DE956707C - Wanderfeldroehre zur Verstaerkung und Schwingungserzeugung - Google Patents
Wanderfeldroehre zur Verstaerkung und SchwingungserzeugungInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 24. JANUAR 1957
C 8949 VIII a 12ig
Guy Convert, Paris ist als Erfinder genannt worden
Zusatz zum Patent 854
In dem Patent 854 378 ist eine Wanderfeldverstärkerröbre
beschrieben, bei der die Ausgangsenergie sowohl von der längs der Verzögerungs-'
leitung fortschreitenden Höchstfrequenzwelle als auch von dem Elektronenstrahl mit Hilfe eines
Hohlraumresonators abgenommen wird, durch den der Strahl hindurchgeht. Bekanntlich gibt der
Strahl Energie an die Höchstfrequenzwelle ab, um die letztere zu verstärken, und wird gleichzeitig
durch diese Welle moduliert.
Nun ist es manchmal schwierig, die von der Höchstfrequenzwelle gelieferte Energie mit der
vom Elektronenstrahl gelieferten Energie zu kombinieren, da zwischen beiden eine Phasenverschiebung
vorhanden ist, die manchmal nicht ohne weiteres ausgeglichen werden kann. So könnte man bei
Abnahme der vom Strahl gelieferten Energie in einem Hohlraumresonator unter Umständen dazu
veranlaßt werden, die Energie von der Verzögerungsleitung nicht zu verwenden, sondern sie in
einem Belastungswiderstand zu vernichten. Dies führt aber zu einer Herabsetzung des Wirkungsgrades
der Röhre.
Ein Ziel der vorliegendien Erfindung ist die Ausschaltung dieses Nachteils. Insbesondere ist Gegenstand
der Erfindung eine Röhre der in dem erwähnten Hauptpatent beschriebenen Art, deren
Verzögerungsleitung aus zwei verschiedenen Abschnitten besteht.
Der erste Abschnitt der Leitung, d. h. der der Kathode benachbarte Abschnitt, verhält sich wie
die Verzögerungsleitung einer normalen Wander-
feldverstärkerröhre: Die Leitung ist der Sitz einer fortschreitenden Welle, die durch Wechselwirkung
mit dem Elektronenstrahl verstärkt wird.
Der zweite Abschnitt ist so bemessen, daß die Wechselwirkung zwischen der Welle und dem
Elektronenstrahl eine Verstärkung der Höchstfrequenzenergie des Strahls ergibt, wodurch die
Dichtemodulation der Elektronenströmung am Eingang des Hohlraumresonators zunimmt, während
ίο die vorwärts schreitende Welle am Ausgang der
Leitung so stark gedämpft ist, daß eine Vernichtung der Höchstfrequenzenergie der Welle vollkommen
unnötig wird.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung an Hand der
Zeichnungen. Hierin zeigt
Fig. ι im Längsschnitt eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Röhre und
Fig. 2 ebenfalls im Längsschnitt eine andere Ausführungsform der Erfindung.
Fig. ι zeigt eine Röhre mit einem vakuumdichten Kolben i. An einem Ende dieses Kolbens
ist eine Elektronenkanone 2 angeordnet, die in an sich bekannter Weise im wesentlichen aus einer
Kathode 21, einem Wehneltzylinder 22 und einer Beschleunigungsanode 24 besteht. Die Kathode
wird von einer Spannungsquelle 23 auf stark negativem Potential gehalten, während die Beschleunigungsanode
24 geerdet ist.
Die Elektronenkanone 2 sendet einen zylindrischen Elektronenstrahl aus, der sich durch eine
Folge von mit ihm koaxialen Hohlräumen fortpflanzt. Diese Hohlräume werden durch Querwände
des Kolbens 1 gebildet. Der Strahl ist mit diesen Hohlräumen durch Spalte 8 gekoppelt, die in einem
mit dem Kolben 1 koaxialen Zylinder 9, durch den sich der Strahl fortpflanzt, angebracht sind.
Zwei Arten dieser Hohlräume sind vorgesehen. Diejenigen Hohlräume 6, die der Elektronenkanone
2 am nächsten liegen und an den Einkopplungshohlraum 4 anschließen, haben dieselbe
Längsabmessung. In der gezeigten Ausführungsform sind drei dieser Hohlräume vorhanden. Bei
den restlichen Hohlräumen 7 nehmen die Längs-
abmessungen mit wachsendem Abstand von der Elektronenkanone 2 zu. Erfindungsgemäß ist es
aber auch möglich, eine Anzahl von aneinander angrenzenden Hohlräumen 7 vorzusehen, welche dieselben
Längsabmessungen aufweisen.
Eine Eingangsübertragungsleitung 13 ist mit dem ersten Hohlraum 4 gekoppelt. Jeder der Hohlräume
6 und 7 wird mit den an ihn angrenzenden Hohlräumen mittels öffnungen 5 gekoppelt. 12 stellt
die Sammelelektrode dar. Eine Übertragungsleitung 14 entnimmt die in dem letzten-Hohlraum 10 vorhandene
Energie beispielsweise mittels einer Koppelschleife.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Röhre ist folgende: Die über den Eingang 13 zugeführte
elektromagnetische Welle wird in den ersten Hohlraum 4 eingekoppelt. Diese Welle
breitet sich längs der von den Hohlräumen 6 und 7 gebildeten Verzögerungsleitung aus. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit
des Strahls ist so eingestellt, daß sie ohne Zuführung einer Welle am Eingang
13 etwas höher liegt als die Phasengeschwindigkeit der längs der Verzögerungsleitung, die von
den Hohlräumen 6 gebildet wird, sich fortpflanzenden Welle. Der Unterschied zwischen den erwähnten
beiden Geschwindigkeiten sollte ungefähr 10 bis 20% betragen. Unter diesen Umständen wird
bekanntlich die Welle durch Wechselwirkung mit dem Elektronenstrahl verstärkt; der Elektronenstrahl
gibt dazu Energie an die Welle ab. Gleichzeitig gibt die Welle einen gewissen Energiebetrag
an den Strahl ab, wodurch der letztere dichtemoduliert wird. Jedoch ist der Energiebetrag, den
die Welle von dem Strahl übernimmt, erheblich höher als der von der Welle an den Strahl abgegebene
Energiebetrag. Die von den Elektronen abgegebene Energie entstammt ihrer kinetischen
Energie. Infolgedessen verlangsamen sich bei der Verstärkung der Welle die Elektronen entsprechend
diesem Verlust an kinetischer Energie.
Im zweiten Abschnitt der Leitung nimmt die Phasengeschwindigkeit der Welle zu, da die Längsabmessung
der Hohlräume 7 fortschreitend wächst; das Verzögerungsverhältnis, d. h. das Verhältnis
der Lichtgeschwindigkeit zur Longitudinalgeschwindigkeit der Welle, vermindert sich also
laufend. Die Abmessungen der Hohlräume sind so gewählt, daß die Phasengeschwindigkeit der Welle
um 10 bis 20% höher ist als die Strahlgeschwindigkeit, wenn keine Welle der Röhre zugeführt
wird. Demgemäß geben die Elektronen weniger Energie an die Welle ab, als die letztere den Elektronen
zuführt. Die Welle wird dadurch gedämpft, während die Elektronen beschleunigt und dichtemoduliert
werden.
Wenn die Leitung eine genügende Länge hat, ist die Welle relativ stark gedämpft, wenn sie den
letzten Hohlraum 7 erreicht, und es erübrigt sich daher, diese Energie in einem Belastungswiderstand
zu vernichten. Fast die gesamte Höchstfrequenzenergie befindet sich in dem Elektronenstrahl,
wenn der letztere den Hohlraum 10 erreicht, an den er seine Energie abgibt. Diese Energie
wird über die Ausgangsleitung 14 abgenommen.
Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform der Erfindung; der Ausführungsform nach Fig. 1 entsprechende
Teile wurden mit den gleichen Bezugszahlen versehen. Der von der Elektronenkanone 2
ausgesandte Elektronenstrahl durchläuft die Verzögerungsleitung 15 und tritt dann durch die beiden
Auskoppelgitter 19, 20 eines Hohlraumresonators 10, der durch eine Schraube 17 abgestimmt
werden kann. Schließlich wird der Elektronenstrahl durch die Sammelelektrode 12 aufgenommen. Die
Verzögerungsleitung hat hier die Form einer Wendel 15, bestehend aus zwei Abschnitten mit ver- iao
schiedenen Verzögerungseigenschaften. Eine Dämpfung 18 ist gegenüber dem Ende des ersten Abschnitts
der Wendel in an sich bekannter Weise vorgesehen; der zweite Abschnitt ist an dem der
Sammelelektrode 12 benachbarten Ende geerdet. Das andere Ende der Wendel ist mit der Be-
schleunigungsanode der Elektronenkanone 2 verbunden, die also ebenfalls geerdet ist. Kathode und
Wehneltzylinder der Elektronenkanone 2 werden mittels der Anschlüsse 25 und 26 auf geeigneten
negativen Potentialen gehalten. Eine Fokussierungsspule 16 ist in üblicher Weise angeordnet.
Die Ganghöhe des ersten Abschnitts ist so· gewählt, daß die Phasengeschwindigkeit der über die
Leitung 13 zugeführten Welle etwas geringer ist
als die dem Elektronenstrahl mitgeteilte Geschwindigkeit. Die Ganghöhe des zweiten Abschnitts
nimmt allmähilidi von der Dämpfung- 18 in Richtung
auf die Sammelelektrode 12 hin zu, so daß das Verzögerungsverhältnis der Leitung laufend
abnimmt und die Phasengeschwindigkeit der Welle etwa 10 bis 20% höher als die Geschwindigkeit des
Elektronenstrahls wird.
Die Wirkungsweise der Röhre nach Fig. 2 ist im wesentlichen dieselbe wie diejenige bei der vorhergehenden
Ausführungsform.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Wanderfeldröhre zur Verstärkung und Schwingungserzeugung, bei der die Steuerschwingungen auf den Anfang einer Verzögerungsleitung gegeben werden und bei der ein Hohlraumresonator zur Auskopplung der Höchstfrequenzenergie aus dem Elektronenstrahl dient, nach Patent 854 378, gekennzeichnet durch eine Verzögerungsleitung mit einem ersten, dem Eingang benachbarten Abschnitt, dessen Verzögerungsverhältnis so gewählt ist, daß die Phasengeschwindigkeit einer längs der Verzögerungsleitung fortschreitenden Höchstfrequenzwelle geringer als die Geschwindigkeit des parallel zur Verzögerungsleitung sich ausbreitenden Elektronenstrahls ist, und mit einem zweiten, dem ersten folgenden Abschnitt, dessen Verzögerungsverhältnis so gewählt ist, daß die Phasengeschwindigkeit der Welle größer als die Geschwindigkeit des Elektronenstrahls ist.
- 2. Wanderfeldröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verzögerungsverhältnis im zweiten Abschnitt der Verzögerungsleitung in der Fortpflanzungsrichtung des Strahls stufenweise abnimmt.
- 3. Wanderfeldröhre nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine aus hintereinander angeordneten Hohlraumresonatoren aufgebaute Verzögerungsleitung, von denen eine gewisse Anzahl dieselben Abmessungen hat und den ersten Abschnitt der Leitung bildet, während die Längsabmessungen der den zweiten Abschnitt bildenden Resonatoren in der Fortpflanzungsrichtung des Strahls zunehmen.
- 4. Wanderfeldröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verzögerungsverhältnis im zweiten Abschnitt der Verzögerungsleitung in Fortpflanzungsrichtung des Strahls stetig abnimmt.
- 5. Wanderfeldröhre nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine Verzögerungsleitung in Wendelform, deren erster Abschnitt konstante Ganghöhe hat, während im zweiten Abschnitt die Ganghöhe in Richtung der Strahlfortpfianzung zunimmt.
- 6. Wanderfeldröhre nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende des ersten Abschnitts der Wendel ein absorbierendes Mittel vorgesehen ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 576/407 7.56 (609 773 1.57)
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