DE968954C - Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von Roestkaffee - Google Patents
Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von RoestkaffeeInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 11. SEPTEMBER 1958
ρ 14869 IVaJ53dD
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Haltbarkeit von Röstkaffee durch Überziehen
mit einem Wachs.
Es ist eine bekannte Erscheinung, daß geröstete Kaffees, insbesondere die in Norddeutschland beliebten
dunkel gerösteten Sorten, leicht zum Schwitzen neigen. Bei dem Vorgang tritt Fett aus dem inneren
Zellgefüge an die Bohnenoberfläche und wird hier allmählich oxydiert. Dabei nimmt der Kaffee
einen unangenehmen, alten, abgestandenen, leicht ranzigen Geschmack an. Man hat versucht, den
Kaffee durch Überziehen der gerösteten Bohnen mit sogenannten Glasurmitteln, bestehend aus unschädlichen
Harzen, Wachsen oder Mischungen von solchen, vor dem Zutritt der Luft zu schützen und
ihm dadurch eine bessere Haltbarkeit zu erteilen.
Im Ergebnis befriedigten die Versuche jedoch nicht, so daß man in Fachkreisen zur Ansicht gekommen
ist, daß es vorteilhafter wäre, von einer Glasierung überhaupt abzusehen und den Kaffee nur sorgfältig
zu rösten.
Es wurde auch schon vorgeschlagen, Kaffeebohnen unter Zusatz von öl od. dgl. zum Beispiel in
einem Bad aus heißem öl oder anderen Fetten zu rösten.
Man ist aber längst davon abgekommen, öligen und speckigen Röstkaffee herzustellen. Von maßgebender
Stelle ist dabei darauf hingewiesen worden, daß mit solchen Mitteln den Kaffeebohnen nur
der Schein einer besseren Beschaffenheit gegeben würde und daß es unwahrscheinlich ist, daß das
Ölen zur Erhaltung des Aromas beiträgt. Sorgfältig
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gerösteter Kaffee soll eine gleichmäßige braunmattierte Oberfläche aufweisen und keine ölige Beschaffenheit.
Die Verhinderung einer solchen Beschaffenheit ist gerade der Zweck des Verfahrens
nach der Erfindung.
Bei den bekannten Entkoffeinierungsverfahren werden dem Kaffee zwangsweise in mehr oder
minder großen Mengen wasserlösliche und ölige Anteile entzogen, die dem entkoffeinierten Kaffee
ίο wieder zugeführt werden, um seinen Extraktgehalt
nicht zu schmälern. So ist es z. B. bekannt, rohen gemahlenen Kaffee durch Erhitzen mit Wasser ohne
Druck so zu behandeln, daß das Zellgewebe gesprengt wird, und den Kaffee dann mit Äther- oder
Ammoniaklösung auszulaugen. Aus dem Filtrat wird das Koffein entfernt, worauf die aus der wäßrigen
Flüssigkeit erhaltenen Stoffe mit den Fetten dem koffeinfreien Bohnenrückstand wieder beigemischt
werden. Eine Vermeidung des Schwitzens der Bohnen ist hierbei nicht beabsichtigt und kann
auch nicht erreicht werden, zumal das Verfahren von gemahlenem Kaffee ausgeht.
Nach einem anderen Verfahren werden rohe Kaffeebohnen ohne jede Vorbehandlung mit Extraktionsmitteln,
z. B. Trichloräthylen, behandelt, das mit dem Koffein auch die in der Wärme flüssigen
Kaffeeöle auszieht. Den Bohnen werden die während der Extraktion des Koffeins mit extrahierten
öligen Anteilen nach Entfernung der darin noch enthaltenen Koffeinreste durch Auskochen mit Wasser
während des Röstvorgangs wieder zugegeben. Auch hierbei handelt es sich nicht um eine Verhinderung
des Schwitzens der gerösteten Bohnen wie bei dem Verfahren nach der Erfindung, sondern nur
um die Entkoffeinierung von Kaffeebohnen und um das Zurückführen der während dieser Entkoffeinierung
mit extrahierten Extraktstoffen in die Kaffeebohnen. Bei dem bekannten Verfahren wird den
Kaffeebohnen günstigstenfalls nur das zugeführt, was ihnen im Extraktionsprozeß entzogen wurde.
Beim Rösten werden solche Bohnen mindestens ebenso tiefgreifend verändert wie andere Bohnen
auch, da ihnen keine das Schwitzen verhindernden Stoffe zusätzlich zugeführt worden sind, wie es bei
dem Verfahren der Erfindung der Fall ist.
Weiter ist ein Verfahren zum Entkoffeinieren von Kaffee bekanntgeworden, bei dem Extraktionsmittel
vor seiner Verwendung· zur Entkoffeinierung mit Extraktivstoffen des Kaffees und mit Kaffeewachs
angereichert wurde. Dies geschah aber nur, um Verlust der Bohnen an Extraktivstoffen und an Kaffeewachs
zu vermeiden, und zwar zu dem Zweck, diese Stoffe nicht später wieder zusetzen zu müssen wie
bei den anderen Entkoffeinierungsverfahren. Eine Behandlung der Kaffeebohnen zu dem Zweck, das
Schwitzen der Bohnen beim Röstvorgang zu vermeiden, findet bei diesem bekannten Verfahren nicht
statt.
Die Erfindung hat sich demgegenüber die Aufgäbe gestellt, den als Schwitzen bekannten Austritt
des Fettes aus dem inneren Zellgefüge an die Bohnenoberfläche dadurch zu verhindern, daß die
Bohnen .mit einem Überzugsmittel behandelt werden, das ein arteigener Bestandteil der Bohne ist
und beim Rösten die Bohnenoberfläche genügend vor einem Austritt des Fettes schützt.
Dies wird dadurch erreicht, daß die Kaffeebohnen vor der Röstung mit einer Lösung von bei der
Koffeingewinnung aus Kaffee anfallendem, zweckmäßigerweise gereinigtem Wachs besprüht werden.
Beim Rösten von entkoffeiniertem Kaffee wird das gereinigte Wachs zweckmäßig in einer größeren als
der ursprünglich im Kaffee enthaltenen Menge zugeführt.
Unter den ätherlöslichen Anteilen der Rohkaffeebohnen,
die etwa 15 bis i6'°/o betragen, stellen etwa
3°/o Wachse dar, die sich vorzugsweise in den äußeren Samenschichten befinden. Über die Ver- '
änderung dieser Bestandteile durch den Röstvorgang berichten M as sat sch und Schneider
in »Deutsche Nahrungsmittel-Rundschau«, 1935, Heft 5. Aus der Arbeit ergibt sich, daß das Wachs
beim Rösten in erster Linie angegriffen, das eigentliche Fett jedoch nur unwesentlich verändert wird.
Infolgedessen wird das aus seinem Zellgefüge durch den Röstvorgang gelockerte und leicht flüssige Fett
das Bestreben haben, sich auf der ganzen ihm gebotenen Fläche auszubreiten und alsbald auch als
glänzender Überzug auf der Bohnenoberfläche zu erscheinen.
In besonders auffälligem Maße wirkt sich der Vorgang bei den koffeinfreien Kaffees aus, da diesen
beim Entkoffeinierungsprozeß außer dem Koffein die Hauptmenge des Wachses entzogen wird.
Das bei der Koffeinentziehung anfallende Wachs ist stets mehr oder weniger koffeinhaltig und wird
daher vorteilhaft zwecks Reinigung zunächst mit Wasser ausgekocht. In getrocknetem Zustand stellt
es eine dunkle, spröde Masse von muschligem Bruch dar, die folgende Merkmale aufweist:
Säurezahl 3,5
Verseif ungszahl 17.09.
Phytosteringehalt 1,60%
Schmelzpunkt nach
Kraemer-Sarnow . . . . 47,50° C
Im Gegensatz zu den sonst üblichen Glasurmitteln harziger Herkunft bleibt das Kaffeebohnenwachs
nicht auf der Bohnenoberfläche haften und überzieht diese firnisartig, sondern dringt überraschend
schnell in die äußeren Samenschichten wieder ein. Dadurch sind aber für die gerösteten
Bohnen die gleichen Verhältnisse wiederhergestellt, wie sie ursprünglich in der ungerösteten Bohne vorlagen
und deren unbegrenzte Haltbarkeit gewährleisten. Da während des Röstens die schützende
Wachsschicht in erster Linie zerstört wird, so werden durch die Zufuhr von arteigenem Wachs die eingetretenen
Verluste ausgeglichen, und es wird die abschließende schützende Wirkung wiederhergestellt.
Dabei weisen die erfindungsgemäß behandelten und mit Wachs angereicherten Bohnen ein gefälliges
und sauberes Äußeres auf, das in nichts an die sonst übliche Wirkung von Glasurmitteln harziger
Provenienz mehr erinnert.
Mitbestimmend sind hierfür sowohl der verhältnismäßig niedrige Schmelzpunkt des Wachses als
auch der Vorzug, daß es sich nicht mehr um ein artfremdes, sondern um ein ausgesprochen arteigenes
Behelfsmittel handelt.
Als Lösungsmittel für das Wachs kann jedes beliebige Lösungsmittel Verwendung finden, das das
Kaffeewachs in genügender Konzentration löst und das rasch abdunstet.
ίο Man hat zwar schon vorgeschlagen, wasserunlösliche
Überzugstoffe für Kaffeebohnen in organischen Lösungsmitteln wie Sprit und anderen flüchtigen,
jedoch höchst feuer- und explosionsgefährlichen Lösungsmitteln gelöst anzuwenden. Hiermit hat
aber das Verfahren nach der Erfindung nichts zu tun, da es sich um das Aufbringen, z. B. Aufspritzen,
von Kaffeewachs handelt, das in einem flüchtigen, vorzugsweise nicht brennbaren Lösungsmittel gelöst
ist.
Als besonders geeignet haben sich chlorierte Kohlenwasserstoffe erwiesen und darunter vor allem
das Dichlormethan vom Siedepunkt etwa 400 C. Mit diesem lassen sich ohne Schwierigkeit schon bei
gewöhnlicher Temperatur 200/oige Lösungen des
a5 Wachses herstellen, die sich bequem auf die Bohnen
zerstäuben lassen und diese gleichmäßig überziehen. Ferner bietet dieses Lösungsmittel den Vorteil, daß
es sich leicht verflüchtigt und eine besondere Abtrocknung der Bohnen überflüssig macht.
Das Verfahren eignet sich auch besonders gut zur Verhinderung des Schwitzens von entkoffeiniertem
Kaffee.
Ausführungsbeispiel
Auf 300 g rohen Columbis-Kaffee werden unter Rühren der Bohnen 12 ecm einer 20°/oigen Lösung
von gereinigtem Kaffeewachs in Methylenchlorid vom Siedepunkt 400 C zerstäubt. Die auf diese
Weise behandelten Bohnen werden an der Luft vorgetrocknet und abgeröstet.
Das Endprodukt enthält nach dem Rösten nur mehr etwa diejenige Menge an Wachs, die in den
ungerösteten Kaffeebohnen enthalten war.
Das beanspruchte Verfahren stellt keinen Verstoß gegen die Kaffeeverordnung vom 10. Mai 1930 dar,
da keine gesundheitsschädlichen Stoffe Verwendung finden, sondern nur solche, die auch sonst in jeder
Kaffeebohne enthalten sind.
Claims (4)
1. Verfahren zur Erhöhung der Haltbarkeit von Röstkaffee durch Überziehen mit einem
Wachs, dadurch gekennzeichnet, daß die Kaffeebohnen vor der Röstung mit einer Lösung von
bei der Koffeinentziehung auf Kaffee anfallendem, zweckmäßigerweise gereinigtem Wachs
besprüht werden.
2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Lösung des Wachses chlorierte Kohlenwasserstoffe verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Wachs in Dichlormethan
gelöst und in derart konzentrierter Lösung verwendet wird, daß das Lösungsmittel
rasch an der Luft verdunstet und daß die damit behandelten Bohnen ohne besondere Entfernung
von Lösungsmittelresten der Abröstung züge- " führt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß entkoffeinierten
Kaffeebohnen das zweckmäßig gereinigte Wachs in einer größeren als der ursprünglichen
im Kaffee enthaltenen Menge zugeführt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Tr ill ich : »Rösten und Röstwaren«, Verlag Heller, München, 1934, S. 227.
Tr ill ich : »Rösten und Röstwaren«, Verlag Heller, München, 1934, S. 227.
© m 612/24 9·.
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1948
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Non-Patent Citations (1)
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