DE945967C - Zweikreis-Turbinenstrahltriebwerk - Google Patents
Zweikreis-TurbinenstrahltriebwerkInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 19. JULI 1956
5" 28967 Ia/46 g
Paris
Das bekannte Turbinenstrahltriebwerk mit nur einem Luftkreis, in welchem die Luft verdichtet,
erhitzt und dann in einer Turbine und einer Düse entspannt wird, hat den Nachteil, eines hohen spezifischen
Verbrauchs bei vermindertem Schub, und dieser Nachteil wird noch durch eine weitere
Leistungsminderung vergrößert, wenn sich die Geschwindigkeit der angetriebenen Maschine verringert.
Es sind andererseits Turbinenstrahltriebwerke bekannt, welche mit zwei Luftkreisen arbeiten, von
denen der eine die Brennkammern und die Turbine speist und als Primärkreis bezeichnet wird, während
der andere unmittelbar zur Strahldüse führt und als Sekundärkreis bezeichnet wird.
Auf Grund der Regelung der Temperatur der ausgestoßenen Gase, welche sie ermöglichen, behalten
die Zweikreis-Turbinenstrahltriebwerke bei mittleren Geschwindigkeiten eine ausreichende
Leistung und ermöglichen einen wesentlich verbesserten Schub beim Start. Dagegen sind sie zum
Antrieb von Flugzeugen mit großer Geschwindigkeit ungeeignet.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, solche Zweikreis-Turbinenstrahltriebwerke
durch Anordnen der Verbrennungskammern bzw. der Brenner im
Sekundärkreis zu verbessern. Man kann auf diese Weise zu einer verbesserten Bauart gelangen, die
sowohl zum Antrieb von Flugzeugen mit mittlerer Geschwindigkeit als auch zum Antrieb sehr
schneller Flugzeuge auf Grund der zweckmäßigen Ausnutzung des kalten oder erhitzten Sekundärluftstromes
geeignet ist.
Die erfinderische Erkenntnis besteht nun darin, daß man zu einer noch bedeutungsvolleren Kombination
gelangen kann, wenn man mit Hilfe des Sekundärluftstromes intermittierend arbeitende
Brennkammern speist, welche den unter der Bezeichnung »intermittierende Strahltriebwerke« bekannten
Verbrennungskammern ähnlich sind. Für eine gleiche Luftabgabe aus dem Sekundärkreis
und eine gleiche anfängliche Druckhöhe am Eingang in die genannten Kammern kann eine wesentliche
Erhöhung des Schubes bzw. der Kraft oder bei gleichem Schub eine Herabsetzung des Verbrauches
erzielt werden.
Diese Kombination bildet den Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Man hat zwar bereits vorgeschlagen, in dem Sekundärkreis geschlossene Brennkammern anzuordnen,
die mit Einlaß- und Auslaßventilen versehen sind, welche die Frequenz der Verpuffungen
.steuern, jedoch läßt eine solche Anordnung, außer daß sie einen Widerstand für den Luftstrom und
einen Verlust an kinetischer Energie der Gase, bedingt, kein automatisches Arbeiten wie eine intermittierend arbeitende Brennkammer mit einer frei
geöffneten Entspannungsdüse ku. Überdies wird bei der bekannten Anordnung der Sekundärkreis unterbrochen,
wenn die Brennkammern gelöscht werden. Durch die Erfindung werden diese Nachteile beseitigt.
Gemäß der Erfindung ist ein Zweikreis-Turbinenstrahltriebwerk, bei welchem die Luft des
Primärkreises eine Turbine speist, die Luftverdichter
antreibt, und bei welchem der Sekundärkreis, der nicht durch die Turbine hindurchgeht,
von einem Niederdruckverdichter gespeist wird, wobei die Luft des Sekundärkreises durch Brennkammern
erhitzt werden kann, die im Sekundärkreis angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß
die Brennkammern des Sekundärkreises von an sich bekannten selbsttätig arbeitenden, ungesteuerten
Verpuffungsrohren gebildet werden, deren Auspuffgase bei ihrer Entspannung zur Erzeugung
eines zusätzlichen Antriebsschubes benutzt werden, und daß die Verpuffungs rohre in an sich bekannter
Weise durch Zwischenräume voneinander getrennt sind, durch welche ein Teil des Sekundäriuftstromes
hindurchgehen kann.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen beispielsweise näher erläutert.
Fig. ι ist ein axialer Schnitt durch eine erste Ausführungsform eines Turbinenstrahltriebwerkes
gemäß der Erfindung;
Fig. 2 ist ein Querschnitt nach der Linie H-II von Fig. ι;
Fig. 3 ist ein axialer Schnitt einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung;
Fig·. 4 ist ein Querschnitt nach der Linie IV-IV
von Fig. 3;
Fig. S ist ein axialer Schnitt einer dritten Ausführungsform
der Erfindung;
Fig. 6 ist ein Querschnitt nach der Linie VI-VI von Fig. S.
Das in den Fig. ι und 2 wiedergegebene Zweikreis-Turbinenstrahltriebwerk
weist einen Hochdruckverdichter ι auf, welcher durch einen Niederdruckverdichter
2 mit Luft gespeist wird, der Atmosphärenluft durch ein Ansaugrohr 3 ansaugt. Das Profil des Ansaugrohres 3 ist derart gewählt,
daß die kinetische Energie der eintretenden Luft (relativer Fahrwind) · teilweise in Druckenergie
umgewandelt wird. Der Niederdruckverdichter 2 drückt die Luft in einen ringförmigen Raum 4,
welcher einerseits. durch ein Rohr 5 mit def Eingangsseite
des Hochdruckverdichters 1 und andererseits mit einem ringförmigen Raum 6 in Verbindung
steht, welcher den Sekundärkreis bildet.
Am Ausgang des Hochdruckverdichters 1 wird die komprimierte Luft in Verbrennungskammern 7
geführt, in welchen ein den Brennern ya zugeführter
Brennstoff kontinuierlich verbrannt wird. Die die Brennkammern 7 verlassenden Gase wirken auf
eine Turbine 8 ein, die mit einem konstanten Eingangsdruck
arbeitet und eine oder mehrere Stufen go besitzt. Vor ihrem Eintritt in die Turbine werden
die Gase in zweckentsprechender Weise mit frischer Luft, die an der Ausgangsseite des · Hochdruckverdichters
abgenommen wird, verdünnt, um ihre Temperatur auf einen Wert zu bringen, welcher der *
thermischen Standfestigkeit der Turbinenschaufeln angepaßt ist.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform
wird die Verdünnung der Verbrennungsgase des Primärkreises vor ihrem Eintritt in ioo
die. Turbine auf die bei den bekannten Gasturbinen übliche Weise dadurch bewirkt, daß die Verdünnungsluft
in die Verbrennungsgase durch Mischer 8a eingeführt wird, die auf den Flammenrohren der
Brennkammern 7 angeordnet sind.
Die Turbine 8 treibt den Hochdruckverdichter 1
über eine Welle 86 unmittelbar an, und gleichzeitig treibt sie den Niederdruckverdichter 2 über ein
zwischengeschaltetes Reduktionsgetriebe 8C an.
Die vom Niederdruckverdichter 2 in den ring- n0
förmigen Raum 6 gedrückte Luft speist die intermittierend arbeitenden Brennkammern 10, die in
dem Raum 6 auf einem Kreise um die Längsachse der Maschine angeordnet sind.
Die Brennkammern 10 können parallel zur Achse der Maschine liegen, oder sie können, wenn sie
geradlinig sind, auch schräg in bezug auf diese Achse, z. B. nach den Erzeugenden eines Hyperboloids,
verlaufen; sie können aber auch auf einer Schraubenlinie angeordnet sein, wenn eine Krümmung
ihrer Achse zugelassen wird.
Die Luft tritt in jede dieser intermittierend arbeitenden Brennkammern 10 durch eine Rohreitung
11 ein, die frei geöffnet ist (d. h. keine mechanischen
Klappen oder Ventile aufweist) und derart ausgebildet ist, daß sie in der Richtung der
Strömung der Luft zum Innern der Kammern eine größere Durchlässigkeit als in der umgekehrten
Richtung besitzt. Die Rohrleitung ii wirkt somit als Rückströmdrossel. Der in zweckentsprechender
Weise dosierte Brennstoff wird in jede Kammer io durch eine Einspritzdüse 12 eingeführt. Die Verbrennung
in den Kammern 10 hält sich, nach der anfänglichen Zündung z. B. mittels einer Zündkerze,
selbsttätig auf der Frequenz des Schallrohres, welches jede der Kammern darstellt, wie
dies von den intermittierenden Luftstrahltriebwerken her bekannt ist. Die aus den periodischen
Verpuff ungen in jeder Kammer stammenden Gase dehnen sich in einem Auspuffrohr 13 aus, das unmittelbar
in die Atmosphäre mündet und einen intermittierenden Antriebsstrahl erzeugt.
Diese Auspuffrohre 13 sind derart ausgebildet, daß in dem Zeitintervall zwischen den aufeinanderfolgenden
Verbrennungen einer Kammer eine bestimmte Menge Atmosphärenluft durch die Auspufföffnung
in die Kammer eindringen kann, wodurch gleichzeitig eine Verdünnung der Verbrennungsgase
in einem zweckmäßigen, der Geschwindigkeit des Flugzeuges angepaßten Verhältnis und
die Verbesserung des Verbrennungskreislaufes durch eine vorherige Verdichtung der mit dem eingespritzten
Brennstoff vermischten Luft erzielt werden.
Durch die Zwischenräume zwischen den Kammern 10 strömt ein Teil der vom Verdichter 2
kommenden Luft hindurch. Diese Luft entweicht durch einen konvergierenden Ringkanal 16 zur Atmosphäre.
In diesem Kanal 16 wird die Luft, die sich durch die Berührung mit der Außenwand der
Kammern 10 erhitzt, entspannt und liefert einen Schub, der sich zu demjenigen der aus den Brennkammern
10 austretenden Gase hinzufügt.
Wenn die Kammern 10 gelöscht sind (z. B. bei normaler Fahrt), dann wird die zwischen den
Kammern strömende verdichtete Luft nicht erhitzt, doch liefert ihre Entspannung in dem Kanal
16 dennoch eine Schubkraft.
Die in den Fig. 3-und 4 wiedergegebene Ausführungsform
unterscheidet sich von der vorher beschriebenen dadurch, daß hinter den Auspuffrohren
13 der intermittierend arbeitenden Brennkammern 10 Düsen vorgesehen sind, die so ausgebildet und
angeordnet sind, daß sie sich in den Zeitintervallen der intermittierenden Verbrennungen mit vom Verdichter
2 kommender Luft füllen.
Jede dieser Düsen wird von einem konvergierenden Teil 17 gebildet, dessen Querschnitt an
der engsten Stelle etwas größer als die Querschnittsfläche am Ausgang des Auspuffrohres 13
der betreffenden intermittierend arbeitenden Brennkammer 10 ist und vor welchem das Rohr 13
mündet. Auf diesen konvergierenden Teil 17, dessen Aufgabe darin besteht,. den Eintritt von Verdünnungsluft
zu gestatten, folgt ein divergierender Teil I7a, welcher derart ausgebildet ist, daß er die
Erhöhung der Vorschubkraft auf Grund des Austausches von kinetischer Energie zwischen den Auspuffgasen
und der zwischen den Auspuffen zugelassenen Luft unterstützt.
Bei einer derartigen Einrichtung, bei welcher jeder Gasauspuff die Luft nach Art eines Kolbens
vorwärts schiebt, führt der Austausch von kinetischer Energie zwischen den Gasen und der Luft
zu einer Erhöhung der Gesamtbewegungsgröße und des Wirkungsgrades, d. h. zu einer Vergrößerung
der Schubkraft.
Bei der in den Fig. 5 und 6 wiedergegebenen Ausführungsform sind die auf die Auspuffrohre 13
der mit intermittierender Verbrennung arbeitenden Brennkammern 10 folgenden Düsen 17, i70 einstückig
mit einem Ringteil 20 verbunden, welcher den äußeren Kegelteil o.a der mittleren Düse 9 umgibt
und dessen Schnitt in Fig. 5 mit a, b, C1 d, e
und a'', V1 c', d', e' bezeichnet ist, wobei die beiden
halben Schnitte a, b, C1 d, e bzw. a', V1 c', d'. e'
für zwei verschiedene Arbeitsstellungen des Ringteiles 20 dargestellt sind. In Wirklichkeit ist der
Ringteil 20 auf zwei festen zylindrischen Stützflächen, von denen die eine Stützfläche 21 sich am
Kegel teil ga und die andere Stützfläche 22 sich am
Mantel des Triebwerkes befindet, verschiebbar gelagert. Mittels einer geeigneten Antriebsvorrichtung,
welche z. B. aus ölzylindern 23 mit Kolben
24 bestehen kann, kann der Ringteil von der einen Endstellung in die andere Endstellung oder auch in
eine Zwischenstellung verschoben werden. Die go Zwischenräume zwischen den Eintrittsöffnungen
der konvergierenden Düsenteile 17 sind durch eine Wand i76 ausgefüllt, so daß in der Stellung α, b, c,
d, e des Teiles 20, die in der oberen Hälfte von Fig. 5 wiedergegeben ist, die Luft, welche in den
Zwischenräumen zwischen den Brennkammern 10 bzw. zwischen diesen Kammern und der Wand des
Ringraumes 6 strömt, nur durch ringförmige Öffnungen 25 entweichen kann, die zwischen dem hinteren.
Ende jedes Rohres 13 und dem Einlaß des betreffenden konvergierenden Teiles 17 gebildet
werden.
In der Stellung α', V1 c'', d', e' des Teiles 20, die
in der unteren Hälfte von Fig. 5 wiedergegeben ist, kann die Luft nur durch ringförmige Öffnungen 26
und 27 entweichen. Sie durchströmt dann nicht die Düsen 17, I7a, entspannt sich aber in die Atmosphäre
durch die Ringkanäle 28 und 29, von denen der letztere in geeignete Nuten der Abstützfläche
21 ausläuft.
Unter den z. B. bei normaler Fahrt herrschenden Arbeitsbedingungen werden die intermittierend
arbeitenden Brennkammern 10 nicht gezündet, und die Sekundärluft, welche von dem Niederdruckverdichter
2 in den Ringraum 6 gedrückt wird, muß entweder diese Kammern durchlaufen oder außen
an ihnen entlang strömen, um sich danach in der Antriebsdüse 15 zu entspannen. Wegen beträchtlicher
Ladungsverluste kann es nicht zugelassen werden, daß die Sekundärluft durch die Kammern
10 hindurchgeht. Es wird dann der Teil 20 in die Stellung gebracht, welche in der oberen Hälfte von
Fig. 5 wiedergegeben ist. Die öffnungen 25 sind , dann offen, und die außen an den Brennkammern
10 entlang strömende Luft tritt durch die öffnungen 25 in die Antriebsdüse 15 ein.
Der Strom der vom Niederdruckverdichter kommenden Sekundärluft entspannt sich daher unmittelbar
in die Antriebsdüse 15. Die Ausstoßgeschwindigkeit der Luft ist zwar gering, doch
wird durch sie die Antriebsleistung und die Schubkraft erhöht.
Beim waagerechten Flug mit hoher Geschwindigkeit wird dagegen der Teil 20 in die Stellung
gebracht, die in der unteren Hälfte von Fig. 5 to wiedergegeben ist, und die intermittierenden
Brennkammern 10 werden gezündet. ,Dadurch
werden die Temperatur der ausgestoßenen Gase und ihre Ausstoßgeschwindigkeit erhöht, und es
wird eine gesteigerte Antriebsleistung und ein erhöhter Schub erhalten.
In diesem Fall sind die öffnungen 26 und 2,7 offen. Die durch sie hindurchgehende Sekundärluft
kühlt die Wandungen der Düsen ab. Diese Luftmenge gewährleistet außerdem die Aufrechterhaltung
der Abgabe einer geeigneten Gesamtluftmenge des Verdichters, indem dadurch vermieden wird,
daß das Arbeiten des letzteren in der Pumpzone erfolgt.
Dadurch, daß der Teil 20 in Zwischenstellungen zwischen den beiden vorhergehend beschriebenen
Endstellungen gebracht wird, kann das Turbinenstrahltriebwerk allen Flugbedingungen angepaßt
werden.
In solchen Zwischenstellungen sind die öffnungen
25 und die öffnungen 26 und 27 gleichzeitig
offen. Durch die öffnungen 25 geht die Luftmenge
hindurch, die für die unmittelbare Verdünnung in den Düsen 17, ija und für die umgekehrt
gerichtete Verdünnung der intermittierend arbeitenden Brennkammern 10 erforderlich ist, während die
Öffnungen 26 und 27 den Luftüberschuß, der sich aus dem Aufrechterhalten einer genügend hohen
Luftmenge zur Verhinderung des Pumpen's des Verdichters ergibt, zur Außenseite herauslassen.
Der günstigste Verbrenhungskreislauf und die beste Antriebsleistung werden dann gleichzeitig
erzielt.
Bei den Turbinenstrahltriebwerken gemäß der Erfindung ist es möglich, das Verhältnis der
Leistungen des Primärkreises und des Sekundärkreises derart zu regeln, daß die Leistung des Sekundärkreises
überwiegt, wobei dieser Kreis mit den intermittierend arbeitenden Brennkammern den
größeren Teil des Schubes liefert, während die Leistung des Primärkreises auf den Wert herabgesetzt
werden kann, der gerade erforderlich ist, um in der Turbine die verlangte Kraft zum Verdichten
des sekundären und des primären Luftstromes auf die gewählten Druckhöhen zu erhalten.
Die Turbine und die Verdichter, die sie antreibt, stellen dann einfach einen mechanischen Krafterzeuger
dar, während der Schub im wesentlichen durch den Sekundärkreis mit seinen intermittierend
arbeitenden Brennkammern erzeugt wird. In dem Primärkreis findet der größte Teil der Entspannung
der aus den kontinuierlich arbeitenden Brennkammern 7 kommenden Verbrennungsgase in der
Turbine statt und wird zum Antrieb der Verdichter verbraucht, während der vom Primärkreis erzeugte
Schub sehr klein ist.
Zur Zündung der mit intermittierender Verbrennung arbeitenden Brennkammern 10 können die erforderlichen
Hilfseinrichtungen vorgesehen werden, wie z. B. eine Zündkerze, die von einem geeigneten
Hochspannungsstromkreis derart gespeist wird, daß es möglich ist, diese Kammern nur dann zu
zünden, wenn dies gewünscht wird, und infolgedessen das Triebwerk mit gelöschten oder gezündeten
intermittierend arbeitenden Brennkammern zu verwenden je nach der Größe des Schubes,
welcher erzielt werden soll. Während der Periode des Gelöschtseins der intermittierend arbeitenden
Brennkammern 10 wird natürlich die Zufuhr von Brennstoff zu den Brennern dieser Kammern unterbrochen.
Es genügt, die Zündung in nur einer der Kammern zu bewirken, wenn die Kammern durch
eine Querleitung miteinander verbunden sind, deren Mündung in den Zeichnungen mit 30 bezeichnet
ist, so daß die Verbrennungen in der Kammer, in welcher die Zündung erfolgt, sich selbsttätig auf
die anderen Kammern übertragen.
Es ist ersichtlich, daß bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen der Sekundärluftstrom,
der in den die intermittierend arbeitenden go Brennkammern 10 enthaltenden ringförmigen
Raum 6 geleitet wird, sich in zwei Ströme teilt, und zwar in einen ersten, welcher durch die
Kammern 10 hindurchgeht, und in einen zweiten, welcher durch die Zwischenräume zwischen diesen
Kammern hindurchgeht. Die beschriebenen Ausführungsformen sind also in Wirklichkeit Dreikreistriebwerke.
Es könnte natürlich auch die Anordnung so getroffen werden, daß der Sekundär luftstrom als
Ganzes durch die intermittierend arbeitenden Brennkammern 10 hindurchgeht. Dafür würde es
genügen, die Eintrittsöffnungen der Rohre 11 dieser Kammern von einer kreisförmigen Scheidewand
ausgehen zu lassen, welche nur diese öffnungen frei läßt. Die beschriebenen Ausführungsformen
sind jedoch vorteilhafter, weil einerseits derjenige Teil des Sekundärluftstromes, welcher durch die
Zwischenräume zwischen den Brennkammern hindurchgeht, durch die von den Brennkammer wänden,
die er kühlen soll, ausgestrahlte Wärme erhitzt wird und weil andererseits dieser Teil der Sekundärluft
dazu verwendet werden kann, eine Verdünnung der Auspuffgase in die Düsen 17, iya zu bewirken.
Gemäß einer weiteren Abänderung könnte man auch im Primärkreis die Verbrennung in intermittierender
Weise vor sich gehen lassen, anstatt sie mit einem konstanten Druck vorzunehmen, wie
dies bei den oben beschriebenen Ausführungsformen iao der Fall ist. Es können dann für den Primärkreis
Rückströmdrosseln vor und Gasbeschleunigungsdüsen hinter der Brennkammer angeordnet sein.
Weiterhin könnte auf der Ansaugseite des Niederdruckverdichters eine Vorrichtung zum 125,
Regeln des Ansaugquerschnittes vorgesehen werden,
durch welche das Verdichtungsverhältnis und die Fördermenge des Verdichters und demgemäß die
Turbinenleistung und der Schub geändert wird, wobei auf den Primärluftstrom und den Sekundärluftstrom
gleichzeitig eingewirkt wird.
Claims (8)
- PATENTANSPRÜCHE:to i. Zweikreis-Turbinenstrahltriebwerk, beiwelchem die Luft des Primärkreises eine Turbine speist, die Luftverdichter antreibt, und bei welchem der Sekundärkreis, der nicht durch die Turbine hindurchgeht, von einem Nieder-iS druckverdichter gespeist wird, wobei die Luft des 'Sekundärkreises durch Brennkammern erhitzt werden kann, die im Sekundärkreis angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennkammern des Sekundärkreises von an sich bekannten selbsttätig arbeitenden, ungesteuerten Verpuffungsrohren (io) gebildet werden, deren Auspuffgase bei ihrer Entspannung zur Erzeugung eines zusätzlichen Antriebsschubes benutzt werden, und daß die Verpuffungsrohreas (io) in an sich bekannter Weise durch Zwischenräume voneinander getrennt sind, durch welche ein Teil des Sekundärluftstromes hindurchgehen kann.
- 2. Triebwerk nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Entspannungsdüse jeder der selbsttätig arbeitenden Verpuffungskammern derart ausgebildet ist, daß in den Intervallen zwischen aufeinanderfolgenden Verpuffungen in einer Kammer eine gewisse der Schuberhöhung und Kühlung dienende Menge Atmosphärenluft durch ihre Auspufföffnung von hinten eindringen kann.
- 3. Triebwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Auspuffrohr jeder der selbsttätig arbeitenden Verpuffungskammern in eine Düse mündet, deren vorderer Teil so geöffnet ist, daß der Luft der Eintritt durch diesen Düsenteil zwischen den aufeinanderfolgenden Auspuffen gestattet wird.
- 4· Triebwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Düsen einen konvergierenden vorderen Teil zur Aufnahme der Luft und der Auspuffgase und einen divergierenden hinteren Teil zur Aufnahme der den Schub erhöhenden Gase aufweist.
- 5. Triebwerk nach Anspruchs oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen an einem axial verschiebbaren Teil so angeordnet sind, daß die Düsen entweder eine unmittelbare Fortsetzung der Auspuffrohre der intermittierend arbeitenden Verpuffungskammern bilden und jedes Eindringen von Luft zwischen den Auspuffrohren und den Düsen verhindern oder sich zum Einlassen von Verdünnungsluft um eine gewisse Strecke von den Rohren verschieben können.
- 6. Triebwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen und der sie tragende verschiebbare Teil derart angeordnet sind, daß, wenn die Düsen an den Auspuffrohren der Verpuffungskammern anstoßen, Öffnungen für das unmittelbare Entweichen des nicht durch Verpuffungskammern hindurchgehenden Teiles des Sekundärluftstromes freigelegt sind.
- 7. Triebwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlasse der intermittierend arbeitenden Verpuffungskammern als Rückströmdrosseln ohne bewegliche Teile ausgebildet sind.
- 8. Triebwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft," welche durch die Zwischenräume zwischen den Verpuffungskammern strömt, wenigstens teilweise in einer Düse zur Erzeugung eines zusätzlichen Schubes benutzt wird.In Betracht gezogene Druckschriften:
Schweizerische Patentschriften Nr. .233 945, 957, 255806;französische Patentschriften Nr. 919127,943212; USA.-Patentschrift Nr. 2 546 966.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen© 609 559 7.56
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
| DE945967C true DE945967C (de) | 1956-07-19 |
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ID=9472637
Family Applications (1)
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