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Paraffiniervorrichtung für Behälter aus .Papier, Karton od. dgl. Die
Erfindung bezieht sich auf eine Paraffiniervorrichtung zur Behandlung von zur Aufnahme
von Flüssigkeiten wie Milch od. dgl. bestimmten Behältern aus Papier, Karton od.
dgl., die im Tauchverfahren mit einer Paraffinschicht versehen werden.
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Derartige Paraffiniervorrichtungen bilden im allgemeinen einen Teil
einer Maschinenanlage zur Herstellung von flüssigkeitsdichten Behältern, innerhalb
der die von der eigentlichen Herstellungsmaschine kommenden Behälter durch geeignete
Fördermittel der Paraffiniervorrichtung zugeführt werden und nach dem Durchgang
du °ch die Paraffiniervorrichtung den Vorrichtungen zur Nachbehandlung des Paraffinüberzuges
bzw. den Vorrichtungen zur Weiterbehandlung des Behälters übergeben werden.
Diese Paraffiniervorrichtungen bestehen im wesentlichen aus einer Wanne zur Aufnahme
des flüssigen Paraffins und aus einer vorzugsweise ununterbrochen sich vorbewegenden
Fördervorrichtung, die so angeordnet und ausgebildet ist, daß die von dieser getragenen
Behälter durch das in der Wanne befindliche Paraffin hindurchbewegt werden.
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Die Voraussetzungen zu einem störungsfreien Ablauf des Paraffiniervorganges
bilden in erster Linie die gleichbleibende Temperatur und damit der unveränderliche
Flüssigkeitsgrad des Paraffins. Ein weiteres Erfordernis ist die wirkungsvolle und
schnelle Regelung der Temperatur des Paraffinbades,
die dann erforderlich
wird, wenn bei Unter-oder Überschreitung der vorgesehenen Temperatur das Paraffinbad
in kürzester Zeit wieder auf die erforderliche Arbeitstemperatur gebracht werden
muß. Die Temperatureinwirkung muß demzufolge großflächig und allseitig sein, um
dieser Aufforderung gerecht zu werden, wobei in erster Linie die doppelwandige Ausführung
der Paraffinwanne und ein zwischen der Außen- und Innenwand befindliches, Wärme
abgebendes Medium die Voraussetzung für eine gute Wärmeübertragung bilden.
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Es sind derartige Heizeinrichtungen für Paraffinbäder bekanntgeworden,
bei denen das flüssige Paraffin durch einen ölgefüllten, die Paraffinwanne umgebenden
Mantel auf der erforderlichen Temperatur gehalten wird, wobei das Öl durch in den
Mantel eingebettete Heizelemente erwärmt wird. Der Nachteil dieser Beheizungsart
liegt in erster Linie darin, daß sich eine erforderlich werdende Temperatursteigerung
oder -senkung infolge der thermischen Trägheit des Öles zu spät auswirkt und dadurch
nachteilige Störungen im Arbeitsablauf hervorgerufen werden. Ein weiterer Nachteil
der Verwendung eines Ölmantels liegt in der nicht immer zu erhaltenden Dichtigkeit
des Heizmantels, woraus sich unter allen Umständen zu vermeidende Verunreinigungen
des Paraffins ergeben. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, zur Beheizung derartiger
Paraffinwannen Heißdampf zu verwenden. Die Anwendung von Dampf setzt jedoch das
Vorhandensein eines Dampfanschlusses bzw. einer besonderen Dampferzeugungsanlage
voraus, und außerdem müssen in bezug auf die Dichtigkeit des Heizsystems hohe Anforderungen
gestellt werden. Auch erfordert die Kondenswasserbiidung sowie die Möglichkeit der
Temperaturregelung zusätzliche konstruktive Vorkehrungen.
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Zur Behebung dieser Mängel der bekannten Heizeinrichtungen wird nun
vorgeschlagen, die Temperatur und damit den Flüssigkeitsgrad des Paraffins durch
einen mit hoher Geschwindigkeit in einem geschlossenen Kreislauf umlaufenden Heißluftstrom
zu regeln. Die Verwendung von Heißluft hat zunächst einmal den Vorteil der einfachen
und wirtschaftlichen Erzeugung, und weiterhin gelangen die Dichtungsprobleme, die
beispielsweise bei der Verwendung von Öl oder Heißdampf auftreten, in Fortfall.
Darüber hinaus bildet die Verwendung von in den Luftkreislauf eingeschalteten elektrischen
Lufterhitzern die Voraussetzung für eine leichte und vor allen Dingen schnell wirkende
Temperaturregelung des Paraffinbades.
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Weiterhin gestattet die Verwendung von Heißluft eine einfache konstruktive
Ausführung des Heißluftsystems insofern, als auf ein absolut dichtes Rohr- oder
Kanalsystem verzichtet werden kann. Die Anordnung ist demzufolge so getroffen, daß
das die Paraffinwanne umgebende Hetißluftführungssystem aus einem die Wanne in einem
bestimmten Abstand umgebenden Mantel und der in den Mantel eingesetzten Wanne gebildet
wird, wobei der Strömungsverlauf der Heißluft durch als Abstandhalter wirkende Leitbleche
bestimmt wird, die entweder an der Innenwand des Mantels oder an der Außenwand der
Wanne befestigt sind. Die wesentlichen fertigungstechnischen Vorteile liegen also
darin, daß keine geschlossenen Luftführungskanäle hergestellt werden müssen, sondern
die Kanäle bilden sich beim Einsetzen der Wanne in den Mantel, und zwar durch die
stegartigen Leitbleche, die vorzugsweise auf der Innenseite des Mantels angeordnet
sind.
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Zur Gewährleistung einer gleichmäßigen Wärmeeirnwirkung des Heizmantels
auf das Paraffinbad ist die Führung des Heißluftstromes durch den die Wanne umgebenden
Mantel so vorgesehen, daß unmittelbar hinter der Eintrittsöffnung für die Heißluft
eine im Bereich der Austrittsöffnung sich wieder vereinigende Teilung des Heißluftstromes
derart vorgenommen wird, daß von einem Strom die Hälfte der Bodenfläche der Wanne
mit der angrenzenden Seitenwand und von dem anderen Strom die andere Hälfte der
Bodenfläche mit der ihr zugeordneten Seitenwand von der Heißluft bestrichen wird.
1 tm tolgenden wird der Ertlndungsgegenstand an Hand eines Ausführungsbeispiels
beschrieben.
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Fig. i zeigt eine Seitenansicht der Paraffiniervorrichtung, teilweise
im Schnitt; Fig. 2 zeigt eine Draufsicht der Paraffinwanne unter Fortlassung der
die Behälter tragenden Fördervorrichtung.
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Die von einer nicht dargestellten Herstellungsmaschine kommenden Behälter
i werden durch mechanische oder pneumatische Mittel gruppenweise auf eine mehrreihige,
mit Dornen zur Aufnahme der Behälter versehene Fördervorrichtung 2 gebracht, mit
deren Umlaufbewegung die Behälter i durch die rnfi.t flüssigem Paraffin 3 gefüllte
Wanne q. geführt werden. Nach erfolgter Tauchbehandlung werden die Behälter i wieder
von der Fördervorrichtung 2 abgenommen und weiteren Arbeitsstationen zugeführt.
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Wie insbesondere Fig. i erkennen läßt, ist die Paraffinwanne q. zur
Flüssigerhaltung des Paraffins 3 .in einem bestimmten Abstand mit einem Heizmantel
5 umgeben, der in Verbindung mit den Wandungen der Paraffinwanne q. ein im wesentlichen
geschlossenes Heizsystem bildet, das in einem Heißluftstromkreis eingeschaltet ist.
Die beiden Stirnseiten des Mantels 5 sind mit einer Lufteintri.ttsöffnung 6 und
einer Luftaustrittsöffnung 7 versehen, die durch eine Rohrleitung 8 zu einem geschlossenen
Heißluftstromkreis miteinander verbunden sind. Die Luftumwälzung wird durch einen
in der Rohrleitung eingebauten Ventilator 9 bewirkt, der durch den Motor io angetrieben
wird. Weiterhin ist zwischen dem Ventilator 9 und der Lufteintrittsöffnung 6 ein
Lufterhitzer i i angeordnet, dessen Heizstäbe 12 elektrisch geheizt und temperaturregelbar
sind.
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Zur gleichmäßigen und wirksamen Verteilung der in den Heißluftmantel
eingeführten Heißluft wird der Strömungsverlauf durch Leitbleche 12 bestimmt, durch
deren Anordnung der Weg der Heißluft so geführt ist, daß alle Wandungstedle der
Wanne
4 bestrichen werden. Diese Leitbleche 12 sind an der Innenwand des Mantels 5 befestigt
und wirken gleichzeitig als Abstandhalter für die verbindungslos eingesetzte Wanne
4.
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Zur weii.teren Verbesserung der Gleichmäßigkeit der Wärmeabgabe an
das Paraffin wird durch ein im Bodenbereich der Wanne 4 längs verlaufendes Trennblech
13 der eintretende Heißluftstrom in zwei Teile geteilt, wobei diese Teilströme unter
Erfassung der Hälfte der Bodenfläche und der zugeordneten Seitenwandung den insbesondere
aus Fig.2 ersichtlichen Verlauf nehmen, um sich im Bereich der Austrittsöffnung
7 wieder zu vereinigen. Durch die Rohrleitung 8 gelangt die Luft über den Ventilator
9 und den Lufterhitzer i i wieder in die Heißlufteintrittsöffnung 6.
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Zur Vermeidung von Wärmeverlusten ist die Paraffinwanne mit einer
die Fördervorrichtung :2 einschließenden Abdeckhaube 14 versehen, die im vorderen
Bereich mit einer Beschickungsklappe 15 zur Einbringung des Paraffins in die Wanne
4 versehen ist.