DE972434C - Augenglas - Google Patents
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- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
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Description
(WlGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 23. JULI 1959
p 29226 VIcj32b Ό
Augenglas
Die Erfindung bezieht sich auf durchsichtige Augengläser, von denen kleine Teile für die Herstellung
von Mehrfokusbrillengläsern in Linsen von Kronglas eingeschmolzen werden sollen. Derartige
Gläser müssen gewisse Anforderungen erfüllen und vor allem Wärmeausdehnungskoeffizienten
und Erweichungspunkte haben, die für ein gutes Verschmelzen mit optischen Krongläsern geeignet
sind. Der Erweichungspunkt ist die Temperatur, bei der eine Glasfaser von bestimmter Größe
sich unter ihrem eigenen Gewicht um einen gegebenen Betrag verlängert, wenn sie in einem kleinen
Ofen mit bestimmten Dimensionen aufgehängt wird (Viscosity of Glass between the Strain Point
and Melting Temperature, by H. R. Li Hie, Journ. Am. Cer. Soc, Vol. 14, page 502, July 1931). Die
Gläser müssen auch einen guten Widerstand gegen Entglasung während des Einschmelzens haben,
sowie chemische Beständigkeit oder Widerstandsfähigkeit gegen Verwitterung besitzen. Ihr Zweck
erfordert eine Brechungszahl für die D-Linie (1Hq)
zwischen etwa 1,57 und 1,70, und es ist erwünscht, daß sie eine Streuzahl (Vd) haben, die so hoch wie
möglich ist. Bekannte Augengläser mit hoher Brechungszahl haben eine maximale Streuzahl von
etwa 32, die kleiner ist als erwünscht. Bekannte Gläser mit niedriger Brechungszahl haben eine
maximale Streuzahl von etwa 50, aber haben ungenügende chemische Beständigkeit.
Hauptzweck der vorliegenden Erfindung ist es, Augengläser zu schaffen, die höhere Streuzahlen
haben, als bisher in Gläsern dieser Art erreichbar
909 562/30
war, ohne daß jedoch andere wünschenswerte Eigenschaften aufgeopfert werden.
Ein anderer Zweck der Erfindung ist es, Augengläser zu schaffen, die optische Eigenschaften
haben, die sich im Bereich von Hd=I1 68, Vd=
bis M0= 1,57, Vd=SS bewegen, aber gleichzeitig
gute chemische Beständigkeit, Erweichungspunkte unter 7500 C und Wärmeausdehnungskoeffizienten
zwischen 70 · 10—7 und 97 · 10—7 pro 0C zwischen
ο und 3000 C aufweisen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung besteht das Glas im wesentlichen aus 37 bis 53% SiO2, 2 bis
5VoB2O3, 3 bis 10VoZrO2, ο bis 240ZoBaO, 5 bis
14"/» eines Alkalimetalloxydes, das nicht Li2O ist
und Na2O oder Na2 O+ K2 O sein kann, ο bis
15% PbO und aus 5 bis 12% eines Oxyds mindestens
eines Metalls der II. Periodischen Gruppe, dessen Atomgewicht zwischen 40 und 113 liegt,
nämlich Ca, Zn, Sr oder Cd, wobei der Gesamten betrag dieser vier Oxyde von 9 bis 22% ist, aber
der Betrag des einzelnen Oxyds höchstens 12% ist. Das Glas enthält mindestens zwei der genannten
zweiwertigen Oxyde, und der Gesamtprozentsatz an zweiwertigen Oxyden ist nicht kleiner als 22%
a5 und nicht größer als 40%), Vorzugsweise bestehen die neuen Gläser aus 37 bis 47VoSiO2, 2 bis
5 Vo B2O3, 6 bis 8Vo ZrO2, 1 bis 10Vo TiO2, 15 bis
24'0A)BaO, 5 bis 8VoCaO, 4 bis 12V0 ZnO oder
PbO oder eines Gemisches beider und 5 bis 12 Vo eines Alkalimetalloxydes, das nicht LiO2 ist und
Na2O oder Na2 O+ K2 O sein kann.
Für den vorliegenden Zweck liegt der Hauptmangel der bekannten Gläser in ihrer hohen
Streuung von Licht verschiedener Wellenlängen, d. h. in ihrer niedrigen Streuzahl, die eine weitgehende
Farbstreuung verursacht. Bekannte Gläser sollten größere Mengen, z. B. bis zu 43VcBaO enthalten,
weil BaO die Brechungszahl hebt, ohne ungebührlich die Streuzahl zu erniedrigen. Mehr als
28'0ZoBaO können jedoch Entglasung verursachen,
was bei einer maschinellen Verarbeitung des Glases stört. Da andererseits die Verwendung von BaO in
solchen beträchtlichen Mengen auch dazu führt, die Verflüssigungstemperatur des Glases ungünstig zu
heben, werden erfindungsgemäß ein oder mehrere andere zweiwertige Oxyde hinzugefügt, um dies
zu verhindern oder dem entgegenzuwirken. Zweiwertige Oxyde, die für diesen Zweck geeignet sind,
sind PbO, CaO, ZnO, SrO und CdO. Es sind auch Gläser mit einem Gehalt an Zirkonbxyd,
wenig Alkalioxyd und viel Bariumoxyd bekannt, wobei dem Zirkonoxyd eine Verbesserung
der Alkalifestigkeit des Glases zugeschrieben wurde. Jedoch wurde hierbei, abgesehen davon, daß
man in dieser Beziehung für einen Gehalt an TiO2
(statt ZrO2) bessere Wirkung festgestellt hat, nicht beachtet, wie sich die anderen Eigenschaften
des Glases durch den Gehalt an ZrO2 ungünstig verändern. Bei den erfindungsgemäßen Gläsern
6ΰ liegt demgemäß infolge einer Erhöhung des Gehalts
an Alkalioxyd, einer Senkung des BaO-Gehalts und einer bestimmten Einstellung anderer Bestandteile,
insbesondere der Oxyde zweiwertiger Metalle, eine neue Zusammensetzung vor, die das Glas mit
einer wohlausgewogeneii Kombination sämtlicher wesentlicher Eigenschaften für die Verwendung
in Bifokallinsen und besonders für deren automatische Massenherstellung hervorragend geeignet
macht.
Die Benutzung von PbO in geringen Beträgen ist, obwohl es nicht wichtig ist, in manchen Fällen
wünschenswert, z. B. in Gläsern, bei denen «0=1,65
oder mehr ist, weil es die Brechungszahl hebt und die Erweichung des Glases unterstützt. Da PbO
dazu neigt, die Streuzahl weitgehend zu erniedrigen, sollten nicht mehr als etwa 15% davon benutzt
werden.
CaO, ZnO, SrO und CdO erhöhen ebenfalls die Brechungszahl. Sie sind besonders wertvoll für das
weitere Anwachsen der Brechungszahl, ohne Entglasung in den Gläsern zu verursachen, die einen
größeren Ba O-Gehalt haben, können aber auch dem Glas unabhängig von der Gegenwart oder Abwesenheit
von BaO zugegeben werden. Bis zu 12 Vo von jedem können so angewendet werden, vorausgesetzt,
daß ihr Gesamtgehalt 22 Vo nicht überschreitet. Die neuen Gläser sollten vorzugsweise
5 bis 8VaCaO und 4 bis 12 Vo ZnO oder PbO
oder beides enthalten. Es wurde gefunden, daß die Kombination und die Anteile von zweiwertigen
Oxyden, die eine optimale chemische Beständigkeit, eine hohe Brechungszahl zusammen mit einer hohen
Streuzahl und eine relativ niedrige \rerflüssigungstemperatur
bewirken, 20 V» BaO, 5 Vo CaO und 7,5% ZnO sind. Andere Oxyde können, wenn.
erwünscht, mit Vorteil beigefügt werden, wie folgt:
TiO2 kann in das Glas mit Vorteil für die optischen
Eigenschaften und die chemische Beständigkeit eingeschlossen werden. Sowohl TiO2 als auch
ZrO2 neigen dazu, die Brechungszahl des Glases mehr zu heben als die anderen Bestandteile. Aber
während ZrO2 nur eine leichte Wirkung auf die Streuzahl hat, hat Ti O2 eine starke drückende Wirkung
auf sie. Daher wird es vorgezogen, so viel ZrO2 zwischen 3 und 10% zu benutzen, als in dem
Glas gelöst wird, und so viel als möglich TiO2 hinzuzufügen, ohne daß dadurch die Streuzahl unangemessen
erniedrigt wird. Bis zu io°/oTi02 können
so zugeführt werden.
Bis zu 8Vo, aber vorzugsweise nicht über 5°/o Al2O3 können zugegeben werden, vorzugsweise,
aber nicht notwendig, an Stelle von SiO2. Eine solche Zugabe vermehrt die Widerstandsfähigkeit
des Glases gegen Entglasung.
Der Ausdehnungskoeffizient für ein geeignetes Abschmelzen mit optischem Kronglas variiert
etwas mit dem Erweichungspunkt und mit der Zusammensetzung, und die neuen Gläser lassen sich
befriedigend einschmelzen, wenn ihre Ausdehnungskoeffizienten
zwischen 70 ■ io~7 und 97 · io~7 pro
0C zwischen ο und 3000 C betragen.
Die folgenden Zusammensetzungen in Gewichtsprozenten, bezogen auf ihre Rohmassen, stellen
Ausführungsbeispiele für die erfindungsgemäßen Gläser, .dar:
SiO2
B2O3
ZrO2
BaO
CaO .
ZnO
ίο CdO
PbO
Na2O
K2O
Al2O3
TiO2
Erweichungspunkt
Ausdehnungskoeffizient
(Χίο-7)
(Χίο-7)
»ο
ao Vd
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| 43" | 46 | 4O,5 | 46,5 | 52,5 | 47 | 49 |
| 5 | 4 | 4 | 4 | 4 | 5 | 2 |
| 7 | 7 | 6 | 7 | 3 | IO | IO |
| 20 | 20 | 20 | 20 | 20 | — | 6 |
| 5 | 5 | IO | 5 | — | IO | 5 |
| ■ — | ■—■ | IO | 7,5 ' | 7.5 | 12 | 12 |
| — . | 6 | — | 5 | — | ||
| 5 | — | —· | — | — | — | — |
| 5 | 7 | 5,5 | 7 | 7 | 14 | 14 |
| 2 | — | — | — | — | — | |
| 2 | — | — | — | 2 | 2 | |
| 8 | 3 | 4 | 3 | I | —'■ | — |
| 738 | 746 | 736 | 743 | 723 | 712 | 732 |
| 8o | 81 | 84 | 80 | 76 | 88 | 88 |
| 1,653 | 1,616 | 1,641 | 1,616 | 1,583 | 1,586 | 1,584 |
| 4i,5 | 49-4 | 47.5 | 5o,5 | 54.1 | 53-2 | 5i,9 |
39,5
20
5 7,5
727
82 1,664
41.2
SiO2
B2O3
ZrO2
BaO
CaO
ZnO
PbO
Na2O
TiO2
Erweichungspunkt ...
Ausdehnungskoeffizient (χ 10-7)
nD
Vd
| 9 | 10 |
| 43,5 | 44,5 |
| 4 | 4 |
| 7,5 | 7 |
| 23.5 | 23.5 |
| 5 | 8 |
| 4 | — |
| IO | IO |
| 2,5 | 3 |
| 702 | 716 |
| 94 | 94 |
| 1,616 | 1,616 |
| 49,6 | 49,8 |
11
Die Zusammensetzung 8 ist besonders geeignet für die Kombination mit einem sogenannten harten
Kronglas, das einen Erweichungspunkt von 7620 C und einen Ausdehnungskoeffizienten von 81 hat.
Die Zusammensetzungen 9 und 11 sind besonders geeignet für die Kombination mit- einem Kronglas,
das eine Brechungszahl »0 = 1,523 hat, einen Erweichungspunkt von 7270 C und einen Ausdehnungskoeffizienten
von 93.
Die erfindungsgemäßen Gläser haben jeweils einen Brechungsindex (nD) und eine Streuzahl
(Vd) innerhalb eines Gebietes, das durch Linien umgrenzt wird, die in der angegebenen Reihenfolge
die folgenden Punkte einer graphischen Darstellung der beiden Werte in einem Koordinatensystem verbinden:
«0=1,68, Vd=42,5; %=ΐ,68, Vd=Ap;
»0=1,66, Vd=4o; »D=i,57, Vd=Sz; «0=1,57.
Vd=55; »ΰ=ΐ,60, Vd = SS-
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Augenglas mit einem Gehalt an Zirkonoxyd, Alkälioxyd und gegebenenfalls Barium-39
37 20107
695931,66041Erweichungspunkt unter Wärmeausdehnungskoeffi-10—7 und 97 · 10—7 pro 0Coxyd, mit einem
7500 C und einem
zienten zwischen 70zwischen ο und 3000 C, dadurch gekennzeichnet, daß das Glas im wesentlichen aus 37 bis 53% SiO2, 2 bis 51VoB2O3, 3 bis 10VoZrO2, 5 bis 14% Na, O oder eines Gemisches aus Na2O und K2O, aber ohne Li2O, 5 bis 12% CaO oder ZnO oder SrO oder CdO oder 9 bis 22% eines Gemisches dieser vier Oxyde mit einem Höchstanteil von 12 Vo jedes der Oxyde in diesem Gemisch, gegebenenfalls ο bis 24% BaO und 0 bis 15% PbO besteht, wobei das Glas mindestens zwei Oxyde der genannten zweiwertigen Metalle enthält und die Gesamtmenge dieser Oxyde nicht weniger als 22 Vo und nicht mehr als 40% beträgt, und daß das Glas gegebenenfalls noch ο bis 10VoTiO2 und ο bis 8°/o Al2O3 enthält. - 2. Augenglas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Glas im wesentlichen aus 37 bis 47VoSiO2, 2 bis 5VoB2O3, 6 bis 8VoZrO2, 5 bis 12% Na2O oder eines Gemisches aus Na2O und K2O, aber ohne Li2O, S bis 8% CaO, 4 bis 12% ZnO oder PbO oder eines Gemisches aus ZnO und PbO, 15 bis 24% BaO und ι bis 10% Ti O9 besteht.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 596513, 746997, 710079;USA.-Patentschriften Nr. 1943 051, 1765287, 2523265;französische Patentschrift Nr. 889098;Journal of the Soc. of Glass Techn., 1927, Bd. XI, Nr. 41, S. 52 bis 64;Sprechsaal für Keramik, Glas, Email, 5. 3. 54, S. 117;Eitel-Piremm, Scheel, Glastechnische Tabellen, 1932, S. 101, 102, 134, 234; Glastechnische Berichte, Bd. 6, 1928/29, S. 192. ao909 562/30 7.59
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| DE746997C (de) * | 1939-12-11 | 1944-09-01 | Jenaer Glaswerk Schott & Cen | Optisches Glas |
| US2523265A (en) * | 1947-11-28 | 1950-09-26 | Corning Glass Works | Ophthalmic glass |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR982694A (fr) | 1951-06-13 |
| BE495966A (de) | 1950-09-16 |
| US2523265A (en) | 1950-09-26 |
| GB666711A (en) | 1952-02-20 |
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