DE972784C - Verfahren zur Bestimmung von Nebensprechkopplungsvektoren - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung von NebensprechkopplungsvektorenInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 24. SEPTEMBER 1959
V 7507 Villa/21 a2
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung von Nebensprechkopplungsvektoren zwischen zwei
sich beeinflussenden nicht geschirmten Stromkreisen in Fernmeldeanlagen, insbesondere Übersprechkopplungsvektoren
an Trägerfrequenzkabeln und Trägerfrequenz-Kabelanlagen, die bis zu 500 kHz und darüber
betrieben werden.
Zui Messung von komplexen Übersprechkopplungsvektoren
zwischen zwei sich beeinflussenden nicht geschirmten Strcmkreisen, insbesondere an symmetrischen
Trägerfrequenzkabeln und Trägerfrequenz-Kabelanlagen, sind Verfahren und Meßgeräte bekannt,
mit denen frequenzabhängig Betrag und Richtung des Vektors durch Messung seiner reellen und
imaginären Komponente bestimmt werden. Die Messung erfolgt mit Hilfe von Kopplungsmessern
nach der Brückenmethode, wobei der störende und der gestörte Stromkreis diagonal an die Brückenpunkte
gelegt werden. Je nach den verwendeten Ausgleichnormalien zur Erzeugung des reellen und ao
imaginären Betrages muß jedes Meßergebnis für eine graphische Darstellung in der Gaußschen Zahlenebene
mit auf beiden Koordinatenachsen gleichen Dimensionen korrigiert werden. Je nach Brückenart
können in einem Falle exakte Meßwerte nur bei bestimmten, über den Meßbeieich verteilten Frequenz-
909 604/5
werten erhalten werden. Die zwischen diesen festgelegten Frequenzwerten liegenden Meßwerte lassen sich
erst durch zeitraubende Interpolation ermitteln. Im anderen Falle sind die Brücken, bedingt durch den
niederohmigen Charakter des Brückenaufbaus, bei Frequenzen oberhalb 500 kHz wie auch allgemein
bei Meßobjekten mit starken Erdunsymmetrien, mit Meßfehlern behaftet, die das tragbare Maß weit überschreiten
und vornehmlich Nebensprechausgleichsarbeiten erschweren, wenn nicht überhaupt unmöglich
machen.
Ferner sind zur Ortsbestimmung von punktförmigen Nebensprechkopplungen in Pupinkabeln Meßschaltungen
bekannt, die unter Verwendung von besonderen Hilfsspannungen die Beseitigung von Widerstandsungleichheiten
zum Gegenstand haben und sich insbesondere mit sogenannten Mitsprechkopplungen, d. h. mit den Kopplungen zwischen Stamm- und
Phantomkreisen befassen. Die zur Durchführung dieses
-ao Meßverfahrens bestimmte Meßeinrichtung besteht aus einfachen, veränderbaren Elementen. Da das Meßverfahren
nur bei Vorliegen bestimmter Nebensprechdämpfungswerte der zu messenden Kabelanlage
gewährleistet ist, wird zur Feststellung der Anwendbarkeit des Verfahrens zweckmäßig ein Zusammenschalten
mit einem Nebensprechdämpfungsmesser vorgenommen. Aus den gemessenen Werten wird nach
einem graphischen Näherungsverfahren der Fehlerort mit Hilfe eines rechtwinkligen Koordinatensystems
mit reellen Achsen und eines Nomogramms ermittelt. Dieses Verfahren, das nur für bespulte Kabel bestimmt
ist, kommt für moderne, mit hohen Frequenzen betriebene Trägerfrequenzanlagen nicht in
Frage, zumal es nur zur Feststellung des Ortes be- -35 liebiger Fehler, die auf Widerstandsungleichheiten und
anderen Unsymmetrien beruhen, dient und keinerlei Auskunft über das Fernnebensprechverhalten der
Kabelanlage gibt. Außerdem treten infolge der in der Meßschaltung verwendeten veränderbaren Elemente
bei hohen Trägerfrequenzen zusätzliche Fehlermöglichkeiten auf.
Außerdem sind ältere Schaltungsanordnungen bekannt, die mit Differential-Schiebewiderständen, verstellbaren
Widerständen und verstellbaren Konden- -45 satoren in einer Brückenschaltung an die zu messenden
Leitungen des Kabels geschaltet werden. Die Größe der vorliegenden Kopplung ergibt sich nach der
bekannten Minimum-Methode. Mit einer höchsten Meßfrequenz von 10 kHz jedoch tragen sie nicht den
Erfordernissen der Kopplungsvorgänge im Trägerfrequenzgebiet Rechnung. Mit den vielen veränderbaren
Normalien von unvermeidbar größeren Abmessungen festen Normalien gegenüber obliegt diesem
Verfahren bei höheren Frequenzen eine große Meß-Unsicherheit, was ihre Anwendung an Trägerfrequenzleitungen
bis 552 kHz und darüber völlig ausschließt. Bei dem Verfahren nach der Erfindung zur Bestimmung
von Nebensprechkopplungsvektoren zwischen zwei sich beeinflussenden nicht geschirmten
Stromkreisen in Fernmeldeanlagen, insbesondere Übersprechkopplungsvektoren
an mit Frequenzen bis zu kHz und darüber betriebenen Trägerfrequenzkabelanlagen, wird davon ausgegangen, daß die not
wendigen Messungen nach dem Vergleichsverfahren mit Hilfe eines Dämpfungsmessers erfolgen und aus
den gemessenen Werten die gesuchten Übersprechkopplungsvektoren nach Betrag und Phase und der
dazugehörige Quadrant in der Gaußschen Zahlenebene in an sich bekannter Weise, z. B. in geometrischer
Darstellung, ermittelt werden. Erfindungsgemäß werden dabei zur Behebung der Nachteile der
bekannten Meßverfahren am Meßort durch zusätzliche Einschaltung von entsprechend gewählten festen
Widerstandsnormalien abwechselnd zwischen den Stromkreisen vier künstliche Kopplungen (± «) und
(± ß) hervorgerufen und deren Dämpfungswerte und der natürliche Übersprechdämpfungswert in an sich
bekannter Weise gemessen und ausgewertet. Zur Erzeugung der vier künstlichen Kopplungen dienen
ein reelles Widerstandsnormal « und ein imaginäres Widerstandsnormal jb, die jeweils so zwischen die
Stromkreise eingeschaltet werden, daß sich
bei der 1. Messung eine + «-Kopplung
- 2. - - —«-Kopplung
- - 3. - - -f-jö-Kopplung und
- 4. - - —/δ-Kopplung
ergeben (vgl. Abb. 1).
Als reelles Widerstandsnormal « dient ein phasenfreier, frequenzunabhängiger Hochohmwiderstand; als
imaginäres Widerstandsnormal jb dient in der Regel ein Kondensator. Ist die Anlage für sehr breite Frequenzbänder
vorgesehen, so wird an Stelle eines Kondensators ein Netzwerk mit nahezu imaginärer Resultante
verwendet. Werden nämlich bei sehr breiten Frequenzbändern Kondensatoren als Widerstandsnormal
verwendet, so ergeben sich auf Grund des Frequenzganges erhebliche Änderungen des Vektorbetrages,
die sich meßtechnisch ungünstig auswirken. Bei Verwendung eines Netzwerkes aus einem kornplexen
und einem reellen Glied wird eine Resultante erzeugt, die bei geringfügiger Abweichung von der
imaginären Achse der Gaußschen Zahlenebene einen bedeutend günstigeren Frequenzgang aufweist.
Jede der künstlich erzeugten Kopplungen überlagert sich der bestehenden natürlichen Kopplung
beider Stromkreise und bedingt eine ihrem Charakter nach eigene Richtung der Kopplungsvektoren in der
Gaußschen Zahlenebene, die, da sie am Meßort keinem Phasengang unterliegt, mit der entsprechenden Riehtung
des Koordinatenkreuzes übereinstimmt (vgl. Abb. 2).
Da nach der bekannten Beziehung:
e« = ■
worin b die Nebensprechdämpfung, © den Kopplungsleitwert und § j den Eingangsscheinwiderstand des gestörten
Stromkreises bedeuten, der geometrische Ort eines Dämpfungswertes in der Gaußschen Ebene
(Leitwertdarstellung) ein konzentrisch um den Koordinatenmittelpunkt verlaufender Kreis ist, gelten fol·
gende Bedingungen:
i. Ist der mit der +«-Kopplung gemessene Dämpfungswert
kleiner als der mit der —«-Kopplung ge-
messene Wert, so muß die Spitze des gesuchten Übersprechkopplungsvektors
K im Quadrant I oder IV, ist er größer, im Quadrant II oder III liegen.
2. Ist der mit der +/δ-Kopplung gemessene
Dämpfungswert kleiner als der mit der —/δ-Kopplung
gemessene Dämpfungswert, so muß K im Quadrant I oder II, ist er größer, im Quadrant III oder IV liegen.
Der zutreffende Quadrant ist der, für den beide
Bedingungen erfüllt sind.
ίο Die Vektorrichtung innerhalb des Quadranten wird
aus der geometrischen Figur (Abb. 4) gefunden, die sich durch vektorielle Addition aus dem Meßwert der
hervorgerufenen natürlichen Kopplung b0 se | ©o | und
einem der durch die Einschaltung von Widerstandsnormalien gemessenen Werte O1 = | (S1 | ergibt. In
der Abb. 4 wird z. B. der größere der beiden mit der reellen Kopplung α gemessenen Dämpfungswerte gewählt.
Die Richtung des gesuchten Vektors läßt sich aus
Die Richtung des gesuchten Vektors läßt sich aus
ao dem Δ OBK errechnen, indem folgende Gleichung angesetzt wird:
+ Vril
sin α = —-—TS
®„isina—α)2 = !®!)2—|©0|acos2a,
sin α = ■
2« I ©η
Der Winkel α ist der Neigungswinkel, den der
Vektor mit der imaginären Zahlenachse einschließt.
In der Praxis wird die Vektorrichtung einfacher
auf graphischem Wege ermittelt, indem, wie in Abb. 4 dargestellt, auf der reellen Koordinatenachse der
Vektorbetrag der reellen künstlichen Kopplung a abgetragen und um den erhaltenen Punkt A' ein
Kreis mit dem Radius ( (S1 | = B1 (in der Abb. 4 mit
j (S1' ! = b1 bezeichnet) beschrieben wird, der den um
den Koordinatennullpunkt mit dem Radius | (S0 I = b0
beschriebenen Kreis schneidet. Der Schnittpunkt dieser Kreise ist die Spitze K des gesuchten Übersprechkopplungsvektors.
Die benutzten Widerstandsnormalien mit den dazugehörigen Schaltorganen können entweder in dem
Dämpfungsmesser enthalten sein oder in Form eines Vorsatzgerätes über Steckverbindungen unmittelbar
am Dämpfungsmesser mit den zu messenden Stromkreisen verbunden werden.
Wählt man örundsätzlich die reelle künstliche
Kopplung α zur Konstruktion oder Berechnung der Vektorrichtung und liegt beim Vergleich der Meßwerte
eine der beiden, entweder die kleinere oder größere Störspannung als Kriterium fest, so wird wie
in Abb. 1 der Kontakt ν zum. vektorbestimmenden
Schaltorgan mit gleichzeitiger Vorbereitung zur Quadrantenbestimmung und der Kontakt q zum quadrantenbestimmenden
Schaltorgan.
Claims (5)
1. Verfahren zur Bestimmung von Nebensprechkopplungsvektoren
zwischen zwei sich beeinflussenden nicht geschirmten Stromkreisen in Fernmeldeanlagen, insbesondere Übersprechkopplungsvektoren
an mit Frequenzen bis zu 500 kHz und darüber betriebenen TrägerfrequenzkabeL-anlagen,
bei dem die notwendigen Messungen nach dem Vergleichsverfahren mit Hilfe eines Dämpfungsmessers
erfolgen und aus den gemessenen Werten die gesuchten Übersprechkopplungsvektoren
nach Betrag und Phase und der dazugehörige Quadrant in der Gaußschen Zahlenebene
in an sich bekannter Weise, z. B. in geometrischer Darstellung, ermittelt werden, dadurch gekennzeichnet,
daß am Meßort durch zusätzliche Einschaltung von entsprechend gewählten festen Widerstandsnormalien
abwechselnd zwischen den Stromkreisen vier künstliche Kopplungen (± ά) und
{uzjb) hervorgerufen und deren Dämpfungswerte
und der natürliche Übersprechdämpfungswert in an sich bekannter Weise gemessen und ausgewertet
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erzeugung der künstlichen Nebensprechdämpfungswerte ein reeller und ein imaginärer Widerstand verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als reeller Widerstand ein
phasenfreier, frequenzunabhängiger Hochohmwiderstand verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als imaginärer Widerstand
ein Kondensator verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als imaginärer Widerstand
ein komplexes Netzwerk mit nahezu imaginärer Resultante verwendet wird.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 510 100, 866 198;
»Telegraphen-, Fernsprech-, Funk- und Fernsehtechnik«
(TFT), 1938, H. 1/2, S. 55 bis 61,1941, H. 12,
S. 340/341.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV7507A DE972784C (de) | 1954-07-11 | 1954-07-11 | Verfahren zur Bestimmung von Nebensprechkopplungsvektoren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV7507A DE972784C (de) | 1954-07-11 | 1954-07-11 | Verfahren zur Bestimmung von Nebensprechkopplungsvektoren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE972784C true DE972784C (de) | 1959-09-24 |
Family
ID=7571953
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEV7507A Expired DE972784C (de) | 1954-07-11 | 1954-07-11 | Verfahren zur Bestimmung von Nebensprechkopplungsvektoren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE972784C (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE510100C (de) * | 1924-07-02 | 1930-10-21 | Siemens Brothers & Co Ltd | Schaltungsanordnung zur Bestimmung der gegenseitigen Stoerungen der Stromkreise in Telephonkabeln |
| DE866198C (de) * | 1942-11-27 | 1953-02-09 | Fernkabel Ges Mit Beschraenkte | Messeinrichtung zur Bestimmung der Ausgleichselemente zur Verminderung des durch komplexe Kopplungen verursachten Fernnebensprechens zwischen Fernmeldeleitungen gleicher UEbertragungsrichtung |
-
1954
- 1954-07-11 DE DEV7507A patent/DE972784C/de not_active Expired
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE510100C (de) * | 1924-07-02 | 1930-10-21 | Siemens Brothers & Co Ltd | Schaltungsanordnung zur Bestimmung der gegenseitigen Stoerungen der Stromkreise in Telephonkabeln |
| DE866198C (de) * | 1942-11-27 | 1953-02-09 | Fernkabel Ges Mit Beschraenkte | Messeinrichtung zur Bestimmung der Ausgleichselemente zur Verminderung des durch komplexe Kopplungen verursachten Fernnebensprechens zwischen Fernmeldeleitungen gleicher UEbertragungsrichtung |
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