DE90641A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Gasaccumulator, bei welchem in dem
Accumulatorgehäuse oder der Zelle unten offene, poröse, für die Entladung dienende Hohlelektroden
angeordnet sind, in deren Innern sich für den Ladestrom bestimmte isolirte
Elektrodenplatten befinden, so dafs bei Einleitung des Ladestromes die Gase auf der
Oberfläche der Elektrodenplatten im Innern der Hohlelektroden entwickelt werden, in
zweckmä'fsige, an diese letzteren angeschlossene Sammelbehälter aufsteigen und den Elektrolyten
bezw. die wirksamen Flächen der Entladungselektroden unter Druck stellen.
Die Erzeugung der Gase durch einen besonderen Ladestrom ist keine nothwendige Bedingung,
man kann bei oder nach Erschöpfung der aus dem Elektrolyten entwickelten Gase dem
Accumulator auch aus Gasometern die betreffenden Gase, ■ die man besonders zu diesem Zweck
erzeugt hat, zuführen und erhält dann die gleiche Wirkung bezw. eine continuirliche
Stroma.bgabe.
Auf beiliegender Zeichnung ist die Erfindung zur Veranschaulichung gebracht.
Das den Elektrolyten enthaltende Äccumulatorgefäfs A ist durch eine Deckelplatte M luftdicht
abgeschlossen. An der Platte M sind zwei röhrenförmige Elektroden B und D luftdicht
befestigt. Diese in den Elektrolyten eintauchenden, unten offenen Elektroden bestehen
aus Kohle oder einem geeigneten porösen Metall. Die positive Entladeelektrode B ist
an die Leitung J und die negative Entladeelektrode D an die Leitung K angeschlossen.
In dem Innern der Elektroden B und D befinden sich Metallplatten C bezw. E, die ebenfalls
an der Platte M isolirt befestigt sind und aus einer Legirung von Blei und Antimon bestehen.
Die den positiven Ladepol bildende Platte C steht mit der Leitung J1 und die
negative Polplatte E. mit der Leitung K1 in
Verbindung.
Die oberen Räume der Hohlelektroden B
und D sind durch Rohre F bezw. H mit den
Behältern G bezw. / verbunden, die zur Aufnahme der im Innern der Elektroden bei Einleitung
des Ladestromes entwickelten Gase — Sauerstoff und Wasserstoff — dienen. Der
Behälter I ist ungefähr doppelt so grofs wie der Behälter G, da bei der Zersetzung des
Elektrolyten etwa doppelt so viel Wasserstoff wie Sauerstoff entwickelt wird. Die mit Druckmessern
O O1 und Absperrhähnen q q1 in den
Verbindungsleitungen ausgerüsteten Behälter G und I können bei entsprechender Gröfse so
mit den einzelnen Zellen oder Gefäfsen A verbunden . werden, dafs sie für eine ganze
Accumulatorenbatterie ausreichen (s. Fig. 3). Die Hähne nn1 an den Verbindungsleitungen F.
und H dienen als Entluftungshähne beim Einfüllen des Elektrolyten in die Zellen A.
Verbindet man nun zwecks Ladung des Accumulators die Leitungen J1 K1 mit einer
Elektricitätsquelle bezw. einem Stromerzeuger, so entwickelt sich auf der positiven Polplatte
Sauerstoff, welcher in dem Behälter G aufsteigt, während auf der negativen Platte E
bezw. im Innern der Hohlelektrode D Wasserstoff erzeugt wird, der in den Behälter I strömt.
Bei fortdauernder Ladung üben die entwickelten bezw. sich noch weiter entwickelnden Gase
innerhalb der Hohlelektroden einen Druck auf den Elektrolyten aus, so dafs dieser aufserhalb
der Hohlelektroden aufsteigt, bis er schliefslich die Deckelplatte M erreicht (s. Fig. 2). Der
Accumulator ist jetzt geladen und die Räume X und Y stellen die wirksamen Theile der mit
Sauerstoff bezw. Wasserstoff gesättigten Platten dar, wobei diese Gase sich unter Druck in den
Poren der Kohle oder des porösen Metalles befinden.
Nimmt man an Stelle der verdünnten Schwefelsäure eine Lösung von Chlorwasserstoffsäure
(Salzsäure), Kaliumchlorid oder Kochsalz als Elektrolyten, so entwickelt sich an der
positiven Polplatte C, welche in diesem Falle aus Kohle hergestellt sein mufs, Chlorgas.
Die Intensität des vom Accumulator gelieferten Stromes entspricht dem Inhalt der
Räume X und Y und ändert sich mit dem Durchmesser und der Höhe der Hohlelektroden.
Die Anordnung der positiven Polplatte im Innern der Hohlelektrode B hat den Zweck,
die letztere nicht in den Ladestrom zu bringen, da sonst eine Zerstörung der Elektrode stattfinden
und die Entwickelung des Sauerstoffes und die Möglichkeit des Auffangens desselben
verhindert werden würde. Bei anderer Anordnung würde nämlich der Sauerstoff auf der
Aufsenfläche der Hohlelektrode B entstehen und diese sofort oxydiren. Das soeben Gesagte
gilt auch in der Hauptsache für die Anordnung der negativen Elektrode.
Für die Entladung des Accumulators genügt es, die Leitungen J und K mit einander zu
verbinden. Wenn man vor Beendigung der Entladung den Accumulator mit anderswo erzeugten
Gasen — Sauerstoff und Wasserstoff — speist, so wird durch die Vereinigung der
beiden Gase die Erzeugung des elektrischen Stromes fortgesetzt, eine Wirkung, die nicht
eintreten würde, wenn nicht vorher die Erzeugung von Wasserstoff und Sauerstoff durch
den elektrischen Strom stattgefunden hätte.
In bestimmten Fällen kann man auch die negative Elektrode durch eine poröse Bleiplatte
ersetzen, wie bei den gewöhnlichen Bleiplattenaccumulatoren; die positive Elektrode bleibt in
derselben Weise angeordnet wie oben beschrieben. Ebenso kann man als negative
Elektrode eine Kadmium- oder Zinkplatte und als Elektrolyten eine Lösung von Kadmium- oder
Zinksalzen in zweckmäfsig angesäuertem Wasser benutzen. In beiden Fällen wird der negative
Pol dann sowohl für die Ladung als auch für die Entladung benutzt.
Die schematische Darstellung Fig. 3 zeigt . eine Anordnung, bei welcher die positiven
Elektroden für die Entladung von porösen Hohlkörpern B gebildet werden, in deren
Innern nicht poröse Platten C angeordnet sind, welche die Ladeelektrode bilden. Die
oberen Räume der Hohlkörper B sind durch Verbindungsrohre F an einen gemeinschaftlichen
Sauerstoffbehälter G angeschlossen, während die negativen Elektroden von einfachen Platten e
gebildet werden.
Wenn man als negative Elektrode eine Metallplatte verwendet, so kann man als Elektrolyten
eine Chlorzink- oder Chlorkadmiumlösung wählen. In diesem Falle kann die
positive metallene Ladepolplatte C durch eine solche aus Kohle ersetzt werden, ebenfalls kann
auch die Entladungselektrode -B aus Kohle bestehen, vorausgesetzt, dafs bei dieser Reaction
am positiven Pol Chlor entwickelt und in dem Behälter G aufgefangen werden soll.
Claims (2)
1. Gasaccumulator, bei welchem in der luftdicht abgeschlossenen Zelle (A) poröse,
unten offene, für die Entladung dienende Hohlelektroden (B und D) angeordnet sind,
in deren Innern sich für den Ladestrom bestimmte isolirte Elektrodenplatten (C und E)
befinden, so dafs bei Einleitung des Ladestromes die Gase auf der Oberfläche der
Elektrodenplatten (C und E) im Innern der Hohlelektroden (B und D) entwickelt
werden, in zweckmäfsige, an diese letzteren angeschlossene Behälter (G bezw. I) aufsteigen
und den Elektrolyten bezw. die wirksamen Flächen der Entladungselektroden unter Druck stellen.
2. Eine Abänderung des unter 1. gekennzeichneten Gasaccumulators, darin bestehend,
dafs die negativen Elektroden von Platten (e) gebildet werden, die für Ladung und Entladung
dienen, während die positiven, zur Ladung dienenden Elektrodenplatten (C) von
den positiven Entladungshohlelektroden (B) umgeben sind, welche mit einem gemeinschaftlichen
Gasbehälter G in Verbindung stehen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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