugen.
Die Arbeitsweise des Apparates ist nun die folgende:
Soll die Aufzeichnung eines Phonographen zu ein und derselben Zeit auf den: Cylindern K dreimal reproducirt werden, so wird man ein von dem producirenden Phonographen führendes Rohr nach der Erhöhung c des Aufnahmecylinders A leiten. Wenn aber die Töne einer menschlichen Stimme oder eines Musikinstrumentes dreifach auf den Cylindern K aufgezeichnet werden sollen, so wird auf der Erhöhung c ein geeigneter trichterförmiger Tonfänger befestigt werden und .man giebt dann dem Apparat eine solche Stellung, dafs die Töne direct in den Trichter eintreten können. Der Aufnahmeapparat A erhält seinen Platz auf dem Triebende der mit Gewinde versehenen Welle p, wobei, dann der Rahmen O und seine Membran A1 eine solche Lage haben, dafs die Aufzeichnungsstifte s sich an ein und demselben Ende der Cylinder K befinden, wie es in Fig. 4 gezeigt ist.
Wenn dann die Riemscheibe h1 in Drehung versetzt wird, so bewegt die rotirende Welle ρ die Membran A von links nach rechts (in Bezug auf Fig. 4). Die Membran gleitet dann
an den Stangen L und L1 entlang, und daraus, dafs der Rahmen O mit den darin befindlichen Membranen A1 sich gleichzeitig mit A bewegt, ergiebt sich, dafs die Vibrationen der Membran C von A mittelst der Drähte R gleichartige Vibrationen in den Platten P und den Aufzeichnungsstiften s hervorrufen, so dafs die letzteren in die Cylinder K die bekannten phonographischen Wellenlinien einritzen bezw. einschneiden. Bei der Beendigung der Aufzeichnung befindet sich dann die Membran A an dem entgegengesetzten Ende der Cylinder K. Wenn hierauf der Motor ausgeschaltet wird und die Oeffnung der Thüren η erfolgt, so können die mit den Aufzeichnungen versehenen Cylinder in der gewöhnlichen Weise entfernt werden. Um die Membranen in ihre erste oder Anfangsstellung zurückzuführen, wird der Handgriff N'2 herabgedrückt, so dafs eine Senkung der Köpfe oder Muttern M3 erfolgt und diese frei von dem Gewinde der Welle ρ werden. Nunmehr können die Membranen A und A1 wieder in die in Fig. 4 gezeigte Stellung zurückgeführt werden und sie befinden sich dann in der Lage, von neuem auf drei andere Cylinder einwirken zu können, nachdem die letzteren auf die Spindeln JJ1J2 aufgesteckt sind.
Es ist ersichtlich, dafs bei einmaliger Tonerzeugung drei Aufnahmen der Töne stattfinden können, jedoch kann natürlich der Apparat in der beschriebenen Weise auch zur Aufnahme von mehr als drei Aufzeichnungen eingerichtet werden.

Claims (3)

Patent-Ansprüche: -'
1. Ein Phonograph zur gleichzeitigen mehrfachen Aufzeichnung sowohl unmittelbar von Klanglauten, wie auch mittelbar von Phonogrammen, dadurch gekennzeichnet, dafs die Töne von einer Leitmembran aufgenommen werden und die Schwingungen dieser Leitmembran durch gespannte Drähte auf mehrere Membranen gleicher Bauart übertragen werden, welche, auf einem gemeinsamen Rahmen mit der Leitmembran befestigt, die Schwingungen derselben auf die zugehörigen Walzen übertragen.
2. Bei dem in Anspruch 1 gekennzeichneten Phonographen die Anordnung der Leitmembran in einem schachteiförmigen Gehäuse, dessen Deckel einen centralen Rohrstutzen als Tonzuführungsöffnung trägt und gleichzeitig in geeigneter Weise als Haltepunkt für eine die Leitmembran spannende Spiralfeder benutzt wird.
3. Bei dem in Anspruch 1 gekennzeichneten Phonographen die Anbringung eines federnd gelagerten Handgriffes auf dem Gehäuse der Leitmembran, der mit dem gemeinsamen Träger der Membran ein Stück bildet und diesen unter der Wirkung einer sich drehenden Spindel an den feststehenden Walzen entlang führt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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