DE97540C - - Google Patents
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Description
,KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist bereits durch die deutsche Patentschrift Nr. 13676 bekannt geworden, Schmucksteine
verschiedener Art dadurch auf einander zu befestigen, dafs man zwischen die beiden
Steine ein Metallpulver bringt und das Ganze einem elektrolytischen Procefs aussetzt. Hierbei
müssen die beiden Steine, zur Erzielung des erforderlichen Zusammenhanges, schwalbenschwanzartig
in einander geschoben werden.
Dem gegenüber bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung
von gröfseren Platten aus Glas oder einem ähnlichen Material durch Vereinigung von einzelnen
Glastafeln auf elektrolytischem Wege, wobei die Ineinanderfügung durch Schwalbenschwänze
oder dergl. nicht erforderlich ist.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und die zur Ausführung desselben
nöthigen Mittel zum Verbinden von Platten, Ziegeln, Scheiben aus Glas oder anderem
Material zu Gruppen zwecks Herstellung von Fenstern und Bedeckungen von
Oeffnungen, durch welche Licht in einen Raum eindringen soll. In der nachfolgenden Beschreibung
und beiliegenden Zeichnung ist nur auf die Anwendung der Erfindung bei prismatisch
geformten Fenstergläsern Rücksicht genommen.
Die prismatischen Gläser bestehen gewöhnlich aus Glaskörpern, welche auf der einen
Seite mehr oder weniger glatt, auf der anderen Seite aber mit nach einwärts oder abwärts gerichteten
Rippen oder dergi. versehen sind. Die Oberflächen dieser Rippen sind so gebildet,
dafs die an der flachen oder glatten Seite einfallenden Lichtstrahlen gebrochen oder
feflectirt werden, je nach der Oberflächengestaltung
der genannten Rippen. Mit Bezug auf die in der Zeichnung dargestellte besondere
Art von Platten wird bemerkt, dafs dieselben aus einem Glaskörper bestehen, welcher
eine glatte Aufsenfläche und nach innen gerichtete lichtbrechende Rippen besitzt, deren
eine Fläche beinahe rechtwinklig zur Oberfläche der Platte steht und deren andere schräg
gegen diese gerichtet ist. Bei der vorliegenden Form der Anordnung erstrecken sich die
Rippen einer jeden Platte nach dem Ende derselben in jeder Richtung, ausgenommen an der
äufseren Kante oder an den Kanten, welche bei einer eingesetzten Platte der ganzen Länge
nach freiliegen oder einen Theil der äufseren Kante des zusammengesetzten Glaskörpers
bilden. Hier kann eine vorspringende Tragleiste oder Einfassung vorgesehen sein. In
diesem Falle sind verschiedene wichtige Punkte zu beachten und besonders der folgende: die
einzelnen Glasabtheilungen sind fest mit einander zu verbinden und sicher in ihrer Lage
zu halten; dies mufs so geschehen, dafs möglichst viel Licht durchgelassen wird, oder mit
anderen Worten, die Verbindungsrippen oder sonstigen Vorrichtungen, welche die einzelnen
Glastheile mit einander verbinden, müssen so dünn als möglich sein. Die prismatischen
Rippen oder hervorstehenden Theile dagegen müssen den gröfstmöglichen Theil der inneren
Fläche der Glasplatte bedecken, da diese Rippen dazu dienen, das Licht zu zertheilen; irgend
eine Lücke zwischen diesen Rippen-, wie die z; B. infolge der vorstehenden Kanten, welche
den prismatischen Theil umgeben, wird natür-
»7
lieh vorhanden sein und am Rande oder in der Fläche selbst einen Streifen bilden, welcher
das Licht nicht vertheilt. Die Verbin^· dung müfs eine derartige sein, dafs der aus den
Glasplatten zusammengesetzte fertige Glaskörper wasserdicht ist und der Einwirkung der atmosphärischen
Luft widersteht. Wenn ferner der vollständige Glaskörper eine gröfsere Ausdehnung
besitzt, und besonders wenn er geneigt oder horizontal liegt, oder wenn die Platten
ein grofses Gewicht besitzen, wie es z. B. bei Oberlichtfenstern der Fall ist, so ist es nöthig,
die einzelnen Abtheilungen oder den vollständigen Glaskörper in der Mitte zu unterstützen;
auch hierfür sind Vorkehrungen getroffen.. Es ist sodann von Wichtigkeit, den Rippen eine derartige Anordnung zu geben,
dafs sie leicht gereinigt werden können und so wenig wie möglich Ecken oder dergl. bilden,
welche ein Reinigen erschweren; mit anderen Worten, es ist wünschenswerth, jede Rippe
wenn irgend möglich quer durch die ganze Breite der Platte oder des vollständigen Glaskörpers
hindurchzuführen.
Diese und noch viele andere Vortheile werden durch die vorliegende Anordnung erreicht,
besonders wenn dieselbe für solche prismatische Fenster oder Oberlichtplatten Verwendung findet,
wie sie auf der beiliegenden Zeichnung dargestellt sind.
Auf dieser zeigt:
Fig. ι eine Ansicht einer Reihe von Fensterscheiben,
welche sich bereits in einem Rahmen fertig zum Gebrauch befinden,
Fig. 2 einen Querschnitt in Linie 2-2 der
Fi8· '» '
Fig. 3 einen ähnlichen Querschnitt nach Behandlung des Glases im elektrolytischen Bade,
Fig. 4 einen Verbindungsstreifen, welcher zwischen die einzelnen Glasabtheile eingesetzt
wird,
Fig. 5 verschiedene Arten von Prismenplatten, deren Ränder so liegen, dafs aus verschiedenen
derartigen Platten ein vollständiger Glaskörper hergestellt werden kann, der eine Oberfläche
aus gleichgestalteten Rippen besitzt, wobei der vorspringende Rand ganz oder nur
zum Theil herumläuft,
Fig. 6 die Ansicht eines Oberlichtfensters oder einer Reihe von Oberlichtplatten mit
einem kräftigen Streifen zwischen den Abtheilungen, der einen Ansatz zur Unterstützung
bezw. als Unterlage für die Ziegel besitzt,
Fig. 7 und 8 Abänderungen.
In sämmtlichen Figuren sind gleiche Theile mit gleichen Buchstaben bezeichnet.
A A bezeichnen die prismatischen Glasplatten,
deren verschiedene Arten durch die Buchstaben B, C, D, E, F, G, H, I, K und L bezeichnet
sind. M und JV bedeuten metallene Leisten, welche mit der Länge der Glasplatten
entsprechend von einander entfernten Einschnitten- versehen sind und in den Glaskörper
eingesetzt werden. O ist ein metallener Rahmen , der zugleich als Umrahmung für den
fertigen Glaskörper benutzt werden kann, obgleich es vortheilhafter ist, diesen Rahmen, in
welchem die Glasplatte zu einem fest zusammenhängenden Ganzen vereinigt werden soll,
fest mit diesem zu verbinden. Irgend ein anderer Rahmen kann dann gegebenenfalls noch
besonders angeordnet werden. P ist eine Platte.
Die Zusammensetzung des Glases nach der vorliegenden Erfindung ist folgende:
Auf eine geeignete Platte oder auf den Boden
einer Wanne wird der Rahmen O gelegt. Ein Rahmen wird aus dem Grunde benutzt, um
das Glas in der gegebenen Lage zu halten. Sodann werden die Glasplatten auf die Platte
und in den Rahmen gelegt, wobei dieser Rahmen eine solche Gröfse besitzt, dafs er die
Anzahl der Platten umschliefst, welche zusammengefügt werden sollen, und gleichzeitig
einen schmalen Schlitz oder Zwischenraum zwischen denselben freiläfst. In diese Schlitze
werden die Streifen M und N eingelegt, welche die für sie freigelassenen Zwischenräume vollständig
ausfüllen. Die Platte mit dem auf derselben z. B. durch die Stifte J? festgehaltenen
Rahmen wird, derart in ein Bad getaucht, dafs die Lage des Rahmens, der Platten und
der Streifen nicht verschoben wird. Sodann wird die Wanne mit einer geeigneten elektrö-Iytischen
Flüssigkeit gefüllt und der Rahmen
mit der negativen Stromleitung verbunden. Um den Anschlufs des Stromes völlig sicher zu
machen und einen guten Contact zu bilden, werden zwischen den Rahmen die Enden der
Streifen befestigt. Diese Streifen ragen ein wenig über die Oberfläche des Glases, zwischen
dem sie liegen und wo die Rippen zusammenstofsen;
ebenso ragen die Streifen etwas über den unteren Theil der Schlitze, zwischen
die Rippen, an der flachen Oberfläche dagegen ragen sie ein wenig über diese. Dies ist die
angegebene Form. Der Strom wird jetzt geschlossen und die zwischen dem Glase liegenden Streifen werden mit einem elektrolytischen
Niederschlag versehen, welcher eine feste Verbindung aller Theile herstellt. Zugleich ist auf
diese Weise eine sichere Verbindung zwischen den Kanten der Platten und dem Metall her
gestellt, durch welche die Platten ganz fest zusammengehalten werden. Wenn nun, wie
bereits angegeben, die Rippen bis an den Rand herangehen und ein Niederschlag über diese
hervorstehenden Enden gemacht wird, welcher sowohl an der Aufsens'eite des Glases als auth.
über der Metallkante sich bildet, so entsteht ein Rand, welcher das Glas umfafet und eine
in der Zeichnung angegebene Form erhält, wobei derselbe einen befestigenden Metall-
körper an jeder Seite bildet, wie bei S angedeutet ist. Dieser Erfolg wird am besten durch
einen elektrolytischen Niederschlag erreicht; bis zu einem gewissen Grade kann man aber einen
ähnlichen Erfolg auf mechanischem Wege dadurch erzielen, dafs die Ränder dereingelegten
Metallstreifen oder Bänder umgeschlagen werden. Für gewisse Zwecke würde dies genügen
und sogar auch wünschenswerth sein", dies
würde jedoch nicht eine solche dichte Verbindung zwischen Metall und Glas herstellen,
dafs das Fenster vollständig wasserdicht wäre. Das angestrebte Ziel kann auch dadurch er^
reicht werden, dafs das Metall geschmolzen wird und sich so an das Glas anlegt, und obgleich
dieses einen festen Contact zwischen den Kanten des Glases und den Metallbändern
herstellt, so giebt dieses für die gestellten Ber dingungen doch keinen einfachen und vollkommenen
Erfolg, aber alle diese Verfahren, welche mehr oder weniger kurz erwähnt sind,
nähern sich der elektrolytischen Methode. Entsprechend den Verhältnissen und der Behandlungsweise können verschiedene Arten von
Metall verwendet werden, am besten eignen sich jedoch Streifen von Kupfer. Durch einige
der verschiedenen erwähnten Verfahren werden diese Streifen an allen sich schneidenden und
verbindenden Punkten fest an einander gebracht, und auf diese Weise wird ein starker
und fester Rahmen erhalten, unabhängig von der Verfestigung der Glaskanten und unäb-·
hängig von den Unterlagen, welche das Glas längs ihrer Kanten tragen. Bei "Oberlicht--;
fenstern, wie in Fig. 6 dargestellt ist, bedeutet T den eigentlichen Glaskörper und U
und V die abwärts gerichteten prismatischen Rippen. W ist der Metallstreifen, welcher in
diesem Falle viel breiter ist, als die Dicke der
Glaskanten beträgt; X ist der starke Metallahsatz
desselben, welcher mit dem Niederschlag bedeckt ist, und welcher in diesem Falle über
die Oberfläche des. Oberlichtfensters hinausragt, um gleichzeitig ein Alisgleiten des Füfses beim
Betreten zu verhindern. T ist eine Niederschlagmasse
oder ein anderes Unterläger von Metall auf der unteren Fläche der Oberlichtplatten, welche zum Halten der Scheiben oder
Platten dient. Der nach unten hervorstehende Theil des Metallstreifens kann mit Wachs oder
dergleichen bestrichen werden, um so einen elektrolytischen Niederschlag zu verhindern, und
auf diesem Streifen ruht dann der vollständige Glaskörper. Es können so viele Streifen benutzt
werden, wie gewünscht wird, weiche in ihrer Anzahl und Stärke entsprechend den Anforderungen eines jeden besonderen Falles
wechseln und ebenso entsprechend der Gröfse des ganzen Fensters oder der prismatischen
Scheibe und dem Gewicht, dessen Druck sie widerstehen sollen, verschieden sind Z Z sind
Rinnen in den gegen einander liegenden Kanten der Glasplatten und dienen zur Aufnahme von
an den Metallstreifen durch elektrolytischen
Niederschlag gebildeten Rippen; in diesem Falle ist es gleich, ob die Streifen über die Oberflächen
der Platten hinausragen öder nicht. Ragen sie darüber hinaus, so werden sie wie
in jedem anderen Falle gebildet. Z1 Zx sind
Nuth'en, die längs der Kanten der Glasplatten
laufen und, wenn dieselben zusammengebracht sind, eine Art von Rinne bilden. In diesem
Falle braucht der Metallstreifen nicht über die Oberfläche hervorzustehen, sondern kann mit
dieser in einer Ebene liegen, so dafs nach Herstellung des elektrolytischen Niederschlages
das Metall mit der Oberfläche in einer Ebene liegt; soll dagegen der Streifen auf mechanischem;
Wege bearbeitet werden, so mufs er genügend überstehen, um nach Bildung des
Wulstes den Schlitz gerade auszufüllen, um so eine gleichmäfsige QberflSche zu bilden.
In Obigem ist versucht worden, ganz aligemein
die vorliegende: Erfindung zu eriüSree,
ohne dabei die Einzelheiten besonders zu er-^
läutern oder alle Ausführungsformen einer jederi Einzelheit anzugeben, jedoch so die rnecha
nischen Hülfsmittel zu beschreiben, dafs die Erfindung auf verschiedene Art und Weise
ausgeführt werden kann.
Die Platten können entweder mit der glatten oder mit der gerippten Oberfläche nach aufsen
eingesetzt werden, und für jeden- Fall ist die vorliegende Erfindung anwendbar.
Die Oberlichtgläser können gegossene Vorsprünge auf der Oberfläche besitzen. Der
Metallstreifen zwischen den Glasplatten kann über die Oberflächen der neben einander liegen
den Platte hinausragen öder nicht.
Zur Erleichterung bei der Herstellung de! Ausfüllung des Zwischenraumes zwischen der
neben einander liegenden Glasplatten ist ι
nothwendig, einen Metallzusatz zu den Bände: oder Streifen hinzuzufügen, und zu dieseiu
Zwecke wird da, wo die Kanten des Glases etwas unregelmäfsig sind und dadurch der
Zwischenraum zwischen den Prismenplatten von verschiedener Weite ist, längs des eingesetzter»
Bandes in diese Zwischenräume eine gewisse
Menge von Feilspänen geschüttet, welche beim Beginn des elektrischen Processes an diesen
Stellen die Zwischenräume schnell ausfüllen.
Die vorliegende Erfindung beschränkt sieb
jedoch nicht auf die Anwendung bestimmter
Platten, sondern es kann jede Art von Glasoder anderen Platten, Scheiben oder dergl.
Verwendet werden.. In Fig. ι sind die Rippen kürzer als die Platten selbst, in Fig. 2 dagegen
sind Platten dargestellt, deren Rippen über die ganze Fläche der Platten gehen, um hiermit
eine andere Befestigungsform zu zeigen. In der Beschreibung ist ferner von .Metallfeilspänen
gesprochen worden; hierzu sei noch bemerkt,
dafs natürlich jedes andere geeignete Material Verwendung finden kann. Die Unterlage oder
Platte, auf welcher der Rahmen für die Einfassung gebildet wird, kann aus Glas bestehen;
nach theilweiser Fertigstellung des letzteren wird derselbe umgedreht und auf eine andere
Platte gelegt. um auch auf der Rückseite bearbeitet zu werden, wonach er dann ohne jede
Unterlage in das elektrolytische Bad gehängt wird, wo der letzte Theil des Verfahrens vor
sich geht.
Fig. 9 ist ein Querschnitt in Richtung der Linie 9-9 der Fig. 1. Dieselbe läfst an der
Kreuzung der Metallstreifen befestigte Scheiben aus Metall erkennen, welche wie folgt Verwendung
finden: Die Metallstreifen werden in dem Rahmen befestigt und dann die Glasplatten
eingelegt. Darauf werden die Kreuzverbindungsstücke A1, kleine Metallscheiben,
mit etwas Loth an den Kreuzungen der einen Seite befestigt", hierauf das Ganze umgedreht
und auf der anderen Seite ebenfalls mit gleichen Scheiben versehen. Hierdurch wird ein Rahmen
gebildet, welcher die Glagslücke, Platten
oder dergl. für die weitere Bearbeitung ge- ■ nügend fest zusammenhalt. Es ist jedoch
besser, auch einen so zusammengesetzten Rahmen noch dem elektrolyvischen Bade auszusetzen»
wenigstens so lange, bis eine feste Verbindung zwischen den Metallbändern und den
anliegenden Kanten der Platten hergestellt ist. Auch kann dieses letztere so lange fortgesetzt
werden, bis auch an den Kanten der Metallstreifen Wulste entstehen, wie bereits oben aus
einander gesetzt wurde, und diese Mafsnahme giebt das beste Resultat.
Claims (1)
- Patent-Anspuuch:Verfahren zur Befestigung von Glasscheiben oder dergl. in Metallfassungen, dadurch gekennzeichnet, dafs auf die Metallfassung nach dem Einsetzen der Glasscheiben oder dergl. in einem elektrolytischen Bade mittelst des elektrischen Stromes Metall niedergeschlagen wird, zwecks Befestigung der Scheiben in dem Metallrahmen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE97540C true DE97540C (de) |
Family
ID=368580
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT97540D Active DE97540C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE97540C (de) |
-
0
- DE DENDAT97540D patent/DE97540C/de active Active
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