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Vierdraht-Verstärker für Träger frequenzsysteme Es ist bekannt, bei
den Zwischenverstärkern von Zweidraht-Trägerfrequenzsystemen, d. h. Systemen, bei
denen den beiden Übertragungsrichtungen verschiedene Frequenzlagen entsprechen,
den Verstärker jeder Übertragungsrichtung in zwei Teilverstärker, einen Vor- oder
Empfangsverstärker und einen End-oder Sendeverstärker, aufzulösen, wobei der Empfangsverstärker
die zur Leitungsentzerrung und Pegelregelung erforderlichen Elemente besitzt, während
der Sendeverstärker das gesamte Frequenzband der zugehörigen Übertragungsrichtung
frequenzunabhängig verstärkt und den Hauptteil der Gesamtverstärkung bewirkt. Dabei
ist es, um im Zwischenverstärkerpunkt in bequemer Weise einzelne Kanäle oder Kanalgruppen
herausführen bzw. hinzusetzen zu können, zweckmäßig, durch besondere Trennungselemente
eine Auftrennmöglichkeit zwischen Empfangs- und Sendeverstärker vorzusehen.
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Es ist vorgeschlagen, als Trennungselement zwei durch Nachbildungen
abgeglichene Gabelübertrager zu benutzen, deren Stiele mit dem Ausgang des Empfangsverstärkers
bzw. mit dem Eingang des Sendeverstärkers verbunden sind, so daß entsprechend den
beiden Gabelausgängen zwei elektrisch voneinander entkoppelte Verbindungswege vom
Empfangs- zum Sendeverstärker zur Verfügung stehen. Der eine Weg wird zur Durchschaltung
vom Empfangs- auf den Sendeverstärker (mit einem Dämpfungsverlust von 0,7 bis o,8
N.) benutzt; der andere Weg dient zur (in Übertragungsrichtung hinter dem Empfangsverstärker
erfolgenden) Herausführung oder zur (in Übertragungsrichtung vor dem Sendeverstärker
erfolgenden
) Zusetzüng von einzelnen Kanälen öder Kanalgruppen.
Die beiden vorhandenen Verbindungswege gestatten also die gleichzeitige beeinflussungsfreie
Durchschaltung der über den Zwischenverstärker laufenden Verbindungen von Endstelle
zu Endstelle und die Anschaltung einer Endapparatur am Zwischenverstärkerpunkt,
die einen Verkehr vorf diesem Punkt wahlweise zur einen oder anderen Endstelle ermöglicht.
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Es ist ferner bereits vorgeschlagen, die in den Zweidraht-Verstärkern
vorhandene Richtungsweiche, den Empfangsverstärker einer Übertragungsrichtung und
den Sendeverstärker der Gegenrichtung konstruktiv zu einer Baueinheit, einem Verstärkerhalbsatz,
zusammenzufassen, wodurch sich der Vorteil ergibt, daß diese Halbsätze für sich
allein gleichzeitig als Sende- und Empfangsteil in den Endstellen eingesetzt werden
können.
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Ein Ausführungsbeispiel eines aus solchen Halbsätzen aufgebauten Zweidraht-Zwischenverstärkers
mit Gabeln als Trennungselementen zeigt das Schaltschema nach Fig. z.
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Die von A auf der Leitung L1 ankommende Kanalgruppe der hohen Frequenzlage
gelangt über den Hochpaß einer Richtungsweiche W1, einen mit Mitteln zur Entzerrung
und Pegelregelung ausgerüsteten Empfangsverstärker ET, zu einer Gabel G1 mit Nachbildung
N1 und den beiden voneinander entkoppelten Ausgängen al und b1. Der Ausgang b1 ist
auf den einen Eingang b2 einer in Übertragungsrichtung folgenden Gabel G2 mit Nachbildung
N2 durchgeschaltet, deren anderer Eingang mit a2 bezeichnet ist. Von der Gabel G2
gelangt die Frequenzgruppe über einen Sendeverstärker SV, der den Hauptteil der
Gesamtverstärkung trägt und über die gesamte Breite des zu übertragenden Bandes
frequenzunabhängig verstärkt, und den Hochpaß der zweiten Richtungsweiche W2 auf
die Leitung L2 nach B. Die Übertragung der von B ankommenden Kanalgruppe der tiefen
Frequenzlage erfolgt in entsprechender Weise über den Tiefpaß der Weiche W2, einen
Empfangsverstärker EV2, eine Gabel G3 mit Nachbildung N3 und den beiden Ausgängen
a3, b3, eine Gabel G4 mit Nachbildung N4 und den beiden Eingängen a4, b4, einen
Sendeverstärker SV, und den Tiefpaß der Weiche W1 zur Leitung L, nach A. Dabei sind
die Gabelklemmen b3 und b4 miteinander verbunden.
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Die Ausgänge a1 bzw. a3 der Gabeln G1 bzw. G3 können zur Anschaltüng
einer Endapparatur zum Empfang für im Zwischenverstärkerpunkt von A bzw. B ankommenden
Verbindungen, die Eingänge a2 bzw. a4 der Gabel G2 bzw. G4 zur Anschaltung einer
sendenden Apparatur für vom Zwischenverstärkerpunkt nach B bzw.
A abgehende Verbindungen benutzt werden.
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Die innerhalb .der gestrichelten Umrandungen liegenden Schaltelemente
sind aus den obenerwähnten Gründen jeweils zu einer konstruktiven Baueinheit I bzw.
II, einem Verstärkerhalbsatz, zusammengefaßt. In einem jeden Halbsatz liegen der
hohe Sendepegel der einen Übertragungsrichtung und der tiefe Empfangspegel der Gegenrichtung
nebeneinander. Bei Zweidraht-Verstärkern ist diese Tatsache belanglos, da die beiden
Übertragungsrichtungen frequenzmäßig voneinander getrennt sind. Wenn jedoch die
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe gestellt ist, die beiden Halbsätze eines
vorhandenen Zweidraht-Verstärkers zum Aufbau eines Vierdraht-Verstärkers zu verwenden,
kann sich der erwähnte große Pegelunterschied sehr störend bemerkbar machen. Wenn
man nämlich, wie es zunächst naheliegend ist, den Vierdraht-Verstärker in der Weise
herstellt, daß nach Entfernung der Richtungsweichen W1 und W2 die für den Verkehr
von A nach B dienende Leitung einerseits am Eingang c des Empfangsverstärkers E
V, andererseits am Ausgang d des Sendeverstärkers SV2 anschließt und die für die
Gegenrichtung verwendete Leitung einerseits am Eingang e des Empfangsverstärkers
EV2, andererseits am Ausgang f des Sendeverstärkers SV., anschaltet, so treten bei
d und e bzw. c und f innerhalb eines Halbsatzes sehr verschiedene Pegel gleicher
Frequenzlage, aber verschiedener Übertragungsrichtung auf, da bekanntlich in Vierdraht-Trägerfrequenzsystemen
für beide Übertragungsrichtungen die gleiche Frequenzlage verwendet wird. Hiermit
ist aber der große Nachteil verbunden, daß zur Vermeidung von Übersprechstörungen
besondere Maßnahmen zur Abschirmung zwischen den beiden Verstärkerteilen eines Halbsatzes
getroffen werden müssen. Hinzu kommt, daß die Apparate eines Halbsatzes aus einem
Netzgerät gemeinsam betrieben werden, so daß auch hierdurch Übersprechmöglichkeiten
gegeben sind.
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Die Erfindung betrifft einen diese Nachteile vermeidenden Vierdraht-Verstärker
für Trägerfrequenzsysteme, der aus den beiden Halbsätzen eines trägerfrequenten
Zweidraht-Verstärkers aufgebaut ist. Erfindungsgemäß werden die Verstärkerteile
eines Halbsatzes zu einem Richtungsverstärker zusammengefaßt.
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Für den Aufbau des Vierdraht-Verstärkers werden zunächst die in den
Halbsätzen I und II des Zweidraht-Verstärkers vorhandenen Weichen W1 und W2 entfernt
(Fig. 2). Zwischen den Gabelein- und -ausgängen werden die Verbindungen b,-b4, a.-a4,
a2 a3. und b2 b3 hergestellt. Die der Übertragung von B nach A dienende Leitung
ist einerseits bei c, andererseits bei f angeschlossen. Die Leitung für die Gegenrichtung
ist einerseits bei e, andererseits bei d angeschaltet. Die in Richtung
A-B übertragenen Frequenzen durchlaufen somit nur den Halbsatz II mit den Elementen
EV2, G3, G2 und SV2, während die in der Gegenrichtung übertragenen Frequenzen nur
den Halbsatz I mit den Elementen EVl, G1, G4 und SV, durchlaufen. Durch die
dargestellte Doppelwegdurchschaltung von G1 nach G4 und G2 nach G3 wird der obenerwähnte,
bei Einwegdurchschaltung; auftretende Dämpfungsverlust von o,7 bis o,8 N. vermieden.
Wenn an den Gabeln aber noch Endapparaturen zwecks Zusetzung oder Herausführung
einzelner Kanäle oder Kanalgruppen angeschaltet sind, wird die Verbindung der Gabeln
einfach hergestellt und der erwähnte Dämpfungsverlust in Kauf genommen.
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Die Erfindung gibt insbesondere in Verbindung mit der verlustlosen
Doppelwegdurchschaltung an den Gabeln die Möglichkeit, die vorwiegend für den Betrieb
von Freileitungen bestimmten Zweidraht-
Verstärker mit großer Ausgangsleistung
ohne besondere Maßnahmen als Vierdraht-Verstärker für Kabelbetrieb über besonders
große Feldlängen, d. h. besonders große Verstärkung, einzusetzen, ohne daß die Verstärker
der beiden Übertragungsrichtungen sich gegenseitig stören.