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Lautsprecher-AusrufanIage für Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs
In neuerer Zeit werden zur Beschleunigung der Wagenabfertigung an den Haltestellen
in den Verkehrsfahrzeugen Lautsprecher-Ausrufanlagen eingebaut. Sie sollen dazu
dienen, den Fahrgästen in sämtlichen Abteilen und allen Wagen gleichzeitig die nächste
Haltestelle bekanntzugeben. Die Ansage wird dabei allein vom Fahrer in ein Mikrophon
vorgenommen, welches die Sprache über einen Verstärker auf die in dem Wagen verteilten
Lautsprecher überträgt.
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Die einzelnen Verkehrsverwaltungen gedenken diese praktische Einrichtung
jedoch ebenfalls zur Anlage betrieblicher Anweisungen zu benutzen. Dies sind insbesondere
die Hinweise auf beschleunigtes Ein- und Aussteigen sowie bei starkem Verkehrsandrang
die Lenkung der an der Haltestelle Wartenden mit dem Ziel einer möglichst reibungslosen
und schnellen Wagenabfertigung. Bei überfüllung der Fahrzeuge sollen ebenfalls verkehrswerbende
Hinweise auf in dichtem Abstand folgende Einsatzwagen usw. denn wartenden Publikum
gegeben werden. Außer den Fahrgästen sollen auch mit einem Wort die zukünftigen
Fahrgäste bzw. das Publikum auf der Straße vom Fahrzeug aus über Lautsprecher angesprochen
werden können.
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Es ist nun bereits bekannt, die Lautsprecher im Fahrzeug so anzuordnen,
daß ein gewisser Teil der Schallenergie auch nach außen abgestrahlt wird. Bei diesen
Anlagen ist es dem Fahrer möglich, über sein Mikrophon die außerhalb des Fahrzeuges
Stehenden anzusprechen. Zu demselben Zweck wurden auch bereits Lautsprecher direkt
nach außen
schallend eingebaut und zum Teil von der Innenraumanlage
abschaltbar eingerichtet.
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Alle diese Einrichtungen haben den Mangel, daß der Fahrer, der ja
allein in das Mikrophon sprechen kann, vom Führerstand aus diese Hinweise gar nicht
geben kann, da er die Lage an den Ein- und Aussteigetüren nicht übersehen kann bzw.
gar nicht dazu befugt ist, weil der Schaffner für diesen Teil der Abfertigung allein
verantwortlich ist: Daher unterbleiben diese Hinweise, und die Ausrufanlagen werden
nur einem Teil ihrer Aufgabe gerecht, nämlich dem Ansagen der Haltestellen.
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Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde; diesen Übelständen zu
begegnen. Zu diesem Zweck soll auch dem Schaffner die Möglichkeit gegeben werden,
die Lautsprecheranlage über ein zweites Mikrophon zu benutzen. Da es sich dabei
im wesentlichen um Übertragungen außerhalb des Fahrzeuges handelt, ist beim Besprechen
dieses zusätzlichen Schaffnermikrophons nur ein Teil der gesamten Lautsprecher eingeschaltet.
Es wird so vermieden, die Reisenden mit Ansagen zu belästigen, welche gar nicht
für sie bestimmt sind. Dem Schaffner ist durch die erfindungsgemäße Einrichtung
die Möglichkeit gegeben, den Verkehrsfluß an den Haltestellen zu lenken, wie es
die jeweilige Lage erfordert und sich dem anstürmenden Publikum gegenüber durchzusetzen.
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Der Erfindungsgedanke soll ,an Hand der Fig. i am Beispiel des doppelstöckigen
Omnibusses erläutert werden.
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In Fig. i ist der Grundriß des Untergeschosses dargestellt. Die Sitze
sind als schraffierte Flächen gezeichnet. An den mit Pfeilen versehenen Stellen
befinden sich die Ein- und Ausgänge. Die jeweilige Pfeilspitze kennzeichnet die
mögliche Verkehrsrichtung an den Ein- und Ausstiegen. Der Lautsprecher i bespricht
den unteren Innenraum und der Lautsprecher z das Oberdeck. Vom Lautsprecher 3 wird
sowohl auf die Plattform als auch nach außen gesprochen. Der Fahrer spricht in das
Mikrophon ¢, welches die Sprache mit Hilfe der nicht dargestellten Verstärkeranlage
auf alle Lautsprecher wiedergibt. Das in der Nähe des hinteren Ausstieges angebrachte
Schaffnermikrophon 5 überträgt mit Hilfe der gleichen Verstärkeranlage die Mitteilungen
des Schaffners nur auf den Lautsprecher 3.
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In der Fig. z ist die Anwendung des Erfindungsgedankens auf Mehrwagenzüge,
wie sie bei Überlandbahnen sowie U- und S-Bahnen vorkommen, dargestellt- Bei diesen
Betrieben ist dem Fahrer ein Zugbegleiter oder Abfertiger beigegeben. Die übertragung
erfolgt vom Führerstand auf alle Wagen des Zuges. In der Fig. a sind wiederum die
Ein-und Ausstiege mit Pfeilen angedeutet. Die ausgezogenen Pfeile stellen die Türen
dar, welche in der angedeuteten Pfeilrichtung benutzt werden, während die gestrichelten
Pfeile die Türen für die Gegenrichtung kennzeichnen.
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Jedem Führerstand f ist ein Mikrophonanschluß i zugeordnet. Der am
Kopfende des Zuges gelegene Führerstand ist mit einem Mikrophon i i bestückt. Von
hier aus werden die im ganzen Zug verteilten Innenlautsprecher a über eine nicht
dargestellte Verstärkeranlage gesteuert. An jedem Kopfende einer Wagen- oder Zugeinheit
befindet sich außerdem ein Mikrophonanschluß 3 bzw. 3' für die beiden Fahrtrichtungen,
wenn es sich um dauernd zusammengekuppelte Einheiten handelt. Das vom Zugbegleiter
besprochene Mikrophon ist mit 33 bezeichnet. Den vorgenannten Sprechstellen sind
die nach außen schallenden Lautsprecher q. und ¢' zugeordnet, und zwar so, daß von
allen Anschlüssen 3 die Lautsprecher 4: erregt und von allenAnschlüssen 3' die Lautsprecher
4.' erregt werden.
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Der Zugbegleiter bzw. Schaffner ist somit in der Lage, von seiner
Sprechstelle ,aus den gesamten Zug zu überblicken und über die Lautsprecher q. vor
die ganze Zugfront einen Schallschleier zu legen.
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Bei beiden beschriebenen Ausführungsbeispielen werden zweckmäßig Schaltmittel
an den verschiedenen Besprechungsstellen vorgesehen, die bei der Benutzung einer
Besprechungsstelle eine Verriegelung der anderen bewirken. Ferner können Wahlumschalter
vorgesehen werden, mit deren Hilfe die` Zugehörigkeit der Lautsprecher zu den verschiedenen
Besprechungsstellen vertauscht werden kann. Diese und ähnliche Maßnahmen können
bei Ausrufanlagen mit mehreren Lautsprechern und verschiedenen Besprechungsstellen
zur Bildung von beliebig zusammenfaßbaren Lautsprechergruppen für jeweils eine Besprechungsstelle
angewendet werden.