DE894606C - Vorrichtung zum Einfangen, Zerkleinern und Entfernen von Fremdkoerpern (Steinen, Konkrementen) aus Hohlraeumen des menschlichen Koerpers - Google Patents

Vorrichtung zum Einfangen, Zerkleinern und Entfernen von Fremdkoerpern (Steinen, Konkrementen) aus Hohlraeumen des menschlichen Koerpers

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DE894606C
DE894606C DEK8456D DEK0008456D DE894606C DE 894606 C DE894606 C DE 894606C DE K8456 D DEK8456 D DE K8456D DE K0008456 D DEK0008456 D DE K0008456D DE 894606 C DE894606 C DE 894606C
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    • A61B2017/2212Gripping devices in the form of loops or baskets for gripping calculi or similar types of obstructions having a closed distal end, e.g. a loop
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Description

  • Vorrichtung zzlm: Eirrfangen, Zerkleinern und Entfernen von Fremdkörpern (Steinen, Konkrementen) aus Hohlräumen des menschlichen Körpers Ist z.B. der Durchmesser eines im Innern der Niere (Nierenbecken) befindlichen Steines größer als die größtmögliche lichte Weite des Abflußweges (Harnleiter oder Mündung zur Blase), so war bisher eine Entfernung des Steines nur auf operativem Wege, d. h. durch chirurgischen Eingriff nen von Niere oder Nierenbecken), möglich, da er auf natürlichem Wege, z. B. mittels Trinkkuren oder andere austreibende Mittel, das Nierenbecken nicht mehr verlassen kann.
  • Versuche, Nierensteine in der Niere auf chemischem Wege zur Auflösung zu bringen, scheiterten bisher daran, daß die Lösungsmittel den lempfindlichen Organismus (Niere, Harnleiter, Blase) leichter angreifen und auflösen als den Stein. Ein Oxalatstein z. B. hat die Härte eines Topas (Härtegrad 7).
  • Zur Feststellung und Behandlung von Nierensteinkranldieiten sind Katheter aus biegsamem Material bekannt, die mit Hilfe eines Zystoskops auf natürlichem Wege in den Harnleiter eingeführt und sodann bis in das Nierenbecken vorgeschoben werden, um den Nierenbeckeninbalt direkt ableiten oder Einspritzungen oder Spülungen vornehmen zu können.
  • Bekannt sind zwei ineinandergesteckte Katheter nach Art yon Bowdenzügen mit geschlossenen, ausstülpbaren Einfangschlaufen, welche veränderbar und feststellbar geführt sind. Diese Vorrichtungen sind jedoch nur für das Einfangen und Herausziehen, nicht aber Zerkleinern von Fremdkörpern aus Harnleiter, Blase und Harnröhre bestimmt und können auf Grund ihrer Beschaffenheit und Ausbildung der Einfangvorrichtung nicht bis in das Nierenbecken gebracht werden, um darin befindlicht Steine (Konkremente) einzufangen und ber auszuziehen, sofern sie noch genügend klein sind.
  • Ferner ist ein starres, zystoskopähnliches Instrumen.t bekannt, das ausstülpbare, bandförmige Schlaufen zum Einfangen und einen Bohrer zum Zerkleinern der Fremdkörper besitzt. Mit diesem Instrument ist jedoch nur die Entfernung von Blasensteinen möglich.
  • Auch wurden bereits Katheter dazu benutzbar gemacht, um im Harnleiter selbst sitzende Steine unzerkleinert zu entfernen, indem entweder ein am vorderen Ende befestigter Faden als einfache Schlinge diente, womit der Stein eingefangen und herausgezogen werden kann, was nur mühevoll oder meist überhaupt nicht gelingt, oder es wurde dabei von den oft scharfkantigen Steinen der Harnleiter aufgeschlitzt, oder es wurde am einzuführenden Katheterende ein kleine Gummiblase befestigt, die, vor dem Harnleiterstein angelangt, aufgeblasen wird, um so den Harnleiter vor dem Stein zu erweitern, damit dieser nanbgleiten und nach vielen Wiederholungen so zur Blase geleitet werden kann.
  • Auch diese beiden letzteren Verfahren setzen voraus, daß die Haruleitersteine noch sehr klein sind und somit noch die Möglichkeit zum Passieren des größtmöglich erweiterten Harnleiters und besonders der viel kleineren Mündung zur Blase besteht. Zum Entfernen von Steinen aus dem Nierenbecken sind diese Verfahren ungeeignet, besonders da solche Steine zumeist erst ernste Beschwerden machen bzw. operativ entfernt werden müssen, wenn sie gleich groß (Koliken) oder größer als die Abflußwege sind (Stauung, Verschluß).
  • Somit galten alle bisher bekannten Erfindungen ausschließlich der Entfernung von aus dem Nierenbecken bereits abgewanderten bzw. nicht darin entstandenen kleineren Steinen aus Harnleiter, Blase oder Harnröhre, die aber dann nicht mehr Nierensteine, sondern Harnleiter-, Blasen- oder Harnröhrensteine sind.
  • Um Steine im Innern der Niere bzw. im Nierenbecken selbst ergreifen, gegebenenfalls zerkleinern und entfernen zu können, mußte eine Vorrichtung entwickelt werden; die I. bis zum Nierenbecken einführbar ist, d. h. genügend lang, genügend klein im Durchmesser und genügend biegsam und in der Längsachse genügend starr ist, um den ergriffenen Stein genügend fest gegen das Zerkleinerungswerkzeug pressen zu können, 2. weder Harnleiter noch Niere zu verletzen imstande ist, und 3. mit ihren Einfangs chlaufen gestattet, einen Stein an jeder Stelle des Nierenbeckens mit Sicherheit zu ergreifen.
  • Bedingung 1 wurde erfüllt, indem drei ineinandergesteckte, z. B. nach Art der Bowdenzüge aus gewickeltem, nichtrostendem Stahldraht bestehende Katheter verwendet werden, deren äußerer der Träger einer mit Schlitzen für die Schlaufen versehene Kappe ist, die außerdem noch eine versenkte Bohrung zur geschützten Aufnahme des Zerkleinerungswerkzeuges, z. B. eines Bohrers, besitzt, der mittlere Katheter im ersteren bewegbar geführt ist und an seinem vorderen Ende mit mehreren ausstülpbaren, untereinander verbundenen, in sich geschlossenen Schlaufen versehen ist, deren ideellen 1Ebenen sich etwa in der Kathetermittellinie schneiden, und der innere Bowdenzug zur Betätigung des Zerkleinerungswerkzeuges dient, z. B. als Bohrerwelle von einem Motor oder von Hand in Drehung versetzt wird.
  • - Bedingung 2 wurde erfülft, indem die Schlaufen bandförmig ausgebildet wurden und ausschließlich mit ihrer Breitseite die Wände des Harnleiters und des Nierenbeckens berühren, diese also nicht zerschneiden können. Eine schabende, verletzende Drehung wird durch das verhältnismäßig große Spiel innerhalb ruder vielen Windungen der Bowdenzüge vermieden. Ferner liegen im eingezogenen Zustand die Schlaufen schützend über dem Zerkleinerungswerkzeug, so daß der Kopf der Vorrichtung eine glatte, halbkuglige Form hat, die für die Einführung und Weiterleitung in Harnleiter und Nierenbecken am günstigsten ist. Der durch die einzelnen Windungen des gewickelten Stahldrahtes unebene äußere Bowdenzug kann gleitfähiger gemacht werden durch Einfetten, Abschleifen der Oberfläche bis auf den halben Durchmesser des Stahldrahtes oder durch Aufbringen einer Schicht aus Gummi, Lackfarbe od. dgl. Somit sind Verletzungen mit der Vorrichtung bei sachgemäßer Anwendung unmöglich.
  • Die dritte Bedingung schließlich wurde erfüllt, indem die beispielswleise aus Metallbändern bestehenden Schlaufen mit federnder Vorspannung entweder an der Stirnseite oder an der Längsseite der Kappe derart hervorgestülpt werden können, daß sie einen kugel ähnlichen Einfangkorb bilden, der den ganzen Hohlraum des Nierenbeckens bestreicht. Ein geringes Überdrücken der in der 5 chlanfenhalterung befestigten Schlaufenenden im Innern des Kopfes über die Schlitzhöhe der seitlichen Schlitze hinaus bewirkt überdies ein zusätzlichtes Spreizen der federnden Schlaufen und damit volles Öffnen des Einfangkorbes.
  • Mit vorliegender Erfindung wird erstmalig auf die theoretische und praktische Möglichkeit zur mechanischen, nicht operativen (unblutigen) Entfernung von Nierensteinen hingewiesen.
  • Der große Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß hierdurch ein gefahrenbergender chirurgischer Eingriff, ein damit verbundenes langes Krankenlager und ein dadurch bedingtes längeres Herabmindern der Arbeitskraft bei dem Patienten in den meisten Fällen vermieden werden kann, was besonders im Krieg von Bedeutung ist, zumal in Kriegen aus bisher noch ungeklärten Ursachen die Zahl an Nierensteinerkrankten ansteigt.
  • Erfindungsgemäß werden Fremdkörper (Steine, Konkremente) z. B. aus dem Nierenbecken mit dieser Vorrichtung in vollkommener Weise ein- gefangen, gegebenenfalls -zerkleinert- und entfernt wie bisher. Die Vorrichtung ist beispielsweise in der Zeichnung dargestellt.
  • Abb-. I stellt eine vollständige Ausführung der Vorrichtung, teilweise im Schnitt, dar; Abb. II zeigt das vordere Stück der Vorrichtung; Abb. III veranschaulicht die Handhabung der Vorrichtung bei der Zerkleinerung eines eingefangenen Steines; Abb. IV gibt eine Gesamtdarstellung der Anwendung im Harnapparat des menschlichen Körpers.
  • Die Vorrichtung besteht in der Hauptsache aus den drei Kathetern I, 2, 3, die nach der Art der Bowdenzüge z. B. aus nichtrostendem Stahldraht gewickelt sind. Der äußere Katheter I ist am vorderen Ende mit einer Kappe 4 versehen, die den arn Katheter 3 als Böhrerwelle befestigten hervorschiebbaren Kugelbohrer 5 schützend umgibt, ferner Schlitze 6 zur Führung der Einfangschlaufen 7 besitzt sowie zwecks besseren Festhaltens eines eingefangenen Steines am oberen Rand mit kleinen Zähnen 8 versehen ist. Der innere Katheter 2 ist mittels des Endstückes 9 Träger der metallenen bandförmigen und bei 10 miteinander verbundenen Einfangschlaufen 7. Am unteren Ende der Vorrichtung wird die Betätigung vorgenommen. Der äußere Katheter I ist hier mit einem Endrohr verbunden, in welchem das Endrohr 12 des inneren Katheters 2 verschiebbar und mittels der Schraube I3 feststellbar ist. In dem Endrohr I2 verschiebbar befindet sich das Endstück 14 des Katheters 3, mittels weichem der Kugelbohrer 5 von Hand oder durch einen angeschlossenen Motor 15 in Drehung versetzt wird. Durch Verschieben des Motors 15 bzw. des Endstückes 14 in der Längsrichtung kann der Kugelbohrers aus der Kappe4 hervorgeschoben werden. Eine Meßskala I6 auf diesem Endstück 14 gestattet bei festgeklemmter Schraube 13 das Ablesen der Länge des Kugelbohrerweges beim Hervorschieben aus der Kappe 5. Befindet sich der stillstehende Kugelbohrer 5 in seiner Endstellung innerhalb der Kappe 4 und wird nun das Endstück 12 des inneren Katheters 2 auf der Meßskala I6 bei gelöster Schraube I3 verschoben, so lassen sich bei feststehendem äußeren Katheter I und bei ebenfalls in der Längsrichtung unveränderter Stellung des Endstückes 14 die Einfangschlaufen 7 betätigen, und die Meßskala I6 gibt ein Maß für die Länge des Herausragens der Einfangschlaufen 7 aus den Schlitzen 6 der Kappe 4 an bzw. läßt einen Schluß auf die jeweilige Größe des von den hervorgeschobenen Schlaufen 7 gebildeten Einfangkorbes und damit auch eines etwa darin eingefangenen Steines zu.
  • Während in der Abb. I die Einfangschliaufen 7 bis zur vollen Öffnung des von ihnen gebildeten Einfangkorbes aus der Kappe 4 hervorgeschoben sind, zeigt die Abb. II das obere Ende der Vorrichtung mit eingezogenen Einfangschlaufen 7, die nun schützend die Kappe 4 mit dem darin versenkten Kugelbohrer 5 sowie die Verzahnung 8 umgeben. Abb. II läßt erkennen, wie glatt und damit ungefährlich gegen Verletzungen die Vorrichtung in ihrer äußeren Beschaffenheit beim Einbringen in die Harnwege des menschlichen Körpers ist. Der äußere Katheder I ist durch Abschleifen auf den halben Durchmesser seines Drahtes, wie aus den Abb. I und III ersichtlich, äußerlich vollkommen eben gemacht.
  • Abb. IV veranschaulicht im Längsschnitt den Harnapparat in seinem Zusammenhang und die praktische Anwendung der erfundenen Vorrichtung.
  • Das nur teilweise dargestellte, an sich bekannte Zystoskop I7 wurde durch die Harnröhre I8 in das Innere der Blase 19 gebracht. Das dann durch einen im Zystoskop befindlichen Kanal 20 bis in die Blase 19 vorgeschobene Fernrohr 2.1 ermöglicht mit seinem seitlich angeordneten Ausblick 22 und einem darüber angeordneten Lämpchen 23 das Auffinden der Harnleitermündung 24. Es wird dann das Zystoskop I7 mit der Mündung seines weiteren Kanals 25 auf die Harnleitermündung 24 gesetzt und nunmehr die erfundene Vorrichtung durch den Kanal 25 des Zystoskops 17 in der Bohrer- und Schlaufenstellung nach Abb. II in den Harnleiter 26 eingeführt und bis zum Innern der Niere 27, dem Nierenbecken 28 vorgeschoben. Der sodann im Nierenbecken voll geöffnete Einfangkorh füllt den ganzen Hohlraum aus, indem sich die bandförmigen Einfangschlaufen an die Nierenbeckenwand anlegen, so daß ein im Nierenbecken befindlicher Stein nach dem Offnen der Einfangschlaufen in den so gebildeten Korb gelangt. Durch Schließen des aus den Einfangschlaufen 7 gebildeten Einfangkorbes wird der im Nierenbecken 28 befindliche Nierenstein 29 leicht und sicher eingefangen und mittels des inneren Katheters 2 fest gegen die Kappe 4 gezogen (Abb. III). Kleine Steine können nun mit der Vorrichtung ohne weiteres herausgezogen werden. Im Innern der Katheter I, 2, 3 angebrachte dünne Stahldrähte 30 geben der Vorrichtung die in der Längsrichtung auf Zugbeanspruchung notwendige Festigkeit bzw. verhindern ein Auseinanderziehen der Drahtwindungen der Katheter, beeinträchtigen jedoch nicht die zum Anpassen an die Krümmungen des Zystoskops und des Harnleiters erforderliche Biegsamkeit (Abb. 1). Ist der Stein größer, wird er mit dem Kugelbohrer angebohrt, so daß er infolge seiner Sprödigkeit z. B. in mehrere Stücke zerspringt, die dann einzeln eingefangen und herausgezogen werden können (Abb. III). Der Kugelbohrer ermöglicht das Herausbefördern von in die Kappe 4 nach Herausschieben des Kugelbohrers evtl. gefallenen Steintrümmern und somit das sichere Zurückbringen des Kugelbohrers 5 in die schützende Kappe 4.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Vorrichtung zum Einfangen, Zerkleinern und Entfernen von Fremdkörpern (Steinen, Konkrementen) aus Hohlräumen des menschlichen Körpers mittels ausstülpbarer Schlaufen und mit einem Zerkleinerungswerkzleug für die Fremdkörper, dadurch gekennzeichnet, daß in einem metallenen, nach Art eines Bowdenzuges ausgebildeten Katheter mehrere bandförmige, ausstülpbare, untereinander verbundene, in sich geschlossene Schlaufen in einem zweitenKatheter bewegbar geführt sind, deren ideelle Ebenen sich etwa in der Kathetermittellinie schneiden.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlaufen bei ihrem Ver schieben durch Schlitze einer auf den ersten Katheter aufgesetzten Kappe in den Hohlraum eintreten.
DEK8456D 1943-01-10 1943-01-10 Vorrichtung zum Einfangen, Zerkleinern und Entfernen von Fremdkoerpern (Steinen, Konkrementen) aus Hohlraeumen des menschlichen Koerpers Expired DE894606C (de)

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