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Verfahren zur Runderneuerung der Laufmäntel von Luftbereifungen für
Fahrzeugräder
Die Runderneuerung der Laufmäntel für Luftbereifungen für Fahrzeugräder
geschieht bisher noch meist in geschlossenen Formen, die auf ihrer Innenseite dem
zu erzeugenden Gleitschutz entsprechend profiliert sind. Der Laufmantel, dessen
Lauffläche runderneuret werden soll, muß zunächst abgeschält und gerauht, mehrfach
mit Gummilösung bestrichen und mit einer neuen Polstergummischicht versehen werden,
bevor der Rohtaufstreifen aufgebracht werden kann, welcher Ideen abgelaufenen Gleitschutz
ersetzen soll. nachdem in den so vorbereiteten Laufmantel ein Prßschlauch eingebracht
worden ist, wird er in die beheizte Form eingelegt und aufgepumpt, wodurch sich
die Profilierungender Innenwandung der Form als Gleitschutz in den Rohlaufstreifen
eindrücken und die aufgebrachten Ersatzgummischichten vulkanisieren.
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Dlieses umständliche Verfahren wurde dadurch etwas vereinfacht, daß
an Stelle des unvulkanisierten Rohlaufstreifens ein bereits vulkanisierter und profilierter
Laufstreifen aufgebracht wird.
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Dieser wird mit dem Reifen durch ein selbst vulkanisierindes oder
kurzheizendes Bindematerial und eine ebensolche dünne Polstergummischicht verbundes.
Das Aufpressen des Ersatzstreifens auf den Reifen geschieht in der Weise, daß der
einen Luftschlauch enthaltende Reifen auf eine Felge montiert, dann eine Wickel-
oder Metallmanschetee um den Reifen gelegt und inletzt dessen Luftschlauch aufgepumpt
wird. Der so vorbereitete Laufmantel vulkanisiert entweder selbsttätig oder wird
in einen auf etwa 50 bis 600 C erwärmten Heizraum gebracht. Dieses Runderneuerungsverfahren
beseitigt zwar die sehr teuren und umständlichen Heiz-
formen des
an erster Stelle genannten Erneuernngsverfahrens, es hat aber den großen nachteil,
daß die Enden des auf den Reifen aufvulkanisierten Laufstreifens, die stumpf oder
schräg gegeneinanderstoßen, eine schwache und leicht verletzliche Stelle der Runderneuerung
bilden, denn sie sind immer geneigt, sich von dem Reifen abzulösen.
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Man hat auch schon die Runderneuerung in der an erster Stelle genannten
Weise ohne heizform in der Art durchgeführt, daß der nach dem erstgenannten Verfahren
behandetlte Reifen in einen Heizraum eingebracht wird, in dem er der üblichen Vulkanisiertemperatur
und außerdem einem hohen Luft-oder Dampfdruck ausgesetzt wird. Der Luft-oder Dampfdruck
wirkt sowohl von außen wie von innen gegen den Reifen und preßt die aufgebrachte
Rohlaufschicht gegen die Außenfläche des Reifens, während gleichzeitig die Vulkanisiertemperaur
das Vulkanisieren der aufgebrachten Ersatzgummiteile bewirkt.
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Dieses Verfahren ist in seiner Ausführung zwar einfacher als die
beiden vorher genannten Verfahren, es hat aber den Nachteil einer außerordentlichen
Gummivergeudung, denn das Gleitschutzprofil muß nach dem Vulkanisieren des Ersatzlaufstreifens
in diesen eingeschnitten werden.
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Eine weitere Gummiverschwendung, die bei allen drei vorgenannten
verfahren vorhanden ist, geschieht noch dadurch, daß die rundzuerneuernden, ganz
verschieden abgenutzten Reifen dem aufzulegenden Gummistreifen jeweils angepaßt
werden müssen. Die Ersatzlaufstreifen sind selbstverständlich genormt und führen
dadurch bei ihrer Verwendung für voneinander abweichende Reifengrößen einen weiteren
Gummiabfall herbei.
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Entscheidend für das einwandfreie Festhalten des Ersatzgummistreifens
auf dem Reifen ist bei allen vorgenannten Verfahren dessen mit äußerster Sorgfalt
ausgeführtes Anrollen an den Reifen; es dürfen zwischen den Ersatzgummischichten
und dem Reifen keinerlei luftblasen verbleiben, da diese sich beim Abheizen des
Reifens ausdehnen und die Bildung von Beulen herbeiführen, Die bei den vorgenannten
Runderneuerungsverfahren gerügten Mängel sind bei dem Verfahren der Erfindung beseitigt.
Bei diesem wind der abgelaufene Gleitschutz des Reifens in einfachster Weise durch
Aufwickeln eines schmalen Gummistreifens. auf die vorbereitete Außenfläche Ides
Reifens ersetzt. Es ist bei diesem Verfahren weder eine Beseitigung von Gummiteilen
des abgelaufenen Reifens notwendig, um diesen für die Aufbringung des neuen Gleitschutzes
aufnahmefähig zu machen, noch auch ist es notwendig, den Gleitschutz irgendwie zu
profilieren, denn die Profilierung kommt bei dem Verfahren der Erfindung selbsttätig
dadurch zustande, daß die Windungen des den Gleitschutz neu bildenden Gummistreifens
einigen Abstand voneinander haben. Der aufzuwickelnde Gummistreifen kann an seinen
Seitenflächen oder an seiner Außenfläche Gleitschutzprofilierung haben, er wird
zweckmäßig in schraubenlinien förmigen Windungen auf den vorbereiteten Reifen aufgebracht.
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Bei dem neuen Verfahren wird also nur der abgefahrene Gleitschutz
neu auf dem Reifen aufgebaut, und es werden nur solche Gummiteile auf den Reifen
aufgebracht, Idie abgenutzt sind und unmittelbar den Gleitschutz bilden.
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Das Verfahren der Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht.
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Abb. 1 zeigt einen nach diesem Verfahren runderneuerten Reifen in
schaubildlicher Darstellung; Abb. 2 zeigt einen Querschnitt durch einen Reifen in
etwa natürlicher Größe.
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Nachdem die Außenfläche des abgefahrenen Reifens gerauht und mit
Gummilösung bestrichen und der Reifen auf eine Felge aufgespannt ist, wird auf ihn
mittels einer geeigneten Führungs- und Andrückvorrichtung ein schmaler Gummistreifen
g in mehreren Windungen aufgerollt. Die Windungen verlaufen zweckmäßig schraubenlinienfömig
und können ein- oder mehrgängig sein. Der Gummistreifen g kann beliebige Querschnittsform
haben.
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Der Gummistreifen ist in ununterbrochenem Lauf um den Reifen gelegt,
so daß keine Stoßstellen an den einzelnen Windungen sind, und nur die Anlauf-und
die Ablaufstelle des Gummistreifens bleiben.
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Das Anlaufende und das Ablaufende werden an den Seitenumfang so beigearbeitet,
Idlaß diese Enden allmählich in den Laufreifen übergehen.
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Es liegt auf der Hand, daß bei dem Runderneuerungsverfahren der Erfindung
der schmale Ersatzgummistreifen bedeutend leichter und ohne Gefahr einer Luftblasenbildung
zwischen ihm und dem Reifen an letzteren angerollt werden kann als die bedeutend
breiteren Ersatzgummistreifen der vorbekannten Verfahren, welche zudem noch dem
nach den Seiten stark abfallenden und sich dadurch im Durchmesser verkleinernden
Querschnittsprofil des REifens angepaßt wenden müssen.