DE976340C - Verfahren zur Herstellung von hochglaenzendem Streichpapier - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hochglaenzendem StreichpapierInfo
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Description
AUSGEGEBENAM 11. JULI 1963
W 7701 VIb/55 f
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung eines einseitig oder beiderseitig mit einem Mineralüberzug
versehenen Papiers, das eine hochglänzende, sehr ebene Oberfläche hat.
Bei der Herstellung von Papier mit einem mineralischen Überzug wird ein als Grundlage dienendes Papier mit einer wäßrigen Mischung von Mineralpigmenten, wie Ton, Bariumsulfat, Kalziumkarbonat, Talk, Titandioxyd, Ultramarin od. dgl., sowie ίο einem Klebstoff, wie Kasein, Stärke, Leim, Polyvinylalkohol, synthetischem Elastomer, wie Kautschuk, Kunststoff od. dgl., überzogen. Die überzogene Fläche wird dann getrocknet und geglättet. Gewöhnlich wird das Überzugmaterial in einer Menge von 0,5 bis 3,5 kg Trockengewicht für je 100' qm Fläche aufgetragen. Der Überzug kann nach Wunsch in einer, zwei oder mehreren Lagen aufgebracht werden; es können eine oder beide Seiten der Papierbahn überzogen werden. Die meisten Streichpapiere werden zunächst getrocknet und dann durch Kalandern geglättet. Solche Papiere, wie die handelsüblichen normalen »Glanzpapiere«, besitzen einen schönen Glanz, haben aber nicht den spiegelnden Hochglanz, wie ihn z. B. auf Hochglanz polierte Metallflächen haben.
Bei der Herstellung von Papier mit einem mineralischen Überzug wird ein als Grundlage dienendes Papier mit einer wäßrigen Mischung von Mineralpigmenten, wie Ton, Bariumsulfat, Kalziumkarbonat, Talk, Titandioxyd, Ultramarin od. dgl., sowie ίο einem Klebstoff, wie Kasein, Stärke, Leim, Polyvinylalkohol, synthetischem Elastomer, wie Kautschuk, Kunststoff od. dgl., überzogen. Die überzogene Fläche wird dann getrocknet und geglättet. Gewöhnlich wird das Überzugmaterial in einer Menge von 0,5 bis 3,5 kg Trockengewicht für je 100' qm Fläche aufgetragen. Der Überzug kann nach Wunsch in einer, zwei oder mehreren Lagen aufgebracht werden; es können eine oder beide Seiten der Papierbahn überzogen werden. Die meisten Streichpapiere werden zunächst getrocknet und dann durch Kalandern geglättet. Solche Papiere, wie die handelsüblichen normalen »Glanzpapiere«, besitzen einen schönen Glanz, haben aber nicht den spiegelnden Hochglanz, wie ihn z. B. auf Hochglanz polierte Metallflächen haben.
Zur Herstellung von Streichpapieren mit hohem Spiegelglanz werden meist folgende Verfahren verwendet,
nämlich die Steinglättung, das Schleifen,
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wie ζ. B. in der USA.-Patentschrift 2 349 704 beschrieben, und das Kontaktverfahren, wie z. B. in
der deutschen Patentschrift 561 688 beschrieben, sowie eine Verbesserung des letzteren gemäß der
USA.-Patentschrift 2316 202. Ein viertes Verfahren
zur Herstellung von Papier mit Glanzüberzug ist das Polierglanzverfahren, bei dem die überzogene
Fläche durch eine sich sehr schnell drehende, gewöhnlich geheizte Metallwalze poliert wird. Die
erzielten Resultate sind ähnlich, sind aber im allgemeinen den durch Steinglättung erreichten Ergebnissen
unterlegen. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß der Spiegelglanz der Polierglanzerzeugnisse
nicht hoch genug ist, um in die Klasse der obengenannten Produkte eingereiht zu werden.
Gegenstand der Erfindung ist die Herstellung eines mineralüberzogenen Papiers, das einen spiegelartigen
Hochglanz besitzt, der zumindest dem ao gleichkommt, den die nach den obengenannten bekannten
Verfahren hergestellten Papiere haben. Wenn das neue Verfahren auch zur Herstellung des
hier beschriebenen spiegelartig glänzenden Papiers dient, so kann es doch auch mit Vorteil für die
Herstellung von Papier mit geringerem Glanz verwendet werden.
Die Erfindung betrifft — ausgehend von dem Verfahren der obengenannten deutschen Patentschrift
561 688 — die Herstellung von hochglänzendem Streichpapier, wonach die ein mineralisches
Pigment sowie ein hydrophiles Bindemittel enthaltende Streichmasse auf die Papierbahn aufgetragen,
getrocknet, mit von Streichmasse freier Flüssigkeit wiederangefeuchtet und in Druckkontakt
mit einer hochpolierten Fläche erneut getrocknet wird.
Das erfinderische Merkmal besteht darin, daß das mit der Streichmasse überzogene Papier vor
dem Wiederanfeuchten durch Kalandrieren verdichtet wird.
Das so erzeugte Papier besitzt einen hohen Glanz, der zum mindesten dem nach anderen bekannten
Verfahren erzeugten Glanz entspricht, da durch das Verdichten des Papiers durch Kalandrieren die
mineralische Pigmentschicht des Papiers bereits vorgeglättet ist, ehe sie der Kontaktglättung unterworfen
wird. Es kann außerdem in einfachster Weise mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit und vergleichsweise
niedrigem Kostenaufwand hergestellt werden.
Es ist zwar ferner bekannt, bei der Herstellung von Streichpapier zunächst mineralisches Pigment
sowie hydrophiles Bindemittel enthaltende Streichmasse auf die Papierbahn aufzutragen, das überzogene
Papier zu trocknen und zu kalandrieren und darauf mit einem weiteren Streichmasseauftrag zu
versehen. Hierbei handelt es sich aber um die Herstellung zweifach gestrichenen Papiers, dessen
erster Strich als Grundierung für die zweite Auftragsschicht betrachtet werden kann, während bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren nur ein einfacher Strich Anwendung findet, d. h., die Grundierung
des Papiers ist durch eine Kalandrierung ersetzt, wodurch sich das Verfahren zweifellos vereinfacht
und verbilligt.
Nach dem Verfahren der Erfindung wird eine Papierbahn oder ein anderes biegsames blattförmiges
Material in geeigneter Weise, z. B. durch Auftragwalzen, Bürstenaufstreicher u. dgl., einmal oder
mehrfach mit einer wäßrigen hydrophilen Masse überzogen, die ein feinverteiltes Pigment, wie Ton,
und genügend Klebstoff zur Befestigung des Pigments auf der Papierbahn enthält. Das hydrophile
Material und der Klebstoff können ein und dasselbe Material oder auch verschieden sein. Geeignete
hydrophile Stoffe sind Kasein, Stärke, Sojaprotein, Leim, Polyvinylalkohol und Bentonit, die für sich
allein oder in Mischung miteinander oder mit einer wesentlichen Menge eines Elastomers, wie z. B.
synthetischem Gummilatex, verwendet werden können. Die so überzogene Papierbahn wird dann getrocknet
und unter starkem Druck durch Kalandern verdichtet, z. B. in einem Hochglanzkalander. Es
ist nicht nötig, so lange zu kalandern, bis ein Hochglanz entsteht; es muß aber genügend Druck ausgeübt
werden, um den Überzug zu verdichten, und es ist vorteilhaft, die Oberfläche ziemlich eben zu
gestalten; es ist zulässig, aber nicht erforderlich, so lange zu kalandern, bis ein hochsatinierter Glanz
entsteht. Das Gewicht des Überzuges kann das gleiche sein wie bei den erwähnten früheren Verfahren.
Die verdichtete Überzugsfläche wird dann befeuchtet, vorzugsweise während sie in den Greifwinkel
der beiden Walzen eintritt, von denen eine geheizt ist und eine polierte Oberfläche hat entsprechend
der auf dem Papier herzustellenden Glanzfläche. Die andere Walze ist vorzugsweise eine
mit einem Gummiüberzug versehene Druckwalze. Die Feuchtigkeit wird möglichst nahe am Greifwinkel
der beiden Walzen zugeführt, damit das Quellen des hydrophilen Teils des Überzugs möglichst
gleichzeitig mit dem Eintreten des befeuchteten Überzugteils in den Greifwinkel der Walzen
und während des Durchgehens durch diesen stattfindet und bevor die Feuchtigkeit Zeit gehabt hat,
den Überzug zu durchdringen und in das darunter befindliche Papier einzudringen. Der Überzug
bleibt in Berührung mit der heißen, polierten Walze, bis er getrocknet ist. Sowie er trocken ist,
löst sich das Papier leicht von der polierten Walze und hat nun eine Oberfläche, die im wesentlichen
ein Spiegelbild der polierten Walzenfläche darstellt. Ist die Walze auf Hochglanz poliert, so zeigt auch
das auf ihr getrocknete, überzogene Papier einen äußerst hohen Glanz.
Die vorteilhafteste Weise, die Feuchtigkeit auf den
Überzug zu bringen, ohne daß diese in das Papier eindringen kann, besteht darin, den zwischen der
Papierbahn und der polierten Walze liegenden
reifwinkel ständig mit 'wäßriger Flüssigkeit gefüllt
oder beflutet zu halten, wie dies beim Aufbringen von Streichmasseaufträgen auf laufende
Papierbahnen an sich bekannt ist. Die Flüssigkeit kann direkt in diesen Winkel gespritzt werden,
oder sie kann auf die Walzenfläche aufgetragen
werden, bevor diese mit der Papierfläche in Berührung kommt, oder durch beide Verfahren, und zwar
in solcher Menge, daß der Greifwinkel stets gefüllt oder beflutet bleibt.
Bei manchen Überzügen genügt Wasser allein als Feuchtungsmittel; bei anderen Überzügen, die
wasserbeständiger sind, wie z. B. solchen, die einen erheblichen Prozentsatz eines synthetischen Elastomers
oder wasserfestes Kasein enthalten, ist es vorteilhaft, eine wäßrige Lösung eines Netzmittels
und/oder eines Quellmittels od. dgl. zu verwenden. In solchen Fällen wird auch durch eine verdünnte
Ammoniaklösung gute Wirkung erzielt.
In manchen Fällen ist es vorteilhaft, der auf das Papier gebrachten Überzugsmasse eine kleine
Menge eines das Ankleben verhindernden Mittels zuzufügen, um das Lösen der trockenen Überzugsfläche von der polierten Walzenfläche zu fördern,
nachdem sie auf dieser trocken geworden ist. Seife
ao und festes Polyäthylenglykol sind wirksame derartige
Mittel. Wenn der trockene Überzug sich nur schwer von der polierten Walzenfläche trennt, so
kann dies Trennen durch Zufügung einer kleinen Menge eines Antiklebemittels zur wäßrigen Flüssigkeit
im Greif winkel erleichtert werden; eine Spur von Glykolmonolaurat oder Ammoniumstearat
in der wäßrigen Flüssigkeit hat sich als sehr wirksam erwiesen.
Die besten Resultate werden bei Befolgung der nachfolgenden Vorschriften erhalten:
1. Die verwendete Papierbahn muß zum mindesten auf einer Seite einen Überzug aus einem
Material haben, das einen hydrophilen Stoff enthält, vorzugsweise einen hydrophilen Klebstoff,
der durch Absorption einer wäßrigen Flüssigkeit quellbar ist.
2. Der Überzug muß verdichtet werden, und die gröbsten Unregelmäßigkeiten der Ebenmäßigkeit
der Oberfläche müssen beseitigt werden.
3. Die überzogene Papierbahn muß trocken, d. h. im wesentlichen lufttrocken sein, bevor wäßrige
Flüssigkeit auf ihre Oberfläche erfindungsgemäß aufgebracht wird.
4. Das Auftragen der Feuchtigkeit auf die überzogene Oberfläche muß möglichst gleichzeitig
mit dem Eintritt des befeuchteten Teiles in den Greifwinkel der Walzen erfolgen, damit
die befeuchtete Oberfläche sich im Greifwinkel der Walzen befindet, wenn der hydrophile Bestandteil
des Überzuges aufquillt.
5. Die Menge der aufgetragenen Flüssigkeit muß so beschränkt sein, daß das Quellen des hydrophilen
Materials stattfindet, bevor ein nennenswerter Teil der wäßrigen Flüssigkeit in die
Papierbahn eindringen kann, und daß nicht mehr wäßrige Flüssigkeit zugeführt wird, als
der Überzug selbst absorbieren kann.
6. Der feuchte Überzug muß mit der polierten trocknenden Oberfläche der Walze in Berührung
bleiben, bis er im wesentlichen trocken ist.
Normalerweise erscheint die durch das Kalandrieren verdichtete Oberfläche des mineralüberzogenen
Papiers dem unbewaffneten Auge als einigermaßen eben. Unter dem Mikroskop erscheint die
Oberfläche aber als aus einer Reihe nebeneinanderliegenden höheren, glänzenden und dazwischenliegenden
niedrigeren und weniger glänzenden Flächenteilen zusammengesetzt zu sein.
Gewöhnlich sind unter dem Mikroskop auch ziemlich zahlreiche, und verhältnismäßig tiefe Einbuchtungen
oder Schaumlöcher auf der Oberfläche zu sehen. Durch das Rollkalandern tritt eine erhebliche
Verringerung der Dicke des ursprünglich aufgebrachten Überzugs ein sowie eine Verdichtung
desselben, was durch engeres Zusammenschieben der einzelnen Teilchen des Mineralpigments geschieht,
wodurch zwar nicht die Zahl, aber die Größe der Zwischenräume verringert wird; gleichzeitig
wird der Höhenunterschied zwischen den hohen und niedrigen Stellen erheblich verringert;
die Schaumlöcher haben aber eine solche Größe, daß selbst nach dem Rollkalandern kaum eine Veränderung
ihres Aussehens zu bemerken ist.
Wenn ein solches stark satiniertes mineralüberzogenes Papier durch einen Greifwinkel geht, der
mit wäßriger Flüssigkeit gefüllt oder mit dieser beflutet ist, so wird die den Greifwinkel passierende
Menge wäßriger Flüssigkeit offensichtlich die Summe folgender Einzelmengen sein:
1. Die Menge, welche die zwischen der Papierfläche und der Walzenfläche befindlichen niedrigen
Stellen ausfüllt;
2. die Menge, die in die Räume zwischen den Uberzugteilchen eindringt;
3. die Menge, die tatsächlich von dem im Überzug vorhandenen hydrophilen Material absorbiert
wird und
4. die Menge, die die Papierbahn unter Umständen absorbiert.
Von diesen vier Mengen sind die dritte und vierte die weitaus wichtigsten in bezug auf ihren
Einfluß auf die Qualität des erfindungsgemäßen Produktes. Wenn das mineralüberzogene Papier
richtig satiniert worden ist, so ist die Gesamtmenge der absorbierten wäßrigen Flüssigkeit verhältnismäßig
so gering, daß sie vom Überzug leicht aufgenommen werden kann, ohne in die darunterliegende
Papierbahn einzudringen, vorausgesetzt, daß das Papier nicht schon feucht oder naß ist. Ist
das Papier aber schon feucht, so wird es durch seine dochtartige Eigenschaft die wäßrige Flüssigkeit
aus der Überzugsschicht abziehen, was ein schlechtes oder mangelhaftes Aussehen des Überzuges
zur Folge hat. Andererseits wird von einem nicht verdichteten Überzug infolge seiner rauhen
Oberfläche eine erhebliche Menge der wäßrigen Flüssigkeit erfaßt, die sich zwischen seiner Oberfläche
und der Fläche der polierten Walze befindet, gegen die sie beim Passieren des Greifwinkels gepreßt
wird, eine Menge, die größer sein kann als lao diejenige, die der Überzug selbst absorbieren kann.
Sind ferner die Zwischenräume zwischen den Pigmentteilchen, z. B. durch Kalandrierung, teilweise
noch nicht geschlossen worden, so bilden sie einen guten Durchlaß zu dem darunterliegenden
Papier, in das die wäßrige Flüssigkeit leicht ein-
dringen kann; wenn die Papierbahn auf diese Weise einmal feucht geworden ist, so können die feuchten
Fasern als Docht wirken, der die Flüssigkeit aus dem Überzug saugt. Dies kann eine Erklärung dafür
sein, daß mit nichtkalanderten, mineralüberzogenen Papieren keine befriedigenden Ergebnisse erzielt
werden.
Bei idealer Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist die überzogene Oberfläche ein
ίο Spiegelbild der polierten Fläche, gegen die sie gedrückt
und dabei getrocknet wurde. Varianten, die den Grad bestimmen, bis zu dem dieses Ideal erreicht
werden kann, sind erstens die Schnelligkeit, mit der das hydrophile Material oder der hydrophile
Klebstoff quillt, und zweitens der im Greifwinkel ausgeübte Außendruck, der die Papierfläche
gegen die polierte Trockenfläche drückt. Von diesen zwei Varianten ist die erste im allgemeinen die
wichtigere, da anzunehmen ist, daß das Quellen des Überzuges, das im Greif winkel der Walzen eintritt,
zum mindesten einen wichtigen Teil des Druckes liefert, der zum Formen der plastischen Oberfläche
des Überzuges auf der polierten Fläche der Walze erforderlich ist. In manchen Fällen spielt die zweite
Variante nur eine untergeordnete Rolle.
Die geeignetste polierte Fläche, gegen die das mineralüberzogene Papier bei der Ausführung der
Erfindung gedrückt wird, ist eine Metalltrommel von genügender Größe mit einem Durchmesser von
180 cm und mehr, die innen geheizt und zweckmäßigerweise verchromt und poliert ist. Um das
der Behandlung unterworfene überzogene Papier gegen die Trommel zu drücken, erweist sich eine
mit Gummi überzogene Walze am geeignetsten, die weich genug ist, um einen im wesentlichen gleichmäßigen
Druck über die ganze Breite des Bogens oder der Bahn auszuüben. Bei einer solchen Anordnung
wird ein Greifwinkel von erheblicher Breite, d. h. von vorn nach hinten, gebildet, und der Druck
im Greifwinkel, der leicht viele Kilogramm auf den Zentimeter der Papierbreite erreichen kann, wird
kaum so groß sein wie der verhältnismäßig hohe Flächendruck, der gewöhnlich im Hochglanzkalander
auftritt. Wird ein stark satiniertes, mineralüberzogenes Papier, das kein hydrophiles Material
enthält und nicht im geringsten durch Aufbringung von Feuchtigkeit zum Quellen gebracht wird, nach
vorliegendem Verfahren behandelt, so wird kein noch so hoher Druck einen nennenswerten Einfluß
auf das Papier haben.
Wird aber das im Überzug vorhandene hydrophile Material durch Zuführung von wäßriger
Feuchtigkeit gequollen, wenn auch nur zu einem geringen Grade, so wird der Überzug zu einem gewissen
Grade plastisch gemacht und beim Pressen gegen die polierte Oberfläche der Walze entsprechend
geformt. Hierbei ändert sich der Grad der Verformung der plastischen Fläche und damit der
Grad des Glanzes im Verhältnis zu dem im Greifwinkel ausgeübten Druck. Der durch eine solche
Behandlung erzielte Glanz ist erstaunlich hoch. Dieses Verfahren unterscheidet sich von der Kalandrierung
dadurch, daß der die Oberfläche der Papierbahn formende Druck wenigstens teilweise
durch das Quellen des hydrophilen Teils des verdichteten Überzugs bewirkt wird und daß der gegequollene
oder plastisch gemachte Mineralüberzug fest an der Oberfläche der polierten Trommel haftet,
bis er wieder trocken geworden ist. Durch diese Behandlung erhält das Papier einen viel höheren
Glanz, als er selbst durch äußerst starke Satinierung erreicht werden könnte, während eine unansehnliche
Färbung oder ein Schwarzwerden nicht verstärkt, sondern sogar vermindert werden kann.
Da der Überzug nur eine sehr kleine Wassermenge aufnehmen kann, ist das Problem des Trocknens
viel weniger schwierig zu lösen. Es können verhältnismäßig hohe Schnelligkeiten selbst mit
einer Trommel mit kleinem Durchmesser erreicht ' werden, so daß die Kosten der Vorrichtung verringert
werden, da selbst kleine Trommeln viel kosten. Ferner kann, was noch wichtiger ist, wegen
der sehr kleinen dabei verwendeten Wassermenge, die durch die Rückseite des Papiers entweichen
muß, die Papierbahn umgedreht und die Rückseite dem gleichen Verfahren unterworfen werden, ohne
daß der vorher auf der anderen Seite erzeugte Glanz dadurch nennenswert beeinträchtigt wird.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es daher möglich, mineralüberzogenes Papier herzustellen,
dessen beide Seiten genau das gleiche Aussehen mit hohem Glanz besitzen und keine sichtbaren Unregelmäßigkeiten
zeigen, während es bei den bisher verwendeten Verfahren, wenn von der Steinglättung
und dem Schleifverfahren abgesehen wird, schwierig, wenn nicht sogar unmöglich war, fabrikationsmäßig
ein überzogenes Papier herzustellen, das einen einwandfreien Hochglanz auf beiden Seiten
hat.
Der Grad, bis zu dem das hydrophile Material im Überzug aufquillt, kann sich über einen weiten
Bereich erstrecken. Mit steigenden Quellgraden wird ein höherer Greifwinkeldruck immer weniger
notwendig oder selbst wünschenswert. Selbst bei einem mittleren Quellgrad des hydrophilen Materials
braucht nicht mehr Druck angewendet zu werden, als notwendig ist, die durch den Greifwinkel
gehende Menge wäßriger Flüssigkeit auf den gewünschten Grad zu beschränken. Natürlich muß
sichergestellt sein, daß die Überzugsfläche auf ihrer "°
ganzen Breite mit der polierten Trommelfläche in Berührung gebracht wird.
Mit größer werdender Quellung wird die Überzugsfläche
umgeformt und gegen die polierte Trommel gedrückt. Bei genügend starker Quellung kön- "5
nen selbst die Schaumlöcher und andere Mangel, die von Anfang an vorhanden waren, zum Verschwinden
gebracht werden. Der Überzug wird sich nach dem Trocknen wahrscheinlich etwas ausgedehnt
haben und daher etwas weniger verdichtet sein, obgleich die Veränderung sehr gering sein
wird. Immerhin bewirkt diese geringe Abnahme der Dichte eine Verringerung oder Entfernung der
Unansehnlichkeit oder Fleckigkeit, die als eine Folge der starken Satinierung zurückgeblieben sein
kann. Gleichzeitig wird der Glanz verbessert, und
die Undurchsichtigkeit des Überzugs kann durch die Behandlung etwas erhöht werden. Die erfindungsgemäß
hergestellte Überzugsfläche ist frei von querlaufenden, mikroskopisch feinen Schrammen,
wie sie an der Oberfläche von steingeglätteten Papieren vorkommen, und von längsverlaufenden
mikroskopisch feinen Schrammen, wie sie auf der Oberfläche von glanzgeschliffenem Papier erkennbar
sind, die nach der obenerwähnten USA.-Patentschrift 2 349 704 hergestellt werden. Ferner zeigt
das Produkt unter dem Mikroskop keine Umrisse von Fasern, wie sie gewöhnlich bei handelsüblichen
Papieren mit Gußüberzug erkennbar sind, was zweifellos darauf zurückzuführen ist, daß das Papier
selbst erfindungsgemäß nicht durch die wäßrige Flüssigkeit befeuchtet wird.
Da der Überzug des erfindungsgemäßen Produktes so stark zusammengepreßt und verdichtet ist,
kann es mit normalen Druckfarben bedruckt werden, wie sie gewöhnlich zum Bedrucken von einfachen,
satinierten, glänzenden, mineralüberzogenen Druckpapieren verwendet werden, so daß weder die
Verwendung von besonderen transparenten Farben, wie sie für Gußüberzugpapiere erforderlich sind,
noch eine besonders sorgfältige Behandlung seitens des Druckers nötig ist. Der verdichtete Papierüberzug
gemäß vorliegender Erfindung absorbiert nicht solche Mengen der Trägersubstanz der gewöhnlichen
Druckfarben in seine Zwischenräume, daß das auf der Oberfläche zurückgebliebene Pigment
kreidig und stumpf erscheint. Die Tatsache, daß das erfindungsgemäße Produkt alle Vorteile des
Aussehens der Gußüberzugpapiere besitzt und auch noch leicht und zufriedenstellend mit normalen
Druckfarben, wie Textdruck- und Plakatfarben, bedruckt werden kann, ist, vom Standpunkt des
Druckers aus gesehen, von größter Bedeutung.
Ein weiterer großer Vorteil des verdichteten Produktes gemäß vorliegender Erfindung besteht
darin, daß es der Beschädigung durch Brechen des Überzugs während der Handhabung nicht stärker
zugängig ist als andere handelsübliche, stark satinierte, mineralüberzogene Papiere. Das gemäß vorliegender
Erfindung hergestellte Papier braucht daher in der Druckerei nicht mit besonderer Vorsicht
gehandhabt und behandelt zu werden.
Das Quellen des bei der Herstellung des überzogenen Papiers verwendeten hydrophilen Überzugmaterials
kann durch die Änderung eines oder beider von zwei Faktoren reguliert werden, nämlich
der Zusammensetzung des Überzugmaterials selbst, oder derjenigen der verwendeten wäßrigen
Flüssigkeit. Zum Beispiel können Änderungen bezüglich der besonderen Art und Menge des hydrophilen
Überzugmaterials vorgenommen werden. Gewöhnlich wird das hydrophile Material ein Klebstoff
sein, wie Kasein, Leim, Sojaprotein, Polyvinylalkohol, Stärke usw., oder Mischungen derselben.
Statt dessen kann der hydrophile Bestandteil des Überzugs wenigstens teilweise aus einer
anorganischen, hydrophilen Substanz, wie z. B. Bentonit, bestehen, obgleich die dann erzielte Farbe
nicht so weiß wie gewünscht sein kann. Der Quellgrad des hydrophilen Materials wird auch davon
abhängen, ob das überzogene Produkt wasserdicht oder unlöslich gemacht worden ist. Es ist z. B. allgemein
üblich, hydrophile Klebstoffe durch Formaldehyd oder andere Aldehyde mehr oder weniger
unlöslich zu machen. Durch eine solche Behandlung wird die Quelleigenschaft des Materials erheblich
verringert.
Sollte sich herausstellen, daß ein Überzug durch Zufuhr von Wasser allein langsam quillt, so kann
häufig durch eine wäßrige Ammoniaklösung eine viel wirksamere Quellung des Materials erreicht
werden. Wenn andererseits ein besonders empfindliches Material, wie z. B. stark alkalisches Kasein,
zu stark quillt oder zuviel Wasser aufnimmt, so wird etwas in der wäßrigen Befeuchtungsflüssigkeit
gelöster Formaldehyd das Quellen auf den gewünschten Grad vermindern.
Wie schon erwähnt, dürfen Wasser oder wäßrige Flüssigkeit nicht in das Papier eingezogen werden,
bevor das hydrophile Material Zeit hatte, gegen die polierte Fläche der Trockentrommel zu quellen.
Durch geeignete Auswahl der zugefügten wäßrigen Flüssigkeit und Regulierung ihrer Menge sowie
durch angemessene Verdichtung oder Kalandrierung des Überzuges ist es möglich, das Verfahren
erfindungsgemäß durchzuführen, wenn das Papier selbst wenig oder keinen Widerstand gegen das
Eindringen von Wasser ausübt. Als zusätzliche vorsorgliche Maßnahme ist es gewöhnlich vorteilhaft,
ein verhältnismäßig wenig absorbierendes oder stark geleimtes Papier zu verwenden, auf dem der
Überzug angebracht wird. Ebenso ist es vorteilhaft, die Oberfläche des Papiers zu leimen, wahrscheinlich,
weil durch dieses Verfahren diejenigen Fasern, die sonst über die Oberfläche des Papiers hinaus in
den Überzug hineinragen würden, niedergelegt werden und damit nicht mehr als Dochte wirken
können, die im weiteren Verlauf des Verfahrens Wasser absaugen würden.
Bei der Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vergehen gewöhnlich etwa 5 Sekunden zwisehen
der Zuführung der wäßrigen Flüssigkeit auf die Überzugsfläche und der Entfernung des getrockneten
Papierproduktes von der polierten Trockentrommel. Es ist daher klar, daß die Quellwirkung
der wäßrigen Flüssigkeit auf das hydrophile Material im Überzug und das darauffolgende
Heranbringen des Überzugs gegen die polierte Fläche der Trommel sehr schnell stattfinden muß
und wahrscheinlich auch stattfindet, bevor viel von dem zugeführten Wasser verdunstet ist. Man muß
sich vergegenwärtigen, daß das Verdunsten des Wassers in dem Augenblick beginnt, wo die feuchte
Überzugsfläche mit der Oberfläche der Trockentrommel in Berührung kommt. Offensichtlich muß
zur Erzielung einer schnellen Produktion die Trokkentrommel zur Beschleunigung der Verdunstung
geheizt werden. Andererseits muß aber Sorge dafür getragen werden, daß sich keine Dampfblasen
oder Schaum im Greifwinkel, oder in dessen unmittelbarer Nähe bilden, da solche Blasen den
Kontakt der Überzugsfläche mit der Trommelfläche
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unterbrechen und die Entwicklung der gewünschten glänzenden Oberfläche an den betreffenden Stellen
unterbinden würden. Trotzdem ist es möglich und auch praktisch, eine dampfgeheizte polierte Trommel
für die Trocknung zu verwenden, vorausgesetzt, daß die Oberfläche der Trommel an einer
Stelle unmittelbar vor dem Greifwinkel, an dem das überzogene Papier in Berührung mit der
Trommelfläche kommt, auf eine erheblich unter
ίο der Dampftemperatur liegende Temperatur gekühlt
wird. Beispielsweise kann eine Wasserlache durch einen Gummidamm einige Zentimeter vor
dem Greif winkel gegen die Trommelfläche vorgesehen werden, wodurch die Oberflächentemperatür
einer dampfgeheizten Trommel mit Leichtigkeit auf etwa 75° C reduziert werden kann. Bei
einer solchen Temperatur der Kontaktstelle können sich natürlich keine Dampfblasen od. dgl. bilden.
Augenscheinlich kann sich nur im ersten Moment
ao des Kontaktes Dampf in genügender Menge bilden und Schwierigkeiten verursachen, da die Temperatur
der Trommel, während das Papier seinen Weg um die Trommel fortsetzt, auf wenigstens ioo° C
oder höher steigen kann, ohne daß eine schädliche Wirkung dadurch eintritt.
Im allgemeinen kann gesagt werden, daß die der Vollkommenheit am nächsten kommenden, nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Oberflächen in denjenigen Fällen entstehen, in
denen der hydrophile Überzug am schnellsten und in größtem Umfang quillt. In diesen Fällen ist es
aber nicht wünschenswert, ein wesentliches Quellen eintreten zu lassen, bevor der Überzug gegen die
trocknende Fläche gedrückt wird. Vorzugsweise wird daher die Menge wäßriger Flüssigkeit im
Greifwinkel so klein wie möglich gehalten, wobei sie sich jedoch ununterbrochen über die gesamte
Breite der Papierbahn erstrecken muß. Eine Flüssigkeitslache von etwa 6 bis 13 mm Tiefe ist vollkommen
ausreichend und einer größeren Menge vorzuziehen. Die zulässige Tiefe hängt jedoch teilweise
auch von der Geschwindigkeit ab, mit der das Papier durch den Greif winkel geht; in den
meisten Fällen wird diese Geschwindigkeit wenigstens 30 m in der Minute und vorzugsweise das
Mehrfache dieser Geschwindigkeit betragen. Es hat sich herausgestellt, daß es auch mit einer Trommel
von nur 122 cm Durchmesser möglich ist, Betriebsgeschwindigkeiten von 45 m in der Minute zu er-
reichen, und daß mit größeren Trommeln viel höhere Geschwindigkeiten möglich sind.
Veränderungen des Glanzes des Produktes können offenbar durch Änderungen der exakten Verfahrensbedingungen
erreicht werden, wobei die günstigsten Bedingungen jeweils am besten durch
Versuche festgestellt werden. Dessen ungeachtet werden in fast allen Fällen ausgezeichnete Ergebnisse
erzielt, selbst wenn kein Versuch gemacht wird, die absolut günstigsten Bedingungen zu erreichen.
Die Spiegelglanzwerte der erfindungsgemäß hergestellten Papiere können mit einem
Scott-Aminco-Goniophotometer gemessen werden. Dieses Goniophotometer wird von der American
Instrument Company, Silver Springs, Md, U.S.A., hergestellt und ist als Scott-Aminco-Goniophotometer
bekannt. Bei der Durchführung von Tests wurden die Proben durch einen Lichtstrahl beleuchtet,
der in einem Winkel von 700 zur Normalen der Probefläche lag, und das reflektierte
Licht wurde ebenfalls bei einem Winkel von 700 zur Normalen der Papierfläche gemessen, aber an
der entgegengesetzten Seite der Normalen, so daß, wenn die Beleuchtung bei +70° lag, das reflektierte
Licht bei — 700 zur Normalen lag. Das reflektierte Licht wurde durch eine Linse und dann
durch einen im Brennpunkt der Linse liegenden Schlitz geführt. Der Schlitz erstreckte sich über
einen Winkel von i° 38' in der Ebene des Lichtstrahls
und einen Winkel von 50 2' quer zu der Strahlebene, wobei die Winkel vom optischen
Mittelpunkt der Linse gemessen sind. Die so für den Spiegelglanz erhaltenen Zahlenwerte sind Prozentsätze des von einer auf Hochglanz polierten,
flachen, schwarzen Glasplatte reflektierten Lichtes.
Derartige Messungen, die an einem gewöhnliehen, stark satinierten, mit Glanzüberzug versehenen
Druckpapier ausgeführt werden, das zur Zeit als Glanzdruckpapier erster Qualität im Handel
ist, ergeben gewöhnlich Spiegelglanzwerte zwischen 10 und 15. Durch besonders starkes Satinieren
können Papiere mit Spiegelglanzwerten von etwa 20 erzielt werden. Soweit bekannt ist, erreichen
stark satinierte Überzugspapiere niemals einen Spiegelglanzwert von 25. Andererseits hat
das Produkt gemäß vorliegender Erfindung einen Spiegelglanzwert nach obiger Messung von wenigstens
30 und vorzugsweise von 35 und darüber. Die meisten Probestücke haben Spiegelglanzwerte
von 35 bis 60, es werden aber auch häufig Spiegelglanzwerte von über 60 erreicht. Es hat sich aber
herausgestellt, daß es keinen Zweck hat, über eine gewisse Grenze hinaus die Spiegelglanzwerte zu erhöhen,
da ein Papier mit einem Spiegelglanzwert von 40 ein so ausgezeichnetes Aussehen hat, daß
der Verbraucher eine weitere Verbesserung im Aussehen oder in den Druckeigenschaften kaum erkennen
kann.
Die Verbesserung der Druckeigenschaften können durch Prüfungen auf »Affinität zur Druckfarbe«
und »Trocknungszeit der Druckfarbe«, wie sie in der USA.-Patentschrift 2395992 beschrieben
sind, quantitativ bestimmt werden. Kurz gesagt ist die »Trocknungszeit« der Druckfarbe diejenige
Zeit in Sekunden, die zwischen dem Zeitpunkt, an dem das Papier mit einer normalen
Druckfarbe bedruckt wird, und dem Zeitpunkt, an dem die aufgebrachte Druckfarbe ihr nasses
Aussehen verloren hat, verstreicht. Sie zeigt die Aufnahmefähigkeit eines Papiers für Druckerschwärze
zuverlässig an. Trocknungszeiten von iao Druckfarben von nicht mehr als 40 Sekunden werden
im allgemeinen als ausgezeichnete Aufnahmefähigkeit angesehen. Die Produkte gemäß vorliegender
Erfindung zeigen meist eine Trocknungszeit, die erheblich unter 40 Sekunden liegt. Papiere 1*5
mit Glanzüberzügen, die durch Steinglättung oder
Schleifen nach dem Verfahren der USA.-Patentschrift 2 349 704 hergestellt werden, haben ausnahmslos
eine beträchtlich über 40 Sekunden liegende Trocknungszeit, so daß sie viel schwieriger
einwandfrei zu bedrucken sind als Papiere gemäß vorliegender Erfindung. Die erfindungsgemäßen
Produkte sind auch, wie schon erwähnt, frei von den charakteristischen, auf steingeglätteten und
geschliffenen Papieren auftretenden Schrammen.
Übliche Mineralüberzüge können meist nach dem Verfahren vorliegender Erfindung behandelt werden,
vorausgesetzt, daß sie einen hydrophilen, in Wasser quellenden Bestandteil haben, der nicht zu
wasserbeständig ist. Gebräuchliche, zur Verwendung für die erfindungsgemäß zu behandelnden
Überzüge geeignete Pigmentstoffe und mineralische Füllstoffe sind z. B. Ton, Kalziumkarbonat, Blanc
fixe, Talk, Titandioxyd, Ocker, Eisenoxyd, Ultramarin, Farblacke, Tone u. dgl. Die Erfindung wird
an den folgenden Beispielen erläutert:
Eine Überzugmasse wurde aus folgenden Teilen hergestellt:
Trockengewichtsteile
Feiner Ton 7°
Feines Kalziumkarbonat 30
Kasein (in Ammoniak gelöst) 15
Wasser bis zur Erreichung eines
Feststoffgehaltes von 45%
Feststoffgehaltes von 45%
Diese Mischung wurde auf eine Seite einer Papierbahn mit einem Gewicht von 25 kg pro Ries
gebracht, dessen Oberfläche mit einer Stärkelösung geleimt worden war. Die Überzugmasse wurde in
einer Menge von 6,8 kg Trockengewicht pro Ries (1 Ries gleich 500 Bogen einer Größe von
63,5-96,5 cm) aufgebracht. Die überzogene Papierbahn wurde getrocknet und auf einen Durchschnittsglanz
satiniert. Die satinierte Oberfläche wurde dann in den Greifwinkel einer geheizten,
verchromten Trommel geführt, wobei der Greifwinkel mit Wasser versehen wurde. Das Papier
wurde nach seiner Trocknung von der Trommel entfernt. Es hatte einen Spiegelglanzwert von 47.
Eine Überzugmasse wurde aus folgenden Teilen hergestellt:
Trockengewichtsteile
Feinkörniger englischer Ton 30
Feinkörniger Georgia-Ton 35
Feinkörniges Kalziumkarbonat .... 35
Kasein (gelöst durch Na4P2O7) .... 15
Wasser bis zur Erreichung eines
Wasser bis zur Erreichung eines
Feststoffgehaltes von 45%
Die Mischung wurde auf eine Seite einer oberflächengeleimten Papierbahn von 61 kg Gewicht
pro Ries in einer Menge von 7,26 kg Trockengewicht pro Ries aufgetragen und auf einen normalen
Glanz satiniert. Die satinierte Oberfläche wurde dann mit einer Geschwindigkeit von 40 m
in der Minute in den Greifwinkel einer dampfgeheizten polierten verchromten Trommel mit
122 cm Durchmesser geführt, wobei dem Greif- _ winkel eine o,4°/oige wäßrige Formaldehydlösung
zugeführt wurde, die darin auf einer Tiefe von etwa 13 mm gehalten wurde. Der am Greifwinkel
liegende Teil der Trommelfläche hatte eine Temperatur von etwa 820 C. Das Papier wurde nach seiner
Trocknung von der Trommel genommen; sein Spiegelglanzwert war 50,4.
Eine Überzugmasse wurde aus folgenden Teilen hergestellt:
Trockengewiditsteile
Feiner Ton 60
Feines Kalziumkarbonat 40
Stärke (durch Enzym umgewandelt) 16
Kasein (in Ammoniak gelöst) 4
Styrol-Butadien-Mischpolymerisat
(in Latex-Form) 4
Wasser bis zur Erreichung eines Feststoffgehaltes von 46%
Diese Überzugmischung wurde in einer Menge von 6,8 kg Trockengewicht pro Ries auf eine Seite
einer Papierbahn mit einem Gewicht von 25 kg pro Ries gebracht. Die überzogene Bahn wurde getrocknet
und auf einen guten Glanz satiniert. Die satinierte Oberfläche wurde dann in den Greifwinkel
einer geheizten, verchromten Trommel geführt, während der Greifwinkel mit einer o,6°/o
Ammoniak enthaltenden wäßrigen Lösung versehen wurde. Das Papier wurde nach seiner Trocknung
von der Trommel genommen und hatte einen hohen Glanz und ein ansprechendes Aussehen. Sein
Spiegelglanzwert lag über 35.
Eine Überzugmasse wurde aus folgenden Teilen hergestellt:
Trockengewiditsteile
Feiner Ton 55
Feines Kalziumkarbonat 35
Bentonit 10
Styrol-Butadien-Mischpolymerisat
(in Latex-Form) 20
Wasser bis zur Erreichung eines Feststoffgehaltes von 50%
Diese Masse wurde in einer Menge von 8,16 kg Trockengewicht pro Ries auf eine Seite einer oberflächengeleimten
Papierbahn mit einem Gewicht von 27,2 kg pro Ries gebracht. Die überzogene Papierbahn wurde getrocknet und satiniert. Die
satinierte Oberfläche wurde dann in den Greifwinkel einer geheizten, polierten und verchromten
Trommel geführt, wobei der Greifwinkel mit Wasser beflutet gehalten wurde. Das Papier
wurde nach seiner Trocknung von der Trommel entfernt und hatte einen Spiegelglanzwert von
über 30.
Beispiel S
10
10
Eine Überzugmasse wurde aus folgenden Teilen hergestellt:
Trockengewichtsteile
Feiner Ton 65
Feines Kalziumkarbonat 35
Kasein (in Ammoniak gelöst) 16
Wasser bis zur Erreichung eines
Feststoffgehaltes von 42%
Feststoffgehaltes von 42%
Diese Überzugmasse wurde auf beide Seiten einer oberflächengeleimten Papierbahn mit einem
Gewicht von etwa 30,8 kg pro Ries aufgebracht, wobei die Masse in einer Menge von 7,26 kg
Trockengewicht pro Papierseite verwendet wurde. Das Papier wurde getrocknet und beide Seiten
satiniert. Die satinierte Bahn wurde dann in den Greifwinkel einer geheizten, polierten und verchromten
Trommel gedrückt, während der Greifwinkel mit einer wäßrigen Flüssigkeit beflutet gehalten
wurde, in der 1,0% Ammoniak und 0,25% stearinsaures Ammoniak gelöst war. Die Bahn
wurde in Berührung mit der polierten Trommel getrocknet und dann abgenommen. Dann wurde sie
umgedreht und wieder in den Greifwinkel geführt und mit der anderen Überzugsseite in Berührung
mit der geheizten polierten, verchromten Trommel gebracht, während der Greifwinkel mit einer 0,8%
Ammoniak, 0,4% Hexamethylentetramin und 0,25 % stearinsaures Ammoniak enthaltenden wäßrigen
Lösung beflutet gehalten wurde. Die Bahn wurde auf der Trommel getrocknet und dann
abgenommen. Der Spiegelglanzwert der zuerst behandelten Seite war 40 und der der anderen
Die Erfinder halten sich für die ersten, die feststellten, daß ein hervorragender Hochglanz auf
einer stark satinierten Papierbahn mit Überzug erzeugt werden kann, und zwar durch eine Feuchtung
des verdichteten Überzugs, die hinreichend groß ist, um den hydrophilen Bestandteil des Überzugs
zum Quellen zu bringen, und durch Behandlung der befeuchteten Fläche in Berührung mit der
hochpolierten Oberfläche einer geheizten Trommel unter einem Druck, der in der Hauptsache, wenn
nicht ganz, durch das Quellen des hydrophilen Bestandteils während des Durchganges zwischen einer
polierten Walze und einer entsprechenden Druckwalze erzeugt wird, und daß hierdurch eine Papierbahn
hergestellt werden kann, die an einer oder beiden Seiten einen verdichteten mineralischen
Überzug von einer Dichtigkeit besitzt, die mit der eines üblichen stark satinierten Mineralüberzugs
verglichen werden kann, aber einen Spiegelglanzwert von mindestens 30, vorzugsweise wenigstens
35, gemessen mit einem Scott-Aminco-Goniophotometer,
hat und daß die Überzugsfläche ohne Schwierigkeit nach dem gleichen Verfahren und
mit den gleichen Druckfarben bedruckt werden kann, wie sie gewöhnlich für das Bedrucken von
stark satiniertem Papier mit Mineralbelag verwendet wird. Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen
näher erklärt:
Fig. ι zeigt einen stark vergrößerten Querschnitt
durch ein Papier mit Überzug vor der Satinierung;
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt desselben Papiers nach der Satinierung;
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt desselben Papiers nach Durchführung des glanzerhöhenden Verfahrens
;
Fig. 4 zeigt eine Anlage zur Ausführung der Erfindung.
In Fig. ι ist 1 die Papierbahn und 2 der Überzug,
der aus den Pigmentteilchen 3 und dem Klebstoff 4 besteht. Die Porosität des Papiers und des
Überzugs kann nicht gezeigt werden, doch sind, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, das Papier und der
Überzug unter Verminderung des Porositätsgrades verdichtet worden. Die Zahl und Größe der
Pigmentteilchen hat sich nicht verringert, sondern letztere sind nur näher aneinandergerückt worden.
Wie ferner ersichtlich, ist die Oberfläche des Überzugs des satinierten Papiers in Fig. 2 ebener als in
Fig. i. In Fig. 3 wird der Überzug gezeigt, wie er nach der Glanzerzeugungsbehandlung leicht gequollen
ist und sich dabei ausgedehnt hat und wie seine Oberfläche noch weiter geglättet und geebnet
worden ist.
Die Zeichnungen Fig. 1 bis 3 sollen keine genaue Wiedergabe der Struktur des Papiers darstellen,
sondern nur zeigen, wie sich die Erfinder die Wirkungen des Satinierens und der Glanzbehandlung
auf die Papierbahn und den Überzug vorstellen.
In Fig. 4 ist 5 eine Abwickelrolle für die Papierbahn, 6 eine normale Auftragsvorrichtung mit
Schaber, 7 ein Trockner, 8 ein Satinierkalander, 9 eine Kontakttrommel mit hochpolierter, verchromter
Oberfläche, 10 eine Andrückwalze, 11 eine Aufwickelrolle und 12 die Papierbahn. Die
Bewegung der Papierbahn durch die Vorrichtung von der Abwickelrolle 5 zur Aufwickelrolle 11 ist
durch Pfeile bezeichnet. Die Flüssigkeitslache für die Feuchtung im Greifwinkel zwischen der Trommel
und der Andrückwalze ist bei 13 gezeigt.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung von hochglänzendem Streichpapier, gemäß dem die ein mineralisches Pigment sowie ein hydrophiles Bindemittel enthaltende Streichmasse auf die Papierbahn aufgetragen, getrocknet, mit von Streichmasse freier Flüssigkeit wiederangefeuchtet und in Druckkontakt mit einer hochpolierten Fläche erneut getrocknet wird, dadurch gekenn-zeichnet, daß das mit der Streichmasse überzogene und getrocknete Papier vor dem Wiederanfeuchten durch Kalandrieren verdichtet wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Wiederanfeuchten des Überzugs in dem Augenblick vorgenommen wird, in dem die Papierbahn in den durch die hochpolierte Fläche und die sie ihr zuführende Druckwalze gebildeten Walzenspalt einläuft.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 561688; USA.-Patentschriften Nr. 1 719 166, 2214565, 2316202, 2360919.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 309 635/14 7.63
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US976340XA | 1951-01-22 | 1951-01-22 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE976340C true DE976340C (de) | 1963-07-11 |
Family
ID=22264377
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW7701A Expired DE976340C (de) | 1951-01-22 | 1952-01-20 | Verfahren zur Herstellung von hochglaenzendem Streichpapier |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE976340C (de) |
Citations (4)
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| US2214565A (en) * | 1938-01-26 | 1940-09-10 | Champion Paper & Fibre Co | Coated paper and method of making the same |
| US2316202A (en) * | 1940-07-31 | 1943-04-13 | Champion Paper & Fibre Co | Method for coating paper |
| US2360919A (en) * | 1940-07-05 | 1944-10-24 | Champion Paper & Fibre Co | Method of coating paper |
-
1952
- 1952-01-20 DE DEW7701A patent/DE976340C/de not_active Expired
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