DE9635C - Verfahren zur Entphosphorung des Roheisens beim Hochofenbetriebe - Google Patents

Verfahren zur Entphosphorung des Roheisens beim Hochofenbetriebe

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DE9635C
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Germany
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blast furnace
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pig iron
furnace operations
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E. ANDRE in Koblenz
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C1/00Refining of pig-iron; Cast iron
    • C21C1/02Dephosphorising or desulfurising

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Furnace Housings, Linings, Walls, And Ceilings (AREA)

Description

1879.
Klasse 18.
EMIL ANDRE in COBLENZ. Verfahren zur Entphosphorung des Roheisens beim Hochofenbetriebe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. März 1879 ab.
Man legt in der Giefshalle das Abstichbett oder die Coquillen einen oder einige Fufse tiefer, als sie jetzt für gewöhnlich liegen, und bringt neben oder vor dem Hochofen zwei oder drei stationäre Kessel an, die nach Art der Giefspfanne beim Bessemer-Betrieb construirt, mit feuerfester Masse * bekleidet, oben offen sind und unten ein Abstichloch haben. Ihre Gröfse mufs eine derartige sein, dafs jede einzeln oder zwei einen ganzen Abstich aufnehmen können. Die noch vorhandenen dienen als Reserven. Das Futter der Gruben oder Kessel besteht aus einer feuerfesten basischen Masse oder basischem Ziegelmauerwerk. Man benutzt dazu Dolomit, am besten todtgebrannten Dolomit, welchem als Bindemittel ca. 2 pCt. eines frisch angerührten Breis von gebranntem Kalk und Schwefelsäure beigemengt sind. Diese Masse kann eingestampft oder zu Ziegeln geformt werden, welche sich wochenlang, natürlich nicht zu lange, unzersetzt an der Luft halten. Am besten ist natürlich, wenn man einen so ausgefütterten Kessel oder Grube möglichst gar nicht mehr erkalten läfst.
Die Wände des so ausgefütterten Kessels werden mit grofsen Stücken von manganreichem Eisenstein oder Fabrikationsabfällen oder armen Braunstein (der möglichst rückstandsarm, nur Eisen oder kalkige oder thönige Beimengungen enthält) besetzt, dann wird derselbe angewärmt und endlich das zu reinigende Eisen in den Kessel abgestochen. Gleichzeitig mit dem Einströmen des Eisens läfst man gepulverten Braunstein von ca. 50 pCt. aus einer schräg in den Kessel von oben mündenden Röhre oder Rinne mit einströmen, der sich so innig mit dem einfüefsenden Eisen vermischt. Die Menge des eingeführten Braunsteins ist so bemessen, dafs mit den annähernd bekannten Gehalten von Phosphor, Silicium und Schwefel und unter Berücksichtigung des eigenen Rückstandsgehaltes dreibasische Salze sich bilden können; auch ist es zweckmäfsig, dem Braunstein ein solches Quantum Kalk oder Dolomit, oder noch besser Flufsspath (fein gepulvert) beizugeben, dafs die eigenen Gehalte an Rückstand vollständig da1 durch gebunden werden.
Für etwaige Gehaltsschwankungen dienen die an den Wänden stehenden grofsen Stücke als Reserve, welche zugleich zum Schonen des Futters beitragen sollen.
Das Eisen wird nun zunächst aus dem Hochofen in einen bezw. zwei Kessel abgestochen. Durch das Einströmen des Eisens tritt es mit den die Oxyde enthaltenden Wänden des Kessels in innige Berührung, so dafs in 5 bis 10 Minuten, unter Umständen noch schneller, Schwefel, Phosphor und Silicium abgeschieden sind, und die Abscheidung des Kohlenstoffes beginnt. Dann wird der Kessel selbst durch die untere Oeffnung entleert und das gereinigte Eisen in Betten oder Coquillen abgestochen.
Stellt sich in der Praxis heraus, dafs zu grofse Massen gleichzeitig sich nicht gut reinigen lassen, so kann man mit Hülfe von drei Kesseln auch stündlich den Hochofen abstechen, ohne durch den Abstich auszublasen und ohne das Gebläse stillzusetzen, das Abstichloch nach Art eines grofsen Cupolofens wieder stopfen. Um die Abkühlung und Schalenbildung möglichst zu vermeiden, kann man jeden Kessel auch mit einem inneren feuerfest bekleideten Deckel, der am Dach aufgehängt ist und mehrere Schaulöcher hat, schliefsen.
Lassen sich aus irgend einem Grunde die Betten oder Coquillen in der Giefshalle nicht so viel tiefer legen, dafs die Höhe eines Abstichkessels (ca. ι m) sich gewinnen und einschalten läfst, dann mufs man die Abstichkessel mit einem Krahne heben, um das gereinigte Eisen in den Betten oder Coquillen abstechen zu können.
Diese Construction ist besonders dann anzuwenden, wenn man das so gereinigte Eisen unmittelbar einem Frischprocefs im Bessemer-Converter, Siemens-Martin-Ofen oder Puddelofen unterwerfen will. Diese Anlage wird immer einige hundert Schritt entfernt sein vom Hochofen und deshalb sind dann die. Abstich- und Reinignngskessel beweglich zu machen (horizontal per Bahn, vertical per Krahn). .
Ferner läfst sich die Reinigung auch vollziehen in einem ausgemauerten und feuerfest ausgekleideten Räume, der mit dem Eisenkasten auf gleichem Niveau steht. Der betreffende Raum ist nach Art eines Schöpfvorherdes mit
dem Eisenkasten in Verbindung oder er steht seitlich etwas tiefer als letzterer. Er wird continuirlich oder periodisch aus dem Eisenkasten gefüllt und gegen Abkühlung durch Bedeckung geschützt.
Das Vorwärmen der Abstichkessel jeder Construction kann geschehen durch Kohlen, Koks oder die Hochofengase selbst, die man auch im Anfang des Reinigungsprocesses noch einwirken lassen kann. Nach einer praktisch zu ermittelnden Frist sind dieselben abzusperren, um den Eintritt der Kohlenoxyd-Reaction besser erkennen zu können.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das direct aus dem Hochofen entnommene Roheisen in offenen Gruben oder Kesseln zu entphosphoren, welche mit Dolomit, dem als Bindemittel ein Brei von Kalk und Schwefelsäure beigemengt ist, ausgekleidet und mit Stücken von manganreichen Eisenoxyden oder Manganerzen ausgesetzt worden waren.
DENDAT9635D Verfahren zur Entphosphorung des Roheisens beim Hochofenbetriebe Active DE9635C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE889163C (de) * 1940-12-21 1953-09-07 Mannesmann Huettenwerke A G Giessrinne zur Durchfuehrung metallurgischer Reaktionen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE889163C (de) * 1940-12-21 1953-09-07 Mannesmann Huettenwerke A G Giessrinne zur Durchfuehrung metallurgischer Reaktionen

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